Zum Inhalt

Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

Zu den Funktionen

Bjuröklubb und Surströmming

Nach einem ausgiebigen Frühstück – nennen wir es einfach Brunch – mit Spiegelei und Speck, gegrillten Tomaten, einer Art Eier-Käse-Auflauf und einem herrlichen grünen Tee haben Lasse, Martine und ich einen Ausflug mit dem Auto gemacht. Erst waren wir in Skelleftehamn, dem vorgelagerten Hafenstädtchen, welches 17 km weit entfernt an der Ostsee liegt. Teilweise ist das Meer schon eisfrei, an manchen Stellen ist es aber auch noch komplett mit Eis bedeckt. Dieses sieht aber schon ganz schön dünn aus, lange wird es nicht mehr dauern, bis das Eis weg ist.

Danach sind wir 4 Meilen südwärts nach Bjuröklubb gefahren, eine weit in die Ostsee ragenden Landzunge, auf der man fast bis nach Finnland herüberschauen kann. Die einzigen, die wir getroffen haben, waren ein Pärchen, welches vor dem Leuchtturmhäuschen eine Pause von ihrer Skitour(!) machte, ein sehr schneller Jogger und fünf Seidenschwänze, die in den Birken herum hüpften.

Abends gab es dann Surströmming, ein Gericht, bei dem sich wohl auch die Schweden streiten, ob es eine Delikatesse oder ungenießbar ist. Surströmming besteht im Grunde aus vergorenem Hering und das herausragende Merkmal ist der extreme Geruch, den dieser verbreitet. Deswegen macht man die Dose auch draußen auf. Aus dem Hering werden dann die Innereien heraus gedrückt und die Gräten entfernt. Das, was dann noch übrig geblieben ist, isst man mit Tunnbröd, zerstampften Kartoffeln, Zwiebeln, Sauerrahm und Dill als Sandwich. Dazu gibt es Bier und Schnaps. Letzterer wird mit Helan går, einem Trinklied begleitet. Surströmming werde ich jetzt nicht jede Woche begeistert essen, aber das ganze schmeckte wesentlich besser, als die vielen Horrorstories vermuten ließen.

Eiswagenmelodie

Und hier für alle schwedischen und nichtschwedischen Musiker:
Melodie des Eiswagens
Die Melodie der Eiswagen. Heute gehört – leider auf der anderen Flussseite.

Sommerwochenende

Ja – so langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich von dem schönen Wetter schreibe und dann von Kälterekorden in Deutschland lese und höre.

Ich war am Wochenende zu einer Feier nach Båtfors, das liegt etwa 5 Meilen, also ca. 50 Kilometer landeinwärts direkt am Skellefteälven eingeladen.

Und, was soll ich sagen, es war eine tolle Feier! Und das Wetter hat mehr als mitgespielt. Bei Temperaturen über 20 Grad haben wir mittags Hering, Lachs, Salate, Eier, Dünnbrot und Kartoffeln gegessen. Mit kurzen Hosen und T-Shirt in der Sonne sitzend. Direkt am Fluss. Nur die Eisschollen, die ab und zu vorbeitreiben, erinnern einen daran, dass der Winter hier doch sehr lang war.

Abends wurde es dann leicht kühler, aber da kann man ja ein Feuer im Kamin machen und in die Sauna gehen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, im Fluss zu baden. Der fühlte sich aber auch direkt nach der Sauna schweinekalt an und dementsprechend schnell war ich wieder draußen. Richtig dunkel wird es nicht mehr und um ein Uhr wurde es schon wieder heller. Die echten Nachtaufnahmen müssen also mindestens bis Ende Juli warten. Und ich habe mich über die dunklen Vorhänge in meinem Gästezimmer  gefreut. Heute ging es in aller Ruhe wieder zurück.

sfi und Junggesellenabschied (nicht meiner)

Heute am Samstag habe ich bis elf geschlafen und mir eher einen faulen gemacht. Dabei war es gestern gar nicht so spät.

Gestern ab vier war nämlich Lasses Jung­gesellen­abschied. Von den Dingen, die er in Skellefteå öffentlich tun musste, erwähne ich hier nur das Rezitieren von wirklich schlechten Gedichten – eine Aufgabe, die er mit Bravour meisterte. Sag ich jetzt mal so, denn verstanden habe ich fast nix.

Gegen sechs sind wir mit einem motorisierten Floss nach Ytterholmen übergesetzt. Die Insel liegt mitten in Skellefteå im Fluss und ist nur per Boot zu erreichen. In einem riesigen Wok wurde Fleisch und Gemüse über dem Lagerfeuer zubereitet und auf dem Floß mit Kartoffelgratin, Brot und Salat gegessen. Zu trinken gab es Bier, Wein, Cognac und Whisky. Ich hätte gegen ein Wasser oder eine Apfelsaftschorle ja nicht wirklich was gehabt und so habe ich den Abend fast nichts getrunken. Der Junggesellenabschiedsprofi werde ich wohl nicht mehr.

