Zum Inhalt

Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

Zu den Funktionen

Wie kommt man nach Skellefteå?

„Wie kommt man nach Skellefteå?“, das frage ich mich seit einigen Wochen. Mitfahrgelegenheiten auf dieser Strecke finde ich nicht – das wäre ja auch ein riesiger Zufall. Nun gut …

Ein nicht näher genannter Autovermieter bietet an, ein Auto in München zu leihen und in Skellefteå abzugeben. Die dabei anfallende Einweggebühr beträgt allerdings fast 2000 Euro. Nun gut …

Fliegen wäre eigentlich gar nicht so teuer. Für rund 300 Euro kann ich von München (MUC) nach Skellefteå (SFT) fliegen. Allerdings schlägt das Übergepäck, welches ich garantiert reichlich haben würde, mit 11 Euro pro Kilo zu Buche. Nun gut …

Heute bin ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof Pasing geradelt. Die erste Überraschung im Reisezentrum erinnert schon sehr an Schweden: Man muss erst einmal eine Nummer ziehen. An Schalter 1 werde ich dann bei dem Stichwort „Schweden“ gleich an Schalter 4 weiter verwiesen. Dort überrascht mich dann der Bahnmitarbeiter mit einer Geschwindigkeit und einem Tarifwissen, wie ich es noch nie erlebt habe. In Sekundenschnelle füllt er Zahlencodes in die Suchmasken, gibt Zwischenbahnhöfe ein, sucht nach günstigen Alternativen und kann mir zum Schluss die Strecke München—Sundsvall für knapp 175 Euro anbieten. Mit Platzreservierungen und Liegewagen. Gekauft!

Zu Hause sehe ich im Netz, dass ich für die sechsstündige Busfahrt Sundsvall—Skellefteå noch umgerechnet etwa 36 Euro zahlen muss, also bin ich für gut 210 Euro dabei. Mit so viel Gepäck, wie ich tragen kann.

Bloß die Frage nach einer möglichen Fahrradmitnahme entlockte dem Tarifprofi nur ein müdes Lächeln, gefolgt von einem leichten Kopfschütteln. Man kann eben nicht alles haben …

Also, am Mittwoch, den 21. April steige ich um 9:15 in München in den ICE und wenn ich alle Anschlüsse bekomme, steige ich am nächsten Tag um 16:15 nach schlappen 31 Stunden Fahrt in Skellefteå aus der Buslinie 100 und bin da.

Und für alle, die es ganz genau wissen wollen:

München Hbf 21.04. ab 09:15
Hamburg Hbf an 14:54
Hamburg Hbf ab 15:25
København H an 20:11
København H ab 21:03
Malmö Central an 21:38
Malmö Central ab 22:48
Stockholm Central 22.04. an 05:56
Stockholm Central ab 06:30
Sundsvall Central an 09:52
Sundsvall Central ab 10:05
Skellefteå busstation an 16:15

Ausmisten

Zu den Dingen, die ich heute beim Ausmisten im Keller finde, gehören unter anderem:

  • ein Kassettendeck
  • ein Zauberwürfel, eine Zaubertonne, eine Zauberpyramide und so weiter  …
  • ein Brustbeutel aus Leder
  • der Deckel für den Wasserkocher in der Küche
  • viele Computerkabel (SCSI kennt Ihr vielleicht noch, aber Apples serielle Schnittstelle aus Vor-USB-Zeiten?)
  • ein roter Metallfahrradkorb
  • ungetragene Wollsocken
  • Schnüre für Lenkdrachen

Alles schön und gut. Aber warum bitte finde ich so kleine Kästchen, in denen so etwas drin ist?:

Morgen geht‘s los

Post-its am Fenster zeigen meine Aufgaben für den letzten TagMorgen Heute ist mein letzter Tag in München, bevor ich am Mittwoch morgen in den Zug nach Schweden steige. Und es gibt noch einiges zu tun. Das kommt davon, dass ich heute gestern eher faul war.

Ich denke aber, dass ich das morgen heute alles gut und stressfrei schaffe. Das Packen braucht wahrscheinlich die meiste Zeit. Weniger stressfrei wird wohl das Umsteigen mit Gepäck übermorgen, denn ich schätze, dass sich in den beiden Rollkoffern und der Reisetasche so um die 50 Kilo Sachen befinden. Und die Koffer und Tasche wiegen zusammen auch nochmal so um die sieben Kilo. Uffs!

Heute Gestern habe ich die letzten Bücherkartons im Keller gesichtet; unglaublich, was sich die Jahre über so angesammelt hat. Auch unglaublich, wie viele Bücher ich über die Jahre nicht vermisst habe. Da werde ich im Juli jede Menge an Oxfam abgeben, vorher aber – vielleicht schaffe ich es morgen heute noch – eine Liste hier einstellen, für alle, die sich vorher das eine oder andere Buch sichern wollen …

Gepackt

Es ist vollbracht, ich habe alles zusammengesucht. Nur der Computer darf noch ein wenig angeschlossen bleiben, bevor er morgen auch in Tasche oder Koffer wandert.

Laut amtlichen Endergebnis habe ich 54-55 Kilo Gepäck (zuzüglich Proviant) dabei, allerdings inklusive der Sachen, die ich anhabe. Da die beiden Koffer sich rollen lassen, sollte sich das morgen gut transportieren lassen. Bloß wenn ein Zug Verspätung hat und ich rennen muss, um den Anschluss zu bekommen, wird‘s ein bisschen sportlich.

