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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Am Fluss entlang

Drei Mal war ich diese Woche in Kusfors, 7 Meilen¹ landeinwärts. Am Mittwoch habe ich mit Lasse die neue Website für unser Team Dark and Cold (ehemals „Mörkrets och Kylans Glada Vänner“) geplant. Am Samstag war die Einweihungsparty von FlarkenAdventure: ein Paar aus Frankreich ist mitsamt 46 Schlittenhunden nach Kusfors gezogen, um dort Hundeschlittentouren anzubieten. Am Samstag war ich dann bei dem 30. Geburtstag eines Bekannten. Mir wurde empfohlen, doch gleich nach Kusfors zu ziehen, so oft, wie ich da sei. Meinen Gegenvorschlag, gesamt Kusfors solle einfach nach Skelleftehamn ziehen, so viele seien das ja nicht, wurde allerdings ignoriert. Komisch eigentlich.


Gestern bin ich über kleinere Nebenstrecken nach Kusfors gefahren. Dabei habe ich vor allem gelernt, wie viele Kraftwerke es im Skellefteälven gibt. An jeder zweiten Kreuzung steht ein Wegweiser „Kraftstation“ und wenn man sich das Ganze auf der Karte anschaut, dann sieht man, wie stark der Mensch in den Flusslauf eingegriffen hat, ihn gestaut hat, ihn kanalisiert hat, um Strom zu gewinnen.

Länger stehengeblieben bin ich bei der Kvistforsens kraftstation, um den Lachsen² zuzusehen. Sie schnellen aus dem Wasser und springen dabei ein Vielfaches ihrer Körperlänge, um den Wasserfall an der Seite der Staustufe zu überwinden. Manche schwimmen sogar den Wasserfall hoch, ich kann aber nicht erkennen, ob sie es schaffen, da ich viel zu weit weg stehe. Das 300-er Tele zeigt zumindest einen kleinen Eindruck dieser Höchstleistungen.

Weiter stromaufwärts ist der Fluss geteilt, ein vermutlich ursprünglicher Teil, der wenig Wasser führt und ein Kanal, der das Kraftwerk speist.

An vielen der Staustufen stehen Warnschilder, die vor gefährlichen Strömungen und schwachem Eis warnen. Der Designer des Schildes hat gute Arbeit geleistet: Was für eine gruselige Vorstellung, vor einer Staustufe unter Wasser gezogen zu werden!

Die Birken zeigen ihre herbstlichen Blätter. Da es in der vorigen Nacht recht windig war, sehen einige Birken auch schon recht kahl aus. Dagegen ist es in Skelleftehamn noch richtig grün.

Heute auf dem Rückweg habe ich angehalten und die eine Insel im Gillervattnet fotografiert. Auf dem dritten Foto im Artikel Drei Zwischenstopps könnt Ihr sehen, wie es dort im Winter aussieht. Das Gillervattnet ist allerdings kein normaler See, sondern ein großer Absetzteich der nahen Grube. Wenn man das Gelände dort betritt und in die Gegenrichtung fotografiert, dann sieht man nur Sand- und Schlammflächen. Welch Kontrast.

¹ eine schwedische Meile sind genau 10 Kilometer.
² Ich hoffe, es sind Lachse. Mit Fischen kenn ich mich nicht aus.

Mit dem Kajak nach Skelleftehamn

Heute haben Tobbe, mein Nachbar und ich einen Plan in die Tat umgesetzt, der schon viele Wochen auf dem Programm stand: Nach der Arbeit mit dem Kajak nach Hause fahren. Nicht vor die Haustür, aber zumindest nach Skelleftehamn. Die Wettervorhersage sah ganz gut aus, das spielt aber keine Rolle, weil die schwedischen Prognosen im Internet unter aller Sau sind.

Um halb fünf haben wir uns in der Stadt an dem kleinen Bootsanleger „Strömsör“ getroffen, die Kajaks vom Auto gehoben, uns umgezogen, Schwimmwesten übergestreift und schon konnte es losgehen. Wenige Minuten nach unserem Start sind wir unter der Älvsbackabron, die erst letztes Jahr fertiggestellt wurde, hindurchgefahren. Die Sonne beschien die herbstlich gefärbten Bäume am Flussufer.

Dieses schöne Wetter sollte aber nicht lange anhalten, schon bald kam der erste Regenschauer und mit ihm das, was Kanuten und Radfahrer gleichermaßen lieben: Gegenwind. Ich musste mich ganz schön ins Zeugs legen, denn Tobbe ist nicht nur trainierter als ich, sondern hat auch die bessere Technik. Aber ich habe für jede Pause eine tolle Ausrede: Fotografieren.

Die Fotos stammen übrigens von der wasserdichten Canon D20, die mich außer, dass sie wasserdicht ist aber nicht überzeugt hat. Zu schlechte Bilder, zu langsam – da nehme ich lieber mein iPhone und eine wasserdichte Hülle.

Nach einer Dreiviertelstunde waren wir am Bergsbyndamm. Wenn man weiterleben möchte, dann fährt man nicht die Staustufe herunter, sondern trägt um. Es war aber gar nicht so einfach, ans Ufer zu kommen, da die Bootsstege schon an Land gebracht waren. Ich bin letztlich mich an einer Birke festhaltend aus dem Kajak herausgeklettert. (Davon gibt es leider keine Fotos.)

Auf der anderen Seite war es leicht, die Boote wieder ins Wasser zu setzen. Wir näherten uns der Bucht, an der auch der Kanuklub seinen Sitz hat. Es regnete, blies von vorne, kleine Wellen schlugen über den Bug und es wurde langsam dämmrig. Wir haben uns aber dagegen entschieden, die Tour schon in Ursviken zu beenden und sind noch ein Stück weitergefahren.

Die Wellen ließen in der Bucht nach und auch die Fahrt zu der Sundgrundsbron (über die fahre ich, wenn ich in Richtung Süden will) war recht ruhig. Mehrere Male überholten uns kleine Gruppen von Kanadagänsen, nur wenige Meter vom Boot entfernt. (Auch davon gibt es leider keine Fotos, ich war zu langsam.)

