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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Es wird noch kälter

… habe ich heute morgen festgestellt, denn das Thermometer zeigte -25 °C. Und heute ist es bei mir nicht wärmer als -22.2 °C geworden. In der Stadt war es vermutlich noch kälter und über Zentrallappland wollen wir gar nicht reden, da dürfte so mancher Wert unter -40 gelegen haben.

Ich bin heute mit dem Auto in die Stadt gefahren und habe unterwegs ein paar Bilder gemacht. Von der hohen Brücke, die zur Insel Degerön führt, von Örviken, der Stadt am Südufer dieser Insel und von einer Hütte (Schuppen? Scheune? Ich bin kein Bauer) bei Yttervik. Wieder ein herrlich schöner Tag mit blauem Himmel, kalt und ideal zum Winterschwimmen.

Mein Garten

In meinem Garten liegt Schnee. Gerade so viel, dass die Spitzen des Zauns noch eine Chance haben, herauszuschauen. Die Wäschespinne des Nachbarn stakt hervor, aber nur ein kleiner Schneebuckel verrät die Stelle, wo ich im Herbst den großen Busch zurückgeschnitten habe. Dazu fällt leichter Schnee vom Himmel und ab und zu kommt eine Bö und wirbelt das Ganze zu einer großen weiße Schneestaubwolke auf. Winter.

Neuschnee zur Sommerzeit

Pünktlich zur Zeitumstellung haben Wolken 7 cm Neuschnee über Skelleftehamn abgeladen und aus dem trübgrauen Einerlei wurde wieder eine weiße Winterlandschaft.

Mir ist das hiesige Wetter aber relativ egal, da ich gleich erst nach Solberget und morgen weiter nach Kiruna fahre. Die Vorhersagen sehen momentan mäßig aus, aber gerade in der Nähe des Fjälls kann sich das schnell ändern.

Nach Kiruna

Ich sitze gerade inspiriert und auch ein wenig erschöpft in einem kleinen Apartment in Kiruna. Heute war TEDx Kiruna und ich habe acht sehr unterschiedliche und sehr inspirierende Vorträge gehört. Aber dazu später mehr. Drehen wir die Uhr zwei Tage zurück.

Teil 1 – Die Anreise

Am späten Sonntag Vormittag bin ich mit wie üblich voll gepacktem Auto in Richtung Norden losgefahren. Die geplante Route für den Tag: Skelleftehamn – Piteå – Älvsbyn – Vidsel – Harads – Vuollerim – Murjek – Solberget.

In Vidsel bin ich erst am Abzweig Harads vorbei gefahren, um einen Zwischenhalt am Storforsen, den größten Stromschnellen Skandinaviens, zu machen. Das sah trotz des extrem trüben Wetters sehr beeindruckend aus, da muss ich unbedingt mal bei schönem Wetter zum Fotografieren hin.

Dann bin ich weitergefahren. Vor allem die Strecke von Vidsel nach Harads war erlebnisreich: Da ist mir nach 30 Kilometern doch tatsächlich ein Auto entgegengekommen! Kurz vor Murjek wurde es dann ein bisschen langsamer, da die Straße voller Rentiere stand. In Murjek selbst habe ich Bekannte besucht, die sich damals, als ich im Februar 2012 von Murjek aus einen Job gesucht und ja auch gefunden habe, um mich gekümmert haben. Nach einem gemütlichen Plausch habe ich dann auf den Weg nach Solberget gemacht.

Nach einer Nacht im Bauwagen – da schlafe ich immer hervorragend – habe ich noch gefrühstückt und eines von Dirks zahmen Rens (Ob ich wohl Flechten dabei habe?) und einen Fuchs fotografiert. Der Fuchs kommt jeden Tag, hat sich aber an diesem Tag nicht sehr weit vorgetraut.

Bald habe ich mich bald auf den Weg gemacht, denn die Wettervorhersage sagte ziemliches Mistwetter voraus. Und die Fahrt über Gällivare nach Kiruna war auch alles andere als spaßig: Die meiste Zeit hat es geregnet, geschneeregnet, gepladdert und geschneeregenpladdert. Das Wasser hat sich in den tiefen Spurrillen der alten Straße gesammelt und jedes Mal, wenn einem ein Auto, gerne auch mal ein Laster entgegen kam, musste man sich irgendwie an die Seite drücken, während man eine Fuhre Dreckwasser auf die Windschutzscheibe geschmissen bekam. Ich war froh, als ich gestern in Kiruna angekommen bin und habe mich erst einmal ausgeruht.

Teil 2 – der Dinner Event zur TEDxKiruna

Um halb fünf bin ich gemütlich zum Turistbyrå gelaufen, wo die Taxis uns abholen sollten. Uns, das waren wir alle, die das Dinner Event am Vorabend der TEDx-Konferenz mitgebucht haben. Da stand ich nun. Wer nicht kam, waren die anderen. Und ein Taxi war auch nicht da. Bald stellte sich heraus, dass ich der einzige war, der überhaupt ein Taxi bestellt hatte. Das kam dann auch später und hat mich dann zum Eishotel nach Jukkasjärvi gebracht, wo der Treffpunkt zum Dinner Event war. Dort habe ich dankend darauf verzichtet, mir dort einen Winteroverall auszuleihen, denn wir hatten immer noch leichte Plusgrade.

