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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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2011

Erster Januar; viertel vor zehn. Die sieben Freunde aus Deutschland, mit denen ich gestern Silvester gefeiert habe, liegen noch alle in den verschiedenen Zimmern und Ecken und schlafen. Leider gehörte Ausschlafen nie zu meinen Stärken und so bin ich – wie so oft – als erster auf und wundere mich noch ein bisschen, dass jetzt das Jahr 2011 ist. Es kam so plötzlich …

Eigentlich wollte ich direkt nach dem Aufstehen hier einen Jahresrückblick schreiben. Nun – zehn Minuten wacher – finde ich das ein bisschen überflüssig, schließlich ist das gesamte Blog, welches ich am 4. April letzten Jahres begonnen habe, ein kompletter Rückblick über mein Leben hier in Schweden und ich würde hauptsächlich von mir selber abschreiben. Und eine Auflistung aller Artikel gibt es ja schließlich auch noch.

Deswegen fasse ich das letzte Jahr mit meinen Umzug nach Schweden nur kurz zusammen mit:
Sehr fordernd, aber genau die richtige Entscheidung. Je ne regrette rien / jag ångrar ingenting.

Nun ist also 2011 und ich überlege, was ich in diesem Jahr alles machen möchte:

Besser Schwedisch lernen. Nein, seien wir ehrlich. Ich möchte die Sprache besser können, das Lernen ist nur notwendiges Übel. Denn in der Zeit könnte man ja auch

Mehr Ausflüge machen. Ich bin zwar seit Ende April hier, war aber noch nicht oft im Inland, gar nicht in den Bergen, nicht in Luleå, nicht in Kiruna, nicht in Finnland. Für das meiste muss ich aber vorher

Ein Auto kaufen. Am besten einen Volvokombi, in den auch Skier passen und den jeder dritte Schwede reparieren kann. Dazu muss ich aber erst einmal wieder

Auto fahren lernen, denn ich bin seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren. Und Ewigkeiten ist keine Übertreibung. Schließlich bin ich mein halbes Leben mit Öffentlichen, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs gewesen und seit Wochen kann man hier sogar zu Fuß zu den näheren Ostseeinseln herüber laufen. Im Sommer wird das schwer, da werde ich mir wohl

Ein Seekajak kaufen. Es muss toll sein, die Inseln per Kajak zu besuchen, aber ein bisschen Technik möchte ich vorher noch lernen, also werde ich demnächst

Mitglied im Kanuklub werden. Da finde ich dann hoffentlich auch Menschen, die wie ich gerne viel draußen in der Natur sind, so dass man auch zusammen Touren machen kann.

Das soll als kleiner Ausblick erst einmal reichen. Man sollte keinem zu viel versprechen, auch sich selber nicht.

Euch allen wünsche ich ein grandioses Jahr 2011.
/Olaf

Warm ist es

Ich habe mich daran gewöhnt, dass sich die Temperaturen hier in beide Richtungen schnell ändern können. Im Laufe von zwölf Stunden kann es hier in Skelleftehamn schon einmal 15 Grad wärmer oder kälter werden. Auf die Spitze getrieben hat das Nikkaluokta, welches am Dienstag mit -33.4 °C den kältesten Wert in Norra Norrland gemessen hat, und am nächsten Tag mit -2.5 °C den wärmsten Wert. Das sind mal eben gut dreißig Grad an einem Tag.

Auch bei uns ist es gestern wieder wärmer geworden und heute hatten wir Temperaturen um vier, fünf Grad plus. So warm war es hier seit fast drei Monaten nicht mehr! An allen Eiszapfen läuft das Wasser herunter und durch ein Dachfenster tropft es in den Büroflur. Auch auf der Holztreppe vor meinem Haus taut es und bei der hinteren Treppe schimmert sogar die unterste Stufe wieder durch den Schnee. Ansonsten ist der Schnee zwar noch ein bisschen mehr zusammengesackt, aber nur oberflächlich angetaut. 80 Zentimeter verschwinden zum Glück nicht so schnell.

