Zum Inhalt

Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

Zu den Funktionen

Drei Tage Lofoten

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

In Kabelvåg auf den Lofoten habe ich mich mit Elisabet getroffen, die diesen Sommer dort arbeitet. Ich habe einige Tage bei ihr gewohnt und wir haben einige Touren zusammen gemacht.

Mittwoch

Mutter und KindNach einem Mittagessen sind wir nach Utakleiv gefahren, da habe ich vor zwei Jahren schon einmal gezeltet. Unser Plan war, ein Stück den Berg „Mannen“ hochzusteigen, um Ausblick auf die schönen Sandbuchten mit dem türkisfarbenen Wasser zu bekommen. Erst führte ein gemütlicher Weg den Hang hoch und die Schafe äugten uns neugierig an, ehe sie vor uns wegliefen. Dann zweigte ein Pfad ab, der uns auf die Südseite des Hanges führte, von wo man aus einen herrlichen Blick über die Sandbuchten und türkisfarbenen Wasser hatte.

Blick auf Haukland und die Vikbukta

Unkorrigierte Version mit PlastiktüteDoch halt – dieses Bild ist nicht ganz real. In Wirklichkeit sah das Foto so aus →

Das Wetter war nämlich alles andere als schön. Es war kühl, sehr windig und es regnete. Kurzum, das Wetter war scheußlich. Und natürlich kam der Wind genau aus Motivrichtung. Deswegen habe ich immer eine durchsichtige Plastiktüte vor die Kameralinse gehalten, dadurch das Motiv anvisiert, dann die Tüte rasch weggezogen, sofort ein Bild gemacht und direkt danach die Linse wieder abgedeckt. Leider wurde hier die Tüte wieder zurückgeweht und bedeckt daher einen Teil des Bildes.

Weiter oben wurde es noch windiger. Stellte man sich in Windrichtung, so konnte man einzelne große Regentropfen schon in größerer Entfernung ausmachen und waagerecht auf einen zuschießen sehen. Da mir kalt war und ich bei diesem Wind nicht auf den Grat zum Gipfel wollte, sind wir bald umgekehrt und haben im Auto heißen Tee und die Sitzheizung genossen.

Donnerstag

Morgens bin ich erst bei Regenwetter durch Kabelvåg gelaufen und dann, als der Regen nachließ, nach Henningsvær gefahren. Dorthin führt eine Straße, die so schmal ist, dass zwei Autos gerade aneinander vorbeikommen. Die beiden Brücken sind sogar nur einspurig und mit Ampeln geregelt. Ist man angekommen und hat einen Parkplatz gefunden, erwartet einen ein kleines schönes, aber auch sehr touristisches Städtchen.

Henningsvær

Die Berge hängen in den WolkenRørvikstranda

Nachmittags sind Elisabet und ich in eine benachbarte Bucht gefahren. Zum Baden fanden wir es zu kühl und so haben wir statt dessen einen steilen Hügel bestiegen, die Aussicht genossen, Tee getrunken und Schokolade gegessen.

AusblickAusblick

Am Abend haben wir noch einen kleinen Spaziergang gemacht und waren rechtzeitig auf dem Kai, um die beiden Hurtigrutenschiffe Trollfjord und Nordkapp aneinander vorbeiziehen zu sehen.

Hurtigrutenschiffe vor Kabelvåg

Freitag

Schlammweg auf den ReinebringenDiesen Tag hatte Elisabet frei und wir sind fast bis an die Südspitze der Lofoten gefahren, um dort den Reinebringen zu besteigen. Der Weg ist nicht sehr lang und der Wanderführer spricht von 1-2 Stunden für den Aufstieg. Wir haben zwei Stunden gebraucht, was nicht so sehr daran lag, dass der Weg durchgängig steil ist – an zwei Stellen sind sogar Seile angebracht – sondern, dass der Boden sehr schlammig und rutschig war. Ich bin schon schönere und leichtere Wege den Berg hochgelaufen. Aber das wirklich grandiose Panorama von oben über die Bergketten der südlichen Lofoten, die kleinen mit Brücken verbundenen Inseln, auf denen die Stadt Reine liegt und das blaue Meer entschädigten uns voll für den Aufstieg.

Diese Tour kann ich wirklich jedem empfehlen, der ein wenig bergerfahren ist. Nur Geheimtipp kann ich sie nicht nennen, denn trotz des trüben Wetters haben wir viele Menschen aus vielen Ländern auf dem Weg getroffen. Der Abstieg war nicht weniger anstrengend, aber bald standen wir wieder am Auto und haben uns gefreut, dass wir diese schöne Tour gemacht haben.