Wenig später stellte sich dann heraus, dass nur zwölf Personen überhaupt an dem Dinner teilgenommen haben: Einige Organisatoren und sechs der acht Redner. Und ich! Wir sind die Straße zur alten Kirche Jukkasjärvis gelaufen, um dort einen Samen zu treffen, der uns erst einmal Rentiere hat füttern lassen. Die waren vielleicht heiß auf die Flechten.

Dann sind wir in das große Zelt gegangen, in dem ein großes Feuer brannte und haben ein hervorragendes samisches Dreigängemenu genossen, während ich unter anderem mit einem Testpiloten, einem Künstler und einem Astronauten über dieses und jenes geplaudert habe. Schade, dass das Dinner nur kurz war und man nicht die Gelegenheit hatte, sich ein bisschen besser kennenzulernen. Aber auf der anderen Seite war ich auch froh, als ich früh zu Hause war und ich bin kurz nach zehn ins Bett gefallen.

Der April, macht was er will.

Heute bin ich das erste Mal wieder Fahrrad gefahren, wenn auch nur in Skelleftehamn. Die Straßen sind frei, der Himmel blau und sogar die erste Ameise habe ich herumkrabbeln sehen.

Als ich wieder zu Hause war, lese ich im neuesten Artikel von Lussekatt – sie lebt in Südschweden – dass sie heute Schneesturm hatten, wenn auch nur kurz. Ha, dachte ich, da haben wir aber mehr Frühling hier oben. Eine viertel Stunde später sah es dann so bei uns aus:

Dicker Schnee fegte von Westen herbei und überschüttete mich und meine Kamera mit großen weißen Flocken. Nach zehn Minuten war alles vorbei, aber auch alles wieder weiß.

Jetzt ist ein großer Teil des Himmels wieder wolkenlos, die Sonne scheint, aber aus irgendeiner Wolke schneit es noch immer, wenn auch nur sanft und leicht.

Schwarzweiß I

Warum nicht mal Schwarzweiß dachte ich gestern, als als grauem Himmel weißer Schnee auf graues Wasser fiel und grau-schwarze Steine bedeckte. Seit gestern schneit es ununterbrochen und nach und nach wurde aus einer sonnigen Pfützenlandschaft wieder eine weiße Winterlandschaft. Verschwunden ist mein Vorgartenrasen, der Kies auf der Auffahrt, die Holzterrasse und auf der Straße liegen zehn Zentimeter nasser Neuschnee. Es schneit immer noch, wird aber gleichzeitig heller und eigentlich sollte der Schneefall in den nächsten Stunden aufhören.

Lerneffekte

Heute Morgen habe ich gelernt, dass Eisblumen auch auf meiner Holztreppe gedeihen, wenn es feuchtkalt ist. Ob da die Schweden ihre schönen Tapetenmuster herhaben? Leider hatte ich nur zwei Minuten für ein paar Schnappschüsse ohne Stativ, denn ich wollte meinen Bus nicht verpassen.

Heute Abend habe ich gelernt, dass es nichts heißt, wenn der Schnee vom Sonntag wieder weggetaut ist. Um sieben begann es in dicken Flocken zu schneien und jetzt ist schon wieder alles weiß. Innerhalb von drei Stunden sind so etwa fünf Zentimeter Schnee gefallen und die Terrasse, die Straße, die Autos, die Dächer sind wieder schneebedeckt. Nachtrag: Der nächste Morgen – ca. 15 cm Schnee sind gefallen und es schneit weiterhin. Das zweite Schwarzweißfoto zeigt die Treppe zum Haus. Die gleiche Stelle übrigens, an der ich am Vortag die Holzeisblumen fotografiert habe.

Aber ich habe auch gelernt, dass die Fotos, die in Farbe die ganze Szenerie im orangen Licht der Neonlampen zeigen in schwarzweiß viel schöner aussehen.

Was sagt denn das Wetter bei Euch? Noch Winter, schon Frühling oder auch mittendrin?

Schnee

Wie ich schon heute morgen geschrieben habe, sind innerhalb von zwölf Stunden gut 15 cm Schnee waren gefallen und bis heute Mittag schneite es kräftig und mit dicken Flocken weiter. Ich schätze, dass seit gestern Abend gut 20 cm heute gefallen sind und wäre es nicht so warm gewesen und der Schnee nicht so pappig, dann läge jetzt bestimmt ein halber Meter.

Ich habe mich dem Bus in die Stadt schlingern lassen und bin dort zwei Haltestellen vorher ausgestiegen, um am Fluss noch ein bisschen durch die weiße Winterlandschaft zu stampfen.

