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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Sápmi

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Artikel über Solberget.

Wenn man auf dem Solbergethof ist, so ist man natürlich in Nordschweden, aber auch in Sápmi, dem Siedlungsgebiet der Samen, welches sich von Norwegen und Schweden bis nach Finnland und Nordrussland erstreckt. Und einer von Solbergets Nachbarn, der gut vierzig Kilometer weit weg wohnt, ist Lars, der Same, der in den fünfziger Jahren aktiv Rentierzucht betrieben hat.

Er war schon oft auf Solberget zu Gast, um über die Rentierzucht und das Leben der Samen zu erzählen. Jedes Mal erzählt er wieder Neues und ich könnte ihm stundenlang zuhören. Dieses Mal sind wir zu ihm gefahren und haben ihn seinem kleinen urgemütlichen Café gesessen und er hat erzählt. Dieses Mal über die heutigen Probleme mit den Raubtieren, die viele Rentiere reissen, aber durch die EU geschützt sind. Die Samí dürfen diese Tiere selbst dann nicht töten, wenn sie damit nur ihre Herde verteidigen. Ebenfalls erzählte er über Kirche und Staat, die früher aus den Samí Schweden und Christen machen wollten. Die samische Religion wurde verboten, die Kultur wurde verboten und die Sprache wurde verboten. Da vor allem die samischen Männer aber Teile des Jahres nomadisch lebten und Pastoren und Amtsmänner weit weg waren, konnten der Joik und die Sprache überleben. Viele Samen heutzutage sprechen ausschließlich schwedisch, aber es gibt mehrere samische Schulen, eine davon im nahen Jokkmokk, in denen die samische Sprache gelehrt wird.

Lange waren wir bei Lars, haben seine Rentiere bewundert, sehr leckeren Moltebeerenkuchen gegessen, ihm zugehört und jede Menge Fragen gestellt und zum Schluss auch noch den winzigen alten Laden besucht, in dem Lars’ Frau alte Sachen zeigt, die sie über viele Jahre gesammelt hat.

Lars mit RentierRentierportrait
Lars’ gemütliches CaféDer alte Kaufmannsladen

Man sollte einen Samen übrigens nie fragen, wie viele Rentiere er hat. Da die Rentiere das Vermögen darstellen, wäre es das gleiche, als fragte man, wie viel Geld jemand auf dem Konto hat. Natürlich bekommt Lars die Frage dennoch oft zu hören und hat immer eine ausweichende Antwort parat.

Am nächsten Tag habe ich mit Freunden aus Südschweden eine Schneeschuhtour gemacht. Ehrlich gesagt ist das nicht so mein Fall. Sie haben zwar den Vorteil, dass man Berge einfacher hochlaufen kann als mit den Holzski, aber ich vermisse die gleitenden Bewegungen des Skilaufens und komme mir immer ein bisschen tapsig und unbeholfen vor. Auch die Skispuren finde ich schöner als die dicken Abdrücke der langen und breiten Schneeschuhe. Aber im Grunde ist mir das draußen sein wichtig und nicht, was ich unter die Füße geschnallt habe. Und da sollte man etwas haben, denn im hüfttiefen Schnee würde man ohne Ski oder Schneeschuh nicht weit kommen.

SchneeschuhspurenSchneeschuhwandern

Am Abend war ich wegen der Erkältung sehr früh wieder in der Holzfällerhütte, um zu schlafen, wurde aber netterweise wieder schnell geweckt, denn draußen war Polarlicht. Ich konnte noch ein paar Fotos machen, ehe das Polarlicht wieder schwächer wurde. Aber schon alleine der klare Sternenhimmel über dem tief verschneiten Hof ist wunderwunderschön.

PolarlichtPolarlicht über der Sauna

Klarer Sternenhimmel über Solberget

Am Donnerstag waren wir in Jokkmokk, um das Ájtte, das Samenmuseum zu besuchen. Hier kann ich mich stundenlang aufhalten, denn ich finde das Museum sehr informativ, schön gemacht und gerade richtig groß. Bis zur letzten Sekunde sind wir im Museum geblieben, ehe wir wieder nach Solberget zurückgefahren sind.

Ájtte – eIn DorfmodellÁjtte – geschnitzte MesserscheideÁjtte – SchamanentrommelÁjtte – bemaltes Trommelfell

Am nächsten Tag bin ich wieder nach Hause gefahren und habe genossen, dass dieser schöne Platz nur vier Stunden von meinem Haus entfernt liegt. Aber zu Hause sein ist auch schön und gleich werde ich hinausgehen, denn wie schon fast die gesamte Woche ist auch der heutige Sonntag klar und sonnig.

Die Insel der Schneemobile

Heute war Winterbaden in Kåge, das ist zehn Kilometer nördlich von Skellefteå an der Ostsee. Das Winterbaden selber habe ich mir geschenkt, denn ich bin froh, dass meine Erkältung gerade am verschwinden ist und wenn man einen Infekt hat, sollte man nicht winterbaden.

Statt dessen hatte ich meine Skier mit und bin auf dem Kågefjärden zur Insel Bastuholmen gelaufen. Im Gegensatz zu Skelleftehamn, wo man meistens alleine ist, war hier richtig viel los: Skifahrer und Fussgänger, mit und ohne Hund waren auf dem dicken Ostseeeis unterwegs und genossen die warme Märzsonne. Ich bin an der kleinen Insel „Yttre Björkögrundet“ – auf deutsch in etwa „Äußere Birkeninseluntiefe“ vorbei zur Insel Bastuholmen gelaufen. Als ich dort das letzte Mal war, war dort viel los, denn es war Mittsommer. Dieses Mal war kaum weniger los, dutzende Schneemobile waren dort geparkt, Erwachsene saßen auf dem Eis und schauten in die Sonne, während die Kinder auf Rodelschalen den kleinen Hang hinuntersausten. Vor allem aber wurden Kinder auf einem Schlitten hockend oder in einer Rodelschale liegend spazieren gefahren. Dazu wurde ihr Schlitten oder Schale einfach an einer Schnur ans Schneemobil festgebunden und unter heulenden Motorgeräuschen über das Eis gezogen. Damit das ganze noch lustig ruckelt, haben manche Erwachsene immer wieder gebremst, Gas gegeben, gebremst und wieder Gas gegeben so dass die Geräuschkulisse manchmal eher einem Motocrossrennen ähnelte als einem ruhigen, warmen Frühlingswintertag draußen auf dem Eis.

