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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Wollgras

Heute beginnt der zweitägige Creative Summit, der jedes Jahr in Skellefteå im Juni stattfindet. Während wir die letzten Jahre in den Pausen eigentlich immer draußen gesessen und die Sommerwärme (und abends die Mücken) genossen haben, wird es heute vielleicht ein wenig anders sein, denn es schüttet gerade aus Kübeln.

Bevor ich frühstücke und in die Stadt fahre, zeige ich noch ein Foto vom Wochenende. Das Wollgras steht in Blüte (in Flausch? in Wolle?):

Wollgraswiese

Ein Tag in den Bergen

Schön ist es in der Natur, herrlich in den Bergen und wirklich toll, wenn man nicht alleine unterwegs ist.

Als klar wurde, dass ich eine Woche in Deutschland sein würde, haben Sonya und ich uns gleich den Sonntag reserviert, um in die Berge zu fahren. Sonya hat den Seebergkopf herausgesucht, einen Gipfel, der mit 1538 Metern und 750 Höhenmetern auch gut zu machen ist, wenn man – wie ich – lange nicht mehr in den Bergen unterwegs war. Außerdem lässt sich der Berg auch mit der Bahn gut zu erreichen und man ist schon nach wenigen Minuten aus der kleinen Stadt heraus mitten in der Natur.

Ich mag die eher karge schwedische Natur und fühle mich in Nordschweden sehr wohl. Aber von der Natur auf unserer Wanderung war ich völlig begeistert. Ob es die großen, mächtigen Buchen sind, die vielen Wildblumen am Wegesrand, die bunten Schmetterlinge, oder aber die Ausblicke auf andere Gipfel, manche baumbewachsen, manche blanker Fels mit dem Gipfel in den Wolken, manche schneebedeckt, ich konnte mich kaum sattsehen. Gut, dass Sonya auch gerne fotografiert, so hatte ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich wieder und wieder stehen blieb, um Kleines und Großes digital abzulichten. Den Anfang machte diese Weinbergschnecke, die unseren Wanderweg kreuzte.

Eine Weinbergschnecke kreuzt unseren Weg

Der Weg wand sich im Zickzack den Wald hinauf. Ein Stückchen nach links, ein Stückchen nach rechts, ein Stückchen nach links, ein Stückchen nach rechts. Bald bekam ich Durst und – wie im Märchen – eine Minute fanden wir eine Quelle, wo wir unseren Durst löschen konnten. Die Wasserflaschen blieben im Rucksack.

Die „Sankt Josephs Deliciusquelle“

Weiter führte der Weg, immer höher, bis sich der Wald lichtete und der Weg über lichte Almwiesen führte.

Weg durch den HangwaldWeg über die Bergalm

Und dort standen weißbraun gefleckte Kühe, schauten uns neugierig an und hatten überhaupt nichts dagegen, in Ruhe von uns fotografiert zu werden. Wie professionelle Models schauten sie in die Kamera.

Kuhbild IKuhbild II

Der Weg führte immer höher und schließlich über einen Sattel zum Gipfel. Überraschend war, dass wir den Gipfel für uns alleine hatten. Lag es am wolkigen Wetter oder daran, dass wir so spät losgekommen sind, es war auf jeden Fall etwas Besonderes und lange saßen wir oben und schauten talwärts. Das mag aber auch an den Unmengen von guten Essen liegen, die wir in unseren Rucksäcken hochgeschleppt haben.

Reichliche BrotzeitBlick auf Bayrisch Zell

Zu einem Gipfel gehört natürlich auch ein Gipfelfoto, welches Sonya gemacht hat:

Unser Gipfelfoto (Foto: Sonya)

Doch nach einer Stunde wurde uns langsam kalt, man sollte in den Bergen auch im Sommer immer Handschuhe dabei haben, und nach noch ein paar Fotos machten wir uns an den Abstieg. An der zutraulichen Schafsherde mussten wir natürlich noch eine Pause machen.

Schafsblicke

Irgendwann waren wir wieder im Tal und der Himmel klarte auf. Ich: „Sonne! Sollen wir noch mal hoch?“ Wir beide: „Och, nö!“. Der nächste Halt war das Hotel Alpenrose, wo wir sehr leckeren Kaiserschmarrn gegessen und einen kleinen Aperol Sprizz getrunken haben.