Ich hocke mich ja auch für manches Foto in den tiefen Schnee, aber ich traute meinen Augen kaum, als ich fünf Menschen im Neuschnee Sit-Ups machen sah. Da die Warnweste des Trainers, der sie kommand … ah … motiviert hat, mit dem Logo eines bekannten Fitnessstudios in Skellefteå bedruckt war, haben sie für dieses Training vermutlich auch noch bezahlt.

P.S.: Dies ist übrigens die Woche, in der ich eigentlich wieder in die Stadt radeln wollte …

Das letzte Mal Schnee?

Zum dritten Mal in Folge kam ordentlich Schnee vom Himmel. Den ganzen Tag, die ganze Nacht. Davon haben Lasse, den ich gestern in Kusfors besucht habe, und ich uns aber nicht abhalten lassen, draußen zu grillen.

In Kusfors liegt noch mehr Schnee als bei uns. Bis über die Knie brach ich teilweise durch die verharschte Zwischenschicht, als ich heute morgen vor dem Frühstück eine Runde im Wald machte.

Jetzt hoffe ich, dass der Schnee bald wegschmilzt und ich bald Frühlingsartikel schreiben kann. Mit Frühlingsfotos. Das sieht aber gut aus, denn die Prognosen versprechen wärmere Temperaturen für die nächste Woche.

Kleine Milchmädchenrechnung für Winter- und Schneefans: Wir hatten drei Mal Schneefall: 15cm, 20cm, 10cm. Macht zusammen 45cm. Plus vielleicht 5 cm, die nicht liegengeblieben sind: 50cm. Nassschnee hat etwa die dreifache Dichte von Pulverschnee. Das wäre dann 150cm. Plus 10cm Altschnee von vorher. Wäre also alles als Pulverschnee heruntergekommen und liegengeblieben, würde ich jetzt im Garten bis zur Nase im Schnee stehen.

Besuch

Vor einigen Tagen ist Jan, mein großer Bruder zu Besuch gekommen. Er ist zum ersten Mal hier und ich habe für die Zeit Urlaub genommen, damit wir gemeinsam die für ihn unbekannte Umgebung erkunden können. Und auch entdecke so manches Neues.

I. Wintereinbruch

Am Samstag wurden wir von einem neuen Wintereinbruch überrascht. Wieder einmal kamen Unmengen vom Wasser vom Himmel – teils als Regen, teils als Schnee – die den Wald und dessen Wege in weite Seenlandschaften verwandelt haben. Auf dem Weg lag teilweise noch dicker Altschnee, der aber so tief vom Wasser unterspült war, dass wir an der fotografierten Stelle umgekehrt sind.

Am Nachmittag war das Gras, welches sich nach dem Winter langsam aufrichtet, wieder mit nassem Schnee bedeckt. Aber das war nichts im Vergleich zu Lappland, wo ein Schneesturm zwanzig Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen brachte. Anfang Mai!

II. Strandpromenade

Am Sonntag waren wir in Byske am Strand. Dort gibt es eine etwas größere Bucht mit Sandstrand, die jetzt auch fast nach Sommer aussehen könnte. Wenn nicht im Windschatten der kleinen Sandhaufen noch Schnee vom Samstag kleben würde. Sich nicht noch Eisschichten unter dem Sand verbergen würden. Und – die Wetterprognose versprach blauen Himmel – es nicht einige sehr nasse, windige Regenschauer gegeben hätte. Aber schön war es trotzdem und am Strand liegen finde ich eh total langweilig.

III. Wasserwandern

Gestern wollten wir nach Bjuröklubb, einer sehr schönen Halbinsel, die südlich von Bureå in die Ostsee ragt. Da Jans Wanderstiefel kaputt gegangen waren, hatten wir die Gummistiefel dabei, die ich ihm als Ersatz geliehen hatte. Zum Glück, wie sich noch herausstellen sollte.

Am Burberget, einer Anhöhe mit Skihang haben wir Zwischenhalt gemacht, denn dort hat man einen sehr schönen Blick auf die ganze Umgebung. Und dieses Mal hatte die Vorhersage mit dem blauen Himmel auch recht. Hier haben wir den Entschluss gefasst, hinunter ans Meer zu laufen. Am Wasser sind wir einen Weg, der zu den Sommerhäusern am Meer führt, weitergelaufen. Ich habe auf der Karte auf dem Handy entdeckt, dass es einen kleinen Weg zurück zum Skihang gibt, so dass wir einfach einen großen Bogen laufen können.

Kurz vor dem Abzweig haben wir den Weg verlassen und sind ein Stück über die glattgeschliffenen Felsen gelaufen. Ich mag diese Landschaft sehr, auch wenn ich dort nicht Baum sein möchte. Die Kiefern krallen sich in irgendwelchen Ritzen fest, wachsen dann mit ihren flachen Wurzeln auf dem nackten Stein weiter und so manche wird irgendwann vom Sturm umgeworfen.

