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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Gåsören im Winter

Nach der längeren Tour gestern bin ich es heute ein bisschen gemütlicher angegangen. Mit dem Auto bin ich das kurze Stück zur Lotsenstation gefahren, habe mir dort die Skier angeschnallt und mich auf den Weg zur Insel Gåsören gemacht. Auf diesem Weg ist die Insel keine zwei Kilometer entfernt und schon vom Festland aus war der Leuchtturm und die wenigen anderen Gebäude gut zu sehen. Langsam kam die Insel näher. Mit rot-weiß-geringelten Leuchttürmen verbinde ich immer Urlaub, Sandstrand und salzige Luft. Sandstrand und salzige Luft sucht man hier eher vergebens und wenn ich den Kopf nach rechts drehe, sehe ich das Schmelzwerk auf der Halbinsel Rönnskär. Aber das gehört ja irgendwie auch zu Skelleftehamn dazu.

Insel Gåsören voraus!Rechterhand die Halbinsel Rönnskär

Bald war ich auf der Insel und habe ein paar Touristenfotos von dem Leuchtturm und dem alten Leuchtturmhaus gemacht.

Der LeuchtturmDas alte Leuchtturmhaus

Hinter dem Leuchtturmhaus leuchtete es türkis, denn dort haben sich große Haufen grünblaues Packeis gestapelt, die hell in der Sonne glitzerten.

Packeis am OstuferPackeis Detail

Auf den Fotos sieht das Packeis längst nicht so imponierend aus wie in Natura, zumal die Größenvergleiche fehlten. Die Haufen waren etwa drei Meter hoch. Dahinter lag eine von herausragenden Eisschollen unterbrochene Eisfläche und dahinter, ich traute kaum meinen Augen, das offene Meer. Das habe ich lange nicht mehr gesehen. Lange habe ich eine Eisscholle anvisiert, bis ich sehen konnte, dass diese sich wirklich langsam bewegt. Das zweite Foto ist mit 300mm Tele aufgenommen, das offene Wasser war also noch beruhigend weit weg.

Eisscholle mit eingeschlossenen LuftbläschenOffenes Meer am Horizont

Ich habe ausgiebig Pause auf der Insel gemacht, weil die Sonne so schön warm vom Himmel schien, auch wenn die Lufttemperaturen kaum die Null Grad überschritten. Erst saß ich an der Eiskante und schaute auf das leuchtende Packeis, dann saß ich noch auf einer der schneefreien Holzbänke an einem der Häuser. Mütze und Handschuhe habe ich zwar noch dabei, brauche sie aber nicht mehr. Froh war ich aber über die Sonnenbrille, die ich gestern vergessen hatte. Und über Wasser und Schokolade („Frukt och Mandel“) natürlich auch. Nach der Pause habe ich mich auf den Rückweg gemacht und mich gefreut, wie schön die Skier glitten und wie gut ich vorwärts komme. Nach zweieinhalb Stunden war ich wieder am Auto und wenige Minuten später zu Hause. Eine kurze und schöne Ostertour.

Haufenweise Schnee

ich

So sah es heute Abend in Skelleftehamn aus. Die bis zu vier Meter hohen Schneehaufen wurden von den kommunalen und privaten Schneeräumfahrzeugen und Traktoren den ganzen Winter über zusammengeschoben, um die Straßen und Einfahrten schneefrei zu halten. Und dort, an den Straßenrändern, auf den Grünstreifen und am Waldrand liegt der Schnee dann. Und liegt. Und liegt. Ich bin gespannt, wann das letzte bisschen Schnee hier verschwunden ist und der erste Huflattich blüht.

Drei Jahre Nordwärts

Tre år ”nordwärts”, nu också på svenska På svenska

Precis idag för tre år sedan har jag börjat skriva min blogg ”nordwärts” – på svenska ”norrut”. Nu har jag bestämt mig att blogga också på svenska. Det blir väl sällan en översättning av hela artikeln, men någon sammanfattning försöker jag skriva varje gång. Och många foton som inte behöver översättas finns ju också.

Jag hoppas att ni som är svensk har det roligt att läsa min blogg och ser Sverige – speciellt Skellefteåområdet – lite utifrån, även om jag har blivit kanske lite svenskt också efter tre år. Ni får gärna kommenterar på svenska, tyska eller engelska. Och om ni vill vara riktig snäll, så får ni jättegärna korrigera mina svenska fel för att ge mig en chans att förbättra språket.

/Olaf

Heute vor genau drei Jahren habe ich mit meinem Blog nordwärts angefangen. Da wird es endlich mal Zeit, dass ich auch auf schwedisch schreibe. Ich werde aus Zeitgründen selten den ganzen Artikel Satz für Satz übersetzen, aber eine Zusammenfassung wird es meistens geben. Nun hoffe ich, dass auch die Schweden in meinem Blog lesen und kommentieren. Und vielleicht fasst der eine oder andere auch Mut, meine Fehler zu korrigieren.

An der Eiskante

Vid iskanten På svenska

Jag vet inte varför jag vaknade kl 6. För sent för soluppgången, definitivt för tidigt för att sova ut. Men den klarblåa himlen lockade mig ur sängen. Bara kort tid senare parkerade jag bilen vid småbåtshamnen ”Tjuvkistan”, varifrån jag åkte till ön Norrskär med skidor och pulka. Därifrån syntes öppet havet. I morse visade termometern -12 °C men i solen kändes det ganska varmt även om det var bara knappt över 0 °C. Från Norrskär fortsatte jag till Bredskär, Gråsidan och Nygrundet och på ytterkanten nådde öppet vattnet nästan till stranden.

På vägen tillbaka bjöds jag till fika av mina grannar som har stuga på Bredskär. Därefter var det inte långt till Tjuvkistan. Vilken härligt morgon och förmiddag, då får man vara låt resten av dagen.