Nach der Brücke wurde das Wasser wieder etwas kabbliger, aber unser Ziel, die M/S Stormvind war schon in Sicht. Hier sind wir nach unserer zweieinhalbstündigen Tour wieder an Land gegangen, wo wir von Tobbes Familie in Empfang genommen wurden. Schnell waren die Kajaks wieder auf dem Auto festgezurrt und es ging nach Hause.

Eigentlich wollten wir noch ein paar Kilometer weiter fahren. Aber dann wäre es mindestens eine halbe Stunde später gewesen, Tobbes Tochter hätte ins Bett gemusst, damit hätte Tobbes Frau zu Hause bleiben müssen, also wir das Auto holen … . Das wäre alles irgendwie gegangen, aber so war es einfacher. Und – es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir nach Hause gepaddelt sind.

Danke, Tobbe, für die schöne Tour.

Regenwetter

Andreas hat sich vorgestern in einem Kommentar über die Fotos beklagt. Er möchte Schweden grau und trostlos sehen. Mit trostlos kann ich vielleicht nicht helfen, dazu gefällt es mir hier zu gut, aber grau und regnerisch geht leicht. Denn während ich dies hier schreibe, prasseln die Regentropfen auf das Plastikdach des Wintergartens und in der Stadt war es heute nicht viel gemütlicher. Und seien wir ehrlich, welche Stadt ist bei Regen schön?

Auch morgen soll es viel regnen, das passt mir aber ganz gut, denn ich habe so manches zu tun, und das fällt mir definitiv schwerer, wenn es draußen schön ist.

Ist ABBA Jazz?

Heute war ich auf einem ABBA-Konzert.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Olaf – auf einem ABBA-Konzert! Die, die mich besser kennen, wissen, dass da ein Haken sein muss, denn ich bin nicht gerade ein ABBA-Fan.

Der Grund für den Konzertbesuch war auch weniger die Motivation, viele ABBA-Lieder zu hören, sondern Steve Gadd, einer der bekanntesten und renommiertesten Schlagzeuger, die zur Zeit so auf Erden herumlaufen.

Gespielt hat der schwedische Pianisten Anders Wihk mit seinem Projekt „Same Tree Different Fruit“, begleitet von dem ebenfalls schwedischen Bassisten Svante Henryson und eben Steve Gadd. Es war wirklich ein Erlebnis, so eine hochkarätige Besetzung in Skellefteå, welches sich ja nicht gerade als Kulturstadt präsentiert, zu erleben. Schade, dass der Sound ziemlich schlecht war, wobei es auch nicht leicht ist, ein Trio, welches hauptsächlich Powerplay betreibt, in einen eher für klassische Musik geeigneten Saal zu stecken.

Da die „Chefin“ vom Ganzen nichts dagegen hatte, dass ich Fotos mache und in diesem Blog veröffentliche, mache ich Gebrauch davon, auch wenn ich nur mein iPhone dabei hatte und in der zehnten Reihe saß.

Wenn Ihr auch beim Konzert gewesen wäret, wüsstet Ihr, dass auf dem Foto die Zugabe gespielt wird. Just eine Minute vor dem Foto hat der Ansager jedem nämlich einen Schal vom AIK – dem Eishockeyverein Skellefteås – überreicht. Das ist typisch Skellefteå: Keine Veranstaltung, in der man nicht noch ein bisschen die AIK-Vereinsfarben unterbringen kann. Denn im Gegensatz zur Kultur, die viele Menschen hier wenn überhaupt, dann nur als Randerscheinung wahrnehmen, hat Eishockey hier wirklich eine große Bedeutung. Und so ist vielleicht auch das Eishockeyspiel heute Abend dafür verantwortlich zu machen, dass der Saal nur halbgefüllt war.

Ein kurzes Winterintermezzo

Gestern früh hat es wieder geregnet. Laut den Nachbarn von gegenüber sind bis gestern, 16. Oktober, bei uns schon 109 mm Regen heruntergekommen. Das ist etwa so viel, wie in Bremen im Oktober und November zusammen herunterkommt.

Ich saß im Büro und der Regen prasselte auf die Dächer. Im Gegensatz zu den letzten Wochen war es aber kälter und die Temperatur sollte den ganzen Tag sinken. Um halb elf mischte sich Schnee in den Regen, und nach der Mittagspause schneite es. Selbst in Skelleftehamn, welches wegen der Ostsee zu dieser Jahreszeit oft wärmer ist, schneite es den ganzen Abend. Allerdings blieb fast nichts liegen, dazu ist der ganze Boden einfach zu warm und nass.

Heute morgen waren die Regenwolken weggezogen und mit minus vier Grad war es der kälteste Morgen dieses Herbstes. Die dicken Pfützen waren zugefroren und auf dem Gras und den Autodächern haben sich tatsächlich ein paar Schneeflocken halten können.

In der Stadt lag ebenfalls ein kleines bisschen Schnee auf dem Gras und an den abgefallenen Blättern wuchs Raureif. Die Vogelbeeren aber trugen noch buntes Laub und zeigten klar und deutlich, dass noch Herbst ist.

Das bläuliche Licht am Fluss, gepaart mit dem Raureif auf den Holzpodesten hingegen ließ den Fluss schon sehr winterlich und kalt aussehen. Kalt ist das Wasser vermutlich auch, nur die dicke Eisdecke fehlt noch für die Skandinavische Meisterschaft im Winterschwimmen, die dort am 9. und 10. Februar stattfinden wird.

Aber bis zum Winter ist es noch ein bisschen hin. So wie die Temperaturen gestern gefallen sind, stiegen sie heute wieder an und seit Mittag regnet es auch wieder. Auf die 109 mm kommt diesen Monat wohl noch einiges drauf.

Nachtrag: Der schwedische Wetterdienst hat auch gerade gebloggt: In Piteå sind vom 1. Oktober bis heute 167,5 mm Niederschlag gefallen, 104 mm davon vom 4. bis zum 7. Oktober. Damit ist der Oktoberrekord von 1942 schon jetzt gebrochen.

Hej då, Schweden

Hej då Schweden, hej då Ostsee, hej då Kanotudden, hej då Bonnstan!

Ich bin mal kurz für ein paar Wochen in Deutschland, weit, weit im Süden.

Aber ich komme wieder. Versprochen.

Die Fotos habe ich heute morgen auf dem Weg zur Arbeit gemacht. Nun ist packen angesagt.

