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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Auf den Vesterålen

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

Als ich auf der Vesteråleninsel Langøya bei Julia und René ankam, musste ich erst einmal direkt an den Strand vor dem Haus und ein Foto machen. Zu schön sah es dort aus, der Blasentang bei Ebbe im Vordergrund, die hohen Berge der Nachbarinsel Hinnøya. Und über dem Sund jagen die Seevögel.

Ein erstes Bild am Strand

Am Abend standen Simon, der gerade dort wwooft, und ich wieder am Strand und haben fotografiert. Wenn die Sonne niedrig steht, ist das Licht einfach schöner. Und dann ging hinter den Bergen der Vollmond auf.

AbendstimmungDer Vollmond geht auf

Vollmond über Hinnøya

Um halb zwölf sind René und Simon noch auf Tour gegangen. Das erste Ziel war der kleine See Rødsætervatnet, wo ich mit den beiden zusammen mit Sonya vor zwei Jahren schon einmal war. Während die beiden hauptsächlich mit Forellen fischen beschäftigt waren, habe ich – wen überrascht’s – fotografiert. Nun hatte ich zu Bergen, Sund und Mond auch noch den See und die Hurtigruten als Fotomotive zur Verfügung. Wenn die Hurtigruten durch das gespiegelte Mondlicht fährt, ist das schon fast kitschig, aber immer noch wunderschön.

Der See RødsætervatnetDie Hurtigruten im Mondlicht

Blick von halber Höhe des Dalbotntinden

Die beiden sind dann noch weitergelaufen, ich war dazu aber zu müde. Ich hatte zwar einen Schlafsack dabei, bin aber doch wieder zurück gelaufen, nicht nur, weil Wolken aufzogen, sondern auch, weil ich keine Lust hatte, alleine zu übernachten. Gegen vier Uhr nachts war ich wieder zu Hause.


Einige Fotos von den nächsten Tagen, die ich ruhig habe angehen lassen. Im vorigen Blogartikel zeige ich ein paar Seevogelfotos.

Die Brücke nach StokmarknesBerge Hinnøya

Auf dem Moor hinter dem Haus

An meinem letzten Tag sind wir nach Langbakkan gegangen, einem Hanggrundstück, auf dem René zusammen mit den Wwoofern Guilia und Simon Heu machen wollte. Ich muss zugeben – ich war faul, habe nicht mitgeholfen, sondern fotografiert und mich mit Julia unterhalten. Doch halt, eine Schüssel Moltebeeren habe ich gesammelt, immerhin etwas.

Langbakkan – Simon harkt

Sicht von LangbakkanRené mähtGuilia harktDas alte Haus auf Langbakkan

„Quallenwolken“ über Hinnøya

Später haben wir am Lagerfeuer gesessen, gegrillt und auf die schöne Landschaft geschaut. Ein herrlicher Abschluss meiner zu kurzen Zeit auf den Vesterålen.

Danke, Julia und René, für Eure liebe Gastfreundschaft.

Lagerfeuer – im Hintergrund spielt Julia mit dem Hund

Einige Tage später:

Einige Tage später (Foto: René Cortis)Als ich schon wieder zu Hause war, zeigte René dieses Foto auf Facebook. Nun ist das Gras nach traditioneller Art auf Harpfen (auf norwegisch: hesje) zum Trocknen aufgehängt, damit die Schafe, die zur Zeit noch frei über die Berge laufen, im Winter etwas zu essen haben. Frits, den Hund, scheint das Heu wenig zu interessieren, er findet Schafe spannender.

Links

Seevögel

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

Ach, hätte ich bloß nicht das Nikon 70-200mm/ƒ2.8 von René an meiner D800 ausprobiert. Was für eine phantastische Linse. Ich glaube, die muss ich auch kaufen, auch wenn mich das um die 2000 Euro ärmer macht.

Seht selbst: Erst der Hahn, so wie ich ihn aufgenommen habe, dann ein 100%-Ausschnitt aus dem Foto. Die Schärfe, die Farben und der Kontrast sind der Hammer! Haben-will! Die Fotos sind bis auf Beschnitt von mir unbearbeitet.

Ein Hahn auf dem KystkulturgårdenAusschnitt bei voller Auflösung

Aber ich wollte ja über Seevögel schreiben, nicht über Haushühner und -hähne.

