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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

Zu den Funktionen

Ende der Eissaison

Slut på issäsongen På svenska

Efter en dimmig morgon klarnade det upp och solen skinnade igen. Mycket folk gick på isen och pimplade – kanske den sista gången den här säsongen. När jag stod på isen med kameran frågade mig flera, „Men, fiskar du inte?“. Nej – jag tar bara kort.

De varma dagarna och söndagens regn tog bort mycket snö och överallt skvalpar och droppar det. Och där var vattnet inte kan rinna av bildar sig stora vattenpölar, inte bara på havisen men också på gatorna. I kväll körde jag till Storgrundet för att ta några kort där. Men först svängde jag för att hämta torrdräkten, eftersom isen verkade vara ganska tunn och inte längre pålitligt. Det fanns mycket vatten på is och också många hål och jag ålade mer på isen än att jag gick för att ta kanske de sista kort från havisen denna säsong.

Det finns också några andra som sluta issäsongen snart och det är Skellefteå AIK och Luleå HF. Efter SAIK vann tre gånger i rad, kan det vara senaste matchen på torsdag. Viktig fråga: Jobbar vi i Skellefteå om SAIK tar hem pokalen på torsdag?

Nach einem nebligen Morgen klarte es auf und es versprach, wieder ein schöner Tag zu werden. Das dachten sich auch viele Eisfischer und haben sich auf das Eis in der geschützten Bucht gesetzt oder gelegt. Als ich auf dem Eis stand und fotografierte, fragten mich mehrere etwas ungläubig: „Fiskar du inte?“ – fischst Du nicht?

Nasses Eis in der Bucht – Nebel am HorizontZwei Eisfischer – im Hintergrund der alte Wasserturm

Aber nein, ich fische nicht, ich fotografiere bloß. Ein Nachbar hingegen hat seine Pläne geändert und statt Sommerreifen aufzuziehen, hat auch er sich aufgemacht, um „Pimpelfiske“ zu machen. Als ich ihn kurze Zeit auf dem Eis besuchen wollte, kam er mir schon mit zwei Tüten voller Köhler, einer hiesigen Dorschart entgegen.

Es macht sich immer mehr bemerkbar, dass es die letzten Tage warm war und Sonntag Nacht sogar geregnet hat. Der Schnee wird weich und fällt langsam zusammen. Und überall rinnt und plätschert, rieselt und tropft es, und dort, wo das Wasser nicht abfließen kann, bilden sich riesige Pfützen. Nicht nur auf dem weichen Ostseeeis, sondern auch auf mancher Fahrbahn.

Spiegelung an der Riesenpfütze

Abends bin ich mit dem Auto nach Storgrundet gefahren, um dort ein paar Fotos vom Eis zu machen. Ich bin aber direkt wieder umgekehrt, um meinen Trockenanzug und einen wasserdichten Sack für die Kamera zu holen, denn das Eis war mir nicht mehr geheuer. Teile des Eises lagen unter großen Schmelzwasserlachen und es waren auch schon viele Löcher im Eis, vor allem um die dunklen Steine herum, denn die werden in der Sonne warm und schmelzen das Eis weg. Mehr robbend als gehend habe ich mich ein bisschen vorgewagt, um vermutlich das letzte Mal diese Saison auf dem Ostseeeis zu fotografieren.

Spalten durchziehen das Eis

Ein Loch im dünnen EisDas erste offene Wasser vor Storgrundet

Eine AIK-Flagge wird gehisstFür noch jemanden ist die Eissaison schon bald vorbei, nämlich für die Eishockeyteams Skellefteå AIK und Luleå HF, die heute ihr drittes Finalspiel hatten. Damit ist es sehr wahrscheinlich geworden, dass Skellefteå AIK schwedischer Meister wird. Mal schauen, was dann in Skellefteå los ist.

Mit dem trüben Abendlicht hatte meine Nikon D800 übrigens Probleme beim Belichten: Alle Fotos waren ein bis zwei Blenden unterbelichtet. Normalerweise kontrolliere ich die Belichtung direkt, aber als ich auf dem Eis herumrobbte, hatte ich andere Gedanken. Da ich alle Bilder im RAW-Format aufnehme, konnte ich die Fotos noch ein bisschen retten und bei diesem Licht sieht die Landschaft auch in Wirklichkeit ziemlich flau aus.

Querfeldeinspaziergang

„Tvärs-igenom-promenad“ På svenska

Efter förmiddagen var uppfyllt bl.a. med deklarationen och lagning av staketet som snön tryckte sönder, var jag ute några timmar i eftermiddag. Just nu är promenader tvärs igenom mark och skog amfibiska. Ibland går på torra sten, ibland genom knädjup snö, sen lämnar man ett djup spår i geggamojan. Och det är bara frågan om tid till man hitta den första djupa pöl, som glömmer sig under snön och – plask! – har man blöta fötter. Men det spelar ingen roll, det finns ju stöveltorkare.