Mir scheint, die meisten Schweden sind gegen Motorenlärm immun, Rasenmäher, Skooter und Kettensägen können sie gekonnt ausblenden, während sie plaudernd Fika – Kaffeepause – halten. Mir fehlt dieses Gen und mich nervt die Geräuschkulisse. Und fand ich es anfangs schön, so viele Menschen zu sehen, so habe ich mich bald wieder nach ein bisschen mehr Ruhe gesehnt. Die habe ich hinter der Insel gefunden, denn dort war fast kein Mensch mehr und nur die fernen Echos des Skootergeheules waren noch zu hören.

Auf dem KågefjärdenSchneemobile vor Bastuholmen

Noch etwas habe ich heute gesehen, weit oben am Himmel: Zwei weiße Möwen schwebten über den Kågefjärden. Normalerweise ziehen alle Meeresvögel im Winter weiter in den Süden, wo sie offenes Wasser finden. Vielleicht waren die beiden Möwen nur ein bisschen eigenbrötlerisch und sind hier geblieben, vielleicht kündigen sie aber auch den Frühling an.

Und – was soll ich sagen – ich freue mich auf den Frühling, auf offenes Wasser, auf das Kajak fahren. Und das mir, dem Winterfan, nach erst knapp vier Wintermonaten! (Familie K aus O, sogar mir reicht es irgendwann mit Schnee und Winter. Kaum zu glauben, oder?)

Über das Meereis – zwischen Angst und Faszination

Um Punkt fünf ging heute die Sonne auf. Da habe ich aber noch geschlafen, aber um halb sieben war ich wach, habe schnell gefrühstückt und dann Kamera und Skier geschnappt, denn das Wetter war – wie eigentlich fast den ganzen März schon – herrlich. Die Frühlingssonne schien von einem klaren, blauen Himmel und die -11 °C kühle Morgenluft wurde schon bald auf leichte Plusgrade erwärmt.

Neu ist, dass ich die Skier erst ein Stück tragen muss, denn auch die Nebenstraßen sind eis- und schneefrei und nur die meterhohen Schneewälle an den Straßenrändern zeigen, dass der Winter schneereich war und noch nicht vorbei ist. Doch bald schon habe ich die Skier untergeschnallt, bin den Schnee hochgestiegen und auf dem verharschten Frühjahrsschnee durch den Wald in Richtung See Snesviken gelaufen. Danach musste ich mich ein bisschen durch das Gestrüpp schlängeln, dann stand ich an der Ostsee.

Die Ostsee ist immer noch, so weit das Auge reicht, mit Eis und Schnee bedeckt. Mein Blick fiel auf die Insel Medgrundet, die etwa zweieinhalb Kilometer vom Festland entfernt liegt. Ein schönes Ziel für den heutigen Tag! Vor Medgrundet liegt Själagrundet, kaum mehr als ein flacher Felshügel im Meer. Zwanzig Möwen umkreisten das Eiland. Es ist schön, nach vielen Monaten wieder die Möwen kreischen zu hören.

Wenn es draußen kalt ist, habe ich das Meer meistens für mich alleine, aber heute waren auch andere auf dem Eis unterwegs. Ein Skiläufer mit drei Hunden lief, weit entfernt am südöstlichen Horizont, das Festland entgegen. Hinter der Insel Medgrundet stand ein Skooter, bewährtes Transportmittel der Eisfischer. Und dann, weit, weit draußen auf dem Meer sah ich die ersten Schlittschuhläufer, die mit ihren „Långfärdsskridskor“, Schlittschuhen, bei denen wie beim Langlaufski die Ferse frei ist, in großen Schwüngen über das Eis glitten.

Blick auf MedgrundetSchlittschuhläufer

Und nicht weit hinter Medgrundet war das erste Blankeis zu sehen. Im Gegensatz zum milchig-trüben Eis, welches durch gefrierendes Schmelzwasser entstanden ist, ist dieses Eis so klar, dass man teilweise bis auf den felsigen Grund schauen kann. Zahlreiche Sprünge durchziehen das Eis, an denen man sehen kann, dass es mindestens zwanzig Zentimeter dick ist. Also eigentlich kein Grund, beunruhigt zu sein.

Blankes Eis auf der OstseeSprünge ziehen sich durch das Blankeis

Doch die Geräusche, die haben es in sich. Das Meer tönt! Tiefste, sonore Bassklänge scheinen unter dem Eis hin- und her zu wandern. Sie werden immer wieder von peitschenartigen Knallen überlagert, deren tiefe, wummernde Echos sekundenlang nachklingen. Manchmal ist der Knall so stark, dass ich meine, die Vibrationen des Widerhalls unter meinen Skiern spüren zu können. Ich habe den Eindruck, das Meer lebt und atmet in seinem eigenen langsamen Rhythmus.

Ich bin hin- und her gerissen. Ich möchte noch bleiben, weitere Fotos machen und dem Pulsieren des Meeres nahe sein. Ein anderer Teil von mir hat ganz einfach gesagt Schiss! Ich habe Angst, dass das Meer aufreißt und ich mich plötzlich im Wasser wiederfinde oder auf einer Eisscholle sitzend nach Finnland segele. Da nützt es auch wenig, dass ich weiß, dass Eis schon ab 18 cm auch Autos trägt.

Ein Schiff am HorizontSchließlich reiße ich mich los und laufe in einem Bogen weiter. Unter dem schneebedeckten Eis höre ich keine Geräusche mehr, vermutlich ist das Eis älter und noch wesentlich dicker. Doch irgendwo da draußen ist auch die Fahrrinne, denn am Horizont schiebt sich ein großes Schiff südostwärts. Weiter in Richtung Norden ist ein kleiner Leuchtturm zu sehen, da möchte ich noch hin.

Der Leuchtturm ist allerdings weiter als gedacht und steht nicht auf der kleinen Insel Snusan, sondern auf der Insel Kågnäshällan, die noch weiter nördlich, aber fast wieder am Festland ist. Nach drei Kilometern Skilaufen bin ich da. Unterwegs sehe ich immer wieder Eisfischer, Skiläufer und, weit draußen auf dem Blankeis, die Schlittschuhläufer. Die Insel Kågnäshällan ist teilweise schon eis- und schneefrei und auf einem der großen, mit Flechten bewachsenen Felsen mache ich eine kleine Pause.