Wir haben wohl ein bisschen mit Deutschland getauscht: Während hier das Thermometer um sieben Uhr morgens +3 °C anzeigte, wurden zur gleichen Zeit am Flughafen meiner Heimatstadt Bremen -6 °C gemessen. Also von mir aus können wir gerne tauschen. Allerdings müsst Ihr dann auch den leichten Regen nehmen, der für die zweite Nachthälfte vorhergesagt ist.

Denn auf Regen mitten im Januar in Nordschweden habe ich ja so was von keine Lust!

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Tiefsttemperaturenfanatiker bin. Alles über -30 °C ist einfach noch nicht wirklich kalt. Seit dem 6. November habe ich immer wieder die Außentemperaturen am Haus aufgeschrieben.

Da ich als Webprogrammierer viel mit JavaScript zu tun habe, habe ich dann mithilfe des canvas-Elements eine Funktion programmiert, die aus den Messwerten eine Zickzackkurve macht. Benutzer des Internet Explorers bleiben leider außen vor; der kann das nämlich noch nicht.

Die Seite mit der Temperaturkurve findet Ihr auch oben im Menü unter dem Punkt Temperaturen. Da kann man dann auch sehen, dass das Thermometer die -25 °C nur mal touchiert hat. Nach meiner Auffassung war es also noch nicht wirklich kalt hier, aber der Winter ist ja auch noch lange nicht zu Ende.

Wieder zu Hause

Plan A: Um 10:35 in Jokkmokk den Bus zu nehmen, zwei Mal umzusteigen und 16:25 zu Hause.

Geht aber nur am Sonntag, also:

Plan B: Um 10:45 von Jokkmokk nach Arvidsjaur, 2½ Std. warten, dann nach Skellefteå, 1 Std. warten, weiter nach Skelleftehamn und um 19:00 zu Hause.

„Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht
und mach dann noch ‘nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht.“

(Bertold Brecht, Dreigroschenoper)

Zu Hause war ich nämlich um halb eins in der Nacht.

Im Bus nach Arvidsjaur zuckelte ich bequem durch die neu verschneite Landschaft und habe sogar das Kitajaur VildmarksCafé wiedererkannt, in dem ich Pause gemacht habe, als ich 2005 das erste Mal in Nordschweden war. Eine schöne Erinnerung.

Leider hatte ich ja in Arvidsjaur zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Der Wartesaal hat geschlossen. Das Café an der einen Straßenecke auch. Bibliothek und Touristbüro ohnehin. Aber ich habe das türkische Restaurant Afrodite gefunden. Dort habe ich nicht nur gutes Essen bekommen, auch die Leute waren total nett und ich konnte die ganze Zeit dort warten, bis der Bus kam.

Die Busfahrt nach Skellefteå war zuerst sehr schön, weil aus einem dunkelblauen Dämmerungshimmel Schnee fiel, der oberhalb der Windschutzscheibe vom Bus angestrahlt wurde. Das sah wirklich schön aus. Dann wurde die Fahrt doch ein bisschen lang, aber um kurz vor halb sechs war ich wieder in Skellefteå.

Um nicht eine Stunde draußen herumzustehen, gehe ich ins Büro, denn dort kann man sitzen und es gibt WLAN. Und dort treffe ich Leif. Ich höre, dass er heute zusammen mit einem Freund groß Geburtstag gefeiert; ich habe wohl eine SMS nicht bekommen. Also bleibe ich in der Stadt, um dann mit über 60 Leuten zu feiern und dabei viele Bekannte und auch Freunde zu treffen. Was für ein großer Zufall und auch Glücksfall, dass ich dabei sein kann.

Ich bin leider ziemlich müde und nehme deswegen den 23:50-Bus nach Skelleftehamn. Und dort freue mich einfach nur, wieder zu Hause zu sein. Der Weg zum Haus ist wieder völlig zugeschneit und es liegen so um 95 cm Schnee im Garten – 20 cm sind also bestimmt in den Tagen, in denen ich weg war, dazu gekommen. Das sieht einfach wunderschön aus.