Morgen werde ich von guten Freunden mit dem Auto abgeholt und treffe auch noch eine gute Freundin am Bahnhof, da freue ich mich doch sehr. Und dann beginnt die Reise.

Ich gebe zu, „Gepackt“ ist nicht der richtige Titel, immerhin liegt noch alles wild verstreut auf dem Bett herum, aber „Zusammengekramt“ ist jetzt auch nicht soo der tolle Titel für diesen Artikel. Und gleich verteile ich die Sachen dann auch auf Koffer und Tasche. Dann ist das Bett wieder leer und ich kann mich da hereinlegen. Prima!

Nachtrag:

Viertel nach eins: Jetzt ist auch bis auf das Laptop alles verpackt. Der eine Koffer ist mit 24 Kilo sackschwer. Gut, dass man den rollen kann. Die Tasche, die ich auf dem Rücken trage, hat aber dafür nur 12 Kilo. Geht schon … . Den Wecker stelle ich auf 5:45, dann habe ich morgen Ruhe und Zeit, noch mal durch die Regale zu schauen, ob ich wirklich alles Mitnehmenswerte mitgenommen habe.

Die Anreise, Teil 1

Der heutige erste Anreisetag steht wohl unter dem Motto „Immer knapp und dann doch nicht“.

Freunde haben mich mit dem Auto abgeholt. Dann haben wir gelernt, wie viele Staus es morgens in München gibt, so dass ich schon Angst hatte, den Zug nicht zu bekommen. Hat dann aber doch noch geklappt.

In München sind auffallend viele Schweden in den Zug eingestiegen, die alle ihre Flüge nicht wahrnehmen konnten. Wir sind pünktlich abgefahren, doch in einem Tunnel kurz vor Göttingen hat es ein Problem mit einer Bremse gegeben, so dass wir 43 Minuten Verspätung hatten. Damit war schon mal klar, dass der Anschlusszug Hamburg—København weg ist, wenn er nicht wartet. Aber vielleicht wartet er ja, sind ja immerhin so um die hundert Schweden im Zug. Wartet aber nicht. Ich will jetzt nicht alles im Detail aufzählen, also die Kurzfassung:

In Hamburg: warten auf …
… einen eingesetzten Bus Hamburg—Puttgarden. Nette Leute, meine ersten Worte Schwedisch.

In Puttgarden warten auf …
… die Fähre Puttgarden—Rödby. Nette Leute, meine zweiten Worte Schwedisch. Und Englisch.

In Rödby warten auf …
… irgendeinen Zug. Der fährt dann sogar nach København. Nette Leute, Englisch.

In København fährt dann auch direkt ein Zug nach Malmö. Und dieser Zug kommt fünf Minuten später an als mein Nachtzug nach Stockholm abfährt.

Die nette Zugbegleiterin versucht noch den Zug telefonisch zum Warten zu überreden. Vielleicht wartet er ja, sind ja immerhin nur fünf Minuten. Wartet aber nicht. Also sitze ich in Malmö fest.

Nachdem das erste Hotel 2500 SEK haben wollte, sitze ich jetzt in einem netten Einbettzimmer mit WLAN für 1000 SEK. Ich habe ohnehin nur ein paar Stunden Schlaf vor mir, denn morgen geht es um 5:11 nach Stockholm weiter. Und wenn alles gut geht, bin ich morgen um 20:15 in Skellefteå.

Mal schauen, was der zweite Anreisetag so bringt.

Die Anreise, Teil 2

„Umeå 67 km“ sagt das Schild am Straßenrand.

Also wenn ich schon die einmalige Gelegenheit habe, im Bus nach Umeå kostenloses WLAN zu haben, dann schreibe ich auch mal, wie es weiter gegangen ist.

Um 4:20 hat mich der Wecker aus dem Schlaf geklingelt. Ich habe mich angezogen, meine Sachen zusammengepackt und bin zum Bahnhof gelaufen, der zum Glück gleich um die Ecke ist.

Nach Stockholm wollte ich ja eigentlich mit dem Nachtzug und hatte eine Fahrkarte mit Zugbindung. Als die Zugbegleiterin aber Teile meiner Reisestory gehört hat, hat sie direkt einen Haken gemacht und die Fahrkarte für gültig erklärt.

Aber fast schäme ich mich, die Fahrt aus München als lang zu bezeichnen. Eine Familie mit zwei kleinen Jungen wollte nach Uddevalla nördlich von Göteborg, sie kamen aus Rom. Hinter mir im Bus sitzt gerade eine Frau mit Tochter, die schon Tage aus London unterwegs sind und nach Hause wollen. Das ist irgendwo in Nordnorwegen zwischen Narvik und Tromsø. Da hab ich es doch eigentlich ziemlich gut.

In Stockholm habe ich meine Vorräte aufgefüllt, eine neue Fahrkarte abgeholt (ging problemlos) und auf den Zug nach Sundsvall gewartet. Nach einigen Malen Umsetzen habe ich auch Platz gefunden, obwohl der Zug ausgebucht war. Glück gehabt. Allerdings gab es eine Signalstörung und dann haben wir den Rest der Strecke sämtliche Gegenzüge durchgelassen und sind so mit 30 Minuten Verspätung in Sundsvall angekommen. Und ratet Mal, wer schon weg war. Richtig, der Bus 100 nach Skellefteå.