Blick auf Reine und die südlichen Lofoten

Wir hätten jetzt die restlichen neun Kilometer nach Å fahren können, dem südlichsten Ort der Lofoten, haben uns aber für den Heimweg mit Umwegen entschieden. Wir haben manche Nebenstraße mitgenommen und dabei bei Fredvang diese getrockneten Fischköpfe gefunden.

Fischköpfe hängen zum TrocknenFischköpfe

Und an dieser Bucht musste ich auch kurz aussteigen und ein Foto machen:

Sonne und Berg über türkisfarbenem Meer

Viel zu schnell gingen die Tage vorbei und ich hätte auch noch länger bleiben können, aber Elisabet war ja zum Arbeiten auf den Lofoten und nicht zum Urlaub. Schön, dass sie trotzdem so viel Zeit hatte. Vielen Dank, Elisabet, für die schönen Touren, die gemeinsame Zeit und das Beherbergen.

Am nächsten Tag bin ich weiter auf die Vesterålen gefahren, um dort Freunde zu besuchen, aber davon erzähle ich ein andermal.

Seevögel

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

Ach, hätte ich bloß nicht das Nikon 70-200mm/ƒ2.8 von René an meiner D800 ausprobiert. Was für eine phantastische Linse. Ich glaube, die muss ich auch kaufen, auch wenn mich das um die 2000 Euro ärmer macht.

Seht selbst: Erst der Hahn, so wie ich ihn aufgenommen habe, dann ein 100%-Ausschnitt aus dem Foto. Die Schärfe, die Farben und der Kontrast sind der Hammer! Haben-will! Die Fotos sind bis auf Beschnitt von mir unbearbeitet.

Ein Hahn auf dem KystkulturgårdenAusschnitt bei voller Auflösung

Aber ich wollte ja über Seevögel schreiben, nicht über Haushühner und -hähne.

Wenige Stunden später stand ich am Meer und habe Seeschwalben und andere Vögel fotografiert. Dieses Mal aber mit meinem Nikon 70-300mm, welches wesentlich lichtschwächer ist, sich aber überraschend gut schlägt.

Die Vögel machen ganz gut Alarm, wenn man am Strand steht. Sie bleiben lieber unter sich. Während der Austernfischer ohrenbetäubend piepsend um mich herum kreist, fliegen manche Seeschwalben Scheinangriffe. Meistens fliegen sie fast waagerecht schreiend auf einen zu, ziehen dann hoch, so dass sie genau in der Sonne stehen und stoßen dann noch einmal von oben herab. Aber wirklich nahe kommen sie nie. Trotzdem habe ich Respekt vor diesen flinken Seevögeln.

Ich kann die Vögel verstehen, denn immerhin liegen ihre Eier teilweise auf dem bloßen Boden. Ein Foto von Eiern habe ich gemacht und bin dann ganz schnell weitergegangen, damit die Vögel sich wieder um ihren zukünftigen Nachwuchs kümmern können.

SeeschwalbenschwarmEier am Boden

Ich liebe es, den eleganten Seeschwalben zuzuschauen, wie sie elegant durch die Luft gleiten, auf der Stelle schwirren, ins Meer hinabstoßen und manches Mal mit einem Fisch im Schnabel wieder auftauchen.

SeeschwalbeSeeschwalbeSeeschwalbeSeeschwalbe mit Beute

Seeschwalbe

Aber auch die anderen Vögel mag ich, auch wenn mich das Gepiepse des Austernfischers manchmal ein bisschen nervt.

AusternfischerGroßer Brachvogel

Das Tele macht sich ganz gut, aber so ein Nikon 400mm/ƒ2.8 wäre bestimmt noch besser geeignet, um die Seevögel abzulichten. Oops – 8600 Euro! Lassen wir das.

Kajaktour nach Gåsören

Weg ins Meer?Ich bin es leid, die schönen langweiligen Postkartenfotos! Blauer Himmel, roter Leuchtturm, blaues Meer, rotes Kajak. Im gefälligen Querformat, weil das so gut ins Blog passt. Wer wissen möchte, wie es auf der Insel Gåsören aussieht, schaut einfach unter dem Blogartikel Gåsören vom letzten Jahr nach.

Denn heute kommen die postkarteninkompatiblen Fotos zu Wort: Den Anfang macht ein extremes Hochformat, so etwas mache ich bis jetzt noch nicht gemacht, aber ich komme gerade auf den Geschmack.

Die heutige Kajaktour war schön, nur auf dem offenen Meer war es recht windig. Aber da anfangs der Wind von vorn kam und dann – oh Wunder! – nicht drehte, hatte ich eine nette Rückfahrt, auch wenn ich von hinten immer von den Wellen überholt wurde. Noch auf dem Wasser habe ich einen netten Bekannten getroffen, der gerade mit seinem kleinen Außenborder unterwegs war. Wir haben uns direkt zum Kaffee verabredet und saßen kurze Zeit später mit ein paar netten Leuten im Sommerhaus am Meer. Danach bin ich noch eine kleine Runde in seinem Boot mitgefahren. Hat auch mal etwas, wenn man nichts tun braucht außer zu schauen.

