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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Grundsatzentscheidung

Ich habe eben gerade eine Grundsatzentscheidung gefällt:

Ich werde keine Blogartikel mehr schreiben und hier veröffentlichen, so lange ich auf Reisen bin!

Zum einen kostet so ein Blogartikel mit Bildbearbeitung leicht einige Stunden Zeit. Zeit am Rechner. Zeit, die ich auf Reisen mit anderen Dingen verbringen möchte.

Zum anderen möchte ich das Erleben und das Davon-Berichten besser voneinander trennen. Wenn ich – wie gestern und heute – im Auto durch die schönen Landschaften Schwedens, Finnlands und Norwegens fahre, will ich primär erleben. Sehen. Staunen. Mich freuen.

Und dann ab und zu Fotos machen.

Und dann zu Hause gerne davon erzählen. Auch Euch!

Aber eben erst, wenn ich wieder zu Hause bin.

Ich wünsche Euch noch zwei wunderschöne Juliwochen, Anfang August geht es hier weiter.

/Olaf

Kleiner Tipp am Rande: Einen letzten „Auf-Reisen-Live-Artikel“ habe ich eben noch geschrieben, hier im norwegischen Skibotn: Skelleftehamn—Skibotn: Autoreise mit Tücken und Mücken.

Zum Baden paddeln

Ein Gutes hat das schöne Herbstwetter: Ich kann den stillen Vorwurf einiger Freunde entkräften, ich würde nur Schnee fotografieren und nur über Schnee schreiben. Statt dessen wiederhole ich mich seit Wochen darüber, wie schön das Wetter hier noch ist. Und auch heute, nachdem die dicke Nebelsuppe von der Sonne weggedampft wurde, war es wieder schön.

Nach dem BadenHeute um elf haben wir uns mit einigen Winterbadern getroffen und im Fluss gebadet. Der hat immerhin noch 15 °C, was nicht sonderlich kalt ist, wenn die Sonne so schön scheint. Kaum war ich trocken, bin ich gleich noch ein zweites Mal ins Wasser gegangen. Und warm genug, um sich auf dem Holzboden ein bisschen hinzulegen, war es auch noch.

Das schöne daran war die „Anreise“. Ich bin nämlich zu der Stelle hingepaddelt. Das sind etwa fünf Kilometer flussaufwärts und da der Fluss keine nennenswerte Strömung hatte, war ich trotz einiger Fotos-vom-Kajak-aus-machen-Aktionen früher da als erwartet.

Als ich aus der Bucht Kurjoviken auf den breiten Sörfjärden kam, lag noch viel Dunst in der Luft, der die Landschaft weichzeichnete. Welch ein Kontrast zu dem sonnenbeschienenem „Stuverikaj“, an dem ich eine knappe Stunde später an Land ging.

Morgenstimmung auf dem Sörfjärden

Stuverikajen, unser BadeplatzGänsesäger auf dem Wasser

Auf dem Rückweg musste ich noch diese kleinen Hüttchen, die hinter dem Sävenäs Maskinhus direkt am Wasser stehen, fotografieren. Ob die wohl zum Angeln benutzt werden, denn zum Übernachten sind sie eigentlich fast zu winzig.

Minihäuschen direkt am Wasser

Gegen Mittag war ich wieder zu Hause.

Der erste Schnee

Als ich heute morgen noch mit halbgeschlossenen Augen eine Jalousielamelle herunterdrückte, um in die Morgendämmerung hinauszulugen, dachte ich als erstes „weiß“. Dann fokussierten meine Augen langsam auf das Dach des Nachbarn und ich sah, dass dieses von Schnee bedeckt war. Es war heftig am Schneien und der Schnee blieb auch liegen, denn die Nachttemperaturen von -5 °C haben den Boden schon herunter gekühlt.

Das ist ja quasi Ehrensache, dass ich ein paar Fotos vom Schnee für das Blog mache, selbst wenn das nicht so wahnsinnig viel hergibt. Daher bin ich eine halbe Stunde eher aus dem Haus gegangen, um ein paar Fotos in Skelleftehamn zu machen. Das erste von dem Stück Straße vor meinem Haus.

Die zottelige Dornenhecke vor meinem GrundstückDer Waldweg an der Ecke

Die Bucht Killingören

Gerade eben habe ich es noch zum Bus geschafft, mich ans Fenster gesetzt und in den Schnee hinausgeschaut. Ein merkwürdiges Gefühl, denn obwohl ich den Winter liebe, bin ich noch eher auf sonnigen und warmen Herbst eingestellt. Aber der scheint sich jetzt dem Ende geneigt zu haben. Bis hinter den neuen Kreisel bei Bergsbyn war alles schneebedeckt, doch in der Stadt war noch alles „barmark“.