Aber es stand schon ein Ersatzbus nach Umeå bereit und mit ein bisschen Glück erreiche ich sogar noch die Buslinie 100 in Umeå und komme nach Plan 2 um viertel nach acht in Skellefteå an. Zwischendurch haben wir noch einen fliegenden Wechsel in einen anderen Bus gemacht, so dass ich verkürzt schreiben kann:

München | Auto · Zug · Bus · Fähre · Zug · Zug · Hotel · Zug · Zug · Bus · Bus · Bus | Skellefteå

Drückt mir die Daumen, dass es so bleibt.

Fotos und Reiseeindrücke gibt‘s später. Jetzt will ich erst einmal nur noch ankommen.

Ankunft

OK, ich mache es kurz. Ich bin angekommen. Ich bin angekommen. Angekommen. Ich bin angekommen. Angekommen!

Der Umstieg in Umeå ging problemlos und ich brauchte nur noch zwei Stunden Landschaft an mir vorbeiziehen lassen, eh ich in Skellefteå am Busbahnhof ausgestiegen bin. Nach neun Mal Umsteigen. Leif von Artopod hat mich abgeholt und wir haben zu sechst Abendbrot gegessen: Drei Artopodler, Meine Gastgeber und ich.

Hat das gut getan zu sitzen und etwas zu essen, was weder Keks, noch Brot, noch Schokolade ist. Bloß zum Englisch reden war ich fast zu müde und dabei sind alle so nett. Aber egal, ich bin ja erst einmal hier; war ja nicht das letzte Gespräch.

Jetzt sitze ich in einem schönen Zimmer* noch kurz am Computer und lasse meine Haare trocknen (Dusche, nicht Regen) und falle dann ins Bett.

*Schönes Zimmer = Nette Gastgeber × ( WLAN + Wald hinterm Haus + großes Bett + Ruhe + …)

Morgen mehr.

Unterschrieben

Heute habe ich einen von allen Parteien unterschriebenen Kaufvertrag beim Besitzer abgeholt und jetzt ist es wirklich klar: Das Haus im Tallvägen gehört mir. Und morgen in fünf Wochen wohne ich schon dort.

Ich bin ab dem 15. Juli in München. Am 27. werden meine Siebensachen¹ eingeladen. Am 29. setze ich mich ins Flugzeug, um dann am 30. Juli in Skelleftehamn auf die Ankunft des Möbelwagens zu warten.

Die von mir besonders ersehnten Dinge sind zuallererst mein Flügel (nach über sechs Jahren Einlagerung endlich wieder zu Hause), mein Fahrrad, mein eigenes Bett und der große Computermonitor. Und meine drei, vier Bücher².

__________

¹ mein heutiger Beitrag zum Thema Untertreibung
² wenn man einmal angefangen hat …

Flug nach Bremen

Seit gestern Abend bin ich nicht mehr in Schweden, sondern in Deutschland. Seit heute Vormittag ist auch mein Gepäck hier. Bis zum 28. Juli bin ich erst ein paar Tage in Norddeutschland und dann in München.

Gestern um 13:20 bin ich in Skelleftehamn in den Bus gestiegen und nach Skellefteå gefahren. Dort hatte ich eine gute Stunde Zeit, bevor der „Flygbuss“ mich zum Flughafen gebracht hat. Dieser fährt eine Stunde vor Abflug jedes Fluges in der Stadt ab*, so dass man dreißig Minuten vor Abflug zum Check-In da ist. Und das reicht auch locker aus. Und eine gute Stunde nach dem Start bin ich auch schon in Stockholm leicht verspätet gelandet. Ein zügiger Gang durch SkyCity zu Terminal 5, Boarding Time war schon und wupps! sitze ich im Flieger nach Kopenhagen. Dort erfahren wir dann, dass wir zwar Starterlaubnis haben, die Landung sich aber verzögern wird, weil sich über Kopenhagen einzelne Gewitter entladen und die einzelnen Zellen umflogen werden. Und zum Schluss kurven wir auch um und durch die quellenden Cumuli. Ein wunderschöner Anblick, mit vielen unterschiedlichen Lichtstimmungen von der zum Anfassen nahen Haufenwolke bis zur grauen Suppe. Aber wenn man in Kopenhagen nur 45 Minuten Umsteigezeit hat, wird man doch ein bisschen nervös. Schließlich landen wir. Na toll, mein Anschluss nach Bremen geht in 13 Minuten und noch hat keiner die Maschine verlassen. Doch bald bin ich draußen und renne (schon einmal in Tewa-Sandalen gesprintet? Klingt wie Taucherflossen.), so schnell es geht zum nächsten Terminal zum Gate C3. Dort drückt mir eine Frau nur noch einen Zettel mit SCHNEIDER/OLAFMR in die Hand und ich renne weiter. Im Bus bin ich so außer Puste, dass ich erst einmal keuche wie andere nach einem Triathlon. Aber rennen ist halt nicht meins, erst recht nicht bei dieser Hitze.

Der Bus kurvt dann über das Rollfeld und bleibt bei einer kleinen zweimotorigen Maschine stehen und jetzt beginnt der schönste Flug, den ich bis jetzt jemals hatte. Der von der OLT eingesetzte Fairchild Metroliner hat genau 19 Sitzplätze und ich sitze ganz vorne. keine zwei Meter vor mir sitzen Pilot und Copilot im offenen Cockpit und ich schaue die ganze Zeit fasziniert zu. Auf dem Platz neben mir auf der anderen Gangseite ist ein Korb festgeschnallt, in dem zwei Thermoskannen stehen. Kaffee? Ostfriesischer Tee? So eine Art Fliegen hat schon was. Fast schade, dass wir irgendwann wieder landen müssen, aber ich freue mich riesig, dass ich nicht in Kopenhagen übernachten musste und meine Eltern sehe.

