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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Ein Urlaubstag

Wieder ein schöner Urlaubstag mit meinen Eltern, die hier gerade zu Besuch sind und heute auch mit schwedischen Freunden. Vier Fotos von Bygdsiljum und Skelleftehamn, ehe ich ins Bett falle. Ein andermal mehr.

Wir nannten ihn Olaf

Ein Gastbeitrag von meinen Eltern aus Bremen.

Wir nannten ihn Olaf, weil uns der Klang des Namens gefiel und wir uns einige Male in Skandinavien sehr wohlgefühlt hatten. Und dort gehört dieser Name ja hin.

War es ein Bazillus, der sich auf ihn in verstärktem Maße übertrug? Kurzum: „Da haben wir den Salat!“ Olaf wohnt nun seit über zwei Jahren in Schweden.

Für uns gibt es zwei Seiten: Eine negative – die Entfernung zu Deutschland – aber auch eine positive: Wir haben Skelleftehamn und die weitere Umgebung inzwischen als jährliches Urlaubsziel entdeckt!

Olaf hat keine Mühen und Kilometer gescheut, uns Orte wie Örviken, Burträsk, Bygdsiljum, Kåge, Kusfors und andere zu zeigen. An einem warmen Sommertag konnten wir sogar ein „Kurzschwimmen“ in der kalten Ostsee veranstalten.

Auch bei lieben Freunden von Olaf durften wir schöne Stunden bei leckerem Essen in herrlicher Umgebung verleben – ganz herzlichen Dank dafür.

Lieber Olaf, es war wieder sehr schön bei und mit Dir. Danke!

Nach der Party

Die Bierflaschen und -dosen auf dem Sofatisch – die habe nicht ich geleert. Ich trinke kein Bier. Die graue Strickjacke (Größe XS – passt mir nicht) gehört mir ebenso wenig wie der Spielzeuglaster, der vor kurzem noch über das Parkett geschoben wurde.

Heute war „Jazzknytkalas på Flygelvillan“. Nehmen wir das mal auseinander:

  • „Jazz“ ist klar, oder?
  • „Kalas“ heißt Fest oder Party auf Schwedisch.
  • „Knytkalas“ ist ein Fest, wo jeder irgendetwas zu Essen mitbringt.
  • „På“ heißt je nach belieben „auf“, „in“, „bei“, „zu“, „für“ … . Sozusagen die schwedische Präposition!
  • „Flygel“ ist „Flügel“ auf Schwedisch.
  • „Villa“ ist nicht die große Villa für reiche Leute, sondern einfach ein freistehendes Haus.
  • Und „Villan“ heißt „Die Villa“.

Auf Deutsch hieße das also in etwa „Jazzparty-jeder-bringt-was-mit-in-dem-Flügel-freistehendes-Haus“. Das klingt ja mal richtig doof! Entweder ist Schwedisch manchmal die schönere Sprache oder ich brauche dringend jemanden, der mir Deutsch lernt.

Aber ich schweife ab. Ich habe viele Leute für heute zu einem kleinen Fest eingeladen. So etwas macht man hier oft ganz locker bei Facebook, denn im Gegensatz zu Deutschland nutzen hier die meisten diese Plattform. Ich mag „Knytkalas“. Nicht nur, weil ich dem Kochen nicht viel abgewinnen kann, sondern auch weil es – wie Programmierer sagen würden – so schön skaliert. Egal, ob drei Leute oder vierzig kommen, das Essen wird reichen und man muss auch nichts wegwerfen, weil man es nicht schafft. Nur vom Bier, welches ich gekauft habe, ist noch einiges übrig.

Begonnen hat alles mit einem Rätsel: J hat mir das auf dem Photo abgebildete Objekt mitgebracht und ich sollte das auf dem Klavier spielen. Erst dachte ich, dass sei einer von J’s surreal-dadaistischen Scherzen, aber nein, das ist ganz klar ein spezieller Jazzsong. (Jazzfans: Welcher?). Nach und nach kamen knapp zwanzig Freunde, Kollegen und Bekannte im Alter zwischen 0.8 und gut 50 und wir hatten es richtig schön zusammen. So viel Klavier gespielt habe ich gar nicht, und wenn, dann gerne mit Unterstützung:

Ein Stück dreihändig mit A, Sohn von J und A – P sang „I can get along without you very well“ (wunderschön) und ich habe begleitet – P, J, A, L und P haben Percussion auf Cajón, Shaker und Wein-Tetrapak gespielt und ich habe dazu improvisiert.

Aber meist habe ich mit irgendjemand gesessen oder gestanden und wir haben uns unterhalten. Von der Vermarktung Norrlands bis hin zu den logischen Problemen bei Reisen mit Zeitmaschinen.

Für C und O: Ich hatte mein „Ach“-T-Shirt an. Also wart Ihr auch dabei, selbst wenn ihr rein physisch weit, weit weg wart.

Um elf gingen die letzten Gäste, denn es ist ja Donnerstag und morgen müssen die meisten wieder Arbeiten.

Auch ich.

Aber ein bisschen später als sonst tuts auch.

Tauwetter

Es ist doch wirklich zum Mäuse melken! Neun Tage war ich in Deutschland. Und genau in dieser Zeit war es herrlich kalt in Nordschweden, in Skellefteå bis -25 °C und im Inland bis unter -35 °C. Und kaum bin ich wieder zu Hause, gibt es Tauwetter und Sprühregen. Die Höchststrafe für Winterfotografen und Kälte- und Schneeliebhaber!