Schwedischübersetzung des Tages:barmark – schneefreier Boden

Tagsüber waren einige Plusgrade und so war vom ersten Schnee heute Abends fast nichts mehr zu sehen. Aber die Pfützen froren schon langsam zu und die Straßen waren gut glatt. Mit den Winterreifen werde ich trotzdem bis zur nächsten Woche warten, denn nach dem ersten Schneefall wird es beim „Reifendienst“ in Skelleftehamn bestimmt knallvoll sein.

2000 Kommentare

Heute habe ich den 2000. Kommentar in meinem Blog bekommen (meine eigenen nicht mitgezählt)! Ich freue mich riesig, dass ich so viel Resonanz von Euch Lesern bekomme.

Ich möchte mich bei Euch bedanken und ich freue mich schon auf die nächsten tausend Kommentare!

Blogpause

Liebe Leser, das Blog Nordwärts wird eine kleine Pause einlegen. Schuld daran ist der neue Computer, den ich heute abgeholt habe. Und weil der alte noch unter Mac OS X 10.6 lief ist jetzt viel zu tun.

Vielleicht doch lieber nicht über das Netzwerk kopieren …

  • Mehr als 500 GB Fotos kopieren
  • Tools für die Programmierung installieren (php 5.5, MySQL, npm, svn, composer …)
  • Datenbanken exportieren und importieren
  • Daten aufräumen
  • Überprüfen, welche alte Software noch läuft
  • Bei Bedarf neue Software kaufen :-/
  • Alte Dokumente, die auf dem neuen System nicht mehr gelesen werden können umwandeln

Und bestimmt noch einiges mehr. Wünscht mir Glück, dass alles reibungslos vonstatten geht und mich das Ganze nicht zu viel Zeit kostet. Dann habe ich aber wieder einen Rechner, der genug Speicherplatz hat und rennt. Und dann habe ich auch wieder mehr Ruhe zum Blog schreiben.

NB: Die 5 Tage Kopiervorgang war über WLAN mit dem Router im Keller. Da nehme ich doch lieber eine Festplatte, das dauert nur gut 4 Stunden.

Die Zukunft vom Blog „Nordwärts“

Heute vor 1632 Tagen habe ich den ersten Artikel in diesem Blog geschrieben. 816 Artikel (inklusive diesem) habe ich seitdem veröffentlicht, also im Durchschnitt jeden zweiten Tag einen¹. 3602 Bilder habe ich hier online gestellt, da ist im Laufe der Jahre ganz schön was zusammen gekommen². Wer mag, kann sich die Fotos als Bilderschau anschauen. Damit es nicht zu langweilig wird, mischt das Blog jedes Mal neu.

„Gestern“

Als ich am 4. April 2010 den ersten Artikel geschrieben habe, dort hieß das Blog noch „Nordwärts – Von München nach Skellefteå“, einige Monate später „Nordwärts – Von München nach Skelleftehamn“. Und speziell das erste Jahr drehte sich viel um das Neue, was ich hier erlebt habe: Meine Anreise, den vielen Schnee, der Anfang Mai noch im Wald lag, die Personennummer, ein Zeitungsinterview, den Hauskauf, den Umzug. Und immer wieder das erste Mal: Das erste Mal Mittsommer, die erste Wahl, das erste Polarlicht, der erste Schnee im Oktober, die erste Reise von Schweden nach Norwegen, das erste Mal mit Spikes Rad fahren, das erste Mal auf Skiern unterwegs, das erste Mal über das Ostseeeis zur Insel Storgrundet.

Nach einem Jahr habe ich das Blog in „Nordwärts – Vom Leben in Skelleftehamn“ umbenannt. München schien schon so weit weg. Da soll ich mal gelebt haben? Und ich genoss mein immer noch ziemlich neues Leben in Schweden und berichtete darüber. Ich begann mich immer mehr mit Fotografie zu beschäftigen – eine teure Leidenschaft – und sehe heute erfreut, dass ich in den viereinhalb Jahren dazugelernt habe und meine Fotos besser geworden sind.

