Das Wetter wurde schließlich doch noch besser und ich habe einfach mal ein paar Bilder gemacht. Ohne Kommentar.
Die Bilder kann man (wie immer) per Mausklick vergrößern. In der vergrößerten Ansicht blättert ein Klick auf die linke Hälfte rückwärts und einer auf die rechte Hälfte vorwärts.
Na gut, doch noch ein paar Kommentare:
- Beim Grillen kann man sich aussuchen, ob man im Nassen sitzen oder die Bänke aus dem Schnee ausbuddeln möchte.
- Im Tal fließt das Wasser überall. Im Bach, auf dem Weg, unter der Brücke, über der Brücke, unter und über dem Schnee.
- Die tolle Tankstelle steht drei Häuser weiter. Immer gut, eine Tanke in der Nähe zu haben.
Am Freitag bin ich mit dem Fahrrad entlang der südlichen Seite des Skellefteälven und dann über die Lejonströmsbron, die riesige, alte Holzbrücke zurückgefahren.
Eis am Rande des Skellefteälven
Noch kann man auf dem Eis sein Boot parken
Ein kleiner Teil der Lejonströmsbron
Die Skellefteå landförsamlingens kyrka
Die nächsten Fotos werden ein bisschen auf sich warten lassen, da ich mit meinem Muskelfaserriss nicht besonders beweglich bin. Das Gute: Dann ist wahrscheinlich auch der letzte Schnee geschmolzen und Eis gibt‘s dann nur noch in der Form Schoko oder Vanille.
Ja – so langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich von dem schönen Wetter schreibe und dann von Kälterekorden in Deutschland lese und höre.
Ich war am Wochenende zu einer Feier nach Båtfors, das liegt etwa 5 Meilen, also ca. 50 Kilometer landeinwärts direkt am Skellefteälven eingeladen.
Und, was soll ich sagen, es war eine tolle Feier! Und das Wetter hat mehr als mitgespielt. Bei Temperaturen über 20 Grad haben wir mittags Hering, Lachs, Salate, Eier, Dünnbrot und Kartoffeln gegessen. Mit kurzen Hosen und T-Shirt in der Sonne sitzend. Direkt am Fluss. Nur die Eisschollen, die ab und zu vorbeitreiben, erinnern einen daran, dass der Winter hier doch sehr lang war.
Abends wurde es dann leicht kühler, aber da kann man ja ein Feuer im Kamin machen und in die Sauna gehen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, im Fluss zu baden. Der fühlte sich aber auch direkt nach der Sauna schweinekalt an und dementsprechend schnell war ich wieder draußen. Richtig dunkel wird es nicht mehr und um ein Uhr wurde es schon wieder heller. Die echten Nachtaufnahmen müssen also mindestens bis Ende Juli warten. Und ich habe mich über die dunklen Vorhänge in meinem Gästezimmer gefreut. Heute ging es in aller Ruhe wieder zurück.

Die erste Eisscholle ist besonders groß.

Abends ist die Oberfläche des Skellefteälven spiegelglatt.

Die Birke am Grillplatz spiegelt sich im Fluss

Irgendwo da hinten regnet’s. Bei uns nicht :-)
So. Genug getextet. Ein paar Fotos vom Haus:

Ein Teil vom Wohnzimmer. Rechts geht‘s zur Küche.

