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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Frühlingsanzeichen

Heute stehen die Zeichen eindeutig auf Frühling. Und es gibt viele Zeichen:

  • Gegen zwölf Uhr sind es acht Grad plus im Schatten, im Wintergarten sogar 22 °C
  • Ich laufe draußen das erste Mal wieder im T-Shirt durch den Wald
  • Ich sehe den ersten Schmetterling – einen kleinen Fuchs
  • Die Nachbarn wechseln auf Sommerreifen
  • Auf dem nassen Eis der nahen Bucht nutzen viele Eisfischer die vielleicht letzte Gelegenheit
  • Die Menschen sind nicht nur zum Schnee schippen und Hund ausführen draußen
  • Der Boden taut auf und weicht auf, an manchen Stellen ist es recht matschig
  • Viele Blätter sind tief in den Schnee geschmolzen, denn wenn sie von der Sonne bestrahlt werden, werden sie warm
  • Draußen knatterte es in der Straße und es war ein Mofa, kein Schneemobil
An manchen Stellen ist der Boden aufgeweichtEin Birkenblatt hat sich in den Schnee geschmolzen

Letztes Jahr war der Boden an den glattgeschliffenen Felsen schon praktisch schneefrei, doch dieses Jahr liegt noch viel Schnee. Auf den Skooterspuren kommt man zu Fuß ganz gut voran, daneben steht man schnell knietief im Schnee. Das erste Bild habe ich gestern vor einem Jahr aufgenommen, das zweite heute:

Gestern vor einem Jahr: Die Felsen sind schneefreiUm die Felsen herum liegt noch viel Schnee

Auch im Garten liegt noch ziemlich viel Schnee, selbst wenn der Zaun jeden Tag ein Stückchen mehr hervorguckt. Der Zaun vorne hat sich durch die festen Schneemassen von den Pfosten gelöst und sobald der Schnee dort weg ist, werde ich Hammer und Nägel in die Hand nehmen und den Zaun reparieren. (Ich und reparieren – Ha!)

Der Zaun hinten lugt aus dem Schneekaputter Zaun

Aber ich habe noch Glück gehabt. Denn gestern Abend, es waren immer noch Plusgrade, kamen bei einigen Häusern in der Straße Dachlawinen herunter. Bei einem Nachbarn haben sie sein mit soliden Eisenstreben aufgehängtes Vordach weggeknickt, bei einem anderen Nachbarn hat der Schnee den ziemlich dicken Pfosten vom Treppengeländer umgerissen. Da möchte ich nicht drunterstehen, wenn so ein dicker, großer Haufen vereister Altschnee vom Dach rutscht.

Jetzt ist wahrscheinlich kein Mensch mehr draußen, denn um 16:00 hat das zweite Hockeyfinalspiel Skellefteå vs Luleå begonnen.

Nachtrag: Zu dieser Zeit macht es keinen Spaß, nachts Auto zu fahren. Der Schnee auf der Straße, der sonst hell im Fernlicht leuchtete, ist weggetaut, und es dauert noch einen guten Monat, bis es nicht mehr dunkel wird.

Nachtrag: Ich habe noch einmal gemessen: Hinten im Garten liegen 65 cm Schnee, rechts neben dem Haus 80 cm. Mal schauen, wann das alles weg ist.

Ende der Eissaison

Slut på issäsongen På svenska

Efter en dimmig morgon klarnade det upp och solen skinnade igen. Mycket folk gick på isen och pimplade – kanske den sista gången den här säsongen. När jag stod på isen med kameran frågade mig flera, „Men, fiskar du inte?“. Nej – jag tar bara kort.

De varma dagarna och söndagens regn tog bort mycket snö och överallt skvalpar och droppar det. Och där var vattnet inte kan rinna av bildar sig stora vattenpölar, inte bara på havisen men också på gatorna. I kväll körde jag till Storgrundet för att ta några kort där. Men först svängde jag för att hämta torrdräkten, eftersom isen verkade vara ganska tunn och inte längre pålitligt. Det fanns mycket vatten på is och också många hål och jag ålade mer på isen än att jag gick för att ta kanske de sista kort från havisen denna säsong.

Det finns också några andra som sluta issäsongen snart och det är Skellefteå AIK och Luleå HF. Efter SAIK vann tre gånger i rad, kan det vara senaste matchen på torsdag. Viktig fråga: Jobbar vi i Skellefteå om SAIK tar hem pokalen på torsdag?

Nach einem nebligen Morgen klarte es auf und es versprach, wieder ein schöner Tag zu werden. Das dachten sich auch viele Eisfischer und haben sich auf das Eis in der geschützten Bucht gesetzt oder gelegt. Als ich auf dem Eis stand und fotografierte, fragten mich mehrere etwas ungläubig: „Fiskar du inte?“ – fischst Du nicht?

Nasses Eis in der Bucht – Nebel am HorizontZwei Eisfischer – im Hintergrund der alte Wasserturm

Aber nein, ich fische nicht, ich fotografiere bloß. Ein Nachbar hingegen hat seine Pläne geändert und statt Sommerreifen aufzuziehen, hat auch er sich aufgemacht, um „Pimpelfiske“ zu machen. Als ich ihn kurze Zeit auf dem Eis besuchen wollte, kam er mir schon mit zwei Tüten voller Köhler, einer hiesigen Dorschart entgegen.

Es macht sich immer mehr bemerkbar, dass es die letzten Tage warm war und Sonntag Nacht sogar geregnet hat. Der Schnee wird weich und fällt langsam zusammen. Und überall rinnt und plätschert, rieselt und tropft es, und dort, wo das Wasser nicht abfließen kann, bilden sich riesige Pfützen. Nicht nur auf dem weichen Ostseeeis, sondern auch auf mancher Fahrbahn.

