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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Der erste Herbstfrost

Die Alpen sind weiß, auf dem Feldberg im Schwarzwald lag schon Schnee und sogar in München – so berichten es Facebookfreunde – haben sich schon Schneeflocken mit in den kalten Regen gemischt. Hier war er warm, der Oktoberbeginn. Schnee ist noch lange nicht in Sicht und vorletzte Nacht um halb zwölf, als am Flughafen München gerade noch +1 °C gemessen wurde, hatten wir hier +10 °C. Mitten in der Nacht.

Minimum: -0.4 °CIn jener Nacht habe ich geträumt, dass die Temperaturen innerhalb von 24 Stunden um 25 Grad sinken würden. Tatsächlich wurde es gestern im Laufe des Tages immer kälter und ich fing schon an zu befürchten, ich könne Wetter im Traum voraussehen. Aber bei knapp über Null haben sich die Temperaturen dann gefangen, auch wenn es letzte Nacht mit -0.4 °C das erste Mal den ersten Hauch Luftfrost gegeben hat.

Der Wechsel vom Septemberherbst zum Oktoberherbst ist ziemlich abrupt. Heute vor einem Monat bin ich noch im T-Shirt zum Baden gepaddelt und die Sonne ging um sieben unter. Heute verschwand die Sonne schon um 17:15 und dann wird es schnell richtig dunkel. Die Vorhänge im Schlafzimmer brauche ich nicht mehr und ich ertappe mich dabei, wie ich mir den ersten Schnee herbeiwünsche. Nicht, weil ich jetzt schon Winter wollte, auch das Auto fährt immer noch mit Sommerreifen, sondern weil Schnee die Nacht ungleich heller erscheinen ließe.


Zum Abschluss noch ein Herbstfoto vom Wochenende:

Schwimmendes Laub auf dem Skellefteälven

Die ersten Winteranzeichen

In Latnivaara, Lappland wurden -18.2 °C gemessen, smhi hat seine erste Schneehöhenkarte für die Saison 2013/14 veröffentlicht (Piteå 7 cm) und auch hier hat es das Thermometer tagsüber nicht über 1.1 °C geschafft und alle Pfützen sind gefroren. Schon jetzt, um halb sieben, peilt das Außenthermometer die -5 °C an und viele Birken haben fast schlagartig ihr Laub abgeworfen.

Direkt nach der Arbeit bin ich mit dem Auto zum Hafen „Tjuvkistan“ gefahren und bin kurz vor Mondaufgang dort angekommen. Auch dort lauern die ersten Winteranzeichen: Am Ufer bildet sich das erste, schaumige Eis und selbst auf den sanften Wellen der geschützten Bucht bilden sich die ersten Eisnadeln. Und dann ging über dem Horizont erst fahl, dann goldgelb leuchtend, der volle Mond auf.

Die ersten Eisfladen am Ufer

Eisnadeln auf der OstseeDer Mond geht auf

Vor drei Tagen sah es noch danach aus, dass es in Skelleftehamn heute richtig garstig sein würde: Windstärke 8 und Schneeregen ohne Ende. Aber dann hat sich die Vorhersage immer mehr zum besseren geändert und die gestrige Vorhersage passte nahezu perfekt. Sonne, -4 °C bis +1 °C. Ich habe spaßeshalber Screenshots der Vorhersagen der letzten drei Tage gemacht, immer für den heutigen Freitag.

Ach ja, Freitag! Diese Woche war wirklich viel los auf der Arbeit und eine Lieferung letzten Abend und ich freue mich auf das Wochenende.

Eisige Wellen am Snesviken

Vermutlich waren Teile des Sees Snesviken schon zugefroren gewesen, doch als ich heute bei sehr kaltem Wind zum Ufer gelaufen bin, brachen die Wellen das Eis schon wieder auf. Überall klirrte, sirrte und knisterte es und nur in der kleinen Bucht hinter der Landzunge war das Eis stabil und so dick, dass ich schon darauf stehen konnte. Das habe ich aber nur ausprobiert, weil das Wasser dort sehr flach ist.

Eisfladen auf dem SnesvikenTreibeisstücke treiben auf den Wellen

Grashalme in Eis und Wind

Heute Abend wollte ich die gleichen Motive nochmals im Abendlicht ablichten aber zum einen war die Sonne schon zu niedrig und das Eis lag wieder im Schatten, zum anderen haben die Wellen das Eis schon relativ kleingemahlen. Ein Motiv von heute Nachmittag:

Eiskante auf dem Snesviken

Nächste Woche soll es wieder wärmer werden, bis zu 11 °C und auch in den Nächsten frostfrei.

Zwischen goldenem Herbst und weißem Winter

Der Goldene Herbst ist seit ein paar Wochen vorbei und die Bäume sind kahl. Und Winter ist noch nicht in Sicht. Das Wetter ist so richtig zwischen allen Stühlen und bei den Regengüssen der letzten Tage sehne nicht nur ich mich nach Kälte und frischem Schnee.

