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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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So ein schönes Nordlicht schon im August!

Wenn man früh schlafen gehen möchte, dann sollte man nicht um zehn Uhr noch kurz vor die Tür schauen. Denn dort war schon zum zweiten Mal diesen August schönes Polarlicht am Himmel. Manchmal frage ich mich, ob das schon als Zwangshandlung gilt, wenn ich wieder Kameras und Stativ ins Auto packe und an den kleinen Strand fahre. Aber dieses Mal hat es sich wirklich gelohnt, denn dies war glaube ich das bisher stärkste und schönste Polarlicht hier über meinem gewählten Zuhause in Nordschweden.

Fast anderthalb Stunden habe ich am Strand von Storgrundet gestanden und beobachtet, wie sich die Girlanden der Aurora immer wieder neu geformt haben und weiter aufgestiegen sind, bis die Hauptgirlande genau über mir im Zenith war. Und irgendwann war der ganze Himmel voller Licht, meist schwach, aber immer wieder am West- und Osthorizont sich neu aufbauend. Und über der Insel ging gleichzeitig der warm leuchtende Halbmond auf.

Nordlicht am Dämmerungshimmel

Polarlicht über dem Bootsanleger

Ich habe auch ein paar Aufnahmen mit Fischauge gemacht, bin aber nicht so wirklich zufrieden, nicht nur, weil ich nicht richtig manuell fokussiert habe, sondern auch, weil die Farben künstlicher und flacher wirken, was aber an der Kamera liegt. Ich stelle allerdings gerade fest, dass das beides bei den fürs Blog verkleinerten Bildern nicht groß auffällt.

Fischauge: Ein großer Bogen über dem HorizontFischauge: Das Polarlicht ist fast über mir

Fischauge: Blick nach obenEs ist immer ein bisschen wie Glücksspiel: Macht man weiter, hört man auf. Nur dass man hier kein Geld, sondern Schlaf los wird. Nun, um viertel nach Zwölf, zeigt es sich, dass es richtig war, nach anderthalb Stunden nach Hause zu fahren, denn in der letzten viertel Stunde ist das Polarlicht verschwunden. Die Polarlichtvorhersage aus Alaska hat für den heutigen Tag übrigens die niedrigste Stufe „1 – Quiet“ vorhergesagt. Soviel zu Vorhersagen …

Floureszin

Nachdem der letzte Artikel eine schöne Diskussion über Fotografie ausgelöst hat, mache ich jetzt mal das Gegenteil. Anstatt aus dem Nachtbild die Farben ganz zu entfernen, habe ich diese Langzeitbelichtung (einige Minuten) stark aufgehellt. Die Spuren der Sterne verraten allerdings schnell die Nachtaufnahme. Auch hier kann man Polarlicht erkennen, allerdings nicht anhand der Struktur, sondern anhand der Farbe, die hier fast wie Fluorescein wirkt.

Ich habe hier übrigens nicht absichtlich die Farbsättigung erhöht, sie ergibt sich lediglich aus dem Zusammenspiel der Langzeitbelichtung mit einer Kontrasterhöhung.

Polarlicht über der Ostsee

SternenhimmelKeine Angst, Ihr Blogleser, es gibt bald auch wieder „normale“ Photos. Ich möchte auf jeden Fall mal Photos vom Sternenhimmel machen, denn der ist hier phantastisch, wenn es klar ist. Heute allerdings ist es tatsächlich mal grau, ganz ungewohnt ist das nach den letzten Wochen, die so schön waren, dass man den blauen Himmel schon als garantiert ansah.

Dieses Sternenphoto hier ist, wie auch das vorherige Bild und das Schwarzweißbild aus dem letzten Artikel vor drei Tagen am Meer entstanden. Einmal in die Milchstraße hinein: 8,0 sec at ƒ/2.8, 90mm, ISO 3200. Da das Bild nur einen kleinen Ausschnitt zeigt, weiß ich nicht, welche Sterne abgebildet sind.

3:44

3:44 ist keine Matheaufgabe für Nordwärts-Blogleser.
3:44 ist auch nicht das Spielergebnis des letzten Eishockeyspiels.
3:44 ist erst recht kein Musikstück von John Cage.

3:44 ist die Länge des heutigen Tages in Skelleftehamn: Drei Stunden, einundvierzig Minuten. Um 9:41 ging die Sonne auf, um 13:25 ging sie wieder unter. Gerade mal 2.2 °C hat sie es über den Horizont geschafft. Das sind etwa zwei Finger breit bei ausgestrecktem Arm.

Das ist nicht gerade viel Licht, aber ich mag den heutigen Tag. Das liegt nicht nur daran, dass heute mein erster Ferientag ist, sondern auch an der Wintersonnenwende. Denn die sagt mir, dass heute der kürzeste Tag ist und damit die Tage wieder länger werden. Und das gefällt mir.

