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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Zwei Fotografen. Ein Selbstinterview

Olaf I:
Heute Abend möchte ich gerne Olaf S und Olaf P interviewen, die Fotos für das Blog Nordwärts machen. Guten Abend.
Olaf S:
Hallo.
Olaf P:
Guten Abend.
Olaf I:
Manche Leser fragen, was Ihr für eine Kamera verwendet und was für Zubehör.
Olaf P:
Ich verwende eine Nikon D300s und mein Meistens-Drauf-Objektiv ist ein Sigma 18-50mm/ƒ2.8. Ein Tokina 12-14mm/ƒ4.0 und ein Tamron 90mm Makro/ƒ2.8 kommen auch oft zum Einsatz. Meistens habe ich ein Stativ dabei, weil nur dann …
Olaf S:
Als ob die Kamera wichtig wäre. Wenn ich nur mein iPhone dabei habe, dann mache ich halt damit Bilder.
Olaf P:
… die sehen dann auch dementsprechend aus.
Olaf S:
Für spezielle Situationen mag das stimmen, aber oft reicht die Handykamera aus.
Olaf P:
Spätestens beim Polarlicht hat man doch mit dem iPhone keine Chance. Und mit der Nikonkamera benutze ich das RAW-Format und kann so in Lightroom noch viele Unzulänglichkeiten korrigieren. Schließlich ist Fotografie ein Handwerk, welches man …
Olaf S:
So ein Quatsch! Fotografie ist Kunst! Optische Kunst. Das Auge, das Motiv, der Moment, das ist was zählt und nicht der optimale Weißabgleich.
Olaf P:
Ich knipse nicht einfach drauf los. Bevor ich ein Foto mache, schaue ich, wo ich am Besten stehe, welches Objektiv ich nehme, wo die Sonne steht, welchen Bildausschnitt ich wähle und …
Olaf S:
Schön und gut. Aber als der ganze Himmel über Skellefteå rosa war, da hatte ich halt keinen Rucksack voller Equipment bei mir. Und das Handyfoto zeigt auch schön die Stimmung.
Olaf I:
Vielleicht kommen wir zu …
Olaf P:
Spätestens bei Landschaftsaufnahmen möchte ich die Systemkamera nicht missen, selbst wenn die Fotos bis jetzt nur auf dem Blog gezeigt werden.
Olaf S:
… und denen ein wenig Spontanität mal ganz gut tun würde. Einfach mal aus der Hüfte schießen, mit geschlossenen Augen, mit schiefer Kamera!
Olaf P:
Damit ich zu Hause den ganzen Schrott wieder löschen darf. Ich danke!
Olaf S:
Gelöscht wird doch so oder so jede Menge. Wie viele Male drückst Du auf den Auslöser, wie viele Fotos behältst Du und wie viele sind wirklich gut?
Olaf P:
Es stimmt schon. Auf jedes halbwegs gute Foto kommen zwanzig akzeptable, auf jedes akzeptable kommen fünf schlechte, die sofort gelöscht werden. Von daher ist Fotografie eigentlich ein Wohnzimmerjob.
Olaf I:
Wenn ich vielleicht …
Olaf S:
… moment bitte. Wohnzimmer schön und gut. Aber die Fotos selbst entstehen draußen. Und mich trifft halb der Schlag, wenn Du mit der teuren Kamera ohne Schutz mit Wathose bekleidet im hüfttiefen Wasser auf irgendwelchen glatten Steinen herumbalancierst. Wie wäre es vielleicht mal mit ner kleinen, wasserdichten?
Olaf P:
Die kostet aber Geld. Und lichtstark ist die auch nicht. Und RAW kann die auch nicht.
Olaf S:
Du bist und bleibst ein Perfektionist.
Olaf P:
Und Du ein spontaner Chaot.
Olaf S:
Den Du aber kaum zu Worte kommen lässt. Lieber schleppst Du Dich mit der Ausrüstung ab. Meine Güte, wer bitte schön nimmt fünf Kilo Kamerazeugs mit auf eine Zelttour ins norwegische Fjäll!?
Olaf P:
Ich. Und mit manchen Fotos bin ich ziemlich zufrieden. Und die Rentiere wären auf der Handyknipse nur kleine Pünktchen gewesen
Olaf S:
Stimmt schon, aber …
Olaf I:
Danke, jetzt möchte ich aber mal wieder etwas sagen. Was, denkt Ihr, ist noch wichtig beim Fotografieren
Olaf S:
Die Story. Was will ich zeigen, was möchte ich erzählen. Gerade in Verbindung mit einem Blogartikel ist es nicht die dreihundertste Landschaftsaufnahme, sondern vielleicht mal der Blick durch das dreckige Busfenster, was interessant ist.
Olaf P:
Die Perspektive. Vor allem die Froschperspektive verleiht den Fotos oft etwas besonderes und gleichzeitig kann ein Stein dazu dienen, etwas zu verdecken, was man nicht im Bild haben möchte.
Olaf S:
Wenn man wie Olaf P fotografiert, Klamotten, die nass und dreckig werden dürfen. Und eine wasserdichte Hülle, in der man die Kamera transportieren kann.
Olaf P:
Ich habe eine von Ortlieb, die allerdings nur zum Transport gedacht ist
Olaf S:
… und ich warte auf meine wasserdichte Hülle, mit der man auch unter Wasser fotografieren kann, denn das letzte iPhone ist mitsamt Hülle bei der letzten Kajaktour leider verschütt gegangen.
Olaf I:
Ich höre, es gibt viel zu erzählen und manches zu disputieren. Ich denke, wir setzen dieses Gespräch ein andermal fort. Vielen Dank.
Olaf P:
Es war mir ein Vergnügen.
Olaf S:
Gerne. Bis zum nächsten Mal.