Das Gepäck hat es natürlich nicht mehr geschafft, es ist heute mittag mit dem Taxi vorbeigebracht worden. Jetzt sitze ich draußen in Garten der Eltern, die Schauer am Mittag haben die Temperaturen unter 30° gedrückt und gleich gibt’s Abendessen.

Anhand der Instrumente auf dem Foto könnt Ihr sehen, wie Ihr das Flugzeug von Kopenhagen nach Bremen steuert: Kurs 220°, Reisehöhe 18000 Fuss, Maschine gerade halten. Bei der Landung nicht mehr als 1500 Fuss/Minute fallen und schon seid Ihr da. Einfach, oder?

___
* Achtung: Samstags nicht.

in München

Es sind unter anderem Bilder wie diese, die mir deutlich sagen: Du bist nicht mehr in Skelleftehamn, sondern in München.

Ein bisschen seltsam ist es schon, plötzlich wieder in der alten Münchener Wohnung zu sein. Ich lebe hier nicht mehr und doch ist alles noch so vertraut. Ich rutsche wieder in den Münchener Alltag und Nordschweden ist plötzlich so weit weg und fühlt sich fast wie ein Traum an. War ich da jetzt wirklich 12 Wochen? Und habe dort ein Haus gekauft? Nur die 100 Umzugskartons und die Riesenrolle mit Luftpolsterfolie in der Wohnung erinnern mich daran, dass ich nächste Woche alles packen werde und in zwei Wochen gerade in mein Haus in Skelleftehamn gezogen sein werde. Bis dahin ist aber noch viiieel zu tun. Aber jetzt wird erst mal geheiratet. Also nicht ich, sondern meine besten Freunde.

Umzug, Zwischenbilanz

So, mal ‘ne kurze Pause und umschauen:

In der einen Ecke stehen 30 Umzugskartons, die meisten davon mit Büchern, CDs und Noten gefüllt. Da der Spediteur keine Bücherkartons liefern konnte, liegt oben immer noch eine Jacke oder ein Pullover drauf, damit das ganze nicht zu schwer wird.

Links und rechts von mir stehen 53 lange Ivar-Regalbretter, irgendwo sind auch noch ein paar kurze. Vor mit steht der Computer – noch mit dem großen Bildschirm und das Thermo­meter, welches schon wieder 29 °C Innentemperatur anzeigt.

Hinter mir: Latentes Chaos. E-Piano und Gitarre haben auf dem Bett Asyl gefunden und auf dem Fußboden befinden sich ein großer Kasten mit ausländischen Münzen, Skistiefel, meine alte Melodica, noch mehr Bücher, Computer-CDs, Aktivboxen, Kästen mit Muscheln sowie ein Riesenhaufen mit Erinnerungen. Ich glaube der kommt als nächstes dran.

Ansonsten suche ich noch einige Kartons mit folgenden Eigenschaften: 2×2×2 Meter, Fenster, Stuhl und Bett, Kühlbox mit leckerem Essen und Musik. Dann ziehe ich meine Freunde einfach mit um …

Umzug, Zwischenbilanz II

Die Halteverbotszone ist eingerichtet und das meiste ist gepackt. Keller, Flur, Küche und Bad sind im Grunde fertig. Jetzt warten nur noch Computer, Bett und ein kleiner Hügel Krimskrams darauf, verstaut zu werden. Jetzt muss ich fein aufpassen und überlegen, was ich nach dem Umzug noch in München brauche (Malersachen und Putzmittel), was ich im Flieger im Koffer habe und was ich im Handgepäck habe (Kaufvertrag für den Banktermin am Freitag). So, jetzt schnell was zu Essen bestellen (ab jetzt gibt‘s nur noch Plastikbesteck) und weiter räumen. Morgen um zehn Uhr kommt der Möbelwagen.

Nachtrag:

Ein kleiner Wettbewerb: Was ist das älteste Verfallsdatum, welches ich heute bei den Lebensmitteln gefunden habe?

Umzug von München nach Skelleftehamn

Seit Montag ist viel passiert und so ist dieser Blogartikel ein bisschen länger geworden. Viel Spaß beim Lesen!

Teil 1: München

Also. Die Kisten waren gepackt und am nächsten Tag kam dann Xxxxx mit dem Möbelwagen. Wer nicht kam, waren die drei Packkräfte, die er in München gemietet hat. Nach einer Stunde haben wir dann herumtelefoniert und schließlich zwei Packkräfte bekommen. Und die haben ordentlich herangeklotzt, so dass nach einigen Stunden Keller und Wohnung leer und alle Sachen verladen waren.

Da ich die letzten Nächte nicht so toll geschlafen habe, war ich todmüde. Zum Erholen blieb aber keine Zeit, denn direkt danach war schon das Malern dran. Gut, dass einige Freunde geholfen haben, denn alleine hätte ich dreihundert Mal so lange gebraucht und Spaß hätte das auch nicht gemacht. Nun, ein Hobby wird das Streichen für keinen von uns. Desto mehr gilt mein Dank fürs Helfen an alle.