Wintergarten vor dem Wohnzimmer

Schlafzimmer mit viel Schrank

Kommandozentrale im Bad

Hausrückseite mit Garten und …

… mit Warmwasserbecken. Varmt välkommen!
Dies sind Lebensmittel von meinen ersten beiden Einkäufen in Skelleftehamn. Dieses Mal als kleines Spiel …
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Gestern habe ich mich mal aufs Rad gesetzt, meine Kamera und GPS geschnappt und geschaut, was alles genau* 500 Meter vom Haus entfernt liegt. Das Licht war nicht ideal, aber es vermittelt einen weiteren Eindruck, wo ich vor allem ab August so lebe.
* Natürlich ist das nicht genau, aber ich habe nur Fotos geschossen, wo das GPS genau 500 Meter zum markierten Punkt Tallvägen 35 angezeigt hat. Kann ich allen GPS-Besitzern zur Nachahmung empfehlen. Wenn ich Zeit habe, probiere ich das ganze mal mit 5 Kilometern aus. Dann bräuchte ich aber auch eigentlich ein Boot …
Gestern war Sommersonnenwende. Heute geht die Sonne um 1:50 auf und um 23:26 unter. Das sind schlappe 21 Stunden und 36 Minuten Sonnenlicht. Und die restlichen zweieinhalb Stunden sind … hell!
Eben konnte ich mich per Videoübertragung davon überzeugen, dass es um elf in München schon stockfinster war, während hier die kleinen Wölkchen am Horizont von der untergehenden Sonne angestrahlt wurden. Sonya hat mir daraufhin die Idee gegeben, nachts Fotos zu machen. Also verlasse ich gleich diesen Blog, um um 0:38, wenn es am dunkelsten ist (oder so), ein paar Bilder zu machen.
Moment, bin gleich wieder da…
… so, jetzt. Danke fürs Warten.
Das ist schon eine besondere Stimmung, mitten in der Nacht an die Ostsee zu radeln und es ist hell. Die Feldhasen sprinten über das Industriegelände und zwei Küstenseeschwalben gefällt es überhaupt nicht, dass ich am steinigen Ufer mein Stativ aufbaue und fotografiere. Ein bisschen kühl ist es, aber ich habe ja versprochen, bis 0:38 zu warten. Und so warte ich, während die Seeschwalben leicht genervt über mir ihre Kreise drehen. Ich bewundere die glutrot von der Sonne angestrahlten Wolken, die ich aber mit Bordmitteln nicht fotografiert bekomme und ziele stattdessen auf eine Insel auf der gegenüberliegenden Seite.
So sieht es hier also in finsterer Nacht aus. Dunkler wird es hier nicht. Bevor die Tage aber wieder kürzer werden, feiern wir in ein paar Tagen noch kräftig Midsommar.
P.S.: Wenn ihr das Foto vergrößert, seht Ihr auch den Leuchtturm.
Die beiden kleinen Espen an der Ecke haben es mir heute angetan. Die Blätter hatten nur drei verschiedene Farben:
Leuchtend grün,
leuchtend gelb,
und leuchtend rot.
Schön!
Aber auch am Wasser gab es Motive.
So ist der Herbst schön: Blauer Himmel, farbige Bäume und rauschendes Meer. Das Haus duftet nach Äpfeln aus dem eigenen Garten und Eisnadeln auf den Pfützen zeigen heute morgen den ersten leichten Frost. Plan für heute: ausgiebiges Frühstück und Fahrradtour.
Das Polarlicht heute Abend kam völlig unerwartet. Am Abend wurde es wieder stürmisch und es regnete an die Fensterscheiben. Als das Thermometer bei 2.8 °C stand, wollte ich nur heraus schauen, ob sich schon die ersten Schneeflocken in den Regen mischen, aber nein, der Himmel war klar. Sternenklar. Und grünlich. Also schnell ins Haus gewetzt, Kamera geholt und eingestellt, Stativ und Fernauslöser geholt. Wo sind die Winterstiefel, in die man auch ohne Strümpfe schlüpfen kann? Im Keller. Warmen Parka angezogen und los.
Zuerst habe ich einige Fotos direkt in meinem Garten gemacht. Dann bin ich den Waldweg bis zu der einen freien Stelle gelaufen, an der allerdings Stromleitungen und -masten teilweise den Weg versperren. Außerdem muss man auf den Granitfelsen doch genau gucken, wo man hintritt. Die ideale Stelle ist also noch nicht gefunden.