Wenige Stunden später stand ich am Meer und habe Seeschwalben und andere Vögel fotografiert. Dieses Mal aber mit meinem Nikon 70-300mm, welches wesentlich lichtschwächer ist, sich aber überraschend gut schlägt.

Die Vögel machen ganz gut Alarm, wenn man am Strand steht. Sie bleiben lieber unter sich. Während der Austernfischer ohrenbetäubend piepsend um mich herum kreist, fliegen manche Seeschwalben Scheinangriffe. Meistens fliegen sie fast waagerecht schreiend auf einen zu, ziehen dann hoch, so dass sie genau in der Sonne stehen und stoßen dann noch einmal von oben herab. Aber wirklich nahe kommen sie nie. Trotzdem habe ich Respekt vor diesen flinken Seevögeln.

Ich kann die Vögel verstehen, denn immerhin liegen ihre Eier teilweise auf dem bloßen Boden. Ein Foto von Eiern habe ich gemacht und bin dann ganz schnell weitergegangen, damit die Vögel sich wieder um ihren zukünftigen Nachwuchs kümmern können.

SeeschwalbenschwarmEier am Boden

Ich liebe es, den eleganten Seeschwalben zuzuschauen, wie sie elegant durch die Luft gleiten, auf der Stelle schwirren, ins Meer hinabstoßen und manches Mal mit einem Fisch im Schnabel wieder auftauchen.

SeeschwalbeSeeschwalbeSeeschwalbeSeeschwalbe mit Beute

Seeschwalbe

Aber auch die anderen Vögel mag ich, auch wenn mich das Gepiepse des Austernfischers manchmal ein bisschen nervt.

AusternfischerGroßer Brachvogel

Das Tele macht sich ganz gut, aber so ein Nikon 400mm/ƒ2.8 wäre bestimmt noch besser geeignet, um die Seevögel abzulichten. Oops – 8600 Euro! Lassen wir das.

Spontanbesuch aus NRW

MoltebeerenlikörHeute hatte ich spontanen Besuch von Evi und Uta, die seit zwei Monaten mit ihrem Wohnmobil durch Nordeuropa fahren.

Ich kenne Evi über mein Blog und habe die beiden im letzten Herbst bei der Jazztour in Kall auch persönlich kennengelernt. Ich werde nie vergessen, wie vor dem Konzert ein Auto auf den kleinen Parkplatz kam und sich aus dem geöffneten Fenster ein Arm mit einer Schwedenflagge winkend herausstreckte.

Heute haben wir bei mir auf der Terrasse gesessen und Reiseerlebnisse ausgetauscht. Dabei haben wir festgestellt, dass wir hier in der Nähe sogar einen gemeinsamen Bekannten haben. Nordschweden ist klein!

Schön, dass Ihr beide heute vorbeigeschaut habt. Ich wünsche Euch noch eine schöne Weiterreise (noch sechs weitere Wochen, seufz!) und vielen Dank für den finnischen Moltebeerenlikör. Das nächste Mal dürft Ihr gerne länger bleiben.

P.S.: Wenn Ihr einverstanden seid, ersetze ich die etwas nichtssagenden Buchstaben gerne durch Eure Vornamen. Ich habe vergessen zu fragen, ob Euch das recht ist.

Nachtrag

Aus E und U in der ersten Version dieses Artikels wurden nun Evi und Uta (siehe der erste Kommentar).

Drei Tage Lofoten

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

In Kabelvåg auf den Lofoten habe ich mich mit Elisabet getroffen, die diesen Sommer dort arbeitet. Ich habe einige Tage bei ihr gewohnt und wir haben einige Touren zusammen gemacht.

Mittwoch

Mutter und KindNach einem Mittagessen sind wir nach Utakleiv gefahren, da habe ich vor zwei Jahren schon einmal gezeltet. Unser Plan war, ein Stück den Berg „Mannen“ hochzusteigen, um Ausblick auf die schönen Sandbuchten mit dem türkisfarbenen Wasser zu bekommen. Erst führte ein gemütlicher Weg den Hang hoch und die Schafe äugten uns neugierig an, ehe sie vor uns wegliefen. Dann zweigte ein Pfad ab, der uns auf die Südseite des Hanges führte, von wo man aus einen herrlichen Blick über die Sandbuchten und türkisfarbenen Wasser hatte.

