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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Trübes Schneewetter

Zur Zeit schneit es fast jeden Tag. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Schneedecke steigt, denn obwohl seit den 83 cm von vor 12 Tagen mehr als ein halber Meter Neuschnee gefallen ist, habe ich jetzt 67 cm Schnee hinten im Garten und nicht einen Meter vierzig.

Aber wenn der Schnee sich setzt, dann trägt er auch Skier.

Und so wollte ich eigentlich schon letztes Wochenende Skilaufen, aber da habe ich mich schon nicht so gefühlt. Jetzt, wo ich zwei Tage krank war und immer noch etwas Fieber habe, wird das dieses Wochenende wohl auch nichts. Und da ich über die Feiertage in Deutschland bin, wird es noch eine Zeit lang dauern, bis ich hier die erste Skitour mache. Soviel dazu, was passiert, wenn man Nordschweden zieht …)

Meine momentan eher geringe Energie werde ich stattdessen morgen wieder in das Schneeschieben investieren, denn das Räumfahrzeug hat wieder einen Schneewall vor meine Einfahrt geschleudert, der jetzt friedlich dabei ist, festzufrieren. Aber – so lange man noch die Straßenschilder sieht …

… das hätte ich nicht schreiben sollen, denn an der Straßenecke türmen sich die Schneeberge am Rand besonders hoch auf. Und lange dauert es vielleicht nicht mehr, bis das Straßenschild „Tallvägen“ verschwunden ist.

Ihr werdet merken, dass ich in letzter Zeit mehr Schwarzweißbilder zeige. Das hat, außer dass mir das gefällt, zwei weitere Gründe:

Meistens ist es jetzt ja dunkel und da werden alle Straßen hier von Neonlampen erhellt, die den Schnee orange erscheinen lassen. Und das sieht auf den Fotos oft ziemlich scheußlich aus. Zum anderen ist es vier Wochen hier, dass es hier mal so etwas wie klaren Himmel gegeben hat, und das war (a) nachts und (b) ganz kurz. Ach nein, jetzt übertreibe ich, den einen Tag war es tatsächlich auch mal tagsüber schön, sogar die Sonne habe ich kurz gesehen, aber da habe ich gearbeitet und saß im Büro.

Andererseits: Der Winter hat gerade mal angefangen. Drei bis vier Monate wird der Winter hier noch dauern, und da habe ich noch genug Zeit fürs Skilaufen. Und dann ist die Ostsee vermutlich auch nicht nur wie schon jetzt mit Eis bedeckt, sondern auch so solide zugefroren, dass ich mit Skiern zu den Inseln laufen kann. Bei blauem Himmel.

Abendspaziergang

Ich komme gerade von draußen herein und habe seit Wochen wieder Sterne am Himmel gesehen. Zwar nur einige, die matt durch die dünnen Wolken, aus denen immer noch ein bisschen Schnee grieselt, hindurch scheinen, aber immerhin.

Da ich am Freitag nach Deutschland fliege, habe ich heute Abend noch einmal einen längeren Spaziergang durch das Städtchen Skelleftehamn gemacht. Das erste Fotomotiv wartete schon: Die Garagen, die momentan recht ungenutzt aussehen.

Ebenfalls ungenutzt steht so manches Auto, so manches Fahrrad im Schnee oder auch unter dem Schnee. Ich wüsste gerne, wie viele Fahrräder ich einfach nicht gesehen habe, weil dort irgendein Schneeräumfahrzeug einen der bis zu vier Meter hohen Schneeberge angelegt hat.

Zum Schnee, zum Wetter, zum Winter: Seit gestern liegen (wieder) 70 cm Schnee hinten im Garten, gefallen sind vermutlich knapp 160 seit dem 1. Dezember. Aber davon kam ja die eine Hälfte direkt innerhalb von 24 Stunden herunter. Die letzten sieben Tage war es recht mild mit Temperaturen um -3 °C, seit gestern wird es kälter und jetzt sind es -12 °C. Am Wochenende wird es vermutlich kälter, aber da bin ich schon in Deutschland und da interessiert mich das Bremer Wetter mehr. Momentan sieht es zwar nicht nach weißen Weihnachten aus, aber eventuell nach Dauerfrost. Sollte ich es wagen, meine Gummistiefel zu Hause zu lassen …?

Winter in Byske

1. Januar – Neujahr – 2013. Autofahrt und Spaziergang am Strand von Byske. Dicker Nebel auf der E4. Nasser Schnee.Trübes Wetter am Strand, aber mit klarer Sicht.

Konsumwochen

Der Januar begann dieses Mal nicht mit guten Vorsätzen, sondern mit Konsum! Kaufen, kaufen, kaufen! Wie kommt’s?

Nun, ich überlege schon seit längerem, mir eine (noch) bessere Spiegelreflexkamera zu kaufen. Mit Vollformatsensor. Ich will Euch nicht mit Details langweilen, aber nachdem die Nikon D700 nicht mehr neu zu haben ist und teilweise zu horrenden Gebrauchtpreisen angeboten wird, habe ich mich für eine Nikon D800 entschieden. Und wo war sie am günstigsten? Nicht bei irgendwelchen Onlinehändlern, sondern im lokalen Handy-Foto-Fernsehgeschäft in Skellefteås Zentrum. Gekauft. Check!

Dazu noch ein schönes Weitwinkel (16-35mm, ƒ4.0, Bildstabilisator) – gibt’s am günstigsten beim Kameradoktorn. Gekauft. Check!

Eigentlich hätte ich noch gerne das 8mm Fisheye von Samyang. Aber nochmals knapp 3000 Kronen bezahlen? Wohl eher nicht! Dann abonniere ich die Suche „samyang nikon“ bei Blocket, Schweden’s großem Kleinanzeigenmarkt und wupps!, am nächsten Tag ist das Objektiv drin. Für die Hälfte! In Skellefteå! Hingefahren. Gekauft. Check!

Ebenfalls sucht Blocket für mich schon lange nach „Tegsnäs“, den schönen schwedischen Holzskiern. Aber die sind entweder zu teuer oder in Malmö abzuholen. Vor drei Tagen waren wieder welche drin. Günstig. 2m40 lang (toll für Neuschnee!). Unter Ort stand wieder „Skellefteå“. Und vorgestern habe ich sie abgeholt, sogar in Ursviken, gleich um die Ecke. Gekauft. Check!