Es gibt wohl keinen Bootstyp, der einen das Element Wasser so nah erleben lässt wie ein Kajak. Das kommt auf meinen Fotos manchmal nicht so recht zum Ausdruck. Dafür ist das wasserdicht verpackte iPhone toll. Zum einen kann ich es nah ans oder sogar ins Wasser halten, zum anderen auch benutzen, wenn es mir zu wellig ist, um meine Nikon herauszuholen. Dadurch zeigen diese Photos mal eine andere Facette, die mir sehr gut gefällt, weil die Motive sehr schön das „nah am Wasser“ zeigen. Ich muss aber zugeben, dass ich die Photos noch recht stark nachbearbeitet habe, bis ich zufrieden genug mit den Stimmungen war.

„Wellengang“„Zwei Welten“

Am Abend wird es dunkel

Wie schnell das geht! Gestern vor einem Monat hatte ich in Svolvær noch Polartag, will sagen, die Sonne war Tag und Nacht über dem Horizont, und heute ging sie schon um zwanzig vor neun unter. Ich bin erst kurz nach acht mit dem Auto zur nahen Lotsenstation gefahren und habe es nicht einmal mehr geschafft, einen schönen Platz zu finden und das Stativ aufzubauen, ehe ich die Insel Gåsören fotografierte. Aber das Tele hat einen Bildstabilisator und bei ISO 800 waren die Verschlusszeiten auch noch kurz genug, um scharfe Fotos aus der Hand zu schießen.

Gåsören in der Abendsonne

Bei Tagestemperaturen von über zwanzig Grad wie heute mag ich nicht an den nahen Herbst denken, aber die frühen Sonnenuntergänge zeigen, dass der Hochsommer vorbei ist. Etwas Gutes hat das Ganze: Ich kann nicht nur wieder Sterne sehen, sondern vielleicht auch bald wieder das erste Polarlicht. Ich bin gespannt, wann!

Abendlicher Blick

Eine herrliche Nacht auf Bastuholmen

Vor zwei Wochen hat Hans mich gefragt, ob ich mit zur Insel Bastuholmen paddeln möchte. Das wollte ich gerne, aber ich hatte leider keine Zeit. Anfang der Woche fragte er mich wieder und dieses Mal passte es mir.

Gestern Nachmittag um sechs saßen Hans, fünf Freunde von ihm und ich in unseren knallbunten Kajaks und starteten vom kleinen Bootshafen in Kåge zur Insel Bastuholmen. Da das nicht weit ist und das Wetter zwar windig aber schön war, sind einige von uns noch um die schöne Insel herum gepaddelt.

Start im BootshafenIm Gegenlicht

Als wir an der Insel anlegten und unsere Kajaks an Land zogen, hatten die anderen schon Feuer gemacht und hielten Stockbrot in die Glut. Hans hatte Hamburger eingekauft und bald saßen wir alle ums Feuer, grillten und aßen.

Hamburger und Stockbrot über dem FeuerWasser und frischer Hamburger

Es ist immer schön, um ein Feuer herumzusitzen, über dies und das zu sprechen, mit Freunden oder noch Unbekannten. Die meisten wollten am gleichen Tag noch zurück und machten sich kurz nach Sonnengang auf dem Weg, um im letzten Abendlicht noch Kåges Hafen zu erreichen.

Sonnenuntergang auf BastuholmenMit dem Kajak zurück ans Festland

Hans und ich wollten hingegen auf der Insel übernachten. Davor haben wir uns es gut gehen lassen, denn die Insel heißt nicht von ungefähr Bastuholmen und wer schon einmal in Schweden oder Norwegen war, weiß, dass Bastu Sauna heißt.

Während die Sauna noch geheizt hat, war ich auf der anderen Seite der Insel, wo auf der linken Seite die Farben der Abenddämmerung zu sehen waren und auf der rechten Seite der fast noch volle Mond aufging.

Bootssteg auf BastuholmenMondaufgang

Bald danach saßen wir zu dritt in der kleinen Sauna, die gar nicht so heiß war. Na ja, dachte ich, Sauna für Anfänger halt. Dachte ich. Denn bald schaufelten die anderen dermaßen viel Wasser auf den heißen Ofen, dass ich dachte, mein Gesicht fängt an zu kochen. Selbst mit vornüber beugen und das Gesicht mit den Händen bedecken war es mir noch zu heiß und ich habe mich schnell eine Etage weiter nach unten gesetzt. Anfänger halt.

