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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Verkäufer/-in eines kleinen Lebensmittelladens am Polarkreis gesucht

Der folgende Text kommt von Dirk Hagenbuch, dem Betreiber von Solberget, wo ich seit dem Winter 2005 immer wieder war:

Im Dorf Nattavaara (20 km nördlich des Polarkreises) hat am 31.10. der einzige Lebensmittelladen dicht gemacht. Nun haben die Bewohner von Nattavaara eine Genossenschaft gegründet und sind dabei, das Ladengebäude zu kaufen, um dann in Eigenregie den Laden im Juni wieder zu eröffnen. Die Idee dabei ist, dass die Dorfbewohner einen kleinen Teil ideelle Arbeit dazu beitragen. Außerdem sollen 2 Personen angestellt werden. Und hier bietet sich die Chance für Leute aus Deutschland, die mal in Schweden Fuß fassen wollen oder eine längere Zeit (minimum 1 Jahr) in Schweden leben wollen. Wir suchen nämlich Personal für den Laden. Die Sache hat aber einen Haken: da der Umsatz im Laden nur ca 1 Stelle trägt, es aber Arbeit für ca 2 Menschen gibt, ist unsere Idee die: Man wird regulär zu 50% angestellt, bekommt also auch Lohn dafür. Man arbeitet aber nochmal 50% und bekommt dafür eine Unterkunft gestellt. Insgesamt also 100% Arbeit für 50% Lohn bei freier Unterkunft. Schwedischkenntnisse sind Bedingung! Wer daran Interesse hat, soll sich bitte beim Vorsitzenden der Genossenschaft melden mit einem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf. Die Adresse ist: dirk@solberget.com und hier können auch weitere Fragen beantwortet werden. Wir freuen und auf viele Bewerber! Arbeitsbeginn ist im Juni. Auch Leute, die evtl. erst später können, sollen sich melden, da wir wohl immer mal wieder Leute für den Laden suchen. Gruß vom Polarkreis!

Für den Ort Nattavaara wäre es mehr als wichtig, wenn es dort wieder einen Lebensmittelladen gäbe. Hat jemand von meinen Bloglesern Lust?

Vorsichtige Frühlingszeichen

Försynta vårtecken På svenska

Dom finns, de första tecken, att djupaste vintern är över. Pölen på asfalten, den första barmarken i skogen, en blank klippa, som är varken täckt med snö eller istappar. En mosstäckt stubbe, där en blåbärsbuske växer på. Och – en stor undran – en geting som försöker skaka av sig kylan. Synd, att jag hade inte min makroobjektiv med mig.

Men i skogen ligger snön fortfarande mer en knädjupt och idag kom även en ytterligare centimeter snö som visserligen smälte snabbt bort på asfalten.

Alle foton har jag gjort i närheten av mitt hus.

Es gibt sie, die ersten Anzeichen, dass der tiefste Winter vorbei ist. Die Pfütze auf dem blanken Asphalt, die ersten kleinen Stückchen barer Waldboden, der blanke Fels, der nicht schneebedeckt oder mit Eiszapfen behangen ist. Ein moos- und flechtenbedeckter Baumstumpf, auf dem ein Heidelbeerstrauch wächst. Und – eine große Überraschung für mich – eine Wespe, die versucht, sich von der Kältestarre zu befreien. Schade, dass ich mein Makroobjektiv nicht dabei hatte.

Um die Baumstämme schmilzt der SchneeWarmer SüdhangEin HeidelbeerstrauchDie erste frühe Wespe

Im Wald steckt man aber immer noch schnell bis über die Knie im Schnee, und heute Vormittag kam sogar ein Zentimeter Neuschnee dazu – der erste seit Wochen, der allerdings auf dem sonnenbeschienenen Asphalt keine Chance hatte. Nur auf dem Altschnee blieb er liegen und verstärkte die Kontraste der Schnee- und Eisstrukturen.

Neu- und Altschnee am Straßenrand

Alle Fotos sind übrigens in unmittelbarer Nähe meines Hauses aufgenommen. Wer mehr frischen Schnee will, der muss weiter weg, zum Beispiel nach Tromsø, wo heute 143 cm Schnee gemessen wurden. Hier ein Bild, welches Thorbjørn Riise Haagensen gestern in Tromsø aufgenommen hat.

