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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Eröffnung der Kajaksaison

Mit den Skitouren zu den Inseln hat das dieses Jahr nicht geklappt, denn bis auf den höchsten Nordzipfel ist die Ostsee fast eisfrei. Aber wenn das Wasser schon offen ist, dann kann man ja vielleicht mit dem Kajak eine Runde drehen.

So dachte ich gestern und schaufelte den Schnee vor dem Garagentor weg (Mein Auto steht immer draußen). Dann bin ich in meine Garage eingebrochen, denn das Schloss war kaputtgegangen. Und heute habe ich das Kajak aus der Garage befreit, auf dem kleinen, kippeligen Bootswagen festgezurrt und mit einer Reepschnur an meinem Hüftgurt befestigt, der eigentlich zum Pulka ziehen gedacht ist. Dann hatte ich erst mal bei blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein einen halbstündigen Fußweg mit Kajak im Schlepptau zur Lotsenstation, denn dort kann man vom Eis aus das Kajak gut ins Wasser setzen.

Auf dem schneebedeckten Eis am Ufer lässt sich das Kajak am Besten wie ein Schlitten hinterherziehen, die Räder des Bootswagens bleiben stecken. Bald stand das Kajak an der Eiskante. Dort habe ich Handy, Kleidung, Kamera und mich selbst wasserdicht verpackt, bevor ich das Kajak ins Wasser gesetzt habe.

Es war herrlich, wieder auf dem Wasser zu sein. Natürlich war ich der einzige Verrückte, der am dritten März Kajak fährt und so war ich bis auf eine Möwe hoch oben am Himmel und einem Skooterfahrer weit weg an Land alleine unterwegs. Mit strammem Kajakpaddeln hatte das Ganze aber wenig gemeinsam. Zum einen habe ich als untrainierter Schreibtischarbeiter nicht gerade viel Armmuskulatur, zum anderen ist das Paddeln in dem steifen Neoprenanzug noch einmal ein bisschen anstrengender. Und warm wird einem in dem Ding! Aber es ist selbst bei dem ruhigem Wetter ein beruhigendes Gefühl, dass man, sollte man tatsächlich kentern, problemlos einige Stunden im Null Grad kalten Wasser aushalten kann und es warm und trocken hat.

Zuerst bin ich in Richtung Klubben – so heißt eine der Inseln – gepaddelt. Einige kleine Eisschollen trieben im Wasser und ab und zu machte es Rumms!, dann hatte ich wieder ein dickes durchsichtiges Stück Eis übersehen. Aus einem Haus auf der Nachbarinsel Bredskär stieg Rauch auf, dorthin kommt man wohl noch mit dem Skooter.

An einer großen Eisscholle habe ich kurz angehalten. Ich hätte mich vermutlich mühelos darauf stellen können, denn das Eis war mindestens 30 cm dick.

Da das Wetter ruhig war und fast kein Wind wehte, bin ich dann nach Süden abgebogen und zu der Insel Gåsören gepaddelt. Links lag das offene Meer, rechts hatte man Blick auf die Halbinsel Rönnskär. Auf Gåsören war ich noch nie und auch heute habe ich die Insel nicht betreten. Aber ich bin einmal herumgefahren und habe endlich mal den Leuchtturm von Nahem gesehen. Auf der dem offenen Meer zugewandten Ostseite war es ein bisschen welliger, aber die Wellen waren so lang, dass es auch für einen Kajakanfänger wie mich kein Problem dargestellt hat. Nur vom Ufer habe ich mich dort ein bisschen ferngehalten. Aber kaum war ich um die Südspitze herum, war das Wasser um einiges ruhiger. Mit einem gemütlichen Mix aus Paddeln und Treiben lassen habe ich dann wieder den Rückweg angetreten.

Es war überraschend leicht, wieder an Land zu kommen. Ich sah mich schon im Wasser stehen und das Kajak den halben Meter aufs Eis heben, aber ich konnte mich sowohl gut festhalten, als auch von Land aus das Kajak leicht wieder aus dem Wasser heben. Ich bin dann aber doch noch zu einem langen Bad gekommen, und das ging so:


Schon auf dem Rückweg hatte ich mich gefragt, wo eigentlich mein iPhone abgeblieben ist. Und als ich wieder an Land war, habe ich auch nach zweimaligem Komplettdurchforsten des Kajaks das Handy nicht gefunden. Ich wusste nur, dass ich es auf dem Eis wasserdicht verpackt hatte. In der Lotsenstation wurde es auch nicht abgegeben. Also habe ich mich wieder in den Trockenanzug geworfen und bin die ganze Uferlinie abgeschritten und -geschwommen. Nun weiß ich zwar, dass unter dem Eis flache aber weitausladende Hohlräume und ganze Eislabyrinthe sind, aber das Handy habe ich nicht gefunden. Lag es am Ufer und wurde gestohlen, ist es in einem Eislabyrinth, ist es versunken oder treibt es gerade nach Finnland – ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall war das extrem doof, zumal das Handy noch nicht einmal mir, sondern Hello Future, meinem Arbeitsgeber gehört.