På vakens is fanns fortfarande många isfiskare idag, men hundra meter längre bort var havet öppet. Kanske kan jag paddla kajak nästa helg.

Nachdem der Vormittag unter anderem der schwedischen Steuererklärung und der Reparatur des vom Schnee kaputtgedrückten Zaunes gedient hat, war ich heute Nachmittag noch einmal ein paar Stunden draußen. Zur Zeit sind Querfeldeinspaziergänge amphibisch. Teilweise läuft man über trockene Felsen, dann durch knietiefen Schnee, dann hinterlässt man tiefe Spuren im aufgeweichten Lehmboden. Und irgendwann lauert die erste Pfütze unter dem Schnee und – platsch! – ist Wasser in den Stiefeln. Das macht aber nichts, denn ich habe nicht nur eine Waschmaschine, die meine lehmige Hose wäscht, sondern auch einen Stiefeltrockner, der jetzt die Nässe aus den Gummistiefeln föhnt.

Auf der Buchteis saßen auch heute noch viele Eisfischer, aber keine hundert Meter weiter war das Meer schon offen. Vielleicht wird es nächstes Wochenende ja schon etwas mit dem Kajak fahren.

Eisfischer sitzen und liegen auf dem ufernahen Eis

Ein „Eispril“ windet sich durch das OstseeeisViele Bäche und Sumpfflächen sind schon offen

Gåsören in der Abendsonne

Gåsören i kvällssolen På svenska

Denna vecka är jag ganska upptagen på grund av berättarfestivalen, som jag är med som pianist på första gången. Och så har jag förutom mitt vanligt jobb också en jazzkonsert på fredag kväll och spelar piano på en teaterprogram på lördag. Igår, i morgon och dagen efter har jag rep men i kväll hade jag ledig. Och därför åkte jag till lotsstationen kort innan solnergång och gladde mig åt de varma kvällsfärgarna.

Igår försvann den sista biten snö på taket, men isen på havet håller sig rätt seg. Men jag har väl ingen tid att paddla på helgen ändå eftersom jag blev också inbjudan till en vårfest och jag måste också deklarera, men det är ett annat tema …

Förresten: I förrgår för tre år sedan kom jag hit till Skellefteå. Och jag trivs det jättebra här fortfarande.

Diese Woche bin ich ganz gut beschäftigt und das liegt am Berättarfestivalen – dem Erzählfestival in Skellefteå, bei dem ich zum ersten Mal als Pianist beteiligt bin und das gleich zwei Mal. Und so habe ich neben meiner regulären Arbeit einen Jazzauftritt am Freitag Abend und wirke Samstag Nachmittag bei einem Theaterprogramm mit. Gestern, morgen und übermorgen habe ich Proben, aber heute Abend hatte ich frei. Und so bin ich kurz vor Sonnenaufgang zur Lotsenstation gefahren und habe mich über die warmen Abendfarben gefreut.

Gåsören in der Abendsonne

Während gestern der letzte kleine Rest Schnee auf meinem Dach verschwunden ist, hält sich das Eis noch hartnäckig auf dem Meer. Aber am Wochenende habe ich zum paddeln vermutlich eh keine Zeit, denn neben dem Theaterauftritt habe ich auch eine nette Einladung zum Frühlingsfest und die schwedische Steuererklärung muss ich auch bis zum zweiten Mai abgegeben haben. Aber das ist ein anderes Thema …

Übrigens: Vorgestern vor drei Jahren bin ich in Skellefteå angekommen. Und ich fühle mich immer noch sauwohl hier.

Der letzte Schneefleck

Den sista snöfläcken På svenska

Även den sista snöfläcken i trädgården skulle försvinna om denna första helgen i maj. Morgonsolen värmer den redan. I garagets skuggan däremot finns fortfarande den snö kvar som rasade ner från taket vid första töväder.

Auch der letzte Schneefleck im Garten dürfte an diesem ersten Maiwochenende verschwinden. Die Vormittagssonne wärmt ihn schon. Im Schatten der Garage allerdings liegt immer noch der Schnee, der irgendwann beim ersten Tauwetter vom Dach gerutscht ist.

Schnee in der SonneSchnee im Schatten der Garage

Regenwetter

Heute regnet es. Den ganzen Tag. Und ganz schön kalt ist es auch. Also habe ich den Feiertag größtenteils drinnen verbracht. Mit Blogartikel schreiben, Klavier spielen, ein bisschen komponieren und lesen. Außerdem habe ich für mein Blog ein neues Widget (das sind die Dinger in der rechten Seitenleiste) geschrieben, welches das aktuelle Wetter in Skelleftehamn anzeigt (oder ganz genau gesagt, die Kurzvorhersage für die nächste Stunde). Die Daten dazu kommen vom norwegischen Wetterdienst. Allerdings hat die Vorhersage heute maßlos untertrieben: Die Daten sagten „Regen, 2 °C“, in Wirklichkeit hatten wir aber Regen und 3 °C!