An der Eiskante

Vid iskanten På svenska

Jag vet inte varför jag vaknade kl 6. För sent för soluppgången, definitivt för tidigt för att sova ut. Men den klarblåa himlen lockade mig ur sängen. Bara kort tid senare parkerade jag bilen vid småbåtshamnen ”Tjuvkistan”, varifrån jag åkte till ön Norrskär med skidor och pulka. Därifrån syntes öppet havet. I morse visade termometern -12 °C men i solen kändes det ganska varmt även om det var bara knappt över 0 °C. Från Norrskär fortsatte jag till Bredskär, Gråsidan och Nygrundet och på ytterkanten nådde öppet vattnet nästan till stranden.

På vägen tillbaka bjöds jag till fika av mina grannar som har stuga på Bredskär. Därefter var det inte långt till Tjuvkistan. Vilken härligt morgon och förmiddag, då får man vara låt resten av dagen.

Ich weiß auch nicht, warum ich heute schon wieder um sechs aufgewacht bin. Für den Sonnenaufgang zu spät, für ausschlafen definitiv zu früh. Aber der strahlend blaue Himmel hat mich sofort aus dem Bett gelockt. Überraschend kurze Zeit später stand ich mit meinem Auto am Bootshaven „Tjuvkistan“, von wo aus ich mit Ski und Pulka eine zur Insel Norrskär gelaufen bin. Von dort aus hatte man schon Sicht auf das offene Meer. Während das Thermometer morgens noch -12 °C zeigte, wurde es in der Sonne bald recht warm, obwohl die Temperaturen kaum die null Grad überschritten. Aber „warm“ ist ja auch relativ. Von Norrskär aus bin ich weiter zu den Inseln Bredskär, Gråsidan und Nygrundet gelaufen, hier, auf den Außenseiten der Inseln reichte das offene Wasser fast bis zu den Ufern der Inseln. Aber heute schreibe ich nicht viel, sondern zeige lieber Fotos von dieser herrlichen Skitour.

Eis fast bis zum Horizont …… doch schon bald sieht man offenes WasserEine festgefrorene Eisscholle im UferbereichLuftspiegelung am HorizontDie Wasser ist kristallklarDie Eiskante funkelt und glitzert im GegenlichtEin Motiv, drei Blickwinkel: EiszapfenEin Motiv, drei Blickwinkel: DurchblickEin Motiv, drei Blickwinkel: EisbrückeBlick auf die Insel Skötgrönnan

Von der Insel Nygrundet hatte ich einen guten Blick auf die Insel Skötgrönnan. Dort möchte ich gerne dieses Jahr hinpaddeln, aber bis das geht, dauert wohl noch ein Weilchen. Auf dem Rückweg habe ich auf der Insel Bredskär bei meinen Nachbarn, die dort ihre Stuga haben, noch eine nette Fikapause mit Kaffee und Kanelbulle gehabt. Danach war der Weg zum Bootshafen nicht mehr weit. Was für ein herrlicher Morgen und Vormittag, da darf man auch den Rest des Tages faul sein.

Zum Abschluss wieder ein abstraktes Eisbild.

Eisstrukturen

CDs

CD:ar På svenska

Igår hämtade jag paket på ICA. Där inne fanns 50 CD:ar. Alla lika! Det var CD:n „Wundascheen – Loverly“ som Sheila Jordan, Sabine Kühlich, Stefan Werni, Klaus Osterloh och jag spelade in 2010. Det är samma medlemmar som på tournén i höstas.

Redan för några veckor sedan hittade jag två CD:ar från skivbolaget „ES-DUR“ i Hamburg i brevlådan. Den där gången var det inte musiken men foton som jag bidrog till. Båda cover-foton har jag gjort i Skelleftehamn. Jag tänker det är roligt att den liten ön i sjön Snesviken i Skelleftehamn kom på en CD med namnet ”Japanska landskap“. Det är vad jag kallar karriär!

Jag skriver ingenting om musiken själv eftersom jag håller med med Steve Martin som sa ”Talking about music is like dancing about architecture.”

