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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Zu Wasser und zu Lande

Während München heute mit Temperaturen von über 30 °C einen neuen Temperaturrekord für April aufgestellt hat, bin ich heute zwischen Eisschollen Kajak gefahren. Das heißt nicht, dass es hier wirklich kalt war, wir hatten heute mittag auch immerhin etwa 15 °C, aber der Wind hat – woher auch immer – wieder Eis in die Bucht geblasen.

Ich war ziemlich früh wach – Sonnenaufgang war ja schon um zehn nach vier – und war neugierig, ob man mit dem Kajak durch die Eisschollen zum offenen Wasser paddeln kann. Es ging, hat aber einige Zeit beansprucht. Da auch die geschützt liegenden kleinen freien Flächen zwischen den dicken Schollen einige Millimeter dick zugefroren waren, knirschte das Boot mit jedem Paddelschlag. Das neue Eis war immerhin dick genug, um das Paddel darauf abzulegen, aber leicht mit dem Kajak zu brechen. An manchen Stellen war es schwieriger, zwischen dem Eis durchzukommen. Manchmal half einfach Anlauf, um das Boot zwischen zwei Schollen zu bugsieren, manchmal habe ich mit den Händen kleinere Schollen weggedrückt oder mich am Eis entlang gehangelt. Nach einiger Zeit war ich dann tatsächlich auf dem offenen Wasser, aber schon so ausgepowert (Hallo Kondition, wo bist Du?), dass ich nur eine kleine Runde gedreht habe. Der Rückweg war einfacher, denn meine kleine Fahrtrinne war noch frei.

Ich hatte ohnehin meinen wasserdichten Anzug an, also habe ich der Neugier, ob man auch zu Fuß laufen kann nachgegeben. Ich musste ein paar Meter durch knietiefes Wasser waten, dann konnte ich auf das Eis steigen. Die großen Stücke halten einen locker und wackeln keinen Millimeter, wenn man auf ihnen läuft. Die kleinen Schollen hingegen sinken unter die Wasseroberfläche und es ist schwer, das Gleichgewicht zu halten. Schnell war allerdings der kurze Weg über das Eis zu Ende und ich bin zurückgelaufen. Die eine Eiszunge, die mich auf dem Hinweg getragen hat, ist allerdings auf dem Rückweg abgebrochen und ich stand im Wasser, welches dort allerdings nur hüfttief ist.

Nach einem warmen, sonnigen Tag hat sich der Himmel jetzt am Nachmittag zugezogen und es pladdert. Ich finde das allerdings schön, denn erstens muss ich heute nicht mehr raus und zweitens kann man wirklich zusehen, wie der Pladderregen den Schnee wegfrisst. Fast die Hälfte des Gartens hinterm Haus ist schon schneefrei und da lag vorgestern noch einiges.

Valborgsmässoafton

Gestern habe ich den Valborgsmässoafton – die schwedische Version der Walpurgisnacht – mit einigen Freunden in Kusfors im Café Ångloket verbracht.

Ich wusste, dass überall im Land große Feuer angezündet werden. Ich wusste aber nicht, wie existentiell es ist, große Stückchen Falukorv – eine schwedische Wurst – aufzuspießen und über dem Feuer zu grillen. Das Geschmackserlebnis hält sich in Grenzen, aber am Feuer sitzen und irgendwas hineinhalten macht ja immer Spaß.

Nichts mit Valborg zu tun hingegen hatte die Tipspromenad. An verschiedenen Bäumen kleben Zettel mit einer Frage und drei Antwortmöglichkeiten. Die richtige Antwort muss man auf seinem „Kontrollkupong“ ankreuzen. Ich wusste fast keine Frage, da mir dazu mehrere Jahrzehnte schwedischer Fernsehkonsum fehlten und ich habe mich an gewisse Klassenarbeiten zurückerinnert, als ich wild ratend 1, X oder 2 angekreuzt habe. (Warum das nicht 1–2–3 oder A–B–C, sondern 1–X–2 ist, weiß ich auch nicht).

Um halb elf, als es schon recht dunkel war, gab es dann ein richtiges professionelles Feuerwerk. Danach leerte sich das Café recht schnell und ich habe noch ein bisschen mit aufgeräumt, ehe wir den Abend in kleiner Runde bei Lasse und Martine fortgesetzt haben.

Besuch II

Wie schade, wie schade! Heute werde ich Jan, meinen Bruder wieder zum Flugplatz bringen und unsere schöne gemeinsame Zeit geht zu Ende.

Es ist Sonntag, halb neun morgens. Ich sitze am Computer und schreibe Blog, bevor Jan und ich zusammen frühstücken. Die Nacht war kühl, aber die Sonne scheint vom blauen Himmel und hat den Wintergarten schon auf 18 Grad geheizt. Was für ein Kontrast zu dem Wetter am Mittwoch.