Nun, wir haben mehr als reichlich Schnee, der taut nicht so schnell weg. 79 cm ziemlich pappiger Schnee liegen im Garten und auf dem Dach des Wintergartens liegt soviel, dass ich die nächsten Tage den Schnee vom Dach schaufeln werden muss. Heute habe ich gehört, dass ein Nachbar über die täglichen Neuschneemengen Buch führt. Und danach sind seit dem 1. Dezember drei Meter Schnee gefallen (und natürlich zusammengesackt). Das ist schon eine ganze Menge!

Also, Schnee liegt genug. Aber das Tauwetter macht alles ein bisschen hässlicher. Die scharfen Formen der Schneewehen und -wächten sacken zusammen, auf der Straße schimmert der Asphalt durch nasses Eis, viele Bäume sind schneefrei und haben nicht nur Schnee, sondern auch kleine Blätter, Samen, Nadeln und Rindenstückchen abgeworfen. Und überall tropft es. Das ist wirklich kein Fotografierwetter und ich hoffe, dass es bald wieder kälter wird und Neuschnee die dreckig wirkenden Nassschneeflächen wieder in eine weiße Winterlandschaft verwandeln wird.

Zumal ich die nächsten Tage nicht alleine bin, sondern mich fünf gute Freunde aus Deutschland nach Hause begleitet haben. Und denen würde ich natürlich gerne etwas bieten: Kaltes, klares Winterwetter mit trockenem Schnee und gerne ein abendliches Polarlicht dazu. Dann kann man schön Iglu bauen und vielleicht sogar schon über die zugefrorene Ostsee laufen. Bei diesem Wetter sind die Nachbarn aber ein bisschen skeptisch, ob man schon mit einer Gruppe über das Eis laufen sollte.


Gestern morgen klingelte der Wetter um zwanzig vor drei (in Zahlen: 2:40!). Delle, ein Freund aus alten Zeiten hat mich mit dem Auto abgeholt und wir sind nach Göteborg gefahren. Wir hatten den Eindruck, dass es in Dänemark nicht wirklich etwas gibt, denn alles war dunkel und nur wenige beleuchtete Häuser und Höfe waren von der Autobahn aus sichtbar. Nur ab und zu schimmerte eine fahl beleuchtete Fassade einer weißen Steinkirche durch die Finsternis.

Nach einiger Zeit und zwei mautpflichtige Brücken später waren wir in Skåne in Schweden. Es wurde heller, aber Nebel und Sprühregen tauchten die Landschaft in ein trübes Grau. Da wir sehr viel Reservezeit eingeplant hatten, hatten wir genug Zeit, um unsere Füße am Strand von Mellbystrand nördlich von Ängelholm ein bisschen auszuschlenkern. Da hatten wir sogar trockenes Wetter mit recht klarer Sicht. Aber kaum waren wir wieder auf der Autobahn, hing schon wieder der Hochnebel über dem Autodach und die Scheibenwischer bekamen wieder viel zu tun.

Danach: Zug Göteborg—Stockholm, Nachtzug Stockholm—Bastuträsk, Bus Bastuträsk—Skellefteå, Bus Skellefteå-Skelleftehamn. Zu Hause!

Meine Einfahrt war wieder ziemlich im Schnee vergraben. Toll, wenn einer der Freunde mit großer Begeisterung den ganzen Schnee wegschippt. Doch dann kam der Schneepflug und schon lag wieder ein dicker Schneewall vor der Einfahrt, die dann Hans mit dem Traktor auf meine Bitte hin wegräumte.

Bevor es dunkel wurde, sind wir heute zur Ostsee gelaufen. Sie ist zugefroren, aber oberflächlich ziemlich nass. Sowohl Skooter- als auch Fussspuren führen zur Insel Storgrundet, aber ich glaube, ich höre lieber auf die Nachbarn und wir verzichten auf eine Tour über das Eis, eh jemand einbricht und ein unfreiwilliges Bad nimmt.

Aber das Tauwetter, welches mich extrem annervt, hat auch zwei gute Seiten: Zum einen sind die zentimeterdicken Eisschichten vom Autoheck abgetaut, zum anderen kann man, wenn es wieder kälter geworden ist, auf dem gesetzten Schnee bestimmt prima Skilaufen.

Snögris och snömonster

Seit letzter Woche wird mein Haus bewacht. Gut bewacht! Ein großes Schneeschwein steht vor dem Wintergarten. Neben ihm steht ein großes, rundes Monster mit Hörnern und aufge­rissenem Maul, welches meinem Kleinen Gelben Monster überraschend ähnlich sieht. Dieses behauptet allerdings steif und fest, dass es mit dem Schneemonster nichts zu tun hat. Ich habe definitiv nichts damit zu tun, denn ich habe mit dem Schneeräumen schon genug zu tun. Da muss ich doch mal meine Freunde aus Deutschland fragen, die Silvester bei mir gefeiert haben und von denen einige überraschend lange draußen im Garten im Schnee gebuddelt haben. Vielleicht wissen die mehr.

snö = Schnee · gris = Schwein · och = und · monster = Monster

Späte Ankunft

Gestern Abend sind meine Eltern mit dem Flugzeug angekommen. Sie besuchen mich jetzt zum dritten Mal, seitdem ich hier lebe, und ich freue mich, dass sie wieder den etwas mühsamen Weg aus Deutschland zu mir angetreten haben und nicht einfach sagen: Selber schuld, dass Du weggezogen bist.

