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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Die Singschwäne sind da

Heute bin ich zur nahen Bucht Harrbäckssand gefahren. Ich war neugierig, ob die Bucht noch eisbedeckt ist. Aber nur am Ufer waren noch einige Meter Eis, der größte Teil der Bucht war offen.

Das hat die Singschwäne gefreut, die nach ihrer Überwinterung in Mitteleuropa wieder in den Norden gezogen sind und jetzt offenes Wasser suchen. Knapp dreißig dieser Vögel, die ein wenig kleiner als der in Deutschland heimische Höckerschwan sind, schwammen auf dem Wasser und gründelten nach Nahrung.

Wenn sie sich ungestört fühlen, machen sie ziemlichen Lärm (Ich hätte diese Schwäne eher Trötschwäne genannt, aber nun ja). Leider sind die Vögel recht scheu und fliehen vor dem Menschen, daher war das Fotografieren trotz des Teleobjektivs nicht so leicht.


Diese Woche war das Wetter recht wechselhaft. Morgens war es meistens klar und mit Frühtemperaturen um -10 °C so kalt, dass sich in geschützten Lagen der Meeresbuchten wieder eine dünne Neueisdecke bilden konnte. Tagsüber gab es meistens blauen Himmel und obwohl die Temperaturen nur knapp über null steigen, hat die Sonne schon viel Kraft. Man sollte sich bloß nicht darauf verlassen, denn der nächste kleine und heftige Schneeschauer lauerte so manches Mal am Horizont und das, was die Sonne an Schnee weggeschmolzen hat, fiel wieder neu vom Himmel. Abends hingegen wurde es meistens wieder klar und der Vollmond strahlte über der ruhigen Ostsee.

Abends an der Ostsee

Leise plätschern die Wellen und während die Sonne sich langsam niedersenkt, wird das Licht wärmer und wärmer. Welch wunderschöne Abendstimmung.

Der April, macht was er will.

Heute bin ich das erste Mal wieder Fahrrad gefahren, wenn auch nur in Skelleftehamn. Die Straßen sind frei, der Himmel blau und sogar die erste Ameise habe ich herumkrabbeln sehen.

Als ich wieder zu Hause war, lese ich im neuesten Artikel von Lussekatt – sie lebt in Südschweden – dass sie heute Schneesturm hatten, wenn auch nur kurz. Ha, dachte ich, da haben wir aber mehr Frühling hier oben. Eine viertel Stunde später sah es dann so bei uns aus:

Dicker Schnee fegte von Westen herbei und überschüttete mich und meine Kamera mit großen weißen Flocken. Nach zehn Minuten war alles vorbei, aber auch alles wieder weiß.

Jetzt ist ein großer Teil des Himmels wieder wolkenlos, die Sonne scheint, aber aus irgendeiner Wolke schneit es noch immer, wenn auch nur sanft und leicht.

Eiszapfen

Eigentlich wollte ich heute nur faul sein. So richtig faul! Hat aber nicht ganz geklappt, denn das Wetter war einfach zu schön und ich habe einen Spaziergang zum Meer gemacht. Und der wurde dann doch ein bisschen länger als geplant. Das meiste Eis ist ja weg, aber durch das Schmelzen und wieder frieren – immerhin hatten wir unter -10 °C heute morgen – hängen unter der schmalen verbliebenen Eiskante tausende kleine Eiszapfen. Die ganze Küstenlinie entlang.

Jetzt sollte man sehr vorsichtig sein, wenn man das Eis betritt. An den meisten Stellen würde man beim Einbrechen nur bis zu den Knien im Wasser stehen, aber viele, die eine Hütte am Meer haben, haben auch einen Bootsanleger. Und dort ist der Grund ausgebaggert und das Wasser wesentlich tiefer. Da möchte ich dann nicht durchs Eis brechen.

Kiruna – Licht und Schatten

Nach dem die TEDxKiruna vorbei war und ich sicher wieder auf der Erde gelandet war, brauchte ich erst einmal Bewegung. Ich bin in Richtung Stadt gelaufen, habe wie wohl alle Touristen die alte Holzkirche fotografiert und im Zentrum wie wohl alle Touristen auch das Backsteinrathaus mit seinem markanten Turm fotografiert. Auch wenn ich das Stadtbild von Kiruna nicht gerade schön finde, so sah das in der untergehenden Sonne doch hübsch aus.

Eigentlich wollte ich früh ins Bett gehen, aber bei schönem Polarlicht macht man dann doch gerne eine Ausnahme. Und es hat sich gelohnt, auch wenn die Fotos dieses Erlebnis wie immer nur unzulänglich wiedergeben.