Jetzt habe ich den schwedischen Einzelhandel und die Privatwirtschaft gerettet. Aber ich glaube, jetzt reicht es erst einmal mit dem Konsum. Privatpersonen haben keine Rettungsschirme zu erwarten. Schade eigentlich!

Kameratest am Meer

Wenn ich mir schon eine neue Kamera kaufe, dann will die natürlich auch ausprobiert sein. Und wenn dann so herrliches Sonnenwetter bei -10 bis -17 Grad ist wie dieses Wochenende, um so besser! Heute habe ich eine schöne neue Stelle gefunden: Långhällan.

Das erste Foto ist noch auf dem Weg entstanden, die anderen fünf bei Långhällan.

Und noch zwei Bilder von Gestern, an meiner „alten Stelle“ fotografiert.

Ich könnte jetzt auch wieder darüber schreiben, wie schön ich den schwedischen Winter an der Ostsee finde, aber heute spare ich mir das mal. Das habe ich schon zu oft geschrieben. Statt schreibe ich ausnahmsweise mal über mein Fotoequipment: Die beiden Fischaugenbilder sind mit der Nikon D300s und dem Samyang 8mm/ƒ3.5 bei Blende 11 gemacht, die anderen Fotos mit der Nikon D800 und dem Nikon 16-35mm/ƒ4.0 VR mit Blenden zwischen 8 und 18. Bis auf das erste Fischaugenbild sind alle Bilder mit dem Stativ gemacht.

Einige Nachgedanken zur Skitour

Dieser Artikel ist Teil der sechsteiligen Serie Fjälltour 2013.

Hier schreibe ich hauptsächlich über Planung und Equipment:

Schön war die Tour, abwechslungsreich war sie und teilweise auch ziemlich spannend. Das Wetter hätte besser sein können (Weniger Wind und kälter). Und es war toll, sie mit einem guten Freund zusammen machen zu können. Alleine würde ich so eine Tour ohnehin nicht wagen, aber selbst wenn – ich hätte keine Lust dazu.

Das nächste Mal: Wieder eine Skitour zu zweit (vielleicht hast Du wieder Zeit, Jonas) oder mit mehreren. Und hoffen, dass das Wetter besser ist.

Es ist schön, das Gepäck in der Pulka zu haben. Ich hätte auch weder einen Rucksack, der groß genug wäre, noch das Rückgrat, welches breit genug wäre, 30 Kilo oder mehr zu tragen. Mit Steigfellen lässt sich die Pulka auch gut bergauf schieben, allerdings fand ich das sehr anstrengend und ich habe an längeren Anstiegen kaum mehr als 2 km/h geschafft.

Das nächste Mal: Wieder mit Ski und Pulka, aber besser trainiert.

Die Pulka war aber auch so schwer, da wir viele Lebensmittel mithatten. Auf teures Outdoor-Tütenzeugs haben wir verzichtet und stattdessen richtige Salami, richtiges Knäckebrot, Pesto im Glas(!), Nüsse und Trockenfrüchte, Tiefkühlgemüse und Butter mitgenommen. Es wäre bestimmt vernünftig gewesen, hier ein paar Kilos einzusparen.

Das nächste Mal: Wieder unvernünftig sein und wieder richtiges Essen mitnehmen. (Und Zucker für Tee!)

Die Kameras (Nikon D800, Nikon D300s) haben sich gut gehalten. Da es nicht so kalt war (meist zwischen -5 °C und – 10°C), haben die Akkus gut und lange gehalten, selbst wenn sie länger in der Kamera und damit in der Kälte waren. Viele Motive – vor allem Lichtstimmungen – hingegen konnte ich nicht fotografieren, da ich manches Mal einfach zu langsam war. Wenn es stürmisch ist, ziehen eben auch die Wolken schnell. Bloß manches Mal war ein Objektiv beschlagen und dann kann es einige Zeit dauern, bis die Linse wieder klar ist.

Das nächste Mal: Genau so wieder, vielleicht mit einer anderen Objektivauswahl.

Apopros beschlagen: Alles kann einfrieren, wenn es wie am ersten Abend kalt ist: Reißverschlüsse, Kocherventile, Handschuhe, Skistiefel und Thermoskannendeckel. Und mein iPhone arbeitet ohnehin nur, wenn es hosentaschenwarm ist. Aber das war eh fast immer ausgeschaltet.

Das nächste Mal: Keine Wollfingerhandschuhe mehr. Die sind schnell steinhart gefroren und kaum mehr zu gebrauchen.

Die Bildbearbeitung mit Lightroom 4 macht Spaß. Eines jedoch finde ich schwierig: Den Weißabgleich. Da Schnee nie weiß ist, sondern immer hellblau, gelborange, türkis oder alles gemischt, kann man den Abgleich nicht automatisch machen. Wenn ich ihn jedoch manuell mache, sind die Bilder von der Farbtemperatur nicht mehr stimmig und das stört mich.

Das nächste Mal: Üben!

Die Tourplanung haben wir erst kurz vorher gemacht. Das war aber kein Problem, da wir ohnehin keine Erfahrung mit dem Pulka ziehen hatten und daher auch keine Detailplanung machen konnten. Es wäre schön gewesen, ein paar Tage mehr Zeit gehabt zu haben, aber Hauptsache draußen!

Das nächste Mal: Mit der jetzigen Erfahrung ein bisschen genauer Planen und vielleicht ein paar Tage mehr Zeit haben.

Jonas hat uns ein Spot-Gerät ausgeliehen. Es ist ein GPS, gekoppelt mit einem Satellitensender. Es zeichnet zum einen die Strecke auf (leider vermutlich ohne Uhrzeit, aber das habe ich noch nicht überprüft) und zum anderen kann man Hilfe anfordern, sollte man in Not geraten. Ein Knopf, den man hoffentlich nie, nie drücken muss!

Jonas hat übrigens die Tourkoordinaten online gestellt: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=hpdcnrfihpemreuo

Das nächste Mal: wieder ausleihen und mitnehmen.