Und zum Abschluss der kurzen aber ereignisreichen Jokkmokk-Reise noch zwei Fotos, die es nur aufgrund ihres quadratischen Formats nicht in die vorhergehenden Jokkmokk-Artikel geschafft haben. Die Fotos passen natürlich so gar nicht zusammen, aber gerade das illustriert eigentlich den Markt wiederum ganz gut, da dieser eben völlig unterschiedliche Eindrücke auf engstem Raum bietet.

Spam, spam, spam, wonderful spam!

Dieser Artikel handelt nicht von meinem Leben in Schweden, sondern berichtet über eine neue Kunstform.

Die Rede ist von den vielen Spammern, die versuchen, in mein Blog zu posten, um mit irgendwelchem Mist Geld zu verdienen. Sie probieren, mit deutschen Texten, die sie für sinnvoll erachten, sich an Akismet, dem Spamschutz vorbeizuschleichen. Aber sie scheitern alle und landen im Spamverzeichnis, wo ich sie erheitert lese.

Einige Beispiele:

Wie verdiene ich schnelles Geld? schreibt zum Artikel Der letzte „Herbsttag“ einen Satz, der in seiner Inhaltsleere auch ein Politikerzitat sein könnte:

Grundsätzlich betrachtet ist das eine gute Sache, ich bin mir aber unsicher, ob das auf Dauer brauchbar ist!

Roulette Gewinn schreibt zum gleichen Artikel kurz und bündig

Krass dass sowas tatsächlich klappt ;-)

Sex Cam wird in dem Artikel Umeå – eine Metropole? schon fast philosophisch. Ist der zweite Satz vom Evangelium des Johannes inspiriert? Wer weiß?

Ich akzeptiere diese Idee. Alles hat einen Grund, aus dem alles beginnt.

Den Kommentar von Novoline Cheats zum Artikel Das erste Polarlicht kann ich nur bejahen:

Da fragt man sich beim groben Überfliegen ja schon, ob man selbst doof ist. Danke für eure Berichte

bank account offshore lässt in seinem Kommentar zu Jokkmokksmarknad · Teil 1 hingegen den Dadaismus wieder aufleben. Wirklich groBes Kino, welches man am Besten laut lesen sollte:

Elektronische Haustiere und online personas an die Stelle der fruheren Puppen aber einige Versionen von Puppen weiter zu leben.Wahrend Barbie blasiert sein konnten Madchen im Teenager-Alter noch regelmaBig uber andere Formen der Puppen. Girls genieBen konnten diese Spiele aber sie schwelgen in Chancen uber die Grundlagen zu bewegen. FreundlichGirls wie Wettbewerb aber die meisten bevorzugen es freundlich zu sein.

Beschließen wir diese schöne Sammlung mit einem Kommentar von banking offshore, der zu Skelleftehamn schreibt:

Groer Vorteil Sie wissen wo drinnen sich die wichtigen Sachen befinden und der Korkenzieher wird garantiert nicht fehlen es sei denn Sie hatten ihn vorher auch nicht..

Richtig, in diesem Artikel habe ich über Korkenzieher geschrieben! Das sagt doch schon der Titel.

Nur eine Bitte habe ich, Ihr lieben Spammer: Wenn Ihr das nächste Mal Buchstaben einkaufen geht, dann sagt bitte laut und deutlich „Ich kaufe ein Eszett!“.

Achtkommaneun

Heute morgen gab es in Japan das stärkste Erdbeben seit mindestens 140 Jahren. Über sieben Millionen Haushalte sind ohne Strom und die Anzahl der vermuteten Todesopfer wird ständig nach oben korrigiert. Das Beben löste mehrere Tsunamis aus und ein starkes Nachbeben scheint fast sicher.

Heute früh beim Fußweg zum Bus waren meine Gedanken noch bei 15 Zentimeter Neuschnee. Seit dem Lesen der Nachrichten sind sie bei den Einwohnern Japans.

Schweden ist groß; die Erde ist klein.