Aperol SprizzLeckerer Kaiserschmarrn!

Dann ging es nach Hause und sogar ein paar Heißlüfter habe ich Ballonfan in der Ferne erspähen können.

  • Alpen: Check!
  • Kaiserschmarrn: Check!
  • Ballone: Check!
  • Kleine Zugfahrten: Check!

Und sonst? Schöne Graffitis gab’s zu sehen: In München eher modern, in Bayrisch Zell ein wenig traditioneller.

Graffiti in MünchenGraffiti in Bayrisch Zell

Einen besonderen Fund habe ich noch gemacht. Als kleines Kind, mit vier oder fünf, fand ich Insekten ganz toll. Und unseren kleinen Kosmos-Insektenführer konnte ich fast auswendig. Darin gab es auch den „Gebänderten Pinselkäfer“, einen Käfer, der mich schon des Namens wegen begeistert hat. Den Käfer, den ich gestern auf der Margarite gesehen habe, hatte ich stark im Verdacht, zu dieser Spezies zu gehören und richtig! – danke Internet – es ist tatsächlich ein Gebänderter Pinselkäfer!

Ein Gebänderter Pinselkäfer

Nachtrag (11. Juli)

Sonya hat in ihrem Blog auch über diese Tour berichtet:
soschyontour.de/wanderung-auf-den-seebergkopf-1-538m

Blumenpracht

Wer glaubt, dass in Nordschweden die Natur karg und langweilig ist, der irrt. Alleine die vielen Blumen, die zur Zeit hier in voller Blüte stehen, betupfen jede Wiese und jeden Wegrand mit gelber, blauer und violetter Farbe. Zwei Arten haben es mir diese Woche angetan. Zum einen die Glockenblumen mit ihren großen, weißen Blüten, die sich zu Hause auf meiner Kiesausfahrt angesiedelt haben, zum anderen die leuchtend orangen Feuerlilien, die ich gestern auf einer Wiese im Inland entdeckt habe, keine zwanzig Meter von dem Platz entfernt, wo ich zusammen mit Freunden Elch gegrillt habe.

Weiße GlockenblumenWeiße GlockenblumeFeuerlilienFeuerlilie

Jetzt sitze ich hier und bin ein bisschen faul. Zu recht, finde ich. Denn erstens habe ich Ferien und zweitens bin ich morgen und übermorgen auch schon bei Freunden eingeladen. Danach, wohl am Sonntag, starte ich dann eine große Autotour nach Norwegen, aber das ist ja noch mehrere Tage hin …

Zwei Photos von heute

Heute Nachmittag: am Straßenrand blühen noch die Blumen wie hier der Herbst-Löwenzahn. Aber um die Pflanzen legen sich die ersten gelben Birkenblätter. Aber bis die Bäume richtig farbig sind wird noch ein wenig dauern. Das ist mir nur recht, denn so richtig nach Herbst ist mir noch gar nicht.

Erstes Herbstlaub umgibt den Herbst-Löwenzahn

Zwei Stunden später: Ich stehe an der Ostsee und schaue in den Sonnenuntergang. Die langen Bahnen der Schleierwolken werden von der untergegangen Sonne gelb, orange und rosa angestrahlt. Der helle blaue Himmel auf der rechten Seite steht im Kontrast zu dem dunklen und wolkenverhangenen Himmel links.

Sonnenuntergang an der Ostsee

Abschied vom Winter – die erste Kajakfahrt

Sollte es wirklich so sein? Dass ich frei habe und schönes Wetter ist und kein Sturm? Dann steht der ersten Runde mit dem Kajak ja nichts mehr im Wege, denn das Meer ist schon seit Ende Februar offen.

Es gibt einige Plätze, wo ich das Kajak einsetzen kann: Storgrundet (noch eisbedeckt), gleich um die Ecke (nur schön, wenn auch die Bucht Kurjoviken und der Fluss schon frei sind) oder bei der Lotsenstation, die etwas weiter weg ist. Ich habe mich für letzteres, die Lotsenstation entschieden. Mit dem Hüftgurt, mit dem ich sonst die Pulka ziehe, konnte ich mein Kajak bequem die zweieinhalb Kilometer zum Einsetzpunkt ziehen und dabei die Arme baumeln lassen.