Wir sind am Mittwoch mit dem Auto nordwärts nach Luleå gefahren und haben uns bei schönem Wetter erst die Stadt angeschaut und dann die Gammelstad, die alte Stadt, die weiter im Landesinneren liegt. Danach sind wir weiter in Richtung Norden nach Solberget in Lappland gefahren. Es fing an zu regnen und wurde kühler und irgendwann fuhren wir bei 2 °C durch dickes Schneeflocken­gestöber. Nach der Überquerung des Polarkreises war es nicht mehr weit nach Solberget, wo wir um sechs angekommen sind. Nass, nass, nass! Der Schneeregen von oben, der viele Schnee, der überall noch liegt und die matschige Pfützenlandschaft auf dem Hof, auf dem sich die Stiefel schmatzend festsaugen und die man momentan mit dem Auto möglichst nicht befahren sollte. Mitte Mai ist eben keine Touristensaison in Lappland.

Am nächsten Tag sah alles anders aus. Beim Morgenspaziergang zu den langsam auftauenden Mooren war der Himmel noch bedeckt, aber bald kam die Sonne heraus und schien auf die pelzigen Geweihe, die den Rentieren jetzt neu wachsen.

Auf dem Rückweg schien weiterhin die Sonne. Füchse liefen über die Straße und Auerhennen drückten sich in die Gräben am Wegesrand. Leider bewölkte sich der Himmel wieder und am Storforsen, den großen Stromschnellen bei Älvsbyn regnete es wieder. Während die Stromschnellen oben eisfrei sind, liegt flussabwärts noch ein meterdicker Eispanzer auf manchen Teilen des Flusses.

Zum Abschluss noch zwei Bilder vom gestrigen Ausflug an den Kågefjärden. Über das Foto vom Kranich freue ich mich, selbst wenn es nicht so toll gewesen ist. Denn dieses Jahr habe ich schon viele dieser herrlichen Vögel gesehen, aber meistens weit, weit weg oder an Stellen, wo man mit dem Auto nicht stehenbleiben konnte.

Auf’s Dach gestiegen

Nachdem vorgestern am Sonntag endlich der allerletzte Schneerest auf meinem Grundstück weggeschmolzen ist, war es heute richtig schön sonnig und warm. Ein Kollege und ich haben heute das erste Mal draußen am Fluss zu Mittag gegessen. Das war zwar ziemlich windig, aber schön, einmal wieder ohne dicke Jacke im Freien zu sitzen.

Um drei gab es fika, die traditionelle Kaffeepause. Wir saßen zum ersten Mal auf dem Dach und auf der schwarzen Dachpappe konnte man die offizielle Temperaturmessung von elf Grad im Schatten lächelnd ignorieren und ein erstes Sonnenbad im T-Shirt nehmen.

Obwohl das Dach nur 10° Hangneigung hat (herrlich zum Liegen!), war mir ein bisschen mulmig zumute. Seitdem ich aus München weggezogen bin, bin ich einfach keine Berge und Hänge mehr gewohnt. Aber wenn das Wetter so bleibt, werde ich bestimmt immer wieder Gelegenheit haben, zu üben …

Frühlingskajak

Es ist kaum zu glauben. Vor vier Wochen bin stand ich noch in Neopren eingepackt auf den großen Eisschollen, die der Wind in die Bucht getrieben hat. Heute bin ich im T-Shirt (und mit Schwimmweste) Kajak gefahren. Das Wasser ist noch sehr kalt, also habe ich mich nie weit vom Ufer entfernt und hatte auch Ersatzkleidung für den Fall der Fälle dabei. Aber Luft und Wasser waren so herrlich ruhig, dass ich nicht nur Storgrundet und Brambärsgrundet umrundet habe, sondern auch einen kleinen Abstecher nach Norrskär gemacht und dort auf den glatten Felsen Abendbrot gegessen habe.

Stellt Euch folgende Soundscapes zu den Bildern vor:

Stille – leise Wassergeräusche: glucksen, gluckern – Das Paddel taucht mit leisen Plätschern ein.

Hundert Möwen steigen auf und schreien, kreischen und schrillen. Einige weitere hundert Möwen gesellen sich zu ihnen. Die vielen hundert Schreie überlagern sich und vereinigen sich zu einem starken, großem Dauerton, der nur langsam wieder verebbt.

Auf der Insel – Stille – zwei Graugänse fliegen laut trötend vorbei – Flügelschläge – in der Ferne ein Motorboot – leichter Wind flüstert in der Ohrmuschel.

Zurück mit dem Kajak – mehr Vögel – Zwei Singschwäne, Enten, Möwen und Vögel, die ich nicht kenne steigen platschend, planschend und rufend vom Wasser auf.

Der kleine Strand, an dem ich gestartet bin, ist in Sicht. Ich nehme Anlauf, das Wasser platscht, Boot knirscht auf Sand. Eine herrliche Feierabendtour ist zu Ende und ich freue mich schon auf die nächste Kajakrunde.

Tagestour nach Uganda

Gestern am Samstag war herrliches Frühsommerwetter. Genau den Tag, den man sich wünscht, wenn man nach Uganda fahren will. Uganda, wie jeder weiß, liegt in Afrika. Das ist zum Glück nicht so weit von hier. Eine Stunde Autofahrt und schon ist man da.