Ja, wir hatten es schon kalt: -8.6 °C vor drei Nächten, aber null Grad dreieinhalb Stunden später. Ja, wir hatten schon Schnee: erst vorletzte Nacht in Skellefteå, als der Pladderregen in Schnee überging. Der ist aber schon längst zu großen Pfützen geschmolzen, die den Frost der letzten Nacht genutzt haben, halb zuzufrieren um heute wieder anzutauen. Und ansonsten: Ein Grad, zwei Grad, drei Grad. Nieselregen, Dauerregen, Pladderregen. Mal mehr, mal weniger glatt.

PladderregenSpiegelungStiller FlussRotes Haus

Weil ich am Samstag nach Burträsk fahre, habe ich heute morgen Winterreifen aufziehen lassen und bis jetzt wieder mit Spikes unterwegs. Als ich an der Bucht vorbeikam, bugsierten gerade zwei Lotsenschiffe die große Levan an die Anlegestelle von Kuusakoski, dem Recyclingunternehmen. Als ich in der Nachmittagsdämmerung von der Arbeit zurückkam, lag das Schiff noch da und ich habe kurze Zeit später noch einmal ein Foto mit Stativ und längerer Belichtung gemacht. Zum Glück hat die Levan still gehalten.

Die Levan läuft einDie Levan

Ab Sonntag werde ich viele Gelegenheiten haben, weitere Nachtaufnahmen zu machen, denn dann geht die Sommerzeit zu Ende und ganz plötzlich geht die Sonne um halb vier unter! Dann ist Nordschweden wirklich kalt und dunkel. Bis der erste Schnee fällt.

Mein Auto jedenfalls ist seit heute für den Winter gerüstet. Und etwas anderes auch, doch dazu hole ich ein bisschen aus …

Eine der schwierigeren Sachen in Nordschweden ist es, einen Handwerker zu bekommen. Einige Spezies wie Elektriker (elektriker) und Klempner (rörmokare) sind besonders selten, gesucht und begehrt. Es kann lange Zeit vergehen, bis man tatsächlich mal einen Handwerker bekommt, der einem hilft, Dinge zu „fixen“, wenn man es – wie ich – nicht selbst kann. Vor allem beim Thema Klempner hat sich einiges bei mir angesammelt und ich wusste, ich muss das Projekt „Rörmokare“ in Angriff nehmen, vor allem, weil das Absperrventil zum Außenwasserhahn nicht mehr ganz dicht war und ich Angst hatte, dass mir das ganze im Winter kaputt friert. Jetzt geschieht ein kleines Wunder: In meinem Briefkasten finde ich einen Zettel von Jon, der sich gerade als Rörmokare selbständig gemacht hat und Kunden sucht. Er antwortet noch am Sonntag auf meine Mail, schaut sich schon am Montag alles an und gibt Tipps und hat heute schon einen neuen Außenwasserhahn, der nicht mehr einfrieren kann, eingebaut und mit anderen Dingen angefangen. Ich bin begeistert! Nun bekomme ich noch ein Waschbecken im Keller (für dreckige Stiefel und so etwas), bessere Thermostaten an die Heizung und – wenn ich will – reaktiviert er auch die Fußbodenheizung in einigen Kellerräumen, von deren Existenz ich bisher nicht gewusst habe. Toll!

Und da der schwedische Staat bei Hausbau und -reparatur 50% der Bruttoarbeitskosten dazu gibt – das Ganze nennt sich ROT-avdrag, halten sich die Kosten auch noch halbwegs in Grenzen.

Klebeschnee

Nasser, kalter KlebeschneeDa freut man sich über ein Wartehäuschen an der Bushaltestelle, wenn man nach der Chorprobe in der Stadt hinaustritt und von nassem Schneefall empfangen wird. Auf den Grünflächen bleibt er liegen, auf dem Asphalt bildet er sofort matschige Pfützen und an der westlichen Glasscheibe des Wartehäuschen bleibt er kleben. Ungemütlich. Doch fünf Minuten später kommt der Bus und fährt mich warm und trocken wieder zurück nach Skelleftehamn.

Nächtlicher Schneefall

Der Schnee, der gestern Abend in der Stadt fiel, kam in Skelleftehamn als Regen herunter. Später allerdings wurde ein bisschen kälter und es schneite auch bei mir zu Hause.

Heute morgen lagen fünf Zentimeter Schnee und hellten den dunklen Morgen auf. Heute in der Stadt schneite es weiter und taute gleichzeitig – Gummistiefelwetter – doch später sanken die Temperaturen unter Null, jetzt aktuell bei mir -3.5 °C.

Zwei Mal stand ich heute am Steinufer hinter der Lotsenstation. Einmal vor der Arbeit, einmal nach der Arbeit:

Schnee am MorgenSchnee am Abend

Sag nie „morgens“ zu einem Klempner!