Nach einer Übernachtung und einem ruhigen Frühstück bei Freunden bin ich wieder in meine Wohnung gefahren, um sauberzumachen. Und das hat viel, viel länger gedauert als veranschlagt. Am liebsten hätte ich den Vermieter, der um sechs kam, wieder für zwei Stunden nach Hause geschickt. Aber weil er nett und entspannt ist, haben wir die Übergabe dann doch gemacht und ich habe danach erst den Rest geputzt und dann die Schlüssel bei ihm vorbeigebracht. Also geht auch ein Dank an meinen Vermieter für sein Vertrauen.

Die letzte Nacht durfte ich bei einer guten Freundin schlafen. Die hatte die tolle Idee, am Donnerstag vor meinem Abflug noch ein Weißwurstfrühstück zu machen. Super, auch wenn wir dafür um fünf aufstehen mussten. Aber es war einfach schön, noch einmal zusammen draußen auf dem kleinen Balkon zu sitzen, bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht habe. Einen Riesendank für das Abschiedsweißwurstfrühstück!

Und um neun Uhr saß ich auch schon im Flieger in Richtung Kopenhagen …

Teil 2: Abschied

Vem kan segla förutan vind?
Vem kan ro utan åror?
Vem kan skiljas från vännen sin
Utan att fälla tårar?

Jag kan segla förutan vind,
Jag kan ro utan åror.
Men ej skiljas från vännen min
Utan att fälla tårar.

Wer kann segeln ohne Wind?
Wer kann rudern ohne Ruder?
Wer kann scheiden von dem-Freund seinen
Ohne zu vergießen Tränen?

Ich kann segeln ohne Wind,
Ich kann rudern ohne Ruder.
Aber nicht scheiden von dem-Freund meinen
Ohne zu vergießen Tränen.

Teil 3: Skelleftehamn

… und um neun Uhr saß ich auch schon im Flieger in Richtung Kopenhagen.

Der Rückflug war entspannt, da ich dieses Mal sowohl in Kopenhagen als auch in Stockholm mehrere Stunden Aufenthalt hatte und so haben ich und mein Gepäck die Anschlüsse nach Stockholm und Skellefteå bekommen und gegen neun war ich in meinem Haus.

Das war vielleicht komisch. Jetzt, wo das Haus so leer stand wirkte es so klein und so fremd und erinnerte an eine neue Zahnfüllung, die sich noch so komisch im Mund anfühlt und wo die Zunge immer wieder testet, ob alles seine Ordnung hat. Habe ich das richtig gemacht mit dem Hauskauf? Ich weiß nicht.

Da im meinem Haus kein Bett stand, habe ich die letzte Nacht noch in meinem alten Zimmer übernachtet. Am nächsten Tag bin ich dann nach Skellefteå gefahren, um bei der Bank die letzten Papiere zu unterzeichnen. In der Stadt habe ich dann alle Kollegen getroffen, die schon einige Stunden vor dem Telia-Laden kampierten, um das neue iPhone zu bekommen. Nach der Bank bin ich dann mit dem Taxi zum Haus gefahren, wo Xxxxx schon mit dem Möbelwagen wartete. Zu der Schwierigkeit, in Skellefteå ein bestelltes Taxi auch zu bekommen, schreibe ich hier mal nichts …

Nach einer halben Stunde kamen dann zwei Männer von Skellefteå Stadsbud, die schnell und routiniert den Flügel entladen und in meiner Wohnung aufgestellt haben. Für die sechs Jahre Lager ist er auch gar nicht so arg verstimmt. Dann kamen die restlichen Möbel und Kartons dran. Um drei waren wir fertig und Xxxxx konnte sich wieder auf den Weg nach Xxxxx machen.

Und jetzt, wo der weiße Yamahaflügel seinen Platz gefunden hat, mein Bett steht und viele Bücherkisten klarmachen, dass ich jetzt hier wohne, da war das so fremde Häuschen von gestern plötzlich mein Haus und es fühlte sich gut an!

Dann habe ich Internet bestellt und drei Minuten später war ich online. (@Deutsche-Internet-Provider: Schaut Euch mal an, wie einfach und schnell das gehen kann.) Und dann habe ich erst einmal geschlafen.

Heute, am Tag danach ist das Wetter fies: Es ist stürmisch und regnet. Also werde ich einiges wegschaffen. Die Küche ist schon eingerichtet.

Doch nun, wie gewünscht, einige Fotos:

Ich habe außerdem gestern ein kleines Rundgang-durch-das-Haus-Video gedreht. Die Qualität ist unter aller Sau und YouTube schlägt mir als Schlagworte „horror movie“ und „weapons“ vor. (Schluck!). Aber für einen kleinen Eindruck ist es vielleicht doch ganz nett.

Nachtrag (23. März 2011)

Da ich mit dem Menschen, der den Umzug gemacht habe, im nachhinein riesigen Ärger hatte – er schuldet mir bis heute Geld – habe ich mich entschlossen, den Namen unkenntlich zu machen. Tja, es gibt auch Menschen, die nicht gut sind.

Meine Reise von München nach Skelleftehamn, Teil I

Ein Gastbeitrag von Sonya.

Die Anreise

In Europa ist der Flugverkehr in den letzten Tagen aufgrund des unerwartet schneereichen Winters regelmäßig zusammengebrochen. Es kam zu Verspätungen und Flugausfällen. Meine Hauptsorge ist, ob ich mein Flugzeug nach Stockholm überhaupt noch rechtzeitig erreiche.