Unsere Schlafsäcke sind warm. Für solche Temperaturen zu warm! Im Schlafsack haben wir einen VBL (Vapour Barrier Liner), das ist ein wasserdichter Sack, der verhindert, dass der Schweiß in die Daunen gerät und dort festfriert. Der Schlafsack würde schwerer werden und schlechter wärmen. Komfortabel finde ich so einen VBL nicht, aber sinnvoll.

Das nächste Mal: wieder so machen, wenn man nicht noch eine bessere Alternative findet. Und auf -20 °C bis -40 °C hoffen, denn dann ist mein Schlafsack vermutlich gerade richtig.


Jonas wird vermutlich auch einen Artikel über seine Erfahrungen mit dem Equipment schreiben. Im Gegensatz zu meinen eher unzusammenhängenden Gedanken wird dieser vermutlich sehr fundiert sein. Ich werde den Artikel verlinken, wenn er online ist.

Habt Ihr Fragen?

Rönnskär

Normalerweise fotografiere ich hauptsächlich Natur und Landschaft, aber heute gegen halb sechs hatte ich Lust, kurz noch einmal vor die Tür zu gehen und das Schmelzwerk Rönnskär zu fotografieren. Vor einer Woche war noch eine Fahrrinne in der Ostseebucht zu sehen, doch die ist längst wieder mit Packeis zugefroren und übergeschneit.

Auf dem Weg nach Burträsk

Wintermarkt in Burträsk – das wäre doch was für heute. Und da ich zu früh losgefahren bin, habe ich ein paar Umwege genommen. Und bin einige Mal stehengeblieben, um zu schauen oder zu fotografieren. So zum Beispiel hier in Yttervik, keine 10 Kilometer hinter Skelleftehamn:

Dieses schöne Haus steht in Vikfors direkt am Bureälven. Was für eine schöne Lage!

In Ljusrotet, zehn Kilometer vor Burträsk, gab es zwei Anzeichen für Rentiere: Zum einen die offiziellen Verkehrsschilder, die dort fest stehen, zum anderen schwarze Müllsäcke. Diese binden die Sámi an Holzstecken und stecken sie in den Schnee, um den Autofahrern zu signalisieren, dass hier Rentiere in der Nähe sind. Und das waren sie. Eine kleine Herde von zwanzig Tieren äste auf den tief verschneiten Weiden. Das sieht ein bisschen lustig und auch ein bisschen dämlich aus. Da die Rentiere vom Boden äsen, sind Kopf und Vorderrumpf im Schnee verschwunden und nur die Hintern schauen hervor. Irgendwann schauen dann aber auch die Tiere selber, denn während ihnen die Autos selber egal sind, haben sie vor Menschen – also auch vor mir, der mit dem Teleobjektiv am Straßenrand steht – eine gewisse Scheu.

Hallo Rentiere, viele meine Leser finden Rentiere toll. Schaut doch bitte noch mal her. Cheeeeese! Danke schön!

Nun wollte ich eigentlich direkt zum Markt, wurde aber von einem Schild ausgebremst. Auf dem Schild stand „Loppis“, kurz für Loppmarknad – Läusemarkt und das bedeutet natürlich Flohmarkt. Ich liebe Flohmärkte! An diesem Flohmarkt war das Gebäude das Besondere. Ich habe erfahren, dass diese Bauart einer Scheune – 1820 oder 1830 erbaut – für Burträsk typisch ist, in Skellefteå wurden diese anders konstruiert. Ich habe zwar verstanden, dass oben das Heu lagerte, Kühe da waren und außen Pferde im Kreis herumgingen, aber den Rest, den mir die beiden Frauen erzählten, habe ich nicht wirklich verstanden, denn meine Schwedischkenntnisse, was Landwirtschaft anbelangt, halten sich sehr in Grenzen … . Eine blaue Glasschale „Made in Spain“ und ein Buch mussten mit. 40 Kronen.

Heute gelernt: Wenn man mit dem Fischauge („Dachkonstruktion“) fotografiert, immer die Fotos auf Lichtreflexe kontrollieren.

Schließlich bin ich aber – nach über 80 statt 50 Kilometern – in Burträsk angekommen. Und dort habe ich – glaubt es oder nicht – bestimmt zehn Minuten einen Parkplatz gesucht. So etwas habe ich hier in Nordschweden noch nie erlebt! An alle Straßenrändern, auf allen Parkplätze, vor der Kirche, in der Kurve am Rand – überall standen Autos. Aber dann habe ich doch noch einen Parkplatz gefunden, der gar nicht so weit weg war vom Markt. (Und leicht einzuparken, das kann ich nämlich nicht gut, weil ich es hier nie brauche.)

Da es hier kaum Gemüse gibt, sind Wochenmärkte hier unbekannt und deswegen ist ein Markt immer etwas besonderes. Und so kommt Volk von nah und fern, um zu schauen, zu essen und zu kaufen. Es gibt eine erstaunlich große Anzahl von Ständen, die warme Strümpfe oder Handschuhe und Mützen haben, Stände, an denen man Lachs, Elchwurst oder Rentierfleisch kaufen kann und Stände mit Godis – Süßigkeiten. Zwei Händler und ihre Stände kannte ich schon vom Jokkmokksmarkt. Einer verkauft warme Wollkleidung. Ich trage gerne Wolle und bin auch nicht besonders empfindlich, aber die langen Unterhosen, die ich hier fotografiert habe, möchte ich nicht auf der nackten Haut tragen. Der andere Händler handelt mit Fellen und mit Fellprodukten. Vor allem die Fellmützen und die unfassbar riesigen Fellhandschuhe sind sehenswert. Und wer dort kein fertiges Produkt kaufen möchte, der kann auch eines der Felle kaufen und sich die Sachen selber nähen.

Nach einem ausgiebigen Rundgang habe ich mich wieder auf dem Rückweg gemacht. Als ich durch Ljusrotet fuhr, waren die Rentiere immer noch dort. Sie lagen in der Sonne und schienen die Wärme zu geniessen, immerhin war es mit +3 °C heute wärmer als im frostigen Deutschland.

Schneesturm

Västerbottens Küstenregion: Warnung Klasse 1 Schneefall – Am Samstag Schneefall, der vor allem an der Küste kräftig sein kann. Bis Sonntag Morgen kommen 10-20 cm Schnee.