Wer schön länger das Blog verfolgt, weiß, dass die meisten Bilder hier von Olaf P stammen. Aber Olaf S sollte in Zukunft hier mit seinen Ideen vermehrt zu Wort kommen und so einen hoffentlich spannenden Kontrast zu den Landschaftsaufnahmen von Olaf P bilden.

Was denkt Ihr? Was ist Euch wichtig, wenn Ihr ein Foto seht? Was ist Euch wichtig, wenn Ihr ein Foto macht? Bei welchen Aussagen findet Ihr Euch wieder? Wo nicht? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

13 Kommentare für „Zwei Fotografen. Ein Selbstinterview“

René Cortis schreibt:

Ich habe bei mir bemerkt, dass, wenn ich nicht gerade gezielt auf Fototour bin, Olaf S und Olaf P in einer Person bin. Ich möchte die Kamera immer dabei und schnell zur Hand haben, dabei aber nicht auf die Vorzüge der DSLR mit einem lichtstarken Objektiv verzichten. Oder mit anderen Worten: eine DSLR mit großem Objektiv ist mir zu schwer und zu sperrig, eine Smartphone-Knipse kommt aber zu schnell an ihre technischen Grenzen. Um nun den kleinen Olaf S und Olaf P in mir zufriedenzustellen, habe ich die nicht ganz kleine Nikon D700 mit einem Pancake-Objektiv von Voigtländer (Ultron 40mm f/2 SL II) kombiniert – Begeisterung pur, auf beiden Seiten.

Gruß, René.

Jonas schreibt:

Uhi, das kenne ich auch. Zum Glück ist meine K200D deutlich leichter als eure Nikons. Trotzdem sehe ich mich oft nach etwas Leichterem und vor allem Kompakteren. Am Wochenende soll es mal wieder 2 Tage raus gehen- aber dafür die DSLR mitnehmen!? Ich brauche auch was neues- eventuell ein Iphone mit der passenden Hülle: http://www.lifeproof.com

Olaf Schneider schreibt:

@René: Das Voigtlaender klingt spannend, allerdings nicht zu meiner D300s, denn 60mm ist nicht meine Brennweite)

@Jonas: Ja, die Pentax hat ihre Vorzüge. Zu meinem iPhone sollte die nächsten Tage ein Aquapac Mini Electronics per Post kommen. (Und ein Reparturset für den Optimus.) iPhone ist fein bei guten Lichtverhältnissen, danach merkt man schnell, dass man es mit einem Smartphone und nicht mit einer Kamera zu tun hat.

Lussekatt schreibt:

Haha, vielen Dank für das Gespräch!
Ich bin gerade dabei, mich zu einem richtigen Olaf P. zu entwickeln. Mein Bizeps ist dabei, auf doppelte Größe anzuwachsen, da ich ein ungefähr 10 Kilo schweres Stativ aus dem Jahr 1960 geerbt habe – aber es muss bei jedem Spaziergang dabei sein. Dabei bin ich gerade erst dabei, meine Canon 50D richtig kennenzulernen und auszuprobieren. Ich habe mir ein Sigma 50mm/f 1.4 dazu angeschafft, damit ich auch im Winter nachmittags um halb vier noch drinnen fotografieren kann ohne dem Hund ständig das Stativ auf den Schwanz stellen zu müssen (er ergreift schon die Flucht, wenn ich es keuchend vor ihm aufbaue).
Ich bin noch in dem Stadium, dass ich mich vor Glück und Freude fast nass mache, wenn ich die Kamera an den Rechner anschließe und mir die Ausbeute ansehe – ist schon ein großer Unterschied zu meiner alten Sony Bridgekamera und den Iphone-Fotos.
Deine Fotos sind die reine Freude, besonders bei solchen wie den Rentieren freue ich mich riesig und denke mir: „Eines Tages mal…“

Sylvia Bolm schreibt:

Ach, Kinder, technisch kann ich da ja überhaupt nicht mitreden, aber was für mich bei einem Foto wichtig ist, ist, dass es das zeigt, was ich beim Anblick des Motivs empfunden habe und wenn der Betrachter dann eine ähnliche Empfindung hat, dann paßt es,dann ist das Foto gut.