Leider gibt es nicht nur keine Direktflüge von Bremen nach Stockholm (meiner Meinung nach schon ein Unding!), sondern zur Zeit auch noch nicht einmal von Bremen nach Kopenhagen. Also reisten meine Eltern erst mit dem Zug nach Hamburg, dann mit dem Flugzeug nach Kopenhagen, weiter nach Stockholm, und dann mit dem letzten Flug des Tages nach Skellefteå. Und der war dann auch noch eine gute halbe Stunde verspätet. So kam das Flugzeug um zehn vor elf kurz vor Sonnenuntergang an. Bald darauf standen meine Eltern wieder auf nordschwedischen Boden. Wenige Minuten später war auch schon das Gepäck da – der Flugplatz ist klein – und ich konnte mit meinen Eltern nach Hause fahren. Das ist nicht weit, aber auf der hohen Brücke, die die Insel Örviken mit Skelleftehamn verbindet, musste ich spontan eine kurze Pause machen, zu schön waren die Farben, die die untergegangene Sonne an den Nachthimmel und auf die Landschaft malte.

Ankunft Flug SK1018Nachtdämmerung über dem Skellefteälven

Sieben Tage Skelleftehamn

Ein Gastbeitrag von meinen Eltern aus Bremen.

Bremen – Skelleftehamn, ein weiter Weg! Eine Woche Skelleftehamn vergeht dann wie im Fluge.

Sieben Tage, jeder anders, aber immer sehr schön: Stadtbummel in Skellefteå mit Besuch in der Konsthall (Torfried Olsson), ein besonderes Highlight in Bygdeträsk bei Annica und Martin am Vortag des Midsommar. Fröhliche Menschen in Burträsk, dann wieder bei Annica und Martin mit köstlichem Essen und Getränken in einem mückenlosen Gartenpavillion. Kleine Spaziergänge durch den Wald, an die Ostsee und eine Autotour nach Bjuröklubb – ein phantastisches Panorama (Ein Atelier in dieser Landschaft, das wär was). Auch schön ein Besuch bei Olafs Bekannten K. und I., die uns zur Fika eingeladen und uns ihr großes, schönes mit ganz viel Liebe eingerichtetes Haus zeigten. Und heute unser letzter ganzer Tag hier: Der Ausflug zur Insel Kyrkholmen mit Waffeln, Sahne, Himbeeren bei herrlichstem Sonnenschein. Am Spätnachmittag noch kurz in die Ostsee eingetaucht, abends ein gutes Essen in einem netten Restaurant. Die Abende bei Olaf mit Rotwein sehr gemütlich und wir kamen vom Hölzchen aufs Stöckchen, sprich – uns ging der Gesprächsstoff nicht aus.

Jeden Tag ein neues Erlebnis und Olaf, Du hast uns das alles geboten. Eine wunderschöne gemeinsame Zeit und wir danken Dir sehr herzlich dafür. Vielleicht können wir ja noch mal wiederkommen?!

Tausend Dank,
Deine Wo + Ma

Spontanbesuch aus NRW

MoltebeerenlikörHeute hatte ich spontanen Besuch von Evi und Uta, die seit zwei Monaten mit ihrem Wohnmobil durch Nordeuropa fahren.

Ich kenne Evi über mein Blog und habe die beiden im letzten Herbst bei der Jazztour in Kall auch persönlich kennengelernt. Ich werde nie vergessen, wie vor dem Konzert ein Auto auf den kleinen Parkplatz kam und sich aus dem geöffneten Fenster ein Arm mit einer Schwedenflagge winkend herausstreckte.

Heute haben wir bei mir auf der Terrasse gesessen und Reiseerlebnisse ausgetauscht. Dabei haben wir festgestellt, dass wir hier in der Nähe sogar einen gemeinsamen Bekannten haben. Nordschweden ist klein!

Schön, dass Ihr beide heute vorbeigeschaut habt. Ich wünsche Euch noch eine schöne Weiterreise (noch sechs weitere Wochen, seufz!) und vielen Dank für den finnischen Moltebeerenlikör. Das nächste Mal dürft Ihr gerne länger bleiben.

P.S.: Wenn Ihr einverstanden seid, ersetze ich die etwas nichtssagenden Buchstaben gerne durch Eure Vornamen. Ich habe vergessen zu fragen, ob Euch das recht ist.

Nachtrag

Aus E und U in der ersten Version dieses Artikels wurden nun Evi und Uta (siehe der erste Kommentar).

Diffuses Polarlicht

An unusual solar event occurred on Sept 30th. The effects of this event should reach Earth in approximately 24 hours from this message. How large and persistent these effects will be is not known. Watch the „short term forecast“ for the increase in auroral activity that may occur in your sector.

gse-aa mailing list, 1. Oktober 2013

Ach Delle, Du bist einen Tag zu früh aufgebrochen! Beide Vorhersagen hatten recht: Die Polarlichtvorhersage aus Alaska mit ihrem solar event und die schwedische Wettervorhersage mit ihrem Aufklaren. Und als ich heute um halb zwölf draußen stand, um das diffuse, aber sich über den halben Himmel erstreckende Polarlicht zu beobachten, hatte ich noch nicht einmal mein Handy dabei, um Dir eine SMS zu schicken, denn Du bist ja noch irgendwo in Nordschweden auf der Rückreise. Ich hoffe, Du hast auch Polarlicht sehen können.