Der Weg entpuppte sich eher als theoretisches Konstrukt. An manchen Stellen lag noch eine dicke Schneedecke, dort war es einfach. Aber an vielen Stellen war der Weg überflutet und manches Mal reichten selbst die hohen Gummistiefel kaum aus, um trockenen Fußes weiterzukommen, zumal der Boden unter den tiefen Pfützen an einigen Stellen weich und schlammig war. Aber nach zwei Kilometer Wasser waten und Schnee rutschen sind wir tatsächlich wieder zum Skihang zurückgekommen. Eine schöne, wenn auch etwas abenteuerliche Wanderung.


Trotz des Wintereinbruchs am Samstag ist die ganze Natur am Aufwachen. Schmetterlinge flattern durch die Luft, Ameisen und Käfer krabbeln den Weg entlang. Von der Querstraße sieht man Rehe im Wald und einen Schneehasen im Fellwechsel, der gemütlich grast. In den Zweigen hüpfen Vögel und das Spatzenpärchen vom letzten Jahr bezieht wieder seine Wohnung unter meinen Dachziegeln. Gefällt mir!

Vom Herbst in den Winter

Heute war ich mal wieder in Kusfors, um dort zusammen mit Lasse an der neuen Website unseres Vereines „Dark & Cold“ zu arbeiten. Als ich ins Auto stieg, war es wie meist die letzten Wochen: Fünf Grad und graue Wolken.

Als ich Skellefteå hinter mir gelassen habe, konnte man sehr schön erkennen, dass der Herbst nun fortgeschritten ist. Prägten vor anderthalb Wochen noch das leuchtend bunte Laub die Landschaft, so sind jetzt viele Laubbäume schon kahl oder tragen braun-welke Blätter.

Am Varuträsket konnte man sehr schön sehen, wie viel es in letzter Zeit geregnet hat: Die Uferregionen waren landunter und die Birken standen im halbmeterhohen Wasser.

Nachdem ich mich nassgeregnet, wie ich war, wieder ins Auto gesetzt habe und weitergefahren bin, fuhr ich langsam von einer Jahreszeit in die andere: Dass die rot-weißen Wintermarkierungen wieder gesteckt waren, war mir schon vorher aufgefallen. Nun sah ich aber auch, dass die Außentemperatur mit jeder Meile landeinwärts sank und bald nur noch bei 2 °C lag. Ein Auto mit einem Hundeschlitten auf dem Dach kam mir entgegen. Ein anderes Auto verlor eine Ladung Schnee vom Dach, als es mir entgegen kam. In den Regen mischten sich dicke nasse Flocken, die auf die Windschutzscheibe klatschten. Und dann schneite es. Und plötzlich war alles hell und weiß. Was 40 Kilometer Abstand zur Ostsee so ausmachen.

Noch bevor ich eine schöne Stelle zum Schnee fotografieren gefunden habe, bin ich an einem kleinen, bewaldeten Moor vorbei gefahren. Und dort standen zwei Elche. Netterweise war keine hundert Meter weiter ein kleiner Parkplatz. Ich habe schnell das Tele auf die Kamera geschraubt und bin am Straßenrand durch den nassen Schnee zurück gelaufen. Die Elche – Mutter und Kind – haben aber, statt sich in den Wald zu verdrücken, die Straße überquert, und so habe ich nach zweieinhalb Jahren Schweden tatsächlich das erste Mal ein Elchfoto machen können, welches nicht nur unscharfe und verrauschte Schemen zeigt. Natürlich hätte das Kind sich gerne noch im Profil zeigen können, aber man kann nicht alles haben.

Nachdem die beiden Elche im Wald verschwunden waren, habe ich die Fahrt fortgesetzt. Bald lag die Temperatur bei 0 °C und es schneite heftig. Mir war ein bisschen mulmig zumute, denn ich war noch mit Sommerreifen unterwegs. Einige leichte Bremstests haben aber gezeigt, dass der Kontakt zum Asphalt dennoch gut war und so bin ich, wenn auch langsamer als sonst weitergefahren.

Ich bin dann auch gut in Kusfors angekommen. Immerhin ist der Boden noch warm genug, dass der Schneematsch nicht festfriert. Weil ich aber Angst hatte, dass es über Nacht kalt genug wird und morgen richtig glatt ist, bin ich heute Abend wieder zurück nach Hause gefahren. Und habe das erste mal erlebt, dass ich 70 statt der erlaubten 90 gefahren bin und die Schweden hinter mir mich nicht überholt haben. Die hatten eben auch nur Sommerreifen. Aber nun ging alles umgekehrt. Zuerst lagen auf der 95 noch einige Zentimeter nasser Schnee, doch dann stieg die Temperatur Grad für Grad und bei drei Grad konnte ich schon wieder normal fahren. Nach nur unwesentlich längerer Fahrt bin ich wieder in Skelleftehamn angekommen. Dort war das Wetter wie meist die letzten Wochen: Fünf Grad und graue Wolken.

Und als ich am Rechner sitze, sehe ich, was ich heute vor genau zwei Jahren in diesem Blog geschrieben habe: „Und der erste Schnee Teil 1 und Teil 2“. Aber da hatte es sogar in Skellefteå geschneit.