Aber wenn man schon auf einer Insel sauniert, dann muss man natürlich auch im Meer baden und das haben wir gemacht. Drei Mal. Das Wasser hat nur noch 14 °C, so richtig warm ist das nicht mehr, aber immer noch herrlich.

Fladenbrot – heiß, heiß!Bald haben wir mit einem Paar, welches mit einem Katamaran da war gemeinsam am Feuer gesessen und den herrlichen Spätsommer­abend genossen. Es wurde schon recht frisch und war froh über meine warme zottelige Fleecejacke. Und um halb zwölf habe ich mich verabschiedet und mich schlafen gelegt. Hans hatte zwar ein Zweimann-Zelt, aber ich wollte lieber auf der riesigen Holzterrasse vor der Sauna unter freiem Himmel schlafen. Schließlich gab es eine Chance auf ein erstes Nordlicht …


Hier könnte der Bericht enden, Olaf schlafen und es wäre ein rundum schöner Ausflug mit Übernachtung gewesen. Aber …

Kaum hatte ich die Isomatte aufgepumpt, mich hingelegt, den Schlafsack zu- und mir es gemütlich gemacht, da blinzelte ich noch einmal kurz vor dem Einschlafen mit den Augen und sah das erste Nordlicht.

Erstes Polarlicht der SaisonSofort bin ich aus dem Schlafsack gerobbt, habe Kamera und Stativ geschnappt – Mist, ich muss noch die Stativplatte ranschrauben, oh, und das Weitwinkel drauf, oh, und manuell fokussieren – da war das erste Polarlicht schon fast wieder verschwunden.

Aber der Mond, aber der Mond! So etwas habe ich noch nie gesehen. Der Mond war von einem leuchtenden Halo umgeben, hatte rechts einen ausgeprägten Nebenmond und vor allem über mir fast im Zenith einen ausgeprägten Zirkumzenitalbogen, der in allen Regenbogenfarben leuchtete. Was für ein Naturerlebnis.

Halo mit Nebenmond und Zirkumzenitalbogen

Irgendwann zogen die hohen Wolken, die diese Haloerscheinungen verursachen weiter und der Zirkumzenitalbogen verblasste nach und nach. Zeit wieder in den Schlafsack zu kriechen. Aber …

Jetzt kam noch einmal Polarlicht und zwar richtig schönes! Ich mag es, wenn das Meer noch offen ist und sich die Aurora auf dem Wasser spiegelt.

Polarlicht auf Bastuholmen

Polarlicht auf Bastuholmen

Gegen eins war lag ich wieder im Schlafsack und habe bis fünf geschlafen. Dann wurde ich von der Sonne geweckt. Über mir flog eine V-förmige Formation von Gänsen rufend über die Insel, von der frühen Sonne warmorange angestrahlt. Aber fünf war mir zu früh und ich habe mich noch mal für zwei Stunden umgedreht.

Ausblick am nächsten MorgenHans und ich haben dann auf einem Aussichtsfelsen im Norden der Insel gefrühstückt, ehe wir unsere Sachen gepackt und uns mit den Kajaks wieder auf den Rückweg gemacht haben. Kurz vor zehn waren wir wieder in Kåge.

Ich bin immer noch hin und weg von den Erlebnissen dieses Ausflugs. Kaum vorstellbar, dass dieser keine 16 Stunden gedauert hat.


Tack för Turen, Hans!

Floureszin

Nachdem der letzte Artikel eine schöne Diskussion über Fotografie ausgelöst hat, mache ich jetzt mal das Gegenteil. Anstatt aus dem Nachtbild die Farben ganz zu entfernen, habe ich diese Langzeitbelichtung (einige Minuten) stark aufgehellt. Die Spuren der Sterne verraten allerdings schnell die Nachtaufnahme. Auch hier kann man Polarlicht erkennen, allerdings nicht anhand der Struktur, sondern anhand der Farbe, die hier fast wie Fluorescein wirkt.

Ich habe hier übrigens nicht absichtlich die Farbsättigung erhöht, sie ergibt sich lediglich aus dem Zusammenspiel der Langzeitbelichtung mit einer Kontrasterhöhung.

Polarlicht über der Ostsee

SternenhimmelKeine Angst, Ihr Blogleser, es gibt bald auch wieder „normale“ Photos. Ich möchte auf jeden Fall mal Photos vom Sternenhimmel machen, denn der ist hier phantastisch, wenn es klar ist. Heute allerdings ist es tatsächlich mal grau, ganz ungewohnt ist das nach den letzten Wochen, die so schön waren, dass man den blauen Himmel schon als garantiert ansah.