Jonas und Leif von Hello Future blieben allerdings extrem gelassen, als ich ihnen leicht zerknirscht mein Missgeschick gebeichtet habe. „Dann kaufen wir am Montag eben ein neues“. „So etwas passiert“. Und jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich ein Handy verbummele und dafür ein neueres Modell bekomme. Nebenbei bemerkt mit einer besseren Kamera …

Mondnacht

Die eine Vorhersage hat gestimmt: Zwei Stunden nahezu klaren Himmel hatten wir heute Abend. Bloß vom Nordlicht war fast nichts zu sehen. Dafür, dass uns gerade der größte „Sonnensturm“ seit Jahren treffen soll, ein bisschen enttäuschend. Na gut, Warten ist langweilig, also habe ich ein bisschen den Mond fotografiert. Und ich komme früh ins Bett, denn jetzt hat sich alles zugezogen.

Schneeschuhtour

Heute habe ich das schöne Wetter genutzt, um meine nächsten Nachbarn zu besuchen. Also habe ich meinen Rucksack gepackt, die Schneeschuhe untergeschnallt, und los gings.

Der Wald sieht jetzt trotz des Schnees schon ein bisschen nach Frühling aus. Um manche Baumstämme herum ist der Schnee schon weggetaut und man sieht den nadelbedeckten Waldboden. An anderen Stellen steht man aber manchmal trotz der Schneeschuhe bis zu den Knien im Schnee, vor allem wenn man nicht auf den Skooterspuren läuft.

Ich war bald an dem kleinen Bootshafen, der Tjuvkistan heißt. Das heißt auf deutsch Diebessarg und klingt sehr nach alten Seeräubergeschichten. Während man links und rechts schon offenes Meer sehen konnte, lag geradeaus zwischen Bootshafen und der Insel Bredskär noch dickes Eis, so dass man gefahrlos zur Insel herüberlaufen konnte. Am rechten Horizont sah man auch die Insel Gåsören mit ihrem Leuchtturm, die ich letzten Samstag mit dem Kajak umrundet habe.

Die Sonne wärmte nicht nur, sondern tauchte alles auf dem weißen und dem blanken Eis in gleißend helles Licht. Gut, dass ich meine Sonnenbrille dabei hatte. Bald war ich am Ufer der Insel Bredskär, wo meine Nachbarn mich zur Fika eingeladen haben – Kaffee und Kanelbullar.

Nun sollte ich vielleicht die Einleitung ein bisschen zurecht rücken: Natürlich brauche ich normalerweise keine Schneeschuhe, um meine Nachbarn zu besuchen, denn sie wohnen in der gleichen Straße direkt nebenan. Dieses Wochenende waren sie aber mit dem Schneeskooter zu ihrer Stuga – dem Freizeithaus – gefahren und dort habe ich sie besucht.

Nach der Fika habe ich dann die Insel Bredskär und die verbundene Nachbarinsel Norrskär auf dem Land umrundet und an der Eiskante habe ich mich über die bis dahin eher überflüssigen Schneeschuhe sehr gefreut, denn vor allem auf den zu blanken Eis gefrorenen Eisformationen hatte man mit den Harscheisen guten Halt. Ohne hätte ich dort kaum laufen können.

Dort, an der Uferkante, stoßen zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite das klare, blaue Meer, welches schon nach Frühling aussieht und die Vorfreude auf den schwedischen Sommer erhöht.

Auf der anderen Seite die zerfurchte Eiskante, die einem klar zeigt, dass der schwedische Winter noch nicht vorbei ist.

Gerade als ich umkehren wollte, bewölkte sich der Himmel und es briste auf. Ich bin noch gemütlich zurück gelaufen, und eine halbe Stunde, nachdem ich angekommen bin, kam ein ziemlich nasser Schneeschauer herunter.

Fazit: Eine schöne Vierstundenrunde mit vielen Eindrücken und Fika. Danke an Lena und Staffan für die Einladung zur Fika!

Eiszapfen

Eigentlich wollte ich heute nur faul sein. So richtig faul! Hat aber nicht ganz geklappt, denn das Wetter war einfach zu schön und ich habe einen Spaziergang zum Meer gemacht. Und der wurde dann doch ein bisschen länger als geplant. Das meiste Eis ist ja weg, aber durch das Schmelzen und wieder frieren – immerhin hatten wir unter -10 °C heute morgen – hängen unter der schmalen verbliebenen Eiskante tausende kleine Eiszapfen. Die ganze Küstenlinie entlang.

Jetzt sollte man sehr vorsichtig sein, wenn man das Eis betritt. An den meisten Stellen würde man beim Einbrechen nur bis zu den Knien im Wasser stehen, aber viele, die eine Hütte am Meer haben, haben auch einen Bootsanleger. Und dort ist der Grund ausgebaggert und das Wasser wesentlich tiefer. Da möchte ich dann nicht durchs Eis brechen.