Ein kurzes Winterintermezzo

Gestern früh hat es wieder geregnet. Laut den Nachbarn von gegenüber sind bis gestern, 16. Oktober, bei uns schon 109 mm Regen heruntergekommen. Das ist etwa so viel, wie in Bremen im Oktober und November zusammen herunterkommt.

Ich saß im Büro und der Regen prasselte auf die Dächer. Im Gegensatz zu den letzten Wochen war es aber kälter und die Temperatur sollte den ganzen Tag sinken. Um halb elf mischte sich Schnee in den Regen, und nach der Mittagspause schneite es. Selbst in Skelleftehamn, welches wegen der Ostsee zu dieser Jahreszeit oft wärmer ist, schneite es den ganzen Abend. Allerdings blieb fast nichts liegen, dazu ist der ganze Boden einfach zu warm und nass.

Heute morgen waren die Regenwolken weggezogen und mit minus vier Grad war es der kälteste Morgen dieses Herbstes. Die dicken Pfützen waren zugefroren und auf dem Gras und den Autodächern haben sich tatsächlich ein paar Schneeflocken halten können.

In der Stadt lag ebenfalls ein kleines bisschen Schnee auf dem Gras und an den abgefallenen Blättern wuchs Raureif. Die Vogelbeeren aber trugen noch buntes Laub und zeigten klar und deutlich, dass noch Herbst ist.

Das bläuliche Licht am Fluss, gepaart mit dem Raureif auf den Holzpodesten hingegen ließ den Fluss schon sehr winterlich und kalt aussehen. Kalt ist das Wasser vermutlich auch, nur die dicke Eisdecke fehlt noch für die Skandinavische Meisterschaft im Winterschwimmen, die dort am 9. und 10. Februar stattfinden wird.

Aber bis zum Winter ist es noch ein bisschen hin. So wie die Temperaturen gestern gefallen sind, stiegen sie heute wieder an und seit Mittag regnet es auch wieder. Auf die 109 mm kommt diesen Monat wohl noch einiges drauf.

Nachtrag: Der schwedische Wetterdienst hat auch gerade gebloggt: In Piteå sind vom 1. Oktober bis heute 167,5 mm Niederschlag gefallen, 104 mm davon vom 4. bis zum 7. Oktober. Damit ist der Oktoberrekord von 1942 schon jetzt gebrochen.

Ein bisschen Winter

Eigentlich wollte ich Ende der Woche einen dramatischen Bericht über den vielen Schnee schreiben, der hier die Woche gefallen sein wird. Aber wie es aussieht, kann ich mir den sparen. Aber fangen wir mit dem Wochenanfang an:

Montag, 26. November

Die Temperatur sinkt auf 0 Grad und ab und zu fällt eine einzelne Schneeflocke, die sofort auf dem nassen Boden schmilzt. Es soll die ganze Woche kälter werden, am Wochenende 20 cm Schnee geben, am Samstag mit viel Wind und dann am Montag sonnig und kalt (Minimum: -15 °C) werden.

Dienstag, 27. November

Über Nacht ist ein Millimeter Schnee gefallen. Im Laufe des Tages fällt Schneestaub – sozusagen die kalte Variante des Sprühregens – aus trübem Himmel. 1 cm Schnee liegt am Abend. Das reicht aber schon aus, um einen dunklen November- in einen hellen Winterabend zu verwandeln: Der Schnee reflektiert alles Licht und plötzlich sieht man nicht nur ein dunkelgrauschwarzes Nichts wie noch letzte Woche, sondern den schneebedeckten Garten und die weiße Straße.

Mittwoch, 28. November

Heute ist der erste Tag mit Dauerfrost. Das ganze bei Wolken und ab und zu mal ein Schneestäubchen, das vom Himmel fällt. Auf den Straßen ist das bisschen Schnee zu Eis festgefahren. Nach der heutigen Vorhersage bleibt es wohl trüb. Am Wochenende sollen ein paar Zentimeter Schnee fallen und windig und kalt werden. Das mit dem Wind fänd ich schade, denn ich möchte gerne noch einmal Kajak fahren, eh die Ostsee zufriert.


Und damit hier nicht nur Text steht, noch ein Foto von heute Abend. Eine sehr schöne Lage hat dieses Haus, vorne der zugefrorene See, hinten die Ostsee, die zur Zeit auch in den Buchten noch offen ist. Der vordere Teil des See ist übrigens blank, da der Wind den lockeren Schnee weggeblasen hat.

Winteranfang

Dieser Artikel ist Teil der fünfteiligen Serie Wintereinbruch 2012.

Heute ist für die Meteorologen Winteranfang. Und das schwedische Wetter hält sich daran. So kalt wie in Vittangi im Norden, wo in der letzten Nacht -33,5 °C gemessen wurde, ist es hier mit fünf Grad unter null zwar nicht, aber der kräftige Wind, der schon die ganze Nacht am Haus gerüttelt hat, lässt einen draußen die Kälte deutlich spüren. Dieser Wind bringt Wolken mit sich und die haben Schnee im Gepäck. Erst fegte der Neuschnee nur die Straßen und Wege entlang, jetzt – um ein Uhr mittags – bleibt er auch überall liegen. Es ist schon ganz schön dämmrig, mit Schnee, Wolken und der Sonne gerade noch 1.5 °C überm Horizont. Daher mache ich die nächsten Fotos erst morgen.