Blick auf Haukland und die Vikbukta

Unkorrigierte Version mit PlastiktüteDoch halt – dieses Bild ist nicht ganz real. In Wirklichkeit sah das Foto so aus →

Das Wetter war nämlich alles andere als schön. Es war kühl, sehr windig und es regnete. Kurzum, das Wetter war scheußlich. Und natürlich kam der Wind genau aus Motivrichtung. Deswegen habe ich immer eine durchsichtige Plastiktüte vor die Kameralinse gehalten, dadurch das Motiv anvisiert, dann die Tüte rasch weggezogen, sofort ein Bild gemacht und direkt danach die Linse wieder abgedeckt. Leider wurde hier die Tüte wieder zurückgeweht und bedeckt daher einen Teil des Bildes.

Weiter oben wurde es noch windiger. Stellte man sich in Windrichtung, so konnte man einzelne große Regentropfen schon in größerer Entfernung ausmachen und waagerecht auf einen zuschießen sehen. Da mir kalt war und ich bei diesem Wind nicht auf den Grat zum Gipfel wollte, sind wir bald umgekehrt und haben im Auto heißen Tee und die Sitzheizung genossen.

Donnerstag

Morgens bin ich erst bei Regenwetter durch Kabelvåg gelaufen und dann, als der Regen nachließ, nach Henningsvær gefahren. Dorthin führt eine Straße, die so schmal ist, dass zwei Autos gerade aneinander vorbeikommen. Die beiden Brücken sind sogar nur einspurig und mit Ampeln geregelt. Ist man angekommen und hat einen Parkplatz gefunden, erwartet einen ein kleines schönes, aber auch sehr touristisches Städtchen.

Henningsvær

Die Berge hängen in den WolkenRørvikstranda

Nachmittags sind Elisabet und ich in eine benachbarte Bucht gefahren. Zum Baden fanden wir es zu kühl und so haben wir statt dessen einen steilen Hügel bestiegen, die Aussicht genossen, Tee getrunken und Schokolade gegessen.

AusblickAusblick

Am Abend haben wir noch einen kleinen Spaziergang gemacht und waren rechtzeitig auf dem Kai, um die beiden Hurtigrutenschiffe Trollfjord und Nordkapp aneinander vorbeiziehen zu sehen.

Hurtigrutenschiffe vor Kabelvåg

Freitag

Schlammweg auf den ReinebringenDiesen Tag hatte Elisabet frei und wir sind fast bis an die Südspitze der Lofoten gefahren, um dort den Reinebringen zu besteigen. Der Weg ist nicht sehr lang und der Wanderführer spricht von 1-2 Stunden für den Aufstieg. Wir haben zwei Stunden gebraucht, was nicht so sehr daran lag, dass der Weg durchgängig steil ist – an zwei Stellen sind sogar Seile angebracht – sondern, dass der Boden sehr schlammig und rutschig war. Ich bin schon schönere und leichtere Wege den Berg hochgelaufen. Aber das wirklich grandiose Panorama von oben über die Bergketten der südlichen Lofoten, die kleinen mit Brücken verbundenen Inseln, auf denen die Stadt Reine liegt und das blaue Meer entschädigten uns voll für den Aufstieg.

Diese Tour kann ich wirklich jedem empfehlen, der ein wenig bergerfahren ist. Nur Geheimtipp kann ich sie nicht nennen, denn trotz des trüben Wetters haben wir viele Menschen aus vielen Ländern auf dem Weg getroffen. Der Abstieg war nicht weniger anstrengend, aber bald standen wir wieder am Auto und haben uns gefreut, dass wir diese schöne Tour gemacht haben.

Blick auf Reine und die südlichen Lofoten

Wir hätten jetzt die restlichen neun Kilometer nach Å fahren können, dem südlichsten Ort der Lofoten, haben uns aber für den Heimweg mit Umwegen entschieden. Wir haben manche Nebenstraße mitgenommen und dabei bei Fredvang diese getrockneten Fischköpfe gefunden.

Fischköpfe hängen zum TrocknenFischköpfe

Und an dieser Bucht musste ich auch kurz aussteigen und ein Foto machen:

Sonne und Berg über türkisfarbenem Meer

Viel zu schnell gingen die Tage vorbei und ich hätte auch noch länger bleiben können, aber Elisabet war ja zum Arbeiten auf den Lofoten und nicht zum Urlaub. Schön, dass sie trotzdem so viel Zeit hatte. Vielen Dank, Elisabet, für die schönen Touren, die gemeinsame Zeit und das Beherbergen.