Sage nie „morgens“ zu einem Klempner, denn das habe ich ihm am Mittwoch vorgeschlagen für die Miniarbeit, die noch zu machen war. In der Antwortmail stand nur:

Kan komma kl 6 imorgon. (Torsdag)

Jon M.

Kann morgen um 6 kommen. (Donnerstag). Nun gut dachte ich, sagte zu und stellte den Wecker auf 5:45. Und pünktlich um sechs stand er vor der Tür, hat den Ablauf des neuen Waschbeckens im Keller funktionstüchtig gemacht und mir gezeigt, wie ich in Zukunft die Heizung regeln soll. Und nun? Wieder ins Bett gehen? Nein, erst einmal frühstücken. Und wie schon am Vortag an die Küste fahren und Stativ und Kamera mitnehmen. Und dieses Mal kam ich rechtzeitig an, um am schneebedeckten Ufer ein wunderbares Morgenrot über der stillen Ostsee zu erleben. Ohne den Termin mit dem Klempner hätte ich eine Stunde länger geschlafen und dieses herrliche Licht verpasst.

Morgenrot

Eine Schattenseite der beiden längeren Klempnerbesuche gibt es allerdings: Von dem Geld, welches ich an den Klempner für Material und Arbeit bezahlt habe, hätte ich mir die neue wasserdichte Nikon AW1 kaufen können und hätte trotzdem noch 600 Euro übrig gehabt.

Wogen, Wind und weißer Schnee

Gestern sollte es eigentlich recht schön sein, statt dessen war es durchgängig trüb und ich habe meine Paddelpläne wieder beiseite gelegt. Erst am Abend kam die Sonne heraus.

Gestern: Sonnenuntergang am Sörfjärden

Dann bewölkte es sich wieder und smhi hatte für die Nacht und heute Regen und 3 °C vorhergesagt. Ich war deswegen erstaunt, als ich heute morgen sah, dass es schneite und die vereiste Straße wieder weiß bepudert war. Ich bin noch nie im Schneefall Kajak gefahren, dachte ich …

… eine halbe Stunde später war ich auf dem Weg zum Strand von Storgrundet, das Kajak im Schlepptau.

Auf dem Weg zum WinterpaddelnAm Strand von Storgrundet

Weil es doch ein wenig windig war, bin ich gegen den Wind in Richtung Nordwesten gepaddelt, damit ich es auf dem Rückweg bequem habe. Hinter der schützenden Insel ging das auch noch ganz gut, aber kaum, dass ich die Bucht verlassen habe, wurde es windiger, die Wellen höher und der Schnee pfiff mir ins Gesicht. Da wäre eine Skibrille schon praktisch gewesen, aber es gibt ja noch eine andere Möglichkeit: Umkehren.

Gegen Schnee und WindSelbstportrait im ruhigeren Wasser

Zwischen der Insel Storgrundet und Festland war es immer noch windig, aber wesentlich ruhiger. Also bin ich weitergepaddelt, bis ich an der Südostspitze der Insel war. Während der ganzen Fahrt hörte man schon die Brandung rauschen, jetzt sah man auch, wie sich die Wellen an der flachen Steinküste brachen.

Kurze Pause an Storgrundets SüdostspitzeBrandung an der Südostspitze von Storgrundet

Nach einer kurzen Pause, in der ich auf der kleinen Inselspitze herumgewatet bin (normalerweise ist der Wasserstand hier um einiges flacher), habe ich mich wieder ins Kajak gesetzt und beschlossen, dass ich versuchen will, hinter der Insel Brambärsgrundet wieder zurück zu paddeln. Dazu musste ich aber durch eine kleine ungeschützte Passage, in der die Wellen, die vom offenen Meer herein drückten, doch recht hoch aussahen. Ich habe erst einmal in Ruhe geschaut, wo ich zwischen den großen Steinen hindurch komme. Na gut dachte ich, dann los!

Eieiei – für einen erfahrenen Kanuten wäre das bestimmt leicht gewesen, aber ich fand es ganz schon ungemütlich, zuerst quer zu den kräftigen Wellen in Richtung Durchlass zu paddeln und dann in der mir doch etwas zu rauen See nach rechts zu wenden und …

… rausch – wumms – platsch – kommt der Brecher des Tages von hinten angerauscht, schüttet mir einen Eimer Wasser ins Kajak (Kein Spritzschutz wegen Kameratasche) und schiebt mich mit großem Schwung durch den Durchlass. Hinter mir höre ich es wieder rauschen. Ich glaube, so schnell bin ich noch nie gepaddelt! „Nur weg hier!“, dachte ich. Aber der große Brecher hat mir genug Schwung gegeben, dass mich die nächste große Welle schnell, aber ruhig in ruhigere Fahrwasser schiebt.

Dort habe ich erst einmal in Ruhe mit dem Schwamm das Kajak entleert. Merke: Die Lenzpumpe, mit der man Wasser wieder aus dem Kajak pumpen kann, gehört so ans Kajak befestigt, dass man auch unterwegs drankommt!