Das Wochenende

Am Wochenende hatte ich Besuch aus Norwegen. Astrid und Hein kamen mit ihren Söhnen Fridtjof und Fredrik nach zwölf Stunden Fahrt mitten in der Nacht an. Die Ärmsten sind waren immer gerade dort, wo die Schneewolken auch waren.

Am nächsten Tag haben Hein und ich uns ein Auto angeschaut, welches ich vielleicht kaufen werde. Ich war froh, dass er mit war, denn ich habe keine Ahnung von Autos und Hein kennt Saab sehr gut.
Foto: Verkäufer

Fridtjof und Fredrik fanden meine Pulka ziemlich klasse, auch wenn sie überhaupt nicht auf sitzende Kinder eingerichtet ist. Aber zur Ostsee zu laufen, wäre auch für den Älteren zu weit gewesen und sich von Papa ziehen lassen ist ja auch toll.

Später haben wir das herrliche Wetter genutzt, um die Grillsaison zu eröffnen. In meinem „Altan“, dem Wintergarten, waren es anfangs 15 °C, aber als das Essen fertig war, war auch die Sonne weg. Da wurde es doch schnell kühl und wir haben drinnen gegessen.

Abends haben wir lange im Pool gesessen und den leuchtend hellen Vollmond angeschaut, der der Erde so nah war, wie seit 200 Jahren nicht mehr. – Nein, ich habe kein Foto gemacht. Es gibt tatsächlich Orte, wo ich keine Kamera mitnehme.

Am Sonntag sind wir mit dem Auto nach Bjuröklubb gefahren. Das ist eine schöne Halbinsel knapp 5 Meilen südwärts. Nachdem wir dort einem Pärchen geholfen haben, ihr Auto wieder aus dem Schnee zu schieben, sind wir den Holzweg hoch zum Leuchtturm gelaufen.

Dort hatten wir einen herrlichen Blick auf die Küste. Ich war überrascht, dass schon so viel offenes Wasser zu sehen war, denn die Küste vor Skelleftehamn ist noch komplett mit dickem Eis bedeckt. Aber es ist herrlich, einmal wieder blaues – und flüssiges – Meer zu sehen.

Auf der Ostsee vor Bureå waren viele, viele Skooterspuren. Und man hört auch die ganze Zeit die Motoren um einen herum. Aber auch einige Elche haben ihre Spuren im Schnee hinterlassen. Und manche haben ganz schön große Füße.

Am Nachmittag konnte man vom Haus aus einen Rehbock sehen, der sich auf der Straße umgeschaut hat. Ich bin dann raus und mit der Kamera langsam auf ihn zugegangen. Irgendwann wurde ihm die Sache aber mulmig und er verschwand wieder im Wald.

Jetzt – am Montag Vormittag – sind meine Gäste wieder abgefahren und ich fahre gleich in die Stadt zur Arbeit. @Hein, Astrid, Fridtjof und Fredrik: Schön, dass Ihr da wart.

Jubiläum: Ein Jahr Nordwärts

Heute vor einem Jahr habe ich mit dem Blog Nordwärts angefangen. Dass ich so produktiv war – zumindest mengenmäßig – hat mich selber überrascht. Meine 190 Artikel werden aber locker von etwas überboten, was mich wirklich gefreut hat: 421 Kommentare habt Ihr geschrieben. Und ich habe mich über jeden gefreut. Danke!

Da ich heute ein wenig nostalgisch war, habe ich vor der Arbeit das Blog kurzerhand um einen Abschnitt „Heute vor einem Jahr“ erweitert.

Jetzt seid Ihr aber dran, denn ich habe zwei Fragen an Euch:

1. Schreibe ich (a) zu viel · (b) viel zu viel · (c) gerade recht · (d) immer noch zu wenig?

2. Gibt es Themen, die Euch fehlen? Dinge, über die ich berichten sollte?

Mehr schreibe ich aber nicht mehr, den der Hauptartikel kommt heute vom Kleinen Gelben Monster, welches mir im Jahre 2005 bei einem Konzert in Mainz zugeflogen kam und seitdem bei mir wohnt.