Heute war ein langer Arbeitstag und morgen habe ich mit Hello Future eine Präsentation in Lycksele im Inland. Deswegen verliere ich keine weiteren Worte, sondern zeige nur ein paar Fotos. Frisch von eben.

Polarlicht über SkelleftehamnPolarlicht über Skelleftehamn

Polarlicht über Skelleftehamn

Das letzte Bild trifft die Farben am Besten, die anderen beiden fand ich extrem schwer zu bearbeiten. Optimiert man auf das Polarlicht, so sind die Pflanzen im Vordergrund blass und kontrastarm. Optimiert man auf die Pflanzen, so ist das Polarlicht zu stark und präsent. Aber da ich auf den Vordergrund fokussiert hatte, habe ich diesem auch den Vorzug gegeben. Das nächste Mal werde ich vermutlich blitzen anstatt mit der Taschenlampe zu leuchten, um die Umschärfe der Blätter im Wind zu minimieren.

Ausflug nach Byske

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Besuch von Jochen.

Toll, wenn man nette Gäste hat. Die dann – wie Jochen, der gerade zu Besuch ist – gerne draußen sind und gerne fotografieren. Wie ich auch. Heute sind wir erst auf den Falkberget gewandert, waren dann in der Stadt und sind dann noch nach Byske an den Strand gefahren.

Von Jochen kann ich noch viel über Fotografie lernen und es hat einen riesigen Spaß gemacht, mit ihm am Strand zu stehen oder zu hocken und mit Graufilter (1000×), Kamera und Stativ bestückt Aufnahmen vom herbstlichen Byskeälven und dem weiten Meer zu machen. Und wenn jemand neben mir steht, der viel mehr Fotografieerfahrung hat als ich, dann gebe ich mir auch gleich viel mehr Mühe …

Zwei Fotos von heute:

Die Mole bei Byske

Herbstlicher Bureälven

Jochen hat Fotos von heute bei Flickr eingestellt. Ich glaube, ich muss mich mal mehr mit Schwarzweiß beschäftigen!

Grundskattan

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Besuch von Jochen.

Gestern waren Jochen, der zu Besuch ist, an der „Grundskattan“, der Südspitze der Halbinsel Bjuröklubbs. Die kleine, sandige Bucht und die Umgebung lädt zum Fotografieren ein. Kaum, dass wir das Auto mit Fotorucksack und Stativ verlassen haben, standen oder knieten wir am Wasser, um die uns umgebene Natur abzulichten.

Ich finde es ungeheuer inspirierend, sowohl mit Jochen draußen unterwegs zu sein als auch auch zu Hause gemeinsam die Bilder anzuschauen und digital zu entwickeln. Gar nicht so sehr, weil er viel mehr über Fotografie weiß, sondern wegen der Art, wie er über Fotografie denkt. Da kann ich viel lernen und Spaß macht es auch.

Einige Fotos von gestern:

Gras im Wind

Langzeitbelichtung in die Wellen

Eine grantige SteinfigurSchneckenhäuser am Strand

Die ersten beiden Bilder sind wieder mit einem starken Graufilter entstanden. Das Bild mit dem Gras im Wind kommt der Wirklichkeit recht nahe, denn das Wasser war dort auch in Natura ruhig und klar. Bei dem Bild in die Wellen hinein hingegen hat die Langzeitbelichtung ein völlig neues Bild geschaffen.

Jochen hat ein Foto von gestern bei Flickr eingestellt.

Långhällan fotografisch

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Besuch von Jochen.

Heute habe ich einen Tag frei genommen und war – genau wie gestern und vorgestern – den ganzen Tag mit Jochen unterwegs. Wir hatten viel Sonnenschein und unglaubliche 16 °C. Ein weiterer Tag zum draußen sein und zum fotografieren.

Erst waren wir auf dem Degeröberget. Dort war ich schon einige Male. Was ich aber noch nicht kannte, war die alte Holzsprungschanze für mutige Skiläufer, die aber schon lange, lange nicht mehr in Betrieb ist. Von der hat man einen herrlichen Ausblick auf die ganze Umgebung. Da muss ich irgendwann mal ein 360°-Panorama machen. Für heute nur der Blick Richtung Westen:

Mit dem Auto sind wir die kurze Strecke zur Südseite Örvikens – der Insel, auf der auch Degeröberget liegt – gefahren und haben dort nach einigem Fotografieren auf einem Bootsanleger gesessen und gevespert: Butterbrot mit getrocknetem Rentierfleisch. Anschließend sind wir zu meiner diesjährigen Lieblingsstelle Långhällan gefahren und sind bestimmt drei Stunden auf den Felsen umhergelaufen und haben fotografiert. Heute bin ich mit zwei Bildern richtig zufrieden – eine überdurchschnittliche Ausbeute für jemanden wie mich, der sonst eher mäkelig und selbstkritisch ist.

Felsen vor Långhällan

Felsen vor Långhällan

Möglich gemacht wurden diese Fotos durch zwei Dinge:

Zum einen mein „Big stopper“, ein Filter, der zehn Blenden Licht wegnimmt. Für jede Blende muss man doppelt so lange belichten, also bei zehn Blenden 210 = 1024 mal. So werden aus 1/50 sek schnell 20 sek und das blaue Meer verwandelt sich in weißen Nebel, aus dem die Felsen besonders hervortreten.