Wenig später lag das Boot auf einer Eisscholle am Steinufer und eine Minute später war ich im Wasser. Mein Ziel war die Eiskante, denn ein geschützter Teil der Ostsee zwischen Festland und Inseln ist noch komplett eisbedeckt. Die Fahrt ging überraschend leicht und das kenne ich ja schon von Fahrradtouren: Geht es leichter als erwartet, dann hat man Rückenwind und muss das alles gegen den Wind wieder zurück.

Die erste Kajaktour 2014An der Eiskante

Ich bin dann in eine schmale Lücke im Eis hineingefahren und habe fest damit gerechnet, rückwärts wieder hinauszumüssen. Das Kajak hat stattdessen aber den Riss im Eis erweitert und eine große Eisscholle abgespalten und so konnte ich, vom Wind unterstützt, weiter geradeaus paddeln.

Geht’s da weiter? Ja!

Dicht am EisEine Eisscholle löst sich und treibt seewärts

Wieder bin ich in eine Lücke hineingefahren, aber dort ging es nicht weiter und ich musste rückwärts wieder hinaus.

Geht’s da weiter? Nö!

Bald war ich recht nah den Inseln Bredskär und Klubben. Ich wäre gerne um sie herumgepaddelt, um an der anderen Seite des eisbedeckten Teiles anzulanden, aber der ablandige Wind war doch ziemlich frisch und so bin ich an der Eiskante vor den Inseln umgekehrt. Und die Schokolade, die ich auf einer der Inseln essen wollte, kann man ja auch zu Hause naschen.

Eis vor BredskärEisschollen

Wendepunkt

Das paddeln gegen den Wind ging einfacher als erwartet und bald war ich wieder am Steinufer der Halbinsel Näsgrundet bei der Lotsenstation. Ich schaute einmal noch auf das Eis draußen und habe mich deutlich vom Winter verabschiedet. Jetzt soll der Frühling kommen! Dann bin ich mit dem Kajak im Schlepptau nach Hause gelaufen.

FrühlingsboteEs war überraschend warm und am Straßenrand habe ich kleine Kätzchen als Frühlingsboten gefunden. Es ist schon lustig, wie die Leute schauen, wenn man ein Fünfmeter-Kajak hinter sich herzieht. Auch meine Nachbarn kamen mir mit den Hunden entgegen und sagten, heute sei der wärmste Tag: Jetzt schon 10 °C. Na, das passt ja zum Frühling. Und morgen, nach der Zeitumstellung geht die Sonne erst kurz vor halb acht unter. Herrlich!

Huflattichblüte

Heute hatte ich Geburtstag. Deswegen habe ich zu Hause gearbeitet und dann, weil die Arbeit es erlaubte, einen halben Tag Urlaub genommen. Schön, wenn so etwas wie bei uns auf der Arbeit ohne Absprache geht. Und weil das Wetter recht schön war, bin ich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgegangen: Ziellos draußen in der Natur herumlaufen. Die Straße entlang, die kleine Abkürzung und den Weg in den Wald hinein. Nach einer kleinen Weile kommt dann links immer eine kleine Felslandschaft. Da das ein Südhang ist, ist der meiste Schnee schon längst weggetaut.

In den schattigen Vertiefungen hält sich noch ein bisschen Altschnee

Auf den Felsen umher, dann nach rechts den Hang herunter über den trockenen Graben auf die Straße. Da leuchtet es gelb! Hurra, der Huflattich (schwedisch Tussilago) blüht! Die erste Frühlingsblume hier in Skelleftehamn, drei Wochen früher als normal (2011, 2012, 2013).

Das erste Tussilago 2014

Über die Straße auf die nasse und lehmige Brachfläche an der Bucht. Und dort blüht noch eine Blüte. Lange knie ich mit der Kamera und dem Makroobjektiv, ehe mir ein Bild gefällt.

Tussilago

Weiter über die matschigen Brachflächen und dann die kleine Straße bis zur Kurve und dann geradeaus. Und dort ist noch mehr Huflattich.

