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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Der erste Frost

Seit einer knappen Woche bin ich wieder zu Hause. Es scheint, dass sich nach dem Sommer alle gleichzeitig entsinnen, dass man sich auch wieder mit anderen treffen könne. Und so war am Montag ein Treffen mit „Mörkrets och Kylans Glada Vänner“, um die Planung des Winterschwimmen 2013 zu beginnen, am Mittwoch ein Fest von Frostware, mit denen wir bei Hello Future zusammenarbeiten, am Donnerstag war das erste Mal wieder Diskussionsklub und am Freitag nach einem Workshop bei Hello Future Afterwork. Alles toll, aber viel auf Mal, wenn man auch noch 900 Fotos vom letzten Urlaub sichten und vier Blogartikel schreiben möchte. So war ich am Freitag Abend ganz schön müde und habe den Afterwork recht früh verlassen.

Größere Teil des gestrigen Samstags habe ich mit geschlossenen Augen verbracht und war deswegen heute schon recht früh wach. Das Thermometer zeigte drei Grad – schon die letzten Tage war es morgens recht frisch – und auf der Abdeckung von meinem Outdoorwhirlpool hatte sich über Nacht Raureif gebildet. Auf dem Stein, den ich als Türstopper verwende, hockte eine Wespe in Kältestarre. Sie tat mir ein bisschen leid, ins Haus kommt sie aber trotzdem nicht.

Mit dem ersten Bild bin ich nicht zufrieden. Zu wenig Schärfentiefe. Aber als ich herausging, um das Motiv nochmals zu fotografieren, hatte die Morgensonne die scharfen Eisstrukturen schon angetaut. Die Sonne hat eben noch einige Kraft und auch dieser Tag verspricht schön, wenn auch mit den vorhergesagten 12 Grad nicht übermäßig warm zu werden.

Baustellenbegehung

Es wird herbstlich. Die letzten Tage war ich viel mit dem Auto unterwegs und konnte sehen, wie die Birken und Espen gelbe Blätter bekommen und von der Sonne in goldenes Licht getaucht wurden.

Heute nachmittag war aber nix mit Sonne, stattdessen hüllte Sprühregen die Landschaft in die dunkle Seite des Herbstdaseins, während Windböen die ersten Blätter von den Bäumen fegten.

Ich habe die Gelegenheit genutzt, auf der 372 – der Verbindungsstraße Skellefteå—Skelleftehamn einmal anzuhalten. Dort ist nämlich eine große Baustelle, denn die eine Kreuzung soll aufgrund des Verkehrsaufkommens in einen Kreisel mit Fahrradunterführung verwandelt werden. Weitere Kreisel sollen folgen.

Ich muss ja ein bisschen lächeln, denn ich finde das Fahren auf der Straße ziemlich entspannt, da dort eigentlich nie viel los ist. Zumindest mit deutschem Maß gemessen. Es kann einem höchstens mal passieren, dass man hinter einem langsamen Auto hinterher tuckert, aber da hilft ein Kreisel ja auch nicht weiter.

Ich finde, Baustellen haben ihren Reiz beim Fotografieren. Das, was zuerst wie eine riesige Fläche aus nassem Lehm und Dreck aussieht …

… entpuppt sich bald als spannender Platz für eine eher abstrakte Motivsuche, …

… vor allem, wenn man Schwarzweißbilder macht.

Am Fluss entlang

Drei Mal war ich diese Woche in Kusfors, 7 Meilen¹ landeinwärts. Am Mittwoch habe ich mit Lasse die neue Website für unser Team Dark and Cold (ehemals „Mörkrets och Kylans Glada Vänner“) geplant. Am Samstag war die Einweihungsparty von FlarkenAdventure: ein Paar aus Frankreich ist mitsamt 46 Schlittenhunden nach Kusfors gezogen, um dort Hundeschlittentouren anzubieten. Am Samstag war ich dann bei dem 30. Geburtstag eines Bekannten. Mir wurde empfohlen, doch gleich nach Kusfors zu ziehen, so oft, wie ich da sei. Meinen Gegenvorschlag, gesamt Kusfors solle einfach nach Skelleftehamn ziehen, so viele seien das ja nicht, wurde allerdings ignoriert. Komisch eigentlich.


Gestern bin ich über kleinere Nebenstrecken nach Kusfors gefahren. Dabei habe ich vor allem gelernt, wie viele Kraftwerke es im Skellefteälven gibt. An jeder zweiten Kreuzung steht ein Wegweiser „Kraftstation“ und wenn man sich das Ganze auf der Karte anschaut, dann sieht man, wie stark der Mensch in den Flusslauf eingegriffen hat, ihn gestaut hat, ihn kanalisiert hat, um Strom zu gewinnen.

Länger stehengeblieben bin ich bei der Kvistforsens kraftstation, um den Lachsen² zuzusehen. Sie schnellen aus dem Wasser und springen dabei ein Vielfaches ihrer Körperlänge, um den Wasserfall an der Seite der Staustufe zu überwinden. Manche schwimmen sogar den Wasserfall hoch, ich kann aber nicht erkennen, ob sie es schaffen, da ich viel zu weit weg stehe. Das 300-er Tele zeigt zumindest einen kleinen Eindruck dieser Höchstleistungen.