Abends an der Ostsee

Leise plätschern die Wellen und während die Sonne sich langsam niedersenkt, wird das Licht wärmer und wärmer. Welch wunderschöne Abendstimmung.

Die Singschwäne sind da

Heute bin ich zur nahen Bucht Harrbäckssand gefahren. Ich war neugierig, ob die Bucht noch eisbedeckt ist. Aber nur am Ufer waren noch einige Meter Eis, der größte Teil der Bucht war offen.

Das hat die Singschwäne gefreut, die nach ihrer Überwinterung in Mitteleuropa wieder in den Norden gezogen sind und jetzt offenes Wasser suchen. Knapp dreißig dieser Vögel, die ein wenig kleiner als der in Deutschland heimische Höckerschwan sind, schwammen auf dem Wasser und gründelten nach Nahrung.

Wenn sie sich ungestört fühlen, machen sie ziemlichen Lärm (Ich hätte diese Schwäne eher Trötschwäne genannt, aber nun ja). Leider sind die Vögel recht scheu und fliehen vor dem Menschen, daher war das Fotografieren trotz des Teleobjektivs nicht so leicht.


Diese Woche war das Wetter recht wechselhaft. Morgens war es meistens klar und mit Frühtemperaturen um -10 °C so kalt, dass sich in geschützten Lagen der Meeresbuchten wieder eine dünne Neueisdecke bilden konnte. Tagsüber gab es meistens blauen Himmel und obwohl die Temperaturen nur knapp über null steigen, hat die Sonne schon viel Kraft. Man sollte sich bloß nicht darauf verlassen, denn der nächste kleine und heftige Schneeschauer lauerte so manches Mal am Horizont und das, was die Sonne an Schnee weggeschmolzen hat, fiel wieder neu vom Himmel. Abends hingegen wurde es meistens wieder klar und der Vollmond strahlte über der ruhigen Ostsee.

Vier Bildpaare

Heute hat den ganzen Tag die Sonne geschienen und es war überraschend warm. Als ich nach Hause gekommen bin, habe ich meine Gummistiefel angezogen und einen Spaziergang gemacht.

Wald

Auf den Skooterspuren liegt noch ein bisschen Eis und Schnee, aber die südwärts gerichteten Felsen sind schon schneefrei und werden von warmen Licht der Nachmittagssonne angestrahlt.

Schlamm

Die Wärme hat den Boden aufgeweicht und meine Stiefel hinterließen eine tiefe Schlammspur. Auf dem Rückweg wurde es ein bisschen kühler und die ersten Eisnadeln wuchsen auf den Pfützen.

Bagger

Weiter hinten werden Steine weiterverarbeitet. Die von der Abendsonne stehende Baggerschaufel hat es mir angetan. Abstrakte Muster und Strukturen.

Meer

Von dem Erd- und Steinhaufen hatte man einen schönen Blick auf die Halbinsel Näsgrundet und die Insel Gåsören dahinter. Den Bootsanleger habe ich kurz vorher von „unten“ fotografiert.

Mein heutiger Dank geht an die französische Firma Aigle, von denen ich seit fast sechs Jahren ein und dasselbe Paar Gummistiefel trage. Sie sind bequem, extrem robust und – heute sehr praktisch – sehr leicht zu reinigen und zu trocknen.

Frühlingstag

Ist es wirklich erst eine Woche her, dass zwanzig Zentimeter Neuschnee gefallen sind und hier alles winterlich tief verschneit war? Der kleine Hund beim Gassi gehen kaum über den Schnee schauen konnte? Ich beim Fotografieren aufpassen musste, dass mein Objektiv nicht zuschneit?

Kaum zu glauben! Denn heute war es sonnig und mit 13 °C wirklich überraschend warm. Ich habe die ersten Blumen, die ersten Schmetterlinge, die ersten Menschen mit kurzen Hosen gesehen. Und viele saßen draußen und genossen Licht und Wärme. Auch wir haben nach dem Mittagessen einen kleinen Umweg gemacht und sind ein kleines Stück am Fluss entlang gelaufen.

Die meisten von uns haben heute um halb vier den Arbeitstag beendet, zu groß war die Verlockung, das schöne, warme Frühlingswetter zu geniessen. Ich habe mir zu Hause das Fahrrad geschnappt und bin ein bisschen herumgefahren. Zur Insel Storgrundet kann man jetzt herüber rudern und das restliche Eis hat sich vom Ufer gelöst und treibt nach Osten. In der Sonne war es so warm, dass ich die meiste Zeit im T-Shirt gefahren bin. Im Schatten merkte man allerdings, dass es gegen Abend wieder kühler wurde.

Es erstaunt mich jedes Mal wieder, wie schnell die Jahreszeiten hier wechseln können. Und ich freue mich, dass der Frühling da ist, selbst wenn es morgen wieder grau und kälter werden soll.