Ein paar Fotos vom Vormittag:

Bei den Wetterwarnungen des smhi liest sich das so:

Warnstufe 1 Schneefall […] An der Küste Schneeschauer die kräftig sein können. Es kommen 10-20 cm Neuschnee und es besteht Gefahr von Schneewehen […] · Warnstufe 1 mäßige Eisbildung (auf der Ostsee) · Warnstufe 1 Starker Wind. Ost oder Nordost ca. 15 m/s[…]

Der Winter ist da

Dieser Artikel ist Teil der fünfteiligen Serie Wintereinbruch 2012.

„Daher mache ich die nächsten Fotos erst morgen.“ habe ich heute Mittag geschrieben. Ha ha ha! Am Nachmittag ging es erst richtig los: Der Wind hat zwar etwas nachgelassen, dafür ist die Temperatur auf -9 °C gefallen. Und seitdem schneit es. Teilweise so stark, dass man nicht einmal die halbe Straße entlang schauen kann. Dazu kommt das starke Schneetreiben. Und alles ist weiß. Nein, eigentlich orange, von den Neonlampen beschienen, die hier alle Straßen beleuchten. Heute Abend um neun lagen so um die 20 cm Schnee und es schneit noch weiter. Und wenn es so weiter schneit, dann haben wir morgen … aber erst mal abwarten, wie sich das Wetter entwickelt.

Wie schon heute Mittag wieder vier Schwarzweißbilder: Drei vom Schnee, eins von mir.

Meine Kameras fanden die Idee, bei diesem Wetter zu fotografieren, eher dämlich: Bei der Nikon D300s funktionierten zum Schluss das hintere Modusrad und die Cursortasten nicht mehr. Das iPhone, mit dem ich das letzte Bild gemacht habe, hat sich nach ein paar Dutzend Fotos einfach ausgeschaltet. Kein Bock mehr. Aber meine Fingerspitzen waren gar nicht böse. Jetzt ist allen wieder warm. Den Kameras und auch meinen Fingern.


Und vor einer Woche hat es noch bei 4 °C geregnet …

Drei Einleitungen zum Sonntag

Dieser Artikel ist Teil der fünfteiligen Serie Wintereinbruch 2012.

1.

– Papa, was is’n Läikefekt?
– Ein Lake Effekt, weißt Du, das ist englisch. Der kalte Wind streift über das warme Meer und zieht feuchte Luft …
– Och nö, Papa, kein Geo!
– … also auf jeden Fall gibt’s dann an der Küste total viel Schnee. Schau einfach mal in das Blog Nordwärts, da siehst Du, was dann passiert.

2.

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3.

Ja hallo, bin ich denn in Kanada? War das jetzt ein Blizzard oder was? Gestern noch grün und heute … . 10 – 20 cm Schnee hat das Wetter gestern vorhergesagt, am Sonntag vormittag abnehmend. Ha, ha, ha! Abnehmend! – man konnte ja teilweise keine 20 Meter mehr schauen! Und windig war es auch noch ganz schön. So viel Schnee in 24 Stunden, das hat auch der Nachbar von gegenüber noch nicht erlebt. Und alle Nachbarn sind auf der Straße und schaufeln Schnee, schaufeln Schnee, schaufeln Schnee.


Geduld, liebe Blogleser, Fotos und ein Bericht kommen noch, aber jetzt muss ich mich ein bisschen ausruhen vom Schnee schaufeln. Und ich habe noch nicht einmal die Hälfte geschafft.

Im Schnee versunken

Dieser Artikel ist Teil der fünfteiligen Serie Wintereinbruch 2012.

Nur zur Erinnerung: Gestern mittag konnte man noch überall den Rasen sehen, denn es war zwar kalt, aber Schnee lagen nur ein paar Millimeter. Dann fing es an zu schneien, mehr zu schneien, noch stärker zu schneien. Entgegen der Vorhersage (10-20 cm Schnee, lässt vormittags nach), schneite es die ganze Nacht durch und auch heute vormittag kamen mit jeder weiteren Stunde fünf Zentimeter dazu. Und da kommt eine Menge zusammen …


Als ich heute aus dem Haus blickte, war alles tief verschneit und es schneite noch immer. Die Straße war eine einzige weiße Fläche und von meinem Auto schauten nur noch ein Teil der Scheiben, Dachreling und Rückspiegel hervor. Bis zum Oberschenkel ging mir das fluffige Weiß auf dem Weg zur Garage. Denn dort standen die Skier, die ich heute nehmen wollte. Inzwischen war der Schneepflug gekommen und hat zusätzlichen Schnee von der Straße vor das Grundstück geworfen. Da musste ich erst einmal durchwaten, um überhaupt auf die Straße zu kommen.

Mit Skiern bin ich dann bergauf die Straße in Richtung Storgrundet gelaufen, bin aber schnell wieder umgekehrt, denn im Wald trug der Schnee nicht und der Weg war schon geräumt, so dass die Skier auf dem Kies kratzten.