Ich habe unter dem blauen Himmel auf dem Gras gesessen und der traditionellen Musik Ugandas gelauscht. Die Rhythmen dieser Musik sind untrennbar mit Tanz verbunden und auch meine Hüften fingen irgendwann an, in den polyrhythmischen Strukturen nach einem Bezugspunkt, den auch ein ungebildeter Europäer versteht, zu suchen, während mir selbst im T-Shirt gut warm war.

Den fünf Ugandern fanden es allerdings eher kalt. Das mag daran liegen, dass dieser phantastische Auftritt zugegebenermaßen nicht in Uganda selbst, sondern in Kusfors im schwedischen Inland stattgefunden hat. Mich hat die Veranstaltung extrem inspiriert, da die Kultur so anders als jene, in der ich aufgewachsen bin, ist. Während die Rhythmen mich mehr musikalisch anregen, spricht mich die Lebensfreude, die die Gruppe ausgestrahlt hat, als ganzen Menschen an.

Ich will versuchen, diese Freude ein bisschen mehr in meinen Alltag zu übernehmen. Wahrscheinlich kein leichtes Unterfangen für einen tanzmuffeligen und kontrollierten Menschen wie mich.

Morgen Abend spielt die Gruppe in einer Schule in Skellefteå. Kommt einfach vorbei – Uganda ist nicht weit.

Die helle und die dunkle Seite

Heute morgen in Kusfors bin ich durch den Wald hinunter an den Fluss gelaufen. Trotz des klaren, warmen und sonnigen Wetters fand ich die Atmosphäre, die mich dort erwartete ein bisschen gespenstisch.

In der flachen Bucht, die durch eine schmale Landzunge vom Skellefteälven, dem Fluss abgetrennt ist, stehen hunderte alte, knorzige Baumwurzeln. Die Stämme sind alle abgesägt. Nur ein wenig Gras wächst auf dem schlammigen Ufer und den Untiefen, die einige Zentimeter aus dem Wasser ragen. Was mag hier passiert sein?

Auf der Südseite der Landzunge zeigt sich mir ein völlig anderes Bild: Ein Sandufer trennt den tiefblauen Fluss von einer Reihe grünender Bäume und man denkt an Sommer und Baden, selbst wenn das Flusswasser noch sehr kalt sein mag. Was für ein Kontrast zu der Mondlandschaft, die keine zehn Meter von diesem schönen Strand entfernt ist.

Lasse schließlich klärt mich auf: Früher war der Fluss hier schmal und der Wasserstand um einiges tiefer. Der Name Kusfors trägt das Wort „Fors“, zu deutsch Stromschnelle in sich. Der Skellefteälven wurde dann aber flussabwärts von Skelleftekraft zur Energiegewinnung gestaut und so wurde der ufernahe Wald abgeholzt, ehe der Wasserstand durch die Staumauer erhöht wurde. Nun wirkt diese Stelle öde und tot; selbst Wasservögel habe ich bei meinem Spaziergang kaum angetroffen.

Die Nordische Feuchtsavanne

Die Nordische Feuchtsavanne ist ein dauerfeuchtes Biotop, das vor allem durch meterhohes Gras geprägt ist. Es dient als Lebensraum für die Gemeine Stechmücke Culex pipiens, aber auch verschiedene Vögel wie zum Beispiel die Wacholderdrossel Turdus pilaris fühlen sich im hohen Gras wohl. Die Nordische Feuchtsavanne findet man nur kleinflächig und vereinzelt an einigen Stellen Nordschwedens. Sie bildet sich vor allem an den Stellen, an denen deutsche Immigranten leben, die zu lange mit dem Rasen mähen gewartet haben.

Heute war es den ganzen Tag trocken und als ich von der Bushaltestelle nach Hause lief, konnte man das mehrstimmige Gebrumme verschiedener Benzinrasenmäher hören. Denn wer klug ist, nutzt die trockenen Stunden, um seinen Rasen kurz zu halten. Nun – ich war nicht so klug und habe ein, zwei Gelegenheiten verstreichen lassen. Dann kam eine Woche mit viel Regen und wupps! – hatte ich eine Nordische Feuchtsavanne rund ums Haus. Vor allem vor dem Haus war das Gras schon bis zwanzig, dreißig Zentimeter lang und mein armer alter Benzinrasenmäher ist so manches Mal ausgegangen, wenn die schlingpflanzengleichen Halme sich wieder um den Rotor gewickelt haben.

Doch anderthalb Stunden und zwei enorme Schubkarrenladungen später sah mein Rasen wieder wie ein Rasen aus. Nun kann ich den Wacholderdrosseln wieder beim Würmer picken zuschauen und die Mücken, die jetzt langsam und vereinzelt auftauchen, dürften gerne andere Orte heimsuchen.