Zu Wasser und zu Lande

Während München heute mit Temperaturen von über 30 °C einen neuen Temperaturrekord für April aufgestellt hat, bin ich heute zwischen Eisschollen Kajak gefahren. Das heißt nicht, dass es hier wirklich kalt war, wir hatten heute mittag auch immerhin etwa 15 °C, aber der Wind hat – woher auch immer – wieder Eis in die Bucht geblasen.

Ich war ziemlich früh wach – Sonnenaufgang war ja schon um zehn nach vier – und war neugierig, ob man mit dem Kajak durch die Eisschollen zum offenen Wasser paddeln kann. Es ging, hat aber einige Zeit beansprucht. Da auch die geschützt liegenden kleinen freien Flächen zwischen den dicken Schollen einige Millimeter dick zugefroren waren, knirschte das Boot mit jedem Paddelschlag. Das neue Eis war immerhin dick genug, um das Paddel darauf abzulegen, aber leicht mit dem Kajak zu brechen. An manchen Stellen war es schwieriger, zwischen dem Eis durchzukommen. Manchmal half einfach Anlauf, um das Boot zwischen zwei Schollen zu bugsieren, manchmal habe ich mit den Händen kleinere Schollen weggedrückt oder mich am Eis entlang gehangelt. Nach einiger Zeit war ich dann tatsächlich auf dem offenen Wasser, aber schon so ausgepowert (Hallo Kondition, wo bist Du?), dass ich nur eine kleine Runde gedreht habe. Der Rückweg war einfacher, denn meine kleine Fahrtrinne war noch frei.

Ich hatte ohnehin meinen wasserdichten Anzug an, also habe ich der Neugier, ob man auch zu Fuß laufen kann nachgegeben. Ich musste ein paar Meter durch knietiefes Wasser waten, dann konnte ich auf das Eis steigen. Die großen Stücke halten einen locker und wackeln keinen Millimeter, wenn man auf ihnen läuft. Die kleinen Schollen hingegen sinken unter die Wasseroberfläche und es ist schwer, das Gleichgewicht zu halten. Schnell war allerdings der kurze Weg über das Eis zu Ende und ich bin zurückgelaufen. Die eine Eiszunge, die mich auf dem Hinweg getragen hat, ist allerdings auf dem Rückweg abgebrochen und ich stand im Wasser, welches dort allerdings nur hüfttief ist.

Nach einem warmen, sonnigen Tag hat sich der Himmel jetzt am Nachmittag zugezogen und es pladdert. Ich finde das allerdings schön, denn erstens muss ich heute nicht mehr raus und zweitens kann man wirklich zusehen, wie der Pladderregen den Schnee wegfrisst. Fast die Hälfte des Gartens hinterm Haus ist schon schneefrei und da lag vorgestern noch einiges.

Frühlingskajak

Es ist kaum zu glauben. Vor vier Wochen bin stand ich noch in Neopren eingepackt auf den großen Eisschollen, die der Wind in die Bucht getrieben hat. Heute bin ich im T-Shirt (und mit Schwimmweste) Kajak gefahren. Das Wasser ist noch sehr kalt, also habe ich mich nie weit vom Ufer entfernt und hatte auch Ersatzkleidung für den Fall der Fälle dabei. Aber Luft und Wasser waren so herrlich ruhig, dass ich nicht nur Storgrundet und Brambärsgrundet umrundet habe, sondern auch einen kleinen Abstecher nach Norrskär gemacht und dort auf den glatten Felsen Abendbrot gegessen habe.

Stellt Euch folgende Soundscapes zu den Bildern vor:

Stille – leise Wassergeräusche: glucksen, gluckern – Das Paddel taucht mit leisen Plätschern ein.

Hundert Möwen steigen auf und schreien, kreischen und schrillen. Einige weitere hundert Möwen gesellen sich zu ihnen. Die vielen hundert Schreie überlagern sich und vereinigen sich zu einem starken, großem Dauerton, der nur langsam wieder verebbt.

Auf der Insel – Stille – zwei Graugänse fliegen laut trötend vorbei – Flügelschläge – in der Ferne ein Motorboot – leichter Wind flüstert in der Ohrmuschel.

Zurück mit dem Kajak – mehr Vögel – Zwei Singschwäne, Enten, Möwen und Vögel, die ich nicht kenne steigen platschend, planschend und rufend vom Wasser auf.

Der kleine Strand, an dem ich gestartet bin, ist in Sicht. Ich nehme Anlauf, das Wasser platscht, Boot knirscht auf Sand. Eine herrliche Feierabendtour ist zu Ende und ich freue mich schon auf die nächste Kajakrunde.

In der Nacht sind alle Wolken grau.

Na, das war wohl nichts mit dem Venustransit. Nichts – nada – ingenting! So’n Sch***!

Der Sommer hat sich ja bis jetzt bei uns recht vornehm zurückgehalten. Am Samstag hat es bei 6 °C gestürmt und geschüttet wie nichts Gutes und viel schöner war der Sonntag auch nicht. Um so größer meine skeptische Freude, als die Wolkenvorhersage von klart.se für die nun vergangene Nacht ein Wolkenfenster ein paar Meilen weiter südlich prophezeit hat. Schön um zwei Uhr morgens zum Sonnenaufgang. Und dort sollte ja die Venus als kleines, schwarzes Scheibchen vor der Sonne sichtbar sein.

