Nah und Fern
Zum sonntäglichen Abschluss noch zwei Fotos vom heutigen Spaziergang zur und auf der Ostsee: Der Unterschied zwischen nah und fern.
Zum sonntäglichen Abschluss noch zwei Fotos vom heutigen Spaziergang zur und auf der Ostsee: Der Unterschied zwischen nah und fern.
Ich hatte schon geschrieben, wie kalt es am Tag der Winterschwimmmeisterschaft war. Auch in der Stadt zeigte das Thermometer im Auto -31 °C und auf dem Fluss dürfte es eher noch kälter sein. Und so war das Eisschwimmbecken, in dem am Vortag Anna-Carin 500 Meter geschwommen ist, komplett und dick zugefroren. Und Jarkkos Kettensäge ging nicht. An ein Öffnen mit Eisbohrer und Axt war nicht zu denken. Zum Glück konnten wir noch schnell eine elektrisch betriebene Säge auftreiben. Jarkko und Lasse haben einmal um den gesamten Beckenrand gesägt. Nun konnte man zum Glück mit Eisenstangen als Hebel das Eis aufbrechen. Am Rand war es zwar gut 10 cm dick, aber ganz in der Mitte nur etwa 3 cm.
Ich bin zum Schluss mit dem Überlebensanzug ins Becken gestiegen, da sich die ganzen Eisschollen durch die Strömung am unteren Ende gesammelt und verkeilt haben. Einen paar habe ich herausgehoben, einen Teil konnte ich auch unter das Eis drücken. Gar nicht so einfach, im Wasser etwas zu machen, wenn man nichts hat, wo man sich gegenstemmen kann. Und über dem Wasser konnte ich mich nicht festhalten, denn innerhalb weniger Sekunden wären die nassen Neoprenhandschuhe am Eis festgefroren.
Aber irgendwann war das Becken wieder frei, die tief stehende Sonne tauchte alles in warmes, gold-gelbes Licht und die Meisterschaft konnte beginnen.
59 Schwimmer haben sich angemeldet und die meisten waren auch da und registrierten sich. Trotz der Eiseskälte standen etwa 250 Zuschauer am Ufer und warteten darauf, dass es los ging. Die Taucher besprachen sich mit dem Arzt und dann kamen auch die ersten Schwimmer.
Zuerst kleiden sich alle Schwimmer aus, das soll natürlich schnell gehen, es ist ja kalt. Dann gehen alle Schwimmer ins Wasser. Die Erfahrenen beeilen sich dabei, damit sie sich vor dem Start an die Kälte gewöhnt haben und wieder ruhig atmen können. Beim Startkommando schwimmen alle los – dies ist der einzige Teil, der fast im Schwimmbad stattfinden könnte, wären da nicht die bunten Mützen. Dann steigen alle so schnell wie möglich aus dem Wasser und bekommen Hilfe beim Abtrocknen und Anziehen. Und die ist nötig, denn in den Fingern und Zehen hat man jetzt kein Gefühl mehr. Und – hatte ich erwähnt, dass es saukalt war?
Erst kamen die Herren, dann die Damen und dann der Staffellauf, der wegen der Strömung ausschließlich flussabwärts stattfand. Das hat mit kleinen Pausen etwa zwei Stunden gedauert. Dann kam Anna-Carin und ist 450 Meter auf Zeit geschwommen – allerdings außer Konkurrenz. Sie hat zwei Wochen zuvor Gold mit einer Zeit von 6m59 gewonnen, dieses Mal aber aufgrund der Strömung acht Minuten gebraucht.
Ich finde ja, dass die gewinnen sollten, die am längsten im Wasser waren. (Bei meinem miserablen Brustschwimmen hätte ich bestimmt den ersten Platz gemacht.)
Nach einer kurzen Pause kam dann die Siegerehrung. Viele haben Medaillen bekommen, was daran liegt, dass sowohl nach Herren/Damen, als auch nach Altersklassen gruppiert wird. Da konnte es schon einmal geschehen, dass in einer Klasse nur ein Schwimmer teilgenommen hat und dann die Medaille für den ersten Platz überreicht bekam. Dagegen wurde es bei der Ehrung der Teams ein bisschen eng auf dem Siegertreppchen.