SMHI, 1. März 2013

Nördlicher Kvarken: Warnung Klasse 1 Starkwind – Von Samstag Vormittag Süd 16-19 m/s.

SMHI, 1. März 2013

Das schrieb gestern der schwedische Wetterdienst. Heute morgen, als ich ins Auto gestiegen bin, um unter anderen zu einer Vernissage in die Stadt zu fahren, war es aber noch ruhig. Wenig Wind, kaum Schnee. Bei Harrbäckssand habe ich eine Pause gemacht und vom Eis aus die Birke auf der winzigen ufernahen Insel fotografiert. Ein paar Stunden war ich auf dem Rückweg und es war ungleich windiger und es schneite stark. Das zweite Bild entstand bei mir quasi um die Ecke. Da die Belichtungszeit nur eine viertausendstel Sekunde war, ist der Schnee, der vorbeifegte, auf dem Bild eingefroren.

Man merkt, dass schlechte Sicht ist, auch daran, dass die Schweden freiwillig langsamer fahren als erlaubt. Das war heute aber auch keine schlechte Idee, denn es schneite teilweise so stark, dass ich beim Autofahren kaum 50 Meter weit schauen konnte. Das Handy-Foto trifft die Stimmung eigentlich ganz gut. Wenn man genau schaut, sieht man die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos.

Zu Hause habe ich einer kleinen Pause mich noch einmal auf den Weg nach Storgrundet gemacht. Zu Fuß, auch da ich Angst hatte, mit dem Auto in einer Schneewehe steckenzubleiben. (Das wäre mir vielleicht kurz vor dem Ziel auch gelungen.) Am Ufer des Strandes Storgrundet blies der starke Wind jede Menge Schnee über das Ostseeeis und ich hatte die Wahl: Warte ich mit dem Fotografieren, bis gerade mal ein bisschen Sicht ist, sieht es langweilig aus. Warte ich, bis richtig Schnee vorbeifegt, dann ist das Bild weiß. Ich habe einige Male ausgelöst, bis ich ein Bild dazwischen im Kasten hatte.

Es ist mir dagegen nicht gelungen, die Schneefahnen, die sich vor allem an Steinen bilden einzufangen. Das ginge bei diesem diffusen Licht wohl nur mit Video.

Kurz bevor der ICA zumachte, hatte ich Appetit auf Salat und bin durch die knietiefen Schneewehen zu meinem Auto gestapft. Der Pulverschnee ist so leicht, dass ich mir keine größeren Sorgen gemacht habe, mich mit dem Auto festzufahren. Auf der Fahrbahn lagen vielleicht so 15 cm Neuschnee, da driftet der Saab sehr lustig um die Kurve. Und ich muss zugeben, dass es mir Spaß macht, so im Schnee Auto zu fahren, wenn es keine längeren Strecken sind. Als ich allerdings wieder auf mein Grundstück wollte, drehten die Räder dann doch durch. Aber mit ein bisschen rückwärts fahren und ein bisschen mehr Schwung kam ich doch noch in meine Einfahrt.

Der Schnee im Vorgarten ist jetzt noch höher, ich kann vom Haus aus kaum noch die Fahrbahn sehen. Nicht deutet darauf hin, dass vor ein paar Tagen noch das Schneemonster in meinem Vorgarten geleuchtet hat, dort ist nur eine plane und unberührte Neuschneefläche zu sehen. Kaum vorstellbar, dass ich vorgestern noch durch tiefe Pfützen zur Kreuzung gewatet bin.

Jetzt sitze ich mit meinem dicksten Wollpullover am Rechner, das liegt daran, dass schon seit drei Uhr Nachmittags wegen technischen Problemen die Fernwärme ausgefallen ist und bei mir weder warmes Wasser noch die Heizungen funktionieren. Die Elektroheizung, die sonst das Bad im Keller heizt, hat aber tapfer die Innentemperatur im Wohnzimmer von 16.1 °C auf 16.6 °C hochgeheizt und so ist der Pullover eigentlich viel, viel zu warm. Aber auch sehr, sehr gemütlich …

Das Wort „Schneesturm“ klingt immer schön dramatisch. Die deutschen Meteorologen sprechen ab 75 km/h von Schneesturm, so windig war es vermutlich heute auch auf der Ostsee nicht. Für einen Blizzard (Nach US-Wetterbehörde NOAA ab 65 km/h und mindestens drei Stunden Schneefall mit starken Sichtbehinderungen) hat es heute vielleicht sogar gereicht. Aber den Titel ändere ich jetzt dennoch nicht mehr. Ich mag das Wort Schneesturm.

Nachtrag

Sonntag, 5:00 – Fernwärme geht wieder.

Nachtrag 2

Sonntag, 12:30 – ein kleiner Videoschnipsel von gestern auf Vimeo: „Schneesturm“.

Nach dem Schneefall

Draußen höre ich eine letzte Schneefräse. Während alle anderen hier in der Straße schon am Vormittag die Grundstücke freigeräumt haben, ist vor kurzem ein Nachbar aus dem Wochenende zurückgekommen und fräst jetzt sein Grundstück frei, damit er das Auto parken kann.

Wie viel gefallen ist, weiß ich nicht, dazu war es gestern zu windig. Ich schätze, dass etwa 20 cm Neuschnee gefallen sind. Im Garten hinten liegen jetzt 90 bis 100 cm, während sich im Vorgarten bis zu zwei Meter hohe Berge türmen, denn irgendwo muss das Zeugs ja bleiben.

Aber jetzt sieht alles wieder weiß und rund aus und herrlich ruhig ist es. Wenn nicht gerade Schnee gefräst oder Skooter gefahren wird. (Jetzt macht der Nachbar gerade die Schneefräse aus.)

Und weil ich heute keine Lust zum Fotografieren habe, noch ein Bild von gestern. Eher aus der Reihe Experiment als aus der Reihe Winterlandschaft.

Ich habe übrigens mal gezählt: 72 Prozent der Artikel seit Dezember handeln von Schnee, Eis oder Winter allgemein – die Tauwetterartikel nicht mitgerechnet. Ich glaube, ich muss mir mal wieder andere Themen überlegen und andere Fotos machen.

