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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Am Montag

Was am Montag so passieren kann:

  • Die erste Website von artopod, an der ich beteiligt war, geht online: www.skellefteaflygplats.se.
  • Der Skellefteälven tritt nach Schneeschmelze in den Bergen und Regen im Inland über die Ufer und es kann sein, dass ab Mitternacht kein Leitungswasser mehr da ist.
  • Ich gebe das allererste Gebot für das Haus ab.
  • Ich bekomme vom Migrationsverket die Bestätigung für mein uppehållsrätt, meine Aufenthalts­erlaubnis.
  • Die Birken bekommen ihre Blätter – noch sind sie hellgrün und zerknautscht.
  • Mein Leihfahrrad bekommt einen neuen Mantel für das Hinterrad, der alte war ziemlich durch.
  • Ich habe am Donnerstag einen Termin für meinen Schwedischkurs beim sfi.

Und gearbeitet habe ich auch, also weiterhin keine Langeweile …

Sommerwochenende

Ja – so langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich von dem schönen Wetter schreibe und dann von Kälterekorden in Deutschland lese und höre.

Ich war am Wochenende zu einer Feier nach Båtfors, das liegt etwa 5 Meilen, also ca. 50 Kilometer landeinwärts direkt am Skellefteälven eingeladen.

Und, was soll ich sagen, es war eine tolle Feier! Und das Wetter hat mehr als mitgespielt. Bei Temperaturen über 20 Grad haben wir mittags Hering, Lachs, Salate, Eier, Dünnbrot und Kartoffeln gegessen. Mit kurzen Hosen und T-Shirt in der Sonne sitzend. Direkt am Fluss. Nur die Eisschollen, die ab und zu vorbeitreiben, erinnern einen daran, dass der Winter hier doch sehr lang war.

Abends wurde es dann leicht kühler, aber da kann man ja ein Feuer im Kamin machen und in die Sauna gehen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, im Fluss zu baden. Der fühlte sich aber auch direkt nach der Sauna schweinekalt an und dementsprechend schnell war ich wieder draußen. Richtig dunkel wird es nicht mehr und um ein Uhr wurde es schon wieder heller. Die echten Nachtaufnahmen müssen also mindestens bis Ende Juli warten. Und ich habe mich über die dunklen Vorhänge in meinem Gästezimmer  gefreut. Heute ging es in aller Ruhe wieder zurück.

Berg und Tal

Ich komme gerade von einer kleinen Morgenrunde durch den Wald hinter dem Haus zurück. Die Fleecejacke war viel zu warm, ein T-Shirt hätte eigentlich gereicht. Die Sonne scheint und mein Ein-Euro-Thermometer zeigt 18 °C an.

Während in den Senken noch ein bisschen Schnee und Eis vor sich hinschmilzt und man wie auf einem nassen Schwamm läuft – alles schwingt und quatscht, ist auf den Kuppen der Boden herrlich trocken und man hat den Eindruck, jetzt ist der Frühling wirklich da. Nur die Blätter müssen noch an die Laubbäume …

Eiswagenmelodie

Und hier für alle schwedischen und nichtschwedischen Musiker:
Melodie des Eiswagens
Die Melodie der Eiswagen. Heute gehört – leider auf der anderen Flussseite.

Himmelfahrt

Es ist Himmelfahrt, es ist schönes Wetter und ich kann wieder Fahrrad fahren.

Also habe ich eine kleine Runde zu Rovön und Lustholmen – zwei Flussinseln gemacht. Und was machen die Schweden währenddessen?

Angeln · das Trampolin im Garten aufbauen · am Fluss picknicken · Balken fürs Haus streichen · Spazieren gehen · bei ICA Lebensmittel einkaufen · sich sonnen · unter dem Auto liegen · Marienkäfer suchen · sich über den Frühling freuen.

ein Haus in Skelleftehamn?

Vor drei Wochen um diese Zeit war ich noch nicht einmal in Skellefteå angekommen und gerade zweieinhalb Wochen später möchte ich schon ein Haus kaufen. Ich denke, das zeigt, dass es mir soo schlecht hier nicht geht. Am Sonntag hatte mich Leif nach Skelleftehamn abgeholt und wir haben uns ein Haus am Tallvägen 35 angeschaut. Das Haus ist gut in Schuss und hat eine schöne Lage. Der Wald mit Weg zur Ostsee ist gleich um die Ecke und auch die Bushaltestelle ist nicht weit. Und ein Gästezimmer gibt es auch! Also habe ich beim Makler mein Interesse bekundet.