Dieses Sternenphoto hier ist, wie auch das vorherige Bild und das Schwarzweißbild aus dem letzten Artikel vor drei Tagen am Meer entstanden. Einmal in die Milchstraße hinein: 8,0 sec at ƒ/2.8, 90mm, ISO 3200. Da das Bild nur einen kleinen Ausschnitt zeigt, weiß ich nicht, welche Sterne abgebildet sind.

Neblige Natriumleuchtennacht

BahnübergangStraßenbeleuchtung

Die Bucht

Die Bucht war in Wirklichkeit dunkler, die Steine kaum zu sehen. Das JPEG-Format hat bei diesem Bild Probleme mit den feinen Verläufen. Selbst bei Qualität 95 (sonst verwende ich hier 65) sieht man noch Bildstörungen im Himmel.

Fensterbilder

Kevin schreibt aus Lappland vom ersten Schnee, Annika vom Raureif in Südschweden. Wir hingegen hatten fast den ganzen Tag Pladderregen, der so stark war, dass ich nach der Arbeit keine Lust hatte, mich und die Kamera heute noch groß nassregnen zu lassen. Und so habe ich Fotos von drinnen gemacht. Eher aus dem Bereich Experiment als aus dem Bereich „Mein Leben in Schweden“.

Fensterbild 1Fensterbild 2

Heute Abend kommt ein Freund, der sich ziemlich spontan angekündigt hat (Besuch ist toll!) und ich hoffe, dass ich ihm am Wochenende hier mehr als graues Pladderregenwetter bieten kann.

Diffuses Polarlicht

An unusual solar event occurred on Sept 30th. The effects of this event should reach Earth in approximately 24 hours from this message. How large and persistent these effects will be is not known. Watch the „short term forecast“ for the increase in auroral activity that may occur in your sector.

gse-aa mailing list, 1. Oktober 2013

Ach Delle, Du bist einen Tag zu früh aufgebrochen! Beide Vorhersagen hatten recht: Die Polarlichtvorhersage aus Alaska mit ihrem solar event und die schwedische Wettervorhersage mit ihrem Aufklaren. Und als ich heute um halb zwölf draußen stand, um das diffuse, aber sich über den halben Himmel erstreckende Polarlicht zu beobachten, hatte ich noch nicht einmal mein Handy dabei, um Dir eine SMS zu schicken, denn Du bist ja noch irgendwo in Nordschweden auf der Rückreise. Ich hoffe, Du hast auch Polarlicht sehen können.

Heute war ein langer Arbeitstag und morgen habe ich mit Hello Future eine Präsentation in Lycksele im Inland. Deswegen verliere ich keine weiteren Worte, sondern zeige nur ein paar Fotos. Frisch von eben.

Polarlicht über SkelleftehamnPolarlicht über Skelleftehamn

Polarlicht über Skelleftehamn

Das letzte Bild trifft die Farben am Besten, die anderen beiden fand ich extrem schwer zu bearbeiten. Optimiert man auf das Polarlicht, so sind die Pflanzen im Vordergrund blass und kontrastarm. Optimiert man auf die Pflanzen, so ist das Polarlicht zu stark und präsent. Aber da ich auf den Vordergrund fokussiert hatte, habe ich diesem auch den Vorzug gegeben. Das nächste Mal werde ich vermutlich blitzen anstatt mit der Taschenlampe zu leuchten, um die Umschärfe der Blätter im Wind zu minimieren.

Ausflug nach Byske

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Besuch von Jochen.

Toll, wenn man nette Gäste hat. Die dann – wie Jochen, der gerade zu Besuch ist – gerne draußen sind und gerne fotografieren. Wie ich auch. Heute sind wir erst auf den Falkberget gewandert, waren dann in der Stadt und sind dann noch nach Byske an den Strand gefahren.

Von Jochen kann ich noch viel über Fotografie lernen und es hat einen riesigen Spaß gemacht, mit ihm am Strand zu stehen oder zu hocken und mit Graufilter (1000×), Kamera und Stativ bestückt Aufnahmen vom herbstlichen Byskeälven und dem weiten Meer zu machen. Und wenn jemand neben mir steht, der viel mehr Fotografieerfahrung hat als ich, dann gebe ich mir auch gleich viel mehr Mühe …

Zwei Fotos von heute:

Die Mole bei Byske

Herbstlicher Bureälven

Jochen hat Fotos von heute bei Flickr eingestellt. Ich glaube, ich muss mich mal mehr mit Schwarzweiß beschäftigen!

Grundskattan

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Besuch von Jochen.

Gestern waren Jochen, der zu Besuch ist, an der „Grundskattan“, der Südspitze der Halbinsel Bjuröklubbs. Die kleine, sandige Bucht und die Umgebung lädt zum Fotografieren ein. Kaum, dass wir das Auto mit Fotorucksack und Stativ verlassen haben, standen oder knieten wir am Wasser, um die uns umgebene Natur abzulichten.