Spiegelung an der Riesenpfütze

Abends bin ich mit dem Auto nach Storgrundet gefahren, um dort ein paar Fotos vom Eis zu machen. Ich bin aber direkt wieder umgekehrt, um meinen Trockenanzug und einen wasserdichten Sack für die Kamera zu holen, denn das Eis war mir nicht mehr geheuer. Teile des Eises lagen unter großen Schmelzwasserlachen und es waren auch schon viele Löcher im Eis, vor allem um die dunklen Steine herum, denn die werden in der Sonne warm und schmelzen das Eis weg. Mehr robbend als gehend habe ich mich ein bisschen vorgewagt, um vermutlich das letzte Mal diese Saison auf dem Ostseeeis zu fotografieren.

Spalten durchziehen das Eis

Ein Loch im dünnen EisDas erste offene Wasser vor Storgrundet

Eine AIK-Flagge wird gehisstFür noch jemanden ist die Eissaison schon bald vorbei, nämlich für die Eishockeyteams Skellefteå AIK und Luleå HF, die heute ihr drittes Finalspiel hatten. Damit ist es sehr wahrscheinlich geworden, dass Skellefteå AIK schwedischer Meister wird. Mal schauen, was dann in Skellefteå los ist.

Mit dem trüben Abendlicht hatte meine Nikon D800 übrigens Probleme beim Belichten: Alle Fotos waren ein bis zwei Blenden unterbelichtet. Normalerweise kontrolliere ich die Belichtung direkt, aber als ich auf dem Eis herumrobbte, hatte ich andere Gedanken. Da ich alle Bilder im RAW-Format aufnehme, konnte ich die Fotos noch ein bisschen retten und bei diesem Licht sieht die Landschaft auch in Wirklichkeit ziemlich flau aus.

Grau – Blau – Gelb – Gold

grå – blå – gul – guld På svenska

Igår åkte jag till lotsstationen för att kolla om isen har brutit så att jag kan åka kajak igen. Men allt var fortfarande täckt med is som inte längre är turkos och vit men bara grå. Men kanske redan nästa helg är havet öppet.

Skellefteälven däremot är öppet nu, det finns många isflak som flyter förbi, några är visst 50 kvm. Och i vågorna speglar sig tusen små soler.

Mest snö i stan töade bort nu och längs älven blommar de första blommorna: hästhov och backskärvfrö.

Sen var det ett stort party på torget för Skellefteå AIK vann ju gold förra dagen. Kring 10000 fans firade tillsammans deras hockeyteam och flera sa att dom aldrig sog så mycket folk här på torget. Jag var ganska glad att jag stod på kanten eftersom jag trivs inte att stå mitt i så mycket folk, men i alla fall helt imponerande hur stan firade och hejade Skellefteå AIK.

Emma tog ett fint kort från torget ur fågelperspektiven. Tack, Emma, att jag får använda kortet här.

I Skelleftehamn finns lite mer vinter kvar än i Skellefteå, men nu är det ”bara” 30 cm snö kvar i trädgården och snart – hoppas jag – blir det barmark igen.

Als ich gestern um sechs aufgewacht bin, war die Sonne schon lange aufgegangen. Vor der Arbeit bin ich noch zur Lotsenstation gefahren, denn ich warte darauf, dass dort das Eis aufbricht und ich endlich wieder Kajak fahren kann. Aber alles war noch mit Eis bedeckt, und das ist nicht mehr länger glitzernd weiß und türkis, sondern wirkt einfach nur grau. Aber ich glaube, dass nächstes Wochenende das Meer schon offen ist und man wieder auf blaues, klares Wasser schauen kann.

Blick auf einige OstseeinselnAm Meeresufer – so ungefähr

Anders sieht jetzt der Fluss in der Stadt aus. Auf ihm treiben zwar noch viele Eisschollen, manche bestimmt 50 Quadratmeter groß, aber der Fluss selbst ist fast überall offen. Und tausend kleine Sonnen spiegeln sich in den kleinen blauen Wellen.

Eisschollen treiben vorbeiDie Sonne spiegelt sich im Skellefteälven

In der Stadt ist viel Schnee schon weggetaut und an den nach Süden ausgerichteten Böschungen oberhalb des Uferwegs blühen die ersten Blumen: Der gelbe Huflattich und – wenn ich mich nicht irre – das weiße Gebirgs-Hellerkraut.

Huflattich (schwedisch hästhov oder tussilago)Gebirgs-Hellerkraut (schwedisch backskärvfrö)

Warum ich am Fluss entlanggelaufen bin, hat einen besondereren Grund: Ich hatte noch ein bisschen Zeit bis halb sechs und dort war auf dem Marktplatz die große Goldfeier der Eishockeymannschaft Skellefteå AIK. Und diese Feier war groß! Etwa 10000 Fans haben sich auf dem Platz versammelt und so mancher meinte, er habe in Skellefteå noch nie so viele Menschen auf einem Haufen gesehen. Wie gut, dass ich am Rand stand, denn in großen Menschenmengen fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Aber es war schon imponierend, wie die Menschen einer mit 34000 Einwohnern doch recht kleinen Stadt gemeinsam begeistert ihr Eishockeyteam feiern.

Großes Publikum auf dem „Torget“Die Mannschaft trägt Goldhelm

Emma: „Das ist total magisch“Wie viele Menschen da waren, sieht man sehr schön auf einem Foto, welches Emma gestern bei Instagram veröffentlicht hat. Sie stand ganz oben auf dem höchsten Haus am Platz und hatte einen guten Blick auf den gefüllten Platz. Danke, Emma, dass ich das Foto hier verwenden darf.

Wieder zurück in Skelleftehamn ist der Winter noch ein bisschen präsenter, denn das Ostseeeis kühlt die Uferregionen noch ein bisschen aus. Aber immerhin ist der Schnee jetzt auf 30 cm zusammengeschmolzen (vor fünfeinhalb Tagen noch 65 cm) und bald wird auch bei mir im Garten wieder Gras zu sehen sein.