Der Rest der Fahrt war zwar gegen den Wind, aber zwischen Insel und Festland war dieser doch wesentlich ruhiger. Bloss beim Fotografieren wurde man sofort wieder zurückgetrieben. Bald war der schneebedeckte Bootsanleger von Storgrundet in Sicht, den ich nach einem Foto umrundet habe, um dann mit Schwung wieder am Sandstrand anzulegen. Dort habe ich dann den schützenden, aber unbequemen Neoprenoverall gegen Stiefel, Hose und Winterjacke gewechselt und bin mit dem Kajak wieder nach Hause gelaufen.

Jetzt – mittags – hat es aufgehört zu schneien. Sechs Zentimeter Neuschnee liegen in Skelleftehamn und nur noch wenige Grasspitzen schauen vereinzelt aus der Schneefläche im Garten heraus. Eindeutig die schönere Alternative zu drei Grad und Regen.

Bootssteg bei StorgrundetFertig für den Rückweg nach Hause

Kanutudden

Ich dachte, ich könnte wie schon vor zwei Monaten diese Woche noch einmal mit dem Kajak zur Badestelle paddeln, um mein erstes Winterbad der Saison zu nehmen. Aber als ich heute Abend dort kurz vorbeigeschaut habe, war schon ein größerer Teil des Flussufers eisbedeckt. Ich glaube, da komme ich mit dem Kajak nicht mehr durch. Auch die „Kanutudden“, der Bucht, an der der Kanuklub ansässig ist, friert langsam zu.

Die „Kanutudden“ friert zu

Ich könnte natürlich am Wochenende auf der Ostsee paddeln, aber es gibt noch ein zweites Argument, was gegen das Paddeln spricht: Die Wettervorhersage. Es soll bis zu 7 °C warm werden, was ja nicht weiter tragisch ist, aber sehr, sehr windig. Am Sonntag früh sagt der smhi Böen bis 23 m/s voraus, das sind gut 80 km/h und entspricht Windstärke 9 (Sturm). Das klingt mehr nach Landspaziergang.

Eröffnung der Eisbadesaison

Sonnenaufgang

Der Tag fing ja schön an. Wenige Plusgrade, aber überraschend windstill und klar. Und als die Sonne gerade ihren ersten Strahl über den Horizont streckte, stand ich am Meeresufer und machte – klick!

Tiina öffnet das EisIch öffne das Eis (Photo: Tiina)Zweieinhalb Stunden später war ich auf dem Weg nach Ursviken zum Stuverikajen, denn hier treffen sich jeden Samstag vormittag die Winterbader und Eisschwimmer. Vor zwei Monaten war ich dort und habe bei einer Lufttemperatur von 15 °C ein Bad genommen. Heute hingegen waren die Ränder des Skellefteälven auf viele Meter hin mit Eis bedeckt. Wenn man dort schwimmen will, dann muss man natürlich erst einmal das Eis öffnen. Zuerst haben wir versucht, das vom Rand aus zu machen, dann habe ich meinen Neoprenoverall angezogen und bin ins Wasser gestiegen, um das Loch auf ein paar Meter zu vergrößern. Das geht am Besten, finde ich, wenn man an eine Stelle ein Loch sticht, und dann die Metallstange als Hebel benutzt, um das fünf Zentimeter dicke Eis loszubrechen und dann mit der Spitze unter das feste Eis zu schieben.

Kurze Zeit später – schnell noch die Intervallschaltung der Kamera aktiviert – bin ich die Holztreppe heruntergestiegen und habe das erste Winterbad der Saison genommen. Auf den ersten Photos sehe ich noch ein bisschen „bemüht“ aus, doch dann entspannt sich der Körper und es fühlt sich herrlich an.

Mein erstes Winterbad der Saison

Kurze Zeit später war ich wieder angezogen und habe noch ein paar Photos von den Eisstrukturen gemacht. Ich freue mich schon auf den Tag, wo das Eis einen zuverlässig trägt und ich die Fotos nicht nur vom Rand aus machen kann.

Abstrakt 1Abstrakt 2

Besuch von Hilde

Letzte Nacht kam die Hilde zu Besuch, heulte herum, pfiff durch’s Fenster, kegelte mit leeren Mülltonnen und machte noch einiges anderes. Das ist das erste Mal, seitdem ich hier lebe, dass für das Festland eine Sturmwarnung der Stufe zwei ausgegeben wurde. Und in der Nacht hörte ich Hilde auch am Haus rappeln und durch das nicht ganz dichte Schlafzimmerfenster pfeifen. Und da es bis zu 9 Grad warm war, hat der Sturm auch den meisten Schnee geschmolzen und die Nebenstraßen zu nassen Eispisten verwandelt, die dermaßen glatt sind, dass man selbst mit Spikes mit dem Auto ins Schlingern kommt.