Heute, am Tag danach, bin ich nicht aus dem Bett gekommen. Teils, weil ich doch ein bisschen erkältet bin, teils, weil draußen alles grau war, wenn es zum Glück auch nicht geregnet hat. Irgendwann habe ich mich dann aber doch aufgerafft und bin durch die Stadt gebummelt.

Vielleicht ist Kiruna als Bergbaustadt zu neu, um Entstehungslegenden zu haben. Hier ist meine:

Ein einjähriges Kind hat auf hügeligem Gelände einen großen Sack mit Häusern aller Art ausgeschüttet. Sein dreijähriger Bruder hat dann alle Häuser an Ort und Stelle hingestellt. Dann kam die Kommune und hat die Zwischenräume mit Straßennamen bedacht.

Mir erscheint die ganze Stadt als sinnloses Chaos von verschiedenen Häusern, die sich gegenseitig im Wege stehen zu scheinen und nur dann zusammenpassen, wenn sie sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der modernen Architektur, den Quader reduziert haben. Farbe versucht vergeblich, dem ganzen ein bisschen Alltagsästhetik überzustülpen und die wenigen roten Klischee-Holzhäuser wirken deplaziert und verloren.

Auf der anderen Seite: Das Stadtzentrum Kirunas wird ohnehin bald fünf Kilometer nach Osten verlegt werden, da die Schächte und Stollen, die bei der Eisenerzförderung entstehen, sich dem alten Zentrum immer weiter nähern und die Gefahr von Einbrüchen zu hoch wird. Das muss ein seltsames Gefühl sein, in einer Stadt zu wohnen, die umzieht. Die Bahnlinie wird jetzt schon verlegt.

Ihr merkt, wenn das Wetter doof ist und ich erkältet, dann kommen Städte wie beispielsweise Kiruna nicht sonderlich gut weg bei mir. Was ich hier allerdings verlockend finde, sind die vielen Wegweiser: Nikkaluokta, das am Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens liegt, ist nicht mehr weit. Abisko, Ausgangspunkt für viele Streckenwanderungen, zum Beispiel auf dem Kungsleden, ebenfalls nicht. Und auch die norwegische Hafenstadt Narvik ist keine 200 Kilometer mehr entfernt.

Und man muss nur ein paar Kilometer aus der Stadt herausfahren und schon hat man den Blick auf weite schneebedeckte Moorflächen und weiße Bergrücken, die zu langen Skitouren einladen. Da die Wettervorhersage aber eher mäßig ist, werde ich vermutlich morgen wieder nach Hause fahren. Denn da ist es auch schön!

P.S.: Ich finde die meisten Städte in Nordskandinavien nicht wirklich schön. Die einzige Ausnahme ist Tromsø, welches mir extrem gut gefällt. Bevor ich nach Skellefteå kam, war ich drauf und dran, mich auf einen Job in Tromsø zu bewerben. Doch während ich noch das Anschreiben formulierte, habe ich den Plan verworfen, denn mein Bauch meinte, dass zwei Monate Polarnacht jedes Jahr vielleicht doch ein bisschen zu lange sind.

TEDx Kiruna

TED (Technology, Entertainment, Design) ist eine Konferenz, die jährlich in Monterey stattfindet. TEDx ist ein Konzept, ähnliche Konferenzen selbst zu organisieren. Gestern, am 27. März fand so ein TEDx in Kiruna statt. Das Hauptthema auf dieser TEDxKiruna war Raumfahrt. Das ist kein Wunder, denn in Kiruna gibt es das Raumgymnasium, das Instituts für Raumphysik und ganz in der Nähe ist Esrange, ein Raketenstartplatz, an dem man auch bald als Privatperson ins All starten kann, wenn man gerade zweihunderttausend US-Dollar übrig hat.

Und so war es kein Wunder, dass fünf von den acht Rednern entweder selbst schon im All waren (Michael E. Lopez-Alegria hält den Weltrekord mit dem längsten Aufenthalt: 215 Tage!), planen, ins All zu fliegen oder auf eine andere Art mit dem Weltall verknüpft sind.

Bei der Betrachtung der Bilder von Erdaufgängen, Timelapse-Videos von Polarlichtern aus dem All (Wow!) und Fotos von riesigen internationalen Raumstationen, die schon längst existieren, änderten sich die Dimensionen der Wahrnehmung. Plötzlich waren wir alle Erdbürger und Michael, der Astronaut, sagte so schön: „From space, you can’t see the political borders.“.