Doch das Blog schreiben hat auch meine Wahrnehmung verändert. Ich begann, mein Leben noch intensiver wahrzunehmen und genauer hinzuschauen. Auf der anderen Seite musste ich sehr aufpassen, dass ich meine Erlebnisse nicht danach beurteilte, ob sie einen guten Blogartikel hergeben könnten. Ich begann zu jagen. Nach Fotos, nach Geschichten, nach Eindrücken, die ich hier mit Euch Lesern teilen wollte. Es hat lange gedauert, bis ich ein schönes Sonnenwochenende auch einfach mal zu Hause bleiben und lesen konnte, ohne ein schlechtes Gewissen meinem Blog nordwärts gegenüber zu haben.

„Heute“

Jetzt spüre ich, dass eine Wende gekommen ist. Ausschlag gegeben hat ein Projekt, über das ich hier noch nicht berichtet habe: Ich werde Anfang Januar bis Mitte März frei nehmen und durch Nordskandinavien und -finnland reisen. Viel mit dem Auto, doch auch hoffentlich mit Skiern, wenn ich Reisepartner finde. Das wird bestimmt eine interessante, ereignisreiche Zeit, über die ich natürlich gerne berichten möchte. Leider werden die wenigsten meiner schwedischen Freunde und Bekannten diese Berichte lesen können, wenn ich sie weiterhin auf deutsch auf nordwärts veröffentliche. Ich habe hier sogar kurze Zeit zweisprachig (deutsch und schwedisch) geschrieben, aber schnell damit wieder aufgehört. Zu zeitaufwendig! Außerdem kenne ich auch einige, die weder schwedisch noch deutsch verstehen. Englisch hingegen können die meisten³.

„Morgen“

way-up-north.comDeswegen habe ich ein neues Blog angefangen. Es heißt way-up-north und ist noch so neu, dass erst ein einziger Blogartikel dort erschienen ist. Und dieses Blog werde ich auf englisch schreiben (oder auf das, was ich für englisch halte …). Auf way-up-north werde ich den Fokus ein bisschen schärfen: Auf Landschaft und Natur, auf Reisen und Erlebnisse, auf Wetter und auf Fotografie. Wohin sich das Ganze entwickeln wird, weiß ich aber noch nicht und will es auch gar nicht wissen. Ich bin offen für Neues.

In Zukunft werde ich mehr Zeit mit way-up-north verbringen und deswegen weniger Zeit für nordwärts haben. Hier werde ich weniger neue Artikel und Fotos veröffentlichen, auf way-up-north dafür um so mehr. Einschlafen lassen werde ich dieses Blog nicht, aber es wird ruhiger werden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr, liebe Leser, mir folgt und in Zukunft auch bei way-up-north vorbeischaut oder den RSS-Feed abonniert. Und ich freue mich natürlich immer noch über jeden einzelnen Kommentar, ob er nun auf englisch oder deutsch sei.

Euch allen eine schöne Zukunft,
/Olaf

Polarlicht, Ballett des Himmels
Theater des Firmaments
Dynamik aus der Stille
Zeitlosigkeit des Alls und Lebendigkeit der Erde
Verbinden sich in Girlanden, Formen, Farben
Fahl, kaum den Menschen erreichend
Klar und hell, den Norden erhellend
Meinen Schatten sehe ich nicht,
Ich schaue nicht zurück, wende mich nicht ab.
Nur vorwärts, der Aurora entgegen
Führt mein Weg
Immer weiter.

Olaf Schneider, 8. Februar 2005, Solberget


¹ Geschrieben habe ich allerdings ein paar Artikel weniger, denn einige sind Gastartikel von meinen Besuchern.
² Auch manches Foto oder andere Bild stammt von meinen Gästen oder anderen.
³ Ja, ich weiß, dass nicht alle Englisch können und es tut mir leid, dass es dadurch für einige schwieriger sein wird, mir zu folgen. Aber leider ist meine Zeit begrenzt und deswegen musste ich mich entscheiden.

Winterschlaf

Liebe Nordwärtsleser.

Ein „selfie“ von gestern AbendIn ein paar Tagen geht meine lange Reise durch Nordschweden und Nordnorwegen los. Während dieser Zeit wird das Blog Nordwärts seinen Winterschlaf fortsetzen und vor Ostern nicht wieder aufwachen.

Wer wissen möchte, was ich auf der Reise so erlebe und wo ich gerade bin, kann dies auf way-up-north, welches schon längst mein Hauptblog geworden ist, lesen und sehen.

Dort schreibe ich auf Englisch, aber auch für die, die es nicht so mit Englisch lesen haben, lohnt es sich vielleicht, vorbeizuschauen, denn viele Bilder gibt es natürlich auch. (Übrigens auch jetzt schon …)

Schöne Grüße,
/Olaf