Weiter stromaufwärts ist der Fluss geteilt, ein vermutlich ursprünglicher Teil, der wenig Wasser führt und ein Kanal, der das Kraftwerk speist.

An vielen der Staustufen stehen Warnschilder, die vor gefährlichen Strömungen und schwachem Eis warnen. Der Designer des Schildes hat gute Arbeit geleistet: Was für eine gruselige Vorstellung, vor einer Staustufe unter Wasser gezogen zu werden!

Die Birken zeigen ihre herbstlichen Blätter. Da es in der vorigen Nacht recht windig war, sehen einige Birken auch schon recht kahl aus. Dagegen ist es in Skelleftehamn noch richtig grün.

Heute auf dem Rückweg habe ich angehalten und die eine Insel im Gillervattnet fotografiert. Auf dem dritten Foto im Artikel Drei Zwischenstopps könnt Ihr sehen, wie es dort im Winter aussieht. Das Gillervattnet ist allerdings kein normaler See, sondern ein großer Absetzteich der nahen Grube. Wenn man das Gelände dort betritt und in die Gegenrichtung fotografiert, dann sieht man nur Sand- und Schlammflächen. Welch Kontrast.

¹ eine schwedische Meile sind genau 10 Kilometer.
² Ich hoffe, es sind Lachse. Mit Fischen kenn ich mich nicht aus.

Blåbär

Als ich letzte Woche im Wald nach Blaubeeren geschaut habe, dachte ich schon, ich sei zu spät gekommen. Bis auf ein paar vertrocknete und sauer schmeckende Schrumpelbeeren war keine Blaubeere mehr zu finden. So viel können die anderen gar nicht gepflückt haben, die Saison war wohl einfach zu Ende. Da hat sich die Faulheit in mir ein bisschen gefreut.

Letzte Woche habe ich aber festgestellt, dass auf dem Südhang eines bewaldeten Hügels noch einige Blaubeeren wuchsen. Also bin ich heute sammeln gegangen und mein Gefrierschrank ist um ein knappes Kilo Blaubeeren reicher.

Natürlich habe ich einen gewissen Hintergedanken beim Sammeln gehabt: Zu Silvester kommen kochbegeisterte Freunde und die können auch so tolle Dinge wie Blaubeer-Crumble. Oder Blaubeer-Muffins. Oder Blaubeereis. Manchmal wird eben meine Faulheit von meiner Verfressenheit besiegt.

Mit dem Kajak nach Skelleftehamn

Heute haben Tobbe, mein Nachbar und ich einen Plan in die Tat umgesetzt, der schon viele Wochen auf dem Programm stand: Nach der Arbeit mit dem Kajak nach Hause fahren. Nicht vor die Haustür, aber zumindest nach Skelleftehamn. Die Wettervorhersage sah ganz gut aus, das spielt aber keine Rolle, weil die schwedischen Prognosen im Internet unter aller Sau sind.

Um halb fünf haben wir uns in der Stadt an dem kleinen Bootsanleger „Strömsör“ getroffen, die Kajaks vom Auto gehoben, uns umgezogen, Schwimmwesten übergestreift und schon konnte es losgehen. Wenige Minuten nach unserem Start sind wir unter der Älvsbackabron, die erst letztes Jahr fertiggestellt wurde, hindurchgefahren. Die Sonne beschien die herbstlich gefärbten Bäume am Flussufer.

Dieses schöne Wetter sollte aber nicht lange anhalten, schon bald kam der erste Regenschauer und mit ihm das, was Kanuten und Radfahrer gleichermaßen lieben: Gegenwind. Ich musste mich ganz schön ins Zeugs legen, denn Tobbe ist nicht nur trainierter als ich, sondern hat auch die bessere Technik. Aber ich habe für jede Pause eine tolle Ausrede: Fotografieren.

Die Fotos stammen übrigens von der wasserdichten Canon D20, die mich außer, dass sie wasserdicht ist aber nicht überzeugt hat. Zu schlechte Bilder, zu langsam – da nehme ich lieber mein iPhone und eine wasserdichte Hülle.

Nach einer Dreiviertelstunde waren wir am Bergsbyndamm. Wenn man weiterleben möchte, dann fährt man nicht die Staustufe herunter, sondern trägt um. Es war aber gar nicht so einfach, ans Ufer zu kommen, da die Bootsstege schon an Land gebracht waren. Ich bin letztlich mich an einer Birke festhaltend aus dem Kajak herausgeklettert. (Davon gibt es leider keine Fotos.)

Auf der anderen Seite war es leicht, die Boote wieder ins Wasser zu setzen. Wir näherten uns der Bucht, an der auch der Kanuklub seinen Sitz hat. Es regnete, blies von vorne, kleine Wellen schlugen über den Bug und es wurde langsam dämmrig. Wir haben uns aber dagegen entschieden, die Tour schon in Ursviken zu beenden und sind noch ein Stück weitergefahren.

Die Wellen ließen in der Bucht nach und auch die Fahrt zu der Sundgrundsbron (über die fahre ich, wenn ich in Richtung Süden will) war recht ruhig. Mehrere Male überholten uns kleine Gruppen von Kanadagänsen, nur wenige Meter vom Boot entfernt. (Auch davon gibt es leider keine Fotos, ich war zu langsam.)