Ein anderes Wort tauchte in fast jedem der auf englisch gehaltenen Vorträge auf: „passion“. Und es schien wirklich, dass Leidenschaft der Schlüssel vieler Geschichten war: Der Farmerjunge, der trotz mangelnder Schulbildung Testpilot wurde. Der Fotograf, dessen zweiter jemals bestiegener Berg der fast 7000 Meter hohe Aconcagua in Südamerika war oder die Abenteurerin, die die Lower 48 (USA ohne Alaska und Hawaii) komplett mit Fahrrad und Kajak umrundet hat, obwohl viele sagten, das sei unmöglich.

Ich habe mich aber auch über die Moderatorin gefreut, die den vielen erzählten Geschichten ein weiteres Stichwort hinzugefügt hat: „Teamwork“. Denn kaum eines der vorgestellten Projekte hätte der Vortragende alleine durchführen können.

Nach acht Vorträgen, war es für mich Zeit, meine Perspektive zurückzustellen: Weltall > Erde > Nordeuropa > Kiruna. Ich habe den Tag sehr genossen und fand die Vorträge sehr inspirierend, ohne dass sie jetzt direkt mein Leben ändern würden. Aber ich bin jemand, der Änderung mag und auch braucht und wer weiß, welcher Floh mir gestern ins Ohr gesetzt wurde, von dem ich noch gar nichts weiß.

Ach ja, hat jemand von Euch zufällig zweihunderttausend Dollar für mich übrig?

Nach Kiruna

Ich sitze gerade inspiriert und auch ein wenig erschöpft in einem kleinen Apartment in Kiruna. Heute war TEDx Kiruna und ich habe acht sehr unterschiedliche und sehr inspirierende Vorträge gehört. Aber dazu später mehr. Drehen wir die Uhr zwei Tage zurück.

Teil 1 – Die Anreise

Am späten Sonntag Vormittag bin ich mit wie üblich voll gepacktem Auto in Richtung Norden losgefahren. Die geplante Route für den Tag: Skelleftehamn – Piteå – Älvsbyn – Vidsel – Harads – Vuollerim – Murjek – Solberget.

In Vidsel bin ich erst am Abzweig Harads vorbei gefahren, um einen Zwischenhalt am Storforsen, den größten Stromschnellen Skandinaviens, zu machen. Das sah trotz des extrem trüben Wetters sehr beeindruckend aus, da muss ich unbedingt mal bei schönem Wetter zum Fotografieren hin.

Dann bin ich weitergefahren. Vor allem die Strecke von Vidsel nach Harads war erlebnisreich: Da ist mir nach 30 Kilometern doch tatsächlich ein Auto entgegengekommen! Kurz vor Murjek wurde es dann ein bisschen langsamer, da die Straße voller Rentiere stand. In Murjek selbst habe ich Bekannte besucht, die sich damals, als ich im Februar 2012 von Murjek aus einen Job gesucht und ja auch gefunden habe, um mich gekümmert haben. Nach einem gemütlichen Plausch habe ich dann auf den Weg nach Solberget gemacht.

Nach einer Nacht im Bauwagen – da schlafe ich immer hervorragend – habe ich noch gefrühstückt und eines von Dirks zahmen Rens (Ob ich wohl Flechten dabei habe?) und einen Fuchs fotografiert. Der Fuchs kommt jeden Tag, hat sich aber an diesem Tag nicht sehr weit vorgetraut.

Bald habe ich mich bald auf den Weg gemacht, denn die Wettervorhersage sagte ziemliches Mistwetter voraus. Und die Fahrt über Gällivare nach Kiruna war auch alles andere als spaßig: Die meiste Zeit hat es geregnet, geschneeregnet, gepladdert und geschneeregenpladdert. Das Wasser hat sich in den tiefen Spurrillen der alten Straße gesammelt und jedes Mal, wenn einem ein Auto, gerne auch mal ein Laster entgegen kam, musste man sich irgendwie an die Seite drücken, während man eine Fuhre Dreckwasser auf die Windschutzscheibe geschmissen bekam. Ich war froh, als ich gestern in Kiruna angekommen bin und habe mich erst einmal ausgeruht.

Teil 2 – der Dinner Event zur TEDxKiruna

Um halb fünf bin ich gemütlich zum Turistbyrå gelaufen, wo die Taxis uns abholen sollten. Uns, das waren wir alle, die das Dinner Event am Vorabend der TEDx-Konferenz mitgebucht haben. Da stand ich nun. Wer nicht kam, waren die anderen. Und ein Taxi war auch nicht da. Bald stellte sich heraus, dass ich der einzige war, der überhaupt ein Taxi bestellt hatte. Das kam dann auch später und hat mich dann zum Eishotel nach Jukkasjärvi gebracht, wo der Treffpunkt zum Dinner Event war. Dort habe ich dankend darauf verzichtet, mir dort einen Winteroverall auszuleihen, denn wir hatten immer noch leichte Plusgrade.