Mit den Winterstiefeln (gefüttert – wasserdicht – bequem) ging es dann viel besser. Bei der Skooterspur habe ich den Weg verlassen und bin die Waldwege entlanggelaufen. Oder das, was von den Waldwegen übrig war, denn überall lag der Schnee knie bis hüfthoch. Genau das Richtige, um sich an die alten Trendsportarten von vor zwei Jahren zu erinnern: Tiefsnow stapfing und Power snowangeling! Beim letzten Foto bin ich einfach die verschneiten Felsen heruntergerutscht und weitergerutscht und weitergerutscht. Keine Angst, so tief ist der Schnee dann doch nicht, ich liege hier halb auf den großen schrägen Felsen. (Beim Power snowangeling habe ich mich übrigens einfach rückwärts fallen lassen. Kein Anlauf oder so …)

Die Natur präsentierte sich hauptsächlich in Schwarzweiß. Eigentlich hauptsächlich in Weiß, denn der Schneefall wurde immer stärker und ich war froh, zur Sicherheit einen Kompass dabei zu haben, auch wenn ich die Umgebung inzwischen ganz gut kenne. Vor allem an dem kleinen See Rudtjärnen war alles weiß in weiß und das gegenüberliegende Ufer war nicht zu sehen.

Nach einer recht anstrengenden Runde zu Fuß durch den Tiefschnee bin ich wieder auf den geräumten Weg gekommen. Hier lag schon neuer Schnee. An dem (anderen) kleinen See, an dem ich vor ein paar Tagen noch fotografiert habe, ist es meistens sehr windig. So auch heute. Ich bin kaum zum Ufer gekommen, um ein Vergleichsfoto zu machen, denn der Wind hat die Schneeverwehungen schon hart werden lassen. Eingesunken ist man aber doch bis zum Bauch.

Nun war es bis zur Ostsee nicht mehr weit. Zu meinem Erstaunen war die Ostsee zwischen Insel und Festland zugefroren, auch wenn einige braune Stellen verrieten, dass das Eis noch lange nicht tragfähig ist. Hier habe ich eine Tee- und Esspause gemacht, die war aber bei dem Küstenwind trotz zweiter Jacke ganz schön ungemütlich. Die Insel Storgrundet war im Schneefall und Schneetreiben nicht einmal zu erahnen und auch die Nikon wollte nicht mehr so richtig. Zeit für den Rückweg …

Der Rückweg ging schnell, selbst wenn die geräumte Straße inzwischen wieder zugeschneit war. Als ich wieder in meine Straße einbog, sah ich alle Nachbarn auf einmal. Und alle schaufelten Schnee. Oder unterhielten sich über das Wetter. Manche hatten eine Schneefräse und später kam auch jemand mit einem alten Traktor dazu. Mein Auto war inzwischen bis auf den rechten Außenspiegel komplett unter den Schneemassen verschwunden und auch mein Trampelpfad von vor einigen Stunden war wieder zugeschneit.

Mittags – genau 24 Stunden später – hörte der Schneefall wieder auf. Und in diesen Stunden haben die Wolken 83 cm Neuschnee in meinen Garten geladen. 83 cm in 24 Stunden! Das hat auch der Nachbar von gegenüber noch nicht erlebt! Ich ahnte, dass ich den Rest des Tages mit Schneeschaufeln beschäftigt sein würde. Schon der Pfad zur Haustür hat seine Zeit gebraucht und danach kam das Auto dran, und der Schnee davor. Das ganze war ein bisschen wie Ostereier suchen: Oh, ich habe ein Auto, einen Briefkasten, eine Treppe, ein Kellerfenster! Bloss der Zaun zum Nachbarn ist immer noch im Schnee versteckt.

Ich schätze, ich habe 10 Kubikmeter, also etwa eine Tonne Schnee über meine Schulter geworfen und dementsprechend groggy bin ich jetzt. Richtig groggy! Aber während die meisten Nachbarn nur die Arbeit sehen, freue ich mich, dass der Winter mit einem Paukenschlag pünktlich zum ersten Advent (Stimmt, den haben wir ja heute auch) gekommen ist. Und so viel Schnee bleibt lange liegen, zumal die nächsten zehn Tage Dauerfrost sein soll. Winter wonderland!

Anmerkungen

Eigentlich war heute wieder Skyltsöndag in Skelleftehamn. Da war aber nichts, denn auch der Marktplatz war unter Schnee begraben.

Es hat wohl wieder einen „Lake effect“ gegeben, denn schon zehn Kilometer landeinwärts liegt ungleich weniger Schnee. Und den Lake effekt konnte das smhi vor zwei Jahren auch schon nicht vorhersagen.

Fotografen wird auffallen, dass manche Bilder vignettiert sind. Das liegt daran, dass um die Linse herum ständig Schnee klebte. Zum Schluss war die Hälfte der Bedienelemente an der Nikon eingefroren und das Fotografieren wurde immer schwieriger. Ich werde das nächste Mal die Nikon vorher schon herunterkühlen in der Hoffnung, dass der Schnee dann nicht so leicht am Gehäuse schmilzt und festfriert.