Ich weiß auch nicht, warum ich heute schon wieder um sechs aufgewacht bin. Für den Sonnenaufgang zu spät, für ausschlafen definitiv zu früh. Aber der strahlend blaue Himmel hat mich sofort aus dem Bett gelockt. Überraschend kurze Zeit später stand ich mit meinem Auto am Bootshaven „Tjuvkistan“, von wo aus ich mit Ski und Pulka eine zur Insel Norrskär gelaufen bin. Von dort aus hatte man schon Sicht auf das offene Meer. Während das Thermometer morgens noch -12 °C zeigte, wurde es in der Sonne bald recht warm, obwohl die Temperaturen kaum die null Grad überschritten. Aber „warm“ ist ja auch relativ. Von Norrskär aus bin ich weiter zu den Inseln Bredskär, Gråsidan und Nygrundet gelaufen, hier, auf den Außenseiten der Inseln reichte das offene Wasser fast bis zu den Ufern der Inseln. Aber heute schreibe ich nicht viel, sondern zeige lieber Fotos von dieser herrlichen Skitour.

Eis fast bis zum Horizont …… doch schon bald sieht man offenes WasserEine festgefrorene Eisscholle im UferbereichLuftspiegelung am HorizontDie Wasser ist kristallklarDie Eiskante funkelt und glitzert im GegenlichtEin Motiv, drei Blickwinkel: EiszapfenEin Motiv, drei Blickwinkel: DurchblickEin Motiv, drei Blickwinkel: EisbrückeBlick auf die Insel Skötgrönnan

Von der Insel Nygrundet hatte ich einen guten Blick auf die Insel Skötgrönnan. Dort möchte ich gerne dieses Jahr hinpaddeln, aber bis das geht, dauert wohl noch ein Weilchen. Auf dem Rückweg habe ich auf der Insel Bredskär bei meinen Nachbarn, die dort ihre Stuga haben, noch eine nette Fikapause mit Kaffee und Kanelbulle gehabt. Danach war der Weg zum Bootshafen nicht mehr weit. Was für ein herrlicher Morgen und Vormittag, da darf man auch den Rest des Tages faul sein.

Zum Abschluss wieder ein abstraktes Eisbild.

Eisstrukturen

Vorsichtige Frühlingszeichen

Försynta vårtecken På svenska

Dom finns, de första tecken, att djupaste vintern är över. Pölen på asfalten, den första barmarken i skogen, en blank klippa, som är varken täckt med snö eller istappar. En mosstäckt stubbe, där en blåbärsbuske växer på. Och – en stor undran – en geting som försöker skaka av sig kylan. Synd, att jag hade inte min makroobjektiv med mig.

Men i skogen ligger snön fortfarande mer en knädjupt och idag kom även en ytterligare centimeter snö som visserligen smälte snabbt bort på asfalten.

Alle foton har jag gjort i närheten av mitt hus.

Es gibt sie, die ersten Anzeichen, dass der tiefste Winter vorbei ist. Die Pfütze auf dem blanken Asphalt, die ersten kleinen Stückchen barer Waldboden, der blanke Fels, der nicht schneebedeckt oder mit Eiszapfen behangen ist. Ein moos- und flechtenbedeckter Baumstumpf, auf dem ein Heidelbeerstrauch wächst. Und – eine große Überraschung für mich – eine Wespe, die versucht, sich von der Kältestarre zu befreien. Schade, dass ich mein Makroobjektiv nicht dabei hatte.

Um die Baumstämme schmilzt der SchneeWarmer SüdhangEin HeidelbeerstrauchDie erste frühe Wespe

Im Wald steckt man aber immer noch schnell bis über die Knie im Schnee, und heute Vormittag kam sogar ein Zentimeter Neuschnee dazu – der erste seit Wochen, der allerdings auf dem sonnenbeschienenen Asphalt keine Chance hatte. Nur auf dem Altschnee blieb er liegen und verstärkte die Kontraste der Schnee- und Eisstrukturen.

Neu- und Altschnee am Straßenrand

Alle Fotos sind übrigens in unmittelbarer Nähe meines Hauses aufgenommen. Wer mehr frischen Schnee will, der muss weiter weg, zum Beispiel nach Tromsø, wo heute 143 cm Schnee gemessen wurden. Hier ein Bild, welches Thorbjørn Riise Haagensen gestern in Tromsø aufgenommen hat.

Verkäufer/-in eines kleinen Lebensmittelladens am Polarkreis gesucht

Der folgende Text kommt von Dirk Hagenbuch, dem Betreiber von Solberget, wo ich seit dem Winter 2005 immer wieder war:

Im Dorf Nattavaara (20 km nördlich des Polarkreises) hat am 31.10. der einzige Lebensmittelladen dicht gemacht. Nun haben die Bewohner von Nattavaara eine Genossenschaft gegründet und sind dabei, das Ladengebäude zu kaufen, um dann in Eigenregie den Laden im Juni wieder zu eröffnen. Die Idee dabei ist, dass die Dorfbewohner einen kleinen Teil ideelle Arbeit dazu beitragen. Außerdem sollen 2 Personen angestellt werden. Und hier bietet sich die Chance für Leute aus Deutschland, die mal in Schweden Fuß fassen wollen oder eine längere Zeit (minimum 1 Jahr) in Schweden leben wollen. Wir suchen nämlich Personal für den Laden. Die Sache hat aber einen Haken: da der Umsatz im Laden nur ca 1 Stelle trägt, es aber Arbeit für ca 2 Menschen gibt, ist unsere Idee die: Man wird regulär zu 50% angestellt, bekommt also auch Lohn dafür. Man arbeitet aber nochmal 50% und bekommt dafür eine Unterkunft gestellt. Insgesamt also 100% Arbeit für 50% Lohn bei freier Unterkunft. Schwedischkenntnisse sind Bedingung! Wer daran Interesse hat, soll sich bitte beim Vorsitzenden der Genossenschaft melden mit einem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf. Die Adresse ist: dirk@solberget.com und hier können auch weitere Fragen beantwortet werden. Wir freuen und auf viele Bewerber! Arbeitsbeginn ist im Juni. Auch Leute, die evtl. erst später können, sollen sich melden, da wir wohl immer mal wieder Leute für den Laden suchen. Gruß vom Polarkreis!

