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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Noch ein Blog …

Liebe Leser,

die, die mich kennen, wissen, dass ich seit Jahren skandinavienbegeistert bin. Die, die in den letzten sechs Wochen Kontakt zu mir hatten, wissen auch, dass ich im Laufe des Aprils nach Skellefteå in Nordschweden ziehen werde. Schon jetzt in der Vorbereitungszeit weiß ich manchmal nicht mehr, wem ich was berichtet habe und so habe mich entschlossen, ein Blog zu schreiben. So kann jeder lesen, was so passiert und – wenn er/sie möchte – die Einträge kommentieren.

Ich habe mich entschlossen, WordPress zu verwenden, da Artopod dieses Blog-System auch benutzt. Bei Artopod werde ich in einigen Wochen als Webprogrammierer anfangen. So lerne ich WordPress gleich schon mal kennen.

Ich habe mich auch entschlossen, nicht zu warten, bis ich ein tolles Design erstellt, dieses in xhtml/css perfekt umgesetzt und dann noch gleich den WordPress-Code aufgeräumt habe. Mir war es wichtiger, schnell etwas online zu haben und direkt Artikel veröffentlichen zu können. Die Fehler und Unschönheiten beseitige ich denn nach und nach. IE6-Benutzer werden vermutlich recht lange warten müssen, bis die Seite auch auf Ihrem verhaltensorginellen Webseitendarsteller halbwegs gut aussieht. Nennen wir das Ganze einfach „Web 2.0“, „agil“ und „beta“ …

Jetzt aber genug der Einleitungen. Ich erkläre hiermit das Blog „Nordwärts“ für eröffnet.

Viel Spaß,
Olaf Schneider

P.S.: Mein Dank geht an Jonas Persson von Artopod, dessen Template artopodplain ich als Grundlage genommen habe.

Linkseite

Unter https://blog.olafschneider.de/links/ habe ich angefangen, eine kleine Liste mit zum Blog passenden Links zu erstellen. Immer wenn ich etwas interessantes finde, werde ich sie entsprechend erweitern.

Günstig nach Schweden telefonieren.

Hier zwei Links für alle, die günstiger nach Schweden telefonieren möchten:

Meine derzeitige Telefonnummer in Schweden ist eine Handynummer. Bitte beachtet, dass sich die Tarife der Anbieter ständig und plötzlich ändern können. Daher empfiehlt es sich zum einen, immer mal wieder auf diese Listen zu schauen und zum anderen, nur Anbieter zu benutzen, die eine Tarifansage bieten.

Ihr könnt mich auch unter filchos bei Skype zu erreichen.

Ich freue mich auf Eure Anrufe.

Am Montag

Was am Montag so passieren kann:

  • Die erste Website von artopod, an der ich beteiligt war, geht online: www.skellefteaflygplats.se.
  • Der Skellefteälven tritt nach Schneeschmelze in den Bergen und Regen im Inland über die Ufer und es kann sein, dass ab Mitternacht kein Leitungswasser mehr da ist.
  • Ich gebe das allererste Gebot für das Haus ab.
  • Ich bekomme vom Migrationsverket die Bestätigung für mein uppehållsrätt, meine Aufenthalts­erlaubnis.
  • Die Birken bekommen ihre Blätter – noch sind sie hellgrün und zerknautscht.
  • Mein Leihfahrrad bekommt einen neuen Mantel für das Hinterrad, der alte war ziemlich durch.
  • Ich habe am Donnerstag einen Termin für meinen Schwedischkurs beim sfi.