TussilagoknospeTussilago im Profil

Tussilago-GruppenbildUnd noch mehr … . Nach einigen „Huflattichportraits“ und „-gruppenbildern“ verlasse ich die schlammigen Flächen und betrete wieder den Wald. Dort scheint es kühler, denn dort liegt teilweise noch Eis und Schnee. Ich war länger unterwegs als beabsichtigt und so mache ich die letzten Fotos in der Abenddämmerung gegen viertel vor acht.

Altschneefeld auf einer LichtungEis und LehmSpiegelung in einer großen EispfützeAbenddämmerung

Ein Samstag im frühlingshaften Stockholm

4:50 klingelte der Wecker am Freitag. Nicht der beste Anfang für einen Tag, aber ich musste den 6:30-Flieger nach Stockholm erwischen, wo ich zwei lange Meetings hatte.

Die sind auch gut gelaufen, dennoch hatte ich am Freitag Abend schon die Schnauze von Stadt ein bisschen voll. Ich war ohnehin platt und müde; nach einer nervigen mittäglichen Toilettensuche in Stockholms Zentrum, die einer kleinen Odyssee glich und eigentlich fast einen eigenen Artikel wert ist, war es am Abend der Verkehrslärm und das Gegröle der schon früh betrunkenen Jungmännerhorden, die mich genervt haben. Dass ich dann kurz nach dem Einschlafen von dem Geknalle einiger Explosionen aus dem Schlaf gerissen wurde, machte die Sache nicht besser. Ich nehme an, dass es nur einige von Silvester übrig gebliebene Kanonenschläge waren, deren Explosion durch die Straßen Stockholms hallte, denn am nächsten Tag stand die Stadt noch.

Und wartete mit wunderschönem Frühlingswetter auf. Es war zwar am Morgen noch leicht frostig, aber was macht das schon, wenn sich ein wolkenlos blauer Himmel über Stockholm ausbreitet. Und so war ich fast den ganzen Tag in Stockholm zu Fuss unterwegs und meine Füße sind heute immer noch etwas beleidigt, denn ich habe sie gestern bestimmt 25 Kilometer über die Inseln Norrmalm, Kungsholmen, Långholmen, Södermalm, Stadsholmen und Helgeandsholmen geschickt.

Mein erster Weg führte am Nordufer der Insel Kungsholmen westwärts nach Solna, denn dort gibt es ein Kajakgeschäft. Es ist einfach toll, dass man in Stockholm überall am Wasser entlanglaufen kann und viele Stockholmer nutzen die zahlreichen Uferwege für ihre morgendlichen Joggingrunden. Überall blühen Krokusse, Zilla und kleine Osterglocken; der Frühling ist hier natürlich dem Norden um Wochen voraus.

Ein klarer Aprilmorgen in Stockholm

Das „Bonnierhuset“Karlbergs schlossFundplatz für HandschuheKopflos?

Toll, mal in einem richtigen Kajakgeschäft zu sein, so etwas ist in einer Stadt wie in Skellefteå undenkbar. Ich wollte gerne einen Trockenanzug kaufen, aber der eine war nicht in meiner Größe da und der andere taugte meiner Meinung nach nichts. Da die meisten anderen Kajakgeschäfte hauptsächlich vom Verleih leben und daher nur die Sommermonate geöffnet haben, muss ich den Kauf wohl auf später verschieben.

Badeplatz am UlvsundasjönKajakgeschäft in Solna

Ich bin dann wieder ostwärts ins Zentrum gelaufen und habe vor allem Buch-, Foto- und Outdoorläden gesucht. Das große Shopping-Ereignis hat sich dann aber auf ein paar DVDs und zwei heruntergesetzte Bücher über Fotografie beschränkt.

In Stockholm gibt es viele, viele TreppenSelbstportrait

KungsholmstorgNach einer kurzen Pause im Hotel bin ich noch einmal losgelaufen. Dieses Mal am Südstrand von Kungsholmen, den „Norr Mälarstand“ in Richtung Westen zur „Västerbron“-Brücke. Auf dem Weg bin ich auch die Straße namens Kungsholmstorg gelaufen. Solche Straßen gibt es einige in Stockholm und sie sind, finde ich, ein Traum für Fußgänger, die auf breiten von Bäumen umrahmten Kieswegen in der Mitte laufen dürfen, während die Autos ihre Spuren links und rechts haben.