Für den Ort Nattavaara wäre es mehr als wichtig, wenn es dort wieder einen Lebensmittelladen gäbe. Hat jemand von meinen Bloglesern Lust?

Finale

Final På svenska

Idag för två år sen sog jag min första hockeymatch, live i Skellefteå. I dag börjar finalen Skellefteå mot Luleå men det behöver jag inte berätta till er Svenskar. Ni vet ju!

Heute vor zwei Jahren habe ich mein erstes Eishockeyspiel live gesehen. Heute sitze ich, obwohl ich eigentlich ein totaler Sport-Anseh-Muffel bin, vor dem Fernseher eines Freundes und schaue Eishockey mit, denn heute ist das erste der Finalspiele und Skellefteå AIK ist mit dabei. Wer als erster vier Finalspiele gewonnen hat, wird schwedischer Meister. Skellefteå AIK war auch die letzten beiden Male im Finale, wurde aber beide Male nur Vizemeister. Natürlich hoffen jetzt alle Fans, dass Skellefteå AIK dieses Jahr Meister wird. So oder so wird der Meister aber aus Nordschweden kommen, denn der Gegner ist Luleå.

Das Thema Hockey ist in aller Munde. und überall in Skellefteå begegnen einem jetzt das AIK-Logo und die Farben schwarz-gelb.

Wolle in AIK-FarbenAIK-Flagge an einem Baukran

Nachtrag

Drei Mal dreißig Minuten dauert so ein Spiel und dann stand es immer noch 0:0. Skellefteå hat oft die Führung übernommen, ist aber immer wieder an Luleås herausragendem Torhüter gescheitert. Dann gab es Verlängerung mit der sogenannten „Sudden Death“-Regel: Wer das erste Tor schießt, gewinnt. Und – Skellefteå hat gewonnen!

Nachtrag 2 (14. April)

Heute auf der Anhängerkupplung eines parkenden Autos entdeckt:

Auch der Anhängerbär ist AIK-Fan

Frühlingsanzeichen

Heute stehen die Zeichen eindeutig auf Frühling. Und es gibt viele Zeichen:

  • Gegen zwölf Uhr sind es acht Grad plus im Schatten, im Wintergarten sogar 22 °C
  • Ich laufe draußen das erste Mal wieder im T-Shirt durch den Wald
  • Ich sehe den ersten Schmetterling – einen kleinen Fuchs
  • Die Nachbarn wechseln auf Sommerreifen
  • Auf dem nassen Eis der nahen Bucht nutzen viele Eisfischer die vielleicht letzte Gelegenheit
  • Die Menschen sind nicht nur zum Schnee schippen und Hund ausführen draußen
  • Der Boden taut auf und weicht auf, an manchen Stellen ist es recht matschig
  • Viele Blätter sind tief in den Schnee geschmolzen, denn wenn sie von der Sonne bestrahlt werden, werden sie warm
  • Draußen knatterte es in der Straße und es war ein Mofa, kein Schneemobil
An manchen Stellen ist der Boden aufgeweichtEin Birkenblatt hat sich in den Schnee geschmolzen

Letztes Jahr war der Boden an den glattgeschliffenen Felsen schon praktisch schneefrei, doch dieses Jahr liegt noch viel Schnee. Auf den Skooterspuren kommt man zu Fuß ganz gut voran, daneben steht man schnell knietief im Schnee. Das erste Bild habe ich gestern vor einem Jahr aufgenommen, das zweite heute:

Gestern vor einem Jahr: Die Felsen sind schneefreiUm die Felsen herum liegt noch viel Schnee

Auch im Garten liegt noch ziemlich viel Schnee, selbst wenn der Zaun jeden Tag ein Stückchen mehr hervorguckt. Der Zaun vorne hat sich durch die festen Schneemassen von den Pfosten gelöst und sobald der Schnee dort weg ist, werde ich Hammer und Nägel in die Hand nehmen und den Zaun reparieren. (Ich und reparieren – Ha!)

Der Zaun hinten lugt aus dem Schneekaputter Zaun

Aber ich habe noch Glück gehabt. Denn gestern Abend, es waren immer noch Plusgrade, kamen bei einigen Häusern in der Straße Dachlawinen herunter. Bei einem Nachbarn haben sie sein mit soliden Eisenstreben aufgehängtes Vordach weggeknickt, bei einem anderen Nachbarn hat der Schnee den ziemlich dicken Pfosten vom Treppengeländer umgerissen. Da möchte ich nicht drunterstehen, wenn so ein dicker, großer Haufen vereister Altschnee vom Dach rutscht.

Jetzt ist wahrscheinlich kein Mensch mehr draußen, denn um 16:00 hat das zweite Hockeyfinalspiel Skellefteå vs Luleå begonnen.

Nachtrag: Zu dieser Zeit macht es keinen Spaß, nachts Auto zu fahren. Der Schnee auf der Straße, der sonst hell im Fernlicht leuchtete, ist weggetaut, und es dauert noch einen guten Monat, bis es nicht mehr dunkel wird.

Nachtrag: Ich habe noch einmal gemessen: Hinten im Garten liegen 65 cm Schnee, rechts neben dem Haus 80 cm. Mal schauen, wann das alles weg ist.

Ende der Eissaison

Slut på issäsongen På svenska

Efter en dimmig morgon klarnade det upp och solen skinnade igen. Mycket folk gick på isen och pimplade – kanske den sista gången den här säsongen. När jag stod på isen med kameran frågade mig flera, „Men, fiskar du inte?“. Nej – jag tar bara kort.

De varma dagarna och söndagens regn tog bort mycket snö och överallt skvalpar och droppar det. Och där var vattnet inte kan rinna av bildar sig stora vattenpölar, inte bara på havisen men också på gatorna. I kväll körde jag till Storgrundet för att ta några kort där. Men först svängde jag för att hämta torrdräkten, eftersom isen verkade vara ganska tunn och inte längre pålitligt. Det fanns mycket vatten på is och också många hål och jag ålade mer på isen än att jag gick för att ta kanske de sista kort från havisen denna säsong.