Und gearbeitet habe ich auch, also weiterhin keine Langeweile …

mal so zwischendurch

  • Am Pfingstmontag habe ich gearbeitet. Das ist hier nämlich kein Feiertag.
  • Mitte Juni bin ich zu einer Hochzeit eingeladen. Karin war heute in meiner Münchner Wohnung, um meinen Anzug, Hemd und Schuhe zu holen und als Paket zu schicken. Danke, Karin!
  • Die Farne und Schachtelhalme sprießen um die Wette und ich sehe die erste Wespe des Jahres.
  • Ich programmiere gerade meine erste iPhone-Applikation, allerdings mit Javascript und Titanium, nicht mit Objective C.
  • Heute Abend waren meine Gastgeber und ich in der Sauna. Herrlich. Nur ein See zum Reinspringen fehlte. Aber Saunabier gab es.
  • Jetzt ist es viertel vor zwölf und es ist draußen so hell, dass ich wahrscheinlich ohne Licht Fahrrad fahren würde.

und sonst …

  • … verstehe ich immer noch schlecht Schwedisch, wenn ich es höre.
  • … geht das Lesen im „Harry Potter“-Niveau aber inzwischen problemlos.
  • … sollte morgen der Kaufvertrag vom Haus morgen per E-Mail kommen.
  • … bin ich heute das erste Mal mit dem Rad im Regen zur Arbeit gefahren. Luft tut immer gut.
  • … freue ich mich, dass ich in meiner jetzigen Bleibe ein Klavier habe, wenn auch ein verstimmtes.
  • … gewöhne ich mich langsam daran, im Hellen ins Bett zu gehen und zu schlafen.

Ein Tag zu Hause

Heute habe ich mal wieder zu Hause gearbeitet, weil nochmals ein Mensch von Anticimex da war, um sich ein Bild zu machen. Ergebnis: Den Schaden am Dach muss ich wohl selbst übernehmen, weil Anticimex eine Selbstbeteiligung von 8000 Kronen (etwa 860 Euro) hat! Das finde ich schon sehr ärgerlich, weil Anticimex so für den eigenen Fehler nicht haften muss und ich schließlich viel Geld für die Besichtigung bezahlt habe, bei der dieser Fehler direkt hätte auffallen müssen.

Das Wetter war schön, der Rasen lang, also habe ich mir danach von dem Nachbarn von gegenüber zeigen lassen, wie ein Benzinrasenmäher geht und meinen Rasen gemäht. Über anderthalb Stunden habe ich den armen Mäher durch das hohe Gras gewuchtet, bis der Rasen um zwei große gehäufte Schubkarren Gras kürzer war.

Um sechs war das Wetter immer noch schon, wenn auch mit gut 12 Grad nicht wirklich warm. Aber ich wollte unbedingt noch einmal in der Ostsee schnorcheln. Ich habe vorsichtshalber meinen Neoprenshorti angezogen und ich musste leider feststellen, dass das Wasser wirklich schon wieder a****kalt ist. Die Kälte hat richtig am Kopf geziept und nach zwei Minuten war ich wieder draußen. Ich habe einfach eine Hose und eine Segeljacke über den nassen Shorti gezogen und bin so nach Hause geradelt. Ist ja nicht weit.

Allerdings habe ich an der Ecke noch einen Nachbarn getroffen, den ich noch nicht kannte und habe mich mit ihm unterhalten. Er wusste schon, dass ich einen Flügel habe und es stellte sich heraus, dass er früher Vibraphon gespielt hat und Fan vom Modern Jazz Quartet und Toots Tielemann ist. So langsam fing ich dann aber an zu frieren und musste mich verabschieden. Jetzt sitze ich wieder schön im Warmen.

Nachher muss ich noch ein Stunde arbeiten, so viel habe ich heute ja noch nicht am Rechner gesessen.

Die Woche

Eigentlich hatte ich ja vor, heute über den Herbstanfang zu schreiben, aber was wirklich spannendes gibt es nicht zu berichten. Gut, es ist kühler geworden und um halb acht dunkel, aber das ist ja nicht soo aufregend.

Also, was ist sonst so passiert:

Mein kleines Bad im Erdgeschoss hat wieder einen Fußboden. Und eine heile Wand. Morgen suche ich Kacheln für den Boden und Tapete aus und warte auf den nächsten Schritt. Aber es geht langsam weiter.