Querfeldeinspaziergang

„Tvärs-igenom-promenad“ På svenska

Efter förmiddagen var uppfyllt bl.a. med deklarationen och lagning av staketet som snön tryckte sönder, var jag ute några timmar i eftermiddag. Just nu är promenader tvärs igenom mark och skog amfibiska. Ibland går på torra sten, ibland genom knädjup snö, sen lämnar man ett djup spår i geggamojan. Och det är bara frågan om tid till man hitta den första djupa pöl, som glömmer sig under snön och – plask! – har man blöta fötter. Men det spelar ingen roll, det finns ju stöveltorkare.

På vakens is fanns fortfarande många isfiskare idag, men hundra meter längre bort var havet öppet. Kanske kan jag paddla kajak nästa helg.

Nachdem der Vormittag unter anderem der schwedischen Steuererklärung und der Reparatur des vom Schnee kaputtgedrückten Zaunes gedient hat, war ich heute Nachmittag noch einmal ein paar Stunden draußen. Zur Zeit sind Querfeldeinspaziergänge amphibisch. Teilweise läuft man über trockene Felsen, dann durch knietiefen Schnee, dann hinterlässt man tiefe Spuren im aufgeweichten Lehmboden. Und irgendwann lauert die erste Pfütze unter dem Schnee und – platsch! – ist Wasser in den Stiefeln. Das macht aber nichts, denn ich habe nicht nur eine Waschmaschine, die meine lehmige Hose wäscht, sondern auch einen Stiefeltrockner, der jetzt die Nässe aus den Gummistiefeln föhnt.

Auf der Buchteis saßen auch heute noch viele Eisfischer, aber keine hundert Meter weiter war das Meer schon offen. Vielleicht wird es nächstes Wochenende ja schon etwas mit dem Kajak fahren.

Eisfischer sitzen und liegen auf dem ufernahen Eis

Ein „Eispril“ windet sich durch das OstseeeisViele Bäche und Sumpfflächen sind schon offen

Gåsören in der Abendsonne

Gåsören i kvällssolen På svenska

Denna vecka är jag ganska upptagen på grund av berättarfestivalen, som jag är med som pianist på första gången. Och så har jag förutom mitt vanligt jobb också en jazzkonsert på fredag kväll och spelar piano på en teaterprogram på lördag. Igår, i morgon och dagen efter har jag rep men i kväll hade jag ledig. Och därför åkte jag till lotsstationen kort innan solnergång och gladde mig åt de varma kvällsfärgarna.

Igår försvann den sista biten snö på taket, men isen på havet håller sig rätt seg. Men jag har väl ingen tid att paddla på helgen ändå eftersom jag blev också inbjudan till en vårfest och jag måste också deklarera, men det är ett annat tema …

Förresten: I förrgår för tre år sedan kom jag hit till Skellefteå. Och jag trivs det jättebra här fortfarande.

Diese Woche bin ich ganz gut beschäftigt und das liegt am Berättarfestivalen – dem Erzählfestival in Skellefteå, bei dem ich zum ersten Mal als Pianist beteiligt bin und das gleich zwei Mal. Und so habe ich neben meiner regulären Arbeit einen Jazzauftritt am Freitag Abend und wirke Samstag Nachmittag bei einem Theaterprogramm mit. Gestern, morgen und übermorgen habe ich Proben, aber heute Abend hatte ich frei. Und so bin ich kurz vor Sonnenaufgang zur Lotsenstation gefahren und habe mich über die warmen Abendfarben gefreut.

Gåsören in der Abendsonne

Während gestern der letzte kleine Rest Schnee auf meinem Dach verschwunden ist, hält sich das Eis noch hartnäckig auf dem Meer. Aber am Wochenende habe ich zum paddeln vermutlich eh keine Zeit, denn neben dem Theaterauftritt habe ich auch eine nette Einladung zum Frühlingsfest und die schwedische Steuererklärung muss ich auch bis zum zweiten Mai abgegeben haben. Aber das ist ein anderes Thema …

Übrigens: Vorgestern vor drei Jahren bin ich in Skellefteå angekommen. Und ich fühle mich immer noch sauwohl hier.

Tussilago

Tussilago På svenska

Sedan jag bor i Sverige blev tussilago en av de viktigaste vårtecknen. Och sedan några dagar gryr denna blomma också här i Skelleftehamn. Den mesta snö i trädgården smälte bort nu och försiktig gryr de förste grashalm. Nu bör det bara blir varmare.

Seit ich in Schweden lebe, ist Tussilago, zu deutsch Huflattich eines der wichtigsten Frühlingsanzeichen geworden. Und seit einigen Tagen sprießt diese Blume auch hier in Skelleftehamn auf einer nassen Brachfläche hier in der Nähe.

Überall sprießt der Huflattich, …… reckt sich der Sonne entgegen …

… und öffnet dann seine Blüte in voller Pracht.

Im Garten liegt nur noch fleckenweise Schnee und vorsichtig sprießen die ersten Grashalme. Nun muss es bloß noch wärmer werden.

Valborg

Gestern war Walpurgisnacht. Während ich das deutsche Wort hauptsächlich aus Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ kenne, ich das schwedische Wort „Valborgsmässoafton“, oder kurz „Valborg“ hier in aller Munde. Denn für die meisten hier ist das ein wichtiges Fest und symbolisiert den Frühlingsanfang.

Was gehört für mich zu einer typischen Valborg-Feier?

Das ist 5. Aprilwetter. Und das hatten wir gestern. Von wärmender Sonne und blauem Himmel bis hin zu Regen- und Graupelschauern war alles dabei. Nummer 4. Ein schöner Platz. Die Stuga meiner Freunde liegt wunderschön am Göksjön – zu deutsch Kuckuckssee. Für das Foto brauchte ich keine zweihundert Meter weit zu laufen.