Schöne Grüße aus Skelleftehamn, Kommune Skellefteå, Län Västerbotten, Norra Norrland, Schweden,
Olaf

Ein Jahr Schweden

Heute vor einem Jahr bin ich in Schweden angekommen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich übermüdet von der langen Anreise mit Rucksack, großer Tasche und zwei Koffern hier ankam. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter mir und ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass jetzt auch einfach mal ein bisschen Alltag einkehrt.

Dementsprechend habe ich den heutigen Tag – den ersten der vier freien Ostertage – weder gefeiert noch habe ich groß zurückgeschaut. Statt dessen habe ich einfach das schöne Wetter genossen und mit mir die gesamte Natur. Die Vögel haben getwittert, äh gezwitschert, die ersten Frösche waren draußen und die ersten wilden Blumen am Straßenrand blühen.

Nur mein Auto musste heute ein bisschen leiden. Gestern habe ich mit netter Nachbarshilfe Sommerreifen aufgezogen und heute bin ich ein bisschen gefahren. Dieser eine schöne Waldweg wurde allerdings immer schlechter und immer matschiger und nach einer Kurve sah er mehr aus wie ein Übungsgelände für Jeeps. Also musste ich rückwärts zurück. Um die Kurve. Mit Sommerreifen auf rutschigen Boden. Und prompt bin ich auch – so richtig schön Fahranfänger – ein bisschen vom Weg abgekommen und habe mich im weichen Straßenrand festgefahren. Na toll! Ich hatte aber (eigentlich eher für Schnee gedacht) vier schmale, alte Bretter dabei, die ich dann unter die Reifen gelegt habe. Und mit vielen Mal vorwärts und rückwärts rangieren, ungefähr zehn Mal den Motor abwürgen, durchdrehenden Reifen bei Motorgeheul und einigen Flüchen bin ich tatsächlich wieder auf den Weg gekommen und habe auch ganz schnell eine Stelle zum Wenden gefunden. War ich erleichtert! Es hat sich zwar beim Zurückfahren gezeigt, dass ich keine 100 Meter hätte laufen müssen, um Hilfe zu bekommen, aber ich war trotzdem sehr froh, das Auto alleine wieder frei bekommen zu haben. Heute gelernt: Sommerreifen haben ihre Grenzen und mein Auto ist kein Kettenfahrzeug.

Zum Schluss noch zwei kleine Winter-Frühjahrsvergleiche:

P.S.: Zum halbjährigen Jubiläum habe ich den hundertsten Beitrag geschrieben, heute zum einjährigen den zweihundertsten. Zufall oder deutsche Wertarbeit?

Blogpause

Phantastisch geht es mir hier im Urlaub in Norwegen und obwohl ich bei den Freunden auf den Vesterålen WLAN habe, verspüre ich überhaupt kein Bedürfnis, mich zurückzuziehen, um Fotos zu sortieren oder Blogartikel zu verfassen. Das kann ich machen, wenn ich wieder zu Hause bin.

Dann schreibe ich von der Fahrt nach Norwegen, zwei Wanderungen im Junkerdalen, der Fahrt über die Lofoten, den Tagen auf den Vesterålen mit phantastischen Bergwanderungen und von der noch anstehenden Zelttour im norwegisch-schwedischen Fjell/Fjäll.

Blogpause

Nun habe ich fast eintausendachthundert Norwegenfotos gesichtet, sechsundsiebzig davon für das Blog in Lightroom und Photoshop bearbeitet, norwegische und samische Namen von Bergen und Flüssen nachgeschlagen, bei Wikipedia recherchiert und als Ergebnis fünf lange Blogartikel über den Norwegenurlaub geschrieben.

Und da das alles viel Zeit gekostet hat, habe ich beschlossen, erst einmal eine Blogpause zu machen.

Viel Spaß beim Artikel lesen, es sind genug da ;-) . Und über Eure Kommentare freue ich mich weiterhin.