Am nächsten Tag bin ich weiter auf die Vesterålen gefahren, um dort Freunde zu besuchen, aber davon erzähle ich ein andermal.

Skibotn—Kabelvåg: Fahrt durch Norwegen

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

Am Dienstag ging es von Skibotn aus weiter. Dort hatte ich am Montag Abend ein Zimmer genommen, da ich bei dem Dauerregen keine Lust hatte, im Auto zu schlafen oder das Zelt aufzubauen. Kurz vor Bardufoss habe ich die E6 verlassen und bin westwärts nach Finnsnes und von dort aus auf Senja, die zweitgrößte Insel Norwegens, gefahren. Wenn ich dort wieder einmal mit dem Auto unterwegs sein sollte, würde ich mir definitiv mehr Zeit lassen, um diese schöne Insel zu erkunden. Aber ich wollte Mittwoch Mittag in Kabelvåg auf den Lofoten sein, um dort Elisabet, die zur Zeit dort arbeitet, zu besuchen. So bleiben hier nur zwei Fotos zu zeigen:

Auf der Insel SenjaAuf der Insel Senja

Mein Ziel war der kleine Ort Gryllefjord, denn von dort setzt eine Fähre nach Andenes, der Nordspitze der Vesterålen, über. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen nervös, denn noch nie bin ich mit dem Auto auf eine Fähre gefahren. Und als die Fähre ankam, habe ich mich gefragt, wie man wieder vom Schiff herunterkommt, denn es sah nicht aus, als ob sich der Bug öffnen ließ. Muß man vielleicht rückwärts auf die Fähre fahren? Wie machen das die Leute mit Wohnwagen? Man weiß ja nicht … . Aber natürlich ließen sich sowohl Heck als auch Bug öffnen und bald stand ich auf dem Deck und ließ mir den recht kräftigen Wind um die Nase wehen.

Blick zurück auf SenjaAn Deck

Dort hatte man auch bald Blick auf Andøy, die nördlichste Insel der Vesterålen.

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

J.R.R. Tolkien, Herr der Ringe

… dieser Vers kam mir unwillkürlich in den Sinn, als ich auf die mit dunklen Wolken verhangenen nadelspitzen grauen Felsen schaute. Aber was für ein Kontrast erwartete mich auf der Insel: Weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, grünbewachsene Felsinseln, Blumen blühen und auch die Sonne schaut hier und dort durch ein paar Wolkenlücken. Und auf dem Parkplatz: Wohnmobile, Wohnmobile, Wohnmobile!

Andenes vorausSandstrand bei Andenes

Im Grunde könnte man an jedem Rastplatz, an jeder Parkbucht und an jeder Einfahrt anhalten und fotografieren. Die nordnorwegische Landschaft finde ich überall wunderschön. Aber ich habe bewusst versucht, nicht zu sehr in Fotos zu denken, sondern einfach die Landschaft zu erleben und zu geniessen. Aber – Ihr kennt mich vielleicht – ab und zu habe ich doch mal angehalten. Zum Beispiel an der kleinen achteckigen Kirche bei Dverberg.

Dverberg Kirke

Irgendwo auf der Insel Hinnøya, der größten Insel Norwegens (wenn man von Spitzbergen absieht), habe ich Rast gemacht und im Auto geschlafen. Ich war ziemlich früh wieder wach, denn während der letzten Nächte mit Mitternachtssonne ist es die ganze Nacht hell. Nach einem Frühstück ging es weiter südwärts, die Vesterålen und dann die Lofoten entlang.

SpiegelungStrand

Gegen zehn war ich in Svolvær, die mit 4000 Einwohnern die größte Stadt der Lofoten ist. Hier legt auch die Hurtigruten an und dementsprechend touristisch ist die Stadt ausgelegt. Schaut man von der einen Brücke nach Norden, sieht man schöne rote Häuschen und Berge. Schaut man nach Süden, sieht man moderne Häuser und das Meer.