Wenig später stellte sich dann heraus, dass nur zwölf Personen überhaupt an dem Dinner teilgenommen haben: Einige Organisatoren und sechs der acht Redner. Und ich! Wir sind die Straße zur alten Kirche Jukkasjärvis gelaufen, um dort einen Samen zu treffen, der uns erst einmal Rentiere hat füttern lassen. Die waren vielleicht heiß auf die Flechten.

Dann sind wir in das große Zelt gegangen, in dem ein großes Feuer brannte und haben ein hervorragendes samisches Dreigängemenu genossen, während ich unter anderem mit einem Testpiloten, einem Künstler und einem Astronauten über dieses und jenes geplaudert habe. Schade, dass das Dinner nur kurz war und man nicht die Gelegenheit hatte, sich ein bisschen besser kennenzulernen. Aber auf der anderen Seite war ich auch froh, als ich früh zu Hause war und ich bin kurz nach zehn ins Bett gefallen.

Neuschnee zur Sommerzeit

Pünktlich zur Zeitumstellung haben Wolken 7 cm Neuschnee über Skelleftehamn abgeladen und aus dem trübgrauen Einerlei wurde wieder eine weiße Winterlandschaft.

Mir ist das hiesige Wetter aber relativ egal, da ich gleich erst nach Solberget und morgen weiter nach Kiruna fahre. Die Vorhersagen sehen momentan mäßig aus, aber gerade in der Nähe des Fjälls kann sich das schnell ändern.