Nach der Siegerehrung leerte sich die Veranstaltung schnell. Auch wenn die Temperatur inzwischen auf -26 °C angestiegen war, warm ist anders. Und so endet der Tag wie er angefangen hat, mit einem Blick auf ein Eisschwimmbecken im Skellefteälven.
Eigentlich wollte ich auch schwimmen, aber …
Heute ist der letzte Tag vor dem Event: Die Erste Schwedische Meisterschaft im Winterschwimmen in Skellefteå. Und wieder ist es kälter geworden (Laut Kommune heute mittag -27 °C) und wieder war das Eisschwimmbecken am Morgen fast zugefroren. Ich bin aber erst um halb zwölf vor Ort gewesen (leider muss ich ja ab und zu auch mal arbeiten). Heute haben viele die Gelegenheit ergriffen, das Eisschwimmen mal auszuprobieren und eine 25-Meterbahn zu schwimmen. Dabei waren alle mit Gurt und Seil gesichert, weil wir heute keinen Rettungstaucher da hatten.
Bis auf Anna-Carin Nordin, Extremschwimmerin und Weltmeisterin im Winterschwimmen. Sie weiß, wie das geht und sie ist gleich zum „warm werden“ 500 Meter (!) geschwommen. Danach hat es allerdings auch ein bisschen gedauert, bis ihr wieder warm war.
Heute sah ich mehr so aus. Liegend mit Kamera im knallroten Daunenparka (Foto: Lasse Westerlund). Aber morgen gilt’s: Da schwimme ich im „Arrangörs kampen“ auch meine 25 Meter. Und wenn die experimentelle Temperaturvorhersage recht hat, dann könnten uns morgen Temperaturen unter -30 °C erwarten. Da bleibt man vielleicht lieber im Wasser, da ist es mit +0.5 °C wesentlich wärmer.
In der Nacht hat es leicht vor sich hin geschneit. Gleichzeitig wurde es kälter. Heute morgen lag trotz der Wolkendecke die Temperatur bei -15 °C. Mich freut‘s. Nicht nur, weil ich die kalten Temperaturen mag, sondern auch, weil am Samstag die Erste Schwedische Meisterschaft im Winterschwimmen in Skellefteå stattfindet. Und zum Winterschwimmen gehört auch Kälte dazu.
Der Verein der frohen Freunde von Dunkelheit und Kälte organisiert die Veranstaltung, hat aber zum Glück viele Helfer. Nicht nur Rettungstaucher, Polizei und viele Freiwillige vom Schwimmverein, sondern zum Beispiel auch die technische Abteilung der Kommune, die uns von Sonntag bis heute das Eis für 4 Bahnen à 25 Meter aus dem Fluss geschnitten hat.
Das erste Bild habe ich am Montagmorgen gemacht. Das zweite heute, Mittwoch Mittag. Zwischen den Tagen hatten die Mitarbeiter der Kommune einiges an Arbeit.
Alles fängt mit der Kettensäge an: Große, quadratische Blöcke werden aus dem zwanzig Zentimeter dicken Eis geschnitten. Eine ziemlich kalt-nasse Angelegenheit. Dann werden die Eisblöcke getrennt, sie treiben dann langsam mit der Strömung flussabwärts und landen am anderen Ende des Eisschwimmbeckens. Dort werden sie mit einem Greifarm aus dem Wasser gehoben.
Und so wird die Bahn länger und länger, bis sie schließlich heute Mittag fertig geworden ist.
Nun sind es nur noch drei Tage bis zum Samstag, und ich bin gespannt, wie kalt es werden wird. Schon jetzt um kurz vor sechs ist die Temperatur in Skelleftehamn auf -20 °C gefallen.