Heute habe ich gelesen „Allt var väl“. Das ist der letzte Satz der siebenbändigen Harry-Potter-Reihe, die ich seit Juni mit Unterbrechungen gelesen habe. Nach geschätzt 4000 Seiten hat sich jetzt mein Schwedischwortschatz entscheidend erweitert: trollstav – Zauberstab, kittel – Kessel, drakskinn – Drachenhaut. Was braucht man mehr!

Im Oktober mache ich eine Woche Urlaub in Norwegen und besuche Freunde. Erst in Røkland bei Bodø und dann in Stokmarknes auf den Vesterålen. Ich reise per Bus, Zug, Schiff und Flugzeug und freue mich riesig auf Land und Freunde. Alles weitere schreibe ich später.

In meinem Wintergarten liegen 60 kleine Äpfel vom Bäumchen in meinem Garten. Da mir roh Äpfel nicht so gut bekommen, werde ich wohl Apfelmus daraus machen. Aber ich war bis jetzt noch zu faul zum Schälen.

Bei IKEA habe ich gefühlte 100 Meter IVAR-Regal für meine Kellerbibliothek und ein Gästebett bestellt. Das Bezahlen war nicht leicht, weil das System meine deutsche MasterCard nicht mochte, aber zum Glück habe ich dann nach sieben Mal Weiterverbinden telefonisch erfahren, dass ich das Geld auch überweisen kann.

Morgen ist noch mal ein Tag Arbeit dran und dann freue ich mich auch aufs Wochenende.

Nebelfluss

Heute morgen hatten wir mit -2.5 °C einen kühlen Tagesbeginn und auf dem Skellefteälven waberten Nebelschwaden, die von der Sonne in golden gleißendes Licht getaucht wurden. Auf dem Bild seht Ihr, was meine kleine Ricoh-Kamera daraus gemacht hat.

Wenn ich zur Zeit draußen bin, dann tanke ich Farben. Das Gras ist noch saftig grün und viele Bäume strahlend gelb oder rot. Der Himmel ist azurblau und die bunten schwedischen Häuser leuchten warm in der tief stehenden Morgen­sonne. Visuelle Wärme für Auge und Seele.

Gästezimmer und Bibliothek

Am Donnerstag habe ich eine große IKEA-Lieferung mit vielen hellen Holzteilen in unterschiedlichen Größen und Plastiksäckchen mit Schrauben, Holzzapfen und Inbusschlüssel erhalten. Heute habe ich deshalb den ganzen Tag im Keller verbracht und erst Regale gebaut, dann sämtliche Bücher recht unsortiert einsortiert und zum Schluss noch das Bett zusammengebaut, damit die komprimierte Matratze sich schon mal ein bisschen aufpusten kann. Das Bibliotheks-Gästezimmer ist also im Grunde fertig und wird ab Dienstag schon durch Thomas eingeweiht, der zwei, drei Tage bei mir ist, um die vielen, kleinen Dinge zu fixen, die im Haus gemacht werden müssen und für die ich zu ängstlich oder zu unerfahren bin, um sie selber zu machen.

Und was ist das? Musik? Nun – das war gestern:

Nächste Woche heiraten Kollegen und normaler­weise machen die Frauen vorher mit der zukünftigen Braut „möhippa“ und die Männer entsprechend „svensexa“. Dieses Mal ist aber alles etwas anders gewesen und unter dem Motto „Mösexa och Svenhippa!“ sind die Frauen mit dem Bräutigam losgezogen und wir mit seiner zukünftigen Frau. Beim Bowling war ich nicht dabei, denn wir haben geprobt. Die Kollegin hatte nämlich die Aufgabe, zwei Beatles-Stücke einzu­singen, eine Aufgabe, die sie gut gemeistert hat, wie man auch nachträglich auf dem Musik­video sehen konnte. Ich fand es interessant, wie viele Kollegen von 10 Merchant Street nicht nur ein Instrument spielen können, sondern auch die Beatles-Lieder souverän auswendig spielen. Die ganze Aktion war schon eine sehr lustige Sache. Ich habe die anschließende Party allerdings um halb zwölf verlassen, denn … siehe oben … .

