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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Jokkmokksmarknad · Teil 2

Temperaturen um -12 °C, leichter bis mäßiger Schneefall.

Was macht man an einem langen Tag auf dem Jokkmokksmarkt, wenn man am Vortag auch schon die ganze Zeit geschaut hat?

Kaufen Am Anfang habe ich einige antiquarische Bücher gekauft und in meine Unterkunft gebracht. Dann ein großes, getrocknetes Rentierfell. Wenn die Felle nur getrocknet sind, muffeln sie zwar ein bisschen, aber dafür kann man sie im Gegensatz zu den gegerbten einfach draußen auf den Schnee legen. Zum Schluss habe ich noch warme Wollfäustel gekauft. Diese extra zu groß, denn wenn sie bei 30 °C in der Maschine gewaschen werden, laufen sie ein, passen (hoffentlich) und sind dann noch wärmer.

Fotografieren, heute mit selbst gestellter Aufgabe: Von acht nebeneinander liegenden Ständen je zwei Fotos machen und je eines davon hier online stellen, egal ob gut geworden oder nicht. Nikonlinse 50mm/1.4. Bitte schön:

Schauen Erst habe ich mir die kleine alte Kirche angeschaut, dann war ich in der Samenschule, einem Heim und anderen Gebäuden, wo es von Ziegenkäse und Lachs über wunderschönen und entsprechend teuren Holzgefäßen, Mode und Gemälden auch wieder den Stand mit Schmuck aus Menschenhaar gab. Und wenn jemand einen Schlüpfer aus dem gleichen Material braucht: Auch den gibt‘s dort. Ich kann gut darauf verzichten.

Tourist sein, und dazu gehört, dass man den Zug der Rentiere fotografiert, der jedes Jahr auf dem Markt stattfindet. Bitte schön:

Mittagsschlaf Ein herrlicher Luxus, mal kurz zwanzig Minuten die Augen zuzumachen und danach in zwei Minuten wieder auf dem Markt zu sein.

Joiken Um drei Uhr nachmittags war ein Joikworkshop. Dort haben wir einige Tierjoiks gelernt, so den vom Hasen, der Krähe, dem Elch und dem Wolf. Das war ziemlich interessant. Ich werde in den nächsten Tagen ein Video online stellen.

Essen Zu empfehlen: Die Waffeln mit Moltebeerenmarmelade und Sahne im Café Gasskas.

Tanzen Ich war Abends noch mit Freunden meiner Gastgeberin zum Volkstanz. Dort haben wir versucht, uns den Schottischen abzuschauen, sind aber bei den schnellen Drehungen gescheitert und eine Schwedin hat mir gezeigt, wie ein Walzer im Volkstanz geht. Gut, dass ich vorher meine dicken Winterstiefel ausgezogen habe … . Die Musik wird ausschließlich von Geigen gespielt und ich mag diesen tänzerisch, leichten Klang sehr gerne.

Heute stand ich dann ein bisschen doof am Busbahnhof, denn der Bus nach Luleå fuhr gar nicht. ResRobot, Die Reiseauskunft auf meinem iPhone hat nämlich nicht gerade darauf aufmerksam gemacht, dass der 10:25-Bus ab Jokkmokk gar nicht am gleichen Tag, sondern erst am Sonntag fährt. Und für heute auch keine Verbindungen mehr gefunden. Toll! Zum Glück gibt es noch eine etwas umständlichere Verbindung über Arvidsjaur, aber ich habe ja Zeit und freue mich, dass ich heute Abend zu Hause bin.

… vorausgesetzt, unser Bus bleibt auf der Spur, denn kurz hinter Jokkmokk hat der Busfahrer der Gegenrichtung den Bus in den Tiefschnee gesetzt. Er hing schräg neben der Straße im Graben. Alle Passagiere saßen noch im Bus und passiert ist zum Glück nichts.

NB: Da drücke ich bei WordPress einmal versehentlich „Publizieren“ statt „Vorschau“ und schon finde ich meine eigenen Schreibfehler drei Minuten später bei Google wieder. Jetzt ist Café Gasskas aber richtig geschrieben.

Nachlese: Ein Video vom Jojkworkshop

Viel Sonne. Morgens meist um minus acht, neun Grad, tagsüber in der Stadt leichte Plusgrade, in Skelleftehamn ein paar Grad kälter.

Endlich bin ich mal dazu gekommen, ein paar kleine Ausschnitte von dem Jojkworkshop zusammenzuschneiden.

Diesen Workshop hat Per Niila Stålka anlässlich des Wintermarktes Anfang Februar in Jokkmokk gegeben. Das Hauptthema waren Tierjojks. Zu hören: Der Hase, die Krähe, der Elch und der Wolf.

Für jene, die nicht wissen, was Jojk oder Joik überhaupt ist, verlinke ich mal den Wikipedia-Artikel über Joik. Ich finde ihn zwar nicht sonderlich gelungen und auch recht subjektiv, aber ich kann aus der hohlen Hand auch nichts besseres schreiben.