Über das Meereis – zwischen Angst und Faszination

Um Punkt fünf ging heute die Sonne auf. Da habe ich aber noch geschlafen, aber um halb sieben war ich wach, habe schnell gefrühstückt und dann Kamera und Skier geschnappt, denn das Wetter war – wie eigentlich fast den ganzen März schon – herrlich. Die Frühlingssonne schien von einem klaren, blauen Himmel und die -11 °C kühle Morgenluft wurde schon bald auf leichte Plusgrade erwärmt.

Neu ist, dass ich die Skier erst ein Stück tragen muss, denn auch die Nebenstraßen sind eis- und schneefrei und nur die meterhohen Schneewälle an den Straßenrändern zeigen, dass der Winter schneereich war und noch nicht vorbei ist. Doch bald schon habe ich die Skier untergeschnallt, bin den Schnee hochgestiegen und auf dem verharschten Frühjahrsschnee durch den Wald in Richtung See Snesviken gelaufen. Danach musste ich mich ein bisschen durch das Gestrüpp schlängeln, dann stand ich an der Ostsee.

Die Ostsee ist immer noch, so weit das Auge reicht, mit Eis und Schnee bedeckt. Mein Blick fiel auf die Insel Medgrundet, die etwa zweieinhalb Kilometer vom Festland entfernt liegt. Ein schönes Ziel für den heutigen Tag! Vor Medgrundet liegt Själagrundet, kaum mehr als ein flacher Felshügel im Meer. Zwanzig Möwen umkreisten das Eiland. Es ist schön, nach vielen Monaten wieder die Möwen kreischen zu hören.

Wenn es draußen kalt ist, habe ich das Meer meistens für mich alleine, aber heute waren auch andere auf dem Eis unterwegs. Ein Skiläufer mit drei Hunden lief, weit entfernt am südöstlichen Horizont, das Festland entgegen. Hinter der Insel Medgrundet stand ein Skooter, bewährtes Transportmittel der Eisfischer. Und dann, weit, weit draußen auf dem Meer sah ich die ersten Schlittschuhläufer, die mit ihren „Långfärdsskridskor“, Schlittschuhen, bei denen wie beim Langlaufski die Ferse frei ist, in großen Schwüngen über das Eis glitten.

Blick auf MedgrundetSchlittschuhläufer

Und nicht weit hinter Medgrundet war das erste Blankeis zu sehen. Im Gegensatz zum milchig-trüben Eis, welches durch gefrierendes Schmelzwasser entstanden ist, ist dieses Eis so klar, dass man teilweise bis auf den felsigen Grund schauen kann. Zahlreiche Sprünge durchziehen das Eis, an denen man sehen kann, dass es mindestens zwanzig Zentimeter dick ist. Also eigentlich kein Grund, beunruhigt zu sein.

Blankes Eis auf der OstseeSprünge ziehen sich durch das Blankeis

Doch die Geräusche, die haben es in sich. Das Meer tönt! Tiefste, sonore Bassklänge scheinen unter dem Eis hin- und her zu wandern. Sie werden immer wieder von peitschenartigen Knallen überlagert, deren tiefe, wummernde Echos sekundenlang nachklingen. Manchmal ist der Knall so stark, dass ich meine, die Vibrationen des Widerhalls unter meinen Skiern spüren zu können. Ich habe den Eindruck, das Meer lebt und atmet in seinem eigenen langsamen Rhythmus.

Ich bin hin- und her gerissen. Ich möchte noch bleiben, weitere Fotos machen und dem Pulsieren des Meeres nahe sein. Ein anderer Teil von mir hat ganz einfach gesagt Schiss! Ich habe Angst, dass das Meer aufreißt und ich mich plötzlich im Wasser wiederfinde oder auf einer Eisscholle sitzend nach Finnland segele. Da nützt es auch wenig, dass ich weiß, dass Eis schon ab 18 cm auch Autos trägt.

Ein Schiff am HorizontSchließlich reiße ich mich los und laufe in einem Bogen weiter. Unter dem schneebedeckten Eis höre ich keine Geräusche mehr, vermutlich ist das Eis älter und noch wesentlich dicker. Doch irgendwo da draußen ist auch die Fahrrinne, denn am Horizont schiebt sich ein großes Schiff südostwärts. Weiter in Richtung Norden ist ein kleiner Leuchtturm zu sehen, da möchte ich noch hin.

Der Leuchtturm ist allerdings weiter als gedacht und steht nicht auf der kleinen Insel Snusan, sondern auf der Insel Kågnäshällan, die noch weiter nördlich, aber fast wieder am Festland ist. Nach drei Kilometern Skilaufen bin ich da. Unterwegs sehe ich immer wieder Eisfischer, Skiläufer und, weit draußen auf dem Blankeis, die Schlittschuhläufer. Die Insel Kågnäshällan ist teilweise schon eis- und schneefrei und auf einem der großen, mit Flechten bewachsenen Felsen mache ich eine kleine Pause.

Der Leuchtturm auf KågsnäshällanDer Leuchtturm auf KågsnäshällanFlechten bedecken die FelsenBlick zurück

Dann laufe ich noch ein wenig weiter nach Norden, denn ich bin neugierig, ob dort schon Långhällan liegt, wo ich Mitte Januar schon einmal war, allerdings mit Auto und Schneegestapfe. Es ist tatsächlich Långhällan, so weit war ich noch nie mit Skiern von zu Hause unterwegs und ich fühle mich mächtig sportlich, auch wenn die einfache Strecke nur acht, neun Kilometer sind. (Andere laufen den Vasalauf, das sind 90 Kilometer am Stück!)

Auch bei Långhällan sind schon blanke Felsen zu sehen und eine kleine Kiefer schmilzt sich tapfer durch den tiefen Schnee.

Nackter Fels vor LånghällanDurchgeschmolzen

Über das EisGerne wäre ich noch weiter gelaufen, doch mein Proviant war begrenzt und so habe ich mich auf den Rückweg gemacht. Anfangs war das Skilaufen noch langsam, denn selbst auf dem flachen Packeis muss man schauen, wo man mit den Skiern am Besten entlangkommt, während die Dinger auf dem blanken Eis in alle Richtungen gleichzeitig wollen, wenn man keine X-Beine macht, um mit den inneren Stahlkanten ein wenig Halt zu bekommen. Doch südlich der Insel Medgrundet war das Eis glatt und schneebedeckt, dort glitten die Skier wieder gut, denn trotz der warmen Sonne war der Schnee immer noch so kalt, dass er nicht unter den Skiern klebte.