Annika schreibt:

Ich hab meinem Freund von dem Interview erzählt, für den war die Sache klar: ohne seine Nikon geht nix. Aber ich glaube, er hat Olaf S. auch einfach nicht verstanden und er liest diesen Blog nicht. Wenn nur Olaf P. Bilder machen würde, dann gäbe es eben viele Bilder hier nicht. Natürlich macht so eine Nikon SLR tolle Fotos, die Norwegenbilder von meinem Freund haben mich dieses Jahr auch echt umgehauen, aber auch die kleine Knipse hat gelegentlich ihre Daseinsberechtigung–weil man sie eben immer dabei hat! Und am Ende macht doch der Fotograf das Bild! Das kann man sehen–wenn mein Freund mit meiner Knipse Bilder macht oder Olaf S. mit dem iphone, dann sieht man, dass Ihr anders guckt als ich Nicht-Fotograf, und dann haben diese Bilder eben auch Qualität.
Ich finde beides spannend: Geschichte UND Bild, und darum finde ich weiterhin sollten beide Olafs weitermachen!

Ulrike schreibt:

Eins steht fest: Olaf ist eine multiple Persönlichkeit. :-)

Meine Kamera muss leicht sein und schnell aus der Tasche zu ziehen. Gefummel mit Stativ usw. geht gar nicht.
Aber mein Mann hat sich jetzt auch so ein riesiges, schweres Canon-Dingen zugelegt, der kann dann ja die richtig guten Fotos schießen.

Evi schreibt:

Auweia, Heiterkeit pur !!!!
Aber ich mache es ganz einfach: mache für mich super Fotos mit einer
Knipse von Panasonic mit einem guten Leica Objektiv
und die Profi-Bilder klaue ich mir dann von Euch Profis !!!!!!!!!
Das Vergnügen und Genießen des Bilderbetrachtens in stillen Stunden
gehört dann Allen, je nach Lust und Laune!
Also, weiterhin……Augen auf und immer interessante Motive im
farbenfrohen Skandinavien !
Danke Olaf !

Snowdog schreibt:

Ich benutze eine Canon 500 mit zwei Objektiven (28 – 70 und 70 – 270 mm) wenn ich in den Urlaub nach Skandinavien fahre oder auf eine geplante Fototour gehe. Die Bilder sind von der Qualität super. Ich habe auf 60 x 90 cm vergrößert. Alles scharf, alles o.k.
Dann habe ich mir im letzten Jahr ein Nokia N8 zugelegt – vor allem wegen der guten Bewertung für die Handykamera. Das Handy ist immer dabei und ist sehr gut geeignet mal ein paar Bilder vor allen Dingen auch in einer guten Qualität zu machen. Ich bin sehr zufrieden mit diese Kombination.

Ralf schreibt:

Hallo. Ich bin der Freund von Annika (s 20.3.), der den Blog nicht liest :-). Ich verstehe das für und wieder zwischen guter Fotoausrüstung und leichter Fotousrüstung nur zu gut und auch den Wunsch beides zu vereinen. Ich war immer unglücklich ohne meine Nikon-DSLR, wenn ich zu Hause die Bilder von der kleinen Lumix gesehen habe, daher gilt jetzt: Nur noch DSLR, aber nur ein Objektiv, das aber als Zoom und möglichst lichtstark.

Eine Frage habe ich zu den sehr schönen Bildern auf dieser Seite: Viele haben ein „Widescreen“-Format. Wie hast du das gemacht? Ich würde vermuten, dass es nur der Beschnitt jeweils eines Bildes ist und keine Serie, kannst du Einzelheiten verraten?

Olaf Schneider schreibt:

Hallo Ralf, nur in den seltensten Fällen schneide ich zwei Bilder zu einem zusammen (oder lasse Photoshop das machen). Die Fotos im Blog haben bis auf seltene Ausnahmen immer das Format 5:3. Das ist vom 3:2 der Systemkamera gar nicht so weit weg. Ich achte allerdings schon beim Fotografieren darauf, nach oben und/oder unten genug Platz zu haben, um das Foto beschneiden zu können.

Annika schreibt:

Guck, mit Schweden konnte ich ihn nicht reizen, aber die Fotodebatte hat ihn dann doch noch hierhergebracht :-)))

Olaf Schneider schreibt:

Auf jeden Fall interessant, dass dieses Mal ganz andere kommentieren als sonst.

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