Am Tag danach

Dieser Artikel ist Teil der fünfteiligen Serie Wintereinbruch 2012.

Am Tag danach klarte der Himmel ein bisschen auf und die Temperatur fiel auf knapp -15 °C. Die Ostseebucht, an der ich vorgestern noch Wellen fotografiert habe, ist komplett mit Eisfladen bedeckt, die größtenteils schon zusammengefroren sind. Das war’s erst einmal mit dem Kajak fahren.

Am Haus ist der lockere Schnee schon ordentlich zusammengesackt, von 83 cm auf 67 cm. Die Sonne scheint fahlorange durch eine leichte Wolkenschicht aus der Schneestaub fällt. Es wird ein bisschen wärmer, -12 °C.

Gestern war so manches Auto komplett eingeschneit und das Auto eines Nachbarn war nur noch am Antennenstummel zu orten. Heute musste ich länger suchen, bis ich ein eingeschneites Auto als Fotomotiv entdeckt hat, denn die Menschen sind fleißig. Fast alle haben ihre Fahrzeuge freigeschaufelt und die Wege vom Schnee befreit. Aber zum Schluss habe ich doch noch eines gefunden.


Nachtrag: Und so sah es heute Mittag bei Storgrundet aus. Die Ostsee ist komplett eisbedeckt und wenn es weiter so kalt bleibt, kann ich vielleicht schon nächstes Wochenende zur Insel herüberlaufen.


Nachtrag 2 (20:20): Der Ort Bureå, knapp 10 km weiter südlich, hat noch mehr Schnee abbekommen: Laut Norran – Skellefteås Zeitung – einen Meter. Und im Gegensatz zu hier, wo alle Nebenstraßen und sogar der Fahrradweg sofort wieder freigeräumt waren, waren dort gestern Nachmittag noch viele eingeschneit.

Langer Donnerstag

Was war ich aufgeregt: Meine erste Bilbesiktning – das schwedische Pendant zum TÜV. Um 8:20 hatte ich den Termin und war natürlich viel zu früh da. Als ich dran war, hat mir eine junge Frau das Auto weggenommen und Licht, CO₂-Ausstoß, Bremsen, Unterboden und was weiß ich noch alles überprüft. Nach Ihrer abschließenden Probefahrt habe ich dann ein „Godkänt“ bekommen, also ein „Anerkannt“ – wie schön!

Dann bin ich zur Arbeit gefahren. Als ich über die Brücke gefahren bin, habe ich gesehen, dass ein großer Teil des Flusses Skellefteälven schon zugefroren ist. Also musste ich, statt sofort loszuarbeiten noch einmal zum Fluss laufen und ein paar Bilder machen. Wenn man sich die Fotos ansieht, kann man kaum glauben, dass ich mitten in Skellefteå stehe, welches ja immerhin 33000 Einwohner hat.

Nach der Arbeit hatte ich noch ein bisschen Zeit zum nächsten Termin. Also bin ich in die Bonnstan gefahren und habe dort ein paar Fotos gemacht. Leider war der Himmel bewölkt und ist deswegen auf den Fotos viel zu hell. Ich muss dort noch einmal hinfahren, wenn der Himmel klar und Neuschnee gefallen ist. Ich habe mich dann in den Schnee gesetzt, auf den Fluss hinuntergeschaut und ein kleines Abendbrot gegessen.

Dann ging es aber weiter zur Probe, denn nächste Woche bin ich auf der Bühne. Nicht als Schauspieler – das kann ich gar nicht! – sondern als Pianist. Ich bin gefragt worden, ob ich bei dem Stück „Julstämningen“ – Weihnachtsstimmung mitwirken möchte. Es ist eigentlich ein Einpersonenstück in vier Teilen, aber mit auf der Bühne steht ein Chor, der auch szenisch eingesetzt wird und ich spiele Klavier.

Das macht Spaß, auch wenn mir momentan alles ein bisschen viel ist. Denn am Dienstag Abend hatten wir unser wöchentliches Treffen mit Dark & Cold, mit dem wir unter anderem die nächste Winterschwimmmeisterschaft im Februar 2013 organisieren. Da ist viel zu tun und am Wochenende muss ich die Visitenkarten für uns machen. Gestern war der „Creative Summit Winter“ – eine halbtägige Konferenz unter dem Motto „Drive, Talent & Innovation“ mit anschließendem Dinner und Beisammensein. Sehr nett, aber ich habe das Lauterwerden der Musik zum Anlass genommen, früh zu gehen. Denn Schnee schaufeln musste ich ja auch noch fast jeden Morgen und Abend, auch wenn keine Massen mehr herunterkommen. Aber über Schnee, Kälte und all so was schreibe ich das nächste Mal wieder.

Einen Nachteil hatte mein langer Donnerstag heute: Ich konnte nicht das Nikolauspaket abholen, welches seit heute beim ICA auf mich wartet.