Nach der Brücke wurde das Wasser wieder etwas kabbliger, aber unser Ziel, die M/S Stormvind war schon in Sicht. Hier sind wir nach unserer zweieinhalbstündigen Tour wieder an Land gegangen, wo wir von Tobbes Familie in Empfang genommen wurden. Schnell waren die Kajaks wieder auf dem Auto festgezurrt und es ging nach Hause.

Eigentlich wollten wir noch ein paar Kilometer weiter fahren. Aber dann wäre es mindestens eine halbe Stunde später gewesen, Tobbes Tochter hätte ins Bett gemusst, damit hätte Tobbes Frau zu Hause bleiben müssen, also wir das Auto holen … . Das wäre alles irgendwie gegangen, aber so war es einfacher. Und – es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir nach Hause gepaddelt sind.

Danke, Tobbe, für die schöne Tour.

Die deutsche Steuererklärung

Sonntag, sieben Uhr: Knapp fünf Grad, Hochnebel bis hinunter zu den Baumspitzen. Der ideale Tag, um endlich meine deutsche Steuererklärung zu machen. Ich habe nach wie vor ein Gewerbe in Deutschland laufen, aber dort keine Einnahmen mehr. Die Steuererklärung 2011 sollte also simpel sein: Einfach nur Mantelbogen, Anlage G, Anlage EÜR, Gewerbesteuererklärung, Umsatzsteuererklärung mit Adresse und Nullen befüllen, ausdrucken, unterschreiben und ab geht die Post.

Manchmal bin ich eben ein bisschen naiv.

Den Mantelbogen und Anlage G durfte ich tatsächlich noch wie bisher ausfüllen, aber die anderen Formulare müssen für das Jahr 2011 erstmalig digital eingereicht werden. Das ist ja an sich eine gute Sache. Ich fand es schon immer widersinnig, lange Formulare am Computer auszufüllen und dann auszudrucken, damit irgendwelche armen Finanzbeamte die Zahlen wieder in einen anderen Computer eintragen. Effizienz geht anders.

Also habe ich meinen Webbrowser geöffnet und die Elster-Seite („Willkommen bei ELSTER – Ihre elektronische Steuererklärung“) aufrufen. Einloggen ging aber nicht. Gut, da kann das Finanzministerium auch nichts zu, dass die ELSTER-Plattform ausgerechnet auf Java basiert und eben dieses Java unter Macintosh wegen Sicherheitsmängeln in allen Webbrowsern deaktiviert wurde. Nach ein bisschen Googeln und Konfigurieren ging das aber wieder.

Aber – wo sind denn die Formulare, die ich heute auszufüllen vorhabe? Die Voranmeldungen zur Umsatzsteuer kenne ich ja schon, aber wo ist der Rest? Ich finde schließlich eine Seite, auf der ich lerne, dass man dafür spezielle Software braucht, die ich unter Software für die elektronische Steuererklärung suchen kann. Anzahl gefundener Freeware für Macintosh: 0. Anzahl gefundener Freeware für Linux: 0. Ich muss also zwingend Windows haben – und wenn ich kein “Raubkopierer” bin, also Geld an Microsoft zahlen – wenn ich in Deutschland meine Gewerbe- oder Umsatzsteuer machen möchte! Das wäre vielleicht ein interessanter Fall für das Kartellamt (oder gibt es sowas in Deutschland nicht mehr?).

Nun besitze ich als Webentwickler ein Programm, mit dem Windows auf meinem Mac ausgeführt werden kann, wenn auch nicht gerade besonders fix. In dieser Umgebung lade ich also das Programm „ElsterFormular“ (Wow, 99.2 MB nur für Formulare!) und schon nach einer Viertelstunde Installation startet das Programm und empfängt mich mit einer grüngrauen Formularoberfläche, für die der Designer im Jahre 1953 vielleicht noch gelobt worden wäre.

Ein Gutes hat das Programm: Es überprüft Formulare auf Vollständigkeit. Ein weiteres Gutes hat es ebenso: Man kann auch ohne Zertifikat, welches beweisen soll, dass ich ich bin, Formulare an das Finanzamt übertragen. In diesem Fall muss man zwar wieder Formulare ausdrucken und per Post schicken, aber sei’s drum. Es hat allerdings ein bisschen gedauert, bis ich begriffen habe, dass die angezeigten pdf-s gar nicht gespeichert wurden, sondern ich manuell die Vorschau als Kopie speichern muss. Wie gut, dass ich ein bisschen weiß, wie Computer geht, sogar auf Windows, wenn es denn sein muss.

Nach knapp zwei Stunden war ich fertig mit dem Steuernummer, Adressen und Nullen eintragen. Sogar mein 18 Jahre alter Laserdrucker funktionierte und druckte die 14 geforderten Formularseiten ein bisschen schief, aber ansonsten anstandslos aus. Nun muss ich das Ganze nur noch abschicken.

Ob ich alles richtig gemacht habe? Keine Ahnung. Aber man hat sich ja daran gewöhnt, dass die Steuererklärungen in Deutschland so kompliziert sind, dass selbst Steuerberater oft nur raten.