Ich finde es ungeheuer inspirierend, sowohl mit Jochen draußen unterwegs zu sein als auch auch zu Hause gemeinsam die Bilder anzuschauen und digital zu entwickeln. Gar nicht so sehr, weil er viel mehr über Fotografie weiß, sondern wegen der Art, wie er über Fotografie denkt. Da kann ich viel lernen und Spaß macht es auch.

Einige Fotos von gestern:

Gras im Wind

Langzeitbelichtung in die Wellen

Eine grantige SteinfigurSchneckenhäuser am Strand

Die ersten beiden Bilder sind wieder mit einem starken Graufilter entstanden. Das Bild mit dem Gras im Wind kommt der Wirklichkeit recht nahe, denn das Wasser war dort auch in Natura ruhig und klar. Bei dem Bild in die Wellen hinein hingegen hat die Langzeitbelichtung ein völlig neues Bild geschaffen.

Jochen hat ein Foto von gestern bei Flickr eingestellt.

Långhällan fotografisch

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Besuch von Jochen.

Heute habe ich einen Tag frei genommen und war – genau wie gestern und vorgestern – den ganzen Tag mit Jochen unterwegs. Wir hatten viel Sonnenschein und unglaubliche 16 °C. Ein weiterer Tag zum draußen sein und zum fotografieren.

Erst waren wir auf dem Degeröberget. Dort war ich schon einige Male. Was ich aber noch nicht kannte, war die alte Holzsprungschanze für mutige Skiläufer, die aber schon lange, lange nicht mehr in Betrieb ist. Von der hat man einen herrlichen Ausblick auf die ganze Umgebung. Da muss ich irgendwann mal ein 360°-Panorama machen. Für heute nur der Blick Richtung Westen:

Mit dem Auto sind wir die kurze Strecke zur Südseite Örvikens – der Insel, auf der auch Degeröberget liegt – gefahren und haben dort nach einigem Fotografieren auf einem Bootsanleger gesessen und gevespert: Butterbrot mit getrocknetem Rentierfleisch. Anschließend sind wir zu meiner diesjährigen Lieblingsstelle Långhällan gefahren und sind bestimmt drei Stunden auf den Felsen umhergelaufen und haben fotografiert. Heute bin ich mit zwei Bildern richtig zufrieden – eine überdurchschnittliche Ausbeute für jemanden wie mich, der sonst eher mäkelig und selbstkritisch ist.

Felsen vor Långhällan

Felsen vor Långhällan

Möglich gemacht wurden diese Fotos durch zwei Dinge:

Zum einen mein „Big stopper“, ein Filter, der zehn Blenden Licht wegnimmt. Für jede Blende muss man doppelt so lange belichten, also bei zehn Blenden 210 = 1024 mal. So werden aus 1/50 sek schnell 20 sek und das blaue Meer verwandelt sich in weißen Nebel, aus dem die Felsen besonders hervortreten.

Zum anderen Jochen, der mich inspiriert hat, auf eine ganz andere Weise zu fotografieren und viel genauer hinzuschauen: Weg vom Motivknipsen mehr hin zum schauen nach Proportion und Linie. Wenn Jochen weiterfährt, werde ich versuchen, diese Richtung weiter zu verfolgen.

Tack för idag, Jochen!

Skellefteå bei Nacht

Wer kennt sie nicht, die Postkarten „Mallorca bei Nacht“, „Paris bei Nacht“, „Oer-Erkenschwick bei Nacht“. Meistens sind das pechschwarze Hochglanzkarten, mit einem fürchterlichen Schriftzug „Irgendwas bei Nacht“ garniert. Das haben viele Städte nicht verdient. Auch Skellefteå nicht!

Gestern hatte ich abends ein bisschen Wartezeit am Südufer des Flusses und schaute auf die Silhouette der Innenstadt herüber. Das sah hübsch aus, vor allem, weil jetzt alles schneebedeckt ist. Deswegen habe ich mir heute nachmittag eine halbe Stunde freigegeben und bin an der gleichen Stelle wieder gewesen, aber mit einem wesentlichen Unterschied: Ich hatte eine Kamera und Stativ dabei.

Skellefteå bei Nacht

Skellefteå bei Nacht – oder, wenn ich wirklich ehrlich sein sollte: Skellefteå um fünf nach vier.

Nachtrag

Das Ganze als skrollbares Panorama:

Stadtpanorama

Kanutudden

Ich dachte, ich könnte wie schon vor zwei Monaten diese Woche noch einmal mit dem Kajak zur Badestelle paddeln, um mein erstes Winterbad der Saison zu nehmen. Aber als ich heute Abend dort kurz vorbeigeschaut habe, war schon ein größerer Teil des Flussufers eisbedeckt. Ich glaube, da komme ich mit dem Kajak nicht mehr durch. Auch die „Kanutudden“, der Bucht, an der der Kanuklub ansässig ist, friert langsam zu.