Jazz in Kusfors

Ein bisschen schwebe ich noch. Ich hatte nämlich die Freude, heute mit zwei anderen Musikern ein Jazzkonzert im Café Ångloket in Kusfors zu geben. Mit dabei waren der Bassist Anders „Löwis“ Löfgren, mit dem ich im gleichen Café schon einmal im November Duo gespielt habe und dieses Mal neu die Sängerin Åsa Granlund Jonsson, die ich gefragt habe, ob sie das Konzert mit uns spielen möchte.

Wir hatten nur eine Probe und ein herrliches Durcheinander an Stücken, vom sehr traditionellen „All of me“ über von mir arrangierte schwedische Volkslieder wie z.B. „Jag vet en dejlig rosa“ bis hin zur harmonisch seltsamen Komposition „Kusfors“, die ich letzten Herbst für diesen Platz geschrieben habe. Trotz des Sammelsuriums hat die Folge der Stücke aber sehr gut funktioniert und mir macht es auch Spaß, nach einer offenen modalen¹ Ballade wieder ein 2-5-1²-Swingstück zu spielen.

Ich habe mich riesig gefreut, dass so viele Leute da waren, die ich kannte. Die besten Freunde waren ebenso da wie zwei Kollegen (mit Baby, das sich nur durch den Applaus hat irritieren lassen) und auch mancher gute Bekannte ist aufgetaucht. Toll! Letztendlich habe ich aber für alle Leute gerne gespielt, denn ich spürte, dass jeder erfrischend unvoreingenommen der Musik zugehört hat, auch wenn teilweise recht moderne und abstrakte Passagen dabei waren. Und so habe ich mich – auch wenn ich wie gewöhnlich nicht mit allem zufrieden war, was ich gespielt habe – doch rundum wohl gefühlt.

Und wie schon beim letzten Mal:

Danke, Åsa und Löwis für das schöne Zusammenspiel,
danke, Lasse für die Organisation,
danke, Martine für das leckere Essen,
danke, Per für das gute Klavierstimmen,
danke, Unbekannter für das oben verwendete Foto,
danke, Publikum für Euer dabei sein.

Wir haben beschlossen, uns nach dem Sommer (Sommer geht in Schweden immer vor) wieder zu treffen und ein bisschen zusammen zu spielen und ich hoffe auf ein weiteres Konzert im Herbst.

¹ modal: Thema und Improvisation beruhen nicht auf wechselnden Akkorden, sondern einer Tonleiter oder Skala. Schwer zu erklären, ohne weitere Musikbegriffe zu benutzen. Zu finden in Stücken wie „So what“ von Miles Davis oder „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock.

² 2-5-1: Wohl die häufigste Akkordverbindung im Jazz. Zu finden in Stücken wie „Tea for Two“ von Vincent Youman, „Satin Doll“ von Duke Ellington und etwa siebentausend anderen.

Was für eine Woche

Juni ist der Monat, in dem der Nordschwede – also der Nordschwede an sich – merkt, dass bald Juli ist. Und Juli ist die Zeit, in der die meisten Urlaub nehmen und in ihre Sommerhäuser am See, im Fjäll oder auf der Insel fahren. Deshalb versuchen alle, in den Juniwochen das unterzubringen, was andere Nationen in einem halben Jahr veranstalten.

Neben dem Creative Summit, auf dem ich zwei Tage war, hätte ich letzte Woche unter anderem den Bootstag in Kåge besuchen, drei (!) bezahlte Klavierjobs spielen, und am Sommerfest meines Diskussionsclubs teilnehmen können. Ich hatte allerdings besseres vor, denn Christina, eine liebe Freundin aus München war seit Dienstag Nacht zu Besuch und so habe ich den Freitag freigenommen und die vielen Veranstaltungen den Schweden überlassen.

Über den Creative Summit selbst will ich gar nicht so viel schreiben. Es ist sehr schwer, die teils hervoragenden Vorträge von Rednern aus Schweden, Norwegen, Trinidad, den USA und Kanada gut zusammenzufassen und das soll auch nicht Thema dieses Artikels sein. Ich möchte bloss auf die hervorragenden Arbeiten von Jonathan Harris hinweisen und jedem Programmierer ans Herz legen, den Artikel Cold + Bold zu lesen, und zwar mindestens zwei Mal im Jahr.

Zum Creative Summit gehören allerdings nicht nur die Vorträge, sondern auch die Feste am Abend, bei denen man bis in die helle Nacht hinein (dunkel wird es ja nicht mehr) mit vielen unglaublich netten und interessanten Menschen ins Gespräch kommt.


Am Freitag Abend haben Christina und ich auf der Halbinsel Kallholmen gepicknickt, dabei hatten wir Sicht auf die Insel Kalkgrundet, die ich auch noch nicht kenne. Später hatten wir auch noch Livemusik, denn auch der Bootshafen hat den Juni genutzt, um ein Fest zu organisieren.