Langer Donnerstag

Was war ich aufgeregt: Meine erste Bilbesiktning – das schwedische Pendant zum TÜV. Um 8:20 hatte ich den Termin und war natürlich viel zu früh da. Als ich dran war, hat mir eine junge Frau das Auto weggenommen und Licht, CO₂-Ausstoß, Bremsen, Unterboden und was weiß ich noch alles überprüft. Nach Ihrer abschließenden Probefahrt habe ich dann ein „Godkänt“ bekommen, also ein „Anerkannt“ – wie schön!

Dann bin ich zur Arbeit gefahren. Als ich über die Brücke gefahren bin, habe ich gesehen, dass ein großer Teil des Flusses Skellefteälven schon zugefroren ist. Also musste ich, statt sofort loszuarbeiten noch einmal zum Fluss laufen und ein paar Bilder machen. Wenn man sich die Fotos ansieht, kann man kaum glauben, dass ich mitten in Skellefteå stehe, welches ja immerhin 33000 Einwohner hat.

Nach der Arbeit hatte ich noch ein bisschen Zeit zum nächsten Termin. Also bin ich in die Bonnstan gefahren und habe dort ein paar Fotos gemacht. Leider war der Himmel bewölkt und ist deswegen auf den Fotos viel zu hell. Ich muss dort noch einmal hinfahren, wenn der Himmel klar und Neuschnee gefallen ist. Ich habe mich dann in den Schnee gesetzt, auf den Fluss hinuntergeschaut und ein kleines Abendbrot gegessen.

Dann ging es aber weiter zur Probe, denn nächste Woche bin ich auf der Bühne. Nicht als Schauspieler – das kann ich gar nicht! – sondern als Pianist. Ich bin gefragt worden, ob ich bei dem Stück „Julstämningen“ – Weihnachtsstimmung mitwirken möchte. Es ist eigentlich ein Einpersonenstück in vier Teilen, aber mit auf der Bühne steht ein Chor, der auch szenisch eingesetzt wird und ich spiele Klavier.

Das macht Spaß, auch wenn mir momentan alles ein bisschen viel ist. Denn am Dienstag Abend hatten wir unser wöchentliches Treffen mit Dark & Cold, mit dem wir unter anderem die nächste Winterschwimmmeisterschaft im Februar 2013 organisieren. Da ist viel zu tun und am Wochenende muss ich die Visitenkarten für uns machen. Gestern war der „Creative Summit Winter“ – eine halbtägige Konferenz unter dem Motto „Drive, Talent & Innovation“ mit anschließendem Dinner und Beisammensein. Sehr nett, aber ich habe das Lauterwerden der Musik zum Anlass genommen, früh zu gehen. Denn Schnee schaufeln musste ich ja auch noch fast jeden Morgen und Abend, auch wenn keine Massen mehr herunterkommen. Aber über Schnee, Kälte und all so was schreibe ich das nächste Mal wieder.

Einen Nachteil hatte mein langer Donnerstag heute: Ich konnte nicht das Nikolauspaket abholen, welches seit heute beim ICA auf mich wartet.

Wintersonnenwende

Heute ist der kürzeste Tag des Jahres und damit die dunkelste Zeit in Nordschweden. In Skelleftehamn ist es aber nicht die ganze Zeit dunkel, denn wir sind noch ein ganzes Stückchen südlich vom Polarkreis. Und so haben wir heute hier Sonne von 9:41 bis 13:25, das sind immerhin drei Stunden, 44 Minuten. Die Sonne allerdings, man kennt es schon, versteckt sich weiterhin hinter dicken Wolken, aus denen nach kurzer Schneepause bei -10 °C dicke Flocken fallen.

Eigentlich wollte ich vor Sonnenuntergang Skellefteå verlassen haben, denn ich fliege heute nach Deutschland. Aber der 13:10-Flug ist 45 Minuten verspätet. Das liegt aber nicht am hiesigen Schnee, sondern am Schneefall am Stockholmer Flughafen.

So haben hier die Schneeräumfahrzeuge Zeit, in Ruhe ihre Runden zu drehen und den Skellefteå Flugplatz freizuräumen. Da ich in Stockholm drei Stunden Umsteigezeit habe, interessiert mich die Verspätung recht wenig. Hier kann man auch gut warten und es gibt kostenloses WLAN. Und die Kids schauen fasziniert durch das Fenster auf die großen Schneepfluge.

Eröffnung der Eisbadesaison

In Bergsbyn, das ist zwischen Skellefteå und Skelleftehamn, hat sich unser Verein Dark & Cold mit der Zeitung Norran und einigen Erstwinterbadern getroffen. Der Wetterdienst lag wieder einmal total daneben, denn statt der vorhergesagten trüben -9 °C hatten wir sonnige -18 °C. Genau das richtige Wetter zum Eisbaden. Den Anfang haben einige Mädels und Frauen gemacht, die zum ersten Mal in ihrem Leben eisgebadet haben. Sie wurden kräftig fotografiert und anschließend interviewt. Aber zum Schluss habe auch ich die Eisbadesaison eröffnet. Herrlich!

Heute Nachmittag und Abend ist dann das Thermometer von -14 °C auf -3 °C gestiegen (ein Grad alle 40 Minuten) und es schneit. Also hat der Wetterdienst sich nicht mit dem Wetter, sondern nur mit der Zeit vertan. Uns hat’s gefreut.

Vielen Dank an Delle, der das letzte Foto gemacht hat.

Vielen Dank auch an das Wetter. Wie herrlich, mal einige sonnige Tage hintereinander zu haben!

Tausend Tage Schweden!

Genau heute Abend vor tausend Tagen bin ich in Skellefteå angekommen. So lange lebe ich also schon in Nordschweden. Und, was soll ich sagen, ich freue mich schon auf die nächsten tausend Tage!

Danke, Ihr vielen lieben Menschen in Deutschland und Schweden, die all das möglich gemacht haben. Ohne Euch wäre das alles nichts!


Das obere Bild habe ich am 22. April 2010 bei der Anreise aus dem Bus gemacht. Die folgenden zwei habe ich heute fotografiert, denn nach einem kurzen Mittagessen bin ich noch ein kleines Stück am zugefrorenen Skellefteälven entlang spaziert, bevor ich weitergearbeitet habe.