Die „Kanutudden“ friert zu

Ich könnte natürlich am Wochenende auf der Ostsee paddeln, aber es gibt noch ein zweites Argument, was gegen das Paddeln spricht: Die Wettervorhersage. Es soll bis zu 7 °C warm werden, was ja nicht weiter tragisch ist, aber sehr, sehr windig. Am Sonntag früh sagt der smhi Böen bis 23 m/s voraus, das sind gut 80 km/h und entspricht Windstärke 9 (Sturm). Das klingt mehr nach Landspaziergang.

Eröffnung der Eisbadesaison

Sonnenaufgang

Der Tag fing ja schön an. Wenige Plusgrade, aber überraschend windstill und klar. Und als die Sonne gerade ihren ersten Strahl über den Horizont streckte, stand ich am Meeresufer und machte – klick!

Tiina öffnet das EisIch öffne das Eis (Photo: Tiina)Zweieinhalb Stunden später war ich auf dem Weg nach Ursviken zum Stuverikajen, denn hier treffen sich jeden Samstag vormittag die Winterbader und Eisschwimmer. Vor zwei Monaten war ich dort und habe bei einer Lufttemperatur von 15 °C ein Bad genommen. Heute hingegen waren die Ränder des Skellefteälven auf viele Meter hin mit Eis bedeckt. Wenn man dort schwimmen will, dann muss man natürlich erst einmal das Eis öffnen. Zuerst haben wir versucht, das vom Rand aus zu machen, dann habe ich meinen Neoprenoverall angezogen und bin ins Wasser gestiegen, um das Loch auf ein paar Meter zu vergrößern. Das geht am Besten, finde ich, wenn man an eine Stelle ein Loch sticht, und dann die Metallstange als Hebel benutzt, um das fünf Zentimeter dicke Eis loszubrechen und dann mit der Spitze unter das feste Eis zu schieben.

Kurze Zeit später – schnell noch die Intervallschaltung der Kamera aktiviert – bin ich die Holztreppe heruntergestiegen und habe das erste Winterbad der Saison genommen. Auf den ersten Photos sehe ich noch ein bisschen „bemüht“ aus, doch dann entspannt sich der Körper und es fühlt sich herrlich an.

Mein erstes Winterbad der Saison

Kurze Zeit später war ich wieder angezogen und habe noch ein paar Photos von den Eisstrukturen gemacht. Ich freue mich schon auf den Tag, wo das Eis einen zuverlässig trägt und ich die Fotos nicht nur vom Rand aus machen kann.

Abstrakt 1Abstrakt 2

Besuch von Hilde

Letzte Nacht kam die Hilde zu Besuch, heulte herum, pfiff durch’s Fenster, kegelte mit leeren Mülltonnen und machte noch einiges anderes. Das ist das erste Mal, seitdem ich hier lebe, dass für das Festland eine Sturmwarnung der Stufe zwei ausgegeben wurde. Und in der Nacht hörte ich Hilde auch am Haus rappeln und durch das nicht ganz dichte Schlafzimmerfenster pfeifen. Und da es bis zu 9 Grad warm war, hat der Sturm auch den meisten Schnee geschmolzen und die Nebenstraßen zu nassen Eispisten verwandelt, die dermaßen glatt sind, dass man selbst mit Spikes mit dem Auto ins Schlingern kommt.

Ich hatte das Auto so geparkt, dass es von keinem Baum oder Dachziegel getroffen werden konnte, aber in unserem „Kleinhausgebiet“ lagen nur leere Mülltonnen kreuz und quer auf der Straße, sonst war kein Schaden zu sehen. Eine Bekannte hat hingegen ein Foto von der großen Kiefer bei Facebook gepostet, die der Sturm in der Nacht entwurzelt und umgeworfen hat, zum Glück in Richtung Park und nicht auf deren Haus. Und in der Onlinezeitung habe ich entdeckt, dass auf der Wiese hinter der nächsten Hausreihe eine Birke in drei Meter Höhe abgeknickt wurde. Da kann man sich vorstellen, wie viel Kraft der Sturm hatte, denn eine kahle Birke hat ja nicht so viel „Segelfläche“. Aber der Sturm hat so manchen Baum in Västerbotten umgeknickt und 12000 Kunden von Skekraft sind auch heute Nachmittag noch ohne Strom.

Gestürzte Fichte am ParkvägenGeknickte Birke vor dem Tallvägen

Eigentlich dachte ich, dass ich heute am Meer bestimmt tolle Wellen fotografieren kann, aber der Wind kam von Nordwesten, also vom Land und das Meer war überraschend ruhig. Die Wellen auf dem Fluss hingegen waren groß genug, um das gesamte Ufereis, in welches wir gestern noch ein Loch zum Baden geschlagen haben, kaputt zu brechen.