Zwei Fotografen. Ein Selbstinterview

Olaf I:
Heute Abend möchte ich gerne Olaf S und Olaf P interviewen, die Fotos für das Blog Nordwärts machen. Guten Abend.
Olaf S:
Hallo.
Olaf P:
Guten Abend.
Olaf I:
Manche Leser fragen, was Ihr für eine Kamera verwendet und was für Zubehör.
Olaf P:
Ich verwende eine Nikon D300s und mein Meistens-Drauf-Objektiv ist ein Sigma 18-50mm/ƒ2.8. Ein Tokina 12-14mm/ƒ4.0 und ein Tamron 90mm Makro/ƒ2.8 kommen auch oft zum Einsatz. Meistens habe ich ein Stativ dabei, weil nur dann …
Olaf S:
Als ob die Kamera wichtig wäre. Wenn ich nur mein iPhone dabei habe, dann mache ich halt damit Bilder.
Olaf P:
… die sehen dann auch dementsprechend aus.
Olaf S:
Für spezielle Situationen mag das stimmen, aber oft reicht die Handykamera aus.
Olaf P:
Spätestens beim Polarlicht hat man doch mit dem iPhone keine Chance. Und mit der Nikonkamera benutze ich das RAW-Format und kann so in Lightroom noch viele Unzulänglichkeiten korrigieren. Schließlich ist Fotografie ein Handwerk, welches man …
Olaf S:
So ein Quatsch! Fotografie ist Kunst! Optische Kunst. Das Auge, das Motiv, der Moment, das ist was zählt und nicht der optimale Weißabgleich.
Olaf P:
Ich knipse nicht einfach drauf los. Bevor ich ein Foto mache, schaue ich, wo ich am Besten stehe, welches Objektiv ich nehme, wo die Sonne steht, welchen Bildausschnitt ich wähle und …
Olaf S:
Schön und gut. Aber als der ganze Himmel über Skellefteå rosa war, da hatte ich halt keinen Rucksack voller Equipment bei mir. Und das Handyfoto zeigt auch schön die Stimmung.
Olaf I:
Vielleicht kommen wir zu …
Olaf P:
Spätestens bei Landschaftsaufnahmen möchte ich die Systemkamera nicht missen, selbst wenn die Fotos bis jetzt nur auf dem Blog gezeigt werden.
Olaf S:
… und denen ein wenig Spontanität mal ganz gut tun würde. Einfach mal aus der Hüfte schießen, mit geschlossenen Augen, mit schiefer Kamera!
Olaf P:
Damit ich zu Hause den ganzen Schrott wieder löschen darf. Ich danke!
Olaf S:
Gelöscht wird doch so oder so jede Menge. Wie viele Male drückst Du auf den Auslöser, wie viele Fotos behältst Du und wie viele sind wirklich gut?
Olaf P:
Es stimmt schon. Auf jedes halbwegs gute Foto kommen zwanzig akzeptable, auf jedes akzeptable kommen fünf schlechte, die sofort gelöscht werden. Von daher ist Fotografie eigentlich ein Wohnzimmerjob.
Olaf I:
Wenn ich vielleicht …
Olaf S:
… moment bitte. Wohnzimmer schön und gut. Aber die Fotos selbst entstehen draußen. Und mich trifft halb der Schlag, wenn Du mit der teuren Kamera ohne Schutz mit Wathose bekleidet im hüfttiefen Wasser auf irgendwelchen glatten Steinen herumbalancierst. Wie wäre es vielleicht mal mit ner kleinen, wasserdichten?
Olaf P:
Die kostet aber Geld. Und lichtstark ist die auch nicht. Und RAW kann die auch nicht.
Olaf S:
Du bist und bleibst ein Perfektionist.
Olaf P:
Und Du ein spontaner Chaot.
Olaf S:
Den Du aber kaum zu Worte kommen lässt. Lieber schleppst Du Dich mit der Ausrüstung ab. Meine Güte, wer bitte schön nimmt fünf Kilo Kamerazeugs mit auf eine Zelttour ins norwegische Fjäll!?
Olaf P:
Ich. Und mit manchen Fotos bin ich ziemlich zufrieden. Und die Rentiere wären auf der Handyknipse nur kleine Pünktchen gewesen
Olaf S:
Stimmt schon, aber …
Olaf I:
Danke, jetzt möchte ich aber mal wieder etwas sagen. Was, denkt Ihr, ist noch wichtig beim Fotografieren
Olaf S:
Die Story. Was will ich zeigen, was möchte ich erzählen. Gerade in Verbindung mit einem Blogartikel ist es nicht die dreihundertste Landschaftsaufnahme, sondern vielleicht mal der Blick durch das dreckige Busfenster, was interessant ist.
Olaf P:
Die Perspektive. Vor allem die Froschperspektive verleiht den Fotos oft etwas besonderes und gleichzeitig kann ein Stein dazu dienen, etwas zu verdecken, was man nicht im Bild haben möchte.
Olaf S:
Wenn man wie Olaf P fotografiert, Klamotten, die nass und dreckig werden dürfen. Und eine wasserdichte Hülle, in der man die Kamera transportieren kann.
Olaf P:
Ich habe eine von Ortlieb, die allerdings nur zum Transport gedacht ist
Olaf S:
… und ich warte auf meine wasserdichte Hülle, mit der man auch unter Wasser fotografieren kann, denn das letzte iPhone ist mitsamt Hülle bei der letzten Kajaktour leider verschütt gegangen.
Olaf I:
Ich höre, es gibt viel zu erzählen und manches zu disputieren. Ich denke, wir setzen dieses Gespräch ein andermal fort. Vielen Dank.
Olaf P:
Es war mir ein Vergnügen.
Olaf S:
Gerne. Bis zum nächsten Mal.

Wer schön länger das Blog verfolgt, weiß, dass die meisten Bilder hier von Olaf P stammen. Aber Olaf S sollte in Zukunft hier mit seinen Ideen vermehrt zu Wort kommen und so einen hoffentlich spannenden Kontrast zu den Landschaftsaufnahmen von Olaf P bilden.

Was denkt Ihr? Was ist Euch wichtig, wenn Ihr ein Foto seht? Was ist Euch wichtig, wenn Ihr ein Foto macht? Bei welchen Aussagen findet Ihr Euch wieder? Wo nicht? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Superblume!

Vor meinem Haus wächst das stärkste Stiefmütterchen der Welt. Sozusagen die Pippi Langstrumpf unter den Blumen. Bis weit in den kalten November hinein hat das Stiefmütterchen geblüht und heute – ich traute meinen Augen kaum – öffnet es die erste Knospe. Bei Temperaturen um Null Grad, umgeben von Kies und Eis.

Eine wahre Superblume!

Genug Tageslicht hat die Blume jetzt auf jeden Fall. Denn während die offizielle Tag- und Nachtgleiche eigentlich erst morgen ist, war hier die Sonne heute schon 12 Stunden und 12 Minuten über dem Horizont. Da hier die Dämmerung doppelt so lange dauert wie in (Süd-)Deutschland, liegen wir jetzt wieder vorne mit dem Tageslicht – für ein langes, halbes Jahr.


An dieser Stelle verlinke ich noch einmal den Artikel Hell und Dunkel, wo ich die Tageslängen im Jahresverlauf für Skellefteå und München zeige und man die Unterschiede gut sehen kann.