Kleiner Anhang für Numerologen:

Seht Ihr die Entfernungsangaben? Seht Ihr auch, dass in ihnen die Zahl 1000 verschlüsselt ist? Addiert die Diagonalen, die von rechts unten kommen: 1 + 22 + 963 + 38 + 0 = 1024. (Nun, 1024 Byte sind ein Kilobyte und 1000 Gramm ein Kilogramm, also sind die Zahlen für Programmierer schon quasi gleich, aber wir nehmen es ganz genau!) Man muss natürlich nun noch die Anzahl der Buchstaben abziehen: 1024 – 9 – 5 – 10 = 1000. Nun stimmt’s ;-). Wer findet eine bessere Lösung?

Kalt und klar

Als ich gestern vom Bus nach Hause zurücklief, merkte ich schon, dass es kälter geworden ist. Denn ab so -15 °C frieren meine Nasenhärchen zusammen und das kribbelt. Und richtig – das Thermometer zu Hause zeigte -17 °C. Eine schöne Nacht, mit dem dicken Schlafsack draußen zu schlafen. Und so habe ich um elf eine Plane auf den Schnee gelegt, Isomatte drauf und mich bei -19 °C in meinen Daunenschlafsack gelegt. Schon bald kamen aber Wolken auf und es fiel leichter Schnee, der dann im Gesicht schmolz. Das ist auch bei mir definitiv unter der Gemütlichkeitsgrenze und ich bin hereingegangen und habe dort weitergeschlafen.

Heute morgen war der Himmel aber wieder klar und es war mit -22 °C noch etwas kälter. Ich habe mich, weil ein herrlich klarer Tag war, ins Auto gesetzt, um ein paar Fotos zu machen. Als ich in Stackgrönnan zum Fotografieren ausgestiegen bin, zeigte das Autothermometer -28 °C an. Das piekst ganz schön in den Fingern, wenn man meint, Stativ und Kamera mal eben ohne Handschuhe bedienen zu müssen. (Selbst schuld!)

Die Lichtstimmungen waren herrlich. Über mir wölbte sich der kaltblaue Himmel und der gesamte Horizont war rosa gefärbt. Doch irgendwann musste ich mich losreißen, zum einen, weil die Zeigefinger anfingen wehzutun, zum anderen schreibe ich ja nicht nur Blog, ich arbeite ja auch.

Aber nach der Mittagspause musste ich trotzdem noch mal kurz raus, um den Rauhreif, der jeden Zweig jedes Baum umgibt zu fotografieren. Vor allem an den weichen Birkenzweigen hielten sich die Eisfedern gut, doch schon das Auffliegen einer Meise ließ den Reif von den Ästen rieseln.

Obwohl ich schon früh nach Hause gefahren bin, war es schon dunkel. Aber die vielen Lichter bestrahlten die berauhreiften Bäume und schufen herrliche Lichtstimmungen.

Zu Hause angekommen zeigte das Thermometer an, dass es auch bei die Temperaturen den ganzen Tag unter -20 °C lagen. Ob es die Nacht noch kälter oder wieder wärmer wird, bestimmen die Wolken.

Schwimmbadbau

Dieser Artikel ist Teil der dreiteiligen Serie SM Winterschwimmen 2013.

… Mit der S-Bahn nach Hause. Die Stadt ist laut und voll.

Olaf Schneider, 9. Februar 2003

… Taxi nach Hause. Alles grau, warm, trostlos. Wieder in Essen, aber nicht zu Hause …

Olaf Schneider, 5. Februar 2004

… Bald in der S-Bahn bis Moosach und dann mit dem Bus weiter. Ekeliger Nieselregen. …

Olaf Schneider, 26. Februar 2009

Diese Zitate stammen aus meinen Reisetagebüchern. Es war jedes Mal ein Kulturschock, nach einer winterlichen Skandinavienreise wieder in eine deutsche Großstadt zu kommen.

Dieses Mal ist alles ein bisschen anders: Ich komme nicht mit dem Flieger, sondern dem Auto nach Hause. In Skelleftehamn ist es ruhig. Heute zeigt das Thermometer -12 °C und in meiner Abwesenheit hat es – genau so wie gerade jetzt – weitergeschneit. Und so liegen im Garten hinten 85 bis 90 cm Schnee, der in Bodennähe so hart ist, dass ich den Zollstock, den ich zum Messen benutze, kaum bis zur Erde stechen kann. Laute und volle Stadt? No! Warm und trostlos? Nej! Ekeliger Nieselregen? нет!


Während ich im Büro an Internetprojekten weiterprogrammiere, stehen fünf Menschen auf dem zugefrorenen Fluß und sind mit Kettensägen und langen Stangen ausgerüstet. Sie sind vom „Tekniska kontoret“ und bauen ein Schwimmbad. Wie im letzten Jahr findet auch heuer (für Norddeutsche: dieses Jahr) eine Meisterschaft im Winterschwimmen in Skellefteå statt und zwar am nächsten Samstag. Bis dahin muss das Schwimmbad mit vier Bahnen à 25 Meter fertig sein.

Zwei Männer sägen, die quadratischen Blöcke treiben mit der Strömung zur anderen Seite, wo sie von zwei anderen mit nagelbewehrten Stangen unter Wasser gedrückt werden.

Man sieht gut, wie dick das Eis ist, allerdings nur, weil wir wochenlang Wasser aufgespült haben, um die Eisschicht dicker zu machen. Und am Ufer ist der Fluss noch offen. Das war gestern und heute ging es weiter:

Wie letztes Jahr haben wir von Team Dark &and Cold den Event organisiert. Wenn Ihr das nicht gemacht habt, könnt Ihr Euch kaum vorstellen, was da alles dranhängt: Genehmigung der Polizei, Rettungsschwimmer, Website, Sponsorensuche, Gelder von der Kommune beantragen, Medaillen, Taucher, Plakat, Pressearbeit, freiwillige Helfer suchen und vieles mehr haben uns die letzten Monate gang gut auf Trab gehalten. Zum Glück übernimmt der örtliche Schwimmclub die Abwicklung des eigentlichen Wettbewerbs, von den Startzeiten bis zur Zeitmessung.