Es ist der 18. Dezember. Am Abend zuvor fand in der Agentur, in der ich arbeite, die Weihnachtsfeier statt. Die Nacht war entsprechend kurz. Hinzu kommt, dass ich immer auf den letzten Drücker packe. Bereits Tage vor Reisebeginn auf gepackten Koffern zu sitzen, entspricht nicht meinem Reiseverhalten. Immerhin nutze ich sonst eine sorgfältig durchdachte Packliste. Diese Liste fehlte diesmal und so kam es, dass ich viel zu viele Dinge eingepackt und trotzdem viel zu viele Dinge vergessen habe.

Eine Stunde vor Abflug komme ich am Flughafen an, mit etwa zwanzig Minuten Verspätung hebt das Flugzeug ab. Meine Reise von München nach Skelleftehamn beginnt.

In Stockholm besteht die größte Herausforderung darin, die Bushaltestelle der Linie 65 zu finden. Ich ärgere mich schon, dass ich unbedingt eine Nacht in der schwedischen Hauptstadt verbringen will und nicht gleich in den Nachtzug steigen kann. Meine Tasche ist schwer und dieser verdammte Bus 65 zu meinem Hostel ist nicht zu finden. Als ich ihn endlich finde, erklärt mir die Fahrerin, dass ich keine Fahrkarten im Bus kaufen könne. Grummel.

Als ich mein Nachtquartier sehe, ist jede Anstrengung der Anreise vergessen. Prächtig liegt die Chapman am Ufer der Insel Skeppsholmen. Ich beziehe meine Kajüte, durch das Bullauge blicke ich auf einen riesigen Weihnachtsbaum und Gamla Stan, die Altstadt von Stockholm.

Die nächsten Stunden laufe ich kreuz und quer durch Gamla Stan und treffe Freunde aus München, die ebenfalls gerade in Stockholm sind, zum Essen. Später sitze ich in meiner Kajüte und skype mit Olaf. Über die Webcam zeige ich ihm den Blick aus dem Bullauge. Internet ist fantastisch.

Den Sonntag spaziere ich durch das verschneite und vorweihnachtliche Stockholm, trinke einen Glögg, mache Fotos. Ich bin sehr froh über den Winterparka und die Stiefel, die ich mir kurz vor meiner Reise gekauft habe, denn trotz Minusgraden und eisigem Wind ist mir mollig warm.

Am Abend verlässt mit eineinhalb Stunden Verspätung der Nachtzug Stockholm in Richtung Norden. Sanft ruckel ich im Schlaf durch Schweden. Ich fahre gerne mit dem Zug. Am nächsten Morgen hat der Zug schon zweieinhalb Stunden Verspätung, doch das ist nicht schlimm. In Bastuträsk wartet ein neuer Bus, der mich nach Skellefteå bringt. Um die Mittagszeit habe ich mein erstes Etappenziel erreicht. Olaf holt mich von der Bushaltestelle ab. Gemeinsam laufen wir durch die Köpmansgatan zum Haus 10 Merchant Street, wo in den kommenden Tagen auch mein Arbeitsplatz sein wird.

Die Arbeitswoche

Mit Laptop und Internetzugang kann ich im Prinzip von jedem Ort arbeiten, also auch von Schweden aus. In den Räumen von Hello Future in der 10 Merchant Street richte ich mein Heimbüro (englisch: Home Office, schwedisch: Hemmakontor) ein.

Ich finde es schön, dass ich auch einen Einblick in Olafs Arbeitsleben in Schweden erhalte und seine Kollegen treffe, von denen er mir schon oft erzählt hat und die ich bereits von kleinen Buddy-Icons auf Twitter kenne. Internet hin oder her, die Menschen und Räume mit eigenen Augen zu sehen, ist doch nochmal etwas anderes.

Die Mittagspause ist der einzige Zeitpunkt, bei Tageslicht draußen zu sein, wenn auch nur sehr kurz auf dem Weg zu einem der Restaurants. Dort gibt es den Dagens Lunch, ein Mittagsbuffet mit Salaten und ein bis zwei Hauptgerichten sowie Wasser und Kaffee. Für 75 bis 90 Kronen ein vergleichsweise preiswertes Mittagessen.

Nachmittags klingt der Ruf „Fika“ durch die Räume, Kaffeepause. Wir sitzen alle zusammen in der kleinen Sitzecke und reden über berufliches (Internetzeugs) und privates. An meinem letzten Tag bei Hello Future bringe ich eine Linzertorte mit, die es bei meiner Familie traditionell zur Weihnachtszeit gibt. Um die schwedisch-münchnerische Verbindung herzustellen, zieren drei Elche und die Münchner Frauenkirche den Kuchen, der auch im Fotoblog der 10 Merchant Street verewigt wird.

Am 23.12. hat Olaf bereits Urlaub und ich baue meinen Rechner in seinem Haus vor dem Fenster auf. Es ist der erste Tag, an dem ich richtig mitbekomme, wie es gegen halb zehn hell und gegen 14 Uhr wieder dunkel wird. Ich muss zugeben, dass mich der kurze Tag durcheinander bringt. Ich fühle mich unglaublich müde und gähne mich durch meinen letzten Arbeitstag für dieses Jahr. Am Abend heißt es dann endlich: Feierabend und Weihnachtsferien.

Vor einem Jahr

Gestern vor einem Jahr hatte ich mein Vorstellungsgespräch bei Artopod in Skellefteå. Heute vor einem Jahr – am Dienstag kurz nach 10 – hatte ich die Zusage für den Job als Webentwickler. Ein ganzes Jahr ist das also jetzt schon her, dass ich wusste, ich würde nach Skellefteå gehen – eine lange Zeit. Ich habe mich an vieles schon gewöhnt: Städte mit mehr als 50000 Einwohnern sind wirklich groß, der Winter ist sehr lang und man spricht halt schwedisch.