Brandung –  1/2500 sek, ƒ/2,8, ISO 1600Nachmittags bin ich noch einmal raus und habe den Ostseewellen zugeschaut. Mit Fleece und dicker Jacke eingepackt. Und ein paar Fotos habe ich natürlich auch gemacht. Zum einen war ich immer damit beschäftigt, auf das Wellenbrechen zu warten, zum anderen damit, die Linse wieder trocken zu wischen oder mit der Hand zuzuhalten. Natürlich habe ich einige Male dabei mein Hand fotografiert.

Brandung –  1/8 sek, ƒ/16, ISO 200

Roadtrip nach Bodø II

Dieser Artikel ist Teil der dreiteiligen Serie Bodø 2013.

Wo bin ich? In Bodø. Nein, eigentlich bin ich schon wieder seit zwei Tagen in Skelleftehamn, aber der Artikel handelt von dem zweiten Tag unseres Roadtrips nach Bodø. Um sieben bin ich aufgewacht und habe von meinem kleinen Hostelzimmer eine Möwe beobachtet, die ein Nest auf einem Gabelstapler baute. Ob das eine gute Idee ist?

Vor dem Frühstück habe noch einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Sie lebt von den starken Kontrasten zwischen Hafenatmosphäre, dem Blick auf das knallblaue Meer – denn wir hatten herrlichen Sonnenschein – die schneebedeckten Berge am Horizont und die moderne Architektur. Ach ja, die Baustellen habe ich vergessen. Überall in Bodøs Zentrum wird gebaut und ich bin gespannt, wie die Stadt in drei Jahren aussieht. Aber eine Stadt am Meer hat immer ihren Reiz, finde ich. Und mir gefällt die klare, moderne Architektur auch gut.

Architektur am MeerEin kleiner Teil des Hafens

Ich bin dann auf die lange Mole gegangen. Sie verbindet die Miniinsel Rundholmen mit dem Festland und reicht bis zu 200 Meter an die Halbinsel Nyholmen heran. Dazwischen die Fahrrinne, die unter anderem von den Hurtigrutenschiffen benutzt wird, wenn sie etwas weiter nordostwärts anlegen wollen. Auf der Insel Nyholmen steht ein kleiner Leuchtturm aus dem Jahre 1875 und ein Fort, welches zwischen 1807 und 1814 gebaut wurde. Nächstes Mal werde ich da hinlaufen und mir das aus der Nähe ansehen.

Warnung vor WindDie Halbinsel Nyholmen

Auf der Insel Rundholmen hat man einen schönen Blick und ich hätte gerne noch ein paar mehr Fotos gemacht, weil ich die Kombination Fels—Tang—Meer—Stadt—Berg unglaublich faszinierend fand und auch, weil das Wetter so schön war. Aber ich war mit Martine und ihren australischen Freunden um neun zum Frühstück verabredet und habe deswegen bald den Rückweg angetreten.

Blick von der Insel Rundholmen Fels—Tang—Meer—Stadt—Berg

Zwei Stunden später haben wir uns auf einen gemütlichen Rückweg gemacht. Dieses Mal konnten wir unterwegs besser anhalten, denn die Parkbuchten liegen alle auf der dem Fjord zugewandten Seite. Enorm, was vierundzwanzig Stunden warmes Wetter und Sonne ausmachen: Die Birken waren um einiges grüner als auf am Vortag.

BrückenbauFjordbucht

Bald schraubte sich der Weg wieder hoch auf das Fjäll und nach der norwegisch-schwedischen Grenze waren wir wieder im Land von Eis und Schnee. Wir haben Skooterfahrer gesehen, einen Skiläufer, der oben ohne auf dem See stand und zwei Frauen, die sich mit kurzer Hose und Bikini im Schnee gesonnt haben. Wir haben an einem Kiosk angehalten, wo einige Skooterfahrer die letzten Wintertage ausnutzten und über den See heizten. Der Kioskbesitzer erzählte, am Morgen seien es 6 °C gewesen, herrlich, doch dann sei die verdammte Sonne gekommen. Er muss selber ein bisschen lachen.

SkooterfahrerDie letzten Skootertage

Nach einer Pause fahren wir weiter und sind bald wieder in vertrauterem Gelände. Arjeplog—Arvidsjaur—Glömmerträsk—Jörn—Kusfors. Unterwegs sehen wir noch einige Rentiere, die großen Herden aber sind woanders.

Schneeschmelze auf dem FjällRentiere an der Straße

ich verabschiede mich von meinen Mitreisenden. Was für ein herrliches Wochenende: So viel Urlaub, so viele schöne Erlebnisse in nur zwei Tagen. Nach einer weiteren Stunde bin ich zu Hause. Der Tacho zeigt 071.0 Kilometer Fahrt. Die Tausender-Eins passt nicht mehr aufs Display.

Frühlingsgrün

Eine der schönsten Farben im Mai ist das frische Grün der Blätter, die in den letzten Tagen aus den Birken schießen. Hat man dann noch blauen Himmel dazu, hebt das die Laune erheblich. Und so habe ich mich nach dem „Lunch“ schnell in eine große verzweigte Birke gestellt und mit dem iPhone nach oben geknipst.