Nun hoffe ich auf schönes Wetter. Nicht nur am Samstag, sondern auch am Freitag, denn dort kann jeder probieren, ein Eisbad zu nehmen oder 25 Meter zu schwimmen. Und ich bin fest entschlossen, dieses Mal zu schwimmen, auch wenn ich bei meinem Chaos-Bruststil länger als die anderen im Wasser sein werde. Aber das ist ja auch schon irgendwie gewonnen, oder?

Nun muss bloß noch das Schwimmbad fertig werden.

Probeschwimmen

Dieser Artikel ist Teil der dreiteiligen Serie SM Winterschwimmen 2013.

Heute schreibe ich nichts langes mehr, sondern zeige bloß ein paar schnelle und ungeordnete Bilder vom ersten Tag des Winterschwimmens. Von uns Organisatoren ist keiner geschwommen, da es zum einen viel zu tun gab und zum anderen überraschend etwa sechzig Menschen aufgetaucht sind, um 25 Meter zu schwimmen. Manche zum ersten Mal, manche mit viel Erfahrung. Das hätte ich nicht gedacht, dass es so viele werden.

Morgen früh klingelt der Wecker und dann beginnt der Wettbewerb der zweiten Winterschwimmmeisterschaft in Skellefteå, dieses Mal die Skandinavische Meisterschaft.

Skandinaviska Mästerskapen i Vintersim 2013

Dieser Artikel ist Teil der dreiteiligen Serie SM Winterschwimmen 2013.

Heute saß ich lange am Rechner. Über 600 Fotos von gestern wollten gesichtet, sortiert, bewertet und bearbeitet werden. Denn gestern war hier in Skellefteå die Skandinavische Meisterschaft im Winterschwimmen, die wir von Dark & Cold ausgerichtet haben. Und ich habe fotografiert, fotografiert, fotografiert. Jetzt ist eine Auswahl von gut 30 „offiziellen Dark & Cold-Pressebildern“ getroffen, die ich auch hier im Artikel zeige.

Gestern klingelte der Wecker um viertel nach sechs und um kurz nach halb acht stand ich an dem in den Flusseis geschnittene Schwimmbecken, in dem am Vortag das Probeschwimmen stattgefunden hat. Obwohl die Nacht wesentlich wärmer war als vorhergesagt, haben die etwa -15 °C ausgereicht, um das Becken wieder halb zufrieren zu lassen. Im Gegensatz zum letzten Mal brauchten wir aber keine Motorsägen, sondern konnten das Eis mit einer Eisenstange wegschlagen. Ich habe versucht, vom Wasser aus (Trockenanzug, nicht Badehose!) die Eisstücke unter das Flusseis zu drücken, aber dieses war etwa 60 cm dick und damit schwer zu erreichen. Aber auch so war keine Stunde später das Beckeneis eisfrei.

Aber genug der Worte. Hier kommen Fotos. Habt Ihr’s warm? Dann viel Spaß!

Das Eisschwimmbecken

25 Meter lang, vier Bahnen, das ist das Schwimmbecken. Wegen der Strömung schwimmen auch die Staffeln alle flußabwärts.

Am Start

Am Start gibt es drei Kommandos für die Schwimmer: „Zieht Euch aus“, „Geht ins Wasser“ und „Los“. Die Erfahrenen beeilen sich mit dem ins Wasser gehen, damit sich beim Startkommando die Atmung wieder beruhigt hat.

Schwimmen

Hier zeigen sich große Niveauunterschiede, denn am Wettbewerb nehmen vom Hobbyschwimmer und Eisbader bis zum erfahrenen Leistungsschwimmer und Weltmeister alle Leistungsstufen teil. Ein schönes Durcheinander, welches dafür spricht, dass ich vielleicht nächstes Mal auch teilnehmen sollte, um das Niveau der Hobbyschwimmer nach unten abzurunden. (Das ist kein Kokettieren, ich schwimme wirklich nicht gut.)

Am Ziel

Am Ziel ist Gedränge. Dort werden die Zeiten gemessen und dort stehen Helfer bereit, die die Schwimmer beim aus dem Wasser klettern unterstützen. Andere Freiwillige rennen mit der Kleidung vom Start zum Ziel. Und auch beim Ankleiden wird geholfen, denn das ist mit kaltnassen Händen und Füßen gar nicht so einfach.

Details

Überall, wo Wasser auf kaltes Festes trifft, bildet sich Eis. Und weil die Schnüre sich manchmal drehen, stehen dann die Eisnadeln senkrecht.

Teams

Von der Polizei über Unternehmen bis hin zu leistungsstarken internationalen Teams haben 16 Viererteams an der Meisterschaft teilgenommen.

Menschen

So eine Veranstaltung lebt von den Menschen. Nicht nur von den Schwimmern, unserer Organisation und dem Publikum, sondern auch von den Helfern, dem Toningenieur, den Tauchern, dem Arzt, dem Moderator, den vielen Freiwilligen vom Schwimmklub und vielen mehr.

Publikum

Aber natürlich freuen wir uns über das große Publikum. Und erzählen gerne Kommune und unseren Sponsoren, wie viele Leute dabei waren.


Dieses Jahr waren viele Dinge anders als letztes Jahr.

Es war längst nicht so kalt. Statt Temperaturen unter -30 °C hatten wir lauschige -14 °C. Als Kälteliebhaber fand ich das ein bisschen schade, als Fotograf habe ich mich – und vor allem meine Finger sich – gefreut.

Wir hatten doppelt so viele Teilnehmer: 128 Starts waren angemeldet (Personen waren es weniger, da manche sowohl individuell als auch im Team am Wettbewerb teilnehmen.) Manche Schwimmer kamen aus Frankreich, aus Estland und aus Lettland angereist. Und obwohl letztes Jahr auch schon viele Zuschauer da waren: Dieses Jahr waren es noch wesentlich mehr. Das mag an den entspannteren Temperaturen gelegen haben, oder daran, dass der Wettbewerb sich hier schon im zweiten Jahr fest etabliert hat.

Und dennoch waren wir schneller, weil wir auf Basis der Erfahrungen vom letzten Jahr besser organisiert waren. Und so war schon irgendwann gegen drei die Skandinavische Meisterschaft im Winterschwimmen zu Ende.