Det finns också några andra som sluta issäsongen snart och det är Skellefteå AIK och Luleå HF. Efter SAIK vann tre gånger i rad, kan det vara senaste matchen på torsdag. Viktig fråga: Jobbar vi i Skellefteå om SAIK tar hem pokalen på torsdag?

Nach einem nebligen Morgen klarte es auf und es versprach, wieder ein schöner Tag zu werden. Das dachten sich auch viele Eisfischer und haben sich auf das Eis in der geschützten Bucht gesetzt oder gelegt. Als ich auf dem Eis stand und fotografierte, fragten mich mehrere etwas ungläubig: „Fiskar du inte?“ – fischst Du nicht?

Nasses Eis in der Bucht – Nebel am HorizontZwei Eisfischer – im Hintergrund der alte Wasserturm

Aber nein, ich fische nicht, ich fotografiere bloß. Ein Nachbar hingegen hat seine Pläne geändert und statt Sommerreifen aufzuziehen, hat auch er sich aufgemacht, um „Pimpelfiske“ zu machen. Als ich ihn kurze Zeit auf dem Eis besuchen wollte, kam er mir schon mit zwei Tüten voller Köhler, einer hiesigen Dorschart entgegen.

Es macht sich immer mehr bemerkbar, dass es die letzten Tage warm war und Sonntag Nacht sogar geregnet hat. Der Schnee wird weich und fällt langsam zusammen. Und überall rinnt und plätschert, rieselt und tropft es, und dort, wo das Wasser nicht abfließen kann, bilden sich riesige Pfützen. Nicht nur auf dem weichen Ostseeeis, sondern auch auf mancher Fahrbahn.

Spiegelung an der Riesenpfütze

Abends bin ich mit dem Auto nach Storgrundet gefahren, um dort ein paar Fotos vom Eis zu machen. Ich bin aber direkt wieder umgekehrt, um meinen Trockenanzug und einen wasserdichten Sack für die Kamera zu holen, denn das Eis war mir nicht mehr geheuer. Teile des Eises lagen unter großen Schmelzwasserlachen und es waren auch schon viele Löcher im Eis, vor allem um die dunklen Steine herum, denn die werden in der Sonne warm und schmelzen das Eis weg. Mehr robbend als gehend habe ich mich ein bisschen vorgewagt, um vermutlich das letzte Mal diese Saison auf dem Ostseeeis zu fotografieren.

Spalten durchziehen das Eis

Ein Loch im dünnen EisDas erste offene Wasser vor Storgrundet

Eine AIK-Flagge wird gehisstFür noch jemanden ist die Eissaison schon bald vorbei, nämlich für die Eishockeyteams Skellefteå AIK und Luleå HF, die heute ihr drittes Finalspiel hatten. Damit ist es sehr wahrscheinlich geworden, dass Skellefteå AIK schwedischer Meister wird. Mal schauen, was dann in Skellefteå los ist.

Mit dem trüben Abendlicht hatte meine Nikon D800 übrigens Probleme beim Belichten: Alle Fotos waren ein bis zwei Blenden unterbelichtet. Normalerweise kontrolliere ich die Belichtung direkt, aber als ich auf dem Eis herumrobbte, hatte ich andere Gedanken. Da ich alle Bilder im RAW-Format aufnehme, konnte ich die Fotos noch ein bisschen retten und bei diesem Licht sieht die Landschaft auch in Wirklichkeit ziemlich flau aus.

AIK! AIK! AIK!

Logo Skellefteå AIK HockeyNun haben Skellefteås Eishockeyfans – also gefühlt 98% aller Einwohner Skellefteås – wirklich etwas zu feiern! Heute hat Skellefteå AIK das vierte Finalspiel in Reihe gewonnen und ist damit schwedischer Meister! Das wird spannend, die Fans morgen zu erleben, denn bei keinem anderen Thema zeigen die Skellefteåeinwohner öffentlich so viel Emotionalität wie bei den Spielen ihrer geliebten Eishockeymannschaft und beim gemeinsamen Träumen vom Gold. Dieses Jahr ist ihr Traum in Erfüllung gegangen.

Das letzte Mal war Skellefteå 1978 Meister (Da bin ich in die fünfte Klasse gekommen, ist das lange her!). Um Meister zu werden, muss man vier Spiele gewinnen, es kann also bis zu sieben Finalspiele geben, bis die Meisterschaft entschieden ist. Skellefteå AIK hat das ganze abgekürzt und in 4:0 Spielen heute Gold geholt, das kommt auch nicht gerade oft vor. (In Spielen: 1:0 / 4:2 / 2:1 / 4:0)

Der Gewinn der „Elitserien“, der höchsten Klasse im schwedischen Eishockey wird morgen wohl DAS Thema auf der Arbeit sein, wenn nicht alle einfach zu Hause bleiben und blau machen. Ich selber habe das Schlussspiel nicht gesehen, auch da ich eine Probe hatte, aber mich interessiert Eishockey ja nicht so sehr. Dass, wenn ich ein „S“ in den Browser tippe, dort direkt www.skellefteaaik.se/ erscheint, verschweige ich lieber, denn sonst verliere ich meine Glaubwürdigkeit als erklärter Nicht-So-SehrFan. Aber ich habe doch immer während der Spiele geschaut, wie es gerade steht.

Was ich übrigens schön auf der Website finde, ist die Titelleiste, in der sich die Hockeyvereine untereinander verlinken.

Nachtrag – Ein kleiner Teil der Resonanz auf Facebook:

:-D :-) ;-)!!

J.

Jaaaaaaaaaarååååååååååååppppppppla smmmguuuuyyyylddd!!!

P.

….! Jaaaaaaaaasaaaaaaaaaassassssaaaaaaa!!!!

D.

Siis…Skellefteå on Ruotsin jääkiekkomestari!!!
Also … Skellefteå Schwedens Eishockeyspieler! (finnisch)

T.

Halleluja!

P.

Jaaaas. Skellefteå A I K!!!!!

T.

SM-GULD, SM-GULD, SM-GULD. […]

L.

Nu har jag ställt fram champagnen………………….
(Jetzt habe ich den Champagner hingestellt …)

S.