SvolværSvolvær

Nach einer mittelkurzen Stadtbesichtigung bin ich die wenigen Kilometer nach Kabelvåg gefahren, wo ich mich mit Elisabet getroffen habe. Von dort aus haben wir einige schöne Touren auf den Lofoten gemacht, aber davon erzähle ich ein andermal.

Strandfunde

Ich bin Jäger und Sammler. Nein, halt, stimmt nicht, nur Sammler! Als Kind habe ich Briefmarken, Fossilien, Muscheln und Schnecken, Straßenbahnfahrkarten, Münzen, Fahrpläne und was weiß ich alles gesammelt. Heute sind noch zwei Sachen davon übrig geblieben, darunter Muscheln und Schnecken.

Ich liebe es nach wie vor, mit gebeugtem Rumpf am Meeresufer zu wandern und nach Muschel- oder Schneckengehäusen zu schauen. Da die Ostsee vor Skelleftehamn viel zu salzarm ist, und nur von einer winzigen Schneckenart bewohnt wird, freue ich mich um so mehr über die vielen Buchten und Fjorde in Norwegen. Stundenlang könnte ich dort entlang schlendern und tonnenweise Schalen mit nach Hause schleppen.

Und so sieht das in etwa aus, wenn ich von so einem Urlaub zurückkomme:

Muscheln und Schnecken aus Norwegen

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Arten und was für große Exemplare es in den nördlichen Meeren gibt. Vor allem die eine Schnecke hat es mir angetan, aber ich habe trotz Bücher und Internet noch nicht herausbekommen, was das für eine Art ist.

Einige Arten

Reihe 1 v.l.n.r: unbekannte Schneckenart – Kammmuschel – Wellhornschnecke
Reihe 2 v.l.n.r: Islandmuschel – stumpfe Strandschnecke – Scheidenmuschel – Kaltwasser-Koralle

Ja ja, ich weiß auch, dass Korallen nicht zu den Weichtieren gehören, aber da es vor den nordnorwegischen Küsten große Korallenriffe gibt, findet man an vielen Stellen rundgeschliffene Korallenstücke, so auch an den Stränden der Vesterålen.

Ach ja, und wer die erste Schnecke bestimmen kann, darf gerne hier den Namen posten. (Nein, Zimtschnecke und Lakritzschnecke lasse ich nicht gelten!)

Nachtrag

Neptunea alexeyevi oder Neptunea lyrata (?) nach der ersten Grobreinigung.„Meeresschnecken Sammeln“ auf Facebook hat mir geholfen, die Schnecke näher zu bestimmen. Es ist vermutlich eine „Neptunea alexeyevi“ aus der Unterfamilie „Buccinidae buccininae colini“ und ist grob mit der Wellhornschnecke verwandt. Ich habe vor vielen Jahren mal versucht, meine Sammlung näher zu bestimmen und bin schnell in lateinischen Artenlisten und komplexen Taxonomien gelandet. Seitdem gebe ich mich meistens mit Bestimmungen wie „Napfschnecke“ oder „Miesmuschel“ zufrieden.

264.3

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

264.3, das zeigte mein Kilometerzähler an, als ich heute das Auto nach vierzehn Tagen und einigen Stunden Reise wieder auf meiner Einfahrt abstellte. Das ist allerdings ein bisschen untertrieben, denn in Wirklichkeit bin ich 2264,3 Kilometer gefahren:

Skelleftehamn (S) – Haparanda – Övertorneå – Pello (FIN) – Pajala (S) – Karesuando – Kilpisjärvi (FIN) – Skibotn (N) – Gryllefjord – ⚓ – Andenes – Kabelvåg – Fiskebøl – ⚓ – Melbu – Haukenes/Stokmarknes – Riksgränsen (S) – Gällivare – Solberget – Vuottas – Råneå – Skelleftehamn. Die mit ⚓ markierten Strecken sind Fähren.

Das war eine richtig schöne Tour, auch wenn ich froh bin, wieder zu Hause zu sein, denn lange Autofahrten alleine liegen mir nicht so. Vor allem in Norwegen finde ich das Auto fahren nicht leicht.

Autofahren in Norwegen

Kennt Ihr die Schilder 105 Doppelkurve und 120 Verengte Fahrbahn? Diese Schilder gibt es in Norwegen zu Hauf, bevorzugt wenn man bebautes Gebiet verlässt und wieder 80 fahren darf. Ich muss immer lachen, wenn ich die Schilder sehe, denn ich finde, dass in Norwegen fast alle Straßen eng und kurvenreich sind und man die beiden Schilder eigentlich nur einmal an der schwedisch-norwegischen Grenze aufstellen müsste.