Ich bin hochzufrieden. Zum einen, dass die Veranstaltung rundherum gut gelaufen ist und auf so große Resonanz gestoßen ist. Zum anderen, weil ich nach Monaten von geplanten Aktivitäten (von der Jazztour bis zum Winterschwimmen einfach mal so etwas wie Alltag vor mir liegen habe. (Glaube ich zumindest). Zudem habe ich heute unerwartet festgestellt, dass ich bis Ende April noch fünfeinhalb Urlaubstage habe. Toll, was will man mehr!

Für die Fotointeressierten: Über 600 Fotos RAW-Daten, das sind gut 20 GB. Ein Drittel ist schon gelöscht. Dabei waren eine Nikon D800 mit 16-35mm und Nikon D300s mit 90mm und 8mm Fischauge. Kein Stativ, aber manchmal ISO 800. Akkus waren die ganze Zeit in der Kamera, da es nicht extrem kalt war.

Schneesturm

Västerbottens Küstenregion: Warnung Klasse 1 Schneefall – Am Samstag Schneefall, der vor allem an der Küste kräftig sein kann. Bis Sonntag Morgen kommen 10-20 cm Schnee.

SMHI, 1. März 2013

Nördlicher Kvarken: Warnung Klasse 1 Starkwind – Von Samstag Vormittag Süd 16-19 m/s.

SMHI, 1. März 2013

Das schrieb gestern der schwedische Wetterdienst. Heute morgen, als ich ins Auto gestiegen bin, um unter anderen zu einer Vernissage in die Stadt zu fahren, war es aber noch ruhig. Wenig Wind, kaum Schnee. Bei Harrbäckssand habe ich eine Pause gemacht und vom Eis aus die Birke auf der winzigen ufernahen Insel fotografiert. Ein paar Stunden war ich auf dem Rückweg und es war ungleich windiger und es schneite stark. Das zweite Bild entstand bei mir quasi um die Ecke. Da die Belichtungszeit nur eine viertausendstel Sekunde war, ist der Schnee, der vorbeifegte, auf dem Bild eingefroren.

Man merkt, dass schlechte Sicht ist, auch daran, dass die Schweden freiwillig langsamer fahren als erlaubt. Das war heute aber auch keine schlechte Idee, denn es schneite teilweise so stark, dass ich beim Autofahren kaum 50 Meter weit schauen konnte. Das Handy-Foto trifft die Stimmung eigentlich ganz gut. Wenn man genau schaut, sieht man die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos.

Zu Hause habe ich einer kleinen Pause mich noch einmal auf den Weg nach Storgrundet gemacht. Zu Fuß, auch da ich Angst hatte, mit dem Auto in einer Schneewehe steckenzubleiben. (Das wäre mir vielleicht kurz vor dem Ziel auch gelungen.) Am Ufer des Strandes Storgrundet blies der starke Wind jede Menge Schnee über das Ostseeeis und ich hatte die Wahl: Warte ich mit dem Fotografieren, bis gerade mal ein bisschen Sicht ist, sieht es langweilig aus. Warte ich, bis richtig Schnee vorbeifegt, dann ist das Bild weiß. Ich habe einige Male ausgelöst, bis ich ein Bild dazwischen im Kasten hatte.

Es ist mir dagegen nicht gelungen, die Schneefahnen, die sich vor allem an Steinen bilden einzufangen. Das ginge bei diesem diffusen Licht wohl nur mit Video.

Kurz bevor der ICA zumachte, hatte ich Appetit auf Salat und bin durch die knietiefen Schneewehen zu meinem Auto gestapft. Der Pulverschnee ist so leicht, dass ich mir keine größeren Sorgen gemacht habe, mich mit dem Auto festzufahren. Auf der Fahrbahn lagen vielleicht so 15 cm Neuschnee, da driftet der Saab sehr lustig um die Kurve. Und ich muss zugeben, dass es mir Spaß macht, so im Schnee Auto zu fahren, wenn es keine längeren Strecken sind. Als ich allerdings wieder auf mein Grundstück wollte, drehten die Räder dann doch durch. Aber mit ein bisschen rückwärts fahren und ein bisschen mehr Schwung kam ich doch noch in meine Einfahrt.

Der Schnee im Vorgarten ist jetzt noch höher, ich kann vom Haus aus kaum noch die Fahrbahn sehen. Nicht deutet darauf hin, dass vor ein paar Tagen noch das Schneemonster in meinem Vorgarten geleuchtet hat, dort ist nur eine plane und unberührte Neuschneefläche zu sehen. Kaum vorstellbar, dass ich vorgestern noch durch tiefe Pfützen zur Kreuzung gewatet bin.

Jetzt sitze ich mit meinem dicksten Wollpullover am Rechner, das liegt daran, dass schon seit drei Uhr Nachmittags wegen technischen Problemen die Fernwärme ausgefallen ist und bei mir weder warmes Wasser noch die Heizungen funktionieren. Die Elektroheizung, die sonst das Bad im Keller heizt, hat aber tapfer die Innentemperatur im Wohnzimmer von 16.1 °C auf 16.6 °C hochgeheizt und so ist der Pullover eigentlich viel, viel zu warm. Aber auch sehr, sehr gemütlich …

Das Wort „Schneesturm“ klingt immer schön dramatisch. Die deutschen Meteorologen sprechen ab 75 km/h von Schneesturm, so windig war es vermutlich heute auch auf der Ostsee nicht. Für einen Blizzard (Nach US-Wetterbehörde NOAA ab 65 km/h und mindestens drei Stunden Schneefall mit starken Sichtbehinderungen) hat es heute vielleicht sogar gereicht. Aber den Titel ändere ich jetzt dennoch nicht mehr. Ich mag das Wort Schneesturm.

Nachtrag

Sonntag, 5:00 – Fernwärme geht wieder.

Nachtrag 2

Sonntag, 12:30 – ein kleiner Videoschnipsel von gestern auf Vimeo: „Schneesturm“.

Nordanå

Gestern, beim Diskussionsabend mit Mores hatte ich eine schöne Aussicht auf Nordanå, Skellefteås Park westlich vom Zentrum. Das Kulturzentrum beherbergt unter anderem mehrere Museen und das Nordanåtheater, dessen großen Theatersaal ich schon von beiden Seiten gesehen habe: Als Teilnehmer des Creative Summit 2010, 2011, 2012 und als Pianist beim Theaterstück Julstämningen (Weihnachtsstimmung) letztes Jahr.

