Vermutlich waren Teile des Sees Snesviken schon zugefroren gewesen, doch als ich heute bei sehr kaltem Wind zum Ufer gelaufen bin, brachen die Wellen das Eis schon wieder auf. Überall klirrte, sirrte und knisterte es und nur in der kleinen Bucht hinter der Landzunge war das Eis stabil und so dick, dass ich schon darauf stehen konnte. Das habe ich aber nur ausprobiert, weil das Wasser dort sehr flach ist.

Heute Abend wollte ich die gleichen Motive nochmals im Abendlicht ablichten aber zum einen war die Sonne schon zu niedrig und das Eis lag wieder im Schatten, zum anderen haben die Wellen das Eis schon relativ kleingemahlen. Ein Motiv von heute Nachmittag:

Nächste Woche soll es wieder wärmer werden, bis zu 11 °C und auch in den Nächsten frostfrei.
In Latnivaara, Lappland wurden -18.2 °C gemessen, smhi hat seine erste Schneehöhenkarte für die Saison 2013/14 veröffentlicht (Piteå 7 cm) und auch hier hat es das Thermometer tagsüber nicht über 1.1 °C geschafft und alle Pfützen sind gefroren. Schon jetzt, um halb sieben, peilt das Außenthermometer die -5 °C an und viele Birken haben fast schlagartig ihr Laub abgeworfen.
Direkt nach der Arbeit bin ich mit dem Auto zum Hafen „Tjuvkistan“ gefahren und bin kurz vor Mondaufgang dort angekommen. Auch dort lauern die ersten Winteranzeichen: Am Ufer bildet sich das erste, schaumige Eis und selbst auf den sanften Wellen der geschützten Bucht bilden sich die ersten Eisnadeln. Und dann ging über dem Horizont erst fahl, dann goldgelb leuchtend, der volle Mond auf.

Vor drei Tagen sah es noch danach aus, dass es in Skelleftehamn heute richtig garstig sein würde: Windstärke 8 und Schneeregen ohne Ende. Aber dann hat sich die Vorhersage immer mehr zum besseren geändert und die gestrige Vorhersage passte nahezu perfekt. Sonne, -4 °C bis +1 °C. Ich habe spaßeshalber Screenshots der Vorhersagen der letzten drei Tage gemacht, immer für den heutigen Freitag.
Ach ja, Freitag! Diese Woche war wirklich viel los auf der Arbeit und eine Lieferung letzten Abend und ich freue mich auf das Wochenende.
Als ich heute morgen noch mit halbgeschlossenen Augen eine Jalousielamelle herunterdrückte, um in die Morgendämmerung hinauszulugen, dachte ich als erstes „weiß“. Dann fokussierten meine Augen langsam auf das Dach des Nachbarn und ich sah, dass dieses von Schnee bedeckt war. Es war heftig am Schneien und der Schnee blieb auch liegen, denn die Nachttemperaturen von -5 °C haben den Boden schon herunter gekühlt.
Das ist ja quasi Ehrensache, dass ich ein paar Fotos vom Schnee für das Blog mache, selbst wenn das nicht so wahnsinnig viel hergibt. Daher bin ich eine halbe Stunde eher aus dem Haus gegangen, um ein paar Fotos in Skelleftehamn zu machen. Das erste von dem Stück Straße vor meinem Haus.

Gerade eben habe ich es noch zum Bus geschafft, mich ans Fenster gesetzt und in den Schnee hinausgeschaut. Ein merkwürdiges Gefühl, denn obwohl ich den Winter liebe, bin ich noch eher auf sonnigen und warmen Herbst eingestellt. Aber der scheint sich jetzt dem Ende geneigt zu haben. Bis hinter den neuen Kreisel bei Bergsbyn war alles schneebedeckt, doch in der Stadt war noch alles „barmark“.
Schwedischübersetzung des Tages:barmark – schneefreier Boden
Tagsüber waren einige Plusgrade und so war vom ersten Schnee heute Abends fast nichts mehr zu sehen. Aber die Pfützen froren schon langsam zu und die Straßen waren gut glatt. Mit den Winterreifen werde ich trotzdem bis zur nächsten Woche warten, denn nach dem ersten Schneefall wird es beim „Reifendienst“ in Skelleftehamn bestimmt knallvoll sein.
Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf, in meinem Kopf macht es ”Bing!“ und ich bin wach. Hellwach. Mitten in der Nacht. Ich bin keine Eule und nutze die Nächte eigentlich lieber zum Schlafen als zum unmotiviert wach sein. Normalerweise lese ich eine Stunde, bis mein Körper meint, nun sei es aber mal gut und ich das Licht lösche, die Augen schließe und weiterschlafe.
Heute hätte ich auch gelesen, wenn nicht gestern Abend schon fahles Nordlicht am Westhimmel gesehen wäre. Und so schaute ich raus und sah, dass der halbe Himmel von Polarlicht bedeckt war. Ich habe mir kurz warme Klamotten angezogen und bin mit Stativ und Kamera in den Garten gegangen. Aber da störten Telefonleitungen, Lichter, Häuser und überhaupt.
Also habe ich kurz mein 8mm-Fisheye auf die Kamera gemacht und bin an die nahe Bucht gelaufen. Da habe ich dem Polarlicht zugeschaut, wie es mal schwächer und mal stärker wurde, wie sich eine schmale helle Linie vom Westen bis zum Zenith und weiter erstreckte, wie sich aus den hellen Bogen pulsierend Aurorastreifen in den Himmel erstrecktem – grünem Feuer gleichend.
Und natürlich habe ich auch immer wieder auf den Auslöser gedrückt.