Die Ufer sind heute eisfreiDie Badestelle heute

Die Wellen ließen das Brucheis in der Badestelle klirren und klingen. Auch die drei Bojen, die gestern noch fest eisumschlossen waren, schwammen heute wieder im offenen Wasser und kleine, glitzernde Eisstückchen trieben vorbei.

Bojen und EisstückchenEisblumen auf Holz

Ein kleiner Teil des Holzsteges war mit Eisblumen bedeckt. Das letzte Schwarzweißphoto zeigt die filigranen Figuren, die Wasser und Frost auf das Holz gezeichnet haben.


Links (schwedisch):

Das Eis trägt

Wie so oft die letzten Wochen, war ich heute vor Sonnenaufgang an der Küste. Der Schnee ist weg, das Wasser noch offen, aber vorne auf den kleinen Buchten liegt Eis, welches von den Wellen hin- und hergetrieben wird. Und hinten, am Horizont, liegt eine dunkelgraue Wolkenwand, die in Richtung Sonnenaufgang rotviolett beschienen wird. In Skellefteå nennt man diese Wolken, die vor allem am Anfang des Winters oft über dem Meer liegen „Vinterväggen“ – die Winterwand, weil sie so kompakt wie eine Wand aussehen.

Morgendlicher Blick auf die Ostsee

VinterväggenWeit draußen – fünfzehnfach vergrößert

Neugierig bin ich auf die hohe Brücke nach Örviken gefahren. Letzten Sonntag hat der Sturm Hilde das Flusseis komplett aufgebrochen, danach war es allerdings kalt. Ob man wohl noch paddeln kann? In Richtung Sonnenaufgang und Meer ist die Flussmündung bis auf die Ränder eisfrei, aber der Blick nach Westen in den Fluss hinein hat mich erstaunt: Der Fluss ist komplett eisbedeckt. Na gut, dann bleibt das Kajak in der Garage und ich fahre mit dem Auto zum Winterschwimmen.

Blick zum Meer nach OstenBlick nach Westen

Eine Stunde später stehe ich an unserem Badeplatz und blicke auf das Eis. Kurze Zeit später kommen Jarkko und Tiina und zu meiner Überraschung betritt Jarkko direkt das Eis, um ein Eisloch zu sägen. Ich bin doch ein bisschen erstaunt, dass das Eis trägt. Während Jarkko zu Ende sägt, unterhalte ich das Feuer in der kleinen Sauna, damit wir es nach dem Eisbaden warm haben. Vier Winterbader sind wir heute und Tony macht ein Foto von mir, während ich mein zweites Eisbad der Saison nehme.

Unsere WinterbadestelleJarkko sägt ein EislochDer Saunaofen heiztEisbad – herrlich! (Foto: Tony Mäki)

Am Rand haben sich wieder kristalline Eisstrukturen gebildet. Kaum kommt die Sonne hinter dem „Vinterväggen“ hervor, ändert sich das Licht auf dem Eis von kaltblau zu warmorangegelb. Nein, ich traue mich nicht, dort das Eis zu betreten (erst recht nicht mit meiner Kamera), aber ein Bild mit ausgestrecktem Arm gelingt und erweitert meine Fotoserie Eisstrukturen.

Eismuster im SchattenEismuster in der Sonne

Eismuster, Detail

Während wir das Eis nur betreten, um zu baden, nutzen andere den schönen Tag auf dem Eis: Die ersten zwei Eisfischer wagen sich weit auf den Fluss hinaus, erst vorsichtig mit Leine gesichert, dann sitzen sie und angeln. Von Osten her kommen Vater und Sohn mit Eishockeyausrüstung souverän auf Schlittschuhen heran geglitten und bestaunen unser Eisbad.

Der erste EisfischerEishockey auf dem Fluss

Der Fluss gehört mir!

Wieder fühle ich mich dem Winter ein bisschen näher und ich bin gespannt, wann ich das erste Mal zu Fuß zur nahen Meerinsel Storgrundet hinüberlaufen kann.


Kleiner Nachtrag zum Fotografieren: Heute habe ich etwas gelernt: Man soll keinem Kind den Kopf abschneiden, auch wenn es nur eine Spiegelung ist. Anstatt den Gesamteindruck des Bildes im Sucher zu sehen, habe ich mich zu sehr auf das eigentliche Motiv – den Jungen – fokussiert und daher nicht auf das Spiegelbild geachtet, welches ich im Nachhinein gerne komplett auf dem Bild gehabt hätte. Viel Zeit für solche Überlegungen war allerdings nicht, denn die beiden Eisläufer waren ganz schön flink.