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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Zum Baden paddeln

Ein Gutes hat das schöne Herbstwetter: Ich kann den stillen Vorwurf einiger Freunde entkräften, ich würde nur Schnee fotografieren und nur über Schnee schreiben. Statt dessen wiederhole ich mich seit Wochen darüber, wie schön das Wetter hier noch ist. Und auch heute, nachdem die dicke Nebelsuppe von der Sonne weggedampft wurde, war es wieder schön.

Nach dem BadenHeute um elf haben wir uns mit einigen Winterbadern getroffen und im Fluss gebadet. Der hat immerhin noch 15 °C, was nicht sonderlich kalt ist, wenn die Sonne so schön scheint. Kaum war ich trocken, bin ich gleich noch ein zweites Mal ins Wasser gegangen. Und warm genug, um sich auf dem Holzboden ein bisschen hinzulegen, war es auch noch.

Das schöne daran war die „Anreise“. Ich bin nämlich zu der Stelle hingepaddelt. Das sind etwa fünf Kilometer flussaufwärts und da der Fluss keine nennenswerte Strömung hatte, war ich trotz einiger Fotos-vom-Kajak-aus-machen-Aktionen früher da als erwartet.

Als ich aus der Bucht Kurjoviken auf den breiten Sörfjärden kam, lag noch viel Dunst in der Luft, der die Landschaft weichzeichnete. Welch ein Kontrast zu dem sonnenbeschienenem „Stuverikaj“, an dem ich eine knappe Stunde später an Land ging.

Morgenstimmung auf dem Sörfjärden

Stuverikajen, unser BadeplatzGänsesäger auf dem Wasser

Auf dem Rückweg musste ich noch diese kleinen Hüttchen, die hinter dem Sävenäs Maskinhus direkt am Wasser stehen, fotografieren. Ob die wohl zum Angeln benutzt werden, denn zum Übernachten sind sie eigentlich fast zu winzig.

Minihäuschen direkt am Wasser

Gegen Mittag war ich wieder zu Hause.

Die Farben des Herbstes

Was sind denn nun die Farben des Herbstes? Ist es das neblige Grau, welches mich heute morgen an der Ostsee empfing, oder sind es die knalligen Farben der ersten Blätter, die sich hier gelb, orange oder rot verfärben?

Grau …

… oder bunt?… oder bunt?

Internationaler Lebensmittelmarkt in Skellefteå

Diese Woche war „International Street Market“ in Skellefteå. Viele Stände aus Italien, Spanien, Holland, Deutschland, Frankreich und England verkauften Wurst, Käse, Chutneys und viele, viele Süßwaren. Man konnte französisch und griechisch essen und an dem australischen Stand Burger mit Krokodil-, Känguru- oder Kamelfleisch probieren.

Einige Schweden waren vor allem von dem Wort „Holzkohleschwenkgrill“ schwer begeistert. Ich eher von den vielen leckeren Käsesorten. Nun bin ich um 254 Kronen ärmer, aber um einen herben italienischen Käse, vier spanische Salamis, ein „Kashmiri Chutney“ und einen höllenscharfen Chilicheddar reicher. Zu meinem Leidwesen konnte ich mich nicht durch die Kuchen und Nachtische futtern, da ich vor ein paar Tagen begonnen habe, auf Süßkrams zu verzichten. Ganz schlechtes Timing!

Von dem diesjährigen „Matfesten“, dem Essensfestival, welches vor ein paar Wochen stattfand, war ich ziemlich enttäuscht. Dort gab es eigentlich ziemlich das gleiche Essen, was man hier ohnehin jeden Tag bekommt, bloß mit Plastikgabel auf Pappteller. Das passt vielleicht gut zu denjenigen Schweden, für die Tacobuffet die höchst denkbare Exotik darstellt, aber ich fand es langweilig.