Nu kommer tårarna. #saik
(Nun kommen die Tränen)

E.

Grau – Blau – Gelb – Gold

grå – blå – gul – guld På svenska

Igår åkte jag till lotsstationen för att kolla om isen har brutit så att jag kan åka kajak igen. Men allt var fortfarande täckt med is som inte längre är turkos och vit men bara grå. Men kanske redan nästa helg är havet öppet.

Skellefteälven däremot är öppet nu, det finns många isflak som flyter förbi, några är visst 50 kvm. Och i vågorna speglar sig tusen små soler.

Mest snö i stan töade bort nu och längs älven blommar de första blommorna: hästhov och backskärvfrö.

Sen var det ett stort party på torget för Skellefteå AIK vann ju gold förra dagen. Kring 10000 fans firade tillsammans deras hockeyteam och flera sa att dom aldrig sog så mycket folk här på torget. Jag var ganska glad att jag stod på kanten eftersom jag trivs inte att stå mitt i så mycket folk, men i alla fall helt imponerande hur stan firade och hejade Skellefteå AIK.

Emma tog ett fint kort från torget ur fågelperspektiven. Tack, Emma, att jag får använda kortet här.

I Skelleftehamn finns lite mer vinter kvar än i Skellefteå, men nu är det ”bara” 30 cm snö kvar i trädgården och snart – hoppas jag – blir det barmark igen.

Als ich gestern um sechs aufgewacht bin, war die Sonne schon lange aufgegangen. Vor der Arbeit bin ich noch zur Lotsenstation gefahren, denn ich warte darauf, dass dort das Eis aufbricht und ich endlich wieder Kajak fahren kann. Aber alles war noch mit Eis bedeckt, und das ist nicht mehr länger glitzernd weiß und türkis, sondern wirkt einfach nur grau. Aber ich glaube, dass nächstes Wochenende das Meer schon offen ist und man wieder auf blaues, klares Wasser schauen kann.

Blick auf einige OstseeinselnAm Meeresufer – so ungefähr

Anders sieht jetzt der Fluss in der Stadt aus. Auf ihm treiben zwar noch viele Eisschollen, manche bestimmt 50 Quadratmeter groß, aber der Fluss selbst ist fast überall offen. Und tausend kleine Sonnen spiegeln sich in den kleinen blauen Wellen.

Eisschollen treiben vorbeiDie Sonne spiegelt sich im Skellefteälven

In der Stadt ist viel Schnee schon weggetaut und an den nach Süden ausgerichteten Böschungen oberhalb des Uferwegs blühen die ersten Blumen: Der gelbe Huflattich und – wenn ich mich nicht irre – das weiße Gebirgs-Hellerkraut.

Huflattich (schwedisch hästhov oder tussilago)Gebirgs-Hellerkraut (schwedisch backskärvfrö)

Warum ich am Fluss entlanggelaufen bin, hat einen besondereren Grund: Ich hatte noch ein bisschen Zeit bis halb sechs und dort war auf dem Marktplatz die große Goldfeier der Eishockeymannschaft Skellefteå AIK. Und diese Feier war groß! Etwa 10000 Fans haben sich auf dem Platz versammelt und so mancher meinte, er habe in Skellefteå noch nie so viele Menschen auf einem Haufen gesehen. Wie gut, dass ich am Rand stand, denn in großen Menschenmengen fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Aber es war schon imponierend, wie die Menschen einer mit 34000 Einwohnern doch recht kleinen Stadt gemeinsam begeistert ihr Eishockeyteam feiern.

Großes Publikum auf dem „Torget“Die Mannschaft trägt Goldhelm

Emma: „Das ist total magisch“Wie viele Menschen da waren, sieht man sehr schön auf einem Foto, welches Emma gestern bei Instagram veröffentlicht hat. Sie stand ganz oben auf dem höchsten Haus am Platz und hatte einen guten Blick auf den gefüllten Platz. Danke, Emma, dass ich das Foto hier verwenden darf.

Wieder zurück in Skelleftehamn ist der Winter noch ein bisschen präsenter, denn das Ostseeeis kühlt die Uferregionen noch ein bisschen aus. Aber immerhin ist der Schnee jetzt auf 30 cm zusammengeschmolzen (vor fünfeinhalb Tagen noch 65 cm) und bald wird auch bei mir im Garten wieder Gras zu sehen sein.

Gåsören in der Abendsonne

Gåsören i kvällssolen På svenska

Denna vecka är jag ganska upptagen på grund av berättarfestivalen, som jag är med som pianist på första gången. Och så har jag förutom mitt vanligt jobb också en jazzkonsert på fredag kväll och spelar piano på en teaterprogram på lördag. Igår, i morgon och dagen efter har jag rep men i kväll hade jag ledig. Och därför åkte jag till lotsstationen kort innan solnergång och gladde mig åt de varma kvällsfärgarna.

Igår försvann den sista biten snö på taket, men isen på havet håller sig rätt seg. Men jag har väl ingen tid att paddla på helgen ändå eftersom jag blev också inbjudan till en vårfest och jag måste också deklarera, men det är ett annat tema …

Förresten: I förrgår för tre år sedan kom jag hit till Skellefteå. Och jag trivs det jättebra här fortfarande.

Diese Woche bin ich ganz gut beschäftigt und das liegt am Berättarfestivalen – dem Erzählfestival in Skellefteå, bei dem ich zum ersten Mal als Pianist beteiligt bin und das gleich zwei Mal. Und so habe ich neben meiner regulären Arbeit einen Jazzauftritt am Freitag Abend und wirke Samstag Nachmittag bei einem Theaterprogramm mit. Gestern, morgen und übermorgen habe ich Proben, aber heute Abend hatte ich frei. Und so bin ich kurz vor Sonnenaufgang zur Lotsenstation gefahren und habe mich über die warmen Abendfarben gefreut.