Ich hatte das Auto so geparkt, dass es von keinem Baum oder Dachziegel getroffen werden konnte, aber in unserem „Kleinhausgebiet“ lagen nur leere Mülltonnen kreuz und quer auf der Straße, sonst war kein Schaden zu sehen. Eine Bekannte hat hingegen ein Foto von der großen Kiefer bei Facebook gepostet, die der Sturm in der Nacht entwurzelt und umgeworfen hat, zum Glück in Richtung Park und nicht auf deren Haus. Und in der Onlinezeitung habe ich entdeckt, dass auf der Wiese hinter der nächsten Hausreihe eine Birke in drei Meter Höhe abgeknickt wurde. Da kann man sich vorstellen, wie viel Kraft der Sturm hatte, denn eine kahle Birke hat ja nicht so viel „Segelfläche“. Aber der Sturm hat so manchen Baum in Västerbotten umgeknickt und 12000 Kunden von Skekraft sind auch heute Nachmittag noch ohne Strom.

Gestürzte Fichte am ParkvägenGeknickte Birke vor dem Tallvägen

Eigentlich dachte ich, dass ich heute am Meer bestimmt tolle Wellen fotografieren kann, aber der Wind kam von Nordwesten, also vom Land und das Meer war überraschend ruhig. Die Wellen auf dem Fluss hingegen waren groß genug, um das gesamte Ufereis, in welches wir gestern noch ein Loch zum Baden geschlagen haben, kaputt zu brechen.

Die Ufer sind heute eisfreiDie Badestelle heute

Die Wellen ließen das Brucheis in der Badestelle klirren und klingen. Auch die drei Bojen, die gestern noch fest eisumschlossen waren, schwammen heute wieder im offenen Wasser und kleine, glitzernde Eisstückchen trieben vorbei.

Bojen und EisstückchenEisblumen auf Holz

Ein kleiner Teil des Holzsteges war mit Eisblumen bedeckt. Das letzte Schwarzweißphoto zeigt die filigranen Figuren, die Wasser und Frost auf das Holz gezeichnet haben.


Links (schwedisch):

Frostmorgen

Heute morgen gab es Frost bei -4 °C und das ganze Auto ist von Eisblumen bedeckt. Das macht mir gar nichts, denn ich nehme den Bus. Heute ist auch der vermutlich erste Eistag, also ein Tag, an dem es unter 0 °C bleibt.

Eisblumen am Autofenster

Ein kalter Tag

Die Nacht war klar, die Temperatur sank kontinuierlich und heute morgen zeigte das Thermometer -9.6 °C an. Bis um drei pendelte die Temperatur um -10 °C, jetzt, gegen vier, bezieht es sich und es wird ein kleines bisschen wärmer.

Die geschützten Buchten der Ostsee fangen jetzt an zuzufrieren, aber der kleine Bootshafen „Tjuvkistan“ ist noch fast eisfrei.

Tjuvkistan vor Sonnenaufgang

Das geschützte Meer hinter der Insel Storgrundet ist hingegen schon komplett eisbedeckt. Ich finde es jedes Mal wieder erstaunlich, wie schnell das geht – manchmal von einem Tag auf den anderen. Immerhin war die gleiche Stelle am Sonntag noch von zappeligen Wellen bedeckt, nachdem sich Sturm Hilde ausgetobt hatte. Heute morgen, keine vier Tage später sah es hingegen so aus:

Storgrundet in Richtung SüdostStorgrundet in Richtung Nordwest

An dem Stein sieht man gut, dass der Wasserspiegel mehrmals seine Höhe gewechselt hat und jedes Mal ist an der Oberfläche das Wasser festgefroren.

Jetzt bin ich ein bisschen unschlüssig: Soll ich eher darauf hoffen, dass ich noch einmal paddeln kann oder lieber darauf, dass ich bald zu Fuss über das Eis laufen kann. Vermutlich muss ich für einige Zeit sowohl auf das Eine als auch auf das Andere verzichten. Daher hoffe ich auf Schnee, denn auf die erste kleine Runde mit Skiern freue ich mich auch schon.

Eisumkranzter Grashalm

Das Eis trägt

Wie so oft die letzten Wochen, war ich heute vor Sonnenaufgang an der Küste. Der Schnee ist weg, das Wasser noch offen, aber vorne auf den kleinen Buchten liegt Eis, welches von den Wellen hin- und hergetrieben wird. Und hinten, am Horizont, liegt eine dunkelgraue Wolkenwand, die in Richtung Sonnenaufgang rotviolett beschienen wird. In Skellefteå nennt man diese Wolken, die vor allem am Anfang des Winters oft über dem Meer liegen „Vinterväggen“ – die Winterwand, weil sie so kompakt wie eine Wand aussehen.