Der Markt diese Woche hat mir hingegen sehr gut gefallen, zumal es schön ist, wenn auf dem sonst eher kahlen und trostlosem Marktplatz etwas los ist. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder stattfindet und die Händler wiederkommen. Denn für die ist es ein ziemlicher Ritt nach Skellefteå, selbst wenn sie aus Heikendorf bei Kiel stammen und damit die Fähren nach Göteborg und Oslo fast vor der Haustür haben.

Krokodil, Känguru und Kamel beim Australian BarbequeEin schweres Wort für die Schweden: HolzkohleschwenkgrillSpanische Salami vom FeinstenThe British Fudge Company

Jetzt muss ich noch Brot kaufen – das gab es dort leider nicht, weil das ja immer frisch gemacht werden muss – und dann werde ich mich den neuerworbenen Käsesorten widmen.

Schöner Spätsommer

Heute bin ich nach der Arbeit einmal mit dem Kajak um die Insel Storgrundet herumgepaddelt. Immer noch bei schönstem Wetter, immer noch im T-Shirt. Das Schöne an dieser Runde ist, dass sie inklusive Fußweg zum Strand und zurück keine zwei Stunden dauert. Als ich wieder zurück nach Hause lief, das Kajak auf dem Bootswagen im Schlepptau, ging gerade die Sonne unter.

Das Schilf sieht schon herbstlich aus

Die Ostsee. Hinter dem Horizont ist Finnland

Neblige Natriumleuchtennacht

BahnübergangStraßenbeleuchtung

Die Bucht

Die Bucht war in Wirklichkeit dunkler, die Steine kaum zu sehen. Das JPEG-Format hat bei diesem Bild Probleme mit den feinen Verläufen. Selbst bei Qualität 95 (sonst verwende ich hier 65) sieht man noch Bildstörungen im Himmel.

Sävenäs Maskinhuset

Heute war Tag der offenen Tür beim Maskinhuset Sävenäs. Und da ich die Ankündigung falsch gelesen hatte und schon anderthalb Stunden vor dem offiziellen Beginn da war, konnte ich in Ruhe ein paar Fotos machen, ohne dass andere Menschen mit im Bild waren.

Das Sävenäs Maschinenhaus ist 1906 gebaut worden und bot den Dampfmaschinen Platz, welche die dereinst größte dampfgetriebene Säge Nordeuropas antrieben. Die Säge wurde nach einem ersten Brand 1923 modernisiert wieder aufgebaut, aber ein zweiter großer Brand 1932 beendete die Sägewerksepoche auf Sävenäs. Von den siebziger Jahren an nutzte eine Werkstadt die Gebäude fast vierzig Jahre, ehe sie umzug. Nun dienen die Innenräume als Raum für Meetings und Veranstaltungen aller Art.

Vor allem der Eckraum mit seinen Rundbögenfenstern finde ich sehr schön. Nun bedauere ich es, dass ich heute zum ersten Mal in den Innenräumen war und nicht schon vor der Renovierung. Ich hätte gerne Vergleichsfotos von vor ein paar Jahren.

Das Maskinhuset Sävenäs von außenEiner der Innenräume

Mit seinen romanisch anmutenden Fenstern ist dies mein Lieblingsraum

Sober October – nordwärts style

Auf Facebook schreiben gerade einige über den „Sober October“, eine Aktion, im Monat Oktober keinen Alkohol zu trinken. Ich finde diese Aktion gut, allerdings für mich völlig sinnfrei, denn es kann leicht passieren, dass ich ohnehin einen Monat keinen Alkohol trinke, ohne es zu merken. Ich trinke kaum Alkohol, mag keinen Kaffee (für die Schweden schwer nachvollziehbar!) und rauche nicht.