Gåsören in der Abendsonne

Während gestern der letzte kleine Rest Schnee auf meinem Dach verschwunden ist, hält sich das Eis noch hartnäckig auf dem Meer. Aber am Wochenende habe ich zum paddeln vermutlich eh keine Zeit, denn neben dem Theaterauftritt habe ich auch eine nette Einladung zum Frühlingsfest und die schwedische Steuererklärung muss ich auch bis zum zweiten Mai abgegeben haben. Aber das ist ein anderes Thema …

Übrigens: Vorgestern vor drei Jahren bin ich in Skellefteå angekommen. Und ich fühle mich immer noch sauwohl hier.

Der letzte Schneefleck

Den sista snöfläcken På svenska

Även den sista snöfläcken i trädgården skulle försvinna om denna första helgen i maj. Morgonsolen värmer den redan. I garagets skuggan däremot finns fortfarande den snö kvar som rasade ner från taket vid första töväder.

Auch der letzte Schneefleck im Garten dürfte an diesem ersten Maiwochenende verschwinden. Die Vormittagssonne wärmt ihn schon. Im Schatten der Garage allerdings liegt immer noch der Schnee, der irgendwann beim ersten Tauwetter vom Dach gerutscht ist.

Schnee in der SonneSchnee im Schatten der Garage

Kajaksaisoneröffnung 2013

Kajaksäsongsöppning 2013 På svenska

I morse stod jag på stranden. Det var grå, blåsigt och med +4 °C inte så särskilt varmt. Man kunde höra bränningarna på Storgrundets utsidan men havet mellan fastlandet och ön var lugnt. Då skulle man kanske kunna åka kajak …

En timme senare – vinden mojnade och solen skiner – står jag på stranden igen. Denna gång med min kajak som ligger halv i vattnet och med överlevnadsdräkten på. Kameran (med fish-eye idag) och mobil är förpackad vattentätta också. Och en minut senare flyter jag med mit röd kajak på det blåa havet, den första gången efter september.

Det finns is kvar mellan fastland och ö. Den är väl 10 cm tjock men väldig mjuk. Om man kan paddla igenom? Och havet är lugnt. Man jag är knappast på öppet hav öster om Storgrundet blir det vågigt. Ibland var vågorna en meter höga men så långa att det var fortfarande ganska lätt att paddla. Bara att jag tog inga kort för där håller jag hellre paddeln än systemkameran i handen.

Det är roligt att åka kajak när det är lite vågigt. Och för första gången – vad stolt jag var! – klarade jag att skjutas från en våga, man blir riktig snabb! Men snart var jag i lugnare vatten igen.

Det bästa med att ankomma är att byta eftersom man svettas halv ihjäl i neoprenoverallen. Med en nytvättad t-shirt rollade jag kajaken hem.

Heute morgen stand ich am Ufer. Es war grau, ziemlich windig und mit +4 °C nicht gerade warm. Man hörte die Wellen an die Außenseite der Insel Storgrundet branden aber das sichtbare Meer zwischen Festland und Storgrundet war ruhig. Da könnte man ja vielleicht doch Kajak fahren.

„Ska du bada?“ hörte ich eine Stimme. Nein, baden möchte ich nicht. Stattdessen wurde ich von B., der mir von seinem Sommerhaus aus zugerufen hat, zum Kaffee eingeladen.

Eine Stunde später – der Wind ist abgeflaut und die Sonne scheint – stehe ich wieder am Ufer. Dieses Mal mit meinem Kajak, welches schon halb im Wasser liegt und meinem mäßig kleidsamen Überlebensoverall. Kamera (heute mit Fish-Eye) und Handy sind ebenso wasserdicht verpackt. Und eine Minute später treibe ich das erste Mal seit September wieder mit meinem roten Kajak im blauen Meer.

Die erste Kajaktour 2013. Links: altes, weiches Eis

Zwischen Insel und Festland konnte sich noch Eis halten. Es ist zwar noch fast 10 cm dick, aber sehr weich. Ob man da mit dem Kajak hindurch fahren kann? Und das Meer ist ruhig. Aber kaum bin ich östlich der Insel auf dem offenen Meer, wird es sofort welliger. An manchen Stellen waren Wellen waren einen Meter hoch, aber so langgestreckt, dass es einfach war, die Balance zu halten. Nur fotografiert habe ich an den Stellen nicht, da halte ich lieber ein Paddel als eine Spiegelreflex in der Hand.

Offenes Meer voraus!Wasserdicht verpackt

Es macht Spaß, Kajak zu fahren, wenn es wellig ist. Und zum ersten Mal – war ich stolz! – habe ich es geschafft, mich von einer Welle schieben zu lassen, da wird man richtig schnell. Aber bald war ich wieder in ruhigeren Gewässern.

Flaches Wasser

Bald schon war mein Startpunkt wieder in Sicht und eine große Ex-Eisscholle. Das weiche Eis schwingt im Rhythmus der Wellen. Ja, und man kann mit dem Kajak hindurch fahren. Nur die Möwen trägt das Eis noch.

Durch das Eis paddelnAltes Eis, ganz nah.

Das schönste am Ankommen ist das Umziehen, denn in dem Neoprenoverall schwitzt man ganz fürchterlich. Mit frischem T-Shirt habe ich in Ruhe mein Kajak auf dem Wägelchen wieder nach Hause gerollt.

Sonntagsrunde mit dem Kajak

Heute war ich wieder mit dem Kajak unterwegs. Da es auf dem Meer recht windig war, bin ich in den Fluss hineingefahren. Da war ich noch nie und habe nicht nur das mir schon bekannte alte russische Schiff, auf dem man im Sommer schön Kaffee trinken kann, wiedergefunden, sondern auch sehr nette, kleine Minihütten direkt am Wasser.

Felsküste der Halbinsel KallhomenEin Café auf einem alten Schiff

Kleine Hütten am Wasser

Eine schöne Runde war das wieder. Nur meine Beine müssen sich wieder an das im Kajak Sitzen gewöhnen.


Nachtrag von gestern: Diese beiden Fotos habe ich gemacht, als ich gestern die Steine fotografiert habe. Diese knallroten Triebe, die sich zwischen den Steinen versteckten – ich kam mir vor wie auf einem anderen Planeten. Die Kätzchen haben mich dann aber schnell wieder auf die Erde zurück geholt.