Bis bald,
Olaf

Ein Leben ohne Mops

Normalerweise schreibe ich hier über mein Leben in Schweden, doch heute liegt mein Fokus auf Deutschland. Denn dort ist gestern einer der Großmeister der Beobachtung, des Dialogs und des Timings gestorben: Loriot.

Dieser phantastische Künstler hat mein Fernsehleben begleitet, ob durch seine Figur des Hundes Wum (knapp drei Jahre nach mir geboren), seine grandiosen Sketche oder auch seine beiden Filme Ödipussi und Papa ante Portas. Als ich Kind war, lief auf meiner Musiktruhe „Ich wünsch’ mir ’ne kleine Miezekatze“ in heavy rotation und mein kleines Loriotbüchlein war fleddrig und abgegriffen vom immer wieder hineinschauen.

„Schau mal Opa, das schöne Klavier!“

„Ich will einfach nur hier sitzen“

„Nicht das, Dicki!“

„Wir haben uns für Aschgrau entschieden“

„Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken“

„Holleri du dödl di, diri diri dudl dö.“

Loriot

Lieber Loriot, vielen Dank für die vielen Meisterwerke, die Sie uns hinterlassen haben. Ohne Sie wird die Welt ein bisschen grauer sein.

Wer mehr über die Schweden wissen will, kann gerne Schwedenblogs lesen. Wer mehr über die Deutschen wissen möchte, der muss einfach Loriot schauen.

Und das tue ich jetzt …

Farbe tanken

Knallblauer Himmel empfängt mich am Samstag morgen. Ich habe mich ins Auto gesetzt und konnte mich an den intensiven Farben des herbstlichen Laubes kaum satt sehen. Die Birken sind leuchtend warmgelb, die Espen grün- bis zitronengelb. Die Ebereschen sind dunkelrot oder knallbunt und die wenigen Ahornbäume gelb-orange bis glutrot. Ich habe den Eindruck, dass mein gesamter Körper Farben tankt und sie in jeder Zelle für den langen Winter speichert.

Und so war der Blick vom Stackgrönnans Bootsmuseum über den Skellefteälven (Das Panorama lässt sich scrollen):

Nordwärts im neuen Gewand

Nun ist es online, das neue Layout für mein Blog Nordwärts! Die letzten zehn Tage habe ich nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause am Rechner gesessen, html5, css und JavaScript geschrieben, die Darstellung auf verschiedenen Browsern getestet, den IE6 dabei zum Teufel gejagt, Code validiert und Fehler beseitigt, bis ich soweit zufrieden war, dass ich die Änderungen online stellen konnte. (Also wirklich zufrieden bin ich nie, aber das ist eine andere Geschichte.)

Ich habe nicht nur die Benutzbarkeit und Lesbarkeit verbessert, sondern das gesamte WordPress-Thema auf Basis von html5 von Grund auf neu geschrieben. Damit liefert es eine gute Basis für mein nächstes Ziel, „Responsives Webdesign“. Darunter versteht man, dass Webseiten nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf Tablets oder Smartphones gut aussehen und funktionieren.

Leider funktioniert die neue Website unter IE7 oder IE8 nur, wenn JavaScript aktiviert ist. Ansonsten können diese Webbrowser mit den neuen Elementen von html5 nichts anfangen und zeigen komplettes Chaos an.

Meine Bitte an Euch: Wenn etwas nicht oder schlecht funktioniert, würde ich mich über Euer Feedback freuen. Einfach einen Kommentar schreiben oder eine Mail an .

Google Translate

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No problem, ingen problem. Du kan använda nu ”Google Translate” i högerspalten. You can use “Google Translate” in the sidebar now.

Räuber, Tiefschnee und Birkhühner

Heute war ich mit Elisabet am Finnforsberget, der auch Räuberberg heißt, weil hier im 16. Jahrhundert Räuber ihr Unwesen getrieben haben. Während der Fall selbst in den Kirchenbüchern gut dokumentiert ist, gehört die Geschichte, die Räuber haben drei Jahre lang eine junge Frau gefangen gehalten, die auf einem Platz vor der Räubergrotte für sie tanzen musste, wohl eher dem Reich der Legenden an.