Blick von der VästerbronÜberall blühen Zilla und Krokusse

Von der hohen Västerbron hat man einen herrlichen Ausblick über den „Riddarfjärden“ und die Stadt. Leider hatte es sich inzwischen eingetrübt und das Licht war nicht mehr so schön wie am Vormittag. Eine seitliche Treppe hat mich von der Brücke auf die grüne und hügelige Insel Södermalm geführt, wo am Rand die Krokusse blühten. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich nicht einfach geradeaus am Ufer zurücklaufen kann, sondern auf der Insel Långholmen bin. Eine kleine Brücke führte mich dann weiter zur Insel Södermalm. Menschen, die Ausblicke und Treppen mögen, sind hier gut aufgehoben. Man kann oben auf kleinen Wegen die Hügel entlang spazieren oder auch unten direkt am Ufer die großen und kleinen Schiffe bewundern, die teilweise als Wohnung oder Hotel benutzt werden.

Häuser auf SödermalmHäuser auf SödermalmBlick auf Södermalms HausfassadenBlick vom südlichen auf den nördlichen Mälarstrand

Blick von Södermalm über Stockholm

Inzwischen fing es an, dämmrig zu werden und so bin ich ein bisschen zielstrebiger wieder in Richtung Hotel gelaufen, denn dort in der Nähe gab es einen Inder und ich hatte doch erst zweimal am Wochenende indisch gegessen … . (Es gibt keinen Inder in Skellefteå – ein großes Manko!). Der Weg führte mich über die Insel Stadsholmen, auf der die alte Stadt „Gamla Stan“ liegt und die kleine Insel Helgeandsholmen, die den Reichstag beherbergt am zentralen Sergelstorg vorbei zum Inder und dann wieder ins Hotel, wo ich auch diese Nacht wieder Motorrad-Burnouts, schlechtem Techno und Jungmännerhordengegröhle lauschen durfte.

Blick zurück auf SödermalmEine Gasse in der „Gamla Stan“Auf HelgeandsholmenSergels Torg

Heute morgen ist schönstes Abreisewetter: Grauer Sprühregen. Das macht den Abschied leicht, aber so oder so sehne ich mich ein bisschen nach meinen eigenen vier Wänden im beschaulich-ruhigen Skelleftehamn. Aber dennoch freue ich mich schon auf den nächsten Stockholmbesuch. Hoffentlich in diesem Jahr.

Punktlandung: Der Artikel ist fertig und ich habe noch fünfzehn Minuten bis zum Check-In. Das reicht, um das Laptop zuzuklappen, noch etwas zu trinken zu kaufen und zum Gate 43 zu schlendern.

Sommerurlaubsfoto

Was gehört auf ein Sommerurlaubsfoto? Alles! Oder zumindest möglichst viel auf ein Bild. Und alles scharf. Hier mein Versuch vom heutigen Vormittag:

Ein Sommerurlaubsfoto

Da haben wir zumindest Blumen, Ostsee, Bootssteg, blauen Himmel, rote Schwedenhäuser. Fehlen nur noch kleine Wattewölkchen, Strand und eine blau-gelbe Schwedenflagge. Vielleicht noch ein Elch. Es gibt also noch Potential zur Verbesserung dieser idealen Postkartenabbildung.

Zwei Fotos von gestern: Das erste zeigt Glockenblumen, die verbinde ich nach wie vor noch mehr mit Alpenwiesen als mit nordschwedischen Felsinseln. Das zweite zeigt einen Ausschnitt eines riesigen Mückenschwarmes. Der war zum Glück nicht auf Blut aus, sondern schwebte recht friedlich über mir im Windschatten einer großen Birke.

Glockenblumen im GegenlichtEin riesiger Mückenschwarm (Ausschnitt)

Skellefteå und Umgebung erleben

Ein Gastbeitrag von meiner Mutter aus Bremen.

Vier Jahre wohnt Olaf in Schweden – drei Mal waren wir zu zweit, nun ich in diesem Jahr leider allein bei ihm. Die Freude ist doch groß, ihn hier zu erleben, wie selbstverständlich er Schwedisch schnackt, ich verstehe kein Wort, trotzdem schön. Schön, wie viele Freunde und Bekannte er hier gefunden hat, er fühlt sich hier sehr wohl.