Unter wolkigem Himmel bin ich um halb eins mit dem Auto aufgebrochen und richtig – als ich gegen eins auf der E4 in Richtung Süden fuhr, schälte sich im Süden der fast volle Mond aus den Wolken. Eine Stunde später war ich auf der erhobenen Landzunge von Bjuröklubb. Mit mir waren dort Wolken, Nebelschaden, Hochnebel, Sprühregen, etwas mehr Sprühregen und kleine Wölkchen in lieblichen Grautönen. Die dickste Suppe am Horizont zeigte sich bei etwa 20°, also dort, wo ich eigentlich mit dem Aufgang der glutroten Sonne gerechnet habe und dem kleinen Scheibchen der Venus vor der farbigen Sonnenscheibe. Eine gute Stunde habe ich ausgeharrt und ein bisschen im Grauen fotografiert und mich nass nieseln lassen. (Warum nachts um drei die Küstenwache vorbei fährt, ist mir allerdings ein Rätsel). Dann habe ich aufgegeben. Wie schon geahnt, war auch auf dem Rückweg die Sonne genau null Picosekunden zu sehen. Jetzt ist es sechs Uhr morgens, ich bin irgendwo zwischen aufgekratzt und bleimüde und ein bisschen enttäuscht, dass ich nichts von diesem Schauspiel mitbekommen habe.

Auf der anderen Seite will ich mich nicht zu sehr beschweren. Die Nacht gehörte zwar nicht den Gestirnen, aber den Tieren. Ein Reh und einige Hasen waren am Waldrand zu sehen. Kraniche flogen mit gellendem Geschrei auf oder stelzten ruhig über den Acker. Singschwäne zogen laut trötend ihre Kreise und auf dem einen Strommast landete eine Eule. Und schließlich querten auch Elchmama mit Elchkalb die Straße und trabten über eine mit hohem Gras bewachsene Weide wieder in den Wald. Ich wette, sie wussten, dass meine Kamera im Kofferraum war, wie eigentlich immer, wenn ich Elche sehe.


Nun habe ich zwei Möglichkeiten, doch zu meinem Venustransit zu kommen: (1) Ich werde alt. Sehr alt. Uralt! Der nächste von der Erde aus sichtbare Transit findet 2117 statt. (2) Raumschiffe werden so günstig, dass ich mir das ganze vom All aus anschaue. (3) Ich sehe ein, dass weder 1 noch 2 sehr realistisch sind und freue mich auf den 9. Mai 2016. Da gibt es einen Merkurtransit. Und ehrlich gesagt, Merkur als Planet ist eh viel hipper!

Drei Abendbilder

Heute – äh inzwischen gestern Abend bin ich mit dem Auto nach Holmsund, dem Hafen vor Umeå, gefahren, um dort eine gute Freundin abzuholen, die dort abends um halb zwölf mit der Fähre aus Finnland ankam.

Jetzt ist es Nacht und kurz vor halb drei, es ist schon wieder taghell und weil ich müde bin und morgen nicht ausschlafen kann, beende ich den Text hier und zeige nur drei Fotos, die heute – äh gestern entstanden sind. Ohne große Kommentare.

Was für eine Woche

Juni ist der Monat, in dem der Nordschwede – also der Nordschwede an sich – merkt, dass bald Juli ist. Und Juli ist die Zeit, in der die meisten Urlaub nehmen und in ihre Sommerhäuser am See, im Fjäll oder auf der Insel fahren. Deshalb versuchen alle, in den Juniwochen das unterzubringen, was andere Nationen in einem halben Jahr veranstalten.

Neben dem Creative Summit, auf dem ich zwei Tage war, hätte ich letzte Woche unter anderem den Bootstag in Kåge besuchen, drei (!) bezahlte Klavierjobs spielen, und am Sommerfest meines Diskussionsclubs teilnehmen können. Ich hatte allerdings besseres vor, denn Christina, eine liebe Freundin aus München war seit Dienstag Nacht zu Besuch und so habe ich den Freitag freigenommen und die vielen Veranstaltungen den Schweden überlassen.

Über den Creative Summit selbst will ich gar nicht so viel schreiben. Es ist sehr schwer, die teils hervoragenden Vorträge von Rednern aus Schweden, Norwegen, Trinidad, den USA und Kanada gut zusammenzufassen und das soll auch nicht Thema dieses Artikels sein. Ich möchte bloss auf die hervorragenden Arbeiten von Jonathan Harris hinweisen und jedem Programmierer ans Herz legen, den Artikel Cold + Bold zu lesen, und zwar mindestens zwei Mal im Jahr.