Birkenblätter

Wenn ich das mit vor anderthalb Monaten vergleiche …

Sommerwarm

Meteorologisch unkorrekt: Thermometer in der SonneSommerwarm war es heute in Skellefteå. 21 °C wurden heute Mittag in Skelleftehamn gemessen und in meinem hauptsächlich aus Fenstern bestehenden Wintergarten waren es 32 °C.

Ich habe heute zu Hause gearbeitet, weil wir gerade viel zu tun haben, aber jetzt mache ich Feierabend und werde noch ein bisschen das schöne warme Sommerwetter geniessen.

Rote SchlüsselblumeDas gleiche Sommerwetter hat den Blüten der Sumpfdotterblumen, die ich vorgestern in der Bucht „Kurjoviken“ entdeckt habe schon ziemlich zugesetzt. Aber ein paar Blüten waren noch ganz. Ich mag dieses kräftige Gelb. Eine Schlüsselblume, die auf meiner Kieseinfahrt blüht, hat sich hingegen für ein kräftiges Rot entschieden. Ich kenne die Blumen eigentlich nur in blassgelb.

Sumpfdotterblume in Skelleftehamn

Starker Strom und starke Blume

Tja.

Vom Kajak fahren heute Abend kann ich nicht erzählen, denn ich war zu müde. Das lag daran, dass ich schon um 6:05 (sic) im Büro war und mit dem Programmieren begann. Dass ich so früh wach war, lag auch daran, dass es nicht mehr dunkel wird. Also, keine Kajakgeschichte. Wird nachgeholt.

Ich könnte auch davon erzählen, dass bei uns eigentlich nur schönes Wetter ist. Seit Wochen. Sonne satt, angenehm warm. T-Shirtwetter und mal eine laue, mal eine frische Brise. Draußenwetter. Aber ich weiß bei dem Wetter, welches zur Zeit in Deutschland herrscht – vor ein paar Tagen war Deutschland Europas Kältepol! – mache ich mir damit keine Freunde. Also, keine Sommergeschichte.

Ich könnte auch davon erzählen, dass ich am Sonntag das erste Mal den Rasen gemäht habe und heute einen Strauch ausgegraben. Der war ohnehin schon morsch und die hohen Schneehaufen des letzten Winters haben ihm den Rest gegeben. Da war leider nichts mehr zu retten. Aber das ist mir zu keingärtnerisch, da habe ich keine Lust drüber zu Schreiben. Also, auch keine Held-des-Gartens-Geschichte.

Tja. Was nun.

Na gut, zwei Geschichten habe ich:

Nummer eins:

Als ich heute recht früh nach Hause gekommen bin, stellte ich fest, dass der Bildschirm nicht ging. Ebenso wenig wie die Steckerleiste, die Klimaanlage für den Flügel, der Kühlschrank und die Steckdosen. Licht ging lustigerweise. Nachdem ich einen Freund, der Elektriker ist, angerufen habe und so ziemlich jede Sicherung herausgedreht und ausgewechselt (Ja, ein Teil meiner Sicherungen sind noch die alten Keramikteile zum drehen) und immer noch nichts ging, habe ich dann bei SkellefteKraft angerufen. Sehr netter Kundendienst, muss ich sagen.

Meine Stromversorgung (und die meiner Nachbarn)Und vielleicht eine Stunde später (inzwischen konnte ich den Strauch ausgraben, aber das wollte ich ja gar nicht erzählen) kam einer vom Kundendienst und stellte fest, dass im Schaltkasten auf der Straße zwei Phasen weggeknallt waren. Das ließ sich ja zum Glück schnell beheben. Im Winter hätte man den Kasten erst mal ausbuddeln müssen. Schön, wieder Strom zu haben, vor allem für den Gefrierschrank. Und fürs Smartphone aufladen.

Nummer zwei:

Viola PippilottaAls ich wieder aus dem Wald zurückkam (dort hatte ich meinen Strauch zu den Gartenabfällen … . Ach nein, kein Thema. Stimmt ja.) Wie auch immer, vor meiner kleinen Treppe zum Haus blüht wieder Viola Pippilotta. Das ist das stärkste Veilchen der Welt. Es hat schon letztes Jahr zwischen Schnee und Eis geblüht. Jetzt ist es zurück – vermutlich vom Taka-Tuka-Land – und blüht wieder. Dieses Mal aber weiß statt blau, aber hellblond ist hier ohnehin gerade stark angesagt, vielleicht hat es sich die Blütenblätter gebleicht. Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, eine alte Blumenbekannte wiederzutreffen, auch wenn ich sie vielleicht mit einer anderen Blume verwechselt habe (Das geht mir mit Menschen aber manchmal ebenso).