Der Leuchtturm auf KågsnäshällanDer Leuchtturm auf KågsnäshällanFlechten bedecken die FelsenBlick zurück

Dann laufe ich noch ein wenig weiter nach Norden, denn ich bin neugierig, ob dort schon Långhällan liegt, wo ich Mitte Januar schon einmal war, allerdings mit Auto und Schneegestapfe. Es ist tatsächlich Långhällan, so weit war ich noch nie mit Skiern von zu Hause unterwegs und ich fühle mich mächtig sportlich, auch wenn die einfache Strecke nur acht, neun Kilometer sind. (Andere laufen den Vasalauf, das sind 90 Kilometer am Stück!)

Auch bei Långhällan sind schon blanke Felsen zu sehen und eine kleine Kiefer schmilzt sich tapfer durch den tiefen Schnee.

Nackter Fels vor LånghällanDurchgeschmolzen

Über das EisGerne wäre ich noch weiter gelaufen, doch mein Proviant war begrenzt und so habe ich mich auf den Rückweg gemacht. Anfangs war das Skilaufen noch langsam, denn selbst auf dem flachen Packeis muss man schauen, wo man mit den Skiern am Besten entlangkommt, während die Dinger auf dem blanken Eis in alle Richtungen gleichzeitig wollen, wenn man keine X-Beine macht, um mit den inneren Stahlkanten ein wenig Halt zu bekommen. Doch südlich der Insel Medgrundet war das Eis glatt und schneebedeckt, dort glitten die Skier wieder gut, denn trotz der warmen Sonne war der Schnee immer noch so kalt, dass er nicht unter den Skiern klebte.

Meterhohes PackeisMuster im Blankeis

Zum Schluss möchte ich noch ein abstraktes Foto zeigen, welches ein bestimmtes Muster im Blankeis, welches ich an verschiedenen Stellen gesehen habe, abbildet. Ich musste dabei an ein bisschen an die abstrakten Bilder meiner Mutter denken, vor allem an Arun 1.

Für meine Ma

Ein bisschen Polarlicht

Kaum habe ich den Artikel „Über das Meereis“ zu Ende geschrieben, schaue ich noch einmal hinaus: Polarlicht. Dieses Mal nehme ich das Auto und laufe zu Fuß über das Ostseeeis zur nahen Insel Storgrundet. Dort sitze ich und schaue dem schwachen Polarlicht zu. Die Hauptfrage ist immer: Wie lange warte ich noch? Dieses Mal hatte ich nach einer Stunde genug, richtig in die Gänge gekommen ist das Polarlicht leider nicht. Die Nebenfrage ist immer: Sollte ich in der Nacht noch einmal rausschauen oder lieber in Ruhe schlafen?

Auf den Langzeitbelichtungen sehen die Polarlichter aber immer schön aus, selbst wenn sie live viel blasser und fahler wirkten.

Polarlicht über der Ostsee

Gåsören im Winter

Nach der längeren Tour gestern bin ich es heute ein bisschen gemütlicher angegangen. Mit dem Auto bin ich das kurze Stück zur Lotsenstation gefahren, habe mir dort die Skier angeschnallt und mich auf den Weg zur Insel Gåsören gemacht. Auf diesem Weg ist die Insel keine zwei Kilometer entfernt und schon vom Festland aus war der Leuchtturm und die wenigen anderen Gebäude gut zu sehen. Langsam kam die Insel näher. Mit rot-weiß-geringelten Leuchttürmen verbinde ich immer Urlaub, Sandstrand und salzige Luft. Sandstrand und salzige Luft sucht man hier eher vergebens und wenn ich den Kopf nach rechts drehe, sehe ich das Schmelzwerk auf der Halbinsel Rönnskär. Aber das gehört ja irgendwie auch zu Skelleftehamn dazu.

Insel Gåsören voraus!Rechterhand die Halbinsel Rönnskär

Bald war ich auf der Insel und habe ein paar Touristenfotos von dem Leuchtturm und dem alten Leuchtturmhaus gemacht.

Der LeuchtturmDas alte Leuchtturmhaus

Hinter dem Leuchtturmhaus leuchtete es türkis, denn dort haben sich große Haufen grünblaues Packeis gestapelt, die hell in der Sonne glitzerten.

Packeis am OstuferPackeis Detail

Auf den Fotos sieht das Packeis längst nicht so imponierend aus wie in Natura, zumal die Größenvergleiche fehlten. Die Haufen waren etwa drei Meter hoch. Dahinter lag eine von herausragenden Eisschollen unterbrochene Eisfläche und dahinter, ich traute kaum meinen Augen, das offene Meer. Das habe ich lange nicht mehr gesehen. Lange habe ich eine Eisscholle anvisiert, bis ich sehen konnte, dass diese sich wirklich langsam bewegt. Das zweite Foto ist mit 300mm Tele aufgenommen, das offene Wasser war also noch beruhigend weit weg.

Eisscholle mit eingeschlossenen LuftbläschenOffenes Meer am Horizont

Ich habe ausgiebig Pause auf der Insel gemacht, weil die Sonne so schön warm vom Himmel schien, auch wenn die Lufttemperaturen kaum die Null Grad überschritten. Erst saß ich an der Eiskante und schaute auf das leuchtende Packeis, dann saß ich noch auf einer der schneefreien Holzbänke an einem der Häuser. Mütze und Handschuhe habe ich zwar noch dabei, brauche sie aber nicht mehr. Froh war ich aber über die Sonnenbrille, die ich gestern vergessen hatte. Und über Wasser und Schokolade („Frukt och Mandel“) natürlich auch. Nach der Pause habe ich mich auf den Rückweg gemacht und mich gefreut, wie schön die Skier glitten und wie gut ich vorwärts komme. Nach zweieinhalb Stunden war ich wieder am Auto und wenige Minuten später zu Hause. Eine kurze und schöne Ostertour.

Haufenweise Schnee

ich

So sah es heute Abend in Skelleftehamn aus. Die bis zu vier Meter hohen Schneehaufen wurden von den kommunalen und privaten Schneeräumfahrzeugen und Traktoren den ganzen Winter über zusammengeschoben, um die Straßen und Einfahrten schneefrei zu halten. Und dort, an den Straßenrändern, auf den Grünstreifen und am Waldrand liegt der Schnee dann. Und liegt. Und liegt. Ich bin gespannt, wann das letzte bisschen Schnee hier verschwunden ist und der erste Huflattich blüht.

