Kennt Ihr das? Die Wochenendplanung? Man möchte was Schönes machen, vielleicht alleine, vielleicht mit Freunden. Man sollte unbedingt ein paar Dinge erledigen und ein bisschen relaxen – zum Beispiel lesen. Und ein kleiner Mittagsschlaf wäre doch auch nett und nützlich. Macht zusammen so drei bis vier Tage. Das Wochenende hingegen hat zwei.
Dieses Wochenende habe ich tatsächlich alles gemacht. In nur zwei Tagen. Das kommt wirklich nicht oft vor.
4. Relaxen: Teile das Nachmittags habe ich im Bett verbracht. Zum einem mit einem recht langen Mittagsschlaf, zum anderem mit dem ersten Buch aus der „Agaton Sax“-Reihe. Das sind herrlich skurrile und schräge Jugendbücher, die Nils-Olof Franzén von 1955 bis 1978 geschrieben hat. Hauptfigur ist der kleine und etwas korpulente Agaton Sax, der Chefredakteur der kleinen Tageszeitung in der fiktiven Stadt Byköping ist und nebenberuflich ein Genie in Sachen Kriminalistik. Und wenn ich dann wieder einen schwedischen Wortwitz verstehe, freue ich mich besonders.
3. Erledigen: Heute Vormittag habe ich ein bisschen länger geschlafen und dann beschlossen, das Thema „Ablage“ in Angriff zu nehmen. Nun gehört Ablage machen zu den Dingen, vor denen ich mich (a) gerne, (b) erfolgreich und (c) sehr lange drücke und so denke ich beim stundenlangen Sortieren und Abheften darüber nach, wie die Zeit vergangen ist. Das mache ich sonst nie, aber nicht wenige der Briefe von Versicherung, Finanzamt, Bank oder Pensionskasse tragen das Jahr 2010.
Als ich nach Schweden kam, habe ich mich über die lustigen vier Löcher gewundert, die hier viele der offiziellen Briefe zieren. Anfangs vermutete ich noch einen Fehler (Warum sollte das auch anders als in Deutschland sein), dann habe ich mir einen schwedischen Locher und passende Aktenordner gekauft.
2. Freunde treffen: Gestern Nachmittag bin ich zur Halbinsel Kallholmen gelaufen, denn dort wohnte ein guter Bekannter, der mich zu einer kleinen Feier eingeladen hat. Dabei bin ich größtenteils außen herum auf dem Eis gelaufen, weil es dort bei der untergehenden Sonne so schön war. Was für ein schöner Nachmittag und Abend mit netten Leuten war das! Mit indischem Essen und Diskussionen, mit Bowle und Weißwein. Sechseinhalb Stunden später bin ich wieder zurück gelaufen. Da das vorhergesagte Nordlicht ausgeblieben ist, war ich auch relativ schnell wieder zu Hause.
1. In der Natur sein: Gestern Vormittag habe ich eine Wanderung zu Fuß gemacht. Im weglosen Wald ist das sehr lustig, weil größere Teile der Schneedecke gut tragen, man aber immer mal wieder bis zur Hüfte im Schnee steckt. Die Elche laufen ja auch gerne Wege, aber haben mit Tiefschnee keine Probleme, obwohl die einzelnen Fußabdrücke auch ganz schön tief sein können.
Auf der Ostsee hingegen war es viel leichter zu gehen, da auf den offenen Eisflächen wesentlich weniger Schnee liegt. Dieses Mal bin ich zu einer winzigen Insel namens Brottören gelaufen. An einigen Stellen hat das Eis ziemlich geknackt. Ich zucke dann jedes Mal ein bisschen zusammen, obwohl das Knacken eher damit zusammenhängt, dass es wieder kälter wurde. Und auf der Insel Storgrundet stand sogar ein Kombi am Strand geparkt, den jemand vom nahen Festland über das Eis gefahren hat. Soviel zur Eisdicke.
Gerne wäre ich zu den Eisbergen, die man am Horizont flimmern sehen konnte gelaufen. Aber die waren mindestens drei Kilometer entfernt und ich hatte keine Ahnung, wie dick und tragfähig das Eis dort draußen auf der offenen See ist.
Gestern Abend: München Flughafen + 8°C, Skellefteå Flugplatz: -21 °C. Hier war es also fast dreißig Grad kälter. Inzwischen war aber der Winter auch nach Deutschland unterwegs und hat Kälte und Schnee mitgebracht.