Zum anderen Jochen, der mich inspiriert hat, auf eine ganz andere Weise zu fotografieren und viel genauer hinzuschauen: Weg vom Motivknipsen mehr hin zum schauen nach Proportion und Linie. Wenn Jochen weiterfährt, werde ich versuchen, diese Richtung weiter zu verfolgen.

Tack för idag, Jochen!

Fotografenfotos

Dieser Artikel ist Teil der vierteiligen Serie Besuch von Jochen.

Nachdem ich in den letzten Blogartikeln Fotos vom Samstag, Sonntag und Montag gezeigt habe, zeige ich dieses Mal die Fotografen: Jochen (auf der Felsspitze) und mich (im Wasser):

Jochen beim FotografierenIch beim Fotografien (Foto: Jochen Oetinger)

Auf dem Degeröberget haben wir noch künstlerisch wertvolle Selbstauslöseraufnahmen geschossen. Leider kann meine Mimik mit Jochens phantastischem Gesichtsausdruck bei weitem nicht mithalten.

„Oh, schau mal daaaa!“ (Foto: Jochen Oetinger)

Winter in Nordschweden 2014

Ein Gastbeitrag von meiner Schwester Katrin aus Augsburg.

Als wir uns Ende Februar in Augsburg auf den Weg zu Olaf machten, wollten wir diesmal vor allem eins erleben: Winter in Nordschweden und natürlich unseren Bruder/Schwager/Onkel sehen. Das hieß in unserer Vorstellung Berge voll von Schnee, meterhohes Eis, eine zugefrorene Ostsee, über die man zu zahlreichen Inseln wandern kann. Die Realität sah dann etwas anders aus: Nach langen Wochen warmen Wetters erschien es wie ein schmuddeliger bayerischer Winter. In den nächsten Tagen konnten wir trotzdem viel Winter erleben. Querfeldein durch den Wald laufend fanden wir noch genug Schnee, um bei jedem Schritt bis zu den Knien darin zu versinken. „Olafs Badebucht“ war noch so vereist, dass wir uns über das Eis zur vorgelagerten Insel wagen konnten, um dann nach kurzer Wanderung über die Insel an der offenen Ostseeküste zu stehen. Und ein Ausflug an eine felsige Küste mit einer Bucht gab uns eine kleine Vorstellung davon, wie Packeis aussieht. Wir sahen auch Eisfischer und ein riesiges Frachtschiff, das sich seinen Weg durch den vereisten Fluss bahnte. Fazit also: Für uns aus dem „Süden“ gab es noch genug Winter zu erleben!

Ein weiteres Highlight war wieder der Besuch bei Bodaborg. So etwas wie Bodaborg kennt man in Deutschland nicht und wir bekamen den Tipp dazu von Freunden. Was man in diesem Haus machen kann, lässt sich nur schwer erklären. Es geht darum, in kleinen Gruppen Aufgaben/Rätsel zu lösen. Mal mehr zum Nachdenken, mal sehr sportlich. Es hat wieder den ganzen Tag ausgefüllt und wir waren alle voll bei der Sache.

Wir alle, aber vor allem unsere Jungens hatten außerdem ihre Freude an einer Ausstellung über die Geschichte von Computerspielen. Rundherum war es eine sehr schöne Woche mit Ausflügen, Doppelkopf spielen und viel Schlaf.

Danke für die schöne Zeit, Olaf!

Wie schwer ist wohl diese Eisscholle?Es tautStein im SchneeEine SchneebrückeWo ist die Ostsee?Wasser oder Eis – manchmal kaum zu erkennen

Skellefteå und Umgebung erleben

Ein Gastbeitrag von meiner Mutter aus Bremen.

Vier Jahre wohnt Olaf in Schweden – drei Mal waren wir zu zweit, nun ich in diesem Jahr leider allein bei ihm. Die Freude ist doch groß, ihn hier zu erleben, wie selbstverständlich er Schwedisch schnackt, ich verstehe kein Wort, trotzdem schön. Schön, wie viele Freunde und Bekannte er hier gefunden hat, er fühlt sich hier sehr wohl.

Meine Urlaubswoche war ausgefüllt mit Ausflügen und Besichtigungen und fragt man sich, wo sind die Highlights: Sie sind überall. Der Sommermarkt in Burträsk, Spaziergang über die Hängebrücke, Loppis (schwedische Flohmärkte), mal kurz zum Badestrand mit Blick auf die Insel Storgrundet und einmal kurz ins Wasser tauchen (in die eiskalte Ostsee), Skellefteå mit Spaziergang am Skellefteälven, Besuch des Museums mit interessanten Exponaten, Fototouren zu den großen Felsen, Köttbullar essen, mit Auto nach Bjuröklubb zum Aussichtspunkt und den drohenden, fast schwarzen Wolken, fotografieren, am Hafen Graved Lachs kaufen (allerhöchste Qualität), zwei Aufführungen mit einer Erzählung von und mit Birgit Andersson und Olaf am Klavier, Treffen bei lieben Freunden mit vielen anderen netten Menschen und Unmengen an Essen, Waffeln mit Moltebeeren auf einer kleinen Flussinsel.

