Die Ostsee friert zu
Vor einer Woche habe ich meinen Artikel „Wo ist das Eis?“ genannt. Heute ist die Ostsee bis zum Horizont zugefroren und auf dem Eis der nahen Bucht sitzt der erste Eisfischer mit seiner kleinen Plastikrute und hofft auf Fisch.
Zwischen diesen beiden Fotos liegt eine Woche:
Ich bin mit dem Auto dann zur Lotsenstation gefahren, die auf einer kleinen Halbinsel am offenen Meer liegt. Ich habe meinen Augen kaum getraut. Bis zum Horizont sah ich nur Eis, Eis und Eis und nur in der schmalen Fahrrinne schimmerte Wasser zwischen den zerbrochenen Eisschollen.
An der Lotsenstation bin ich mit einem Mitarbeiter ins Gespräch gekommen. Er erzählte mir, dass Süd- und Ostwinde gut für die Eisbildung sind, bei Nord- und Westwinden aber vier Grad warmes Tiefenwasser an die Oberfläche kommen kann. Ich habe gefragt, wann man wohl zu den ersten Inseln hinüber laufen kann und bekam die Antwort, schon jetzt. Im nächsten Satz meinte er aber, dass der aufkommende Schneefall bei recht warmen Temperaturen (-2 °C) die Situation verschlechtert und ich lieber noch ein, zwei Wochen warten sollte. Kein Problem, das mache ich gerne, denn auf dem Meer im Eis einzubrechen gehört zu den Erfahrungen, auf die ich liebend gerne verzichte.
Gestern hat der SMHI, der hiesige Wetterdienst einen Artikel zur Eislage auf der Ostsee geschrieben. Während vor einem Jahr der Bottenwiek, das ist die Ostsee nördlich der Linie Umeå—Vaasa, halbmeterdick zugefroren war, ist er jetzt noch größtenteils offen. Der letzte Winter war eben besonders kalt und dieser Winter besonders mild.
Quelle: SMHI. Danke für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.