Das Polarlicht hielt sich über eine Stunde. Am nördlichen Horizont leuchteten recht konstant ein, zwei grüne Bögen und nordwestlich ein rötlicher Streifen. Ein langer blassgrüner Streifen zog sich von West über den Zenith bis Ost, der sich aber trotz der fahlen Blässe ziemlich schnell bewegte. Auch sonst am Himmel waren überall blassgrüne Wolken und Gardinen zu sehen. So ein schönes Polarlicht habe ich Jahre nicht mehr gesehen, denn die letzten Jahre war durch die geringe Sonnenaktivität die Ausbeute eher mager.
Jetzt (gegen 1:00) lade ich noch ein paar Fotos* hoch und dann gehe ich ins Bett, denn morgen um halb sieben klingelt schon wieder der Wecker.
* Meine Einstellungen (Version 1.0): 10 Sekunden bei f2.8 und ISO 400-800. Manuelle Fokussierung.
Ein bisschen ärgere ich mich über die Fotos, denn beim Verrücken der Kamera habe ich mehrmals die Fokussierung verstellt und nur blasse Kleckse erhalten, außerdem ist die manuelle Scharfstellung bei Bäumen, die weniger als 10 Meter weit entfernt sind, im Dunkeln fast nicht zu machen. Entweder müsste ich im Hellen scharfstellen und mir den Wert merken oder die Bäume für den Autofokus hell anstrahlen. Nächstes Mal …
Ebenfalls nächstes Mal: Weitwinkel mitnehmen.
Jetzt bin ich den vierten Tag auf Hadseløya, einer Insel, die zu den Vesterålen gehört. Heute ist es grau, es regnet und mit 2 °C ist es wärmer geworden. Auf den Straßen im Ort ist der Schnee weggetaut. Draußen im kleinen Park – mit Begeisterung auch im Graben – spielen die Kinder, die bei wirklich jedem Wetter draußen sind.
Die letzten Tage war ich viel draußen; entweder mit René wandern oder mit ihm und Julia fotografieren. Und eigentlich habe ich an jedem Punkt auf der Insel gedacht: „Hier ist es besonders schön“. Was mich vor allem fasziniert, ist die Vielfalt in der Landschaft: Von den meisten Punkten kann man das Meer sehen. Dahinter weitere Inseln. Manche haben eher vom Gletscher abgeschliffene Hügel, viele aber auch steile, schneebedeckte Berge, die erst kaum sichtbar und wolkenverhangen sind, um dann einige Minuten später warm und gelb von der tiefstehenden Sonne angestrahlt zu werden. Ein Teil der Küste ist von schroffen, kantigen Felsen geprägt, an anderen Stellen gibt es Buchten mit Sandstrand und türkisfarbenen Wasser. Überall wachsen Birken und auch Vogelbeeren, deren knallrote Beeren an den kahlen Ästen leuchten. Auch Hadseløya selbst hat runde Berge, die man einfach erwandern kann und schroffe Klippen, die nur für erfahrene Kletterer zu bewältigen sind. Und schöne Täler mit hunderten kleinen Bächen, in die man hinein wandern kann, bis man wieder von drei Seiten von der Bergwelt umgeben ist. Und bis gestern war alles von Schnee bedeckt und es hat auch immer wieder ein bisschen geschneit.
Liebe Schweden, seid mir nicht böse, aber das ist einfach eine der wunderbarsten Landschaften, die ich je gesehen habe. Zur Beruhigung: Das schwedische Fjäll kommt gleich danach.
Die Touren will ich hier gar nicht groß beschreiben, das würde den Artikel doch zu lang machen. Daher nur in Kurzform:
- Tag 1: Eine schöne Wanderung in ein Tal, erst noch mit Weg, dann über moosbewachsene Felsblöcke und kleine gluckerne Bächlein. Pause an einem See.
- Tag 2: An verschiedenen Stellen der Küste, hauptsächlich zum Fotografieren.
- Tag 3: Herrliche Wanderung auf Storheia, den Hausberg und im großen Bogen zurück. Die Blicke mit den ständig wechselnden Lichtstimmungen: atemberaubend!