CD Wundascheen – loverly!Gestern habe ich bei ICA ein Paket abgeholt. Darin waren 50 CDs. Alles die gleichen! Das war die CD „Wundascheen – Loverly“, die Sheila Jordan, Sabine Kühlich, Stefan Werni, Klaus Osterloh und ich 2010 aufgenommen haben. Das ist die gleiche Besetzung wie bei unserer Deutschlandtour letzten Herbst. Ich freue mich, dass ich jetzt so viele CDs habe, um sie hier ein paar Freunden verschenken oder vielleicht auch die eine oder andere verkaufen zu können.


Schon vor einigen Wochen habe ich zwei andere CDs zugeschickt bekommen, dieses Mal vom Hamburger Klassiklabel ES-DUR. Ich war hier allerdings nicht als Musiker beteiligt, sondern als Fotograf. Beide Coverfotos kommen von mir und sind in Skelleftehamn gemacht. Die Fotos sind auch in diesem Blog zu finden: Insel der Stille / Wollgras.

Japanische LandschaftenWolkengedichte

Besonders freue ich mich darüber, dass ein Foto von einer kleinen Insel in einem See in Skelleftehamn es auf eine CD mit Titel „Japanische Landschaften“ geschafft hat. Das nenne ich eine Karriere!

Über die Musik selbst schreibe ich nichts, denn da halte ich es mit Steve Martin.

Talking about music is like dancing about architecture.

Steve Martin

Drei Jahre Nordwärts

Tre år ”nordwärts”, nu också på svenska På svenska

Precis idag för tre år sedan har jag börjat skriva min blogg ”nordwärts” – på svenska ”norrut”. Nu har jag bestämt mig att blogga också på svenska. Det blir väl sällan en översättning av hela artikeln, men någon sammanfattning försöker jag skriva varje gång. Och många foton som inte behöver översättas finns ju också.

Jag hoppas att ni som är svensk har det roligt att läsa min blogg och ser Sverige – speciellt Skellefteåområdet – lite utifrån, även om jag har blivit kanske lite svenskt också efter tre år. Ni får gärna kommenterar på svenska, tyska eller engelska. Och om ni vill vara riktig snäll, så får ni jättegärna korrigera mina svenska fel för att ge mig en chans att förbättra språket.

/Olaf

Heute vor genau drei Jahren habe ich mit meinem Blog nordwärts angefangen. Da wird es endlich mal Zeit, dass ich auch auf schwedisch schreibe. Ich werde aus Zeitgründen selten den ganzen Artikel Satz für Satz übersetzen, aber eine Zusammenfassung wird es meistens geben. Nun hoffe ich, dass auch die Schweden in meinem Blog lesen und kommentieren. Und vielleicht fasst der eine oder andere auch Mut, meine Fehler zu korrigieren.

Umzug nach Japan

Mir langt’s jetzt. Seit Wochen hat es hier nicht mehr geschneit. Teilweise liegt hier weniger als ein Meter Schnee. Und das Anfang April, das geht ja gar nicht! Daher habe ich mich jetzt entschieden, ostwärts zu ziehen und zwar nach Murodo (室堂) in Japan. Dort liegt wenigstens noch richtig Schnee! Ich habe schon ein Haus gefunden und gekauft. Leider hat mir der Makler kein Foto vom Haus selber schicken können, dafür aber von meiner Garageneinfahrt. Drei Japaner diskutieren dort gerade, ob die Einfahrt auch gut genug schneegeräumt ist, damit ich, wenn ich übermorgen umziehe, mein Auto in der Garage parken kann.

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Das Blog werde ich dann wohl in „Ostwärts“ umtaufen müssen. Und ein bisschen japanisch lernen.

Foto: jsteph auf Flickr.

Haufenweise Schnee

ich

So sah es heute Abend in Skelleftehamn aus. Die bis zu vier Meter hohen Schneehaufen wurden von den kommunalen und privaten Schneeräumfahrzeugen und Traktoren den ganzen Winter über zusammengeschoben, um die Straßen und Einfahrten schneefrei zu halten. Und dort, an den Straßenrändern, auf den Grünstreifen und am Waldrand liegt der Schnee dann. Und liegt. Und liegt. Ich bin gespannt, wann das letzte bisschen Schnee hier verschwunden ist und der erste Huflattich blüht.