Zum Creative Summit gehören allerdings nicht nur die Vorträge, sondern auch die Feste am Abend, bei denen man bis in die helle Nacht hinein (dunkel wird es ja nicht mehr) mit vielen unglaublich netten und interessanten Menschen ins Gespräch kommt.


Am Freitag Abend haben Christina und ich auf der Halbinsel Kallholmen gepicknickt, dabei hatten wir Sicht auf die Insel Kalkgrundet, die ich auch noch nicht kenne. Später hatten wir auch noch Livemusik, denn auch der Bootshafen hat den Juni genutzt, um ein Fest zu organisieren.

Am Tag darauf haben wir ein zweites Kajak vom Nachbarn geliehen und eine schöne Tour zur Insel Kalkgrundet gemacht. Dort haben wir alles aufgegessen, was vom Picknick des Vorabends übrig geblieben ist und ich habe mir den ersten Sonnenbrand geholt. (Man soll sich nie auf die Wettervorhersage verlassen, die Wolken ab 13:00 vorhergesehen hat.)

Gestern nachmittag habe ich Christina zum Flugplatz gebracht. Nichts liegt mir ferner, als hier eine deutsche Siedlung zu gründen, aber ich bin jedes Mal traurig, wenn ich wieder einen guten Freund, eine gute Freundin nach Deutschland entlassen muss. Vor mir aus können alle gerne hierbleiben – und ich meine, was hat München schon zu bieten …

Nun bin ich wieder alleine und nutze diesen Zustand, um die nächsten zwei Wochen viel zu arbeiten, denn dann gibt es eine gute Chance, dass auch ich – wie so der Nordschwede an sich – den ganzen Juli freinehmen kann.

Nachtrag: Was sonst noch war: Das erste Mal im Sommer baden · warmes Sommersonnenwetter · Spaghetti mit Elchbolognese · nächtliches Baustellenchaos rund um Umeå · der Flieder beginnt zu blühen · mitgebrachte Mozartkugeln

Midsommarafton

Und dann war er da – Midsommarafton, der Tag, an dem alle Schweden das Mittsommerfest feiern. Als ich nach dem Frühstück auf der sonnenbeschienenen Terrasse stand, habe ich einen Vogel singen hören, sonst war alles still. Denn fast die gesamte Straße ist verreist und verbringt das Fest mit Freunden auf ihren Sommersitzen. Und genau das habe ich auch vor.

Wie letztes Jahr habe ich wieder mit Annica und Martin gefeiert, dieses Mal bei Freunden von ihnen. Wir haben uns um elf bei deren Sommerstuga in Boviken getroffen und sind kurze Zeit später mit dem Motorboot in den Kågefjärden zur Insel Bastuholmen gefahren. Dort lagen am Anleger schon einige andere Boote und die Midsommarstång, eine nordische Verwandte des Maibaums, war auch schon aufgestellt und mit Laub geschmückt.

Bastuholmen – was für eine schöne Insel! Unter den hohen Kiefern leuchten grün die Blaubeerblätter und kleine Trampelpfade führen an großen Granitblöcken durch den Wald, der immer wieder Blick auf die blaue Ostseebucht freigibt.

Zum Mittsommer gehört zuerst das Mittsommeressen, das wir an einer langen Tafel einnehmen. Es besteht aus neuen gekochten Kartoffeln, hartgekochten Eiern, Knäckebrot, gesalzener Butter und vielen Arten Sill – eingelegtem Hering, den man in den Geschmacksrichtungen Dill, Zwiebel, Senf oder „Mittsommer“ kaufen kann. Dazu gehört ein Aquavit, den man nie für sich alleine trinkt, sondern immer dann, wenn ein Toast ausgebracht oder ein Trinklied gesungen wird. Zum Nachtisch gibt es Erdbeeren, die man zu dieser Zeit überall literweise kaufen kann.

Ein wenig später gehen alle zur Mittsommarstång, bilden Kreise und tanzen singend um diese herum. Es gibt eine Reihe von diesen Liedern, die jeder kennt und keiner ist sich zu schade, die Hände an die Ohren zu legen, mit den Fingern zu wackeln und das Lied von den kleinen Fröschen zu singen:

|: Små grodorna, små grodorna är lustiga att se. :|
|: Ej öron, ej öron, ej svansar hava de! :|
|: Ko-ack-ack-a, ko-ack-ack-a, ko-ack-ack-ack-ack-a. :|

|: Die kleinen Frösche, die kleinen Frösche sind lustig anzusehen :|
|: Keine Ohren, keine Ohren, keine Schwänze haben sie :|
|: Ko-ack-ack-a, ko-ack-ack-a, ko-ack-ack-ack-ack-a. :|

Während es sich die meisten Erwachsenen an den vielen schönen Plätzen gemütlich gemacht haben, interessierten sich die Kinder mehr für „Godisregnet“ – den Bonbonregen.