KätzchenEin knallroter Trieb, was das wohl wird?

Löwenzahn

Maskros På svenska

Vinnaren av årets ”vad-blommar-först-i-min-trädgård”-tävling är en maskros som njuter värmen utanför huset, för efter några ostadiga dager har vi det riktig skönt med sol och 15 °C. Härligt vårvädret alltså. Och så ska det vara nästa dagarna också. Om jag är ingen lathund i morgon så ska jag cykla till jobbet första gången i år. Det blir dags nu!

Och annars? Det finns ingen snö längre i trädgården · buskar och träd börjar knospas · jag är nyfiken när syrenen och rosorna blommar · Gräset växer också – första klippning på helg?

Der Gewinner des diesjährigen „Was-blüht-zuerst in meinem eigenen Garten“-Wettbewerbes ist ein Löwenzahn. Er geniesst die Wärme vor dem Haus, denn nach einigen wechselhaften Tagen haben wir jetzt 15 °C und Sonne. Herrliches Frühlingswetter also. Und so soll es die nächsten Tage bleiben. Wenn mich morgen nicht die große Faulheit packt, werde ich das erste Mal in diesem Jahr wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Wurde auch Zeit!

Löwenzahnblüte im Garten

Und sonst? Es liegt kein Schnee mehr im Garten · die noch kahlen Büsche und Bäume bekommen Knospen · ich bin gespannt, wann der Flieder blüht, die Rosen blühen · der Rasen sprießt und wächst – das erste Mal Rasen mähen am Wochenende?

Beginn der Fahrradsaison

Början av cykelsäsongen På svenska

Idag cyklade jag till Murmansk. Åtminstone kändes det sådant. Jag är alltid ganska slut efter jag cyklade till stan första gången, men speciellt motvinden på vägen tillbaka var inte roligt idag. Framför allt var stjärten glad att vara hemma efter totalt fyra mil. Men vad gnäller jag, det var härligt att cykla mot detta fint och varmt solvädret. Bara vinden på kusten var fortfarande rätt frisk.

Idag lekte jag en liten fotospel: Fotos bara med iPhone och bara medan jag cyklar. Mest utan att kolla skärmen. Och inte stanna! Utan på trafikljuset när jag kom till E4:an för lastbilen var väl lite starkare. Jag har inte redigerad bilderna heller utan att förminska dom till webben. Det var fint att ta kort på sådan sätt. Bara det 4:3-formatet gillar jag inte. Så plump!

Heute bin ich von Skellefteå nach Murmansk geradelt. Zumindest kam es mir so vor. Ich bin immer ganz schön schlapp nach dem ersten Mal Fahrrad in die Stadt fahren, aber heute war der Gegenwind auf dem Rückweg echt gemein. Vor allem der Hintern hatte die letzten der insgesamt vierzig Kilometer keine rechte Lust mehr.

Aber, was meckere ich hier rum, es war schön, wieder mit dem Rad unterwegs zu sein, vor allem bei dem schönen, warmen Sonnenwetter. Nur der küstennahe Gegenwind war noch ganz schön frisch.

Ich habe heute ein kleines Fotospiel gespielt: Fotos nur mit dem iPhone und nur beim Radeln. Möglichst ohne auf das Display zu schauen. Und Anhalten gilt nicht! Ausnahme war bloß der Holzlaster auf der den Weg kreuzenden E4, denn dort war die Ampel rot und der Laster schwer und groß. Ich habe die Bilder auch nicht bearbeitet oder beschnitten (bloß für das Web verkleinert). Sprich, Olaf S durfte heute fotografieren. War auch mal schön. Und ich muss unbedingt lernen, schräge Bilder zu machen. Ein Vorbild: Ragnar Axelsson.

Das Sävenäs MaskinhusetAn der „Kanubucht“SchattenwurfDen Fluss entlangEin Holzlaster kreuzt auf der E4von obenRückfahrt auf dem Waldwegwieder in Skelleftehamn

Bloß das 4:3-Format finde ich ziemlich plump und scheußlich.

Sommerwarm

Meteorologisch unkorrekt: Thermometer in der SonneSommerwarm war es heute in Skellefteå. 21 °C wurden heute Mittag in Skelleftehamn gemessen und in meinem hauptsächlich aus Fenstern bestehenden Wintergarten waren es 32 °C.

Ich habe heute zu Hause gearbeitet, weil wir gerade viel zu tun haben, aber jetzt mache ich Feierabend und werde noch ein bisschen das schöne warme Sommerwetter geniessen.

Rote SchlüsselblumeDas gleiche Sommerwetter hat den Blüten der Sumpfdotterblumen, die ich vorgestern in der Bucht „Kurjoviken“ entdeckt habe schon ziemlich zugesetzt. Aber ein paar Blüten waren noch ganz. Ich mag dieses kräftige Gelb. Eine Schlüsselblume, die auf meiner Kieseinfahrt blüht, hat sich hingegen für ein kräftiges Rot entschieden. Ich kenne die Blumen eigentlich nur in blassgelb.

Sumpfdotterblume in Skelleftehamn

Starker Strom und starke Blume

Tja.

Vom Kajak fahren heute Abend kann ich nicht erzählen, denn ich war zu müde. Das lag daran, dass ich schon um 6:05 (sic) im Büro war und mit dem Programmieren begann. Dass ich so früh wach war, lag auch daran, dass es nicht mehr dunkel wird. Also, keine Kajakgeschichte. Wird nachgeholt.

Ich könnte auch davon erzählen, dass bei uns eigentlich nur schönes Wetter ist. Seit Wochen. Sonne satt, angenehm warm. T-Shirtwetter und mal eine laue, mal eine frische Brise. Draußenwetter. Aber ich weiß bei dem Wetter, welches zur Zeit in Deutschland herrscht – vor ein paar Tagen war Deutschland Europas Kältepol! – mache ich mir damit keine Freunde. Also, keine Sommergeschichte.