Aprilwetter – Regenschauer über dem GöksjönEin schöner Platz. Blick auf den Göksjön

Nummer 3. Frühling bedeutet Blumen. Und neben dem Huflattich, der überall blüht, wo es lehmig ist, zeigten sich gestern auf dem Komposthaufen die ersten Krokusse. Und Nummer 2. Ein Maifeuer, denn das gehört auch mit dazu.

Die ersten KrokusseFunken sprühen aus dem Maifeuer

Doch das wichtigste ist natürlich Nummer 1. Freunde. Ich bin sehr froh, wieder so nett von A. und M. eingeladen wurden zu sein und jede Stunde Zeit, die ich mit ihnen verbringe ist mir eine Freude. Was täte ich nur ohne Freunde! Die Gegeneinladung ist schon ausgesprochen.

Nebendarsteller: Gutes Essen, Rotwein, Frühlingslieder, mit dem Hund toben, Vogelstimmen, am Bach entlang waten, sich freuen, dass es Mitternacht immer noch nicht richtig dunkel ist.


Nach einer Übernachtung und einem guten und späten Frühstück bin ich auf Umwegen wieder nach Hause gefahren. Die nicht asphaltierten Straßen sind recht spannend zu fahren und ich fragte mich bei der Fahrt, was wohl neue Stoßdämpfer kosten, wie leicht man sich im Lehm festfährt und wer mein Auto wohl aus dem Graben zieht, denn die Wege sind manchmal so weich und mit Spurrillen versehen, dass das Auto meine Steuerei recht frei interpretiert hat. Aber – ich bin gut zu Hause angekommen und die schönen Aussichten, an denen man vorbeifährt, rechtfertigen ein bisschen Eierei.

Besonders schön fand ich es am Bodträsket, einem der Seen, durch die der Fluss Bureälven fließt. Der blaue Himmel spiegelte sich im Wasser und ein frischer Wind blies kleine Wellen, auf denen leise raschelnd und klingelnd die letzten Eisstückchen trieben, an das überflutete Ufer.

Am Bodträsket – einem Teil des Bureälven

Über Valborg und den ersten Mai habe ich übrigens auch schon 2010, 2011 und 2012 geschrieben.

Der letzte Schneefleck

Den sista snöfläcken På svenska

Även den sista snöfläcken i trädgården skulle försvinna om denna första helgen i maj. Morgonsolen värmer den redan. I garagets skuggan däremot finns fortfarande den snö kvar som rasade ner från taket vid första töväder.

Auch der letzte Schneefleck im Garten dürfte an diesem ersten Maiwochenende verschwinden. Die Vormittagssonne wärmt ihn schon. Im Schatten der Garage allerdings liegt immer noch der Schnee, der irgendwann beim ersten Tauwetter vom Dach gerutscht ist.

Schnee in der SonneSchnee im Schatten der Garage

Kajaksaisoneröffnung 2013

Kajaksäsongsöppning 2013 På svenska

I morse stod jag på stranden. Det var grå, blåsigt och med +4 °C inte så särskilt varmt. Man kunde höra bränningarna på Storgrundets utsidan men havet mellan fastlandet och ön var lugnt. Då skulle man kanske kunna åka kajak …

En timme senare – vinden mojnade och solen skiner – står jag på stranden igen. Denna gång med min kajak som ligger halv i vattnet och med överlevnadsdräkten på. Kameran (med fish-eye idag) och mobil är förpackad vattentätta också. Och en minut senare flyter jag med mit röd kajak på det blåa havet, den första gången efter september.

Det finns is kvar mellan fastland och ö. Den är väl 10 cm tjock men väldig mjuk. Om man kan paddla igenom? Och havet är lugnt. Man jag är knappast på öppet hav öster om Storgrundet blir det vågigt. Ibland var vågorna en meter höga men så långa att det var fortfarande ganska lätt att paddla. Bara att jag tog inga kort för där håller jag hellre paddeln än systemkameran i handen.

Det är roligt att åka kajak när det är lite vågigt. Och för första gången – vad stolt jag var! – klarade jag att skjutas från en våga, man blir riktig snabb! Men snart var jag i lugnare vatten igen.

Det bästa med att ankomma är att byta eftersom man svettas halv ihjäl i neoprenoverallen. Med en nytvättad t-shirt rollade jag kajaken hem.

Heute morgen stand ich am Ufer. Es war grau, ziemlich windig und mit +4 °C nicht gerade warm. Man hörte die Wellen an die Außenseite der Insel Storgrundet branden aber das sichtbare Meer zwischen Festland und Storgrundet war ruhig. Da könnte man ja vielleicht doch Kajak fahren.

„Ska du bada?“ hörte ich eine Stimme. Nein, baden möchte ich nicht. Stattdessen wurde ich von B., der mir von seinem Sommerhaus aus zugerufen hat, zum Kaffee eingeladen.

Eine Stunde später – der Wind ist abgeflaut und die Sonne scheint – stehe ich wieder am Ufer. Dieses Mal mit meinem Kajak, welches schon halb im Wasser liegt und meinem mäßig kleidsamen Überlebensoverall. Kamera (heute mit Fish-Eye) und Handy sind ebenso wasserdicht verpackt. Und eine Minute später treibe ich das erste Mal seit September wieder mit meinem roten Kajak im blauen Meer.

Die erste Kajaktour 2013. Links: altes, weiches Eis

Zwischen Insel und Festland konnte sich noch Eis halten. Es ist zwar noch fast 10 cm dick, aber sehr weich. Ob man da mit dem Kajak hindurch fahren kann? Und das Meer ist ruhig. Aber kaum bin ich östlich der Insel auf dem offenen Meer, wird es sofort welliger. An manchen Stellen waren Wellen waren einen Meter hoch, aber so langgestreckt, dass es einfach war, die Balance zu halten. Nur fotografiert habe ich an den Stellen nicht, da halte ich lieber ein Paddel als eine Spiegelreflex in der Hand.