Und so sah es heute gegen halb zwölf aus, als die Sonne „hoch“ im Süden stand.

Eiswall am Kallholmen

Blick über den Sörfjärden

Dieser Dezember war nicht nur milder und windiger als gewöhnlich, sondern auch der Wasserstand war größeren Schwankungen ausgesetzt. Deswegen wurde das Eis an vielen geschützten Stellen wieder kaputt gebrochen und liegt jetzt an manchen Stellen in langen Haufen am Ufer. Die Eisschollen auf dem Wasser sind noch nicht zusammengefroren und treiben frei auf dem Wasser. Ich bin gespannt, wann hier alles so fest zugefroren ist, dass man aufs Eis gehen kann, ohne Angst haben zu müssen, einzubrechen.

Nachtrag:

Ursprünglich hieß der Artikel 3:41, denn ich habe mich verrechnet. Evi hat das im ersten Kommentar sofort entlarvt und ich habe mich nun entschlossen, den Fehler zu korrigieren.

Frühlingsanfang

Liebe Blogleser, heute um 18:32 ist Tag- und Nachtgleiche und damit astronomischer Frühlingsanfang. Und der sieht hier so aus:

Schneefall an der Küste

Deswegen hält sich meine Frühlingsstimmung noch ein wenig in Grenzen. Die Temperatur ist von nächtlichen -13.8 °C auf -3.5 °C gestiegen, es ist grau, windig und es schneit. Einzelne Windböen rappeln am Plastikdach des Wintergartens, fegen den Schnee durch die Straßen und der smhi warnt vor 10-20 cm Neuschnee bei lebhaften Südostwinden. Nicht gerade Frühling!

Morgen fahre ich mit einigen anderen Mitgliedern von Dark & Cold nach Rovaniemi in Finnland, um dort bei den Winterschwimmweltmeisterschaften als Zuschauer dabei zu sein. Auch nicht gerade eine Frühlingsaktivität.

Vollmond über Gåsören

21:16: Da ist der MondKaum zu erahnen ist der Vollmond, als er über dem Meer aufgeht, denn die Sonne ist noch über dem Horizont. Er geht rechts der Insel Gåsören auf, also bin ich ein bisschen zu weit gelaufen und gehe ein Stück zurück. Es wird langsam dunkler und der Mond wechselt seine Farbe von fahlweiß über blaßrosa zu warmen Geld- und Orangetönen.

21:26: Rosa Mond über dem Leuchtturm21:44: Mond über Gåsören

21:51: Vollmond über der Insel Gåsören

Jetzt, um elf Uhr Abends strahlt der Mond stärker, aber für Sterne ist es immer noch zu hell, denn richtig dunkel wird es nicht mehr. In fünf Wochen ist Mittsommer.

Der erste Stern

Die Lofoten, auf denen ich vorgestern noch war, liegen eine ganze Ecke nördlich des Polarkreises. Heute in Skelleftehamn war ich fast ein bisschen überrascht, dass man schon vor zehn Uhr Abenddämmerungsfarben sehen konnte und um viertel nach zehn die Sonne unterging. Jetzt um 0:45 stand ich draußen – zur Freude der Mücken – um zu schauen, ob ich einen Stern erblicken kann.

Da: Ein Stern! Hoch oben am Himmel. Ziemlich hell und er bewegt sich sogar. Moment mal …

Nachdem sich die erste Sternsichtung als Flugzeug oder UFO entpuppt hat, habe ich weiter geschaut. Und dann über mir, fast am Zenith, tatsächlich den ersten richtigen Stern entdeckt: Wega in der Leier, der hellste Fixstern des Nordhimmels. Für die anderen Sterne des sogenannten Sommerdreiecks, Deneb und Altair, ist der Himmel aber immer noch zu hell.

Ich liebe die dauerhellen Sommertage, aber ich freue mich auch, nach zwei Monaten mal wieder einen Stern zu sehen. Bald wird er wieder verschwinden, denn um 3:15 geht die Sonne auf.

Wolken retten meinen Schlaf

01:00. Ein komischer Traum weckt mich. Als ich kurz rausschaue, sehe ich das erste Polarlicht der neuen Saison. Ich mache im Garten ein paar Fotos und überlege kurz, als die Aurora intensiver wird, ob ich zum Fotografieren irgendwo hinfahren sollte, obwohl ein Teil von mir viel lieber wieder ins Bett ginge. Doch da ziehen schon wieder Wolken auf und machen mir die Entscheidung leicht: kurzer Blogartikel, dann Bett.

Erstes Polarlicht

Auf Fotos sieht Polarlicht oft anders aus als in Natura. Vor allem, wenn sich die Bänder und Girlanden bewegen, ist das in Natura zwar wunderschön anzusehen, verschwimmt aber auf den Fotos schnell zu einer grünen Fläche, immerhin belichtet man ja oft 20-30 Sekunden.