Fototour abstrakt IFototour abstrakt II

Fototour abstrakt III

Bjuröklubb: leuchtende LupinenBjuröklubb: flechtenbewachsene Steine

Bjuröklubb Hafen: Prasselregen

Gåsören in der SonneWellenmusterAuf der Bühne IAuf der Bühne IINoten lesenFreilichtbühne mit Entenfamilie

So würde ich noch viele weitere Highlights erleben wollen, doch sorry, meine Urlaubszeit hier ist um.

Ich denke, weiter geht es im nächsten Jahr. Olaf, vielen lieben Dank für die schöne gemeinsame Zeit.

Pusteblume

Urlaub zu Hause

Wie jedes Jahr habe ich auch dieses Jahr vier Wochen Sommerurlaub im Juli, wie die meisten anderen Schweden auch. Die anderen Jahre habe ich diese Zeit oft genutzt, um herumzureisen und war so mehr in Norwegen oder Deutschland als in Skelleftehamn zu Hause.

Doch dieses Jahr bin ich die meiste Zeit hier, sozusagen eine ganz neue Erfahrung. Vorgestern am Montag flog meine Mutter, mit der ich eine herrliche Woche in Skelleftehamn und Umgebung verlebt habe, um 9:50 nach Deutschland. Um 14:20 kam Annika, die ich im Februar in Abisko persönlich kennengelernt hatte, aus Deutschland angeflogen.

Letzte Woche gab es hier noch einige heftige Regengüsse, doch seit Samstag zeigen sich Sonne und blauer Himmel, über zwanzig Stunden am Tag. Und die Sonne bringt Wärme: Samstag 22 °C, Sonntag 24 °C, Montag 27 °C, gestern und heute 28 °C! Wie schon letzten Freitag mit meiner Mutter bin ich gestern auch mit Annika nach Bjuröklubb gefahren. Das ist so eine schöne Ecke, dass ich da auch prima zwei Mal hinfahren kann. Und auch zwei Mal Räucherlachs mit Kartoffeln und Moltebeerencréme essen.

Doch welch ein Wetterkontrast: Letzten Freitag zogen schwarze Wolken auf und brachten heftige Regenschauer und meine Mutter und ich verbrachten den größten Teil der Zeit drinnen: Im Café, im Auto. Gestern waren Annika und ich nur draußen: An einem Felsstrand, im Garten des Cafés und an einem kleinen Sandstrand.

Bjuröklubb am Freitag: Blick über BjuröfjärdenBjuröklubb gestern: Sandstrand bei Grundskatan

Heute sind wir nach Kågehamn gefahren und haben von Hans zwei Kajaks ausgeliehen. (Ja, Hans hat wirklich einen Legoladen, aber er verleiht auch Kajaks.) Meine Packliste, die ich gestern gemacht habe, war recht lustig. „Ersatzkleidung“ stand an letzter Stelle und „Graved Lachs“ an erster. Das ist – so finde ich – die richtige Priorisierung, denn der Graved Lachs stammt von einem lokalen Fischer, der vor Bjuröklubb fängt und ist unfassbar lecker.

Annika saß vor 18 Jahren das erste und einzige Mal im Kajak. Da ist natürlich die erste Frage, wie man denn in dieses Ding überhaupt hereinkommt. Doch nach dieser kleinen Anfangshürde saß sie im Kajak, als hätte sie die letzten Wochen nichts anderes gemacht und wir konnten eine größere Runde drehen. Das war auch für mich schön, weil ich im Kågefjärden eigentlich nur die Insel Bastuholmen kenne und heute viel Neues gesehen habe.

Und so fuhren wir über kleine, seitlich kommende Zappelwellen über die Bucht: Kleinboothafen Kågehamn – Yttre Björkögrundet – Bastuholmen (kleiner Spaziergang) – Norra Bastuholmsgrundet – Billören – Flatgrundet – Ytterstholmen (Pause mit Zimtschnecken). Wir wären auch noch weiter ostwärts gefahren, doch die Wellen wurden zappeliger, wir fuhren ohne Spritzschutz (viel zu warm) und so sind wir umgekehrt, dieses Mal an den Südseiten der Inseln entlang und sind wieder in Bastuholmen angelandet. Dort haben wir erst einen größeren Teil des am Vortag gekauften Graved Lachs gegessen und haben dann zur Abkühlung im immerhin 23 °C warmen Ostseewasser geplanscht. Mehrmals.

Die Tour beginntDer öffentliche Boots- und Badesteg von Bastuholmen – noch leerAnnika auf der OstseeParallelfahrtMittagspause mit Graved LachsAbkühlung im Meer

Von Bastuholmen sind wir wieder nach Kågehamn gepaddelt, das ist ja nicht weit, und haben die Kajaks abgegeben. Ein herrlicher Sommer- und Urlaubstag, der mich darin bestärkt, doch auch einfach mal zu Hause zu bleiben und es hier schön zu haben.

Die weitere Wetterprognose: Vormittägliche Regenschauer in fünf Tagen, bis dahin Sonne bei Tagestemperaturen zwischen 22 und 28 Grad. Sommer in Nordschweden.

Sommer ist doof!