Manche denken, ich sei ein mutiger Mensch, der sich eines Tages entschlossen hat, nach Schweden zu gehen und dann halt nach Schweden gegangen ist. Sie wissen nicht, dass ich seit Jahren immer wieder überlegt, geträumt, mich entschlossen, gezweifelt, geplant und Pläne wieder verworfen habe.

Auf der Seite „Geschichte“ schreibe ich ein bisschen über diese Jahre und wie es dazu gekommen ist, dass ich letztendlich in Nordschweden gelandet bin. Woher aber mein Faible für Winter, Schnee und Kälte kommt, das weiß ich auch nicht.

Und – ich wage es kaum zu sagen – obwohl mir der seit vier Monaten andauernde Winter immer noch gefällt, ich freue mich auch auf den Frühling: Auf Wärme, auf grüne Blätter, auf offene Seen, auf singende Vögel, sogar auf Regen. Auf Fahrrad fahren und auf kleine Wellen auf der Ostsee. Auf den kleinen Strand um die Ecke und die Melodie des Eiswagens. Und irgendeinen Tag werde ich zufrieden die kanadischen Stiefel und den Daunenparka in den Keller bringen und in den Frühling hinauslaufen.

zu Hause

Nach elf Tagen Süddeutschlandreise bin ich wieder in Skelleftehamn angekommen. Und so toll die Zeit mit Familie und Freunden war, so sehr freue ich mich doch, wieder zu Hause in den eigenen vier Wänden angekommen zu sein.

Eine Tradition aus dem letzten Jahr hat sich fortgesetzt: Wie bei meinem damaligen Rückflug von Bremen sind meine Koffer reisefreudiger als ich und noch irgendwo unterwegs. Das liegt daran, dass die gute Frau heute beim Check-In statt der Teilstrecke Stockholm—Skellefteå die andere Richtung eingebucht hat. Nun, Irren ist menschlich, das kann passieren, aber warum warnt das Computerprogramm nicht, wenn man so idiotische Verbindungen wie „München—Stockholm“ und direkt danach „Skellefteå—Stockholm“ eingibt. Und warum weiß man in München immer noch nicht, dass Gepäck doch durchtransportiert wird und nicht auf dem Flughafen Stockholm eigenhändisch durch den Zoll geschoben werden muss? Das war schon vor einem halben Jahr nicht anders.

Aber etwas ist anders als bei meinem Rückflug vor einem Jahr: Dieses Mal empfängt mich keine weiße Winterlandschaft, sondern ein frost- und schneefreies Nordschweden. Und oft war es hier die letzten Tage wärmer als in München. Und so wird es ohne Schnee morgen ganz schön schnell dunkel werden, wenn um zehn vor drei die Sonne untergeht.

Schön war die Zeit, sehr schön sogar. Es ist toll, Zeit – wenn auch zu wenig – mit Familie und guten Freunden verbringen zu dürfen. Aber die Stadt München ist mir fremd geworden. Dass ich da mal sechs Jahre gelebt habe! Aber das ist ein anderes Thema und darüber schreibe ich ein anderes Mal. Das kann aber ein bisschen dauern, denn diese Woche wird recht tough. Auch dazu später mehr.

Zwei Jahre Jobzusage

Heute vor zwei Jahren war Dienstag. Für mich ein ganz besonderer Dienstag, denn am Vortag hatte ich in Skellefteå ein vierstündiges Vorstellungsgespräch bei Artopod, das jetzt Hello Future heißt. Und an diesem besonderen Dienstag um zehn Uhr hatte ich ein weiteres Treffen. Dort habe ich (a) den Job als Programmierer bekommen und (b) diesen Job zugesagt. Also ist heute Jubiläum: Heute vor zwei Jahren war klar, dass ich nach Skellefteå gehen werde, auch wenn ich damals noch nicht wusste, für wie lange.

Inzwischen habe ich so manches gemacht und manches erlebt. Und viel fotografiert und geschrieben, wie man in der Artikelübersicht deutlich sehen kann.

Hello Future sucht übrigens dringend Verstärkung. Einen Graphikdesigner, einen Programmierer und einen Producer/Projektmanager. Doch schaut selbst unter www.hellofuture.se/workwithus/, falls Euch das interessiert.

Drei Länder in 14 Tagen oder eine neue Anreisevariante nach Skelleftehamn

Ein Gastbeitrag von Christina Tüschen.

Ein Anruf im Januar 2012: Olaf, ich bin im Juni in Tallinn, da könnte ich doch mal eben … vorbeikommen.
Kein Problem.

In Tallinn verbringe ich 5 wunderbare Tage mit meinem Chor, dann fahre ich mit der Fähre zu einer 2-Tages-Besichtigung nach Helsinki. Von dort geht es weiter mit dem Zug nach Tampere, wo ich eine finnische Freundin nach 10 Jahren wiedersehe und das Muminmuseum besuche. Dann wieder mit dem Zug nach Vaasa, wo ich schließlich die Fähre nach Schweden besteige. Trotz Vorwarnung meine ich mit dem schweren Rucksack die Strecke zwischen Bahnhof und Fährhafen zu Fuß zurücklegen zu müssen.