Morgendlicher Blick auf die Ostsee

VinterväggenWeit draußen – fünfzehnfach vergrößert

Neugierig bin ich auf die hohe Brücke nach Örviken gefahren. Letzten Sonntag hat der Sturm Hilde das Flusseis komplett aufgebrochen, danach war es allerdings kalt. Ob man wohl noch paddeln kann? In Richtung Sonnenaufgang und Meer ist die Flussmündung bis auf die Ränder eisfrei, aber der Blick nach Westen in den Fluss hinein hat mich erstaunt: Der Fluss ist komplett eisbedeckt. Na gut, dann bleibt das Kajak in der Garage und ich fahre mit dem Auto zum Winterschwimmen.

Blick zum Meer nach OstenBlick nach Westen

Eine Stunde später stehe ich an unserem Badeplatz und blicke auf das Eis. Kurze Zeit später kommen Jarkko und Tiina und zu meiner Überraschung betritt Jarkko direkt das Eis, um ein Eisloch zu sägen. Ich bin doch ein bisschen erstaunt, dass das Eis trägt. Während Jarkko zu Ende sägt, unterhalte ich das Feuer in der kleinen Sauna, damit wir es nach dem Eisbaden warm haben. Vier Winterbader sind wir heute und Tony macht ein Foto von mir, während ich mein zweites Eisbad der Saison nehme.

Unsere WinterbadestelleJarkko sägt ein EislochDer Saunaofen heiztEisbad – herrlich! (Foto: Tony Mäki)

Am Rand haben sich wieder kristalline Eisstrukturen gebildet. Kaum kommt die Sonne hinter dem „Vinterväggen“ hervor, ändert sich das Licht auf dem Eis von kaltblau zu warmorangegelb. Nein, ich traue mich nicht, dort das Eis zu betreten (erst recht nicht mit meiner Kamera), aber ein Bild mit ausgestrecktem Arm gelingt und erweitert meine Fotoserie Eisstrukturen.

Eismuster im SchattenEismuster in der Sonne

Eismuster, Detail

Während wir das Eis nur betreten, um zu baden, nutzen andere den schönen Tag auf dem Eis: Die ersten zwei Eisfischer wagen sich weit auf den Fluss hinaus, erst vorsichtig mit Leine gesichert, dann sitzen sie und angeln. Von Osten her kommen Vater und Sohn mit Eishockeyausrüstung souverän auf Schlittschuhen heran geglitten und bestaunen unser Eisbad.

Der erste EisfischerEishockey auf dem Fluss

Der Fluss gehört mir!

Wieder fühle ich mich dem Winter ein bisschen näher und ich bin gespannt, wann ich das erste Mal zu Fuß zur nahen Meerinsel Storgrundet hinüberlaufen kann.


Kleiner Nachtrag zum Fotografieren: Heute habe ich etwas gelernt: Man soll keinem Kind den Kopf abschneiden, auch wenn es nur eine Spiegelung ist. Anstatt den Gesamteindruck des Bildes im Sucher zu sehen, habe ich mich zu sehr auf das eigentliche Motiv – den Jungen – fokussiert und daher nicht auf das Spiegelbild geachtet, welches ich im Nachhinein gerne komplett auf dem Bild gehabt hätte. Viel Zeit für solche Überlegungen war allerdings nicht, denn die beiden Eisläufer waren ganz schön flink.

Drei Millimeter Schnee

Es fällt auf, wenn es Abends draußen plötzlich heller wird – Entweder fährt jemand mit Fernlicht oder es fällt Schnee auf die eisbedeckte Straße und reflektiert alles Licht.

Selbst wenn – wie gestern Abend – nur drei Millimeter herunterfallen, machet das einen Unterschied. Vor allem der eisbedeckte Fluss und das Meer hinter der nahen Insel Storgrundet sehen völlig anders aus als gestern oder vor drei Tagen.

Einige Fotos von heute morgen:

Storgrundet in Richtung SüdostStorgrundet in Richtung SüdostStorgrundet in Richtung NordwestFlusseis

Eispiste

Am Sonntag war es schön, Auto zu fahren. Nicht unbedingt, was die Straßenverhältnisse betrifft, denn der Schnee auf den einsamen Waldwegen verdeckt meistens nur das blanke, glatte Eis und es fordert eine gewisse Disziplin, vor jeder Kurve sanft abzubremsen, damit man nicht doch irgendwann einmal von der Straße rutscht, um mit fast unsichtbaren Steuerbewegungen in die Kurve zu fahren, kaum spürbar gerade zu ziehen und danach ebenso sanft wieder zu beschleunigen.

Schön war es, weil schönes Wetter war und im Inland fünf bis zehn Zentimeter Schnee lagen. Alle Seen waren zugefroren, nur an den Mündungen der kleinen, lebhaften Flüsschen war das Wasser noch offen. Und an den Rändern der Seen liefen die Leute Schlittschuhe oder saßen mit ihrer kleinen Plastikangel vor einem Eisloch. Auch der Sumpf, den ich mitten im Nirgendwo (bei Brännvattnet) gefunden habe, war schon so weit zugefroren, dass man ihn zum Fotografieren betreten konnte.