Meine Urlaubswoche war ausgefüllt mit Ausflügen und Besichtigungen und fragt man sich, wo sind die Highlights: Sie sind überall. Der Sommermarkt in Burträsk, Spaziergang über die Hängebrücke, Loppis (schwedische Flohmärkte), mal kurz zum Badestrand mit Blick auf die Insel Storgrundet und einmal kurz ins Wasser tauchen (in die eiskalte Ostsee), Skellefteå mit Spaziergang am Skellefteälven, Besuch des Museums mit interessanten Exponaten, Fototouren zu den großen Felsen, Köttbullar essen, mit Auto nach Bjuröklubb zum Aussichtspunkt und den drohenden, fast schwarzen Wolken, fotografieren, am Hafen Graved Lachs kaufen (allerhöchste Qualität), zwei Aufführungen mit einer Erzählung von und mit Birgit Andersson und Olaf am Klavier, Treffen bei lieben Freunden mit vielen anderen netten Menschen und Unmengen an Essen, Waffeln mit Moltebeeren auf einer kleinen Flussinsel.

Fototour abstrakt IFototour abstrakt II

Fototour abstrakt III

Bjuröklubb: leuchtende LupinenBjuröklubb: flechtenbewachsene Steine

Bjuröklubb Hafen: Prasselregen

Gåsören in der SonneWellenmusterAuf der Bühne IAuf der Bühne IINoten lesenFreilichtbühne mit Entenfamilie

So würde ich noch viele weitere Highlights erleben wollen, doch sorry, meine Urlaubszeit hier ist um.

Ich denke, weiter geht es im nächsten Jahr. Olaf, vielen lieben Dank für die schöne gemeinsame Zeit.

Pusteblume

Kühler Morgen

Glockenblume in der MorgenkälteHeute morgen zeigte das Thermometer 2 °C, ganz ungewohnte Temperaturen für den warm bis heißen Sommer und milden Herbst. Die Blüte der einzigen Glockenblume in meinem Rasen hing matt auf ihrem Stengel und war mit winzigen gefrorenen Wassertröpfchen bedeckt und auf einer Abdeckung schimmert der erste Reif.

Heute mittag soll die Sonne scheinen und die Temperatur auf etwa 15 °C ansteigen, dass ist in der Sommer immer noch ziemlich warm. Jetzt beginnt wieder die Zeit der zwei Jacken. Und irgendwann greift man wohl wieder wie selbstverständlich zu Mütze und Schal, wenn man aus dem Haus geht. Sommerabschied.

Herbstfarben

Einige Herbstfarben von heute. Die Laubfärbung hat diese Woche wie von einem Tag auf den anderen eingesetzt. Ich war aber bei meinem Waldspaziergang erstaunt, wie viele Blumen noch blühen.

HeidelbeereBirkenblattFliegenpilzTorfmoosRainfarnRot-KleeBergasterHagebutten

Möglich gemacht hat Ganze eine weitere Farbe: Orange. Ich habe nämlich vor zwei Wochen festgestellt, dass ich zwar knallrote Winterjacken habe, aber alles für Sommer und Herbst eher schwarz bis waldgrün ist. Ganz doofe Farben, wenn gerade Elchjagd in Schweden ist und deswegen habe ich mir heute ein knalloranges Softshell gekauft. Damit sieht man mich wirklich und ich traue mich wieder in den Wald. Ein bisschen eingesaut habe ich sie schon und das liegt an dem nächsten Motiv. Diese kleine Heuschrecke hat sich vorbildlich ruhig verhalten, aber leider einen Grasbüschel mitten im Sumpfgelände ausgesucht. Da war hinknien und nass und dreckig angesagt und einen Ellbogen habe ich auf dem schlammigen Boden aufgestützt, damit ich das Motiv nicht verwackele. Was tut man nicht alles für ein schönes Foto.

Heuschrecke

Die Heuschrecke soll die letzten warmen Tage geniessen, denn Anfang der nächsten Woche soll es maximal fünf, sechs Grad werden.