Öre ade

Schaut Euch das Foto gut an. Das sind schwedische 50-Öre-Münzen. Man könnte auch sagen: „Das war früher mal echtes Geld in Schweden“, denn genau diese Münzen sind seit dem ersten Oktober in Schweden nicht mehr gültig und die kleinste Münzeinheit ist jetzt eine Krone (zur Zeit so 10, 11 Cent). Ich habe den Eindruck, dass dies den Schweden ziemlich egal ist, da die Beträge beim Supermarkt eh mal auf- und mal abgerundet werden und außerdem fast alle mit Karte zahlen.

Keine Fotos.

Da knipse und knipse ich schon, was das Zeug hält, doch die interessanten Fotos fehlen dann doch immer:

Ich habe kein Foto davon, wie Thomas in meinem Haus Kabel für die elektrische Heizung verlegt, das Leck am Küchenwasserhahn durch Entfernen von einem Millimeter Dichtung repariert oder mit mir erfolglos durch Skellefteås Baumärkte läuft, um Verlängerungsschläuche für die Fallrohre zu kaufen.

Ich habe kein Foto davon, wie ich das erste Mal seit neun Jahren wieder Badminton gespielt habe. Das hat einen phantastisch–unbeschreiblich-riesigen Spaß gemacht und die Muskeln erinnern sich zwei Tage später noch sehr gut an das Spiel.

Ich habe kein Foto davon, wie ich gestern bei der Hochzeitsfeier von Kollegen zwei Stücke mit der Band gespielt habe („What are you doing the rest of your live“ und „Cantaloupe Island“).

Ich habe kein Foto davon, wie heute im Wald das firmeneigene iPhone 4 aus der Tasche gefallen ist und mit einem leisen Plopp in einem tiefen, dunklen Wassergraben wie ein Stein untergegangen ist. Nun – ich konnte es noch greifen, Wasser abschütteln, Kontakte trocken pusten und mit Klopapier trocken reiben. Zu meinem großen Glück hat das iPhone die Tauchaktion überlebt.

Ich habe dann versucht, ein Foto zu machen, wie ich unter den Strommasten mein Fahrrad einen vermeintlichen Weg entlang schiebe. Das ist auch ein Weg, aber eigentlich nur im Winter. Jetzt ist der Schlamm auf dem vermeintlichen Weg bis zu knietief und der eine Gummistiefel war schnell mit Wasser gefüllt. Das Foto hat aber nicht geklappt (kein Stativ dabei), also auch kein Foto.

Fast die ganze Woche war es sehr windig. Keine großen Sturmböen, nein einfach immer nur windig. Dementsprechend sind von den Birken an den Straßen die meisten Blätter schon abgeweht worden und die Bäume sind recht kahl. Besonders hübsch oder gar eindrucksvoll sieht das nicht aus, daher also auch hier: Kein Foto.

Ich werde aber spätestens am kommenden Freitag beginnen, das Fotografieren nachzuholen, dann habe ich nämlich eine Woche Urlaub und fahre nach Norwegen, erst nach Rognan/Saltdal und dann nach Stokmarknes auf den Vesterålen. Hm, wie sieht denn das Wetter aus …

… Ui, das wird aber kalt in Rognan für Mitte Oktober. Und kühler Regen in Stokmarknes, das gibt wieder jede Menge Gepäck. Aber das kenne ich ja schon.