Nach dem Essen haben wir uns es im warmen Wasser eines Hot Tub, in der Sauna oder am Lagerfeuer gut gehen lassen. Nach dem Hot Tub war ich kurz im Fluss baden und was soll ich sagen, wirklich wärmer geworden ist das Wasser auch noch nicht. Um elf sind wir wieder zurück­gefahren. Ich bin dann nach Hause geradelt und war froh, dass es noch hell war, denn das Fahrradlicht geht entweder nicht, oder ich habe noch nicht herausgefunden, wie.

Jetzt werde ich noch ein bisschen an meinem Vokabellernprogramm weiter programmieren. Denn gestern bei der zweiten Stunde beim sfi habe ich von meinem Lehrer Björn erfahren, dass mein Schwedisch für den sfi zu gut sei und er mich nicht weiter unterrichten könne. Nett zu hören, aber die Freude hält sich in Grenzen, denn ich fühle mich immer noch wie ein Anfänger. Jetzt liegt es alleine an mir, mit dem Schwedisch weiter zu kommen. Also – Vokabeln lernen … . Los geht’s!

Lebensmittel

Dies sind Lebensmittel von meinen ersten beiden Einkäufen in Skelleftehamn. Dieses Mal als kleines Spiel …

Bitte aktiviere JavaScript, um zu spielen

midsommar

Ach, einfach herrlich war das. Bei schönstem Wetter mit Jonas mit dem Bus nach Byske fahren, von Leif mit dem Auto abgeholt und zum kleinen Hafen von Båtvik gebracht werden und dort mit anderen Gästen auf Paulina warten, die mit einem uralten Holzkahn von Krokgrundet herübergeschippert kommt und dann sitzen wir auch schon im Boot und tuckern über die blaue Ostsee an anderen Inseln vorbei nach Krok­grundet, einer kleinen Insel, auf der es genau zwei Sommerstugas gibt. Und eine davon gehört Paulina und Leif.

Nein, ich muss Euch enttäuschen, wir haben nicht „Små grodorna“ gesungen und sind dabei um den Maibaum gehüpft. Aber wir haben …

… Lachs und Sill, Kartoffeln und Salat gegessen
… Schnaps getrunken (ich nicht ganz so viel)
… Hot dogs gegessen (die Kinder)
… am Ufer gesessen
… gebadet (nur ein anderer und ich)
… mit den coolen Kids gespielt
… einen Maibaum gebaut und dekoriert
… Erdbeertorte gefuttert
… gegrillt
… uns unterhalten (90% auf schwedisch!)
… in der 85° heißen Sauna gesessen
… wieder gebadet
… und irgendwann nachts ins Bett gefallen

Jonas hat mir Zelt und Isomatte geliehen und ich habe wunderbar geschlafen. Bloß irgendwelche Seevögel haben mitten in der Nacht Rabatz gemacht. Und mein gar nicht so dicker Schlafsack war selbst als Decke zu warm.

Am nächsten Morgen gab es erst einmal ein lockeres, aber ausführliches Frühstück. Dann haben einige begonnen, die leeren Fässer, die als Schwimmkörper dienen, unter dem Ponton zu befestigen. Dann haben wir zusammen das sauschwere Teil ins Wasser gehievt. Platsch!!!.

Kaum waren die Hosen von dieser Aktion wieder trocken, fing es dann an zu regnen, aber das machte nichts, da ohnehin Aufbruchstimmung war und wir von Leif wieder zurück nach Båtvik gebracht wurden. Da hatte ich praktischer- und netterweise zusammen mit Jonas einen Lift und bin irgendwann am Nachmittag wieder in Skelleftehamn angekommen. Und ins Bett gefallen. Es war ein tolles Mittsommerfest – danke an Leif für die Einladung.

Nein, dieser Artikel gefällt mir nicht wirklich. Er zählt ein paar Dinge auf, aber diese herrliche Stimmung bei dem besten Mittsommerwetter seit vielen Jahren vermag er nicht zu vermitteln. Aber besser kriege ich es heute nicht hin, also bleibt er einfach so stehen.

Beerenhunger

Was macht man an einem freien Samstag bei schönem Wetter in Schweden? Richtig, man ignoriert das Chaos im Haus und ist möglichst viel draußen. Heute Vormittag habe ich mich aufs Rad gesetzt und bin über Örviken nach Bureå (spricht man so ähnlich wie Büro) und dann noch weiter bis Bergfors gefahren. Auf dem Rückweg habe ich eine schöne Pausenstelle direkt am Meer gefunden. Hier gab es wilde Himbeeren (schwedisch hallon) und auch einen verlassenen Johannisbeerenstrauch. Diesen Sträuchern habe ich mich erst einmal in Ruhe gewidmet. Sehr lecker, auch wenn die Johannisbeeren solo ja immer ein bisschen sauer sind. Einige Kilometer im Wald habe ich dann auch Heidelbeeren (schwedisch Blåbär) gefunden. Keine riesigen Mengen, aber für einen ordentlichen Snack hat es gereicht. Zwei Schweden haben an der gleichen Stelle Pilze gesammelt, aber damit kenne ich mich nicht aus und lasse die Pfoten davon.