Umzug nach Japan

Mir langt’s jetzt. Seit Wochen hat es hier nicht mehr geschneit. Teilweise liegt hier weniger als ein Meter Schnee. Und das Anfang April, das geht ja gar nicht! Daher habe ich mich jetzt entschieden, ostwärts zu ziehen und zwar nach Murodo (室堂) in Japan. Dort liegt wenigstens noch richtig Schnee! Ich habe schon ein Haus gefunden und gekauft. Leider hat mir der Makler kein Foto vom Haus selber schicken können, dafür aber von meiner Garageneinfahrt. Drei Japaner diskutieren dort gerade, ob die Einfahrt auch gut genug schneegeräumt ist, damit ich, wenn ich übermorgen umziehe, mein Auto in der Garage parken kann.

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Das Blog werde ich dann wohl in „Ostwärts“ umtaufen müssen. Und ein bisschen japanisch lernen.

Foto: jsteph auf Flickr.

Drei Jahre Nordwärts

Tre år ”nordwärts”, nu också på svenska På svenska

Precis idag för tre år sedan har jag börjat skriva min blogg ”nordwärts” – på svenska ”norrut”. Nu har jag bestämt mig att blogga också på svenska. Det blir väl sällan en översättning av hela artikeln, men någon sammanfattning försöker jag skriva varje gång. Och många foton som inte behöver översättas finns ju också.

Jag hoppas att ni som är svensk har det roligt att läsa min blogg och ser Sverige – speciellt Skellefteåområdet – lite utifrån, även om jag har blivit kanske lite svenskt också efter tre år. Ni får gärna kommenterar på svenska, tyska eller engelska. Och om ni vill vara riktig snäll, så får ni jättegärna korrigera mina svenska fel för att ge mig en chans att förbättra språket.

/Olaf

Heute vor genau drei Jahren habe ich mit meinem Blog nordwärts angefangen. Da wird es endlich mal Zeit, dass ich auch auf schwedisch schreibe. Ich werde aus Zeitgründen selten den ganzen Artikel Satz für Satz übersetzen, aber eine Zusammenfassung wird es meistens geben. Nun hoffe ich, dass auch die Schweden in meinem Blog lesen und kommentieren. Und vielleicht fasst der eine oder andere auch Mut, meine Fehler zu korrigieren.

CDs

CD:ar På svenska

Igår hämtade jag paket på ICA. Där inne fanns 50 CD:ar. Alla lika! Det var CD:n „Wundascheen – Loverly“ som Sheila Jordan, Sabine Kühlich, Stefan Werni, Klaus Osterloh och jag spelade in 2010. Det är samma medlemmar som på tournén i höstas.

Redan för några veckor sedan hittade jag två CD:ar från skivbolaget „ES-DUR“ i Hamburg i brevlådan. Den där gången var det inte musiken men foton som jag bidrog till. Båda cover-foton har jag gjort i Skelleftehamn. Jag tänker det är roligt att den liten ön i sjön Snesviken i Skelleftehamn kom på en CD med namnet ”Japanska landskap“. Det är vad jag kallar karriär!

Jag skriver ingenting om musiken själv eftersom jag håller med med Steve Martin som sa ”Talking about music is like dancing about architecture.”

CD Wundascheen – loverly!Gestern habe ich bei ICA ein Paket abgeholt. Darin waren 50 CDs. Alles die gleichen! Das war die CD „Wundascheen – Loverly“, die Sheila Jordan, Sabine Kühlich, Stefan Werni, Klaus Osterloh und ich 2010 aufgenommen haben. Das ist die gleiche Besetzung wie bei unserer Deutschlandtour letzten Herbst. Ich freue mich, dass ich jetzt so viele CDs habe, um sie hier ein paar Freunden verschenken oder vielleicht auch die eine oder andere verkaufen zu können.


Schon vor einigen Wochen habe ich zwei andere CDs zugeschickt bekommen, dieses Mal vom Hamburger Klassiklabel ES-DUR. Ich war hier allerdings nicht als Musiker beteiligt, sondern als Fotograf. Beide Coverfotos kommen von mir und sind in Skelleftehamn gemacht. Die Fotos sind auch in diesem Blog zu finden: Insel der Stille / Wollgras.

Japanische LandschaftenWolkengedichte

Besonders freue ich mich darüber, dass ein Foto von einer kleinen Insel in einem See in Skelleftehamn es auf eine CD mit Titel „Japanische Landschaften“ geschafft hat. Das nenne ich eine Karriere!

Über die Musik selbst schreibe ich nichts, denn da halte ich es mit Steve Martin.

Talking about music is like dancing about architecture.

Steve Martin

An der Eiskante

Vid iskanten På svenska

Jag vet inte varför jag vaknade kl 6. För sent för soluppgången, definitivt för tidigt för att sova ut. Men den klarblåa himlen lockade mig ur sängen. Bara kort tid senare parkerade jag bilen vid småbåtshamnen ”Tjuvkistan”, varifrån jag åkte till ön Norrskär med skidor och pulka. Därifrån syntes öppet havet. I morse visade termometern -12 °C men i solen kändes det ganska varmt även om det var bara knappt över 0 °C. Från Norrskär fortsatte jag till Bredskär, Gråsidan och Nygrundet och på ytterkanten nådde öppet vattnet nästan till stranden.

På vägen tillbaka bjöds jag till fika av mina grannar som har stuga på Bredskär. Därefter var det inte långt till Tjuvkistan. Vilken härligt morgon och förmiddag, då får man vara låt resten av dagen.

Ich weiß auch nicht, warum ich heute schon wieder um sechs aufgewacht bin. Für den Sonnenaufgang zu spät, für ausschlafen definitiv zu früh. Aber der strahlend blaue Himmel hat mich sofort aus dem Bett gelockt. Überraschend kurze Zeit später stand ich mit meinem Auto am Bootshaven „Tjuvkistan“, von wo aus ich mit Ski und Pulka eine zur Insel Norrskär gelaufen bin. Von dort aus hatte man schon Sicht auf das offene Meer. Während das Thermometer morgens noch -12 °C zeigte, wurde es in der Sonne bald recht warm, obwohl die Temperaturen kaum die null Grad überschritten. Aber „warm“ ist ja auch relativ. Von Norrskär aus bin ich weiter zu den Inseln Bredskär, Gråsidan und Nygrundet gelaufen, hier, auf den Außenseiten der Inseln reichte das offene Wasser fast bis zu den Ufern der Inseln. Aber heute schreibe ich nicht viel, sondern zeige lieber Fotos von dieser herrlichen Skitour.