Übrigens: Was macht man, wenn der Winter so mild war und das Eis zu dünn? Ganz einfach, man spült Wasser auf das Eis, welches friert und damit die Eisschicht dicker macht. Es gab also einen Anfang vor der Kettensäge.
„Pimpelfiske“, so nennt man hier das Eisfischen. Ich finde ja, dass das Wort ein bisschen lustig klingt und wenn man sich die kleine Plastikangel anschaut, dann erinnert die auch eher an ein Gimmick aus einem Yps-Heft als an ein ernstzunehmendes Angelgerät. Aber man irrt, denn mit dieser Angel kann man Fische fangen, ab und zu so große, wie mir ein Angler erzählt, dass sie nicht durch das Eisloch passen, welches man vorher mit dem großen Eisbohrer gebohrt hat. Heute hingegen gingen die meisten Angler leer aus, die Fische waren woanders. Das kann man tatsächlich sehen, denn der Grund ist sandig, das Wasser extrem klar und keinen Meter tief. Und viele Angler legen sich bäuchlings auf eine Isomatte aufs Eis, um zu schauen, ob vielleicht ein Flussbarsch (abborre) oder ein sik vorbeischwimmt.
Im Grunde braucht man wenig, um Eisfischen zu betreiben: Die meisten haben einen knallbunten Floating Suit an, das ist ein gefütterter Overall, der nicht nur warm hält sondern einem auch im Wasser Auftrieb gäbe, falls man doch einmal einbrechen sollte. Dann kommt als nächstes der Eisbohrer, mit dem man ein Loch ins Eis bohrt. Das ging heute in der Bucht recht schnell, denn das Eis ist nur 20 cm dick. Die meisten Eisangler haben eine Isomatte, in die ein kreisrundes Loch geschnitten ist, so dass sie im Liegen fischen können.
Dann setzt man einen Wurm auf den Haken und lässt ihn an der dünnen Nylonschnur hinunter in das Eiswasser. Da man direkt über dem Wasser ist, braucht die Angelrute auch nicht besonders lang zu sein. Praktisch ist eine kleine Plastikkelle, mit der man das Eis wegmachen kann, welches sich schnell immer wieder auf der Wasseroberfläche bildet.
Wenn man keinen Fisch fängt, dann hält man eben Fika und trinkt Kaffee. Zwei der Angler hatten einen kleinen Grill dabei, auf dem sie Würstchen warm gemacht haben. Sie haben dann Geschichten von den Tagen erzählt, wo sie besonders große oder viele Fische gefangen haben und von Angelplätzen in Storuman und an der norwegischen Atlantikküste.
Zum Schluss hat dann aber eine Anglerin doch noch einen kleinen Barsch gefangen. Nun hofft sie, dass ihr zwölfjähriger Enkel, der noch vorbeischauen will, auch Glück hat und etwas fängt. Das ist eine Sache, die mir schon vorher aufgefallen ist: In Schweden angeln Jungen und Mädchen, Großmütter und Großväter und in den Angelzeitschriften sieht man nicht nur Bilder von heroisch dastehenden Männern im Tarnanzug, die ihren Riesenfisch präsentieren, sondern auch von achtjährigen Mädchen mit ihrem ersten kleinen Fang an der Angel. Angeln – ein Volkssport in Schweden.
Mein Dank geht an die Angler, dafür, dass ich Bilder von ihnen machen und veröffentlichen durfte.
Zum Wetter: Wieder ein grauer Tag. Die Sonnenstunden der letzten zwei Wochen kann man an einer Hand abzählen. Und da es ständig bewölkt ist, ist es mit -7 °C auch recht warm.