Für Zucker hingegen, ob in der Form von Schokolade, Lakritz, Keks, Kuchen oder auch in Form von Cola und anderer Limonade, bin ich schwer anfällig. So anfällig, dass nach Abschluss meines vertikalen Wachstums im jungen Erwachsenenalter nun vor Jahren schon mein horizontales Wachstum – vor allen in Bauchhöhe – begonnen hat. Vorbei die Zeiten des Spargeltarzan-Daseins mit 64 Kilo. Nun liege ich ordentlich drüber. Über was? Über dem Gewicht, bei dem ich mich wohl fühle.

Süßes – mein heutiges „Abschiedsessen“

Daher habe ich jetzt eine Sober-Variante für mich bestimmt:

Vom 9.9 – 11.11. esse ich keinen Zucker in der Form von Süßigkeit, Kuchen oder zuckerhaltiger Limonade! Knabberzeugs wie Chips sind ebenfalls gestrichen! Ausnahmen mache ich nur für Kuchen und Nachtische, wenn ich irgendwo eingeladen bin, oder Studentenfutter und ähnliches, wenn ich draußen unterwegs bin.

Ich habe fest vor, morgen anzufangen und durchzuhalten, auch wenn meine gute Laune droht, dadurch einzuknicken. Wünscht mir Glück!

Inselentdeckertour mit dem Kajak

Gestern war ich ja noch sehr skeptisch, ob ich heute paddeln würde, denn es war doch ziemlich windig. Heute morgen hingegen war es praktisch windstill. Und als ich mein Kajak auf seinem Wägelchen zum nahen Einsetzpunkt „Killingören“ geschoben habe, war der Himmel blau und es warm genug, um im T-Shirt zu gehen. Genau das richtige Wetter, um mal ein paar neue Inseln kennenzulernen.

Dazu musste ich erst einmal durch den „Kejsar Ludvigs kanal“, der die Halbinsel Kallholmen von der Industiehalbinsel Rönnskär trennt. Danach hatte ich schon die Insel Kalkgrundet in Sicht, aber da war ich schon zwei Mal. Ich bin links abgebogen, an Rönnskär entlang und habe dann an einer namenlosen Untiefe vorbei die Insel Nörd-Olsgrundet angesteuert. Ein lustiger Name, denn Nörd steht hier wohl eigentlich für „Nord“, bedeutet aber auch der „Nerd“, der Computerfreak.

Die Insel hat ihren besonderen Reiz, denn es gibt kein einziges Haus auf ihr. Ein großer Teil des Kiesufers ist mit Treibholz übersät und die weißbesch***enen Felsen zeigen, dass sich hier vermutlich hauptsächlich Möwen wohlfühlen.

Blick von Nörd-Olsgrundet auf RönnskärHier sitzen die Möwen vermutlich sehr oftÜberall liegt TreibholzDie Südspitze von Nörd-Olsgrundet

Weiterfahrt: Nach Sör-Olsgrundet ist es ein knapper Kilometer. Bald bin ich da und mache, wie schon bei der ersten Insel einen Landgang mit Inselumrundung. Und ein Minimalpicknick in der warmen Sonne. Auf dieser Insel steht eine Stuga – ein Sommerhaus und die Besitzer sind recht verdutzt, als ich am Ufer vorbei laufe und ihnen zuwinke, denn mit meinem Kajak habe ich nicht an ihrem Bootssteg, sondern für sie unsichtbar am Steinufer auf der anderen Inselseite angelegt.

Ein Seezeichen – ziemlich weit wegEine kleine Lagune auf der InselKanelbullar und Babybel – Minimalpicknick heuteDie ersten Fliegenpilze – definitiv kein Picknick

Weiterfahrt: Nach einem wenig eleganten Ablegemanöver bin ich weitergepaddelt. Die nächste Insel war schon in Sicht: Malskuttun. Auch auf dieser Insel steht eine Stuga und ich habe die Insel nur fotografiert und bin dann direkt weitergepaddelt. Das stelle ich mir schon luxuriös vor, quasi eine Insel nur für sich zu haben, auch wenn sie einem nicht gehört. Aber die Stugas kosten auch leicht das doppelte der hiesigen Wohnhäuser, vor allem ihrer Lage wegen.