Nach einiger Zeit sind wir mit dem Boot zurückgefahren und haben bis tief in die Nacht zusammengesessen, gespielt, geredet, gegrillt, gegessen und Rotwein getrunken. Wobei – was heißt schon Nacht. Die folgenden zwei Bilder habe ich um zwanzig vor elf und um zwanzig vor eins gemacht:

Nach den letzten Fotos wurde es wieder heller, aber ich habe schon bald das Bett angesteuert und auch die anderen Gäste verschwanden nach und nach im Haus, der kleinen Hütte, ihrem Boot oder dem großen Wohnmobil. Was für ein herrliches Mittsommerfest. Mittsommer feiert man nicht alleine und mein Dank geht an die Freunde, Freundesfreunde, Freundesfreundfreunde, Freundesfreundfreundesschwestern und überhaupt allen, die da waren. Es war schön mit Euch!

(Und auch, wenn ihr das nicht lest, die Gegeneinladung im Herbst steht. Dann zwar drinnen, aber mit Klaviermusik)

Drei Länder in 14 Tagen oder eine neue Anreisevariante nach Skelleftehamn

Ein Gastbeitrag von Christina Tüschen.

Ein Anruf im Januar 2012: Olaf, ich bin im Juni in Tallinn, da könnte ich doch mal eben … vorbeikommen.
Kein Problem.

In Tallinn verbringe ich 5 wunderbare Tage mit meinem Chor, dann fahre ich mit der Fähre zu einer 2-Tages-Besichtigung nach Helsinki. Von dort geht es weiter mit dem Zug nach Tampere, wo ich eine finnische Freundin nach 10 Jahren wiedersehe und das Muminmuseum besuche. Dann wieder mit dem Zug nach Vaasa, wo ich schließlich die Fähre nach Schweden besteige. Trotz Vorwarnung meine ich mit dem schweren Rucksack die Strecke zwischen Bahnhof und Fährhafen zu Fuß zurücklegen zu müssen.

Nach 14 Stunden (reiner Reisezeit von Tallinn gerechnet) und einer Zeitumstellung komme ich mitten in der Nacht in Umeå an. Aber was heißt mitten in der Nacht. Es ist noch so hell, dass man „auf der Straße Zeitung lesen kann“ (Ein Zitat meiner Großmutter, die Ende der 60er Jahre hier im Norden war). Und diese Helligkeit führt dazu, dass ich, die ich sonst gegen zehn Uhr müde werde, locker bis 3 Uhr nachts wach bleibe.

Die zwei Tage Creative Summit sind intensiv, interessant und „givande“, ich nehme viel mit, danke dafür! Besonders in Erinnerung geblieben ist mir (wie Olaf) Jonathan Harris. Sein Vortrag und die Ausstellung haben den Schubs gegeben, begonnene eigene Projekte fortzuführen.
Toll ist es auch Olafs Freunde und Arbeitskollegen kennen zu lernen, auf dem Dach von 10 Merchant Street die Sonne untergehen zu sehen und wieder richtig in die schwedische Sprache einzutauchen.

Drei wunderschöne Ferientage folgen, das sonnige Wetter hält sich – wie auf Bestellung. Für mich verlängert sich bei dieser Reise der Frühling, prima zu sehen am Flieder, der in München schon am Verblühen war, in Helsinki in voller Blüte stand und in Olafs Garten gerade erst loslegte.

Da ich zuletzt vor anderthalb Jahren hier war, habe ich den direkten Vergleich zur Midvinter-Zeit, mit viel Schnee, Eis und Dunkelheit. Da wo wir jetzt baden, haben wir damals unsere Winterwanderung auf der zugefrorenen Ostsee begonnen und ich habe ein Bild zu dem Begriff Packeis bekommen. Wo wir jetzt Bockkäfern bei der Eiablage zusehen, haben wir auf dem zugefrorenen See Kubb gespielt. Und um 14 Uhr, wo wir uns jetzt den ersten Sonnenbrand holen, ging im Winter schon die Sonne unter.

Verrückt und schön diese Gegensätze.
Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Besuch, mal eben, egal zu welcher Jahreszeit.

Und sonst: Wecken mit Klaviermusik – ein Musikhörnachmittag, fast wie ein Mixtape aus früheren Zeiten – Baden bei 15 Grad und etwas weniger – zur Beatles-Coverband auf den Felsen rocken – Vanilleeis mit heißen Blaubeeren – zwischen großen Steinen ein Kajak rückwärts ausparken – Flugübungen mit dem Kleinen Gelben Monster – Vanilleeis mit heißen Blaubeeren – Marienkäfer-Umsiedelung auf Blattlausrosen – Enten mit Punkfrisur heißen Gänsesäger (ja, Reisen bildet).

Semester

Juli ist Urlaubszeit und wenn ein Schwede sagt, „Jag har semester“, dann will er einem nichts über sein Studium erzählen, sondern, dass er frei hat, denn semester ist das schwedische Wort für Urlaub.

Und ich? Jag har också semester! – Ich habe auch Urlaub. Den ganzen Juli! Und wie viel ich in dieser Zeit hier im Blog schreibe weiß ich noch nicht. Ich wünsche allen, die auch im Juli Urlaub haben trevlig semester! – schöne Ferien!