Im nächsten Jahr mache ich zum ersten Mal meine Steuererklärung in Schweden, bei der ich auch Musikeinkünfte angebe. Ich bin gespannt, wie kompliziert das wird.

Herbst

Man kann es nicht mehr abstreiten, der Sommer ist vorbei und der Herbst ist da. Am Montag morgen war es klar und frostig. Auf dem Autodach war Eis und nur weil mich ein Kollege mit dem Auto abgeholt hat, ist die dickere Jacke noch im Schrank geblieben.

Heute hingegen hat mich der Pladderregen aufgeweckt und es regnet dicke Tropfen aus einem grauen, wolkenverhangenen Himmel. Der schwedische Wetterdienst hat für unsere Küstenregion vor ausgiebigem Regen – lokal bis 35 mm – gewarnt. Das klingt aber noch gemütlich gegen die Wetterwarnung im Inland: „Warnung Klasse 1 Früher Schneefall. Am Donnerstag Schneefall, der 2 – 10 cm Nassschnee geben kann.“

Jetzt sitze ich im Büro, der Regen prasselt auf die Vordächer aus Blech und die Gummistiefel, die ich auf dem Arbeitsweg seit Monaten nicht mehr benutzt habe, trocknen in der Küche. Da gestern ein Fest mit „The lodge“ war, unserer inoffiziellen Branchenvereinigung, und einige Kollegen in Stockholm sind, ist es hier noch sehr ruhig. Mal schauen, wann die anderen eintrudeln. Da wir die letzten Wochen zwei große Projekte abgeschlossen haben und die nächsten Projekte noch nicht gestartet sind, kann ich es ruhig angehen lassen.

Farbbad

Wikipedia bringt das Wort „Farbbad“ mit Batik und Pelzreinigung in Verbindung. Für mich hingegen ist Farbbad so ein Herbsttag wie heute.

Nach mehreren trüben und warmen Tagen, an denen aus einer öden Hochnebeldecke Nieselregen schwebte, klarte es heute vormittag auf. Da ich heute zu Hause gearbeitet habe, bin ich wie meistens zum Mittagessen zu „Din Fest“ gelaufen. Mit dem Weg habe ich mir aber Zeit gelassen, denn der blaue Himmel, die warmgelben Birken und das tiefblaue Wasser waren einfach wunderbar und ich spürte, wie sich mein ganzer Körper mit Licht und Farbe auftankt. Und das kann er für den langen Winter auch gut brauchen.

Wie gut, dass ich gestern Abend vorgearbeitet habe und heute sehr früh begonnen. So hatte ich kein schlechtes Gewissen, den Nachmittag frei zu nehmen und ein bisschen in der Natur unterwegs zu sein. Ich bin zum Bureberget gefahren und wollte noch einmal den Weg nehmen, den ich im Mai mit meinem Bruder gelaufen bin und der damals völlig überflutet war. Ich dachte, dass ich jetzt einen schön trockenen Weg vor mir habe, aber Pustekuchen! Das Wasser schien fast noch tiefer zu sein. Ich bin dann durch den dichten Wald nordwärts abgebogen. Bald lichtete sich der Wald, denn hier gibt es große, blanke Granitfelsflächen, die immer wieder von kleinen Waldstücken unterbrochen werden.

Immer wieder öffnete sich der Blick nach Norden auf die drei Windräder beim Städtchen Bureå, auf Skelleftehamn, die Ostsee mit ihren Inseln und auf Wald, Wald, Wald. Im Westen konnte man weit am Horizont die ersten flacheren Berge erahnen.

Nach einiger Zeit hatte ich mich an der Ferne sattgesehen und habe mich der Nähe zugewendet. Auch hier – Farben. Vor allem das tiefe Glutrot einiger Heidelbeersträucher ist fast nicht zu glauben. Das letzte Foto ist fast ein Zufallstreffer. Ich habe das Motiv gesehen, die Kamera direkt auf den Fels gestellt und Knips gemacht. Das Motiv war nur halb drauf also noch einmal Knips! Und das war das Foto.

Weniger Glück hatte ich bei dem Birkhuhn; da war ich viel zu langsam mit dem Fotografieren.

Und sonst:+++ Letzte Woche hatte ich Besuch von deutschen Internetbekannten, die aber in ihrem großen Wohnwagen geschlafen haben +++ Ich arbeite an einer neuen Webseite für „Dark & Cold“, unseren Verein, der unter anderem die Winterschwimmmeisterschaft in Skellefteå ausrichtet +++ Am Sonntag hat ein Freund bei mir übernachtet, der von Kiruna nach Hamburg unterwegs war +++ Ich organisiere meine Zeit in Deutschland, dort spiele ich zwischen dem 25.10. und dem 10.11. acht Jazzkonzerte, doch dazu später mehr.

Jazz in Deutschland

Vom 24. Oktober bis zum 11. November tausche ich Schweden gegen Deutschland und den Bürostuhl gegen einen Klavierhocker. Denn dann darf ich zusammen mit Sabine Kühlich und Stefan Werni eine Jazztour mit der wunderbaren Sheila Jordan spielen. Ich freue mich schon riesig darauf. Vielleicht habt Ihr ja auch Zeit und Lust, vorbeizukommen.

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Regenwetter

Andreas hat sich vorgestern in einem Kommentar über die Fotos beklagt. Er möchte Schweden grau und trostlos sehen. Mit trostlos kann ich vielleicht nicht helfen, dazu gefällt es mir hier zu gut, aber grau und regnerisch geht leicht. Denn während ich dies hier schreibe, prasseln die Regentropfen auf das Plastikdach des Wintergartens und in der Stadt war es heute nicht viel gemütlicher. Und seien wir ehrlich, welche Stadt ist bei Regen schön?

Auch morgen soll es viel regnen, das passt mir aber ganz gut, denn ich habe so manches zu tun, und das fällt mir definitiv schwerer, wenn es draußen schön ist.

Ist ABBA Jazz?

Heute war ich auf einem ABBA-Konzert.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Olaf – auf einem ABBA-Konzert! Die, die mich besser kennen, wissen, dass da ein Haken sein muss, denn ich bin nicht gerade ein ABBA-Fan.

Der Grund für den Konzertbesuch war auch weniger die Motivation, viele ABBA-Lieder zu hören, sondern Steve Gadd, einer der bekanntesten und renommiertesten Schlagzeuger, die zur Zeit so auf Erden herumlaufen.

Gespielt hat der schwedische Pianisten Anders Wihk mit seinem Projekt „Same Tree Different Fruit“, begleitet von dem ebenfalls schwedischen Bassisten Svante Henryson und eben Steve Gadd. Es war wirklich ein Erlebnis, so eine hochkarätige Besetzung in Skellefteå, welches sich ja nicht gerade als Kulturstadt präsentiert, zu erleben. Schade, dass der Sound ziemlich schlecht war, wobei es auch nicht leicht ist, ein Trio, welches hauptsächlich Powerplay betreibt, in einen eher für klassische Musik geeigneten Saal zu stecken.

Da die „Chefin“ vom Ganzen nichts dagegen hatte, dass ich Fotos mache und in diesem Blog veröffentliche, mache ich Gebrauch davon, auch wenn ich nur mein iPhone dabei hatte und in der zehnten Reihe saß.

Wenn Ihr auch beim Konzert gewesen wäret, wüsstet Ihr, dass auf dem Foto die Zugabe gespielt wird. Just eine Minute vor dem Foto hat der Ansager jedem nämlich einen Schal vom AIK – dem Eishockeyverein Skellefteås – überreicht. Das ist typisch Skellefteå: Keine Veranstaltung, in der man nicht noch ein bisschen die AIK-Vereinsfarben unterbringen kann. Denn im Gegensatz zur Kultur, die viele Menschen hier wenn überhaupt, dann nur als Randerscheinung wahrnehmen, hat Eishockey hier wirklich eine große Bedeutung. Und so ist vielleicht auch das Eishockeyspiel heute Abend dafür verantwortlich zu machen, dass der Saal nur halbgefüllt war.

Regen, Regen, Regen

Es reicht jetzt!

Man sagt, es gäbe kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.

Wenn es aber seit einer Woche regnet und regnet, man hier weder am Tag die Sonne noch in der Nacht auch nur einen Stern gesehen hat, sondern nur dicke Wolken — wenn viele Straßen überflutet waren, eine kleine Brücke weggespült wurde und auch die E4 zeitweise unter Wasser lag — wenn alleine vorgestern in Kusmark 41 mm Regen gefallen sind und auf der Insel Pite-Rönnskär sogar 47 mm (so viel kommt in Berlin in durchschnittlich in vier Wochen runter) — wenn überall auf der Asphaltdecke unserer Straße ertrunkene Regenwürmer liegen — wenn auch in Skelleftehamn die letzten sieben Tage 58 mm Regen gefallen sind (und hier war es noch nicht viel) und alles nur nass ist …

… dann sage auch ich: Es reicht jetzt!

Nach der Party

Die Bierflaschen und -dosen auf dem Sofatisch – die habe nicht ich geleert. Ich trinke kein Bier. Die graue Strickjacke (Größe XS – passt mir nicht) gehört mir ebenso wenig wie der Spielzeuglaster, der vor kurzem noch über das Parkett geschoben wurde.

Heute war „Jazzknytkalas på Flygelvillan“. Nehmen wir das mal auseinander:

  • „Jazz“ ist klar, oder?
  • „Kalas“ heißt Fest oder Party auf Schwedisch.
  • „Knytkalas“ ist ein Fest, wo jeder irgendetwas zu Essen mitbringt.
  • „På“ heißt je nach belieben „auf“, „in“, „bei“, „zu“, „für“ … . Sozusagen die schwedische Präposition!
  • „Flygel“ ist „Flügel“ auf Schwedisch.
  • „Villa“ ist nicht die große Villa für reiche Leute, sondern einfach ein freistehendes Haus.
  • Und „Villan“ heißt „Die Villa“.

Auf Deutsch hieße das also in etwa „Jazzparty-jeder-bringt-was-mit-in-dem-Flügel-freistehendes-Haus“. Das klingt ja mal richtig doof! Entweder ist Schwedisch manchmal die schönere Sprache oder ich brauche dringend jemanden, der mir Deutsch lernt.

Aber ich schweife ab. Ich habe viele Leute für heute zu einem kleinen Fest eingeladen. So etwas macht man hier oft ganz locker bei Facebook, denn im Gegensatz zu Deutschland nutzen hier die meisten diese Plattform. Ich mag „Knytkalas“. Nicht nur, weil ich dem Kochen nicht viel abgewinnen kann, sondern auch weil es – wie Programmierer sagen würden – so schön skaliert. Egal, ob drei Leute oder vierzig kommen, das Essen wird reichen und man muss auch nichts wegwerfen, weil man es nicht schafft. Nur vom Bier, welches ich gekauft habe, ist noch einiges übrig.

Begonnen hat alles mit einem Rätsel: J hat mir das auf dem Photo abgebildete Objekt mitgebracht und ich sollte das auf dem Klavier spielen. Erst dachte ich, dass sei einer von J’s surreal-dadaistischen Scherzen, aber nein, das ist ganz klar ein spezieller Jazzsong. (Jazzfans: Welcher?). Nach und nach kamen knapp zwanzig Freunde, Kollegen und Bekannte im Alter zwischen 0.8 und gut 50 und wir hatten es richtig schön zusammen. So viel Klavier gespielt habe ich gar nicht, und wenn, dann gerne mit Unterstützung:

Ein Stück dreihändig mit A, Sohn von J und A – P sang „I can get along without you very well“ (wunderschön) und ich habe begleitet – P, J, A, L und P haben Percussion auf Cajón, Shaker und Wein-Tetrapak gespielt und ich habe dazu improvisiert.

Aber meist habe ich mit irgendjemand gesessen oder gestanden und wir haben uns unterhalten. Von der Vermarktung Norrlands bis hin zu den logischen Problemen bei Reisen mit Zeitmaschinen.

Für C und O: Ich hatte mein „Ach“-T-Shirt an. Also wart Ihr auch dabei, selbst wenn ihr rein physisch weit, weit weg wart.

Um elf gingen die letzten Gäste, denn es ist ja Donnerstag und morgen müssen die meisten wieder Arbeiten.

Auch ich.

Aber ein bisschen später als sonst tuts auch.

Fotos im Meer

… und ja, es regnete. Und ja, es regnet schon wieder.

Vom Herbst in den Winter

Heute war ich mal wieder in Kusfors, um dort zusammen mit Lasse an der neuen Website unseres Vereines „Dark & Cold“ zu arbeiten. Als ich ins Auto stieg, war es wie meist die letzten Wochen: Fünf Grad und graue Wolken.

Als ich Skellefteå hinter mir gelassen habe, konnte man sehr schön erkennen, dass der Herbst nun fortgeschritten ist. Prägten vor anderthalb Wochen noch das leuchtend bunte Laub die Landschaft, so sind jetzt viele Laubbäume schon kahl oder tragen braun-welke Blätter.

Am Varuträsket konnte man sehr schön sehen, wie viel es in letzter Zeit geregnet hat: Die Uferregionen waren landunter und die Birken standen im halbmeterhohen Wasser.

Nachdem ich mich nassgeregnet, wie ich war, wieder ins Auto gesetzt habe und weitergefahren bin, fuhr ich langsam von einer Jahreszeit in die andere: Dass die rot-weißen Wintermarkierungen wieder gesteckt waren, war mir schon vorher aufgefallen. Nun sah ich aber auch, dass die Außentemperatur mit jeder Meile landeinwärts sank und bald nur noch bei 2 °C lag. Ein Auto mit einem Hundeschlitten auf dem Dach kam mir entgegen. Ein anderes Auto verlor eine Ladung Schnee vom Dach, als es mir entgegen kam. In den Regen mischten sich dicke nasse Flocken, die auf die Windschutzscheibe klatschten. Und dann schneite es. Und plötzlich war alles hell und weiß. Was 40 Kilometer Abstand zur Ostsee so ausmachen.

Noch bevor ich eine schöne Stelle zum Schnee fotografieren gefunden habe, bin ich an einem kleinen, bewaldeten Moor vorbei gefahren. Und dort standen zwei Elche. Netterweise war keine hundert Meter weiter ein kleiner Parkplatz. Ich habe schnell das Tele auf die Kamera geschraubt und bin am Straßenrand durch den nassen Schnee zurück gelaufen. Die Elche – Mutter und Kind – haben aber, statt sich in den Wald zu verdrücken, die Straße überquert, und so habe ich nach zweieinhalb Jahren Schweden tatsächlich das erste Mal ein Elchfoto machen können, welches nicht nur unscharfe und verrauschte Schemen zeigt. Natürlich hätte das Kind sich gerne noch im Profil zeigen können, aber man kann nicht alles haben.

Nachdem die beiden Elche im Wald verschwunden waren, habe ich die Fahrt fortgesetzt. Bald lag die Temperatur bei 0 °C und es schneite heftig. Mir war ein bisschen mulmig zumute, denn ich war noch mit Sommerreifen unterwegs. Einige leichte Bremstests haben aber gezeigt, dass der Kontakt zum Asphalt dennoch gut war und so bin ich, wenn auch langsamer als sonst weitergefahren.

Ich bin dann auch gut in Kusfors angekommen. Immerhin ist der Boden noch warm genug, dass der Schneematsch nicht festfriert. Weil ich aber Angst hatte, dass es über Nacht kalt genug wird und morgen richtig glatt ist, bin ich heute Abend wieder zurück nach Hause gefahren. Und habe das erste mal erlebt, dass ich 70 statt der erlaubten 90 gefahren bin und die Schweden hinter mir mich nicht überholt haben. Die hatten eben auch nur Sommerreifen. Aber nun ging alles umgekehrt. Zuerst lagen auf der 95 noch einige Zentimeter nasser Schnee, doch dann stieg die Temperatur Grad für Grad und bei drei Grad konnte ich schon wieder normal fahren. Nach nur unwesentlich längerer Fahrt bin ich wieder in Skelleftehamn angekommen. Dort war das Wetter wie meist die letzten Wochen: Fünf Grad und graue Wolken.

Und als ich am Rechner sitze, sehe ich, was ich heute vor genau zwei Jahren in diesem Blog geschrieben habe: „Und der erste Schnee Teil 1 und Teil 2“. Aber da hatte es sogar in Skellefteå geschneit.

Ein kurzes Winterintermezzo

Gestern früh hat es wieder geregnet. Laut den Nachbarn von gegenüber sind bis gestern, 16. Oktober, bei uns schon 109 mm Regen heruntergekommen. Das ist etwa so viel, wie in Bremen im Oktober und November zusammen herunterkommt.

Ich saß im Büro und der Regen prasselte auf die Dächer. Im Gegensatz zu den letzten Wochen war es aber kälter und die Temperatur sollte den ganzen Tag sinken. Um halb elf mischte sich Schnee in den Regen, und nach der Mittagspause schneite es. Selbst in Skelleftehamn, welches wegen der Ostsee zu dieser Jahreszeit oft wärmer ist, schneite es den ganzen Abend. Allerdings blieb fast nichts liegen, dazu ist der ganze Boden einfach zu warm und nass.

Heute morgen waren die Regenwolken weggezogen und mit minus vier Grad war es der kälteste Morgen dieses Herbstes. Die dicken Pfützen waren zugefroren und auf dem Gras und den Autodächern haben sich tatsächlich ein paar Schneeflocken halten können.

In der Stadt lag ebenfalls ein kleines bisschen Schnee auf dem Gras und an den abgefallenen Blättern wuchs Raureif. Die Vogelbeeren aber trugen noch buntes Laub und zeigten klar und deutlich, dass noch Herbst ist.

Das bläuliche Licht am Fluss, gepaart mit dem Raureif auf den Holzpodesten hingegen ließ den Fluss schon sehr winterlich und kalt aussehen. Kalt ist das Wasser vermutlich auch, nur die dicke Eisdecke fehlt noch für die Skandinavische Meisterschaft im Winterschwimmen, die dort am 9. und 10. Februar stattfinden wird.

Aber bis zum Winter ist es noch ein bisschen hin. So wie die Temperaturen gestern gefallen sind, stiegen sie heute wieder an und seit Mittag regnet es auch wieder. Auf die 109 mm kommt diesen Monat wohl noch einiges drauf.

Nachtrag: Der schwedische Wetterdienst hat auch gerade gebloggt: In Piteå sind vom 1. Oktober bis heute 167,5 mm Niederschlag gefallen, 104 mm davon vom 4. bis zum 7. Oktober. Damit ist der Oktoberrekord von 1942 schon jetzt gebrochen.

Natur und Kunst

Seit gestern haben wir kaltes, aber herrlich sonniges Herbstwetter. Gestern morgen waren es -4.2 °C und heute sind das erste Mal die gefrorenen Pfützen den ganzen Tag nicht aufgetaut, denn hier bei mir hat es das Thermometer gerade mal kurz auf +2.6 °C gebracht, um schon am Nachmittag wieder in den Frostbereich abzusinken. Kaum vorstellbar, dass es in Deutschland heute zwanzig Grad wärmer ist.

Nach einem kurzen Frühstück habe ich meine Kamera geschnappt und bin eine Runde gelaufen. Die Sonne beschien den Raureif, die gefrorenen Pfützen und die letzten bunten Blätter des Herbstes. Auch am Rand des Sees bildeten sich schon die ersten Eisnadeln.

Einige der Bilder, die ich gemacht habe, sind mehr abstrakte Strukturen als Landschaftsfotografien, vor allem das Eis auf den ausgetrockneten Pfützen bildet wunderbare Formen und Strukturen. Ich habe mir bei den nächsten Bildern die Freiheit genommen, die Fotos bewusst zu verfremden und nicht die Wirklichkeit abzulichten.

Während man bei dem zweiten Foto noch klar Holz und Stein erkennen kann, sind die nächsten beiden Fotos schon abstrakt. Eines der beiden ist aber aus einem der oberen Eisfotos entstanden.

Noch ein bisschen kälter

Auch heute war es klar und schön und mit -6 °C Frühtemperatur schon recht frisch. Nur für einige Stunden lagen die Temperaturen knapp über null bei einem Maximum von +1.1 °C.