Offenes Meer voraus!Wasserdicht verpackt

Es macht Spaß, Kajak zu fahren, wenn es wellig ist. Und zum ersten Mal – war ich stolz! – habe ich es geschafft, mich von einer Welle schieben zu lassen, da wird man richtig schnell. Aber bald war ich wieder in ruhigeren Gewässern.

Flaches Wasser

Bald schon war mein Startpunkt wieder in Sicht und eine große Ex-Eisscholle. Das weiche Eis schwingt im Rhythmus der Wellen. Ja, und man kann mit dem Kajak hindurch fahren. Nur die Möwen trägt das Eis noch.

Durch das Eis paddelnAltes Eis, ganz nah.

Das schönste am Ankommen ist das Umziehen, denn in dem Neoprenoverall schwitzt man ganz fürchterlich. Mit frischem T-Shirt habe ich in Ruhe mein Kajak auf dem Wägelchen wieder nach Hause gerollt.

Sonntagsrunde mit dem Kajak

Heute war ich wieder mit dem Kajak unterwegs. Da es auf dem Meer recht windig war, bin ich in den Fluss hineingefahren. Da war ich noch nie und habe nicht nur das mir schon bekannte alte russische Schiff, auf dem man im Sommer schön Kaffee trinken kann, wiedergefunden, sondern auch sehr nette, kleine Minihütten direkt am Wasser.

Felsküste der Halbinsel KallhomenEin Café auf einem alten Schiff

Kleine Hütten am Wasser

Eine schöne Runde war das wieder. Nur meine Beine müssen sich wieder an das im Kajak Sitzen gewöhnen.


Nachtrag von gestern: Diese beiden Fotos habe ich gemacht, als ich gestern die Steine fotografiert habe. Diese knallroten Triebe, die sich zwischen den Steinen versteckten – ich kam mir vor wie auf einem anderen Planeten. Die Kätzchen haben mich dann aber schnell wieder auf die Erde zurück geholt.

KätzchenEin knallroter Trieb, was das wohl wird?

Löwenzahn

Maskros På svenska

Vinnaren av årets ”vad-blommar-först-i-min-trädgård”-tävling är en maskros som njuter värmen utanför huset, för efter några ostadiga dager har vi det riktig skönt med sol och 15 °C. Härligt vårvädret alltså. Och så ska det vara nästa dagarna också. Om jag är ingen lathund i morgon så ska jag cykla till jobbet första gången i år. Det blir dags nu!

Och annars? Det finns ingen snö längre i trädgården · buskar och träd börjar knospas · jag är nyfiken när syrenen och rosorna blommar · Gräset växer också – första klippning på helg?

Der Gewinner des diesjährigen „Was-blüht-zuerst in meinem eigenen Garten“-Wettbewerbes ist ein Löwenzahn. Er geniesst die Wärme vor dem Haus, denn nach einigen wechselhaften Tagen haben wir jetzt 15 °C und Sonne. Herrliches Frühlingswetter also. Und so soll es die nächsten Tage bleiben. Wenn mich morgen nicht die große Faulheit packt, werde ich das erste Mal in diesem Jahr wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Wurde auch Zeit!

Löwenzahnblüte im Garten

Und sonst? Es liegt kein Schnee mehr im Garten · die noch kahlen Büsche und Bäume bekommen Knospen · ich bin gespannt, wann der Flieder blüht, die Rosen blühen · der Rasen sprießt und wächst – das erste Mal Rasen mähen am Wochenende?

Beginn der Fahrradsaison

Början av cykelsäsongen På svenska

Idag cyklade jag till Murmansk. Åtminstone kändes det sådant. Jag är alltid ganska slut efter jag cyklade till stan första gången, men speciellt motvinden på vägen tillbaka var inte roligt idag. Framför allt var stjärten glad att vara hemma efter totalt fyra mil. Men vad gnäller jag, det var härligt att cykla mot detta fint och varmt solvädret. Bara vinden på kusten var fortfarande rätt frisk.

Idag lekte jag en liten fotospel: Fotos bara med iPhone och bara medan jag cyklar. Mest utan att kolla skärmen. Och inte stanna! Utan på trafikljuset när jag kom till E4:an för lastbilen var väl lite starkare. Jag har inte redigerad bilderna heller utan att förminska dom till webben. Det var fint att ta kort på sådan sätt. Bara det 4:3-formatet gillar jag inte. Så plump!

Heute bin ich von Skellefteå nach Murmansk geradelt. Zumindest kam es mir so vor. Ich bin immer ganz schön schlapp nach dem ersten Mal Fahrrad in die Stadt fahren, aber heute war der Gegenwind auf dem Rückweg echt gemein. Vor allem der Hintern hatte die letzten der insgesamt vierzig Kilometer keine rechte Lust mehr.

Aber, was meckere ich hier rum, es war schön, wieder mit dem Rad unterwegs zu sein, vor allem bei dem schönen, warmen Sonnenwetter. Nur der küstennahe Gegenwind war noch ganz schön frisch.

Ich habe heute ein kleines Fotospiel gespielt: Fotos nur mit dem iPhone und nur beim Radeln. Möglichst ohne auf das Display zu schauen. Und Anhalten gilt nicht! Ausnahme war bloß der Holzlaster auf der den Weg kreuzenden E4, denn dort war die Ampel rot und der Laster schwer und groß. Ich habe die Bilder auch nicht bearbeitet oder beschnitten (bloß für das Web verkleinert). Sprich, Olaf S durfte heute fotografieren. War auch mal schön. Und ich muss unbedingt lernen, schräge Bilder zu machen. Ein Vorbild: Ragnar Axelsson.