Ein Urlaubstag

Wieder ein schöner Urlaubstag mit meinen Eltern, die hier gerade zu Besuch sind und heute auch mit schwedischen Freunden. Vier Fotos von Bygdsiljum und Skelleftehamn, ehe ich ins Bett falle. Ein andermal mehr.

Heute an der Küste

Nach stundenlangem Pladderregen klarte es heute nachmittag ein wenig auf. Zeit, an der Küste mal ein bisschen mit Filtern herumzuspielen. Ein erster Test:

Wir nannten ihn Olaf

Ein Gastbeitrag von meinen Eltern aus Bremen.

Wir nannten ihn Olaf, weil uns der Klang des Namens gefiel und wir uns einige Male in Skandinavien sehr wohlgefühlt hatten. Und dort gehört dieser Name ja hin.

War es ein Bazillus, der sich auf ihn in verstärktem Maße übertrug? Kurzum: „Da haben wir den Salat!“ Olaf wohnt nun seit über zwei Jahren in Schweden.

Für uns gibt es zwei Seiten: Eine negative – die Entfernung zu Deutschland – aber auch eine positive: Wir haben Skelleftehamn und die weitere Umgebung inzwischen als jährliches Urlaubsziel entdeckt!

Olaf hat keine Mühen und Kilometer gescheut, uns Orte wie Örviken, Burträsk, Bygdsiljum, Kåge, Kusfors und andere zu zeigen. An einem warmen Sommertag konnten wir sogar ein „Kurzschwimmen“ in der kalten Ostsee veranstalten.

Auch bei lieben Freunden von Olaf durften wir schöne Stunden bei leckerem Essen in herrlicher Umgebung verleben – ganz herzlichen Dank dafür.

Lieber Olaf, es war wieder sehr schön bei und mit Dir. Danke!

Das weite blaue Meer

Gestern nachmittag war so schönes Wetter, dass ich ein paar Sachen¹ gepackt habe, das Kajak aus der Garage geholt und nach Storgrundet gerollt habe. Mein Ziel war die Insel Flottgrundet, wo Nachbarn ihr Sommerhaus haben. Sie sagten, sie warteten darauf, dass ich mal mit dem Kajak vorbeikäme. Gerne doch!

Mein ursprünglicher Plan, am gleichen Tag wieder zurückzupaddeln, wurde von meinen Nachbarn schnell verworfen und durch einen besseren ersetzt: Ich solle doch einfach dableiben und im Gästehaus übernachten, dann könne ich auch wie sie Wein trinken. Gerne doch!

Bis spät in die Nacht haben wir Weißwein getrunken, über Menschen, Politik, das Universum und überhaupt alles diskutiert, Inselnachbarn besucht, den Hund gekrault und wir hatten es richtig schön. Auch wenn die Nächte schon ein bisschen dämmeriger werden, die Dunkelheit lässt noch auf sich warten und das nächtliche Licht über dem Meer ist wunderschön.

Heute habe ich mich nach einem gemeinsamen Frühstück wieder ins Kajak gesetzt und bin weiter gefahren. Im Schutz der Inseln war das Meer glatt, blank, klar und ruhig und ich konnte mich manchmal nicht entscheiden, ob ich einfach paddeln – ich mag diese Bewegungen, oder mich treiben lassen soll.

Auf der Außenseite der Inseln war dann das Wasser ein bisschen kabbeliger, aber immer noch ruhig genug, dass ich ohne Spritzschutz fahren kann. Das mache ich deswegen gerne, weil ich dann die Kamera in einer wasserdichten Tasche zwischen den Knien haben kann. Schon am morgen war es richtig warm² und mir war ganz schön warm im Kajak, als ich von den kleinen Wellen auf dem sonnenbestrahlten Meer hin- und hergeschaukelt wurde. Überraschend früh war ich schon am Nordufer der Insel Storgrundet angelangt und einige Minuten später war ich am Strand, wo mein kleiner Bootswagen³ schon auf mich wartete. Ein erfrischendes Bad hat diesen herrlichen Ausflug abgerundet.

Danke an meine Nachbarn für ihre großzügige Gastfreundschaft und die schönen Gespräche.

Ja, man könnte auch zu Google Maps oder Eniro verlinken, aber heute hatte ich Lust, eine kleine und herrlich ungenaue Skizze von meiner Kajakrunde zu zeichnen. Bitte schön:

¹ Paddel, Schwimmweste, Kappe, Ersatzkleidung, Kamera, Handy, Karte, Kompass, Wasser, Proviant, Spritzschutz, Neoprenfüsslinge, Jacke. Das meiste wasserdicht verpackt.

² Heute, 9:20. Skellefteå: 19 °C, Bremen und München: 13 °C – auch das kommt vor!

³ Ich hatte den Bootswagen in einem Gestrüpp geparkt. Als ich ankam, lag er mitten am Strand. Wie er da hinkam, ist mir allerdings schleierhaft.