Eis fast bis zum Horizont …… doch schon bald sieht man offenes WasserEine festgefrorene Eisscholle im UferbereichLuftspiegelung am HorizontDie Wasser ist kristallklarDie Eiskante funkelt und glitzert im GegenlichtEin Motiv, drei Blickwinkel: EiszapfenEin Motiv, drei Blickwinkel: DurchblickEin Motiv, drei Blickwinkel: EisbrückeBlick auf die Insel Skötgrönnan

Von der Insel Nygrundet hatte ich einen guten Blick auf die Insel Skötgrönnan. Dort möchte ich gerne dieses Jahr hinpaddeln, aber bis das geht, dauert wohl noch ein Weilchen. Auf dem Rückweg habe ich auf der Insel Bredskär bei meinen Nachbarn, die dort ihre Stuga haben, noch eine nette Fikapause mit Kaffee und Kanelbulle gehabt. Danach war der Weg zum Bootshafen nicht mehr weit. Was für ein herrlicher Morgen und Vormittag, da darf man auch den Rest des Tages faul sein.

Zum Abschluss wieder ein abstraktes Eisbild.

Eisstrukturen

Vorsichtige Frühlingszeichen

Försynta vårtecken På svenska

Dom finns, de första tecken, att djupaste vintern är över. Pölen på asfalten, den första barmarken i skogen, en blank klippa, som är varken täckt med snö eller istappar. En mosstäckt stubbe, där en blåbärsbuske växer på. Och – en stor undran – en geting som försöker skaka av sig kylan. Synd, att jag hade inte min makroobjektiv med mig.

Men i skogen ligger snön fortfarande mer en knädjupt och idag kom även en ytterligare centimeter snö som visserligen smälte snabbt bort på asfalten.

Alle foton har jag gjort i närheten av mitt hus.

Es gibt sie, die ersten Anzeichen, dass der tiefste Winter vorbei ist. Die Pfütze auf dem blanken Asphalt, die ersten kleinen Stückchen barer Waldboden, der blanke Fels, der nicht schneebedeckt oder mit Eiszapfen behangen ist. Ein moos- und flechtenbedeckter Baumstumpf, auf dem ein Heidelbeerstrauch wächst. Und – eine große Überraschung für mich – eine Wespe, die versucht, sich von der Kältestarre zu befreien. Schade, dass ich mein Makroobjektiv nicht dabei hatte.

Um die Baumstämme schmilzt der SchneeWarmer SüdhangEin HeidelbeerstrauchDie erste frühe Wespe

Im Wald steckt man aber immer noch schnell bis über die Knie im Schnee, und heute Vormittag kam sogar ein Zentimeter Neuschnee dazu – der erste seit Wochen, der allerdings auf dem sonnenbeschienenen Asphalt keine Chance hatte. Nur auf dem Altschnee blieb er liegen und verstärkte die Kontraste der Schnee- und Eisstrukturen.

Neu- und Altschnee am Straßenrand

Alle Fotos sind übrigens in unmittelbarer Nähe meines Hauses aufgenommen. Wer mehr frischen Schnee will, der muss weiter weg, zum Beispiel nach Tromsø, wo heute 143 cm Schnee gemessen wurden. Hier ein Bild, welches Thorbjørn Riise Haagensen gestern in Tromsø aufgenommen hat.

Verkäufer/-in eines kleinen Lebensmittelladens am Polarkreis gesucht

Der folgende Text kommt von Dirk Hagenbuch, dem Betreiber von Solberget, wo ich seit dem Winter 2005 immer wieder war:

Im Dorf Nattavaara (20 km nördlich des Polarkreises) hat am 31.10. der einzige Lebensmittelladen dicht gemacht. Nun haben die Bewohner von Nattavaara eine Genossenschaft gegründet und sind dabei, das Ladengebäude zu kaufen, um dann in Eigenregie den Laden im Juni wieder zu eröffnen. Die Idee dabei ist, dass die Dorfbewohner einen kleinen Teil ideelle Arbeit dazu beitragen. Außerdem sollen 2 Personen angestellt werden. Und hier bietet sich die Chance für Leute aus Deutschland, die mal in Schweden Fuß fassen wollen oder eine längere Zeit (minimum 1 Jahr) in Schweden leben wollen. Wir suchen nämlich Personal für den Laden. Die Sache hat aber einen Haken: da der Umsatz im Laden nur ca 1 Stelle trägt, es aber Arbeit für ca 2 Menschen gibt, ist unsere Idee die: Man wird regulär zu 50% angestellt, bekommt also auch Lohn dafür. Man arbeitet aber nochmal 50% und bekommt dafür eine Unterkunft gestellt. Insgesamt also 100% Arbeit für 50% Lohn bei freier Unterkunft. Schwedischkenntnisse sind Bedingung! Wer daran Interesse hat, soll sich bitte beim Vorsitzenden der Genossenschaft melden mit einem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf. Die Adresse ist: dirk@solberget.com und hier können auch weitere Fragen beantwortet werden. Wir freuen und auf viele Bewerber! Arbeitsbeginn ist im Juni. Auch Leute, die evtl. erst später können, sollen sich melden, da wir wohl immer mal wieder Leute für den Laden suchen. Gruß vom Polarkreis!

Für den Ort Nattavaara wäre es mehr als wichtig, wenn es dort wieder einen Lebensmittelladen gäbe. Hat jemand von meinen Bloglesern Lust?

Rad und Boot

Cykel och båt På svenska

Inte bara människor men också fordon verkar längta efter våren. Medan cykeln stannar kanske kvar långt i skogen, ska båten gå på fisketur med ägaren så snart som det går.

De stora fartyg har det lättare, eftersom en isbrytare banar väg mot havsisen för dom. Nästa dagen ser man bara en bana av ihopfrysen drivis, eftersom nätterna är fortfarande kalla.

Nicht nur der Mensch, sondern auch so manches Gefährt scheint sich nach dem Frühling zu sehnen. Während das rote Fahrrad vielleicht noch lange besitzlos im Wald bleibt, wird das Boot, so bald es geht, mit seinem Besitzer wieder zum Fischen hinaus auf die Ostsee fahren.

