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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Die Anreise, Teil 2

„Umeå 67 km“ sagt das Schild am Straßenrand.

Also wenn ich schon die einmalige Gelegenheit habe, im Bus nach Umeå kostenloses WLAN zu haben, dann schreibe ich auch mal, wie es weiter gegangen ist.

Um 4:20 hat mich der Wecker aus dem Schlaf geklingelt. Ich habe mich angezogen, meine Sachen zusammengepackt und bin zum Bahnhof gelaufen, der zum Glück gleich um die Ecke ist.

Nach Stockholm wollte ich ja eigentlich mit dem Nachtzug und hatte eine Fahrkarte mit Zugbindung. Als die Zugbegleiterin aber Teile meiner Reisestory gehört hat, hat sie direkt einen Haken gemacht und die Fahrkarte für gültig erklärt.

Aber fast schäme ich mich, die Fahrt aus München als lang zu bezeichnen. Eine Familie mit zwei kleinen Jungen wollte nach Uddevalla nördlich von Göteborg, sie kamen aus Rom. Hinter mir im Bus sitzt gerade eine Frau mit Tochter, die schon Tage aus London unterwegs sind und nach Hause wollen. Das ist irgendwo in Nordnorwegen zwischen Narvik und Tromsø. Da hab ich es doch eigentlich ziemlich gut.

In Stockholm habe ich meine Vorräte aufgefüllt, eine neue Fahrkarte abgeholt (ging problemlos) und auf den Zug nach Sundsvall gewartet. Nach einigen Malen Umsetzen habe ich auch Platz gefunden, obwohl der Zug ausgebucht war. Glück gehabt. Allerdings gab es eine Signalstörung und dann haben wir den Rest der Strecke sämtliche Gegenzüge durchgelassen und sind so mit 30 Minuten Verspätung in Sundsvall angekommen. Und ratet Mal, wer schon weg war. Richtig, der Bus 100 nach Skellefteå.

Aber es stand schon ein Ersatzbus nach Umeå bereit und mit ein bisschen Glück erreiche ich sogar noch die Buslinie 100 in Umeå und komme nach Plan 2 um viertel nach acht in Skellefteå an. Zwischendurch haben wir noch einen fliegenden Wechsel in einen anderen Bus gemacht, so dass ich verkürzt schreiben kann:

München | Auto · Zug · Bus · Fähre · Zug · Zug · Hotel · Zug · Zug · Bus · Bus · Bus | Skellefteå

Drückt mir die Daumen, dass es so bleibt.

Fotos und Reiseeindrücke gibt‘s später. Jetzt will ich erst einmal nur noch ankommen.

Ankunft

OK, ich mache es kurz. Ich bin angekommen. Ich bin angekommen. Angekommen. Ich bin angekommen. Angekommen!

Der Umstieg in Umeå ging problemlos und ich brauchte nur noch zwei Stunden Landschaft an mir vorbeiziehen lassen, eh ich in Skellefteå am Busbahnhof ausgestiegen bin. Nach neun Mal Umsteigen. Leif von Artopod hat mich abgeholt und wir haben zu sechst Abendbrot gegessen: Drei Artopodler, Meine Gastgeber und ich.

Hat das gut getan zu sitzen und etwas zu essen, was weder Keks, noch Brot, noch Schokolade ist. Bloß zum Englisch reden war ich fast zu müde und dabei sind alle so nett. Aber egal, ich bin ja erst einmal hier; war ja nicht das letzte Gespräch.

Jetzt sitze ich in einem schönen Zimmer* noch kurz am Computer und lasse meine Haare trocknen (Dusche, nicht Regen) und falle dann ins Bett.

*Schönes Zimmer = Nette Gastgeber × ( WLAN + Wald hinterm Haus + großes Bett + Ruhe + …)

Morgen mehr.