Wie viel Kraft in den Pflanzen hier steckt, zeigt sich im dicken Asphalt des Fußweges, der für einen kleinen grünen Keim, der ans Licht möchte, kein weiteres Problem darzustellen scheint, wie das folgende Foto zeigt. Ganz schön viel Power. Ich hingegen bin in Schweden ein bisschen fauler und ein bisschen dicker geworden, aber auch das soll hier nicht weiter thematisiert werden.

Eine Pflanze bricht durch den Asphalt

Abendbrot am Meer

Nach einem schönen Sonnentag, den ich bis auf das Mittagessen im Büro verbracht habe, war ich einkaufen, habe Essen, Kamera und Ersatzkleidung gepackt und bin mein Kajak hinter mir herziehend zum kleinen Strand von Storgrundet gelaufen. Dort war ein bisschen Strandbetrieb und ein Junge hat sogar gebadet. Das Wasser ist tatsächlich gar nicht mehr so eisig, nächstes Mal nehme ich auch die Badehose mit. Aber mein heutiges Ziel war die Insel Norrskär, denn dort wollte ich in der Sonne sitzen, aufs Meer schauen und abendessen. Und da ich hungrig war, war ich auch bald da. Wir haben seit Tagen sehr wenig Wasser in der Ostsee und an Stellen, wo ich sonst problemlos paddeln kann, schauen jetzt Steine oder ganze Kiesrücken aus dem Wasser. So musste ich das Kajak zehn Meter durchs seichte Wasser ziehen, ehe ich es an Land ziehen konnte.

Kurze Zeit später saß ich auf dem Fels in der Sonne, schaute aufs Meer und aß. Und das war ja auch ungefähr der Plan. Danach habe ich noch ein bisschen dagesessen und – natürlich – noch ein bisschen umher geschaut und fotografiert.

Lachs, Salat und SprudelwasserAbendbrot am MeerFels am Meer IFels am Meer IIKleine GischttropfenFrühe Abendsonne über der Ostsee

Dann habe ich aber wieder meine Sachen zusammengepackt, die Schwimmweste angezogen und bin mit einen Mini-Umweg an Inseln mit roten Sommerhäusern und frischgrün belaubten Birken wieder zurück zum Strand gepaddelt, wo ich von einigen Jugendlichen, die in und auf ihrem Schrottauto saßen, leicht apathisch begafft wurde. Vermutlich war ich total uncool.

Sommerhäuser am Meer

Vor dreieinhalb Wochen saß ich noch mit dickem Neopren eingepackt im Kajak, heute haben T-Shirt und Schwimmweste gereicht. Allerdings habe ich keine große Lust, so ins Wasser zu fallen, denn das ist weiter draußen natürlich noch ganz schön kalt. Aber das Meer war ruhig, nur bei den kleinen Zappelwellen am flachen Kiesufer muss man ein bisschen aufpassen.


Und nun nutze ich noch die Gelegenheit, mich bei meinen Münchner Freunden unbeliebt zu machen:

Skellefteå heute mittag: 21 °C, Wind 3 m/s, Sonne
München heute mittag: 8 °C, Wind 7 m/s, Sprühregen

Ich schreibe hier im Blog aber auch, wenn es hier bei uns scheußlich ist. Versprochen!

Nachtrag

Ich wollte den Artikel gerade veröffentlichen, da schaue ich noch einmal raus. Keine zehn Minuten später stehe ich mit dem Stativ am Meer, um diese herrlichen Abendfarben zu fotografieren. Elf Uhr ist es, als ich dieses Foto mache, zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang. Kurz vor halb drei wird die Sonne wieder aufgehen.

Sonnenuntergang bei Storgrundet

Sommeranfang

Heute, am ersten Juni, ist für die Meteorologen Sommeranfang. Sie rechnen gerne mit ganzen Monaten, das macht die Statistiken einfacher.

Für die Nordschweden ist schon seit Wochen Sommer. In Lappland war es gestern bis 30 °C warm, wärmer als in Italien, von Deutschland ganz zu schweigen. Aber ich bin mit den gut 20 °C, die wir hier haben, mehr als zufrieden.

Nach dem langen Winter frage ich mich den ganzen Mai schon: Wird in Skelleftehamn am ersten Juni noch Schnee liegen? Irgendwo? Die ganzen Schneehaufen, die vor zwei Wochen noch den Weg zum Bus gesäumt haben sind verschwunden. Aber an der Norra Hamngatan – der nördlichen Hafenstraße – wurde ich noch fündig. Dort liegen tatsächlich noch Schneereste unter den leuchtend grün belaubten Birken. Woran das liegt? Schaut selbst, wie es dort vor zwei Monaten aussah. (Das letzte Bild ist an der gleichen Stelle gemacht.)

Der letzte Schnee in Skelleftehamn

Heute morgen hat es übrigens geregnet. Kurz, aber – geregnet. Ihr Deutschen werdet müde abwinken und sagen „Regen, das kennen wir! Zur Genüge!“. Ich habe mich aber gefreut, weil jetzt alles nach Erde und Natur duftet.