- Plan für heute: Eher faul, Geschäfte angucken, noch mal ans Meer.
Zum Schluss möchte ich Euch einen Blick von Storheia nicht vorenthalten. Durch Bewegung mit der Maus über dem Bild könnt Ihr das Panorama nach links und rechts verschieben.
Nachtrag:
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist es aufgeklart und es gab schwache Polarlichter. Das führte dazu, dass René und ich noch lange wach waren in der Hoffnung, dass die Polarlichter noch stärker werden. Leider vergebens. In der selben Nacht ist das Thermometer am Haus auf -7.8 °C gefallen, ein Wert, der auch für die Vesterålen im Oktober eher ungewöhnlich ist. Der kälteste Oktoberwert im letzten Jahr lag bei -3.0 °C.
Früher als vorhergesagt ist es wieder ein bisschen kälter geworden und seit heute Nachmittag schneit es leise bei Temperaturen um null Grad vor sich hin. Zur Zeit liegen etwa drei Zentimeter und da es auch die nächsten Tage kaum über Null werden soll, bleibt der Schnee wohl auch liegen.
Ich finde es ganz schön schwer, den Schneefall in der Dunkelheit zu fotografieren. Belichte ich zu kurz, ist alles schwarz. Belichte ich zu lang, sieht der Schnee wie Regen aus. Gehe ich auf ISO 3200, rauscht das Bild. Ich habe mit Mehrfachbelichtungen und Stroboskopblitz experimentiert, aber so schön wie die Wirklichkeit sind die Fotos noch lange nicht. Wer das also in Natura sehen will, soll halt vorbeikommen …
Gestern Abend fing es schon an zu schneien. Es kam ganz feiner Schneestaub herunter und das hell beleuchtete Rönnskär tauchte alles in gelb-orangefarbenes, fast mystisches Licht. Da musste ich kurz noch einmal mit meiner D300s raus und ein paar Fotos machen.
Heute bin ich dann mit meinen bequemen Kamik-Winterstiefeln durch den Schneefall zur Bushaltestelle gestapft und mit dem Bus zur Arbeit gefahren. Auch in Skellefteå hat es die ganze Zeit geschneit und als ich mittags am Skellefteälven war, war der Schneefall so stark, dass die Sicht schon sehr eingeschränkt war. Überrascht hat mich, dass auf dem Fluss schon viele kleine Eisschollen trieben.
Um 17:00 lagen etwa 15 cm frischer und vom Wind verwehter Neuschnee in der Stadt und die mit Frontlader ausgestatteten Bagger waren schon kräftig am Räumen.
In Skelleftehamn ist der Schnee ein bisschen pappiger, hier ist es nämlich ganz knapp über 0°. Wenn die Temperaturen noch weiter ansteigen, tausche ich morgen wohl meine Kamiks gegen Gummistiefel.
Auf dieser Seite sind alle meine Digitalknipsen präsentiert. Die oberen Fotos habe ich mit der Nikon D300s bei Belichtungszeiten von etwa 20 Sekunden gemacht. Das Bild unten links stammt von der Ricoh und das unten rechts vom iPhone, welches sich überraschend gut schlägt und bei manchen Lichtverhältnissen die Ricoh qualitativ hinter sich lässt.
Nun, für einen Nordschweden mag das alles völlig normal sein und das Wetter ist hier eigentlich auch kein Thema. Es liegen 25 Zentimeter Schnee in der Stadt – na und? Für mich als Deutschen ist es – obwohl erwartet – dennoch erstaunlich, dass es Anfang bis Mitte November schon so winterlich ist. Und momentan sieht es so aus, als ob die Temperaturen weiterhin unter Null bleiben. Allerdings werde ich es morgen so 15 – 20 Grad wärmer haben, denn da fliege ich nach Bremen und werde dann für fünf, sechs Tage wieder nassen, deutschen Herbst statt schwedischen Herbstwinter haben.
Die folgenden Bilder habe ich heute morgen in der Stadt gemacht:
- Gar nicht so wenige sind auch bei diesem Wetter mit dem Rad unterwegs. Ein Jugendlicher fährt sogar freihändig über die kruckeligen und von platt gedrücktem Schnee bedeckten Straßen.