Nach 14 Stunden (reiner Reisezeit von Tallinn gerechnet) und einer Zeitumstellung komme ich mitten in der Nacht in Umeå an. Aber was heißt mitten in der Nacht. Es ist noch so hell, dass man „auf der Straße Zeitung lesen kann“ (Ein Zitat meiner Großmutter, die Ende der 60er Jahre hier im Norden war). Und diese Helligkeit führt dazu, dass ich, die ich sonst gegen zehn Uhr müde werde, locker bis 3 Uhr nachts wach bleibe.

Die zwei Tage Creative Summit sind intensiv, interessant und „givande“, ich nehme viel mit, danke dafür! Besonders in Erinnerung geblieben ist mir (wie Olaf) Jonathan Harris. Sein Vortrag und die Ausstellung haben den Schubs gegeben, begonnene eigene Projekte fortzuführen.
Toll ist es auch Olafs Freunde und Arbeitskollegen kennen zu lernen, auf dem Dach von 10 Merchant Street die Sonne untergehen zu sehen und wieder richtig in die schwedische Sprache einzutauchen.

Drei wunderschöne Ferientage folgen, das sonnige Wetter hält sich – wie auf Bestellung. Für mich verlängert sich bei dieser Reise der Frühling, prima zu sehen am Flieder, der in München schon am Verblühen war, in Helsinki in voller Blüte stand und in Olafs Garten gerade erst loslegte.

Da ich zuletzt vor anderthalb Jahren hier war, habe ich den direkten Vergleich zur Midvinter-Zeit, mit viel Schnee, Eis und Dunkelheit. Da wo wir jetzt baden, haben wir damals unsere Winterwanderung auf der zugefrorenen Ostsee begonnen und ich habe ein Bild zu dem Begriff Packeis bekommen. Wo wir jetzt Bockkäfern bei der Eiablage zusehen, haben wir auf dem zugefrorenen See Kubb gespielt. Und um 14 Uhr, wo wir uns jetzt den ersten Sonnenbrand holen, ging im Winter schon die Sonne unter.

Verrückt und schön diese Gegensätze.
Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Besuch, mal eben, egal zu welcher Jahreszeit.

Und sonst: Wecken mit Klaviermusik – ein Musikhörnachmittag, fast wie ein Mixtape aus früheren Zeiten – Baden bei 15 Grad und etwas weniger – zur Beatles-Coverband auf den Felsen rocken – Vanilleeis mit heißen Blaubeeren – zwischen großen Steinen ein Kajak rückwärts ausparken – Flugübungen mit dem Kleinen Gelben Monster – Vanilleeis mit heißen Blaubeeren – Marienkäfer-Umsiedelung auf Blattlausrosen – Enten mit Punkfrisur heißen Gänsesäger (ja, Reisen bildet).

Tausend Tage Schweden!

Genau heute Abend vor tausend Tagen bin ich in Skellefteå angekommen. So lange lebe ich also schon in Nordschweden. Und, was soll ich sagen, ich freue mich schon auf die nächsten tausend Tage!

Danke, Ihr vielen lieben Menschen in Deutschland und Schweden, die all das möglich gemacht haben. Ohne Euch wäre das alles nichts!


Das obere Bild habe ich am 22. April 2010 bei der Anreise aus dem Bus gemacht. Die folgenden zwei habe ich heute fotografiert, denn nach einem kurzen Mittagessen bin ich noch ein kleines Stück am zugefrorenen Skellefteälven entlang spaziert, bevor ich weitergearbeitet habe.

Kleiner Anhang für Numerologen:

Seht Ihr die Entfernungsangaben? Seht Ihr auch, dass in ihnen die Zahl 1000 verschlüsselt ist? Addiert die Diagonalen, die von rechts unten kommen: 1 + 22 + 963 + 38 + 0 = 1024. (Nun, 1024 Byte sind ein Kilobyte und 1000 Gramm ein Kilogramm, also sind die Zahlen für Programmierer schon quasi gleich, aber wir nehmen es ganz genau!) Man muss natürlich nun noch die Anzahl der Buchstaben abziehen: 1024 – 9 – 5 – 10 = 1000. Nun stimmt’s ;-). Wer findet eine bessere Lösung?

Fahrt nach Östersund

Dieser Artikel ist Teil der sechsteiligen Serie Fjälltour 2013.

Heute bin ich mit dem Auto nach Östersund gefahren, denn morgen treffe ich mich hier mit Jonas, mit dem ich eine einwöchige Skitour im Helagsfjäll geplant habe.

Die Fahrt fing ein bisschen mühsam an, denn ich bin erst lange Zeit im flotten Schritttempo hinter einer Schneefräse hinterher gezuckelt, die ausgerechnet für die linke Seite (Mittelstreifen und so) zuständig war. Eine halbe Stunde hat es gedauert, bis ich da vorbei gekommen bin.

Die restlichen der 500 Kilometer gingen besser. Kein einziges Rentier, dafür aber meine erste Alkoholkontrolle. Und da das Wetter herrlich war, Sonne pur, war die Fahrt auch nicht sonderlich anstrengend.

Da ich unterwegs eine längere Mittagspause gemacht habe, mehrmals zum Fotografieren angehalten habe und noch bei Östersund eine gebrauchte Pulka für Jonas erstanden habe, war ich erst nach achteinhalb Stunden bei unseren gemeinsamen Freunden, die seit letztem Jahr in Östersund leben. Aber das macht ja nichts, ich hatte ja den ganzen Tag Zeit. Morgen um 6:30 kommt Jonas mit dem Zug an.

Zwei kurze Fotos von heute: