Geschäftsreise
Eines hat mir mein Stoffhund Bello voraus: Er kann schon auf eine große Anzahl Geschäftsreisen zurückblicken, die er gemacht hat, als ich Kind war. Was eine Geschäftsreise ist, hätte ich damals keinem erklären können. Inzwischen habe ich eine leise Ahnung, um was es sich handeln könnte. Mit meinem Arbeitgeber Hello Future war ich schon ein paar Mal in Umeå (130 km) und in Lycksele (170 km), aber in Stockholm war ich noch nie. Gestern bin ich zusammen mit Leif nach Stockholm geflogen und war so nicht nur seit langem mal wieder in der schwedischen Hauptstadt, sondern konnte auch die Anzahl „so richtiger“ Geschäftsreisen mit Flugzeug von Null auf Eins erhöhen.
Besonderheit eins: Noch nie bin ich ohne schweren Koffer geflogen. Dieses Mal kam nur ein kleiner Rucksack mit ein bisschen Kleidung, Zahnbürste, Laptop und neuer Kamera als Handgepäck mit.
Besonderheit zwei: Noch nie habe ich Stockholm von Norden aus als Ziel gehabt. Das letzte Mal bin ich im Frühjahr 2008 von München aus für einige Tage dorthin geflogen.
Besonderheit drei: Stockholm ist ein anderer Planet! Wie riesig die Stadt verglichen mit dem eher beschaulichen Skellefteå wirkt. Die Geräusche sind anders, die Gerüche sind anders und sogar das Licht ist anders.
Wir mit Hello Future haben den Luxus, ein Büro mitten in der Kungsgatan zu haben, noch zentraler geht eigentlich nicht. Und da nicht die ganze Zeit Meeting war und ich keine dringenden Aufgaben hatte, konnte ich gestern und heute mal zwischendurch aus dem Büro herauswitschen und mir ein bisschen das große, große Stockholm anschauen. Zum Beispiel die Schaufenster aller Geschäfte, in denen man zum Beispiel nur Schlipse, uralte Bücher, richtiges Brot oder 70er-Jahre-Klamotten kaufen konnte …
… oder einfach die Fußgängerzonen an sich …
… oder das Wechselspiel zwischen der kompakten Architektur in den Straßen und den weiten Blicken über das Wasser …
… oder die vielen Weihnachtsdekorationen draußen und drinnen …
… doch am besten gefiel mir Stockholm nach Sonnenuntergang (der siebzig Minuten später als in Skellefteå ist) und es erst dämmrig und dann dunkel wurde.
Vierunddreißig Stunden und fünf Meetings später saßen wir wieder im Flugzeug, dieses Mal im Landeanflug auf den Flugplatz Skellefteå. Und als ich über den beleuchteten Orten Bureå, Skellefteå und Skelleftehamn nicht nur den Sternenhimmel, sondern auch ein schwaches Nordlicht gesehen habe, wusste ich, dass ich wieder auf meinem Heimatplaneten gelandet bin.
Alle Fotos stammen von der neuen Nikon AW1, die ich mir der Wasserdichtigkeit wegen gekauft habe, die sich aber auch gut als handliche Reisekamera verwenden lässt. Die Qualität ist gemessen an dem kleinen Sensor ordentlich bis gut, aber Wunder darf man natürlich nicht erwarten, vor allem wenn man sie mit einer mehrfach teureren Vollformatkamera vergleicht.

















































