Das Sävenäs MaskinhusetAn der „Kanubucht“SchattenwurfDen Fluss entlangEin Holzlaster kreuzt auf der E4von obenRückfahrt auf dem Waldwegwieder in Skelleftehamn

Bloß das 4:3-Format finde ich ziemlich plump und scheußlich.

Roadtrip nach Bodø

Dieser Artikel ist Teil der dreiteiligen Serie Bodø 2013.

Ich liebe spontane Aktionen! Und als am Freitag Martine angerufen hat, ob ich nicht mit ihr und ihren Gästen aus Australien das Wochenende nach Bodø fahren (und einen größeren Teil am Steuer sitzen) möchte, habe ich begeistert zugesagt. Ich habe ein bisschen früher Feierabend gemacht, zu Hause Kamera und Klamotten ins Auto geworfen und bin nach Kusfors gefahren, wo ich übernachtet habe.

Am nächsten Tag ging es früh raus, denn um kurz nach sieben sind wir aufgebrochen. Schließlich sind es fast 500 Kilometer bis nach Bodø, in Norwegen darf man oft nur 70 fahren und Pause machen möchte man ja auch mal.

Ich bin die Strecke schon zwei Mal gefahren, einmal mit dem Auto im Juli, einmal im Oktober mit dem Bus und ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie unterschiedlich die Klimate und die Landschaften auf der Strecke sind. Um halb neun standen wir an dem kleinen, tiefblauen See in Arvidsjaur, keine zwei Stunden Fahrt später an einem mit Eisschollen bedeckten Stausee im Fjäll.

Der Nyborgstjärnen in ArvidsjaurDer Ringosavvun im schwedischen Fjäll

Erstaunlich, wie wenig Wasser in dem Stausee war. Und ebenfalls erstaunlich, dass wir später noch weiter oben im Fjäll an zugefrorenen Seen vorbeikamen, auf denen die Eisfischer saßen. Bald waren wir an dem höchsten Punkt (740m) angelangt. Hier gibt es hauptsächlich kleine, krüppelige Birken und Fels, Schnee und Eis. Und die Asphaltstraße, die links und rechts mit hohen neongelben Stecken markiert ist. Ab der norwegischen Grenze ist Martine gefahren und ich konnte mich entspannt zurücklehnen und den Blick auf die norwegischen Berge geniessen. Vor allem der markante Solvågtinden begeistert mich, auf dem Berg möchte ich gerne mal stehen aber er ist vermutlich viel zu schwierig zu besteigen. Ich bin kein Bergsteiger.

Auf dem KahlfjällSolvågtinden voraus

In Norwegen verliert die Straße an Höhe und bald ist man wieder im Tal, die Bäume sind grün und nur die schneebedeckten Berge am Horizont bleiben. Und schon bald, nachdem man rechts auf die E6 abgebogen ist, hat man einen schönen Blick auf den Saltdalsfjorden. Wenn man nicht gerade durch einen der kilometerlangen Tunnel fährt. Und irgendwann, so siebeneinhalb Stunden später, waren wir in Bodø.


Unser erstes Ziel: Essen! Frühstück war um sechs und eine kleine Zimtschnecke unterwegs macht nicht satt. Wir konnten schön draußen sitzen und unsere leckeren Fish and Chips geniessen. Kaum sind wir gegangen, hörten wir wüstes Möwengeschrei hinter uns. Die Vögel balgten sich um die nicht nennenswerten Reste auf unserem Tisch; eine hat sich sogar den kleinen Glasnapf mit einem Rest Remoulade geschnappt.

Die Möwen lauern schonFish und Chips in der Sonne

Nach einer kleinen Pause in unserem Hostel sind wir durch Bodø gelaufen. Dieses Mal hat mir die Stadt sehr gut gefallen, vor allem am Wasser. Große Schiffe und kleine Boote gleiten durch das Wasser, Möwen kreischen, der Hafen ist voller Boote und Schiffe. Und überall sind Inseln. Von kleinen Felsbuckeln bis zu fernen Inseln am Horizont. Ein kleines Fischerboot kommt genau auf mich zu. Zwei Frauen warten schon am Kai, um zu schauen, was der Fischer anzubieten hat. Ich weiß allerdings nicht, was das für Fisch ist. Angler und Fischexperten: Habe Ihr einen Tipp?

Ein Fischerboot kommtDer Fisch ist fast so orange wie das Ölzeugs des Fischers

Wir haben nach einem Bummel am Wasser in einer Pizzeria gegessen, die norwegischen Preise ignoriert und zur Pizza eine Flasche Wein bestellt. Danach sind die anderen ins Hostel gegangen aber ich wollte noch ein bisschen draußen sein, habe mir zum Glück das Stativ geschnappt und bin an der zentralen Bucht Rønvikleira weitergelaufen. Ich bin dann auf einen Hügel gestiegen, von dem ich einen schönen Blick auf Bodø hatte. Die Sonne stand schon tief und hat die Häuser und die am blassen Bergketten am Horizont in warmes Licht getaucht.

Blick auf BodøBlick auf Bodø

Blick auf Bodø und die Bucht Rønvikleira

Ich wollte unbedingt noch auf das offene Meer schauen. Ich bin die Straße 834 weitergelaufen, bis ich an einem Grashang über dem Meer stand. Wenn ich nicht so müde gewesen wäre und auch ein bisschen gefroren hätte, wäre ich wohl die ganze helle Nacht dort geblieben, so wunderschön war die Landschaft dort und vor allem das Licht! Das Licht! Schaut selbst. Die Fotos sind nur blasse Kopien der Wirklichkeit, aber das ist ja fast immer so.

