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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Skellefteå Bird Race

Heute hatte ich die Gelegenheit, bei dem alljährlich im Januar stattfindenden Vogelbeobach­tungs­wettbewerb dabei zu sein. Die Regeln sind einfach: Von 8:00 bis 15:00 versucht man so viele Arten wie möglich in der Kommune Skellefteå zu sichten. Acht Zweierteams sind heute angetreten und ich durfte bei Patrick und Joakim im Auto mitfahren.

Gulsparv – Goldammer

Ich fand es interessant, dass die beiden spezielle Stellen kannten, wo eine besondere Vogelart, zum Beispiel turkduva oder stenknäck vorkommt. Sehr schade, dass wir den kungsörn, den Steinadler nicht zu Gesicht bekamen.

Nach ausgiebigen Fahrten zu Vorgärten und Futterstellen in der Stadt sind wir erst ein kleines Stück nordwärts gefahren und dann in den Südwestzipfel der Kommune. 245 Kilometer haben wir an dem Tag im Auto zurückgelegt. (Und etwa 200 Meter zu Fuß im Tiefschnee.)

Interessant – wenn auch nicht verwunderlich – war, dass Arten wie Amsel oder Buchfink, die in Deutschland sehr häufig sind, hier lange gesucht werden müssen und auch nicht von jedem Team gesichtet wurden. Umgekehrt gilt es aber auch: Wer hat denn in Deutschland schon mal einen Seidenschwanz gesehen?

Wir haben in der Zeit 33 verschiedene Arten gesichtet. Da dieses Jahr wegen der früh vereisten Ostsee keine Seevögel zu beobachten waren und zudem an jedem Wegrand meterhoch Schnee lag, haben wir damit wohl recht gute Gewinnaussichten.

Abends um halb sieben haben wir uns erst zum Essen getroffen (Gilt Curryhühnchen eigentlich als eigenständige Vogelart?) und dann wurde in eine Tabelle systematisch eingetragen, welches Team welchen Vogel gesehen hat und Fundstellen ausgetauscht. Knapp war es, aber wir haben tatsächlich gewonnen. Ich schreibe hier nur deshalb „wir“, da ich mit im Auto saß, denn beitragen konnte ich zu dem Ergebnis nicht.

Ein schöner, interessanter und spannender Tag, bei dem ich wieder neue Schwedischvokabeln gelernt habe. Schade, dass man Worte wie „Wasseramsel“ im Alltag nicht so oft braucht.

Für die, die es interessiert (mj, liest Du mit?), diese Vögel haben wir im Team heute gesichtet:

schwedisch deutsch
Gräsand Stockente
Duvhök Habicht
Sparvhök Sperber
Järpe Haselhuhn
Tamduva Straßentaube
Turkduva Türkentaube
Gråspett Grauspecht
Större hackspett Buntspecht
Sidensvans Seidenschwanz
Strömstare Wasseramsel
Koltrast Amsel
Björktrast Wacholderdrossel
Talltita Weidenmeise
Svartmes Tannenmeise
Blåmes Blaumeise
Talgoxe Kohlmeise
Nötskrika Eichelhäher
Skata Elster
Nötkråka Tannenhäher
Kaja Dohle
Kråka Aaskrähe
Korp Kolkrabe
Gråsparv Haussperling (Spatz)
Pilfink Feldsperling
Bofink Buchfink
Grönfink Grünling (Grünfink)
Gråsiska Birkenzeisig
Mindre körsnäbb Fichtenkreuzschnabel
Domherre Gimpel (Dompfaff)
Gulsparv Goldammer
Nötväcka Kleiber
Stenknäck Kernbeißer
Sångsvan Singschwan

Nachtrag (27.01.):

Und das sind die sieben Vogelarten, die von anderen Teams gesichtet wurden:

Mindre hackspett Kleinspecht
Orre Birkhuhn
Spillkråka Schwarzspecht
Tofsmes Haubenmeise
Tretåig hackspett Dreizehenspecht
Trädkrypare Waldbaumläufer
Varfågel Nördlicher Raubwürger

6 Kommentare für „Skellefteå Bird Race“

Sylvia Bolm schreibt:

Hier ruft der Nabu jedes Jahr zu einer Vogelzählung auf, indem man sich an einem festgelegten Sommerwochenende 1 Stunde in der Garten setzen soll und dabei die Vogelarten als auch die Anzahl aufschreiben und via Internet dem Nabu zusenden soll.So hat man im Laufe der Jahre auch etwas über die Entwicklung der Bestände erfahren.
Haselhuhn und Grauspecht sieht man hier gar nicht, der Seidenschwanz ist hier manchmal auf der Durchreise, Tannenhäher und Kernbeißer sind Raritäten. Es wundert mich schon sehr, wieviele Vogelarten bei diesen harten und langen Wintern doch bei Euch zu finden sind. So ein Vogel kann schon was aushalten.

Ganz im Gegensatz zum Curryhuhn, von dem Ihr ja auch nur eins gesehen habt, es steht auf der roten Gefährdungsliste oder war es ne Einkaufsliste…….?

Olaf Schneider schreibt:

@Silvia: Unser Team hat auch als einziges einen Kernbeißer gesehen und Tannenhäher sind hier auch selten (hab aber mal einen 200 Meter vom Haus aus beobachten können, wie er nach Nahrung sucht).

Von Seidenschwänzen wusste ich in Deutschland noch nicht einmal, dass es die gibt. Aber ich war auch nie ein Vogelexperte. Für eine handvoll üblicher Arten reicht’s aus und das war es dann.

Mich erstaunt es auch, wie gut die Vögel hier doch mit dem harten Winter zurechtkommen.

sabine schreibt:

also ich würde ja eher ein curryhuhn erkennen als alles andere genannte. aber ich kenne hier in D auch ein paar leute, die bei der vogelzählung mitmachen. bei uns zuhause sieht man vom balkon aus aber nur amseln, spatzen, tauben und mauersegler (oder schwalben. ich kann die ja nicht auseinander halten). alles, was exotischer sein könnte, braucht wohl mehr grün.
ach ja, und vom bürofenster aus sehe ich viele krähen…

bei bastis eltern (schwarzwald) ist immer viel los im garten. da gibt es aber auch viele tolle futterplätze, die vor allem jetzt im winter stark frequentiert sind. manchmal kommt das eichhörnchen und frisst den vögeln alles weg… :-)

Olaf Schneider schreibt:

@sabine In München war bei mir der Wald auch um die Ecke, da habe ich oft Buntspechte und mnachmal auch Grünspechte gesehen. Aber auch so manche Art, die ich nicht kenne. Bei der Abteilung klein und graubraun hört es bei mir ganz schnell auf.

Olaf Schneider schreibt:

@sabine: Und just heute hat zufällig jemand einen Ausschnitt aus einer Doku gepostet, die ich schon lange suche.

Da hat sich jemand geärgert, dass die Eichhörnchen alles wegfressen und begonnen, es den Tieren schwerer und schwerer zu machen, an das Futter zu gelangen. Aber Eichhörnchen lassen sich nicht so leicht aufhalten: http://www.youtube.com/watch?v=fPlapPPnGeo

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