Am Tag darauf haben wir ein zweites Kajak vom Nachbarn geliehen und eine schöne Tour zur Insel Kalkgrundet gemacht. Dort haben wir alles aufgegessen, was vom Picknick des Vorabends übrig geblieben ist und ich habe mir den ersten Sonnenbrand geholt. (Man soll sich nie auf die Wettervorhersage verlassen, die Wolken ab 13:00 vorhergesehen hat.)

Gestern nachmittag habe ich Christina zum Flugplatz gebracht. Nichts liegt mir ferner, als hier eine deutsche Siedlung zu gründen, aber ich bin jedes Mal traurig, wenn ich wieder einen guten Freund, eine gute Freundin nach Deutschland entlassen muss. Vor mir aus können alle gerne hierbleiben – und ich meine, was hat München schon zu bieten …

Nun bin ich wieder alleine und nutze diesen Zustand, um die nächsten zwei Wochen viel zu arbeiten, denn dann gibt es eine gute Chance, dass auch ich – wie so der Nordschwede an sich – den ganzen Juli freinehmen kann.

Nachtrag: Was sonst noch war: Das erste Mal im Sommer baden · warmes Sommersonnenwetter · Spaghetti mit Elchbolognese · nächtliches Baustellenchaos rund um Umeå · der Flieder beginnt zu blühen · mitgebrachte Mozartkugeln

Endspurt

Ich sitze am Rechner und schreibe eine technische Dokumentation. Und das bei dem schönen Wetter! Aber das ist mein diesjähriger Endspurt vor den Sommerferien, denn Mitte nächster Woche soll die Dokumentation fertig sein. Und mein Urlaub beginnen.

Aber wenn es morgen wirklich den ganzen Tag regnen sollte, dann werde ich morgen arbeiten und vielleicht kann ich dann schon ab Montag freinehmen. Den ganzen Juli!

Mit mir haben so ziemlich alle zeitgleich frei, denn fast ganz Schweden nimmt um den Juli herum Urlaub, um den schwedischen Sommer zu geniessen und Licht und Wärme zu tanken. Irgendwann im August treffen sich dann alle wieder und erinnern sich daran, dass sie ja auch einen Job haben.

Life saver system

Seit gestern habe ich zwei Klimaanlagen. Eine im Auto und eine im … Flügel!

Im Laufe des Jahres schwankt die Luftfeuchte in den Häusern Nordschwedens erheblich. In der Heizperiode im Winter liegt sie teilweise unter 30%, im Sommer hingegen steigt die Feuchte rapide an und ein kleiner Luftentfeuchter¹ im Keller holt jeden Tag einen Liter Wasser aus der Luft in meinem Bibliotheks-Gästezimmer.

Diese Schwankungen beeinträchtigen nicht nur die Stimmung des Flügels, die vorgestern noch eher an ein Honkytonk-Klavier aus einem Westernsaloon erinnerte, sondern es besteht auch die Gefahr, dass der Resonanzboden Risse bekommt. Ein Alptraum für jeden Pianisten.

Um das zu verhindern ist gestern Per Blind, ein Klaviertechniker vorbeigekommen und hat ein sogenanntes Life Saver System eingebaut. Die meiste Zeit lag er dazu unter dem Flügel und war damit beschäftigt, Löcher zu bohren, Komponenten festzuschrauben und alles zu verkabeln.

Nun habe ich am Flügel eine Stange zum Entfeuchten, ein System zum Befeuchten, eine überraschend große Zentraleinheit, die alles steuert und eine Anzeige, die mir sagt, wann ich Wasser ins Befeuchtungssystem nachfüllen muss. Ich fühle mich sehr beruhigt, dass mein Flügel jetzt den nordischem Klima nicht mehr ungeschützt ausgesetzt ist und bin auch gespannt, ob dieses Mal die Stimmung länger hält.

Apropos Stimmung: Der Flügel ist gestern auch gestimmt worden, dieses Mal nach einer anderen Philosophie, die nicht die Reinheit der Oktaven als oberste Priorität hat, sondern darüber hinaus die Frequenzen noch etwas mehr spreizt, um einen größeren Klang zu bekommen. Und was soll ich sagen – ich muss mich noch ein bisschen daran gewöhnen, aber es funktioniert. Vor allem der Bassbereich klingt jetzt größer, bauchiger und voller.

¹Na gut, also habe ich fast drei Klimaanlagen. Nobody expects the Spanish Inquisition!

Semester

Juli ist Urlaubszeit und wenn ein Schwede sagt, „Jag har semester“, dann will er einem nichts über sein Studium erzählen, sondern, dass er frei hat, denn semester ist das schwedische Wort für Urlaub.

Und ich? Jag har också semester! – Ich habe auch Urlaub. Den ganzen Juli! Und wie viel ich in dieser Zeit hier im Blog schreibe weiß ich noch nicht. Ich wünsche allen, die auch im Juli Urlaub haben trevlig semester! – schöne Ferien!

Ein Urlaubstag

Wieder ein schöner Urlaubstag mit meinen Eltern, die hier gerade zu Besuch sind und heute auch mit schwedischen Freunden. Vier Fotos von Bygdsiljum und Skelleftehamn, ehe ich ins Bett falle. Ein andermal mehr.