Fahrrad im WaldBoot auf dem Eis

Die großen Schiffe haben es einfacher, denn ein Eisbrecher bahnt ihnen einen Weg durch das Eis. Übrig bleibt eine lange Spur von Treibeis, welches am nächsten Tag schon wieder zusammengefroren ist, denn die Nächste sind noch frostig kalt.

Festgefrorenes Eis auf der Fahrrinne

Temperaturverlauf

Temperaturerutveckling På svenska

När det blir ljus vaknar jag. Det är ingen bra egenskap när man bor i norra Sverige för nu kommer solen up kl kvart över fem och om två månader kommer det att bli inte alls mörkt längre. Idag skiner solen från en blå himmel igen som det har varit nästan jämt i de senaste veckor. Och om himlen var klar, blir det också kallt. I morse visade termometern -8.4 °C. Men solen är so stark nu att det blir visst plusgrader igen.

På temperaturkurvan ser man tydligt att temperaturerna under januari ändrar sig oberoende från dagstiden. Däremot visar april en tydligt sicksackkurvan. Kallt på morgnarna, varmt på eftermiddagarna. På 7 april blev det inte kallt eftersom himlen var mulen och det snöade även lite gran.

Wenn es hell wird, werde ich wach. Das ist in Nordschweden eine ganz dumme Eigenschaft, denn jetzt geht die Sonne in Skelleftehamn schon viertel nach fünf auf und in zwei Monaten wird es gar nicht mehr dunkel werden. Auch heute früh scheint wieder die Sonne von einem klaren, sonnenlosen Morgenhimmel, wie meistens in den letzten Wochen. Und wenn der Himmel klar war, dann kühlt es sich auch noch richtig ab. Heute morgen zeigte das Thermometer -8.4 °C an. Das die Sonne aber jetzt schon viel Kraft hat, wird es auch heute wieder Plusgrade geben. Morgens laufe ich noch mit Mütze und Schal zum Bus, nachmittags finde ich das eher überflüssig.

In den Temperaturkurven sieht man sehr schön, dass im Januar die Sonne noch nicht viel zu melden hat. Die Temperaturen steigen und fallen unabhängig vom Tagesverlauf. Dagegen zeigt der April eine sehr schöne Zickzackkurve: Morgens kalt, nachmittags warm.

Temperaturverlauf Mitte JanuarTemperaturverlauf Anfang April

Am 7. April ist die Zickzackkurve nach unten abgebrochen. Dort war es ausnahmsweise einmal bedeckt und es hat sogar einen Zentimeter geschneit. Nächste Woche soll es wärmer werden bei nur leichten Nachtfrösten.

Hier geht es zum Temperaturverlauf seit Mitte November. Man sieht ganz gut, dass dieser Winter nie extrem kalt war, sich aber lange hält.

Finale

Final På svenska

Idag för två år sen sog jag min första hockeymatch, live i Skellefteå. I dag börjar finalen Skellefteå mot Luleå men det behöver jag inte berätta till er Svenskar. Ni vet ju!

Heute vor zwei Jahren habe ich mein erstes Eishockeyspiel live gesehen. Heute sitze ich, obwohl ich eigentlich ein totaler Sport-Anseh-Muffel bin, vor dem Fernseher eines Freundes und schaue Eishockey mit, denn heute ist das erste der Finalspiele und Skellefteå AIK ist mit dabei. Wer als erster vier Finalspiele gewonnen hat, wird schwedischer Meister. Skellefteå AIK war auch die letzten beiden Male im Finale, wurde aber beide Male nur Vizemeister. Natürlich hoffen jetzt alle Fans, dass Skellefteå AIK dieses Jahr Meister wird. So oder so wird der Meister aber aus Nordschweden kommen, denn der Gegner ist Luleå.

Das Thema Hockey ist in aller Munde. und überall in Skellefteå begegnen einem jetzt das AIK-Logo und die Farben schwarz-gelb.

Wolle in AIK-FarbenAIK-Flagge an einem Baukran

Nachtrag

Drei Mal dreißig Minuten dauert so ein Spiel und dann stand es immer noch 0:0. Skellefteå hat oft die Führung übernommen, ist aber immer wieder an Luleås herausragendem Torhüter gescheitert. Dann gab es Verlängerung mit der sogenannten „Sudden Death“-Regel: Wer das erste Tor schießt, gewinnt. Und – Skellefteå hat gewonnen!

Nachtrag 2 (14. April)

Heute auf der Anhängerkupplung eines parkenden Autos entdeckt:

Auch der Anhängerbär ist AIK-Fan

Frühlingsanzeichen

Heute stehen die Zeichen eindeutig auf Frühling. Und es gibt viele Zeichen:

  • Gegen zwölf Uhr sind es acht Grad plus im Schatten, im Wintergarten sogar 22 °C
  • Ich laufe draußen das erste Mal wieder im T-Shirt durch den Wald
  • Ich sehe den ersten Schmetterling – einen kleinen Fuchs
  • Die Nachbarn wechseln auf Sommerreifen
  • Auf dem nassen Eis der nahen Bucht nutzen viele Eisfischer die vielleicht letzte Gelegenheit
  • Die Menschen sind nicht nur zum Schnee schippen und Hund ausführen draußen
  • Der Boden taut auf und weicht auf, an manchen Stellen ist es recht matschig
  • Viele Blätter sind tief in den Schnee geschmolzen, denn wenn sie von der Sonne bestrahlt werden, werden sie warm
  • Draußen knatterte es in der Straße und es war ein Mofa, kein Schneemobil
An manchen Stellen ist der Boden aufgeweichtEin Birkenblatt hat sich in den Schnee geschmolzen

Letztes Jahr war der Boden an den glattgeschliffenen Felsen schon praktisch schneefrei, doch dieses Jahr liegt noch viel Schnee. Auf den Skooterspuren kommt man zu Fuß ganz gut voran, daneben steht man schnell knietief im Schnee. Das erste Bild habe ich gestern vor einem Jahr aufgenommen, das zweite heute:

Gestern vor einem Jahr: Die Felsen sind schneefreiUm die Felsen herum liegt noch viel Schnee

Auch im Garten liegt noch ziemlich viel Schnee, selbst wenn der Zaun jeden Tag ein Stückchen mehr hervorguckt. Der Zaun vorne hat sich durch die festen Schneemassen von den Pfosten gelöst und sobald der Schnee dort weg ist, werde ich Hammer und Nägel in die Hand nehmen und den Zaun reparieren. (Ich und reparieren – Ha!)