Meterhohes PackeisMuster im Blankeis

Zum Schluss möchte ich noch ein abstraktes Foto zeigen, welches ein bestimmtes Muster im Blankeis, welches ich an verschiedenen Stellen gesehen habe, abbildet. Ich musste dabei an ein bisschen an die abstrakten Bilder meiner Mutter denken, vor allem an Arun 1.

Für meine Ma

Haufenweise Schnee

ich

So sah es heute Abend in Skelleftehamn aus. Die bis zu vier Meter hohen Schneehaufen wurden von den kommunalen und privaten Schneeräumfahrzeugen und Traktoren den ganzen Winter über zusammengeschoben, um die Straßen und Einfahrten schneefrei zu halten. Und dort, an den Straßenrändern, auf den Grünstreifen und am Waldrand liegt der Schnee dann. Und liegt. Und liegt. Ich bin gespannt, wann das letzte bisschen Schnee hier verschwunden ist und der erste Huflattich blüht.

CDs

CD:ar På svenska

Igår hämtade jag paket på ICA. Där inne fanns 50 CD:ar. Alla lika! Det var CD:n „Wundascheen – Loverly“ som Sheila Jordan, Sabine Kühlich, Stefan Werni, Klaus Osterloh och jag spelade in 2010. Det är samma medlemmar som på tournén i höstas.

Redan för några veckor sedan hittade jag två CD:ar från skivbolaget „ES-DUR“ i Hamburg i brevlådan. Den där gången var det inte musiken men foton som jag bidrog till. Båda cover-foton har jag gjort i Skelleftehamn. Jag tänker det är roligt att den liten ön i sjön Snesviken i Skelleftehamn kom på en CD med namnet ”Japanska landskap“. Det är vad jag kallar karriär!

Jag skriver ingenting om musiken själv eftersom jag håller med med Steve Martin som sa ”Talking about music is like dancing about architecture.”

CD Wundascheen – loverly!Gestern habe ich bei ICA ein Paket abgeholt. Darin waren 50 CDs. Alles die gleichen! Das war die CD „Wundascheen – Loverly“, die Sheila Jordan, Sabine Kühlich, Stefan Werni, Klaus Osterloh und ich 2010 aufgenommen haben. Das ist die gleiche Besetzung wie bei unserer Deutschlandtour letzten Herbst. Ich freue mich, dass ich jetzt so viele CDs habe, um sie hier ein paar Freunden verschenken oder vielleicht auch die eine oder andere verkaufen zu können.


Schon vor einigen Wochen habe ich zwei andere CDs zugeschickt bekommen, dieses Mal vom Hamburger Klassiklabel ES-DUR. Ich war hier allerdings nicht als Musiker beteiligt, sondern als Fotograf. Beide Coverfotos kommen von mir und sind in Skelleftehamn gemacht. Die Fotos sind auch in diesem Blog zu finden: Insel der Stille / Wollgras.

Japanische LandschaftenWolkengedichte

Besonders freue ich mich darüber, dass ein Foto von einer kleinen Insel in einem See in Skelleftehamn es auf eine CD mit Titel „Japanische Landschaften“ geschafft hat. Das nenne ich eine Karriere!

Über die Musik selbst schreibe ich nichts, denn da halte ich es mit Steve Martin.

Talking about music is like dancing about architecture.

Steve Martin

An der Eiskante

Vid iskanten På svenska

Jag vet inte varför jag vaknade kl 6. För sent för soluppgången, definitivt för tidigt för att sova ut. Men den klarblåa himlen lockade mig ur sängen. Bara kort tid senare parkerade jag bilen vid småbåtshamnen ”Tjuvkistan”, varifrån jag åkte till ön Norrskär med skidor och pulka. Därifrån syntes öppet havet. I morse visade termometern -12 °C men i solen kändes det ganska varmt även om det var bara knappt över 0 °C. Från Norrskär fortsatte jag till Bredskär, Gråsidan och Nygrundet och på ytterkanten nådde öppet vattnet nästan till stranden.

På vägen tillbaka bjöds jag till fika av mina grannar som har stuga på Bredskär. Därefter var det inte långt till Tjuvkistan. Vilken härligt morgon och förmiddag, då får man vara låt resten av dagen.

Ich weiß auch nicht, warum ich heute schon wieder um sechs aufgewacht bin. Für den Sonnenaufgang zu spät, für ausschlafen definitiv zu früh. Aber der strahlend blaue Himmel hat mich sofort aus dem Bett gelockt. Überraschend kurze Zeit später stand ich mit meinem Auto am Bootshaven „Tjuvkistan“, von wo aus ich mit Ski und Pulka eine zur Insel Norrskär gelaufen bin. Von dort aus hatte man schon Sicht auf das offene Meer. Während das Thermometer morgens noch -12 °C zeigte, wurde es in der Sonne bald recht warm, obwohl die Temperaturen kaum die null Grad überschritten. Aber „warm“ ist ja auch relativ. Von Norrskär aus bin ich weiter zu den Inseln Bredskär, Gråsidan und Nygrundet gelaufen, hier, auf den Außenseiten der Inseln reichte das offene Wasser fast bis zu den Ufern der Inseln. Aber heute schreibe ich nicht viel, sondern zeige lieber Fotos von dieser herrlichen Skitour.

Eis fast bis zum Horizont …… doch schon bald sieht man offenes WasserEine festgefrorene Eisscholle im UferbereichLuftspiegelung am HorizontDie Wasser ist kristallklarDie Eiskante funkelt und glitzert im GegenlichtEin Motiv, drei Blickwinkel: EiszapfenEin Motiv, drei Blickwinkel: DurchblickEin Motiv, drei Blickwinkel: EisbrückeBlick auf die Insel Skötgrönnan

Von der Insel Nygrundet hatte ich einen guten Blick auf die Insel Skötgrönnan. Dort möchte ich gerne dieses Jahr hinpaddeln, aber bis das geht, dauert wohl noch ein Weilchen. Auf dem Rückweg habe ich auf der Insel Bredskär bei meinen Nachbarn, die dort ihre Stuga haben, noch eine nette Fikapause mit Kaffee und Kanelbulle gehabt. Danach war der Weg zum Bootshafen nicht mehr weit. Was für ein herrlicher Morgen und Vormittag, da darf man auch den Rest des Tages faul sein.