Die tiefe Sonne taucht alles in goldoranges Licht

Nächtlicher Blick auf das europäische Nordmeer

Wenn andere in Blogs schreiben „Ich habe mich verliebt“, dann sprechen sie meistens von Hundewelpen oder Osterlämmern. Ich habe mich aber wieder einmal frisch in Norwegen verliebt. Und wenn ich nicht so gute Freunde in Schweden hätte, ein Haus, einen interessanten Job, und, und, und …, wer weiß, vielleicht würde ich dann schon die Jobannoncen in Bodø studieren. Allerdings weiß ich, dass Bodø bei Regen ganz schön trist sein kann, und ebenso, dass dies das dort vorherrschende Wetter ist.

Um halb zwölf war ich wieder am Hostel. Und bin ins Bett gefallen.

Und sonst? Zwei Elche in den Morgenstunden · immer wieder Rentiere, aber keine Herden · Hurtigrutenschiff in der Bucht · 51 NOK (6,80 Euro) für eine Halbliterflasche Wasser und einen Schokoriegel am Kiosk

Frühlingsgrün

Eine der schönsten Farben im Mai ist das frische Grün der Blätter, die in den letzten Tagen aus den Birken schießen. Hat man dann noch blauen Himmel dazu, hebt das die Laune erheblich. Und so habe ich mich nach dem „Lunch“ schnell in eine große verzweigte Birke gestellt und mit dem iPhone nach oben geknipst.

Birkenblätter

Wenn ich das mit vor anderthalb Monaten vergleiche …

Sommerwarm

Meteorologisch unkorrekt: Thermometer in der SonneSommerwarm war es heute in Skellefteå. 21 °C wurden heute Mittag in Skelleftehamn gemessen und in meinem hauptsächlich aus Fenstern bestehenden Wintergarten waren es 32 °C.

Ich habe heute zu Hause gearbeitet, weil wir gerade viel zu tun haben, aber jetzt mache ich Feierabend und werde noch ein bisschen das schöne warme Sommerwetter geniessen.

Rote SchlüsselblumeDas gleiche Sommerwetter hat den Blüten der Sumpfdotterblumen, die ich vorgestern in der Bucht „Kurjoviken“ entdeckt habe schon ziemlich zugesetzt. Aber ein paar Blüten waren noch ganz. Ich mag dieses kräftige Gelb. Eine Schlüsselblume, die auf meiner Kieseinfahrt blüht, hat sich hingegen für ein kräftiges Rot entschieden. Ich kenne die Blumen eigentlich nur in blassgelb.

Sumpfdotterblume in Skelleftehamn

Starker Strom und starke Blume

Tja.

Vom Kajak fahren heute Abend kann ich nicht erzählen, denn ich war zu müde. Das lag daran, dass ich schon um 6:05 (sic) im Büro war und mit dem Programmieren begann. Dass ich so früh wach war, lag auch daran, dass es nicht mehr dunkel wird. Also, keine Kajakgeschichte. Wird nachgeholt.

Ich könnte auch davon erzählen, dass bei uns eigentlich nur schönes Wetter ist. Seit Wochen. Sonne satt, angenehm warm. T-Shirtwetter und mal eine laue, mal eine frische Brise. Draußenwetter. Aber ich weiß bei dem Wetter, welches zur Zeit in Deutschland herrscht – vor ein paar Tagen war Deutschland Europas Kältepol! – mache ich mir damit keine Freunde. Also, keine Sommergeschichte.

Ich könnte auch davon erzählen, dass ich am Sonntag das erste Mal den Rasen gemäht habe und heute einen Strauch ausgegraben. Der war ohnehin schon morsch und die hohen Schneehaufen des letzten Winters haben ihm den Rest gegeben. Da war leider nichts mehr zu retten. Aber das ist mir zu keingärtnerisch, da habe ich keine Lust drüber zu Schreiben. Also, auch keine Held-des-Gartens-Geschichte.

Tja. Was nun.

Na gut, zwei Geschichten habe ich:

Nummer eins:

Als ich heute recht früh nach Hause gekommen bin, stellte ich fest, dass der Bildschirm nicht ging. Ebenso wenig wie die Steckerleiste, die Klimaanlage für den Flügel, der Kühlschrank und die Steckdosen. Licht ging lustigerweise. Nachdem ich einen Freund, der Elektriker ist, angerufen habe und so ziemlich jede Sicherung herausgedreht und ausgewechselt (Ja, ein Teil meiner Sicherungen sind noch die alten Keramikteile zum drehen) und immer noch nichts ging, habe ich dann bei SkellefteKraft angerufen. Sehr netter Kundendienst, muss ich sagen.

Meine Stromversorgung (und die meiner Nachbarn)Und vielleicht eine Stunde später (inzwischen konnte ich den Strauch ausgraben, aber das wollte ich ja gar nicht erzählen) kam einer vom Kundendienst und stellte fest, dass im Schaltkasten auf der Straße zwei Phasen weggeknallt waren. Das ließ sich ja zum Glück schnell beheben. Im Winter hätte man den Kasten erst mal ausbuddeln müssen. Schön, wieder Strom zu haben, vor allem für den Gefrierschrank. Und fürs Smartphone aufladen.

Nummer zwei:

Viola PippilottaAls ich wieder aus dem Wald zurückkam (dort hatte ich meinen Strauch zu den Gartenabfällen … . Ach nein, kein Thema. Stimmt ja.) Wie auch immer, vor meiner kleinen Treppe zum Haus blüht wieder Viola Pippilotta. Das ist das stärkste Veilchen der Welt. Es hat schon letztes Jahr zwischen Schnee und Eis geblüht. Jetzt ist es zurück – vermutlich vom Taka-Tuka-Land – und blüht wieder. Dieses Mal aber weiß statt blau, aber hellblond ist hier ohnehin gerade stark angesagt, vielleicht hat es sich die Blütenblätter gebleicht. Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, eine alte Blumenbekannte wiederzutreffen, auch wenn ich sie vielleicht mit einer anderen Blume verwechselt habe (Das geht mir mit Menschen aber manchmal ebenso).