- Interessant ist der Kontrast zwischen der tiefwinterlichen Stimmung am Fluss und der perfekt geräumten Fußgängerzone im Zentrum, denn Fluss und Fußgängerzone liegen gerade gut 200 Meter auseinander.
- Der Skellefteälven friert an seinen Ufern ganz langsam zu. Noch ist das Eis sehr dünn, aber ich bin gespannt, wie es in zehn Tagen aussieht, wenn ich wieder zur Arbeit fahre. Mit dem Fahrrad …?
heute um 8:20: -7.8 °C, dann kontinuierlich etwas kälter werdend. Jetzt um 17:00: -10.5 °C.
Die tiefen Temperaturen der letzten zwei Wochen sorgen dafür, dass nicht nur die Seen komplett mit dickem Eis bedeckt sind, sondern auch die Ostsee langsam zufriert. Offenes Wasser ist nur noch an wenigen Stellen auszumachen. Auf der ruhigen Bucht vor der Insel Storgrundet liegt glattes, festes Eis und ein Mann mit Hund ist heute schon herüber gelaufen. Ob das sicher war oder eine dumme Idee, kann ich allerdings nicht beurteilen, also verschiebe ich das Betreten lieber auf später.
Auf dem Killingörviken (vik = Bucht) schwimmen kleine Eisschollen, die durch das ständige Aneinanderstoßen das abgerundete Pfannkucheneis bilden. Aber während dort das Eis noch bei jeder Welle hin- und herschwappt, sind die Eisstücke an der offenen Ostsee schon auf einige hundert Meter fest aneinander gefroren. Vor allem die mit Eis glasierten Felsen im Uferbereich bilden wunderbare Formationen und glitzern in der tief stehenden Sonne. Unter manchen Steinen haben sich richtige kleine Tropfsteinhöhlen mit Säulen gebildet.
Heute war die Frage, was ich anziehe, wenn ich bei -9 °C fotografiere. Manchmal laufe ich – also nicht zu warm anziehen – manchmal stehe ich minutenlang an einem Fleck. Das hatte ich heute an:
- Winterstiefel von Kamik: super
- warme Socken
- Skiunterwäsche (Billigversion)
- dünne Skihose: praktisch
- 100er-Fleecejacke
- Softshelljacke
- Daunenweste
- Fleeceschal und Wollmütze
- Handschuhe
Die Daunenweste habe ich schnell in den Rucksack gesteckt, sie war selbst im Stehen fast zu warm. Die Handschuhe hatte ich fast nur an, um das Stativ längere Strecken zu tragen. Nur wenn die Finger vom Eis nass werden, wird’s ein bisschen kälter.
- „Ich wollte Winter und bekam ihn“
- 1: Schnee
- 2: Der Morgen
- 3: Skitour
- 4: Trendsport
Samstag
Nun, die Skier waren aus der Garage heraus und ich war auch sonst fertig. Also habe ich meine Ski untergeschnallt und bin durch den Garten und durch die Hecke auf die Straße und dann den Weg zu Storgrundet gelaufen. Nach einigen hundert Metern bin ich in den Wald abgebogen und musste feststellen, dass ich auch mit den schon etwas breiteren Fischer Europa 99 Ski tief versank. Von den Skier sah man nichts mehr und oft stand ich bis zum Knie im flaumfederleichten Neuschnee. Nach dem ausgiebigen Testen von zwei Trendsportarten (siehe Teil 4) bin ich erst im Wald unterwegs gewesen. Dort lagen etwa 70 cm und von Wind war kaum etwas zu spüren. An der Grenze zu einem kleineren offenen Gelände wurde der Schnee schnell tiefer; oft einen Meter oder mehr. Auf dem sumpfigen Gelände wurden meine Skier schwerer und schwerer. Unter dem vielen Schnee war alles noch nass und ich musste am Rand schnell zwei, drei Zentimeter Schneematsch von den Gleitflächen wegwischen, bevor dieser festfror. Danach bin ich in einem Bogen zu einem kleinen Stichweg gelaufen, der anfangs noch geräumt war, dann aber auch hoch mit Schnee bedeckt war. Dort habe ich auch das Auto fotografiert. Auf den letzten fünfzig Metern zur Ostsee änderte sich die Atmosphäre schlagartig.