Erst habe ich noch überlegt, ob ich zu Hause ins Auto steige und mir eine schönere Stelle zum Fotografieren suche. Dann habe ich das Gegenteil gemacht, mich mitten auf den Näsuddsvägen gestellt und einfach noch mal in Richtung Osten fotografiert. Und mich über den Luxus gefreut, statt des Buchlesens Polarlicht anschauen zu können, wenn ich schon nicht schlafen kann. Nicht als Tourist, sondern vor der eigenen Haustür.

Die Entscheidung, nicht noch irgendwo hinzufahren, war wohl richtig, inzwischen ist vom Nordlicht nichts mehr zu sehen. Außerdem höre ich mein Bett rufen.
Ihr seht die breiten schwarzen Ränder auf den Fotos. Das liegt daran, dass das Fisheye nur den kleineren DX-Sensor abdeckt und nicht den größeren FX-Vollformatsensor. Ich habe die Fotos aber absichtlich nicht beschnitten, erst weil ich nicht so viel vom Bild wegnehmen wollte, dann weil mir die Fotos so eigentlich ganz gut gefallen. Schade nur, dass man die Streulichtblende, die hier für zusätzliche Abdeckung sorgt, nicht abnehmen kann. Vielleicht doch noch mal nach einem Fischauge für Vollformat schauen …?
Die Alpen sind weiß, auf dem Feldberg im Schwarzwald lag schon Schnee und sogar in München – so berichten es Facebookfreunde – haben sich schon Schneeflocken mit in den kalten Regen gemischt. Hier war er warm, der Oktoberbeginn. Schnee ist noch lange nicht in Sicht und vorletzte Nacht um halb zwölf, als am Flughafen München gerade noch +1 °C gemessen wurde, hatten wir hier +10 °C. Mitten in der Nacht.
In jener Nacht habe ich geträumt, dass die Temperaturen innerhalb von 24 Stunden um 25 Grad sinken würden. Tatsächlich wurde es gestern im Laufe des Tages immer kälter und ich fing schon an zu befürchten, ich könne Wetter im Traum voraussehen. Aber bei knapp über Null haben sich die Temperaturen dann gefangen, auch wenn es letzte Nacht mit -0.4 °C das erste Mal den ersten Hauch Luftfrost gegeben hat.
Der Wechsel vom Septemberherbst zum Oktoberherbst ist ziemlich abrupt. Heute vor einem Monat bin ich noch im T-Shirt zum Baden gepaddelt und die Sonne ging um sieben unter. Heute verschwand die Sonne schon um 17:15 und dann wird es schnell richtig dunkel. Die Vorhänge im Schlafzimmer brauche ich nicht mehr und ich ertappe mich dabei, wie ich mir den ersten Schnee herbeiwünsche. Nicht, weil ich jetzt schon Winter wollte, auch das Auto fährt immer noch mit Sommerreifen, sondern weil Schnee die Nacht ungleich heller erscheinen ließe.
Zum Abschluss noch ein Herbstfoto vom Wochenende:

Einen Vorteil hat es, dass die Tage kürzer werden: Man muss nicht mehr um vier Uhr aufstehen, um die Sonne über dem Meer aufgehen zu sehen. Da haben es die Menschen an der finnischen Küste besser, denn bei denen geht die Sonne abends über dem Meer unter.
Da ich heute um viertel vor Sieben aufgewacht bin, habe ich schnell meine Fotosachen geschnappt und bin zur Lotsenstation gefahren. Die rosa Wölkchen waren schon am verblassen und eine viertel Stunde später ging gleich neben der Insel Flottgrundet die Sonne auf.