Zum Abschluss wieder ein abstraktes Eisbild.

Eisstrukturen

Vorsichtige Frühlingszeichen

Försynta vårtecken På svenska

Dom finns, de första tecken, att djupaste vintern är över. Pölen på asfalten, den första barmarken i skogen, en blank klippa, som är varken täckt med snö eller istappar. En mosstäckt stubbe, där en blåbärsbuske växer på. Och – en stor undran – en geting som försöker skaka av sig kylan. Synd, att jag hade inte min makroobjektiv med mig.

Men i skogen ligger snön fortfarande mer en knädjupt och idag kom även en ytterligare centimeter snö som visserligen smälte snabbt bort på asfalten.

Alle foton har jag gjort i närheten av mitt hus.

Es gibt sie, die ersten Anzeichen, dass der tiefste Winter vorbei ist. Die Pfütze auf dem blanken Asphalt, die ersten kleinen Stückchen barer Waldboden, der blanke Fels, der nicht schneebedeckt oder mit Eiszapfen behangen ist. Ein moos- und flechtenbedeckter Baumstumpf, auf dem ein Heidelbeerstrauch wächst. Und – eine große Überraschung für mich – eine Wespe, die versucht, sich von der Kältestarre zu befreien. Schade, dass ich mein Makroobjektiv nicht dabei hatte.

Um die Baumstämme schmilzt der SchneeWarmer SüdhangEin HeidelbeerstrauchDie erste frühe Wespe

Im Wald steckt man aber immer noch schnell bis über die Knie im Schnee, und heute Vormittag kam sogar ein Zentimeter Neuschnee dazu – der erste seit Wochen, der allerdings auf dem sonnenbeschienenen Asphalt keine Chance hatte. Nur auf dem Altschnee blieb er liegen und verstärkte die Kontraste der Schnee- und Eisstrukturen.

Neu- und Altschnee am Straßenrand

Alle Fotos sind übrigens in unmittelbarer Nähe meines Hauses aufgenommen. Wer mehr frischen Schnee will, der muss weiter weg, zum Beispiel nach Tromsø, wo heute 143 cm Schnee gemessen wurden. Hier ein Bild, welches Thorbjørn Riise Haagensen gestern in Tromsø aufgenommen hat.

Abendspaziergang

Heute, am Himmelfahrtstag habe ich frei, es ist ein „Röd tag“, ein roter Tag im Kalender. Eigentlich wollte ich morgen frei nehmen, doch dann sah ich die Wetterprognose: drei bis vier Grad und Dauerregen. Aber gestern war es noch schön und ich habe nach der Arbeit einen langen Abendspaziergang gemacht. Hier einige Fotos von gestern:

SchneerestFast der ganze Schnee im Wald ist verschwunden. Aber in schattigen Plätzen liegen noch Schneereste. Die Wärme der ihn umgebenen Steine hat diesen Schneefleck in eine geometrische Form geschmolzen.

Zum Foto: Eigentlich eher ein quadratisches Motiv, eventuell schwarzweiß, denn viel Farbe ist eh nicht auf dem Bild. Aber in Blogartikeln mische ich nicht gerne.

BachstelzeEin Sommerhausbesitzer hat sich einen kleinen Hafen am Ufer gebaut. Davor liegen Steine und Felsen durcheinander. Auf einem der Steine hat sich eine Bachstelze niedergelassen.

Zum Foto: Hier hätte ich gerne ein richtig gutes Teleobjektiv gehabt. Zum einen wäre die Bachstelze bestimmt schärfer abgebildet worden, zum anderen hätte ich sie besser freistellen können so dass nur der Vogel scharf, aber der Hintergrund noch unschärfer wird.

LandzungeDer Snesviken ist eisfrei. Eine schmale Landzunge schiebt sich in den See und die Bäume spiegeln sich im Wasser.

Zum Foto: Hier habe ich direkt in die Sonne fotografiert. Um die Sonne herum ist das Foto ausgefressen, das Bild ist dort nur weiß. Zudem ist die Gegenlichtblende des Weitwinkels zu klein, um Reflexe wie den Regenbogen rechts unten im Bild zu verhindern. Daher technisch gesehen kein gutes Foto, aber ich mag das Motiv.

Sonne über dem SnesvikenNoch spiegelt sich der blaue Himmel im Snesviken und die Sonne strahlt, doch recht sieht man schon Wolken aufziehen.

Zum Foto: Wieder habe ich die Sonne mit im Bild und daher ähnliche Problemen wie im vorigen Foto. Mein Fehler ist letztendlich, dass ich zur falschen Zeit am Platz war. Einige Minuten nach Sonnenuntergang hätte ich nicht nur phantastisches Licht gehabt sondern auch angenehmere Kontraste.

Als ich auf dem Rückweg nach Hause war, zauberte die tiefe Sonne und die aufziehenden Wolken wunderbare Farben an den Nordwesthimmel. Dort wäre ich gerne am See Snesviken oder am Meer gewesen. Aber ich hatte kein Stativ dabei und als ich zu Hause angekommen bin, war der ganze Zauber wieder vorbei.

Aber ein schönes Motiv habe ich auf dem Weg noch gefunden, es ist mein Lieblingsbild von gestern und die Sonne durfte auch mit aufs Bild.

Moos im Abendlicht

Die Moosflecken leuchteten intensiv in der Abendsonne und bildeten einen starken Farbkontrast zu dem grauen, lehmigen Kiesboden, auf denen sie sprießen.

Zum Foto: Hier durfte das Makroobjektiv ran: 90mm ƒ2.8. Für das Foto habe ich flach auf dem Boden gelegen und sogar noch einen Stein ausgebuddelt, um die Kamera so tief auf den Boden zu bekommen. Kamera und Objektiv lagen auf, da brauchte ich auch kein Stativ. Aber Knieschützer hätte ich mir gewünscht.