Oft schaffe ich es aber gar nicht, 80 zu fahren, denn ich kenne die Strecke nicht. Und selbst wenn ich 80 fahre, habe ich meistens eine Schlange norwegischer Autos hinter mir an der Stoßstange kleben. Sie wollen alle schneller fahren, obwohl auch kleine Geschwindigkeitsübertretungen in Norwegen sehr teuer sind, denn da ist man schnell 500 Euro oder mehr los! Lustigerweise nutzen die Norweger oft keine geraden Strecken, um mich zu überholen, sondern die seltsamsten und meiner Meinung nach gemeingefährlichen Kurvenabschnitte. Im Straßenverkehr scheinen mir die Norweger wesentlich ungeduldiger als die Schweden zu sein – aber – gehupt wird auch hier nicht.

Autofahren in Schweden

Im schwedischen Inland sind es meistens die Rentiere, die den Verkehr bremsen. Ich habe irgendwann aufgehört, die Rentiere auf der Straße zu zählen, aber vier Typen von Rentieren im Straßenverkehr ausgemacht:

  • 1. „Waldflüchter“ – Die Rentiere springen direkt seitlich in den Wald. Sehr praktisch
  • 2. „Blockade“ – Die Rentiere stehen auf der Straße und glotzen. Erst wenn man sie fast mit der Stoßstange berührt, gehen sie leicht widerwillig zur Seite
  • 3. „Marathon“ – Die Rentiere galoppieren lange Strecken auf der Straße vor einem her und lassen einen weder links noch rechts vorbei, ehe sie schließlich seitlich in den Wald springen
  • 4. „ABC-Schütze“ – Die Rentiere laufen einem im Gänsemarsch auf der linken Straßenseite entgegen und laufen gesittet weiter. Vorbildlich, aber selten

Auch wenn mir die Autostrecken manchmal lang geworden sind, hat es doch Spaß gemacht, die vielfältigen Eindrücke der Fahrt in sich aufzunehmen und zu erleben: Die tiefen Nadelwälder, die klaren blauen Seen, die weiten gelbgrünbraunen Moore, die runden Hügel, das kahle schwedische Fjäll, die kleinen Bäche und die großen Ströme, die verschneiten und vergletscherten norwegischen Berge, die sich tief ins Land einschneidenden Fjorde. Die Kiesufer, die weißen Sandstrände mit türkisblauem Wasser, die losen Birkenwäldchen, die Wiesen und Weiden, die kleinen Tümpel. Die großen Brücken, die schönen Uferstraßen, die kleinen weißen Kirchen, die roten Fischerhütten, die kleinen Boote, die großen Schiffe. Nur die Tunnel find ich doof: Sehr eng, düster und langweilig. Aber speziell auf den Lofoten geht es nicht ohne sie.


Die nächsten Tage werde ich Artikel über die Lofoten und über die Vesterålen schreiben. Heute zeige ich nur zwei Fotos von Solberget, wo ich – wie so oft – Zwischenstopp gemacht habe, um Dirk und Silke sowie Jochen zu besuchen. Eines habe ich gemacht, als Jochen die Rentiere gefüttert hat, das andere hat Jochen gemacht, als der riesige Hund Odin sich von mir streicheln und kraulen ließ. Danke, Jochen, für das schöne Foto!

Abendliche RentierfütterungOdin und ich (Foto: Jochen)

… und noch ein Foto, welches ich jedes Mal machen möchte, wenn ich die schöne alte Hütte/Scheune kurz hinter der Polcirkeln-Hütte sehe. Heute bin ich endlich mal ausgestiegen und habe ein Foto gemacht:

Hütte im Moos

Grundsatzentscheidung

Ich habe eben gerade eine Grundsatzentscheidung gefällt:

Ich werde keine Blogartikel mehr schreiben und hier veröffentlichen, so lange ich auf Reisen bin!

Zum einen kostet so ein Blogartikel mit Bildbearbeitung leicht einige Stunden Zeit. Zeit am Rechner. Zeit, die ich auf Reisen mit anderen Dingen verbringen möchte.