Die nächsten Stunden werde ich in geschlossenen Räumen verbringen, denn da haben wir eine Extraprobe mit Skellefteås Kammerchor. In zwei Wochen sind die Konzerte. Auf dem Programm: Vespers (Op. 37) von Rachmaninow.
Nachdem ich in den letzten Blogartikeln Fotos vom Samstag, Sonntag und Montag gezeigt habe, zeige ich dieses Mal die Fotografen: Jochen (auf der Felsspitze) und mich (im Wasser):
Auf dem Degeröberget haben wir noch künstlerisch wertvolle Selbstauslöseraufnahmen geschossen. Leider kann meine Mimik mit Jochens phantastischem Gesichtsausdruck bei weitem nicht mithalten.

Heute habe ich einen Tag frei genommen und war – genau wie gestern und vorgestern – den ganzen Tag mit Jochen unterwegs. Wir hatten viel Sonnenschein und unglaubliche 16 °C. Ein weiterer Tag zum draußen sein und zum fotografieren.
Erst waren wir auf dem Degeröberget. Dort war ich schon einige Male. Was ich aber noch nicht kannte, war die alte Holzsprungschanze für mutige Skiläufer, die aber schon lange, lange nicht mehr in Betrieb ist. Von der hat man einen herrlichen Ausblick auf die ganze Umgebung. Da muss ich irgendwann mal ein 360°-Panorama machen. Für heute nur der Blick Richtung Westen:
Mit dem Auto sind wir die kurze Strecke zur Südseite Örvikens – der Insel, auf der auch Degeröberget liegt – gefahren und haben dort nach einigem Fotografieren auf einem Bootsanleger gesessen und gevespert: Butterbrot mit getrocknetem Rentierfleisch. Anschließend sind wir zu meiner diesjährigen Lieblingsstelle Långhällan gefahren und sind bestimmt drei Stunden auf den Felsen umhergelaufen und haben fotografiert. Heute bin ich mit zwei Bildern richtig zufrieden – eine überdurchschnittliche Ausbeute für jemanden wie mich, der sonst eher mäkelig und selbstkritisch ist.


Möglich gemacht wurden diese Fotos durch zwei Dinge:
Zum einen mein „Big stopper“, ein Filter, der zehn Blenden Licht wegnimmt. Für jede Blende muss man doppelt so lange belichten, also bei zehn Blenden 210 = 1024 mal. So werden aus 1/50 sek schnell 20 sek und das blaue Meer verwandelt sich in weißen Nebel, aus dem die Felsen besonders hervortreten.
Zum anderen Jochen, der mich inspiriert hat, auf eine ganz andere Weise zu fotografieren und viel genauer hinzuschauen: Weg vom Motivknipsen mehr hin zum schauen nach Proportion und Linie. Wenn Jochen weiterfährt, werde ich versuchen, diese Richtung weiter zu verfolgen.
Tack för idag, Jochen!
Gestern waren Jochen, der zu Besuch ist, an der „Grundskattan“, der Südspitze der Halbinsel Bjuröklubbs. Die kleine, sandige Bucht und die Umgebung lädt zum Fotografieren ein. Kaum, dass wir das Auto mit Fotorucksack und Stativ verlassen haben, standen oder knieten wir am Wasser, um die uns umgebene Natur abzulichten.
Ich finde es ungeheuer inspirierend, sowohl mit Jochen draußen unterwegs zu sein als auch auch zu Hause gemeinsam die Bilder anzuschauen und digital zu entwickeln. Gar nicht so sehr, weil er viel mehr über Fotografie weiß, sondern wegen der Art, wie er über Fotografie denkt. Da kann ich viel lernen und Spaß macht es auch.
Einige Fotos von gestern:


Die ersten beiden Bilder sind wieder mit einem starken Graufilter entstanden. Das Bild mit dem Gras im Wind kommt der Wirklichkeit recht nahe, denn das Wasser war dort auch in Natura ruhig und klar. Bei dem Bild in die Wellen hinein hingegen hat die Langzeitbelichtung ein völlig neues Bild geschaffen.
Jochen hat ein Foto von gestern bei Flickr eingestellt.
Toll, wenn man nette Gäste hat. Die dann – wie Jochen, der gerade zu Besuch ist – gerne draußen sind und gerne fotografieren. Wie ich auch. Heute sind wir erst auf den Falkberget gewandert, waren dann in der Stadt und sind dann noch nach Byske an den Strand gefahren.
Von Jochen kann ich noch viel über Fotografie lernen und es hat einen riesigen Spaß gemacht, mit ihm am Strand zu stehen oder zu hocken und mit Graufilter (1000×), Kamera und Stativ bestückt Aufnahmen vom herbstlichen Byskeälven und dem weiten Meer zu machen. Und wenn jemand neben mir steht, der viel mehr Fotografieerfahrung hat als ich, dann gebe ich mir auch gleich viel mehr Mühe …
Zwei Fotos von heute:


Jochen hat Fotos von heute bei Flickr eingestellt. Ich glaube, ich muss mich mal mehr mit Schwarzweiß beschäftigen!