Am Nachmittag bin ich dann noch einmal zu Fuß losgegangen. Eine wirklich schöne Heidel­beeren­stelle habe ich bei mir um die Ecke noch nicht gefunden, da muss ich morgen noch einmal schauen. Aber ich glaube, dass ich eine Moltebeerenstelle gefunden habe. Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht ob die Beeren wirklich Moltebeeren (schwedisch hjortron) sind und ich werde gleich per Twitter den Schweden mal das Foto zeigen und fragen, ob das (a) unreife Moltebeeren sind und (b) ob man die jetzt schon sammeln und nachreifen lassen sollte. Wenn die Moltebeeren nämlich reif sind, sind diese nicht nur goldgelb, sondern auch sehr weich.

Nachtrag: Leider waren die Beeren keine Moltebeeren, sondern vermutlich Steinbeeren. Schade eigentlich. Das Foto entferne ich lieber wieder, ehe das von jemandem als Bestimmungsgrundlage benutzt wird.

Was ich noch nicht gefunden habe, sind Walderdbeeren (schwedisch smultron). Und um Preißelbeeren (schwedisch lingon) habe ich mich noch nicht gekümmert. Das mag auch daran liegen, dass man alles andere direkt in den Mund stecken und essen kann. Und das ist doch immer sehr verlockend.

Moltebeeren

So, ein paar Moltebeeren hat es heute doch noch gegeben. Zum Marmelade machen reicht es noch nicht, aber für das Frühstücks-A-Fil schon.

Eine schöne Heidelbeerenstelle habe ich auch gefunden, da fahre ich vielleicht am Dienstag nach der Arbeit noch vorbei, wenn ich es schaffe.

Wasser und Beeren II

Der Haupthahn in meinem Haus ist wieder permanent geöffnet. Leider liegt das nicht daran, dass man das Leck im Wasserrohr gefunden und abgedichtet hat, sondern … aber von vorne:

Donnerstag kam ein Mann von Anticimex, der die Feuchtigkeit im Erdgeschossboden gemessen hat. An der Türschwelle zum Bad unter 40%, an zwei Stellen in der Küche unter 60%, aber direkt hinten an der Wand zum Bad 90%. Einige Stunden später kam dann ein Handwerker, der fachgerecht mein Bad zerlegt hat. Kurz darauf kam ein Installateur, um das Leck zu suchen. Er fand es aber nicht. Statt dessen habe ich von Nachbarn eine Leiter geliehen und die beiden sind aufs Dach gestiegen. Dort haben sie auch – leider – direkt die Ursache gefunden. Der kleine Schornstein für den Dunstabzug war mal so überhaupt nicht abgedichtet, so dass Regenwasser eintreten konnte. Das Wasser ist dann außen am Rohr entlang bis in den Keller gelaufen. Dieses Leck scheint laut Aussage der beiden auch nicht erst dieses Jahr entstanden zu sein und so hoffe ich stark, dass Wand und Decke jetzt keine Schäden davongetragen haben, denn eigentlich reicht mir das aufgeklopfte Bad als Baustelle. Mal schauen, wie es nächste Woche mit der ganzen Sache weitergeht.

Gestern Nachmittag hat das Wochenende für mich angefangen. Kaum war ich zu Hause, bin ich mit dem Fahrrad nach Storgrundet (1600 Meter) gefahren und habe bei 27° Lufttemperatur in der Ostsee gebadet. Das letzte Mal bin ich doch recht schnell wieder an Land geflohen, weil das Wasser noch so kalt war, aber dieses Mal war es nicht mehr so eisig.

Heute war ich mit einigen Freunden aus Skellefteå in Norrlångträsk zum Beeren sammeln. Dort wohnt die Schwester einer Freundin. Die Himbeeren werden dass Wochenende nicht überleben, aber die gut anderthalb Kilo Heidelbeeren werde ich einfrieren, so dass man im Winter leckere Sachen daraus machen kann. Ein paar Pfifferlinge (schwedisch kantareller) haben wir auch gefunden und kurze Zeit auf Brot mit Käse überbacken gegessen.

Eine Dose Heidelbeeren habe ich mit der Hand gepflückt, die andere gekämmt. Das geht zwar schneller und müheloser, dafür bekommt man auch jede Menge Blätter, Ästchen und unreife Preisselbeeren mit in die Dose und muss zu Hause sortieren. Die erste Runde wird jetzt gerade eingefroren.