An der See heulte der stürmische Wind und trieb einem den Schnee waagerecht ins Gesicht. Schneesturm! Mit diesem Wind, der begrenzten Sicht und den drei Meter hohen Schneeverwehungen hatte dieser Ort gestern schon eine sehr arktische Atmosphäre. Von der Ostsee war eigentlich nichts mehr zu sehen. Das weiße Eis ging in weißes Schneegestöber und dieses in weißen Himmel über. Als ich später wieder im Wald war, kam ich mir vor, als hätte ich eine gemütliche Hütte betreten. Plötzlich war alles wieder friedlich, warm und still. Durch den wieder zunehmenden Schneefall bin ich dann in der Dämmerung nach Hause gelaufen. Das Bild rechts neben dem Selbstportrait zeigt übrigens die Ostsee. Nicht gerade ein Urlaubsfoto …
In diesem Video habe ich ein paar Eindrücke von dieser Tour zusammengeschnitten. Wie immer quick’n’dirty, denn für Film schneiden habe ich keine Geduld. Und das nächste Mal muss ich mehr schreien.
Sonntag
Was für ein Unterschied zum Vortag! Nachdem es hier vier Tage nonstop geschneit hat, hörte der Niederschlag gestern Abend auf, es klarte ein bisschen auf und wurde etwas kälter. Die heute Tour konnte ich bei blauem Himmel und windstillen – 14 °C machen. Der Wald war nett und ruhig und der Schnee bedecke dick die Bäume – und nicht ständig meine Kameralinse, wie gestern. Auf einem kleinen Felsrücken hatte ich Blick auf die Ostsee: Alles weiß. Nach ein bisschen Zickzack laufen war ich dann wieder am gleichen Ostseeufer wie gestern. Ein blauer Himmel überspannt die weiße Eisfläche und einige Bäume leuchten warmgelb in der tiefstehenden Sonne. Dennoch war ich bei meiner Pause über die Daunenjacke froh, denn wärmer geworden war es nicht. Die gleiche Stelle gestern und heute waren zwei Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Bei der Gelegenheit konnte ich gleich noch einmal das völlig verwehte Sommerhaus fotografieren, welches die letzten Tage dem Wind direkt ausgesetzt war.
Dieses Mal bin ich auch wieder im Hellen zu Hause angekommen und bin heißhungrig über die Schokolade in der Küche hergefallen. Merke: 200-Gramm-Tafeln sind gefährlich, selbst wenn man sie nicht ganz auf isst.
Heute morgen -16 Grad, heute Mittag -13 Grad, jetzt um fünf nur noch -3.6 °C
1. Killingörviken
heißt die kleine Bucht gleich bei mir um die Ecke. Vor ein, zwei Wochen war sie noch größtenteils eisfrei, jetzt sitzen die Eisfischer auf der gefrorenen Ostseebucht, während einige hundert Meter hinter ihnen große Schiffe durchs Eis fahren.
2. Näsgrundet
ist eine kleine Halbinsel ganz im Osten. Hier bin ich heute morgen bei klarem Himmel mit dem Fahrrad hin gefahren und habe das schöne Licht bewundert. Ein Foto mit den Schiffen habe ich schon einmal am 25. April gemacht, als noch Eis auf dem Wasser war, jetzt sind die Boote schon wieder von Eis umgeben und lassen die ganze Zeit die Motoren laufen.
3. Storgrundet
ist eine schmale Insel gleich hinter dem kleinen Badestrand. Und heute bin ich das erste Mal die paar hundert Meter über das Meereis hinüber gelaufen. Das fand ich trotz der vielen Skooterspuren ganz schön aufregend und ich habe meine Is-Dubbar dabei gehabt. Auf der Insel: Tief verschneiter Wald und dahinter am Strand der Blick auf weitere Inselchen und schneebedecktes Packeis, welches von der tief stehenden Sonne in orangerosafarbigem Licht angestahlt wird. Wunderschön.
Maximum tagsüber gestern -16.3 °C, Maximum seit einer Woche: -8.7 °C. Jetzt (11:00) -15.8 °C
Heute arbeite ich zu Hause und – ich sehe das schon – werde abends einiges nachholen müssen. Denn das warme Licht ist dermaßen schön, dass ich die ganze Zeit nur heraus schaue. Ich habe einfach in jede Richtung Knips gemacht und die Fotos ohne große Nachbearbeitung hier eingefügt:
Blick nach Nordosten
Blick nach Südosten
Blick nach Südwesten
Blick nach Nordwesten
Nachtrag:
Jetzt hat die Sonne eine orangefarbene Lichtsäule und Eisstaub in der Luft bricht das Licht in Regenbogenfarben auf. Ich verschiebe jetzt das Arbeiten komplett auf heute Nachmittag und Abend und gehe raus. Toll, wenn man so flexibel arbeiten kann.