Zum anderen möchte ich das Erleben und das Davon-Berichten besser voneinander trennen. Wenn ich – wie gestern und heute – im Auto durch die schönen Landschaften Schwedens, Finnlands und Norwegens fahre, will ich primär erleben. Sehen. Staunen. Mich freuen.

Und dann ab und zu Fotos machen.

Und dann zu Hause gerne davon erzählen. Auch Euch!

Aber eben erst, wenn ich wieder zu Hause bin.

Ich wünsche Euch noch zwei wunderschöne Juliwochen, Anfang August geht es hier weiter.

/Olaf

Kleiner Tipp am Rande: Einen letzten „Auf-Reisen-Live-Artikel“ habe ich eben noch geschrieben, hier im norwegischen Skibotn: Skelleftehamn—Skibotn: Autoreise mit Tücken und Mücken.

Skelleftehamn—Skibotn: Autoreise mit Tücken und Mücken

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

Gestern um halb eins bin ich gestartet, mit vollem Tank und vollem Kofferraum. Von der ersten Etappe gibt es nicht viel zu berichten: Die E4 bis Haparanda, das sind 260 Kilometer Strecke machen, um in Gang zu kommen. Innerhin sind es 1172 Kilometer bis Kabelvåg auf meiner gewählten Route.

Erster Halt: Kukkola

Stromschnellen im Torne älv, eine alte Wassermühle, Wohnwagen, Eis, blauer Himmel. Touristisch, aber schön.

Ein alter Steg – nur für Fischer (und Fotografen?)

Kleines BlockhüttchenHolzgetriebe in der alten Wassermühle

Zweiter Halt: Hietaniemi

Hüben Schweden, drüben Finnland, dazwischen der breite Torne älv. Ein Pärchen lässt Steine springen. Von Övertorneå bis Pello werde ich auch auf der finnischen Seite fahren.

Eine internationale Fähre fürs ViehBlick über den Torneälven

Letzter Halt des Tages: Kaunisjoki Rastplats, 20 km nördlich von Pajala

Alles ist klar für die Nacht: Ich habe noch einmal voll getankt und werde langsam müde. Viertel vor zehn sehe ich einen leeren Rastplatz mit Grillhütte. Einmal durchfegen und fertig ist mein Übernachtungsdomizil. Ich breite Isomatte, Schlafsack und Kopfkissen aus und hole als nächstes eine Jacke und die Wathose aus dem Kofferraum. Ich möchte die schönen Hütten im späten Abendlicht vom Nahen fotografieren, aber der Untergrund sieht sehr nass aus. Ich mache den Kofferraum zu und kurze Zeit später höre ich

* klack *

Sch****, denke ich! Und meine Befürchtungen bewahrheiten sich: Leicht übermüdet habe ich den Autoschlüssel im Kofferraum abgelegt. Da liegt er schön sichtbar. Vorne war das Auto schon abgeschlossen, der Kofferraum schließt automatisch und der Ersatzschlüssel ist im Kamerarucksack, denn den nehme ich immer als erstes raus. Außer dieses Mal, da liegt der Rucksack auf dem Beifahrersitz!

Da stehe ich nun: Zehn Uhr Abends, mitten in der Pampa an der leeren Straße 99. Und mein Auto lässt mich nicht rein.


Wie ging es weiter:

  • Ich habe mein Handy und Empfang. Ich rufe einen Freund in Delmenhorst an, der mir Mut macht: Pappendienst kann so was.
  • Ich rufe die Versicherung an
  • Die hört sich meine Panne an und lacht mich nicht aus, wie schön
  • Ein paar Minuten später ruft mich ein Pannendienst aus Övertorneå an
  • Er wird kommen, um mir zu helfen, braucht aber anderthalb Stunden, bis er da ist
  • Ich warte, mache ein paar iPhonephotos, habe Durst und sehe dem Sonnenuntergang zu
  • Gut geschätzt: Anderthalb Stunden später ist der Pannendienst da
  • Keine zwei Minuten braucht er, um die Fahrertür mit Keil und Luftdruck aufzuhebeln …
  • … und mit einem Haken die Fahrertür zu entriegeln
  • Ich bin so erleichtert, ich sah mich schon mit großen Steinen wahllos Autoscheiben zerdeppern
  • Der Pannendienst bekommt meine Unterschrift und macht sich auf den Rückweg: Wieder 130 Kilometer

So viel zu den Tücken einer Autoreise. Die Mücken kamen etwas später, sie umsummten mich freudig die ganze Nacht, als ich in der Grillhütte übernachtet habe.