Ich könnte auch davon erzählen, dass ich am Sonntag das erste Mal den Rasen gemäht habe und heute einen Strauch ausgegraben. Der war ohnehin schon morsch und die hohen Schneehaufen des letzten Winters haben ihm den Rest gegeben. Da war leider nichts mehr zu retten. Aber das ist mir zu keingärtnerisch, da habe ich keine Lust drüber zu Schreiben. Also, auch keine Held-des-Gartens-Geschichte.

Tja. Was nun.

Na gut, zwei Geschichten habe ich:

Nummer eins:

Als ich heute recht früh nach Hause gekommen bin, stellte ich fest, dass der Bildschirm nicht ging. Ebenso wenig wie die Steckerleiste, die Klimaanlage für den Flügel, der Kühlschrank und die Steckdosen. Licht ging lustigerweise. Nachdem ich einen Freund, der Elektriker ist, angerufen habe und so ziemlich jede Sicherung herausgedreht und ausgewechselt (Ja, ein Teil meiner Sicherungen sind noch die alten Keramikteile zum drehen) und immer noch nichts ging, habe ich dann bei SkellefteKraft angerufen. Sehr netter Kundendienst, muss ich sagen.

Meine Stromversorgung (und die meiner Nachbarn)Und vielleicht eine Stunde später (inzwischen konnte ich den Strauch ausgraben, aber das wollte ich ja gar nicht erzählen) kam einer vom Kundendienst und stellte fest, dass im Schaltkasten auf der Straße zwei Phasen weggeknallt waren. Das ließ sich ja zum Glück schnell beheben. Im Winter hätte man den Kasten erst mal ausbuddeln müssen. Schön, wieder Strom zu haben, vor allem für den Gefrierschrank. Und fürs Smartphone aufladen.

Nummer zwei:

Viola PippilottaAls ich wieder aus dem Wald zurückkam (dort hatte ich meinen Strauch zu den Gartenabfällen … . Ach nein, kein Thema. Stimmt ja.) Wie auch immer, vor meiner kleinen Treppe zum Haus blüht wieder Viola Pippilotta. Das ist das stärkste Veilchen der Welt. Es hat schon letztes Jahr zwischen Schnee und Eis geblüht. Jetzt ist es zurück – vermutlich vom Taka-Tuka-Land – und blüht wieder. Dieses Mal aber weiß statt blau, aber hellblond ist hier ohnehin gerade stark angesagt, vielleicht hat es sich die Blütenblätter gebleicht. Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, eine alte Blumenbekannte wiederzutreffen, auch wenn ich sie vielleicht mit einer anderen Blume verwechselt habe (Das geht mir mit Menschen aber manchmal ebenso).

Wie viel Kraft in den Pflanzen hier steckt, zeigt sich im dicken Asphalt des Fußweges, der für einen kleinen grünen Keim, der ans Licht möchte, kein weiteres Problem darzustellen scheint, wie das folgende Foto zeigt. Ganz schön viel Power. Ich hingegen bin in Schweden ein bisschen fauler und ein bisschen dicker geworden, aber auch das soll hier nicht weiter thematisiert werden.

Eine Pflanze bricht durch den Asphalt

Abendbrot am Meer

Nach einem schönen Sonnentag, den ich bis auf das Mittagessen im Büro verbracht habe, war ich einkaufen, habe Essen, Kamera und Ersatzkleidung gepackt und bin mein Kajak hinter mir herziehend zum kleinen Strand von Storgrundet gelaufen. Dort war ein bisschen Strandbetrieb und ein Junge hat sogar gebadet. Das Wasser ist tatsächlich gar nicht mehr so eisig, nächstes Mal nehme ich auch die Badehose mit. Aber mein heutiges Ziel war die Insel Norrskär, denn dort wollte ich in der Sonne sitzen, aufs Meer schauen und abendessen. Und da ich hungrig war, war ich auch bald da. Wir haben seit Tagen sehr wenig Wasser in der Ostsee und an Stellen, wo ich sonst problemlos paddeln kann, schauen jetzt Steine oder ganze Kiesrücken aus dem Wasser. So musste ich das Kajak zehn Meter durchs seichte Wasser ziehen, ehe ich es an Land ziehen konnte.

Kurze Zeit später saß ich auf dem Fels in der Sonne, schaute aufs Meer und aß. Und das war ja auch ungefähr der Plan. Danach habe ich noch ein bisschen dagesessen und – natürlich – noch ein bisschen umher geschaut und fotografiert.

Lachs, Salat und SprudelwasserAbendbrot am MeerFels am Meer IFels am Meer IIKleine GischttropfenFrühe Abendsonne über der Ostsee

Dann habe ich aber wieder meine Sachen zusammengepackt, die Schwimmweste angezogen und bin mit einen Mini-Umweg an Inseln mit roten Sommerhäusern und frischgrün belaubten Birken wieder zurück zum Strand gepaddelt, wo ich von einigen Jugendlichen, die in und auf ihrem Schrottauto saßen, leicht apathisch begafft wurde. Vermutlich war ich total uncool.

Sommerhäuser am Meer

Vor dreieinhalb Wochen saß ich noch mit dickem Neopren eingepackt im Kajak, heute haben T-Shirt und Schwimmweste gereicht. Allerdings habe ich keine große Lust, so ins Wasser zu fallen, denn das ist weiter draußen natürlich noch ganz schön kalt. Aber das Meer war ruhig, nur bei den kleinen Zappelwellen am flachen Kiesufer muss man ein bisschen aufpassen.


Und nun nutze ich noch die Gelegenheit, mich bei meinen Münchner Freunden unbeliebt zu machen:

Skellefteå heute mittag: 21 °C, Wind 3 m/s, Sonne
München heute mittag: 8 °C, Wind 7 m/s, Sprühregen

Ich schreibe hier im Blog aber auch, wenn es hier bei uns scheußlich ist. Versprochen!

Nachtrag

Ich wollte den Artikel gerade veröffentlichen, da schaue ich noch einmal raus. Keine zehn Minuten später stehe ich mit dem Stativ am Meer, um diese herrlichen Abendfarben zu fotografieren. Elf Uhr ist es, als ich dieses Foto mache, zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang. Kurz vor halb drei wird die Sonne wieder aufgehen.

Sonnenuntergang bei Storgrundet