Morgen sollte ich dann auch endlich mal Papierkrams erledigen, ehe sich irgendwelche Unternehmen oder Ämter in Deutschland bei mir beschweren. Aber erst schaue ich mal, wie das Wetter wird …

Deutsche Grüße

Das Bild von dieser herrlichen Wurstverpackung, die ich heute bei coop Konsum gesehen habe, wollte ich Euch nicht vorenthalten. Der Text in etwa: „Eine Wurst reich an Geschmack, mit Kümmel und Knoblauch gewürzt“. Ferner ist die Wurst frei von Gluten, Laktose, Ei, Soja, Milch und Erbsenprotein(?).

Ich habe dann aber doch zum gravad lax gegriffen.

Der erste Besuch

Gestern waren Jonas und ein Freund bei mir und haben einen Zwischenstopp bei mir eingelegt. Sie hatten gerade ihre mehrwöchtige Kanutour durch Norwegen und Schweden beendet. Ich habe mich riesig über den Besuch gefreut. Es war aber nicht nur schön, Jonas wiederzutreffen, sondern – ich bin ehrlich – es war auch einfach toll, mal wieder in meiner Muttersprache kommunizieren zu können. Ohne über Worte nachzudenken. Ohne konzentriert versuchen, mein Gegenüber zu verstehen. Ich konnte mich einfach in der Sprache treiben lassen wie in einer leichten Strömung im warmen Badesee. Nachdem wir Jonas’ leckeren Eintopf gegessen und uns dann durch die Tourschokoladenvorräte gefuttert haben, habe ich die Fotos auf den Rechner hoch geladen und von den beiden eine exklusive Diashow bekommen. Wirklich eine schöne, aber auch fordernde Tour durch wunderschönste Landschaft von Fjell bis Wald. Um zwei war ich dann im Bett.

Dem entsprechend war auch der heutige Plan, mit dem Bus zur Arbeit zu fahren, damit ich ein wenig länger schlafen kann. Aber zum einen bin ich eine Woche lang nicht in die Stadt geradelt und zum anderen war mal richtig schönes Wetter. Und ordentlich Gegenwind. Zu meinem Glück hat dieser aber nicht gedreht, so dass die Rückfahrt dann entspannt war. Ich habe mal wieder ein paar kleine Umwege über hoppelige Waldwege genommen und dabei sehr viele Pilze gesehen. Die meisten dürften wohl ungenießbar bis hochgiftig sein. Um halb acht war ich dann zu Hause, habe E-Mails beantwortet, gegessen und festgestellt, dass es um halb neun schon zu dunkel ist, um noch in Ruhe den Rasen zu mähen. Vielleicht morgen?

Besuch ist toll!

Am Freitag Abend ist Sandra zu Besuch gekommen, die ich immer wieder treffe, wenn ich im Winter bei Dirk auf Solberget bin. Nachdem sie zwei Wochen Padjelanta und Kungsleden gelaufen ist, hatte sie noch ein paar Tage Zeit, bei mir vorbeizuschauen. Und zum Glück war das Wetter am Samstag richtig schön und heute am Sonntag wenigstens trocken, so dass wir hier viel durch die Pampa gelaufen und mit dem Fahrrad gefahren sind (wie schön, dass ich noch ein Gästerad habe).

Gestern waren wir erst zu Fuß in Richtung Storgrundet, dem nächsten Strand unterwegs. Wie wir dabei auf das Thema Kaiserschmarrn gekommen sind – ich weiß es auch nicht mehr, aber nach einer schönen, gemütlichen Fahrradrunde hat Sandra fantastischen Kaiserschmarrn gemacht. Nicht, dass wir nicht mittags schon warm gegessen hätten. Nicht, dass wir nicht vorher im Wald schon einiges an Heidelbeeren gefuttert hätten.

Heute sind wir nach einem langen und späten Frühstück mit dem Fahrrad über die Brücke nach Orsviken zum „Stackgrönnans Båtmuseum“ gefahren. Leider hatten sowohl Museum als auch Café schon zu. Anfang September scheint hier nicht mehr Saison zu sein. Schade. Aber gut, dass die Sonne ein bisschen heraus kam und wir Wasser und Kekse dabei hatten. Am Nachmittag haben wir noch eine kleine Runde durch den Wald gedreht (Heidelbeeren) und sind dann ins Folkets Hus ins Kino gegangen. Den Film eclipse fand ich zwar gerade noch mittelmäßig, aber er scheint sich auch eher an Mädchen von 11-15 zu richten und so sehr interessieren mich Vampire und Werwölfe denn auch nicht. Das Kino ist aber überraschend groß und schön. Schade, dass der Film nicht synchronisiert war, denn ich hätte gerne Schwedisch gehört und nicht nur gelesen. Schade auch, dass das Popcorn versalzen war. Morgen fahren wir beide in die Stadt und ich gehe wieder zum Arbeiten. Fazit: Besuch ist toll. Mehr davon!