Nachtrag

Nun, ich kann es einfach nicht lassen, doch noch ein paar Fotos von der heutigen Tour zum und im Naturreservat Kalkstenstjärn online zu stellen. Auch das mit dem Fahrrad schieben. Da:

Und der erste Schnee

Allerdings nicht so richtig in Skelleftehamn.

Die Webcam von Skellefteå (Bild links) zeigt heute morgen Schnee in der Stadt. Und auch in Skelleftehamn haben sich heute Nacht die ersten Schneeflocken in den Regen gemischt (Bild rechts). Hier hat die nahe Ostsee allerdings auch ein Wörtchen mitzureden und es ist über Nacht genau das Quentchen wärmer geworden, dass es hier heute morgen nur wie aus Kübeln gießt und stürmisch ist. Von Schnee keine Spur mehr.

In Arvidsjaur, welches etwa 150 km weiter nordwestlich liegt, sieht das Ganze dagegen heute morgen schon ganz anders aus und auf dem Livebild der Webkamera sieht man auch, dass es dort heute morgen noch ordentlich schneit.

Quellen:
Webcam Skellefteå: http://85.194.140.112/cgi-bin/guestimage.html
Webcam Arvidsjaur: http://www1.arvidsjaur.se/kamera.html

Und der erste Schnee – Teil II

Fortsetzung von „Und der erste Schnee“.

Schon in Ursviken, etwa fünf Kilometer landeinwärts ging der Regen in Schneeregen und später in Skellefteå in nassen Schneefall über. Und dort sah auch alles schon ziemlich weiß aus und sehr, sehr nass. Und je flacher die Schuhe, desto schneller wird gelaufen.

Bis Mittag hat es stetig weiter geschneit, allerdings ohne dass wirklich mehr Schnee liegen geblieben ist. Abends, als ich auf dem Weg zum Bus war, fing es dann an, auf den Straßen zu frieren und glatt zu werden.

Man könnte fast sagen, dass sei ja fast wie deutscher Winter, ist es aber nicht. Zum einen fahren längst nicht so viele Autos, so dass der Schnee weiß bleibt, zum anderen mischt sich der Schnee auf dem Boden mit den knallbunten Herbstblättern. Abgesehen davon haben wir erst Mitte Oktober. Die folgenden Bilder stammen noch von heute morgen.

Schon morgen habe ich dann die Gelegenheit, viel mehr Schnee zu fotografieren, denn da beginnt mein Norwegenurlaub und in Skogly, meinem ersten Aufenthalt, lagen heute morgen 20 cm. Aber davon schreibe ich dann das nächste Mal …

Zwei Jubiläen

Genau heute vor sechs Monaten bin ich mit Sack und Pack in Skellefteå angekommen. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Den nötigen Abstand von 727 Straßenkilometern habe ich ja gerade. Morgen und übermorgen geht es mit Flugzeug und Bus wieder zurück nach Hause.

  • Die Menschen in Skellefteå und -hamn sind toll. Ich hätte nie und nimmer gedacht, so herzlich aufgenommen zu werden und so schnell Anschluss zu finden.
  • Die Arbeit macht mir Spaß und ist abwechslungsreicher als die in München. An manchen Tage finde ich Programmieren dennoch nervig, aber das hatte ich vorher in München ja auch.
  • Dass ich so schnell ein Haus kaufen würde, hätte ich nie gedacht. Leider hat der Schaden am Dach einige Zeit und Energie gekostet, die dann für andere Aktivitäten fehlte.
  • Zum Beispiel für das Sprache lernen. Ich fühle mich immer noch nicht wirklich heimisch im Schwedischen und die Suche nach einem Privatlehrer wird Chefsache in den nächsten Wochen.
  • Ich genieße es sehr, dass ich im kleinen Skelleftehamn wohne, aber die Stadt nicht weit weg ist. So bin ich in zwei Minuten im Wald, aber auch in sechs Minuten an der Bushaltestelle.
  • Es ist toll, wieder meinen Flügel zu haben und ich kann mir nicht vorstellen, noch einmal ohne den Flügel zu wohnen. Ein, zwei Musikkontakte habe ich auch schon.