Sommer ist doof! Total doof! Also, nicht für mich – Sonnenbrand hin oder her – sondern fürs Blog. Man kann so früh aufstehen wie man will, die Sonne steht schon hoch und wirft genau diese Art Licht, die Fotografen nicht mögen. Kalt, grell und unpersönlich.

warmer Tag, kaltes Licht

Und dann die Aktivitäten: Am Steinstrand entlang spazieren, baden, Waffeln essen, die ersten Blaubeeren sammeln, im Schatten dösen, Freunde treffen. Was soll man denn da groß erzählen? Kajaktouren erzählen sich packender, wenn man zwischen Eisschollen paddelt. Schneesturm an der Küste klingt gleich viel spannender als eine leichte Brise, die bei Temperaturen über 25 °C angenehm kühlt. Ein Waldspaziergang wirkt dramatischer, wenn man vom metertiefem Schnee berichtet, als von hübschem, mit Blaubeerpflanzen bedecktem Waldboden.

Die ersten Blaubeeren

Aber zum Glück lebe ich nicht nur für das Blog, sondern geniesse die warme Sonne, das kühle Bad und die ersten süßen Blaubeeren. Und gestern, als Annika, die diese Woche zu Besuch ist, und ich an der Landzunge Långhällan Pause gemacht haben, gab es sogar noch ein schönes Fotomotiv. Mitten am Tage!

Landschaft ohne Relation

Ein Abend auf der M/S Stormvind

Gestern war ich bei Freunden aus Dubai eingeladen und als ich gefragt habe, ob Annika mit kann, kam direkt ein „Sure thing mein herr!“ als Antwort. Praktischerweise brauchten wir nicht nach Dubai fliegen, denn die Freunde sind vor einem Jahr von Dubai nach Skellefteå gezogen. Wir hatten es sogar noch besser, denn die Feier fand auf der M/S Stormvind in Skelleftehamn statt, das ist quasi gleich um die Ecke. Und die Feier war rundum schön!

Zum einen war diese Feier ein „knytkalas“, das bedeutet, dass jeder etwas zu essen mitbringt. Es waren nicht nur lokale Gerichte, sondern auch viele asiatische, zum Beispiel aus Indien oder Syrien vertreten und natürlich musste ich alles probieren. Denn wann bekommt man schon einmal solches Essen im kulinarisch eher konservativen Skellefteå. Puh, wie satt ich war!

Dann der Himmel! Die meisten von uns saßen auf dem Oberdeck des Schiffes und immer wieder schaute ich fasziniert auf die Wolken, die von Süden aufzogen und das sich minütlich ändernde Licht. Immer näher rückten die bauschigen Wolken und glühten in warmen Orangetönen, als sie seitlich von der tiefen Sonne angestrahlt wurden.

Abendsonne auf dem Ursviksfjärdenleuchtender Wolkenaufzug

Wolkenpanorama

Doch ehrlich gesagt war es nicht das Essen oder das phantastische Somernachtslicht, sondern es waren die vielen unglaublich netten Leute, die mit dabei waren. Mit der Truppe wäre ich sofort ein paar Tage zusammen weggefahren, um jeden ein bisschen besser kennen zu lernen. Mit Zweien habe ich das Vergnügen, denn ich fahre nächsten Donnerstag mit Martine und Lasse, die gestern auch dabei waren, auf die Lofoten, um gemeinsam Elisabet zu besuchen. Darauf freue ich mich schon riesig!

Und als ich mich heute (schön modern per Facebook) bei den beiden Gastgebern bedankt habe, schrieb ich:

It’s nature why I came to Northern Sweden. It’s people, why I stayed.

Das trifft es eigentlich ganz gut.

Thank you, N. und S., for the invitation, it was a great pleasure meeting you.

Evi und Uta

Seit Montag arbeite ich wieder, aber da alle Kollegen noch Urlaub machen, arbeite ich zum einen zu Hause und zum anderen lasse ich es ruhig angehen, auch wenn dies vielleicht noch ein, zwei Urlaubstage kosten sollte.

Das hat mir die Gelegenheit gegeben, heute nachmittag Evi und Uta zu treffen und mich ohne Blick auf die Uhr ganz in Ruhe mit ihnen festzuquatschen.

Die beiden sind schon seit Jahren die Sommermonate mit Friedolin, ihrem Wohnmobil in Skandinavien und Finnland unterwegs. Vor fast ganz genau einem Jahr haben sie mich erstmalig hier in Skelleftehamn besucht und gestern haben sie sich netterweise wieder angekündigt. Und so haben wir uns heute getroffen, dieses Mal nicht bei mir zu Hause, sondern im Café Kajutan, wo wir draußen bei Sonne (und ja, ein paar Regentropfen gab’s auch) draußen am Fluss sitzen und Eis essen konnten.

Ich glaube, wir hätten Gesprächsthemen für Tage. Sie mögen meine Fotos und lesen mein Blog, und ich mag ihre Erzählungen von den vielen Orten und Plätzen, an denen sie gewesen sind. Immerhin kennen sie viel mehr vom Norden Europas als ich, der ja auch nicht gerade reisefaul ist. Aber vor allem in Nordnorwegen (alles östlich von Tromsø) und Finnland kenne ich fast nichts. Am Liebsten würde ich ein Aufnahmegerät nehmen und die beiden Interviewen: Wo ist die schönste Küste, die einsamste Straße, der beeindruckendste Berg, der netteste Imbiss.

Vielleicht sollte ich das das nächste Mal machen. Uta und Evi, wäre Euch das recht?

Kein Besuch von Uta und Evi ohne Mitbringsel. Die beiden haben meinen Blogartikel über Lidl gelesen und wissen von meinen deutschen Gelüsten. So bekam ich 5 Liter Altländer Apfelsaft (Direktsaft) in die Hand gedrückt und dann noch zu meinem großen Vergnügen zwei Tafeln Rapunzel Nougatschokolade (Nougat und Zartbitter-Nougat) geschenkt. Was für unerwartete kulinarische Schätze!