Wie viel Kraft in den Pflanzen hier steckt, zeigt sich im dicken Asphalt des Fußweges, der für einen kleinen grünen Keim, der ans Licht möchte, kein weiteres Problem darzustellen scheint, wie das folgende Foto zeigt. Ganz schön viel Power. Ich hingegen bin in Schweden ein bisschen fauler und ein bisschen dicker geworden, aber auch das soll hier nicht weiter thematisiert werden.

Eine Pflanze bricht durch den Asphalt

Abendbrot am Meer

Nach einem schönen Sonnentag, den ich bis auf das Mittagessen im Büro verbracht habe, war ich einkaufen, habe Essen, Kamera und Ersatzkleidung gepackt und bin mein Kajak hinter mir herziehend zum kleinen Strand von Storgrundet gelaufen. Dort war ein bisschen Strandbetrieb und ein Junge hat sogar gebadet. Das Wasser ist tatsächlich gar nicht mehr so eisig, nächstes Mal nehme ich auch die Badehose mit. Aber mein heutiges Ziel war die Insel Norrskär, denn dort wollte ich in der Sonne sitzen, aufs Meer schauen und abendessen. Und da ich hungrig war, war ich auch bald da. Wir haben seit Tagen sehr wenig Wasser in der Ostsee und an Stellen, wo ich sonst problemlos paddeln kann, schauen jetzt Steine oder ganze Kiesrücken aus dem Wasser. So musste ich das Kajak zehn Meter durchs seichte Wasser ziehen, ehe ich es an Land ziehen konnte.

Kurze Zeit später saß ich auf dem Fels in der Sonne, schaute aufs Meer und aß. Und das war ja auch ungefähr der Plan. Danach habe ich noch ein bisschen dagesessen und – natürlich – noch ein bisschen umher geschaut und fotografiert.

Lachs, Salat und SprudelwasserAbendbrot am MeerFels am Meer IFels am Meer IIKleine GischttropfenFrühe Abendsonne über der Ostsee

Dann habe ich aber wieder meine Sachen zusammengepackt, die Schwimmweste angezogen und bin mit einen Mini-Umweg an Inseln mit roten Sommerhäusern und frischgrün belaubten Birken wieder zurück zum Strand gepaddelt, wo ich von einigen Jugendlichen, die in und auf ihrem Schrottauto saßen, leicht apathisch begafft wurde. Vermutlich war ich total uncool.

Sommerhäuser am Meer

Vor dreieinhalb Wochen saß ich noch mit dickem Neopren eingepackt im Kajak, heute haben T-Shirt und Schwimmweste gereicht. Allerdings habe ich keine große Lust, so ins Wasser zu fallen, denn das ist weiter draußen natürlich noch ganz schön kalt. Aber das Meer war ruhig, nur bei den kleinen Zappelwellen am flachen Kiesufer muss man ein bisschen aufpassen.


Und nun nutze ich noch die Gelegenheit, mich bei meinen Münchner Freunden unbeliebt zu machen:

Skellefteå heute mittag: 21 °C, Wind 3 m/s, Sonne
München heute mittag: 8 °C, Wind 7 m/s, Sprühregen

Ich schreibe hier im Blog aber auch, wenn es hier bei uns scheußlich ist. Versprochen!

Nachtrag

Ich wollte den Artikel gerade veröffentlichen, da schaue ich noch einmal raus. Keine zehn Minuten später stehe ich mit dem Stativ am Meer, um diese herrlichen Abendfarben zu fotografieren. Elf Uhr ist es, als ich dieses Foto mache, zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang. Kurz vor halb drei wird die Sonne wieder aufgehen.

Sonnenuntergang bei Storgrundet

Sommeranfang

Heute, am ersten Juni, ist für die Meteorologen Sommeranfang. Sie rechnen gerne mit ganzen Monaten, das macht die Statistiken einfacher.

Für die Nordschweden ist schon seit Wochen Sommer. In Lappland war es gestern bis 30 °C warm, wärmer als in Italien, von Deutschland ganz zu schweigen. Aber ich bin mit den gut 20 °C, die wir hier haben, mehr als zufrieden.

Nach dem langen Winter frage ich mich den ganzen Mai schon: Wird in Skelleftehamn am ersten Juni noch Schnee liegen? Irgendwo? Die ganzen Schneehaufen, die vor zwei Wochen noch den Weg zum Bus gesäumt haben sind verschwunden. Aber an der Norra Hamngatan – der nördlichen Hafenstraße – wurde ich noch fündig. Dort liegen tatsächlich noch Schneereste unter den leuchtend grün belaubten Birken. Woran das liegt? Schaut selbst, wie es dort vor zwei Monaten aussah. (Das letzte Bild ist an der gleichen Stelle gemacht.)

Der letzte Schnee in Skelleftehamn

Heute morgen hat es übrigens geregnet. Kurz, aber – geregnet. Ihr Deutschen werdet müde abwinken und sagen „Regen, das kennen wir! Zur Genüge!“. Ich habe mich aber gefreut, weil jetzt alles nach Erde und Natur duftet.

Weiße Nächte

Heute war Sommerfest von Mores, dem Diskussionsklub. Ich bin im Hellen nach Hause gefahren, was kein Kunststück ist, denn es wird viele Wochen dauern, bis es in der Nacht wieder richtig dunkel wird. So sah es heute Nacht um halb eins am Ursviksfjärden aus:

Weisse Nacht am Ursviksfjärden

Bjuröklubb und Kyrkholmen

Nur zwischendurch – heute bin ich schreibfaul – ein paar Fotos von Bjuröklubb …

Der Leuchtturm von BjuröklubbMeine Lieblingskiefer auf Bjuröklubb

… und der Flußhalbinsel Kyrkholmen.

BachstelzeBonnstan

Liebe Eltern,
vielen Dank für die schöne Woche, die wir hier gemeinsam verbracht haben.
Und eine gute Heimreise!