Wir nannten ihn Olaf

Ein Gastbeitrag von meinen Eltern aus Bremen.

Wir nannten ihn Olaf, weil uns der Klang des Namens gefiel und wir uns einige Male in Skandinavien sehr wohlgefühlt hatten. Und dort gehört dieser Name ja hin.

War es ein Bazillus, der sich auf ihn in verstärktem Maße übertrug? Kurzum: „Da haben wir den Salat!“ Olaf wohnt nun seit über zwei Jahren in Schweden.

Für uns gibt es zwei Seiten: Eine negative – die Entfernung zu Deutschland – aber auch eine positive: Wir haben Skelleftehamn und die weitere Umgebung inzwischen als jährliches Urlaubsziel entdeckt!

Olaf hat keine Mühen und Kilometer gescheut, uns Orte wie Örviken, Burträsk, Bygdsiljum, Kåge, Kusfors und andere zu zeigen. An einem warmen Sommertag konnten wir sogar ein „Kurzschwimmen“ in der kalten Ostsee veranstalten.

Auch bei lieben Freunden von Olaf durften wir schöne Stunden bei leckerem Essen in herrlicher Umgebung verleben – ganz herzlichen Dank dafür.

Lieber Olaf, es war wieder sehr schön bei und mit Dir. Danke!

Wollgras

Gestern war ich draußen, ein bisschen die Umgebung bei mir erkunden und mitten auf einer Anhöhe entdecke ich eine kleine sumpfige Stelle mit Wollgras. Das wollte ich ohnehin schon einmal fotografieren und so habe ich meine Kamera ausgepackt und begonnen, Bilder zu machen. Über mir quollen dicke Kumuluswolken und bald darauf lag das Wollgras im Schatten. Noch während ich in den Himmel schaute, um zu schauen, wann die Sonne wieder hervorkommt, hörte ich es ordentlich rumpeln. Ein Gewitter – eine Seltenheit hier. Nun ist bei Gewittern eine kahle Anhöhe nicht der ideale Aufenthaltsort, also habe ich das Weite gesucht und bin durch den Wald nach Hause gelaufen, während dicke Tropfen herunter klatschten. Zu Hause angekommen war das kleine Gewitter aber schon wieder vorbei.

Heute war ich noch einmal unterwegs und habe Wollgras fotografiert. Die Aufnahmen entstanden an anderen Stellen, denn fast überall, wo es nass ist, wächst diese Pflanze.

In den Ritzen, die sich in den großen Felsen gebildet habe, wachsen oft junge Birken. Ob sie genug Platz finden, um starke Wurzeln zu bilden, genug Wasser zu finden und groß und alt werden?

Aufruf an die Botaniker: Weiß jemand, welche Blume auf dem letzten Foto abgebildet ist? Ich habe keine Ahnung und leider auch vergessen, die ganze Pflanze zu fotografieren.

Das weite blaue Meer

Gestern nachmittag war so schönes Wetter, dass ich ein paar Sachen¹ gepackt habe, das Kajak aus der Garage geholt und nach Storgrundet gerollt habe. Mein Ziel war die Insel Flottgrundet, wo Nachbarn ihr Sommerhaus haben. Sie sagten, sie warteten darauf, dass ich mal mit dem Kajak vorbeikäme. Gerne doch!

Mein ursprünglicher Plan, am gleichen Tag wieder zurückzupaddeln, wurde von meinen Nachbarn schnell verworfen und durch einen besseren ersetzt: Ich solle doch einfach dableiben und im Gästehaus übernachten, dann könne ich auch wie sie Wein trinken. Gerne doch!

Bis spät in die Nacht haben wir Weißwein getrunken, über Menschen, Politik, das Universum und überhaupt alles diskutiert, Inselnachbarn besucht, den Hund gekrault und wir hatten es richtig schön. Auch wenn die Nächte schon ein bisschen dämmeriger werden, die Dunkelheit lässt noch auf sich warten und das nächtliche Licht über dem Meer ist wunderschön.

Heute habe ich mich nach einem gemeinsamen Frühstück wieder ins Kajak gesetzt und bin weiter gefahren. Im Schutz der Inseln war das Meer glatt, blank, klar und ruhig und ich konnte mich manchmal nicht entscheiden, ob ich einfach paddeln – ich mag diese Bewegungen, oder mich treiben lassen soll.

Auf der Außenseite der Inseln war dann das Wasser ein bisschen kabbeliger, aber immer noch ruhig genug, dass ich ohne Spritzschutz fahren kann. Das mache ich deswegen gerne, weil ich dann die Kamera in einer wasserdichten Tasche zwischen den Knien haben kann. Schon am morgen war es richtig warm² und mir war ganz schön warm im Kajak, als ich von den kleinen Wellen auf dem sonnenbestrahlten Meer hin- und hergeschaukelt wurde. Überraschend früh war ich schon am Nordufer der Insel Storgrundet angelangt und einige Minuten später war ich am Strand, wo mein kleiner Bootswagen³ schon auf mich wartete. Ein erfrischendes Bad hat diesen herrlichen Ausflug abgerundet.

