Heute morgen sonnig, -16 °C. Gestern zwei cm Neuschnee bei ± 10 °C.
Es sind noch drei Wochen bis Weihnachten und während man in Deutschland der allgegenwärtigen Vorweihnachtsstimmung kaum entkommen kann, bekomme ich hier wenig davon mit, dass wir uns mitten in der Adventszeit befinden. Aber halt, ein paar Sachen gibt es doch:
1. Musik
In einigen Läden hört man Weihnachtslieder; bevorzugt amerikanische im Frank-Sinatra-Stil. Schwedische Lieder (und da gibt es viele) habe ich noch nicht gehört.
2. Süßes
Meine Eltern haben mir ein riesiges Paket geschickt. Mit Lebkuchen, Spekulatius, Zimtsternen, Pfeffernüssen und hausgemachten Keksen. Toll! Hier gibt es in den Supermärkten neben den im ganzen Jahr erhältlichen Pfefferkuchen als einziges weihnachtlich angehauchtes Süßes nur „Mäusespeck“ und Fruchtgummis in Form von Jultomte, Schneemann, Baum und Glocke. Die schmecken zwar ganz OK, das war‘s dann aber auch. Und über den Brauch, Schmierkäse aus der Tube auf die Pfefferkuchen zu streichen, schreibe ich hier mal lieber nichts …
3. Licht
Ich weiß nicht, ob es der dunkle Winter oder die Adventszeit mit sich bringt; in vielen Fenstern ist Licht. Als Kerzenpyramide, in Sternform oder Lichterkette (gerne auch mal in blau, rot oder bunt), viele Häuser sind beleuchtet und das gibt eine sehr schöne Atmosphäre, wenn es um drei Uhr nachmittags schon dunkel ist.
Heute morgen -16 Grad, heute Mittag -13 Grad, jetzt um fünf nur noch -3.6 °C
1. Killingörviken
heißt die kleine Bucht gleich bei mir um die Ecke. Vor ein, zwei Wochen war sie noch größtenteils eisfrei, jetzt sitzen die Eisfischer auf der gefrorenen Ostseebucht, während einige hundert Meter hinter ihnen große Schiffe durchs Eis fahren.
2. Näsgrundet
ist eine kleine Halbinsel ganz im Osten. Hier bin ich heute morgen bei klarem Himmel mit dem Fahrrad hin gefahren und habe das schöne Licht bewundert. Ein Foto mit den Schiffen habe ich schon einmal am 25. April gemacht, als noch Eis auf dem Wasser war, jetzt sind die Boote schon wieder von Eis umgeben und lassen die ganze Zeit die Motoren laufen.
3. Storgrundet
ist eine schmale Insel gleich hinter dem kleinen Badestrand. Und heute bin ich das erste Mal die paar hundert Meter über das Meereis hinüber gelaufen. Das fand ich trotz der vielen Skooterspuren ganz schön aufregend und ich habe meine Is-Dubbar dabei gehabt. Auf der Insel: Tief verschneiter Wald und dahinter am Strand der Blick auf weitere Inselchen und schneebedecktes Packeis, welches von der tief stehenden Sonne in orangerosafarbigem Licht angestahlt wird. Wunderschön.
Gestern habe ich mich noch ein bisschen gefragt, wo hier Weihnachten ist. Heute habe ich es gefunden.
Heute war Skelleftehamn war Skyltsöndag, der „Schaufenstersonntag“. (Eine Erklärung findet sich sich hier auf lapplandblog.eu.) Hunderte warm verpackte Menschen tummelten sich auf dem kleinen Platz, schauten sich den Kunsthandwerksmarkt an, tranken Kaffee und Glögg und trafen Freunde, während der Weihnachtsmann Programmansagen machte. Die Kinder spielten auf dem riesigen Schneehaufen oder versuchten, möglichst viele der Süßigkeiten zu fangen, die Pippi Langstrumpf vom Dach hinunterwarf. In der nah gelegenen Schule war Loppis, also Flohmarkt und hier konnte man Weihnachtsschmuck und -gebäck kaufen. Ich habe viele Leute getroffen, die ich kannte; das ist einfach toll, wenn ein Städtchen nicht so groß ist. Zum Schluss waren wir noch im Kopparstark Kaffee und Kakao trinken, eh einer nach dem anderen wieder nach Hause gefahren oder gegangen ist.


Während ich anfangs noch über meinen Daunenparka froh war, wurde mir zum Schluss draußen ganz schön warm. Zu Hause habe ich dann gesehen, dass das Thermometer um zehn Grad auf dreieinhalb Grad minus angestiegen ist. Kein Wunder also.
Und wieder zeigt sich: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Für das wenige Licht hat sich das iPhone aber tapfer geschlagen