Steine sammeln.

Was macht man, wenn man gerne Steine sammelt, aber die meisten Exemplare ohne einen geländegängigen Sattelschlepper nicht zu transportieren sind. Man fotografiert. Ich war heute an der gleichen Stelle, an der ich vorgestern die Wellen fotografiert habe und habe – richtig! – Steine fotografiert. Das hatte ich schon länger vor.

Spiel starten

Das nächste Mal würde ich drei Dinge mitnehmen:

  • Einen Pflanzensprüher, um die Steine feucht, aber nicht nass zu machen
  • Einen Schwamm, um nasse Stellen wegzutupfen
  • Irgendetwas, um die Lichtreflexe abzuschwächen. Habt Ihr Tipps?

Beginn der Fahrradsaison

Början av cykelsäsongen På svenska

Idag cyklade jag till Murmansk. Åtminstone kändes det sådant. Jag är alltid ganska slut efter jag cyklade till stan första gången, men speciellt motvinden på vägen tillbaka var inte roligt idag. Framför allt var stjärten glad att vara hemma efter totalt fyra mil. Men vad gnäller jag, det var härligt att cykla mot detta fint och varmt solvädret. Bara vinden på kusten var fortfarande rätt frisk.

Idag lekte jag en liten fotospel: Fotos bara med iPhone och bara medan jag cyklar. Mest utan att kolla skärmen. Och inte stanna! Utan på trafikljuset när jag kom till E4:an för lastbilen var väl lite starkare. Jag har inte redigerad bilderna heller utan att förminska dom till webben. Det var fint att ta kort på sådan sätt. Bara det 4:3-formatet gillar jag inte. Så plump!

Heute bin ich von Skellefteå nach Murmansk geradelt. Zumindest kam es mir so vor. Ich bin immer ganz schön schlapp nach dem ersten Mal Fahrrad in die Stadt fahren, aber heute war der Gegenwind auf dem Rückweg echt gemein. Vor allem der Hintern hatte die letzten der insgesamt vierzig Kilometer keine rechte Lust mehr.

Aber, was meckere ich hier rum, es war schön, wieder mit dem Rad unterwegs zu sein, vor allem bei dem schönen, warmen Sonnenwetter. Nur der küstennahe Gegenwind war noch ganz schön frisch.

Ich habe heute ein kleines Fotospiel gespielt: Fotos nur mit dem iPhone und nur beim Radeln. Möglichst ohne auf das Display zu schauen. Und Anhalten gilt nicht! Ausnahme war bloß der Holzlaster auf der den Weg kreuzenden E4, denn dort war die Ampel rot und der Laster schwer und groß. Ich habe die Bilder auch nicht bearbeitet oder beschnitten (bloß für das Web verkleinert). Sprich, Olaf S durfte heute fotografieren. War auch mal schön. Und ich muss unbedingt lernen, schräge Bilder zu machen. Ein Vorbild: Ragnar Axelsson.

Das Sävenäs MaskinhusetAn der „Kanubucht“SchattenwurfDen Fluss entlangEin Holzlaster kreuzt auf der E4von obenRückfahrt auf dem Waldwegwieder in Skelleftehamn

Bloß das 4:3-Format finde ich ziemlich plump und scheußlich.

Abgebrochene Kajaktour

Heute wollte ich Kajak fahren. Eventuell zu ein paar neuen Inseln, zum Beispiel zu Nörd- und Sör-Olsgrundet, die auf der anderen Seite der industriell genutzten Halbinsel Rönnskär liegen. Und als ich heute morgen an der Bucht schaute, sah alles perfekt aus. Das Meer war klar, fast ohne Wellen, der Himmel blau, wenig Wind und schon 16 °C. Als ich eine Stunde später im Kajak saß, war die Bucht aber von vielen kleinen Zappelwellen, die alle gerne ins Kajak wollten, bedeckt. Ein paar ist das auch gelungen, denn bin ohne Spritzschutz gefahren, da zwischen meinen Knien die wasserdicht verpackte Kamera ihren Platz hat. Ich bin dann durch den kleinen Kanal, der Rönnskär teilt, gefahren, was die Seeschwalben ziemlich störend fanden. Mit großem Gekreische flogen sie um mich herum und manchmal auch auf mich zu. Aber bald war der Kanal durchquert und ich hatte Blick auf das Reiseziel. Allerdings war es windiger als erwartet und so bin ich erst einmal zu der nächsten Insel Kalkgrundet gefahren, bin einmal um sie herumgelaufen und habe etwas gegessen.

Dieser Kanal teilt die Halbinsel RönnskärBlick von der Insel Kalkgrundet

Am Ufer der Insel gab es drei Miniminibuchten, zwei Stellen, an denen Fischernetze befestigt waren, viele Erlen und viele Käfer, die gerne Erlenblätter fressen.

Der Ankerstich hält ein Fischernetz Ein „Prächtiger Blattkäfer“

In Richtung Osten konnte man die Insel Sör-Olsgrundet mit ihrem kleinen Leuchtfeuer sehen, in Richtung Westen hingegen hingen dicke, dunkle Haufenwolken, die um die Wette quollen. Ein erstes Grollen war auch schon zu hören. Damit ich nicht auf der Insel bei Gewitter festsitze, bin ich schnell aufgebrochen und rasch wieder ans Festland gepaddelt. Hier habe ich mich wieder sicher gefühlt und da die Gewitter im Westen hängen blieben, konnte ich in Ruhe zurück paddeln. Um einiges früher als eigentlich geplant war ich wieder zu Hause.

Blick auf die Insel Sör-OlsgrundetGewitter über der Stadt

Später habe ich gehört, dass es über der Stadt unwetterartigen Regen gegeben hat und auch ordentlich geblitzt und gedonnert. Hier in Skelleftehamn ist heute kein Tropfen herunter­gekommen, aber wir hatten ja Gewitter und Starkregen gestern schon:

Gestern: Pladderrregen

Plan für diesen Sommer: Mindestens eine Zweitagestour mit dem Kajak. Ich bin sehr gespannt, wie viel in das Kajak wirklich hineinpasst: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Wasser, Essen, Kamera, Ersatzkleidung …