Wetterlage Vb

Draußen ist es ein bisschen grau und es schneit. Was??! Wie kann es Anfang Juni bei immer noch +16 °C schnei…, ach so, es sind nur die Blüten vom nachbarlichen Kirschbaum, die vorbeiwehen. Ich habe mich schon gewundert, denn der ganze Tag war sehr warm und schön. Fast.

Heute morgen wollte ich eigentlich mit dem Rad in die Stadt fahren, wurde aber durch lautes Gegrummel geweckt. Ein Gewitter! Das hat hier wirklich Seltenheitswert und die Gewitter, die ich in den drei Jahren hier erlebt habe, kann ich an einer Hand abzählen. Dazu starke Regengüsse. Aber kurze Zeit später klarte es wieder auf und heute Mittag haben wir bei +25 °C draußen am Fluss Mittag gegessen und geschwitzt. In Lappland wurden sogar neue Wärmerekorde für den Mai aufgestellt.

Und ich frage mich, was ist gleichzeitig in Deutschland los, wo es nicht nur kalt ist – München, heute mittag +7 °C, achtzehn Grad weniger als hier! – sondern regnet, giesst, schüttet wie aus Kübeln und das gefühlt schon seit Ewigkeiten. Die katastrophalen Überschwemmungen in einigen Gebieten bedrücken mich und mir fällt es ein bisschen schwer, mich hier über das herrliche Sommerwetter, welches wir praktisch den ganzen Mai gehabt haben, zu freuen, wenn gleichzeitig meine Freunde in Süddeutschland überlegen, ob es nicht an der Zeit sei, eine Arche zu bauen.

Liebe Mitteleuropäer: Ich drücke fest die Daumen, dass der Regen schnell nachlässt, die Pegel sinken und die Schäden nicht zu groß sind. Und vor allem, dass die Fluten keine weiteren Menschenleben fordern.

Weitere Informationen unter Wikipedia: Hochwasser in Mitteleuropa 2013.

Das folgende Foto ist von gestern, da hat es vormittags auch Regenschauer gegeben. Davon lassen sich aber die Kids nicht abhalten, gemütlich den Tallvägen entlang zu schlendern, mal mit Schirm, mal ohne und auch die eine oder andere Pfütze mitzunehmen. Das liegt aber auch daran, dass es trotz der Regenschauer fast zwanzig Grad warm war.

Kids im Sommerregen

Abgebrochene Kajaktour

Heute wollte ich Kajak fahren. Eventuell zu ein paar neuen Inseln, zum Beispiel zu Nörd- und Sör-Olsgrundet, die auf der anderen Seite der industriell genutzten Halbinsel Rönnskär liegen. Und als ich heute morgen an der Bucht schaute, sah alles perfekt aus. Das Meer war klar, fast ohne Wellen, der Himmel blau, wenig Wind und schon 16 °C. Als ich eine Stunde später im Kajak saß, war die Bucht aber von vielen kleinen Zappelwellen, die alle gerne ins Kajak wollten, bedeckt. Ein paar ist das auch gelungen, denn bin ohne Spritzschutz gefahren, da zwischen meinen Knien die wasserdicht verpackte Kamera ihren Platz hat. Ich bin dann durch den kleinen Kanal, der Rönnskär teilt, gefahren, was die Seeschwalben ziemlich störend fanden. Mit großem Gekreische flogen sie um mich herum und manchmal auch auf mich zu. Aber bald war der Kanal durchquert und ich hatte Blick auf das Reiseziel. Allerdings war es windiger als erwartet und so bin ich erst einmal zu der nächsten Insel Kalkgrundet gefahren, bin einmal um sie herumgelaufen und habe etwas gegessen.

Dieser Kanal teilt die Halbinsel RönnskärBlick von der Insel Kalkgrundet

Am Ufer der Insel gab es drei Miniminibuchten, zwei Stellen, an denen Fischernetze befestigt waren, viele Erlen und viele Käfer, die gerne Erlenblätter fressen.

Der Ankerstich hält ein Fischernetz Ein „Prächtiger Blattkäfer“

In Richtung Osten konnte man die Insel Sör-Olsgrundet mit ihrem kleinen Leuchtfeuer sehen, in Richtung Westen hingegen hingen dicke, dunkle Haufenwolken, die um die Wette quollen. Ein erstes Grollen war auch schon zu hören. Damit ich nicht auf der Insel bei Gewitter festsitze, bin ich schnell aufgebrochen und rasch wieder ans Festland gepaddelt. Hier habe ich mich wieder sicher gefühlt und da die Gewitter im Westen hängen blieben, konnte ich in Ruhe zurück paddeln. Um einiges früher als eigentlich geplant war ich wieder zu Hause.