Hauseinweihung

Gestern war meine erste echte Einladung von in Schweden lebenden Schweden in Schweden. Ich hatte zum „Piano-Knytkalas“ eingeladen. Knytkalas bedeutet, dass jeder etwas zu essen (und zu trinken) mitbringt. Gleichzeitig war es aber auch Inflyttningsfest, also „Einzugsfest“ oder Hauseinweihung. Und ich war ganz schön nervös. Hoffentlich habe ich nichts vergessen und hoffentlich gefällt es allen bei mir. Zumindest alles zum Kaffee kochen hatte ich besorgt, denn ohne Kaffee geht in Schweden eigentlich gar nichts.

Was soll ich sagen – richtig schön war es! Ich hatte 26 Erwachsene (teilweise mit Kindern) eingeladen, gekommen sind dann zehn, da doch einige krank waren und andere bei einem Chick-Corea-Konzert in Umeå. Und ich glaube, dass es allen gefallen hat.

Viele der Eingeladenen sind sehr internetaffin und so gab es bei Twitter, Facebook und Gowalla einige Posts vor, während und nach dem Fest. (Nein, es gab keinen offiziellen Hashtag für den Abend, aber ich war kurz davor, einen auszurufen …). Das Foto links hat Paulina bei Gowalla online gestellt.

Nach dem sehr leckeren Essen habe ich Klavier gespielt. Erst alleine und dann mit Begleitung. Denn viele der Eingeladenen machen selber Musik und so gab es so manche Spontansession mit Klavier, Gitarre und Cajón und Per hat zum Schluss noch wunderschön „My Funny Valentine“ gesungen.

Gegen viertel nach sechs kamen die Gäste, und sechs Stunden später gingen die letzten drei nach Hause. Ja, gingen, denn sie wohnen alle in Skelleftehamn. In der letzten Stunde hatte ich leider keine Konzentration mehr und die brauche ich nach wie vor sehr, um dem Schwedischen zu folgen. Deswegen bin ich in Schweden immer noch wesentlich stiller als in Deutschland.

Nun liegt das erste wirklich freie Wochenende seit Ende August vor mir und das wird wohl ziemlich frei bleiben …

zum Wetter: In der Nacht hat es geschneit und die Straßen waren weiß. Heute morgen war aber schon alles wieder weggetaut. In Lappland, vor allem im Norden hingegen ist schon richtig Winter mit aktuellen Temperaturen von unter -10 °C und 30 cm Schnee, zu dem einiges noch hinzukommen wird. So gut mir Skelleftehamn gefällt; als Winterfan hätte ich lieber irgendwo dort meine Hütte.

Wo ist Weihnachten?

Heute morgen sonnig, -16 °C. Gestern zwei cm Neuschnee bei ± 10 °C.

Es sind noch drei Wochen bis Weihnachten und während man in Deutschland der allgegenwärtigen Vorweihnachtsstimmung kaum entkommen kann, bekomme ich hier wenig davon mit, dass wir uns mitten in der Adventszeit befinden. Aber halt, ein paar Sachen gibt es doch:

1. Musik

In einigen Läden hört man Weihnachtslieder; bevorzugt amerikanische im Frank-Sinatra-Stil. Schwedische Lieder (und da gibt es viele) habe ich noch nicht gehört.

2. Süßes

Meine Eltern haben mir ein riesiges Paket geschickt. Mit Lebkuchen, Spekulatius, Zimtsternen, Pfeffernüssen und hausgemachten Keksen. Toll! Hier gibt es in den Supermärkten neben den im ganzen Jahr erhältlichen Pfefferkuchen als einziges weihnachtlich angehauchtes Süßes nur „Mäusespeck“ und Fruchtgummis in Form von Jultomte, Schneemann, Baum und Glocke. Die schmecken zwar ganz OK, das war‘s dann aber auch. Und über den Brauch, Schmierkäse aus der Tube auf die Pfefferkuchen zu streichen, schreibe ich hier mal lieber nichts …

3. Licht

Ich weiß nicht, ob es der dunkle Winter oder die Adventszeit mit sich bringt; in vielen Fenstern ist Licht. Als Kerzenpyramide, in Sternform oder Lichterkette (gerne auch mal in blau, rot oder bunt), viele Häuser sind beleuchtet und das gibt eine sehr schöne Atmosphäre, wenn es um drei Uhr nachmittags schon dunkel ist.

Weihnachten in Båtfors

Den diesjährigen Heiligabend (auf schwedisch Julafton, also Weihnachtsnachmittag) hatten Sonya, die gerade zu Gast ist, und ich Gelegenheit, ein schwedisches Weihnachtsfest mitzuerleben. Annica und Martin hatten uns mit nach Båtfors eingeladen. Das liegt etwa 70 Kilometer landeinwärts direkt am Skellefteälven. Dort war ich schon einmal am 16. Mai und es war interessant, die beiden Aufenthalte zu vergleichen: Auch damals habe ich ein Thermometer fotografiert, aber es zeigte mit +22½ Grad fast fünfzig Grad mehr an. Der Fluss war frei, auch wenn noch Eisschollen auf ihm trieben. Die schöne, über den Fluss hängende Birke hatte noch keine Blätter, jetzt hat sie schon lange keine mehr. Frühling, Sommer und Herbst sind kurz hier in Nordschweden.