Fazit: Der Schritt, nach Schweden zu gehen war genau richtig und es war gut, dass ich nicht länger damit gewartet habe. Ich fühle mich sehr wohl und glaube auch, dass ich großes Glück gehabt habe, gerade in Skellefteå/-hamn gelandet zu sein, auch wenn die Landschaft anderswo vielleicht noch schöner ist (oder im Winter noch mehr Schnee hat …). Aber da könnte ich dann nur alleine in meiner einsamen Hütte arbeiten (ginge ja theoretisch) und das kann ich mir auf Dauer überhaupt nicht vorstellen. Aber dort kann ich ja immer noch Urlaub machen …

P.S.: Ja – und warum zwei Jubiläen? Dies ist genau der hundertste Blog-Artikel, den ich in Nordwärts schreibe. Ich hätte nie gedacht, dass ich so produktiv/geschwätzig* sein würde. (* Nicht zutreffendes bitte streichen).

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Egal ob Ihr nur ab und zu oder regelmäßig vorbei schaut, ich freue mich immer über Eure Kommentare. Viel Spaß beim Lesen.

Räven raskar över isen

… heißt ein altes schwedisches Volkslied – zu deutsch „Der Fuchs eilt über das Eis“, welches gerne zu Mittsommer gesungen wird. Mittsommer liegt weit zurück, aber das Eis nimmt zu. Ein Fuchs schafft es wahrscheinlich sogar schon über den Fluß, der in Skellefteå an manchen Stellen schon komplett mit Eis bedeckt ist. Der Mensch nimmt lieber die Brücke …

Ich freue mich schon darauf, zur Ostseeinsel Storgrundet zu laufen. Sie ist ja nur hundert Meter von Ufer entfernt. Aber ich werde bestimmt meine gestern gekauften „Is-Dubbar“ dabei haben. Das sind zwei Griffe mit Spitze, die man an einer Schnur um den Hals trägt. Sollte man tatsächlich mal einbrechen, kann man dann die Spitzen in das Eis rammen und sich daran herausziehen. Also ist das ein bisschen wie das Erste-Hilfe-Set, welches man immer dabei hat, aber hoffentlich nie braucht. Wenn die ersten Skooterspuren auf dem Eis zu sehen sind, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass das Eis auch einen Skiläufer trägt.

In der letzten Nacht sind etwa 10 cm Neuschnee gefallen und heute morgen schneite es immer noch. Der Wind hat den pulvrigen Schnee ganz gut verweht und von den Treppenstufen vor meinem Haus war nicht mehr viel zu sehen. Gut, dass ich gestern noch eine neue Schneeschaufel gekauft habe.

Da ist Weihnachten!

Gestern habe ich mich noch ein bisschen gefragt, wo hier Weihnachten ist. Heute habe ich es gefunden.

Heute war Skelleftehamn war Skyltsöndag, der „Schaufenstersonntag“. (Eine Erklärung findet sich sich hier auf lapplandblog.eu.) Hunderte warm verpackte Menschen tummelten sich auf dem kleinen Platz, schauten sich den Kunsthandwerksmarkt an, tranken Kaffee und Glögg und trafen Freunde, während der Weihnachtsmann Programmansagen machte. Die Kinder spielten auf dem riesigen Schneehaufen oder versuchten, möglichst viele der Süßigkeiten zu fangen, die Pippi Langstrumpf vom Dach hinunterwarf. In der nah gelegenen Schule war Loppis, also Flohmarkt und hier konnte man Weihnachtsschmuck und -gebäck kaufen. Ich habe viele Leute getroffen, die ich kannte; das ist einfach toll, wenn ein Städtchen nicht so groß ist. Zum Schluss waren wir noch im Kopparstark Kaffee und Kakao trinken, eh einer nach dem anderen wieder nach Hause gefahren oder gegangen ist.