Wenn Ihr meint, das sei kalt, dann nehmt einen Globus, legt Euren Finger auf Skellefteå und drehe die Erdkugel langsam nach rechts. Der Finger zieht eine Linie bis nach Norwegen, taucht in den Atlantik und führt nördlich des Vatnajökull über Island. Nach einer Grönlanddurchquerung nördlich von Nuuk und dem Anlanden in Nordkanada werdet Ihr nach einer Durchquerung des Yukon Territory in Alaska ankommen. Inzwischen reist nicht der Finger, Ihr seid es, die hinten auf dem Hundeschlitten steht und Eure Huskies anfeuert. Haltet Euch ein bisschen rechts, bald kommt der Flugplatz von Fort Yukon in Sicht. Der liegt nur zweihundert Kilometer weiter im Norden als Skellefteå. Ich hoffe, Ihr seid warm angezogen und habt die Hunde gut gefüttert, denn just an diesem Flughafen liegen die Temperaturen heute bei -49 °C. Das ist kalt!
Heute stand zwei Mal Eisbaden auf dem Programm. Um zehn Uhr für das Fernsehen und um eins für die Zeitung. Ich war als erster am Platz und habe damit begonnen, das inzwischen fest zugefrorene Eisloch wieder klarzumachen. Nebel kam auf, der erst alles weichzeichnete und, als er sich später lichtete, alle Bäume raureifbesetzt zurück ließ.
Wir hatten einige Freiwillige, die für das Fernsehen in das Eisloch gestiegen sind, unter anderem Martin, der dies das erste Mal machte. Die Wassertemperatur lag bei +0.3 °C. Ich habe fotografiert aber mich spontan entschieden, zum Schluss auch noch in das Eiswasser zu steigen. In Badehose versteht sich und nicht in dem Anzug, in dem man mich im Video weiter unten sieht. Das war heute das zweite Mal, dass ich Eisbaden war und das Wasser fühlte sich kälter an. Vielleicht weil man schon weiß, was auf einen zukommt und man nicht so viel Adrenalin beim allerersten Mal im Blut hat. Aber der Wohlfühlfaktor (ausgenommen vielleicht die ersten drei, vier Sekunden) ist einfach enorm.
Beim zweiten Tauchgang – den für die Presse – habe ich nicht mitgemacht, da ich gerade vom Mittagessen kam und pappsatt war. Dann hält sich meine Motivation, selbst in warmes Wasser zu steigen doch sehr in Grenzen.
Ich habe ein kleines Video gemacht, wie ich versuche, das Eisloch aufzumachen und mir dabei Werkzeug aus dem Handschuh rutscht und ins Wasser fällt. Ein typischer Anfängerfehler, wie Jarkko meinte. Zum Glück hat Mikael, Eisschwimmer und Apnoetaucher, die lange Stange im Nullkommanix wieder vom Grund gefischt. Doch seht selbst …
Ja, träume ich denn! Gestern war die Bucht komplett eisfrei und heute, nach einer Nacht mit Temperaturen um -15 °C ist sie mit Eis bedeckt – die ganze Bucht bis zum Horizont. Für mich ist das unglaublich, wie schnell sich das hier ändern kann.
Heute war ich nicht im Wasser, sondern an der Kamera. Ich fotografiere lieber und habe keine Ahnung vom Filmen, aber manchmal sind ein paar bewegte Bilder schön.
Was man auf dem Video nicht erkennt ist die Temperatur auf dem Thermometer: Zwischen +0.9 und 0.0 °C hatte das Wasser heute.
Heute ist Samstag und es war klares Wetter. Also wollte ich, bevor ich zum Eisbadeworkshop nach Ursviken fahre, ein paar Fotos vom Eis auf der Meeresbucht „Kallholmsfjärden“ machen, welches ich am Dienstag Abend fotografiert habe. Und auch testen, ob mich das Eis jetzt besser trägt. Aber – wo ist das Eis geblieben? Die ganze Bucht war wieder offen! Und ich habe hier noch nie so niedrigen Wasserstand gesehen und war ganz erstaunt, wo die Bucht überall Untiefen hat. Wie ich später von Jarkko hörte, war das Wasser über Nacht um einen Meter gesunken. Auf dem zweiten Foto sieht man sehr gut an dem Eis, welches oben auf dem großen Felsen festgefroren ist, wie hoch hier das Wasser vorher stand.