Blick auf die Insel Sör-OlsgrundetGewitter über der Stadt

Später habe ich gehört, dass es über der Stadt unwetterartigen Regen gegeben hat und auch ordentlich geblitzt und gedonnert. Hier in Skelleftehamn ist heute kein Tropfen herunter­gekommen, aber wir hatten ja Gewitter und Starkregen gestern schon:

Gestern: Pladderrregen

Plan für diesen Sommer: Mindestens eine Zweitagestour mit dem Kajak. Ich bin sehr gespannt, wie viel in das Kajak wirklich hineinpasst: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Wasser, Essen, Kamera, Ersatzkleidung …

Drei Tage Lofoten

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

In Kabelvåg auf den Lofoten habe ich mich mit Elisabet getroffen, die diesen Sommer dort arbeitet. Ich habe einige Tage bei ihr gewohnt und wir haben einige Touren zusammen gemacht.

Mittwoch

Mutter und KindNach einem Mittagessen sind wir nach Utakleiv gefahren, da habe ich vor zwei Jahren schon einmal gezeltet. Unser Plan war, ein Stück den Berg „Mannen“ hochzusteigen, um Ausblick auf die schönen Sandbuchten mit dem türkisfarbenen Wasser zu bekommen. Erst führte ein gemütlicher Weg den Hang hoch und die Schafe äugten uns neugierig an, ehe sie vor uns wegliefen. Dann zweigte ein Pfad ab, der uns auf die Südseite des Hanges führte, von wo man aus einen herrlichen Blick über die Sandbuchten und türkisfarbenen Wasser hatte.

Blick auf Haukland und die Vikbukta

Unkorrigierte Version mit PlastiktüteDoch halt – dieses Bild ist nicht ganz real. In Wirklichkeit sah das Foto so aus →

Das Wetter war nämlich alles andere als schön. Es war kühl, sehr windig und es regnete. Kurzum, das Wetter war scheußlich. Und natürlich kam der Wind genau aus Motivrichtung. Deswegen habe ich immer eine durchsichtige Plastiktüte vor die Kameralinse gehalten, dadurch das Motiv anvisiert, dann die Tüte rasch weggezogen, sofort ein Bild gemacht und direkt danach die Linse wieder abgedeckt. Leider wurde hier die Tüte wieder zurückgeweht und bedeckt daher einen Teil des Bildes.

Weiter oben wurde es noch windiger. Stellte man sich in Windrichtung, so konnte man einzelne große Regentropfen schon in größerer Entfernung ausmachen und waagerecht auf einen zuschießen sehen. Da mir kalt war und ich bei diesem Wind nicht auf den Grat zum Gipfel wollte, sind wir bald umgekehrt und haben im Auto heißen Tee und die Sitzheizung genossen.

Donnerstag

Morgens bin ich erst bei Regenwetter durch Kabelvåg gelaufen und dann, als der Regen nachließ, nach Henningsvær gefahren. Dorthin führt eine Straße, die so schmal ist, dass zwei Autos gerade aneinander vorbeikommen. Die beiden Brücken sind sogar nur einspurig und mit Ampeln geregelt. Ist man angekommen und hat einen Parkplatz gefunden, erwartet einen ein kleines schönes, aber auch sehr touristisches Städtchen.

Henningsvær

Die Berge hängen in den WolkenRørvikstranda

Nachmittags sind Elisabet und ich in eine benachbarte Bucht gefahren. Zum Baden fanden wir es zu kühl und so haben wir statt dessen einen steilen Hügel bestiegen, die Aussicht genossen, Tee getrunken und Schokolade gegessen.

AusblickAusblick

Am Abend haben wir noch einen kleinen Spaziergang gemacht und waren rechtzeitig auf dem Kai, um die beiden Hurtigrutenschiffe Trollfjord und Nordkapp aneinander vorbeiziehen zu sehen.

Hurtigrutenschiffe vor Kabelvåg

Freitag

Schlammweg auf den ReinebringenDiesen Tag hatte Elisabet frei und wir sind fast bis an die Südspitze der Lofoten gefahren, um dort den Reinebringen zu besteigen. Der Weg ist nicht sehr lang und der Wanderführer spricht von 1-2 Stunden für den Aufstieg. Wir haben zwei Stunden gebraucht, was nicht so sehr daran lag, dass der Weg durchgängig steil ist – an zwei Stellen sind sogar Seile angebracht – sondern, dass der Boden sehr schlammig und rutschig war. Ich bin schon schönere und leichtere Wege den Berg hochgelaufen. Aber das wirklich grandiose Panorama von oben über die Bergketten der südlichen Lofoten, die kleinen mit Brücken verbundenen Inseln, auf denen die Stadt Reine liegt und das blaue Meer entschädigten uns voll für den Aufstieg.

Diese Tour kann ich wirklich jedem empfehlen, der ein wenig bergerfahren ist. Nur Geheimtipp kann ich sie nicht nennen, denn trotz des trüben Wetters haben wir viele Menschen aus vielen Ländern auf dem Weg getroffen. Der Abstieg war nicht weniger anstrengend, aber bald standen wir wieder am Auto und haben uns gefreut, dass wir diese schöne Tour gemacht haben.

Blick auf Reine und die südlichen Lofoten

Wir hätten jetzt die restlichen neun Kilometer nach Å fahren können, dem südlichsten Ort der Lofoten, haben uns aber für den Heimweg mit Umwegen entschieden. Wir haben manche Nebenstraße mitgenommen und dabei bei Fredvang diese getrockneten Fischköpfe gefunden.