Danke an meine Nachbarn für ihre großzügige Gastfreundschaft und die schönen Gespräche.

Ja, man könnte auch zu Google Maps oder Eniro verlinken, aber heute hatte ich Lust, eine kleine und herrlich ungenaue Skizze von meiner Kajakrunde zu zeichnen. Bitte schön:

¹ Paddel, Schwimmweste, Kappe, Ersatzkleidung, Kamera, Handy, Karte, Kompass, Wasser, Proviant, Spritzschutz, Neoprenfüsslinge, Jacke. Das meiste wasserdicht verpackt.

² Heute, 9:20. Skellefteå: 19 °C, Bremen und München: 13 °C – auch das kommt vor!

³ Ich hatte den Bootswagen in einem Gestrüpp geparkt. Als ich ankam, lag er mitten am Strand. Wie er da hinkam, ist mir allerdings schleierhaft.

Kurze Kajaktour

Heute hatte ich zwei Dinge, die mir das Leben im Kajak einfacher machen: Zum einen habe ich statt der unförmigen Bootsschwimmweste in Knatsch-Orange eine spezielle Kajakschwimmweste, die nur halb so groß ist und mehr Armfreiheit bietet. Zum anderen bin ich heute das erste Mal mit Steuerruder gefahren. Damit lässt sich vor allem Seitenwind sehr schön kompensieren.

Eigentlich wollte ich heute Gåsören ansteuern, aber zum einen war es ein bisschen welliger als erwartet, zum anderen kam es sehr grau daher. Die folgenden beiden Fotos habe ich direkt hintereinander gemacht:

Daher habe ich mich entschlossen, umzukehren. Auf dem Rückweg habe ich dann noch einige Fotos für ein Panoramabild gemacht. Erstaunlich, dass Photoshop die Einzelbilder zusammenfügen konnte.

Das Panorama ist scrollbar: Bewegt die Maus über dem Bild nach links, um zu sehen, wie dunkel es über der Halbinsel Rönnskär ankam.

Und wie es so ist – kaum war ich zu Hause, war der gesamte Himmel wieder blau.

Höga kusten

Dieser Artikel ist Teil der fünfteiligen Serie Norwegen 2012.

Auf meiner Reise nach Norwegen habe ich einen Zwischenstopp an der Höga kusten gemacht. Diese Region ist mir schon mehrmals empfohlen worden und nun, wo ich es endlich geschafft habe, im Skuleskogen Nationalpark eine kleine Tour zu machen, kann ich nur sagen, dass die Höga Kusten einen Besuch wert ist.

Nachdem ich mein Auto am „Entré Syd“ abgestellt habe, bin ich den orange/roten Wegmarkierungen gefolgt. Am Anfang lief ich über Holzstege, bald über Baumwurzeln. Dann bin ich abgebogen, um auf den Slåttdalsberget zu gehen. Der blau markierte Weg führt über den roten Granitfels, der die Landschaft hier prägt.

Von den riesigen Granitformationen hat man herrliche Blicke über die Ostsee und die Inseln. Am Gipfel habe ich eine Pause gemacht. Gut, dass außen an meinem Fotorucksack auch eine Wasserflasche und eine Tüte mit Nusskuchen befestigt werden können.

Bekannter als der Slåttdalsberget ist die Slåttdalsschlucht, die sich tief in den Granit einschneidet. Wenn man die dunkle Schlucht durchquert, denkt man an Abenteuerromane, Räuber, Hinterhalte und hofft, dass einem kein Troll Felsen auf den Kopf wirft.

Ich bin dann weiter um den See Tärnättvattnen gelaufen. Hier war auch einer der Plätze, an denen man im Nationalpark sein Zelt aufstellen und übernachten darf. Weiter ging der Weg an der Küste – mal etwas höher, mal fast direkt am Meer. Das letzte Stück zog sich ganz schön, zum einen, weil es schon recht spät – wenn auch noch lange nicht dunkel – war, zum anderen, weil der Proviant längst aufgefuttert war und ich einen Bärenhunger hatte. Nach vier Stunden nach Tourbeginn war ich wieder am Parkplatz und habe erst einmal etwas gegessen. Dabei wurde ich leider ziemlich von Knott umschwärmt, kleinen Mücken, die alle gerne mein Blut wollten. Aber bald habe ich mich ins Auto geflüchtet, wo ich auch geschlafen habe, ehe ich am nächsten Tag weiter nach Norwegen gefahren bin.

Rückreise nach Schweden

Dieser Artikel ist Teil der fünfteiligen Serie Norwegen 2012.

Nach einem guten Frühstück auf der Terrasse habe ich mich von meinen Freunden in Norwegen verabschiedet und bin mit dem Auto zurück nach Hause gefahren. Schön in Ruhe und mit Pausen, man will ja auch was sehen.