Gåsören im Winter

Nach der längeren Tour gestern bin ich es heute ein bisschen gemütlicher angegangen. Mit dem Auto bin ich das kurze Stück zur Lotsenstation gefahren, habe mir dort die Skier angeschnallt und mich auf den Weg zur Insel Gåsören gemacht. Auf diesem Weg ist die Insel keine zwei Kilometer entfernt und schon vom Festland aus war der Leuchtturm und die wenigen anderen Gebäude gut zu sehen. Langsam kam die Insel näher. Mit rot-weiß-geringelten Leuchttürmen verbinde ich immer Urlaub, Sandstrand und salzige Luft. Sandstrand und salzige Luft sucht man hier eher vergebens und wenn ich den Kopf nach rechts drehe, sehe ich das Schmelzwerk auf der Halbinsel Rönnskär. Aber das gehört ja irgendwie auch zu Skelleftehamn dazu.

Insel Gåsören voraus!Rechterhand die Halbinsel Rönnskär

Bald war ich auf der Insel und habe ein paar Touristenfotos von dem Leuchtturm und dem alten Leuchtturmhaus gemacht.

Der LeuchtturmDas alte Leuchtturmhaus

Hinter dem Leuchtturmhaus leuchtete es türkis, denn dort haben sich große Haufen grünblaues Packeis gestapelt, die hell in der Sonne glitzerten.

Packeis am OstuferPackeis Detail

Auf den Fotos sieht das Packeis längst nicht so imponierend aus wie in Natura, zumal die Größenvergleiche fehlten. Die Haufen waren etwa drei Meter hoch. Dahinter lag eine von herausragenden Eisschollen unterbrochene Eisfläche und dahinter, ich traute kaum meinen Augen, das offene Meer. Das habe ich lange nicht mehr gesehen. Lange habe ich eine Eisscholle anvisiert, bis ich sehen konnte, dass diese sich wirklich langsam bewegt. Das zweite Foto ist mit 300mm Tele aufgenommen, das offene Wasser war also noch beruhigend weit weg.

Eisscholle mit eingeschlossenen LuftbläschenOffenes Meer am Horizont

Ich habe ausgiebig Pause auf der Insel gemacht, weil die Sonne so schön warm vom Himmel schien, auch wenn die Lufttemperaturen kaum die Null Grad überschritten. Erst saß ich an der Eiskante und schaute auf das leuchtende Packeis, dann saß ich noch auf einer der schneefreien Holzbänke an einem der Häuser. Mütze und Handschuhe habe ich zwar noch dabei, brauche sie aber nicht mehr. Froh war ich aber über die Sonnenbrille, die ich gestern vergessen hatte. Und über Wasser und Schokolade („Frukt och Mandel“) natürlich auch. Nach der Pause habe ich mich auf den Rückweg gemacht und mich gefreut, wie schön die Skier glitten und wie gut ich vorwärts komme. Nach zweieinhalb Stunden war ich wieder am Auto und wenige Minuten später zu Hause. Eine kurze und schöne Ostertour.

Ein bisschen Polarlicht

Kaum habe ich den Artikel „Über das Meereis“ zu Ende geschrieben, schaue ich noch einmal hinaus: Polarlicht. Dieses Mal nehme ich das Auto und laufe zu Fuß über das Ostseeeis zur nahen Insel Storgrundet. Dort sitze ich und schaue dem schwachen Polarlicht zu. Die Hauptfrage ist immer: Wie lange warte ich noch? Dieses Mal hatte ich nach einer Stunde genug, richtig in die Gänge gekommen ist das Polarlicht leider nicht. Die Nebenfrage ist immer: Sollte ich in der Nacht noch einmal rausschauen oder lieber in Ruhe schlafen?

Auf den Langzeitbelichtungen sehen die Polarlichter aber immer schön aus, selbst wenn sie live viel blasser und fahler wirkten.

Polarlicht über der Ostsee