Der Zaun hinten lugt aus dem Schneekaputter Zaun

Aber ich habe noch Glück gehabt. Denn gestern Abend, es waren immer noch Plusgrade, kamen bei einigen Häusern in der Straße Dachlawinen herunter. Bei einem Nachbarn haben sie sein mit soliden Eisenstreben aufgehängtes Vordach weggeknickt, bei einem anderen Nachbarn hat der Schnee den ziemlich dicken Pfosten vom Treppengeländer umgerissen. Da möchte ich nicht drunterstehen, wenn so ein dicker, großer Haufen vereister Altschnee vom Dach rutscht.

Jetzt ist wahrscheinlich kein Mensch mehr draußen, denn um 16:00 hat das zweite Hockeyfinalspiel Skellefteå vs Luleå begonnen.

Nachtrag: Zu dieser Zeit macht es keinen Spaß, nachts Auto zu fahren. Der Schnee auf der Straße, der sonst hell im Fernlicht leuchtete, ist weggetaut, und es dauert noch einen guten Monat, bis es nicht mehr dunkel wird.

Nachtrag: Ich habe noch einmal gemessen: Hinten im Garten liegen 65 cm Schnee, rechts neben dem Haus 80 cm. Mal schauen, wann das alles weg ist.

Ende der Eissaison

Slut på issäsongen På svenska

Efter en dimmig morgon klarnade det upp och solen skinnade igen. Mycket folk gick på isen och pimplade – kanske den sista gången den här säsongen. När jag stod på isen med kameran frågade mig flera, „Men, fiskar du inte?“. Nej – jag tar bara kort.

De varma dagarna och söndagens regn tog bort mycket snö och överallt skvalpar och droppar det. Och där var vattnet inte kan rinna av bildar sig stora vattenpölar, inte bara på havisen men också på gatorna. I kväll körde jag till Storgrundet för att ta några kort där. Men först svängde jag för att hämta torrdräkten, eftersom isen verkade vara ganska tunn och inte längre pålitligt. Det fanns mycket vatten på is och också många hål och jag ålade mer på isen än att jag gick för att ta kanske de sista kort från havisen denna säsong.

Det finns också några andra som sluta issäsongen snart och det är Skellefteå AIK och Luleå HF. Efter SAIK vann tre gånger i rad, kan det vara senaste matchen på torsdag. Viktig fråga: Jobbar vi i Skellefteå om SAIK tar hem pokalen på torsdag?

Nach einem nebligen Morgen klarte es auf und es versprach, wieder ein schöner Tag zu werden. Das dachten sich auch viele Eisfischer und haben sich auf das Eis in der geschützten Bucht gesetzt oder gelegt. Als ich auf dem Eis stand und fotografierte, fragten mich mehrere etwas ungläubig: „Fiskar du inte?“ – fischst Du nicht?

Nasses Eis in der Bucht – Nebel am HorizontZwei Eisfischer – im Hintergrund der alte Wasserturm

Aber nein, ich fische nicht, ich fotografiere bloß. Ein Nachbar hingegen hat seine Pläne geändert und statt Sommerreifen aufzuziehen, hat auch er sich aufgemacht, um „Pimpelfiske“ zu machen. Als ich ihn kurze Zeit auf dem Eis besuchen wollte, kam er mir schon mit zwei Tüten voller Köhler, einer hiesigen Dorschart entgegen.

Es macht sich immer mehr bemerkbar, dass es die letzten Tage warm war und Sonntag Nacht sogar geregnet hat. Der Schnee wird weich und fällt langsam zusammen. Und überall rinnt und plätschert, rieselt und tropft es, und dort, wo das Wasser nicht abfließen kann, bilden sich riesige Pfützen. Nicht nur auf dem weichen Ostseeeis, sondern auch auf mancher Fahrbahn.

Spiegelung an der Riesenpfütze

Abends bin ich mit dem Auto nach Storgrundet gefahren, um dort ein paar Fotos vom Eis zu machen. Ich bin aber direkt wieder umgekehrt, um meinen Trockenanzug und einen wasserdichten Sack für die Kamera zu holen, denn das Eis war mir nicht mehr geheuer. Teile des Eises lagen unter großen Schmelzwasserlachen und es waren auch schon viele Löcher im Eis, vor allem um die dunklen Steine herum, denn die werden in der Sonne warm und schmelzen das Eis weg. Mehr robbend als gehend habe ich mich ein bisschen vorgewagt, um vermutlich das letzte Mal diese Saison auf dem Ostseeeis zu fotografieren.

Spalten durchziehen das Eis

Ein Loch im dünnen EisDas erste offene Wasser vor Storgrundet

Eine AIK-Flagge wird gehisstFür noch jemanden ist die Eissaison schon bald vorbei, nämlich für die Eishockeyteams Skellefteå AIK und Luleå HF, die heute ihr drittes Finalspiel hatten. Damit ist es sehr wahrscheinlich geworden, dass Skellefteå AIK schwedischer Meister wird. Mal schauen, was dann in Skellefteå los ist.

Mit dem trüben Abendlicht hatte meine Nikon D800 übrigens Probleme beim Belichten: Alle Fotos waren ein bis zwei Blenden unterbelichtet. Normalerweise kontrolliere ich die Belichtung direkt, aber als ich auf dem Eis herumrobbte, hatte ich andere Gedanken. Da ich alle Bilder im RAW-Format aufnehme, konnte ich die Fotos noch ein bisschen retten und bei diesem Licht sieht die Landschaft auch in Wirklichkeit ziemlich flau aus.

AIK! AIK! AIK!

Logo Skellefteå AIK HockeyNun haben Skellefteås Eishockeyfans – also gefühlt 98% aller Einwohner Skellefteås – wirklich etwas zu feiern! Heute hat Skellefteå AIK das vierte Finalspiel in Reihe gewonnen und ist damit schwedischer Meister! Das wird spannend, die Fans morgen zu erleben, denn bei keinem anderen Thema zeigen die Skellefteåeinwohner öffentlich so viel Emotionalität wie bei den Spielen ihrer geliebten Eishockeymannschaft und beim gemeinsamen Träumen vom Gold. Dieses Jahr ist ihr Traum in Erfüllung gegangen.