Entweder war die Grotte früher wesentlich größer, oder die Räuber gingen mir nur bis zum Knie. Ich musste für das zweite Foto in die Grotte hinein kriechen.

Danach sind wir weiter durch den Tiefschnee bergauf gestapft. Zum Anfang standen wir bis zum Knie im Schnee, weiter oben oft bis zur Hüfte. Es gibt vielleicht wenige, denen das Spaß macht. Elisabet und ich gehören dazu. Weit kommt man allerdings nicht.

Vor allem dann nicht, wenn plötzlich aus dem Schnee ein Schwarm Birkhühner auffliegt und im nahen Wald verschwindet. Als wir langsam weiter stapfen, bricht immer wieder ein einzelnes Huhn aus dem Schnee; manchmal nur wenige Meter von einem entfernt. Ich versuche, die Vögel zu fotografieren, aber sie sind zu schnell und meistens habe ich nur verschwommene Landschaftsstücke auf den Bildern.

Auf dem zweiten Foto sieht man gut das Loch, in dem es so ein Birkhuhn auch bei -40, -50 Grad noch recht gemütlich warm hat und daneben den streifenförmigen Abdruck der Federn, der beim Auffliegen entsteht.

Wir haben dann am Hang eine Brot-, Tee-, Keks- und Kakaopause im Schneefall gemacht, ehe wir wieder talwärts zum Auto zurückgelaufen sind. Eine schöne, kleine Zweistundentour.

Elisabet: Tack för idag.

Schwedischübersetzung des Tages:Tack för idag – Danke für heute. Das sagt man, um sich für eine Einladung, eine gemeinsame Tour oder was auch immer zu bedanken. Gibt es auch als Tack för igår (… gestern) oder Tack för senast (… letztens/neulich).

Die Ostsee friert zu

Vor einer Woche habe ich meinen Artikel „Wo ist das Eis?“ genannt. Heute ist die Ostsee bis zum Horizont zugefroren und auf dem Eis der nahen Bucht sitzt der erste Eisfischer mit seiner kleinen Plastikrute und hofft auf Fisch.

Zwischen diesen beiden Fotos liegt eine Woche:

Ich bin mit dem Auto dann zur Lotsenstation gefahren, die auf einer kleinen Halbinsel am offenen Meer liegt. Ich habe meinen Augen kaum getraut. Bis zum Horizont sah ich nur Eis, Eis und Eis und nur in der schmalen Fahrrinne schimmerte Wasser zwischen den zerbrochenen Eisschollen.

An der Lotsenstation bin ich mit einem Mitarbeiter ins Gespräch gekommen. Er erzählte mir, dass Süd- und Ostwinde gut für die Eisbildung sind, bei Nord- und Westwinden aber vier Grad warmes Tiefenwasser an die Oberfläche kommen kann. Ich habe gefragt, wann man wohl zu den ersten Inseln hinüber laufen kann und bekam die Antwort, schon jetzt. Im nächsten Satz meinte er aber, dass der aufkommende Schneefall bei recht warmen Temperaturen (-2 °C) die Situation verschlechtert und ich lieber noch ein, zwei Wochen warten sollte. Kein Problem, das mache ich gerne, denn auf dem Meer im Eis einzubrechen gehört zu den Erfahrungen, auf die ich liebend gerne verzichte.


Gestern hat der SMHI, der hiesige Wetterdienst einen Artikel zur Eislage auf der Ostsee geschrieben. Während vor einem Jahr der Bottenwiek, das ist die Ostsee nördlich der Linie Umeå—Vaasa, halbmeterdick zugefroren war, ist er jetzt noch größtenteils offen. Der letzte Winter war eben besonders kalt und dieser Winter besonders mild.

Quelle: SMHI. Danke für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

1000 Kommentare

Vor einigen Minuten habe ich den 1000. Kommentar in meinem Blog bekommen (meine eigenen nicht mitgezählt)!