Ich war am Morgen des 24. schon früh wach und war kurz draußen, um bei herrlich, frostig-klarem Wetter ein paar Fotos zu machen. Nach einem kleinen Frühstück haben Sonya und ich einen herrlichen Spaziergang gemacht. Die Temperatur lag dabei die ganze Zeit um -25 °C und wir waren über unsere warmen Klamotten sehr froh. Bei der Kälte legt sich nach einiger Zeit Raureif auf Mütze, Pelzkapuze, Haare und Augenlider.

Mittags kamen wir zurück und haben noch von der heißen Risgrynsgröt – der traditionellen Weihnachts­grütze abbekommen. Sie ist vielleicht am ehesten mit Milchreis zu vergleichen. Später am Tag gab es dann das traditionelle Julbold, das schwedische Weihnachtsessen, zu dem eine ganze Reihe Leckereien gehören, unter anderem:

  • inlagd sill (eingelegter Hering)
  • julskinka (Weihnachtsschinken)
  • Janssons frestelse (Kartoffelgratin mit Anchovis)
  • prinskorv (in der Pfanne gebratene, kleine Würstchen)
  • revbensspjäll (Schweinerippchen)
  • köttbullar (die kennt ja jeder …)

Dazu noch Kartoffeln, Lachs, Brot, Salate, Eier mit Krabben, kalten Elchbraten und manches mehr. Wer es ganz traditionell macht, nimmt erst von den kalten Fischgerichten, dann von den kalten Fleischspeisen und zum Schluss von den warmen Gerichten. Wer Hunger hat – und das hatten wir alle – nimmt sich einfach, was er will. So sah der Tisch mit den kalten Gerichten aus (Elch fehlt noch):

Später kam dann der Jultomte, der für die Geschenkevergabe zuständig ist. Auf jedem Geschenk steht etwas wie „God Jul Lasse önskar Anna“ – zu deutsch „Frohe Weihnachten Lasse wünscht Anna“ – als Zeichen, dass Anna Lasse etwas geschenkt hat. Sonya und ich habe unsere gegenseitigen Geschenke falsch herum beschriftet und mussten tauschen. Erst werden alle Geschenke verteilt, dann wünscht Jultomte „God jul!“ – Frohe Weihnachten und verschwindet. Dann erst packen alle gleichzeitig ihre Geschenke aus.

Später am Abend haben sich dann die meisten an den großen Tisch gesetzt, um Julklapp zu spielen. Erst darf sich jeder, der eine Eins oder Sechs würfelt ein Geschenk nehmen. Wenn alle Geschenke verteilt sind, werden sie ausgepackt und vorgestellt. Eine Prima Gelegenheit, Schwedisch zu lernen. Dann wird zwanzig Minuten lang gewürfelt und jeder, der eine Eins oder Sechs würfelt, darf ein Geschenk klauen. Sehr lustig und auch ein bisschen spannend, denn manche Geschenke sind nicht uninteressant und werden kräftig hin- und hergestohlen.

Es war interessant und toll, mit einer schwedischen Großfamilie mit vier Generationen Weihnachten zu verbringen. Vielen Dank noch einmal an Annica und Martin für die nette Einladung in ihren persönlichen Kreis.

Und heute am 26. hier in Skelleftehamn: Ein trüber Tag – kein Schneefall – keine Sonne bei -9 °C. Der Schnee ist auf 80 cm zusammengesackt. Schöne Schneeschuhtour mit kurzer Pause auf der Insel Storgrundet. Mittagpause · Einkaufen · Köttbullar · 3D-Kino · Fotos sortieren, Skypen und Blog schreiben.

Einkaufen

Heute überwiegend freundlich mit einem kurzen Schneeschauer. -8 Grad um halb zwei , jetzt zwei Stunden später -15 Grad. Es wird kälter.

Heute morgen bin ich mit dem Rad zu ICA gefahren, um Lebensmittel und Shampoo einzukaufen. Nachdem ich dann alles in die Küche gestellt hatte, habe ich ein Foto vom heutigen Einkauf gemacht. Ich glaube, zu Tomaten oder Apfelsaft brauche ich nichts zu schreiben, aber ein paar abgebildete Produkte gibt es in dieser Form meines Wissens in Deutschland nicht.

  • Hähnchen kann man hier schon zubereitet kaufen. Eine praktische Sache für Kochfaule wie mich.
  • Nygårda Hallonsoda ist eine Himbeerbrause, die ich vor kurzem wiederentdeckt habe.
  • „Gille havre“ sind leckere Kekse. Die gibt es auch in der 750-Grammpackung, aber das ist mir zu gefährlich …
  • Chicken Tikka Spice Mix ist eine erstaunlich gute indische Gewürzmischung.
  • Marabou ist hier die Schokoladenmarke. Heute: Milchschokolade.
  • Nöt & Bär mix, eine Art Studentenfutter. Das nehme ich gerne auf Tour mit.
  • a-fil ist ökologische Filmjölk, ein in Deutschland unbekanntes Milchprodukt, welches ich statt Milch zum Müsli esse.
  • Bregott liegt vom Geschmack irgendwo zwischen aus Butter und Margarine und ist gesalzen.