Fischköpfe hängen zum TrocknenFischköpfe

Und an dieser Bucht musste ich auch kurz aussteigen und ein Foto machen:

Sonne und Berg über türkisfarbenem Meer

Viel zu schnell gingen die Tage vorbei und ich hätte auch noch länger bleiben können, aber Elisabet war ja zum Arbeiten auf den Lofoten und nicht zum Urlaub. Schön, dass sie trotzdem so viel Zeit hatte. Vielen Dank, Elisabet, für die schönen Touren, die gemeinsame Zeit und das Beherbergen.

Am nächsten Tag bin ich weiter auf die Vesterålen gefahren, um dort Freunde zu besuchen, aber davon erzähle ich ein andermal.

Es wird wieder dunkel

Das war vielleicht der stärkste Kontrast zu meinem Urlaub in Nordnorwegen und Lappland: Dort war es die ganze Nacht hell, hier zu Hause wird es wieder dunkel. Und wenn ich nach oben schaue, kann ich die Wega, den hellsten Stern des Nordhimmels sehen.

Heute Abend war ich draußen, um Fotos zu machen. Weit bin ich aber nicht gekommen, denn schon an dem ersten Platz an der Bucht hinter der Insel Brämbärsgrundet wurde ich vom Sommerhausbesitzer direkt zu einem Bier eingeladen. Ich habe noch schnell ein paar Fotos gemacht, so auch dieses …

Abendsonne

… dann saß ich im Garten der Stuga mit einer netten Runde unbekannter Leute und bekam sofort ein gekühltes Dosenbier aus dem Brunnen hochgezogen. Nach einem zweiten Bier sind die anderen zu einer anderen Feier aufgebrochen, ich habe die Einladung dazu aber abgeschlagen und bin wieder nach Hause gelaufen. Das schöne Fotografierlicht war jetzt weg, aber das war mir egal, denn es war einfach nett, draußen zu sitzen und sich zu unterhalten. Der Herbst und der Winter, wo sich alle wieder drinnen verkriechen, kommt früh genug.

Långhällan nach der Arbeit

Da das Wetter heute so warm und schön war, nur die vielen Wespen haben draußen beim Mittagessen gestört, bin ich heute Abend noch einmal an die felsige Küste von Långhällan gefahren. Dieses Mal nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto. Der Weg ist aber doppelt so weit und wirklich viel Zeit spart man nicht. Die Sonne verschwand ziemlich schnell hinter den Bäumen und einer aufziehenden Wolkenschicht, aber fotografiert habe ich natürlich trotzdem. Es war recht windig und die Wellen brandeten gegen die steileren Felsstücke oder rollten die flachen Felsabschnitte hoch.

Ein Platz, den ich mag.

Felsige Landzunge mit WasserlacheSonnenuntergang über LånghällanSchroffe FelsküsteIm Hintergrund der LeuchtturmBrandungEine Felsspalte — wie ein kleiner Canyon

Jetzt hoffe ich, dass der Wind einschläft, denn morgen möchte ich paddeln.

Der Herbst, der Herbst

Kaum vorstellbar, dass ich vor gerade anderthalb Wochen noch auf der spiegelglatten Ostsee im T-Shirt zur Badestelle gepaddelt bin. Heute morgen empfingen mich dunkle Wolken, aus denen Regen prasselte und Graupel fiel, während kalte Windböen am Haus klapperten.

Das Meer in der nahen Bucht war überraschend ruhig, denn der Wind kam von Norden. An der Lotsenstation gab es hingegen ordentliche Wellen, zumindest für Ostseeverhältnisse. Und dort hockte ich hinter der auf dem Stativ montierten Kamera, sie mit einer Plastiktüte notdürftig vor Regen und Graupel schützend, freute mich über eine warme Jacke mit Kapuze und bereue, dass ich keine Handschuhe dabei habe. Als ich wieder ins Auto stieg, hörte der letzte Graupelschauer auf. Das Autothermometer zeigte 3 °C.

Ostseebrandung

Nachtrag:

Der gleiche Ort, zwölf Stunden später. Anderes Objektiv, anderes Wetter.

12 Stunden später

Fensterbilder

Kevin schreibt aus Lappland vom ersten Schnee, Annika vom Raureif in Südschweden. Wir hingegen hatten fast den ganzen Tag Pladderregen, der so stark war, dass ich nach der Arbeit keine Lust hatte, mich und die Kamera heute noch groß nassregnen zu lassen. Und so habe ich Fotos von drinnen gemacht. Eher aus dem Bereich Experiment als aus dem Bereich „Mein Leben in Schweden“.

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Heute Abend kommt ein Freund, der sich ziemlich spontan angekündigt hat (Besuch ist toll!) und ich hoffe, dass ich ihm am Wochenende hier mehr als graues Pladderregenwetter bieten kann.