Ich bin nicht der einzige Interessent, also wird – wie in Schweden üblich – bald das Bieten anfangen. Der Makler ruft einen an und sagt, welcher Preis geboten wurde. Dann kann ich entweder aussteigen oder ein höheres Gebot abgeben. Daraufhin wird der Makler den nächsten Interessenten anrufen und das aktuelle Gebot mitteilen. Irgendwann bleibt dann einer übrig und kann das Haus kaufen.

Gestern um 10 hatte ich einen Termin bei der Bank und schon am Nachmittag habe ich telefonisch mein lånelöfte, mein „Darlehensversprechen“ bekommen. Normalerweise muss man 10% direkt zahlen und den Rest leiht einem die Bank. Da mich aber die Bank nicht kennt (stimmt ja auch), gewährt sie mir „nur“ 75% statt der üblichen 90%. Diese 75% sind aber ohnehin der „Bottenlån“, den man zu sehr günstigen Zinssätzen bekommen kann, während der „Topplån“ teurer ist.

Jetzt muss ich eigentlich nur noch das Haus bekommen. Oder ein anderes schönes. Und dann habe ich nach sechs Jahren auch endlich wieder Platz für meinen Flügel. Und für das Gästezimmer. @Freunde: War der Wink mit dem Zaunpfahl klar genug?

Günstig nach Schweden telefonieren.

Hier zwei Links für alle, die günstiger nach Schweden telefonieren möchten:

Meine derzeitige Telefonnummer in Schweden ist eine Handynummer. Bitte beachtet, dass sich die Tarife der Anbieter ständig und plötzlich ändern können. Daher empfiehlt es sich zum einen, immer mal wieder auf diese Listen zu schauen und zum anderen, nur Anbieter zu benutzen, die eine Tarifansage bieten.

Ihr könnt mich auch unter filchos bei Skype zu erreichen.

Ich freue mich auf Eure Anrufe.

Fotos vom 7. Mai

Am Freitag bin ich mit dem Fahrrad entlang der südlichen Seite des Skellefteälven und dann über die Lejonströmsbron, die riesige, alte Holzbrücke zurückgefahren.

Die nächsten Fotos werden ein bisschen auf sich warten lassen, da ich mit meinem Muskelfaserriss nicht besonders beweglich bin. Das Gute: Dann ist wahrscheinlich auch der letzte Schnee geschmolzen und Eis gibt‘s dann nur noch in der Form Schoko oder Vanille.

Theorie und Wirklichkeit

Theorie

Ich bin eigentlich schon fast entschlossen, hier ein Haus zu kaufen. Die günstigen Preise und die Aussicht auf Platz für einen Flügel sind einfach zu verlockend. Ich schnappe mir also am Samstag das Fahrrad und fahre in Ruhe nach Skelleftehamn und schaue mir dort und in Ursviken (das liegt 5 km vor Skelleftehamn) einige Häuser an. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und es ist warm.

Wirklichkeit

Ich bin eigentlich schon fast entschlossen, hier ein Haus zu kaufen. Die günstigen Preise und die Aussicht auf Platz für einen Flügel sind einfach zu verlockend. Am Freitag Abend stehe ich von einer meiner seltsamen Sitzpositionen am Fußboden auf und mache dabei eine komische Bewegung. Autsch – das tat weh! In der Nacht nimmt der Schmerz immer weiter zu und ich kann nicht besonders gut schlafen.

Am Samstag kann ich kaum noch auftreten und Lasse – danke dafür! – bringt mich zur Notaufnahme, wo ich über drei Stunden auf einen Arzt warten muss. Der ist total nett und entschuldigt sich dafür, dass gerade an diesem Tag so viel los ist, wo er ja auch nichts für kann. Er schließt zum Glück einen Anriss der Achillessehne und Schäden am Wadenbein aus und stellt dann seine Diagnose: Höchstwahrscheinlich ein Muskelfaserriss in der Wade. Zwei bis Drei Wochen Ruhe.

Nachdem mich Lasse auch wieder abgeholt hat – Lasse ist super! – verbringe ich einige Stunden mit Schlafen und mache den Rest des Tages auch nicht mehr viel. Die Fahrradtour nach Skelleftehamn (ca. 17 km pro Weg) muss ich erst mal verschieben. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und es ist warm.

Die Vokabel des Tages: Akutmottagning – Notaufnahme. Listen and repeat …

Download des Artikels

Ich habe die Genehmigung bekommen, den Artikel der Norran in meinem Blog zu veröffentlichen. Hier isser:

Artikel Norran (452 kB)

Packt einfach das zip-File aus und Ihr werdet zwei Bilder finden. Die Qualität ist allerdings nicht so berauschend, da der Artikel nicht gescannt, sondern abfotografiert ist. Ach ja, und auf schwedisch ist er natürlich auch …