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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Wir bauen ein Freibad

Dieser Artikel ist Teil der sechsteiligen Serie SM Winterschwimmen 2012.

In der Nacht hat es leicht vor sich hin geschneit. Gleichzeitig wurde es kälter. Heute morgen lag trotz der Wolkendecke die Temperatur bei -15 °C. Mich freut‘s. Nicht nur, weil ich die kalten Temperaturen mag, sondern auch, weil am Samstag die Erste Schwedische Meisterschaft im Winterschwimmen in Skellefteå stattfindet. Und zum Winterschwimmen gehört auch Kälte dazu.

Der Verein der frohen Freunde von Dunkelheit und Kälte organisiert die Veranstaltung, hat aber zum Glück viele Helfer. Nicht nur Rettungstaucher, Polizei und viele Freiwillige vom Schwimmverein, sondern zum Beispiel auch die technische Abteilung der Kommune, die uns von Sonntag bis heute das Eis für 4 Bahnen à 25 Meter aus dem Fluss geschnitten hat.

Das erste Bild habe ich am Montagmorgen gemacht. Das zweite heute, Mittwoch Mittag. Zwischen den Tagen hatten die Mitarbeiter der Kommune einiges an Arbeit.

Alles fängt mit der Kettensäge an: Große, quadratische Blöcke werden aus dem zwanzig Zentimeter dicken Eis geschnitten. Eine ziemlich kalt-nasse Angelegenheit. Dann werden die Eisblöcke getrennt, sie treiben dann langsam mit der Strömung flussabwärts und landen am anderen Ende des Eisschwimmbeckens. Dort werden sie mit einem Greifarm aus dem Wasser gehoben.

Und so wird die Bahn länger und länger, bis sie schließlich heute Mittag fertig geworden ist.

Nun sind es nur noch drei Tage bis zum Samstag, und ich bin gespannt, wie kalt es werden wird. Schon jetzt um kurz vor sechs ist die Temperatur in Skelleftehamn auf -20 °C gefallen.

Übrigens: Was macht man, wenn der Winter so mild war und das Eis zu dünn? Ganz einfach, man spült Wasser auf das Eis, welches friert und damit die Eisschicht dicker macht. Es gab also einen Anfang vor der Kettensäge.

6 Kommentare für „Wir bauen ein Freibad“

Annika schreibt:

Spannend… Und was passiert die nächsten drei Tage? Das Loch friert doch über Nacht wieder zu, oder nicht? Und man kann dann doch schlecht auf die frische dünne Eisschicht raus und von neuem sägen?

Das letzte Bild würde ich mal an die Kettensägenfirma schicken, schließlich machst du für die Werbung :-)

Herzliche Grüße vom zufrierenden Götaälv (mehr als Eisschollen-Hopping geht aber leider nochnicht). A.

Olaf Schneider schreibt:

Soviel ich weiß, wird eine Pumpe in das Wasser gesetzt, das soll das Wasser offen halten. Ich bin gespannt, ob das bei den kalten Temperaturen funktioniert. Aber das wissen die bestimmt besser als ich.

Eisschollenhopping kling gut. Machst Du ein paar Fotos von Dir, während Du von Scholle zu Scholle springst?

Evi schreibt:

Oh, Olaf, es wird ganz schön kalt am Samstag! Schwimmst Du mit?
Mach lieber schöne Fotos!!

Olaf Schneider schreibt:

Ja, kalt wird es wohl. Aktuell (2.2., 19:00) messe ich hier am Haus -24 °C und der Flugplatz meldet -29 °C. Morgen werde ich wohl testschwimmen, dann habe ich aber meine Arktisklamotten dabei, damit mir danach wieder warm wird.

Annika schreibt:

Merkt man denn beim Eisschwimmen noch den Unterschied zwischen -10, -20 und -30°? Oder ist das einfach alles jenseits der Schmerzgrenze?

Olaf Schneider schreibt:

In der kurzen Zeit des Schwimmens guckt nur der Kopf aus dem Wasser. Mütze ist Pflicht!

Dann allerdings steigt man aus dem Wasser und ist klitschenass. Und dann macht das einen gewaltigen Unterschied aus.

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