Ich freue mich riesig über dieses „Jubiläum“, welches Ihr, die Leser möglich gemacht habt und bin schon gespannt auf Eure nächsten tausend Kommentare.

/Olaf

God jul

God jul – Frohe Weihnachten

Ich wünsche Euch Bloglesern „God jul!“, „Frohe Weihnachten!“.

Mein Blog geht in die Weihnachtspause, aber Ihr bekommt schon einmal ein „Sneak preview“ meiner Bildschau, die sich noch im Entwicklungsstadium befindet.

Bitte sehr: Zur Bildschau.

Midsommar

Vorgestern hat es den ganzen Tag geregnet. Heute Vormittag hat es gepladdert. Aber gestern, da war Midsommar! Was hatten wir für ein Glück, denn es war warm und die Sonne hat geschienen. Und Martin und Annica haben meine Eltern und mich in ihre Stuga – ihr Sommerhaus – nach Bygdeträsk eingeladen.

MittsommeressenDort gab es erst einmal ein ganz typisches Mittsommermittagessen: Und dazu gehören vor allem verschiedene Sorten eingelegter Hering (hier: Senapsill, Midsommarsill, Inlagd sill). Dazu gab es Tomaten, halbe gekochte Eier mit Fischrogen, Knäckebrot mit gesalzener Butter und Pellkartoffeln mit Dill. Und Schnaps! Auf den habe ich aber verzichtet, denn ich bin Auto gefahren.

Direkt danach sind wir nach Burträsk gefahren, denn dort fand auf dem Hembygdsgård, dem „Heimathof“, ein Mittsommerfest statt. Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht, denn ich hatte gehofft, dass meine Eltern mal alle typischen Mittsommertänze live erleben dürfen. Ein Frau leitete den Tanz um die Mittsommerstange an, war aber hauptsächlich mit dem kaum funktionierenden Funkmikrophon beschäftigt. Gesungen wurden nur „Små grodorna“ und zwei andere Lieder, dann war schon Schluss. Seltsam – wo bleibt bitte schön „Räven raskar över isen“, „Karusellen (Jungfru skär)“ oder „Prästens lilla kråka“?! Aber die Anwesenden – allen voran natürlich die Kinder – hatten trotzdem ihren Spaß.

Mittsommertanz

Die Kinder machen „Raketen“Bloß keine Strümpfe, es ist Sommer!

Wir haben ein bisschen herumgeschaut, Eis gekauft und uns dann unter einen großen Baum auf das Gras gesetzt und auf den großen See geschaut. Auch schön!

Eine Winterwegmarkierung im SommerDie Hängebrücke zur Insel SmedjeholmenEin Jugendlicher machte einen „Backflip“ von der BrückeEin typisch schwedischer Zaun

Bald darauf sind wir wieder zurück zur Stuga gefahren, wo wir lange in dem großen mückendichten Pavilion gesessen haben und von Martin mit einem fürstlichen Abendbrot verwöhnt wurden. Noch stundenlang hätte ich dort sitzen und mit allen durcheinander auf Deutsch, auf Englisch und auf Schwedisch über dies und das reden und diskutieren können. Nur mein pausenloses Gegähne zeigte, dass auch ein schönes Mittsommerfest irgendwann zu Ende geht. Und so haben meine Eltern und ich uns auf den Heimweg gemacht. Eine Stunde später waren wir wieder zu Hause, wo wir mit einem Glas Rotwein diesen schönen Tag haben ausklingen lassen.

Zum Abschluss noch ein Bild vom Göksjö, dem See, an dem Annicas und Martins Stuga liegt.

Blick auf den Göksjö

Vielen Dank, Annica und Martin, für Eure Einladung. Tack för igår!


Mittsommer ist immer zur Sommersonnenwende. Das bedeutet nicht nur, dass astronomischer Sommeranfang ist, sondern auch, dass jetzt die Tage wieder kürzer werden. Aber es wird noch sechs, sieben Wochen dauern, bis es nachts wieder so richtig dunkel ist. Mal schauen, wann ich wieder den ersten Stern sehe.