Heute nicht mit dabei: Brot (hell und weich, aber lecker wenn warm), Eier, Speck für Sonntagsfrühstück, Käse (meist in Kiloportionen verpackt), Schinken, Lakritz, Müsli, Blaubeermarmelade, Sill (eingelegter Hering) und manches andere …

Monsterfutter

Ein Gastbeitrag vom Kleinen Gelben Monster.

Heute, am 4. April, gibt‘s Olafs Blog genau ein Jahr. Es wird Zeit, dass Olaf mal mich zu Wort kommen lässt, mich, das Kleine Gelbe Monster. Olaf denkt, dass ich die ganze Zeit ruhig auf seinem hohen Schrank sitze. Still sitze! Ha! Und wundert sich, dass die Schokolade wieder alle ist. Das war aber nicht er, sondern ich. Ich, auf der Suche nach Monsterfutter!!!

Wie Ihr bestimmt wisst, sind Kleine Gelbe Monster ganz toll auf den Winter eingerichtet. Olaf steckt bis zum Hals im Schnee – ha! Ich nicht! Ich bin nämlich herrlich rund gebaut. Und sinke deswegen gar nicht ein. Weil ich so herrlich rund gebaut bin – dank Monsterfutter!

Olaf muss sich warm anziehen im Winter. Kleine Gelbe Monster haben ein dickes Fell und gehen auch ohne Mütze raus. Sie haben nämlich viel Energie – dank Monsterfutter! Oh, Monsterfutter!

Und wohin gehen Kleine Gelbe Monster raus, wenn Olaf arbeitet und keiner guckt? Ich verrat’s Euch: Ich witsche dann schnell zum ICA in Skelleftehamn. Denn da gibt es nämlich was? Jawoll: Monsterfutter! Und deswegen mag ich Schweden, weil die hier eine riiiiesen Abteilung Monsterfutter haben, nur für mich. Zum Beispiel Bläckfiskar sura, Violprinsar, Bärry jordgubb/vanilj oder auch Fizzy Bubble Svampar Cola. Alles erstklassiges Monsterfutter! mit wichtigen Dingen wie Zucker, Glukosesirup, Fruktosesirup und Farbstoffen und künstlichen Aromen. Toll! Und mit Zucker! Zucker hatte ich schon? Egal.

Das hier drüber – über diesem Text – das ist mein Lieblingsbild. Hab ich selbst gemacht. Olaf findet das Bild zu grell. Pah! Kaum ist mal ein Bild ohne Schnee in seinem komischen Blog, schon wirds ihm zu bunt. Er sagt auch, ich hätte die Bilder nicht ordentlich genug ausgeschnitten. Pah! Der hat auch noch nie versucht, mit so schönen kräftigen Fingern wie meinen Photoshop per Touchpad zu bedienen. Und überhaupt, wer schreibt hier den Artikel, Olaf oder ich ?!?!?

Olaf hat gesagt, ein Jahr Blog wäre doch mal ne prima Gelegenheit für ne Rückblende. Also, was für ne doofe Idee! Der hat doch die ganze Zeit an seinem Computer gesessen und Blog geschrieben. Das können doch alle lesen. Also, falls es sie interessiert. Außerdem ist Olaf doch noch gar kein ganzes Jahr hier in Scheleff, äh, Skehamm, äh – in Nordschweden also. Was soll ich denn da für ne Rückblende schreiben. Sowas Blödes! Ich schreibe lieber über Monsterfutter! Oh, Monsterfutter!!!!!!!

Die Fahrradsaison ist eröffnet

Oh – war das herrlich, mal wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit in die Stadt zu fahren. Das erste Mal seit dem 8. November! Die schönen Abkürzungen durch den Wald sind noch zugeschneit, aber alle anderen Wege sind schon frei, auch der eine Fahrradweg am Ufer.

Auf dem Hinweg habe ich anfangs ein bisschen geflucht, da gab es nämlich steinhart gefrorenen Schneematsch mit tiefen Rillen, die einen überall hinführten, nur nicht geradeaus. Das war aber zum Glück schnell vorbei. Ich habe ganz schön lange für den Weg gebraucht, schiebe das aber einfach mal auf die langsameren Spikereifen, die Fotopausen und natürlich den ständigen Begleiter, den Gegenwind. Wie man sieht, bin ich nicht der einzige, der radelt.