Ich hätte den ganzen Tag mit Fotografieren verbringen können. Aber heute haben wir den zweiten Winterbadekurs ausgerichtet, dieses Mal nicht in Kusfors, sondern im Åkerviken in Ursviken, nur ein paar Autominuten entfernt. Und da wollte ich Jarkko noch helfen, bevor es los ging.
Wir hatten es nicht leicht, zum Wasser zu kommen, weil das Ufer aus stark abschüssigen Eis bestand. Da ich die Kamera in der Hand hatte, bin ich einfach auf dem Hosenboden herunter gerutscht. Das Eis am Rand war ein bisschen tückisch, da es aus verschiedenen Schichten bestand. Jarkko und Lasse haben mit dem Eisbohrer Löcher gebohrt und dann mit langen Sägen das Eis zersägt. Beide landeten dabei bis zur Wade im Wasser, weil die oberste Schicht an manchen Stellen nicht so dick war. Den Kameramann, der eine Doku drehen wollte, hatte es schlechter erwischt. Bis über die Knie brach er ein. Die Kamera blieb zwar trocken, aber er verschwand erst einmal, um sich umzuziehen. So gibt es leider keine Filmaufnahme davon, wie ich mit dem knatsch-roten Trockenanzug im Eisloch auf der zweiten, dreißig Zentimeter dicken Eisschicht stand, die einen halben Meter unter Wasser lag. Denn von oben hätten wir große Schwierigkeiten gehabt, das Eis zu lösen. Schließlich war der Rand dermaßen durchbohrt und kaputtgesägt, dass ich die Unterwasserscholle lostreten und unter das andere Eis schieben konnte. Nun stand ich bis fast zum Kinn im Wasser, denn das Ufer am Kanuklub fällt ziemlich steil ab.
Das war es dann auch mit dem Baden für mich, denn während viele andere ins Eisloch gegangen sind, habe ich Videos gemacht. Und dabei festgestellt, dass Video nicht mein Ding ist. Das nächste Mal fotografiere ich wieder. Einen Videoscreenshot habe ich verwendet, damit man mir glaubt, dass die Leute wirklich ins Wasser gehen.
Heute ging die Sonne um viertel nach Zwei unter und beleuchtete die vom Wind geformten Strukturen auf der eisbedeckten Bucht. Da werde ich am Dienstag wieder sein, denn dort kommt um zehn das Fernsehen. (Oh, da muss ich noch einen halben Tag Urlaub für nehmen oder vorarbeiten.)
Meine Güte ging das schnell! Vor nur vier Tagen habe ich Fotos von der Bucht Kallholmsfjärden gemacht. Das Wasser war noch offen und nur am Rand beim Schilf trieb der erste Eisschlamm auf der Oberfläche. Nun war es ein paar Tage kälter und heute sind große Teile der Bucht zugefroren.
Ich blicke auf eine weiße Fläche. Das Eis ist größtenteils vom Neuschnee bedeckt, vermutlich vom Schneeschauer, der zwei Stunden vorher herunterkam. Einige dunkle Kanäle zeigen, dass die Fläche noch nicht überall gleichmäßig zugefroren ist.
Ich trete näher und sehe am Ufer das rundgestoßene Pfannkucheneis im Viersekundentakt hin- und herschwappen. Dahinter sind größere Eisschollen, die scheinbar unbewegt auf dem Wasser liegen. Ich laufe ein bisschen ins Meer hinein. Die meisten Eischollen tragen mich noch nicht und ich stehe sofort im Wasser. Aber eine Scholle trägt und ich spüre, wie sich das Eis unter mir mit den Wellen langsam senkt und hebt. Als ob das Meer tief und ruhig ein- und ausatmet. Ein schönes Gefühl. Aber nur, weil ich weiß, wie flach diese Stelle ist. Und auch hier ist das Eis noch weich. Die Scholle biegt sich unter meinem Gewicht, ein Riss bildet sich und auch hier stehe ich im knietiefen Wasser.
Aber im Gegensatz zum Eisbaden vor zwei Tagen habe ich meine Neoprenwathose an und ich bleibe warm und trocken.