Liebe Evi und Uta, vielen Dank für Eure Mitbringsel, doch vor allem Dingen für Euren Besuch und die netten Stunden. Wir sehen uns wieder – spätestens im nächsten Sommer. Gute Weiterreise.

Uta und Evi, im Hintergrund Friedolin, das Wohnmobil
P.S.: An Evi: Die Glasbläserei auf den Lofoten heißt Glasshytta und liegt im Örtchen Vikten/Ramberg auf der Insel Flakstadøya.

Hund, Katze, Vogel, Krebs

Letzte Woche hatte ich noch einmal Besuch von Annika, die schon einige Wochen zuvor hier war. Unter der Woche musste ich leider arbeiten, aber am Wochenende waren wir zusammen in Kusfors, um dort den Geburtstag von Lasse – einem meiner besten Freunde hier – zu feiern. Da wir am Freitag hinein gefeiert haben, aber auch am Samstag Abend Gäste da waren, kamen wir in den Genuss von gleich zwei Geburtstagsfeiern.

Am Freitag wurde es erwartungsgemäß ziemlich spät, daher wurde aus dem gemeinsamen Frühstück eher ein Brunch. Dabei haben Lasse und wir einige Pläne für seinen Geburtstagstag gemacht und den Rest des Tages dann damit verbracht, die Pläne zu ignorieren. Sehr entspannend!

Erst haben wir kurz bei Flarken vorbei geschaut, einem Hof unweit von Kusfors. Diesen Hof haben Daphne und Fabien, die ebenfalls aus Frankreich stammen, vor zwei Jahren gekauft, um hier Hundeschlittentouren und mehr anzubieten. Die Aufregung war groß bei den 40 Huskys. Gäste, da kann man auch schon mal ein bisschen heulen! Und wie die meisten Huskys waren auch diese hier echte Schmusebacken, die sich wohl stundenlang hätten streicheln lassen können.

Einer der auf Flarken lebenden HuskysSehr lieb und verschmust

Auf Flarken steht auch ein Achtung-Warnschild. Es warnt allerdings nicht vor den Hunden, sondern vor Mücken mit großen, scharfen Zähnen!

Achtung Mücke!

Wieder in Kusfors zeigte Bacchus, der Kater Zähne. An diesem Tag hat er eine Ratte (oder ein ähnlich großes Nagetier) und eine Maus erlegt und ratzeputz aufgefressen. Er hat auch versucht, Vögel zu fangen, aber dafür waren die Vögel zu schnell, auch wenn es einige Male ziemlich knapp war. Aber Bacchus kann auch faul sein, genau so wie manchmal ich …

Bacchus als JägerFaul mit Kater (Foto: Annika Kramer)

Das freut die Vögel bestimmt, denn hier gibt es gutes Futter und die kleinen Piepmätze sind so zutraulich, dass auch ich mich an sie nah heran robben kann, ehe sie dann doch ein Stückchen weg flattern. Der Vogelsenior war allerdings sehr müde und hatte die Augen meistens geschlossen. Ihn fand Bacchus zum Glück völlig uninteressant.

Ein munterer Grünfink (oder?)Ein sehr müder Vogelsenior

Wir wollten zu einem Badesee, haben aber an einem anderen See angehalten, da dort Freunde grillten. Dort haben wir ebenfalls gegrillt und einige von uns auch gebadet. Schwimmen war toll, beim Stehen steckte man allerdings tief im moorigen Seeboden.

MoorseeSteg am Moorsee

Zu Hause sind wir zu dritt in den Wald gegangen, um Heidelbeeren zu sammeln. Wir haben aber fast keine gefunden. Ich hatte schon gehört, dass es wegen der Trockenheit wenige Blaubeeren gibt dieses Jahr, aber vielleicht waren auch einfach die gewerblichen Beerenpflücker schon da. Nun, da kann man nichts machen, dachte ich und legte mich faul auf das Gras.

„Faul sein ist wunderschön“

Am Abend kamen ja noch andere Gäste und die haben Krebse mitgebracht. Das Krebsessen im August ist ein schwedischer Brauch, der meistens von lustigen Papierhütchen und nicht unwesentlichen Mengen Schnaps begleitet ist. Schnaps gab es nicht und Partyhütchen ebenso wenig. Ehrlich gesagt hätten von mir aus sogar die Krebse fehlen dürfen, die ich nun zum ersten Mal gegessen habe. Was für ein Aufwand, um an ein paar Gramm Fleisch zu kommen und auch auf das Aussaugen kann ich verzichten. Mit sind Garnelen lieber, denn sie sind leichter zu pulen und schmecken mir auch besser. Als ich von all den anderen leckeren Dingen satt war, habe ich mir lieber den fast vollen Mond angeschaut, der warm leuchtend zwischen den Bäumen aufging.

KrebseFast Vollmond

An diesem Wochenende habe ich mir übrigens das erste Mal seit drei Wochen wieder etwas über das T-Shirt gezogen, weil es mir sonst ein bisschen frisch war. Die heißen Hochsommertage sind wohl vorbei und dunkel wird es auch wieder. Es darf gerne noch warm bleiben, aber ich freue mich schon aufs erste Polarlicht.