Malskuttun

Bis jetzt war ich in Richtung Sonne unterwegs, jetzt bin ich Richtung Westen zur Insel Lill-Skarven weitergefahren und von da aus am Ufer nordwärts bis zur Insel Prästhällan. Ich möchte wirklich mal wissen, woher die ganzen Inseln ihre Namen haben und was sie bedeuten. „Lill-Skarven“ könnte „Der kleine Kormoran“ heißen. Oder „Die kleine Verbindung“. Oder „Die kleine Fuge“. Mir gefällt ja Kormoran am Besten. Apopros Kormoran: Ein Freund hat auf Facebook den Kommentar „Inga skarvar där!“ – Keine Kormorane dort! hinterlassen. Ich musste lachen, nein Kormorane hab ich wirklich nicht gesehen. Nun, ich nicht, aber meine Kamera, mit der ich mit stärkster Vergrößerung (effektiv 450mm) ein Seezeichen fotografiert habe. Ich glaube, die Vögel, die dort hocken, sind wirklich welche, wenn ich mir die Hälse so anschaue.

Von Prästhällan bin ich weiter zur Halbinsel Örviken gepaddelt. Die überquere ich immer, wenn ich mit dem Auto zum Flugplatz fahre. Dort habe ich noch zwei Fotos gemacht, die mich ein bisschen rätseln lassen. Ich habe keine Ahnung, um was es sich handelt. Haben die Dinger etwa mit dem alten Sägewerk auf der Insel zu tun? Eine kurze Recherche bei Google hat nichts ergeben. Ich frage lieber die Nachbarn mal, die wissen das vielleicht.

Rätsel eins – was ist das?Rätsel zwei – was ist das?

Von da aus bin ich wieder zurückgepaddelt. Erst über den Sörfjärden zurück zur Halbinsel Kallholmen und dort links vorbei in die Kurjoviken und durch den Minitunnel Lappstrupen. Den Namen habe ich heute morgen von Nachbarn gelernt: „Die Lappenkehle“. Dort hat sich wohl früher mal ein Same erhängt. Solche Geschichten gibt es vermutlich überall. Von da aus war es nicht mehr weit zur Killingören, wo ich viereinhalb Stunden nach Aufbruch eine schöne und dieses Mal auch längere Kajakrunde beendet habe. Während die letzten Touren sehr die Entspannung im Fokus hatten, habe ich heute mit 15 Kilometern mal ein kleines bisschen Strecke gemacht und bin gespannt, ob und wo ich morgen Muskelkater habe.

Auf dieser Karte von Eniro sind die Inseln und anderen Orte abgebildet.

Inseln heute: Nörd-Olsgrundet – Sör-Olsgrundet — Malskuttun – Lill-Skarven – Prästhällan

Långhällan nach der Arbeit

Da das Wetter heute so warm und schön war, nur die vielen Wespen haben draußen beim Mittagessen gestört, bin ich heute Abend noch einmal an die felsige Küste von Långhällan gefahren. Dieses Mal nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto. Der Weg ist aber doppelt so weit und wirklich viel Zeit spart man nicht. Die Sonne verschwand ziemlich schnell hinter den Bäumen und einer aufziehenden Wolkenschicht, aber fotografiert habe ich natürlich trotzdem. Es war recht windig und die Wellen brandeten gegen die steileren Felsstücke oder rollten die flachen Felsabschnitte hoch.

Ein Platz, den ich mag.

Felsige Landzunge mit WasserlacheSonnenuntergang über LånghällanSchroffe FelsküsteIm Hintergrund der LeuchtturmBrandungEine Felsspalte — wie ein kleiner Canyon

Jetzt hoffe ich, dass der Wind einschläft, denn morgen möchte ich paddeln.