Ende April zum Erzählerfestival bin ich als Pianist bei zwei Programmen beteiligt, darauf freue ich mich schon.

Neu ist die kleine Eisbahn vor dem Kulturzentrum. Ein einsames Pärchen lief dort gestern auf dem farbig angestrahlten Eis Schlittschuh und die romantische Orchestermusik schwebte aus dem Lautsprecher bis zu dem Balkon empor, auf dem ich stand, als ich die Nachtaufnahme gemacht habe.

Heute hingegen ist die Kultur in Skelleftehamn, wenn auch nur virtuell. Als ich auf meinem Heimweg am „Folkets Hus“ in Skelleftehamn vorbeikam, parkten dort viele Autos. Normalerweise ein Zeichen, dass im Kino Eishockey live übertragen wird. Dieses Mal hingegen ist der Anlass ein anderer: Die königliche Oper in Stockholm sendet heute Puccinis Oper Turandot live in 67 Kinos, unter anderem auch nach Skelleftehamn. Ein Hauch Großstadtkultur gleich bei mir um die Ecke.

Finale

Final På svenska

Idag för två år sen sog jag min första hockeymatch, live i Skellefteå. I dag börjar finalen Skellefteå mot Luleå men det behöver jag inte berätta till er Svenskar. Ni vet ju!

Heute vor zwei Jahren habe ich mein erstes Eishockeyspiel live gesehen. Heute sitze ich, obwohl ich eigentlich ein totaler Sport-Anseh-Muffel bin, vor dem Fernseher eines Freundes und schaue Eishockey mit, denn heute ist das erste der Finalspiele und Skellefteå AIK ist mit dabei. Wer als erster vier Finalspiele gewonnen hat, wird schwedischer Meister. Skellefteå AIK war auch die letzten beiden Male im Finale, wurde aber beide Male nur Vizemeister. Natürlich hoffen jetzt alle Fans, dass Skellefteå AIK dieses Jahr Meister wird. So oder so wird der Meister aber aus Nordschweden kommen, denn der Gegner ist Luleå.

Das Thema Hockey ist in aller Munde. und überall in Skellefteå begegnen einem jetzt das AIK-Logo und die Farben schwarz-gelb.

Wolle in AIK-FarbenAIK-Flagge an einem Baukran

Nachtrag

Drei Mal dreißig Minuten dauert so ein Spiel und dann stand es immer noch 0:0. Skellefteå hat oft die Führung übernommen, ist aber immer wieder an Luleås herausragendem Torhüter gescheitert. Dann gab es Verlängerung mit der sogenannten „Sudden Death“-Regel: Wer das erste Tor schießt, gewinnt. Und – Skellefteå hat gewonnen!

Nachtrag 2 (14. April)

Heute auf der Anhängerkupplung eines parkenden Autos entdeckt:

Auch der Anhängerbär ist AIK-Fan

AIK! AIK! AIK!

Logo Skellefteå AIK HockeyNun haben Skellefteås Eishockeyfans – also gefühlt 98% aller Einwohner Skellefteås – wirklich etwas zu feiern! Heute hat Skellefteå AIK das vierte Finalspiel in Reihe gewonnen und ist damit schwedischer Meister! Das wird spannend, die Fans morgen zu erleben, denn bei keinem anderen Thema zeigen die Skellefteåeinwohner öffentlich so viel Emotionalität wie bei den Spielen ihrer geliebten Eishockeymannschaft und beim gemeinsamen Träumen vom Gold. Dieses Jahr ist ihr Traum in Erfüllung gegangen.

Das letzte Mal war Skellefteå 1978 Meister (Da bin ich in die fünfte Klasse gekommen, ist das lange her!). Um Meister zu werden, muss man vier Spiele gewinnen, es kann also bis zu sieben Finalspiele geben, bis die Meisterschaft entschieden ist. Skellefteå AIK hat das ganze abgekürzt und in 4:0 Spielen heute Gold geholt, das kommt auch nicht gerade oft vor. (In Spielen: 1:0 / 4:2 / 2:1 / 4:0)

Der Gewinn der „Elitserien“, der höchsten Klasse im schwedischen Eishockey wird morgen wohl DAS Thema auf der Arbeit sein, wenn nicht alle einfach zu Hause bleiben und blau machen. Ich selber habe das Schlussspiel nicht gesehen, auch da ich eine Probe hatte, aber mich interessiert Eishockey ja nicht so sehr. Dass, wenn ich ein „S“ in den Browser tippe, dort direkt www.skellefteaaik.se/ erscheint, verschweige ich lieber, denn sonst verliere ich meine Glaubwürdigkeit als erklärter Nicht-So-SehrFan. Aber ich habe doch immer während der Spiele geschaut, wie es gerade steht.

Was ich übrigens schön auf der Website finde, ist die Titelleiste, in der sich die Hockeyvereine untereinander verlinken.

Nachtrag – Ein kleiner Teil der Resonanz auf Facebook:

:-D :-) ;-)!!

J.

Jaaaaaaaaaarååååååååååååppppppppla smmmguuuuyyyylddd!!!

P.

….! Jaaaaaaaaasaaaaaaaaaassassssaaaaaaa!!!!

D.

Siis…Skellefteå on Ruotsin jääkiekkomestari!!!
Also … Skellefteå Schwedens Eishockeyspieler! (finnisch)

T.

Halleluja!

P.

Jaaaas. Skellefteå A I K!!!!!

T.

SM-GULD, SM-GULD, SM-GULD. […]

L.

Nu har jag ställt fram champagnen………………….
(Jetzt habe ich den Champagner hingestellt …)

S.

Nu kommer tårarna. #saik
(Nun kommen die Tränen)

E.

Grau – Blau – Gelb – Gold

grå – blå – gul – guld På svenska

Igår åkte jag till lotsstationen för att kolla om isen har brutit så att jag kan åka kajak igen. Men allt var fortfarande täckt med is som inte längre är turkos och vit men bara grå. Men kanske redan nästa helg är havet öppet.

Skellefteälven däremot är öppet nu, det finns många isflak som flyter förbi, några är visst 50 kvm. Och i vågorna speglar sig tusen små soler.