Während ich anfangs noch über meinen Daunenparka froh war, wurde mir zum Schluss draußen ganz schön warm. Zu Hause habe ich dann gesehen, dass das Thermometer um zehn Grad auf dreieinhalb Grad minus angestiegen ist. Kein Wunder also.

Und wieder zeigt sich: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Für das wenige Licht hat sich das iPhone aber tapfer geschlagen

Bad auf dem Flur

Temperaturen seit drei Tagen um -15 °C, Maximum in der Stadt heute bei -12.7 °C

Eigentlich sollte dieser Artikel „Adventskalender“ heißen und ich wollte über meinen Morgenadventskalender und meinen Abendadventskalender schreiben. Aber nachdem ich gerade eben dieses Foto gemacht hatte, ergab sich der Titel von ganz alleine.

Aber zurück zu den Adventskalendern. Morgens öffne ich immer ein Türchen von meiner „Weihnachtsballon-Adventskalenderkarte“, die mir eine liebe Freundin geschickt hat und schaue, welches Bild sich dahinter verbirgt. Bei dem heutigen Bild bin ich mir allerdings nicht sicher, ob es eine mongolische Jurte oder ein Käppi ist.

Meinen abendlichen Adventskalender finde ich zur Zeit aber noch spannender. Seit zwei Wochen liegt nämlich mein Zweitschlüssel zum Haus an einer fürchterlich geheimen Stelle und jeden Abend bin ich neugierig, ob wohl wieder ein Handwerker im Haus war und in meinem kleinen Bad im Erdgeschoss, welches seit August Baustelle ist, gewerkelt hat. Und der Kalender sah bis jetzt so aus:

29. November Neue Kacheln liegen auf dem Fußboden.
30. November Die Kacheln sind verfugt und die Fußleiste (auch aus Kacheln) ist dran.
3. Dezember Waschbecken und Heizung sind demontiert und stehen mit dem Klo auf dem Flur.
6. Dezember Die alte Tapete ist entfernt.
9. NovemberDezember Es ist frisch tapeziert.

Jetzt warte ich nur noch auf „Toilette, Waschbecken und Heizung sind wieder montiert und das Bad ist fertig“. Ich hoffe, dass ich dieses Türchen nächste Woche aufmachen kann. So lange ist halt mein Bad auf dem Flur.

Montag

ist heute und was hat der Montag mit sich gebracht?

  • Um halb acht laufe ich durch den kalten Morgen zur Bushaltestelle
  • Meine Standardkleidung: Wasserdichte Thermostiefel, Skihose und kanadischer Daunenparka einfach über der normalen Drinnenkleidung getragen. Das alles ist sehr bequem, hält prima warm und vor allem beim Parka muss ich auf der Rückfahrt im Bus aufpassen, dass ich nicht einschlafe, weil er so gemütlich ist
  • Mittagessen heute bei mir: Crossover-Pizza mit Giros und Tzaziki, das muss einfach ab und zu mal sein
  • In der Dreiuhrkaffeepause gibt es selbstgebackene Lussebullar
  • In Skellefteå war heute die Höchsttemperatur -14.9 Grad, jetzt – um acht – haben wir in Skelleftehamn -18 °C. Dauerfrost seit einem Monat!
  • Zu Hause angekommen: Waschbecken, Klo und Heizung im kleinen Bad sind wieder eingebaut. Hurra! Jetzt fehlt nur noch Licht
  • Eigentlich ist heute Luciafest, aber davon habe ich nichts mitbekommen

Ach ja – gearbeitet habe ich natürlich auch. Aber in diesem Blog schreibe ich nicht über Dinge wie WordPress-Pluginentwicklung oder die Tücken im Zusammenspiel von jQuery mit Cufón im IE7. Ich denke, da ist auch keiner böse, oder?