Der kleine sumpfige See „um die Ecke“ ist schon komplett mit Eis bedeckt und das vom Raureif bedeckte Sumpfgras leuchtet hell in der Sonne. Auch der größere See Snesviken beginnt zuzufrieren und man hört das helle Aneinanderschlagen des losen Eises an der Grenze zwischen Eisschicht und offenem Wasser.

Die Ostsee, die durch die lange Insel Storgrundet geschützt ist, trägt noch kein Eis. Lediglich an dem kleinen Sandstrand friert das Wasser ein bisschen fest und es ist glatt.

Während ich das untere Foto gemacht habe, kam eine Familie mit dem Auto an, spazierte mit Außenbordmotor und Sack und Pack zu dem hinteren Boot, um zu ihrem Häuschen auf der Insel herüberzufahren. Noch geht es, doch dann kommt die Zeit, wo das Eis zu dick für das Boot und zu dünn für den Skooter ist, und die Häuser auf den Inseln leer bleiben.

Deutschland, ein Jazzmärchen

Heute morgen hatte es -6.6 °C. Dann wurde es ein bisschen wärmer und es fing ein wenig an zu schneien, ehe ich im Dunkeln zur Bushaltestelle lief. Schweden. Skelleftehamn.

Deutschland. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich übermorgen wieder in Deutschland sein werde. Für drei Wochen. In NRW. Und ich bin gespannt, wie alles auf mich wirken wird. Trist, eng und grau oder doch hell und golden, weil mich mit der Region so viel verbindet. Immerhin habe ich elf Jahre in Essen gelebt. Irgendwann früher mal.

Wie ich vorher schon einmal geschrieben habe, tausche ich vom 24. Oktober bis zum 11. November Nordschweden gegen Westdeutschland, Natur gegen Stadt und den Bürostuhl gegen einen Klavierhocker. Denn dann darf ich zusammen mit Sabine Kühlich und Stefan Werni eine Jazztour mit der wunderbaren Sheila Jordan spielen. Ich weiß nicht, wie ich meine Freude über die mit Musik gefüllte Zeit, die vor mir liegt, zum Ausdruck bringen soll. Toll wird’s.

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Zugleich werden wir auch die CD „Wundascheen – Loverly!“ vorstellen, die wir nach der ersten Tour mit dieser Besetzung im März 2010 bei Pablo in Köln aufgenommen haben. Ich bin sehr gespannt auf die Aufnahmen, denn den endgültigen Master habe ich selbst noch nicht gehört.

Ich werde die Gelegenheit nutzen, alte Freunde, die ich teilweise einige Jahre nicht mehr gesehen habe zu besuchen und Familie, Freunde und Bekannte werden auch zu dem einen oder anderen Konzert kommen. Manche Freunde kenne ich schon zwanzig Jahre und meine Eltern und Schwester ein ganzes Leben. Hier kenne ich keinen länger als dreißig Monate.

So bin ich rundum mit schönen Dingen beschäftigt – selbst wenn ich ein, zwei Jobs auf einem der mir verhassten Digitalpianos spielen muss (ignoriert meine gemurmelten Flüche).


Aber doch. Es ist seltsam, aber … . Ich bin noch nicht losgefahren und vermisse jetzt schon Schweden. Die Ruhe, die Natur, das Wetter, welches gerade den Herbst hinter sich gelassen und den Winter angekündigt hat. Wird sich die erste Schneedecke auf Skelleftehamn legen und ein Nordlicht seine grünen Bögen und Girlanden tanzen lassen? Oder wird es einfach drei Wochen schneeregnen und sauungemütlich sein. Ich werde nicht dabei sein. Werde ich bis zum Bauch durch den Schnee waten, um wieder ins Haus zu kommen oder auf einer nassen Eispfütze ausrutschen und mich auf die Nase legen, wenn ich Mitte November wieder hier bin. Ich würde mich gerne zweiteilen und einen Teil hier lassen.

Aber nun. Während ich diesen Artikel schreibe, beginne ich mich wirklich auf die Zeit in Deutschland zu freuen. Nur noch ein Tag arbeiten, packen, einmal schlafen und dann geht’s auch schon los.

Dass ich mich auf die Musik und Freunde freue, habe ich schon geschrieben. Aber es gibt auch ein paar nette Nebensächlichkeiten, auf die ich mich freue:

  • Buchläden
  • richtiges Brot
  • Straßenbahn fahren
  • Indische Restaurants
  • Fotogeschäfte
  • Laubwälder
  • Euromünzen zum Sammeln
  • Lebkuchen!!!

Die beiden Fotos oben habe ich 2002 in Essen gemacht. Mit meiner ersten Digitalkamera. Ich habe sie allerdings für den Artikel noch ein bisschen verbessschlimmert.

Hej då, Schweden

Hej då Schweden, hej då Ostsee, hej då Kanotudden, hej då Bonnstan!

Ich bin mal kurz für ein paar Wochen in Deutschland, weit, weit im Süden.

Aber ich komme wieder. Versprochen.

Die Fotos habe ich heute morgen auf dem Weg zur Arbeit gemacht. Nun ist packen angesagt.