Die erste Pause habe ich südlich des Sees Snåsavatnet gemacht. Dort in Bøla gibt es eine alte Felszeichnung eines lebensgroßen Rens zu bewundern. Das Alter wird auf sechstausend Jahre geschätzt.

Noch in Norwegen lagen oft Schafe auf der Straße, sie dösten auf dem warmen Asphalt und öffneten noch nicht einmal die Augen. Der Rotfuchs, der später auf der Fahrt einen Rastplatz nach Essbaren durchsucht hat, war wachsamer, ließ sich aber doch noch gerne aus dem Auto heraus fotografieren.

Dann bin ich die Straße südlich des Sees weitergefahren, bis ich auf der E6 war, die ich aber schnell verlassen habe, um auf der E74 nach Gäddede in Schweden zu fahren. Dort bin ich in den nach Norden führenden Vildmarksvägen abgebogen. Am Anfang führte die Straße noch an Seen vorbei durch kleine Ortschaften, dann wieder durch Wald, doch die Straße wand sich immer höher und die ersten schneebedeckten Gipfel, die man schon seit Norwegen sehen konnte, kamen näher und näher. Bald lichtete sich auch der Birkenwald und ich fuhr durch das Kahlfjäll über der Baumgrenze. Am und zu lugte die Sonne durch die aufgezogenen Wolken und beschien einen Teich oder ein Schneefeld. Ich beschloss, mir bald einen Zeltplatz zu suchen.

Ich bin sehr empfänglich für diese etwas kargen Landschaften und habe bald einen schönen Parkplatz im Nirgendwo gefunden und beschloss, dort mein Zelt aufzubauen. Schon beim Kochen – ich hatte noch Dorsch mit Basmatireis und Hummersoße von Astrid und Hein vom Vortag – umschwärmte mich eine Wolke von Mücken und ich habe die Kapuze festgeschnürt, um den kleinen Blutsaugern möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Gegessen habe ich dann im Gehen …

Wie gut, dass so ein Innenzelt mückendicht ist (nur einige Knott haben sich anscheinend durchmogeln können), denn schon beim Zeltaufbau schauten mir sämtliche Mücken der Umgebung zu. Pünktlich nachdem ich im Zelt zum Schlafen verschwunden war, fing es an zu regnen, mal leicht und mal heftig und so manche Mücke suchte mein Zelt als warmes und trockenes Plätzchen mit Chance auf ein Frühstück auf. Als ich morgens das Zelt verließ, war das Außenzelt voll: Schätzungsweise achthundert Mücken saßen trocken und lauschig unter dem Außenzelt und warteten auf mich.

Ich habe aber mein Zelt nicht sofort verpackt, sondern erst eine kleine Runde gedreht und den Raavre (932 m) bestiegen. Doch darüber schreibe ich später.

Erst habe ich mein nasses Zelt nur so ins Auto schmeißen wollen, aber der Gedanke an viele hundert Mücken, die im Auto herumschwirren haben mich meinen Plan ändern lassen und ich habe das Zelt in seine Tasche gestopft und diese – glaubt mir! – sehr, sehr gut verschlossen. Dann ging die Fahrt weiter. Ich wusste noch nicht genau, wie ich weiterfahren sollte, da ich nicht wusste, ob mein Benzin für den direkten Weg nach Storuman reichen würde oder ich nach Vilhelmina fahren müsste. Eine kleine Tankstelle in Saxnäs hat mich dann aber gerettet. Auf Schleichwegen habe ich mich über Stensele bei Storuman über die Käffer in Richtung Heimat bewegt.

Es gab allerdings noch zwei Hindernisse auf dem Weg nach Hause, die waren allerdings willkommen: Zwei kleine Rentierherden. Während die erste noch die Straße überquerte, stand die andere nur da und ließ Autos nur widerwillig durch. Kein Problem für mich, schnell das Tele draufgesetzt und Rentiere fotografiert. Ist ja schön, wenn diese schönen Tiere mal nicht gleich in den Wald flüchten.


Hier noch ein Video, welches ich vom Auto aus gemacht habe. Schade, dass ich vergessen habe, den Blinker auszumachen und sofort die Fenster zu öffnen, damit man die Geräusche, die die Rentiere machen, besser hören kann.


Bald war ich wieder in bekanntem Gelände: Die 370 führt fast an Kusfors vorbei, wo ich gute Freunde habe. Ich wollte aber nur noch nach Hause und die letzte Stunde hinter mich bringen. Um vier war ich zu Hause – todmüde, aber sehr zufrieden. Die Reise nach Norwegen war toll, aber wieder zu Hause in Skelleftehamn zu sein, war auch schön.

Norwegen, ich komme gerne wieder!

Die Route: Mosvik – Steinkjer – Snåase – Sandvika – Gäddede (Schweden) – Stekenjokk – Saxnäs – Skarvsjöby – Stensele – Gunnarn – Norrbyberg – Kristineberg – Bjurträsk – Boliden – Skellefteå – Skelleftehamn. Hin und zurück: 1663,3 km.