Abenddämmerung am eisbedeckten SeeSumpf bei Brännvattnet

Irgendwann habe ich auch mal aus dem Auto einen x-beliebigen Waldweg geknipst. Dieser war schön breit, aber es gibt auch Wege, die ganz schön schmal sind. Und prompt kam mir auf so einem Weg ein Auto entgegen. Zum Glück für mich und ihn ist der andere Autofahrer freiwillig und sehr lässig ein ganzes Stück zurückgesetzt, bis ich vorbei passte. Ich hätte wahrscheinlich zehn Mal so lange gebraucht und dabei fünf Mal den Motor abgewürgt. Danke, Du netter unbekannter Autofahrer!

Einer von zigtausend Wegen durch den Wald

Heute hätte ich mich mit dem Auto solche Wege nicht entlanggetraut, denn es ist wärmer geworden und es hat gepladdert. Und der kalte Regen ist auf dem Eis der kleinen Nebenstraßen festgefroren und hat sie noch glatter gemacht. Die Straße, die auf dem folgenden Foto zu sehen ist, liegt keine 50 Meter von meinem Haus weg, aber ich habe mir Spikessohlen unter die Stiefel geschnallt, damit ich da überhaupt hinkomme. Zum Glück sind alle größeren Straßen frei.

Eispisten in Skelleftehamn

Unterwasser

Wie schon letzten und vorletzten Samstag bin ich heute wieder zu unserem Winterbadeplatz gefahren. Heute allerdings nicht, um zu baden, sondern mein neues Spielzeug zu testen, welches ich gerade aus der Stadt geholt habe: Die bis 15 Meter Tiefe wasserdichte Kamera Nikon AW1.

Einige Bilder konnte ich machen, ehe der kaum geladene beiliegende Akku leer war.

Der erste UnterwassertestEis im warmen Sonnenlicht

Dann habe ich den Akku aufgeladen und bin noch einmal mit dem Auto zum Strand vor Storgrundet gerutscht¹ und habe dort am und im Wasser ein paar Fotos gemacht. Ich habe aber nicht herausgefunden, wie man Blende, Belichtungszeit oder ISO-Zahl ändert und deswegen sind die meisten Fotos nicht so geworden, wie ich wollte. Da muss ich erst einmal die Anleitung lesen.

Aufgebrochenes EisEisummantelt

Die Kamera kann auch RAW-Format, welches wesentlich besser geeignet ist, um die Bilder noch zu bearbeiten und zu optimieren. Der Weg dahin ist aber steinig: Mein Lightroom 4 kann die RAW-Daten nicht lesen, aber das kann das aktuelle Lightroom 5, welches auch nicht so teuer ist. Lightroom 5 versteht sich aber nicht mit meinem in die Jahre gekommenen Betriebssystem. Da ich mich aber scheue, das System upzudaten, werde ich vermutlich einiger Zeit mit zwei Computern arbeiten. Das sind die Dinge, die mich an der schönen digitalen Welt nerven!


¹ Zum Thema gerutscht: Sowohl ein Freund im Inland als auch eine Nachbarin sagen, sie könnten sich nicht erinnern, es jemals so glatt erlebt zu haben. Die kleinen Wohnstraßen und erst recht die wenig befahrenen Waldwege sind blankes Eis, auf dem selbst die Spikes der Winterreifen kaum fassen. So schleiche ich im Schritt-Tempo durch jede Kurve und das funktioniert dann auch ganz gut.

Gestern Abend bin ich doch vom Weg abgekommen: Mancher Weg hat ein leicht rundes Profil, zu beiden Seiten abfallend. Und wenn dann beide Räder auf der gleichen Seite fahren, kann es sein, dass das Auto trotz der Spikes langsam an den Rand rutscht. Dort fassen die Reifen wieder und man kann weiterfahren, aber es ist ein scheußliches Gefühl und ich fahre nur noch Wege, die ich sehr gut kenne und die keine Gräben haben.

Zu Fuß ist das Ganze nicht besser. Ich habe mich schon ein paar Mal auf den Hosenboden gesetzt und seitdem mache ich meistens die Spikesohlen unter die Stiefel. Wirklichen Spaß, mit den laut „kraatsch-kraatsch“-machenden Dingern zu Laufen macht es aber nicht und bei diesem Eis kommen auch die Spikes unter den Füßen an ihre Grenzen. Vielleicht doch Steigeisen, Bergsteigerhelm und Eispickel …?

Winteranfang

Heute, am ersten Dezember, ist für die Meteorologen Winteranfang. Gleichzeitig ist Skyltsöndag in Skelleftehamn. Doch dazu später.

Zeitungsartikel in der NorranAm Freitag berichtete mir ein Bekannter von dem Zeitungsartikel über mich. Über mich? Ach ja, richtig. Ich wurde ja vor anderthalb Monaten von der Norran interviewt, das hatte ich völlig vergessen. Thema war dieses Mal nicht „Der Deutsche, der freiwillig nach Nordschweden zieht“, sondern „Der Angestellte, der neben seiner Arbeit noch ein Hobby hat“. Während ich das nicht so außergewöhnlich finde, hat Norran aus der Tatsache, dass ich im Kammerchor mitsinge, eine Doppelseite gezaubert.