Das letzte Mal war Skellefteå 1978 Meister (Da bin ich in die fünfte Klasse gekommen, ist das lange her!). Um Meister zu werden, muss man vier Spiele gewinnen, es kann also bis zu sieben Finalspiele geben, bis die Meisterschaft entschieden ist. Skellefteå AIK hat das ganze abgekürzt und in 4:0 Spielen heute Gold geholt, das kommt auch nicht gerade oft vor. (In Spielen: 1:0 / 4:2 / 2:1 / 4:0)

Der Gewinn der „Elitserien“, der höchsten Klasse im schwedischen Eishockey wird morgen wohl DAS Thema auf der Arbeit sein, wenn nicht alle einfach zu Hause bleiben und blau machen. Ich selber habe das Schlussspiel nicht gesehen, auch da ich eine Probe hatte, aber mich interessiert Eishockey ja nicht so sehr. Dass, wenn ich ein „S“ in den Browser tippe, dort direkt www.skellefteaaik.se/ erscheint, verschweige ich lieber, denn sonst verliere ich meine Glaubwürdigkeit als erklärter Nicht-So-SehrFan. Aber ich habe doch immer während der Spiele geschaut, wie es gerade steht.

Was ich übrigens schön auf der Website finde, ist die Titelleiste, in der sich die Hockeyvereine untereinander verlinken.

Nachtrag – Ein kleiner Teil der Resonanz auf Facebook:

:-D :-) ;-)!!

J.

Jaaaaaaaaaarååååååååååååppppppppla smmmguuuuyyyylddd!!!

P.

….! Jaaaaaaaaasaaaaaaaaaassassssaaaaaaa!!!!

D.

Siis…Skellefteå on Ruotsin jääkiekkomestari!!!
Also … Skellefteå Schwedens Eishockeyspieler! (finnisch)

T.

Halleluja!

P.

Jaaaas. Skellefteå A I K!!!!!

T.

SM-GULD, SM-GULD, SM-GULD. […]

L.

Nu har jag ställt fram champagnen………………….
(Jetzt habe ich den Champagner hingestellt …)

S.

Nu kommer tårarna. #saik
(Nun kommen die Tränen)

E.

Grau – Blau – Gelb – Gold

grå – blå – gul – guld På svenska

Igår åkte jag till lotsstationen för att kolla om isen har brutit så att jag kan åka kajak igen. Men allt var fortfarande täckt med is som inte längre är turkos och vit men bara grå. Men kanske redan nästa helg är havet öppet.

Skellefteälven däremot är öppet nu, det finns många isflak som flyter förbi, några är visst 50 kvm. Och i vågorna speglar sig tusen små soler.

Mest snö i stan töade bort nu och längs älven blommar de första blommorna: hästhov och backskärvfrö.

Sen var det ett stort party på torget för Skellefteå AIK vann ju gold förra dagen. Kring 10000 fans firade tillsammans deras hockeyteam och flera sa att dom aldrig sog så mycket folk här på torget. Jag var ganska glad att jag stod på kanten eftersom jag trivs inte att stå mitt i så mycket folk, men i alla fall helt imponerande hur stan firade och hejade Skellefteå AIK.

Emma tog ett fint kort från torget ur fågelperspektiven. Tack, Emma, att jag får använda kortet här.

I Skelleftehamn finns lite mer vinter kvar än i Skellefteå, men nu är det ”bara” 30 cm snö kvar i trädgården och snart – hoppas jag – blir det barmark igen.

Als ich gestern um sechs aufgewacht bin, war die Sonne schon lange aufgegangen. Vor der Arbeit bin ich noch zur Lotsenstation gefahren, denn ich warte darauf, dass dort das Eis aufbricht und ich endlich wieder Kajak fahren kann. Aber alles war noch mit Eis bedeckt, und das ist nicht mehr länger glitzernd weiß und türkis, sondern wirkt einfach nur grau. Aber ich glaube, dass nächstes Wochenende das Meer schon offen ist und man wieder auf blaues, klares Wasser schauen kann.

Blick auf einige OstseeinselnAm Meeresufer – so ungefähr

Anders sieht jetzt der Fluss in der Stadt aus. Auf ihm treiben zwar noch viele Eisschollen, manche bestimmt 50 Quadratmeter groß, aber der Fluss selbst ist fast überall offen. Und tausend kleine Sonnen spiegeln sich in den kleinen blauen Wellen.

Eisschollen treiben vorbeiDie Sonne spiegelt sich im Skellefteälven

In der Stadt ist viel Schnee schon weggetaut und an den nach Süden ausgerichteten Böschungen oberhalb des Uferwegs blühen die ersten Blumen: Der gelbe Huflattich und – wenn ich mich nicht irre – das weiße Gebirgs-Hellerkraut.

Huflattich (schwedisch hästhov oder tussilago)Gebirgs-Hellerkraut (schwedisch backskärvfrö)

Warum ich am Fluss entlanggelaufen bin, hat einen besondereren Grund: Ich hatte noch ein bisschen Zeit bis halb sechs und dort war auf dem Marktplatz die große Goldfeier der Eishockeymannschaft Skellefteå AIK. Und diese Feier war groß! Etwa 10000 Fans haben sich auf dem Platz versammelt und so mancher meinte, er habe in Skellefteå noch nie so viele Menschen auf einem Haufen gesehen. Wie gut, dass ich am Rand stand, denn in großen Menschenmengen fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Aber es war schon imponierend, wie die Menschen einer mit 34000 Einwohnern doch recht kleinen Stadt gemeinsam begeistert ihr Eishockeyteam feiern.

Großes Publikum auf dem „Torget“Die Mannschaft trägt Goldhelm

Emma: „Das ist total magisch“Wie viele Menschen da waren, sieht man sehr schön auf einem Foto, welches Emma gestern bei Instagram veröffentlicht hat. Sie stand ganz oben auf dem höchsten Haus am Platz und hatte einen guten Blick auf den gefüllten Platz. Danke, Emma, dass ich das Foto hier verwenden darf.

Wieder zurück in Skelleftehamn ist der Winter noch ein bisschen präsenter, denn das Ostseeeis kühlt die Uferregionen noch ein bisschen aus. Aber immerhin ist der Schnee jetzt auf 30 cm zusammengeschmolzen (vor fünfeinhalb Tagen noch 65 cm) und bald wird auch bei mir im Garten wieder Gras zu sehen sein.