Resumé: Eigentlich ist das Ganze gut gelaufen: Ich hatte Handy und Empfang. Ich hatte sogar Schlafsack und Isomatte. Es hat nicht geregnet, es gab keinen Schneesturm. Der Pannendienst war schnell da. Und – Luxus! – ich hatte eine Hütte vor Ort, was will man mehr.

(Mäkel-Olaf: Was will man mehr: die Kamera und Stativ! Es war so tolles Licht!)
(Ein anderer Olaf: Haha, das sagst Du nur, weil im Fotorucksack der Ersatzschlüssel gewesen wäre. Depp!)
(Mäkel-Olaf: Selber Depp!)

Hier noch ein paar Bilder von der Nacht:

Rosa Wölkchen (Bravo, iPhone!)

Mitternachthimmel über der Straße 99Bäumchen im nächtlichen Nebel

Und vom Morgen:

Meine Übernachtungshütte – eigentlich zum Grillen gedacht


Noch ein paar Bilder von heute. Stichworte: Rentiere – Bootsfahrt – Dreiländereck – Weite Sumpfflächen – Moltebeeren – Regen – Skibotn – Gletscherblick – Zimmer mit Dusche und WLAN.

Ein Rentier kommt mir entgegenKaresuando: Links Finnland, rechts SchwedenMeine ersten Moltebeeren (Mjam!)Ziel für heute erreicht: Das norwegische Skibotn

Von der Bootsfahrt und dem Dreiländereck (Treriksröset) schreibe ich später einmal. Vielleicht …

Fotonotizen: Das Display vom MacBook Pro ist nicht zu dolle. Je nachdem, aus welchem Winkel man schaut, ändern sich Farben und Kontrast. Daher werden einige Fotos mehr oder weniger daneben sein. Überrascht hat mich das iPhone mit seinem Rosa-Wolken-Bild. Ich habe in Photoshop noch minimalst nachbearbeitet, aber das Original ist schon überraschend gut.

Meine siebenhundertsiebenundsiebzig Sachen

Dieser Artikel ist Teil der siebenteiligen Serie Norwegen 2013.

Ich mag mein Auto. Vor allem mag ich den Kofferraum meines Autos. Allerdings nicht, wenn er leer ist. Kofferräume sind zum Füllen da! Mit allem, was man braucht, vielleicht braucht, wahrscheinlich nicht braucht und was man definitiv nicht braucht, aber trotzdem mitnimmt.

Meine Packliste ist so gut wie abgehakt und es fehlen nur noch Dinge wie Proviant und das Laptop, an dem ich gerade noch sitze. Und meine Wohnecke, in der ich alles, was mit soll gestapelt habe, sieht zur Zeit etwa so aus:

Meine siebenhundertsiebenundsoweiter Sachen

Dabei sind neben den üblichen Dingen wie T-Shirts, Zahncreme oder Regenjacke so schöne Dinge wie unter anderem:

  • Eine Plastiktüte mit Müsli, Mitbringsel für eine Freundin
  • Eine Schwimmweste, falls ich irgendwo Boot mitfahre und keine Schwimmweste da ist
  • Eine riesige rote Reisetasche mit warmer und wasserdichter Kleidung
  • Ein reisefreudiges Kleines Gelbes Monster
  • Ein Holzkasten mit Filtern zum Fotografieren
  • Ein Zelt, ein Schlafsack, eine Isomatte
  • Sandalen, Wanderstiefel, Gummistiefel
  • Eine Wathose – zum Fotografieren und Muscheln sammeln
  • Bücher (vom Insektenführer bis hin zu „Sommerlügen“ von Bernhard Schlink)
  • Ein Biwaksack und ein Erste-Hilfe-Set
  • Ein Autoatlas, in dem auch Finnland und Norwegen drin sind
  • Drei Liter Wein (mehr erlaubt der norwegische Zoll nicht)

Ich glaube, ich bekomme mein Auto voll. Nach der Reise werde ich genaustens untersuchen, was ich nicht gebraucht habe. Diese Erkenntnisse werde ich dann bei der nächsten Autoreise komplett ignorieren und wieder alles mitnehmen.