Gestern morgen war ich kurz an der Küste und habe dort G., den Fischer getroffen. Er hatte ein bisschen zu tun, bis er das Boot erst mit dem Auto an Land gezogen und dann freigeschaukelt hat. Seine Hündin fand das eher doof und hat laut gebellt, bis sie von ihm an Bord gehievt wurde. Eine Minute später hörte man den Außenborder und sah, wie G. sein Boot durch das dünne Eis zum offenen Meer steuerte.

G. wackelt sein Boot frei„Ich bin soo einsam!“

Ruisleipä – RoggenbrotNachmittags war ich bei meinen Nachbarn von gegenüber, um eine Zeitung zu holen, denn ich habe die Norran nicht und war schon ein bisschen neugierig, was man über den Chor und mich so schreibt. Das war ein guter Zeitpunkt, denn ich habe nicht nur die Zeitung bekommen, sondern noch etwas ganz besonderes: E. und ich sind uns einig, dass die Schweden kein Brot können! E. kommt aus Finnland und hatte frisches Roggenbrot gebacken. Da durfte ich probieren und habe gleich ein Stück geschenkt bekommen. Das war so lecker, dass sogar ich Koch- und Backmuffel jetzt beschlossen habe, auch Roggenbrot zu backen. Den Link zum Rezept habe ich, aber ich lasse mir das lieber von E. persönlich zeigen, denn das Rezept ist auf finnisch.


Heute war ja Skyltsöndag, so eine Art kombiniertes Advents-Weihnachtsmarkt-geöffnete-Läden-und-alle-haben-wieder-beleuchtete-Sterne-in-ihren-Fenstern-Fest. Vor zwei Jahren fand es bei Regen statt, letztes Jahr hingegen fiel es aus, weil innnerhalb 24 Stunden 83 Zentimeter Schnee gefallen waren. Und das nach einer Warnstufe 1 (10-20cm). Das räumen auch die Nordschweden nicht mal so eben weg. Ich musste schon ein bisschen lachen, als der smhi gestern wieder Warnstufe 1 Schnee (10 cm) ausgegeben hat.

Als ich heute morgen aufwachte, war auch alles weiß, aber mehr als fünf Zentimeter waren nicht gefallen. Das sieht schön aus, aber das es grau war und auch noch kleinere Schauer herunterkamen, habe ich nur ein paar Photos gemacht.

Reifenspur vorm HausSchneegestöber auf dem kleinen Damm

Die Crystal Topaz in Skelleftehamn„Crystal Pool“ klingt schön. Da denkt man an Urlaub im Süden, türkisblaue Pools mit warmen Wasser, von Palmen umgeben. Und wenn das groß auf einem Schiff steht, dann ist der Gedanke an Kruezfahrten nicht weit. Das Schiff „Crystal Topaz“, welches zur Crysal Pool Group gehört und heute an dem verschneiten Ufer des Ölhafens „Oljehamn“ vertäut war, ist allerdings kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein Öltanker. Das erklärt auch die über­dimen­sionale Beschriftung „No smoking“.

SkyltsöndagSpäter war ich dann auch noch auf dem Skyltsöndag, habe ein paar Freunde getroffen, die Verkaufsstände angeschaut und war schnell wieder zu Hause. Allerdings noch mit einem kleinen Umweg nach Ursviken, zur „Kanotudden“, der Kanubucht. Der Fluss ist hier allerdings schon komplett zugefroren und der böige Wind treibt Schnee über die Eisflächen, während die Sonne, die schon um viertel vor zwei unterging, die Wolken in Bonbonfarben taucht.

Eisbedeckte Bucht des Skellefteälven

Reifenspuren

Eigentlich wollte ich heute Abend Schneewehen fotografieren, denn der trockene Neuschnee, der heute morgen gefallen ist, wurde waagerecht vorbei geblasen. Aber dann habe ich etwas entdeckt, was ich viel spannender fand: Der Wind hat den ganzen Asphalt schneefrei geblasen, bis auf einige Reifenspuren, an denen sich der Neuschnee festhalten konnte.

Reifenspuren vor der LotsenstationReifenspuren vor der Lotsenstation

Auch auf dem Parkplatz am Bootshafen war der Schnee komplett weggeblasen und das Eis, welches die Bucht bedeckt hat, war teilweise vom starken Wind wieder aufgebrochen.

Am BootshafenDünne Eisscholle am Bootshafen

Am Rand, wo Gras, Gestrüpp und kleine Kiefern wachsen, haben sich einige Schneewehen gebildet. Kaum 30 Zentimeter hoch, aber genug, um nur noch die Spitzen der jungen Kieferbäumchen herausschauen zu lassen.

Die kleine Kiefer und die kleine Schneewehe