Heute hat das Thermometer die Zehngradmarke geknackt und auf dem nachmittäglichen Rückweg war es noch so warm, dass ich ohne Mütze und ohne Handschuhe fahren konnte. Sogar die ersten Insekten schauen heraus und kleine Fliegen landen auf meinem hellen Hosenbein. Da kann man den Schnee ganz gut ignorieren und einfach beschließen, dass dies der erste Frühlingstag ist.

Ich war dann noch kurz bei ICA, um mir drei Flaschen Nygårda-Limonade zu kaufen. Ich mag diese kleinen Glasflaschen, das etwas alt wirkende Etikett und vor allem die herrlich unspektakulären Namen:

Das Hallon in „Hallonsoda“ bedeutet Himbeer und „Apelsin“ muss ich wohl kaum übersetzen. Mein absoluter Favorit in der Namensgebung ist aber „Sockerdricka“! Eine Limonade (in etwa) einfach Zuckergetränk zu nennen ist so erfrischend einfach und auch so entwaffnend ehrlich, dass mir Nygårda alleine dafür schon sympathisch ist.

Ryssvärme

Ryssvärme – So heißt das auf schwedisch, wenn von Russland warme kontinentale Luft nach Schweden gelangt. Und dann ist es plötzlich warm bis heiß. Skellefteå war gestern beim SMHI – dem schwedischen Wetterinstitut – mit 28.8 °C Maximum auf Platz vier von Schwedens wärmsten Orten. Auch heute Mittag waren es wieder über 25 Grad. Wir saßen barfuß draußen am Fluss und haben Lunch gegessen und es ist überhaupt nicht vorstellbar, dass vor dreieinhalb Monaten hier die Temperaturen unter -25 °C lagen.

Fährt man mit dem Rad von Skellefteå nach Skelleftehamn, dann kommt man fast sicher an einem Kiosk in Bergsbyn vorbei, der legendär für sein Softeis ist (Hier ist Eis immer Softeis, denn Italien ist weit weg) und zwar nicht nur für den Geschmack, sondern auch für die Portionen. Heute habe ich das erste Mal Eis gekauft und, obwohl ich von den großen Portionen schon gehört habe, dennoch leicht ungläubig gefragt, ob dies denn wirklich die kleine Waffel sei. Zum Softeis sucht man sich eine Soße oder Streusel aus, von eher traditionellen Dingen wie Erdbeersoße bis hin zu für Mitteleuropäer eher ungewohnten Zutaten wie Salmiaklakritzkrümel.

Ich habe mein Fahrrad erst einmal geschoben und Eis gegessen, Eis gegessen und Eis gegessen.

Gleich fahre ich an die Ostsee und springe ins Wasser, aber erst wenn ich das Softeis verdaut habe. Und das kann noch ein paar Minuten dauern …

Midsommarafton

Ich hatte schon geschrieben, dass Mittsommer ein wichtiges Fest in Schweden ist. Mir war aber bis gestern nicht klar, dass schon gestern am Freitag gefeiert wurde, obwohl „midsommar“ erst heute am Samstag ist. Dabei ist das eigentlich ganz einfach und logisch:

Neujahr heißt auf schwedisch „nyår“ oder genauer „nyårsdagen“ (Neu-Jahrs-Tag). Gefeiert wird am Vortag: nyårsafton (Neu-Jahrs-Abend). Weihnachten heißt „jul“, das traditionelle Weihnachtsessen und die Geschenke gibt es am „julafton“ (Weihnachts-Abend). Mittsommer heißt „midsommar“ und wann wird gefeiert? Richtig, am Tag zuvor, dem „midsommarafton“.

Und der war wie gesagt gestern. Ich habe mit Freunden in deren neuem Sommerhäuschen gefeiert. Wir saßen hauptsächlich auf der überdachten Veranda, den es hat ziemlich viel geregnet. Abends waren wir noch in der Sauna und haben uns zwischendurch zur Kühlung im Regen stehend mit dem Gartenschlauch abgespritzt. Irgendwann – wenn es immer hell ist, habe ich die Tageszeiten nicht mehr so richtig im Griff – habe ich dann das Gästezimmer abgedunkelt und mich schlafen gelegt. Und heute war auch schon wieder schönes Wetter.

Ganz wichtig übrigens beim Mittsommer ist das Essen: Hering („sill“), Lachs, Dünnbrot und neue Kartoffeln müssen dabei sein. Und Aquavit! Eigentlich. Denn Schnaps hatten wir zwar keinen, aber ein kleines Trinklied kann man ja auch zum Rotwein singen. Die gleichzeitig gegrillten Fleischstücke waren so groß, dass wir alle pappsatt waren und sogar ich – kaum zu glauben – nicht mehr viel von der Erdbeertorte geschafft habe. Aber die hat heute zum Frühstück auch gut geschmeckt.

Nun habe ich noch fünf Tage zu arbeiten und dann habe ich vier Wochen Urlaub! Ich frage mich, ob ich den Freitag jetzt „semesterafton“ nennen darf, denn immerhin ist es der Tag vor meinem Urlaubsanfang, und das – finde ich – ist ein Grund zum Feiern!