Mest snö i stan töade bort nu och längs älven blommar de första blommorna: hästhov och backskärvfrö.

Sen var det ett stort party på torget för Skellefteå AIK vann ju gold förra dagen. Kring 10000 fans firade tillsammans deras hockeyteam och flera sa att dom aldrig sog så mycket folk här på torget. Jag var ganska glad att jag stod på kanten eftersom jag trivs inte att stå mitt i så mycket folk, men i alla fall helt imponerande hur stan firade och hejade Skellefteå AIK.

Emma tog ett fint kort från torget ur fågelperspektiven. Tack, Emma, att jag får använda kortet här.

I Skelleftehamn finns lite mer vinter kvar än i Skellefteå, men nu är det ”bara” 30 cm snö kvar i trädgården och snart – hoppas jag – blir det barmark igen.

Als ich gestern um sechs aufgewacht bin, war die Sonne schon lange aufgegangen. Vor der Arbeit bin ich noch zur Lotsenstation gefahren, denn ich warte darauf, dass dort das Eis aufbricht und ich endlich wieder Kajak fahren kann. Aber alles war noch mit Eis bedeckt, und das ist nicht mehr länger glitzernd weiß und türkis, sondern wirkt einfach nur grau. Aber ich glaube, dass nächstes Wochenende das Meer schon offen ist und man wieder auf blaues, klares Wasser schauen kann.

Blick auf einige OstseeinselnAm Meeresufer – so ungefähr

Anders sieht jetzt der Fluss in der Stadt aus. Auf ihm treiben zwar noch viele Eisschollen, manche bestimmt 50 Quadratmeter groß, aber der Fluss selbst ist fast überall offen. Und tausend kleine Sonnen spiegeln sich in den kleinen blauen Wellen.

Eisschollen treiben vorbeiDie Sonne spiegelt sich im Skellefteälven

In der Stadt ist viel Schnee schon weggetaut und an den nach Süden ausgerichteten Böschungen oberhalb des Uferwegs blühen die ersten Blumen: Der gelbe Huflattich und – wenn ich mich nicht irre – das weiße Gebirgs-Hellerkraut.

Huflattich (schwedisch hästhov oder tussilago)Gebirgs-Hellerkraut (schwedisch backskärvfrö)

Warum ich am Fluss entlanggelaufen bin, hat einen besondereren Grund: Ich hatte noch ein bisschen Zeit bis halb sechs und dort war auf dem Marktplatz die große Goldfeier der Eishockeymannschaft Skellefteå AIK. Und diese Feier war groß! Etwa 10000 Fans haben sich auf dem Platz versammelt und so mancher meinte, er habe in Skellefteå noch nie so viele Menschen auf einem Haufen gesehen. Wie gut, dass ich am Rand stand, denn in großen Menschenmengen fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Aber es war schon imponierend, wie die Menschen einer mit 34000 Einwohnern doch recht kleinen Stadt gemeinsam begeistert ihr Eishockeyteam feiern.

Großes Publikum auf dem „Torget“Die Mannschaft trägt Goldhelm

Emma: „Das ist total magisch“Wie viele Menschen da waren, sieht man sehr schön auf einem Foto, welches Emma gestern bei Instagram veröffentlicht hat. Sie stand ganz oben auf dem höchsten Haus am Platz und hatte einen guten Blick auf den gefüllten Platz. Danke, Emma, dass ich das Foto hier verwenden darf.

Wieder zurück in Skelleftehamn ist der Winter noch ein bisschen präsenter, denn das Ostseeeis kühlt die Uferregionen noch ein bisschen aus. Aber immerhin ist der Schnee jetzt auf 30 cm zusammengeschmolzen (vor fünfeinhalb Tagen noch 65 cm) und bald wird auch bei mir im Garten wieder Gras zu sehen sein.

Beginn der Fahrradsaison

Början av cykelsäsongen På svenska

Idag cyklade jag till Murmansk. Åtminstone kändes det sådant. Jag är alltid ganska slut efter jag cyklade till stan första gången, men speciellt motvinden på vägen tillbaka var inte roligt idag. Framför allt var stjärten glad att vara hemma efter totalt fyra mil. Men vad gnäller jag, det var härligt att cykla mot detta fint och varmt solvädret. Bara vinden på kusten var fortfarande rätt frisk.

Idag lekte jag en liten fotospel: Fotos bara med iPhone och bara medan jag cyklar. Mest utan att kolla skärmen. Och inte stanna! Utan på trafikljuset när jag kom till E4:an för lastbilen var väl lite starkare. Jag har inte redigerad bilderna heller utan att förminska dom till webben. Det var fint att ta kort på sådan sätt. Bara det 4:3-formatet gillar jag inte. Så plump!

Heute bin ich von Skellefteå nach Murmansk geradelt. Zumindest kam es mir so vor. Ich bin immer ganz schön schlapp nach dem ersten Mal Fahrrad in die Stadt fahren, aber heute war der Gegenwind auf dem Rückweg echt gemein. Vor allem der Hintern hatte die letzten der insgesamt vierzig Kilometer keine rechte Lust mehr.

Aber, was meckere ich hier rum, es war schön, wieder mit dem Rad unterwegs zu sein, vor allem bei dem schönen, warmen Sonnenwetter. Nur der küstennahe Gegenwind war noch ganz schön frisch.

Ich habe heute ein kleines Fotospiel gespielt: Fotos nur mit dem iPhone und nur beim Radeln. Möglichst ohne auf das Display zu schauen. Und Anhalten gilt nicht! Ausnahme war bloß der Holzlaster auf der den Weg kreuzenden E4, denn dort war die Ampel rot und der Laster schwer und groß. Ich habe die Bilder auch nicht bearbeitet oder beschnitten (bloß für das Web verkleinert). Sprich, Olaf S durfte heute fotografieren. War auch mal schön. Und ich muss unbedingt lernen, schräge Bilder zu machen. Ein Vorbild: Ragnar Axelsson.

Das Sävenäs MaskinhusetAn der „Kanubucht“SchattenwurfDen Fluss entlangEin Holzlaster kreuzt auf der E4von obenRückfahrt auf dem Waldwegwieder in Skelleftehamn

Bloß das 4:3-Format finde ich ziemlich plump und scheußlich.