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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Wochenende

Nach einer Woche voll Sonnenschein ist es Samstag Nachmittag und es schüttet. Vor einer Stunde war es nur leicht am Nieseln und ich habe mich aufs Fahrrad gesetzt, um im Wald meine Heidelbeervorräte aufzustocken. Dann wurde der Regen immer stärker und zum Schluss hatte ich das Gefühl, ich halte meine Hände unter den Wasserhahn und das T-Shirt war trotz Goretex-Hightech-Was-weiß-ich-noch-alles-Funktionsjacke vorne klatschnass, weil das Wasser fröhlich am Kinn hinunter laufend doch unter die Jacke ging.

Da bin ich doch lieber nach Hause gefahren. Zum einen, weil ich nass war, zum anderen, weil ich schauen wollte, was mein Dach macht. Glück gehabt, das Provisorium scheint zu halten, das Schornsteinrohr ist rostig, aber trocken.

Insgesamt scheint es, dass sich der Fall mit dem undichten Dach beruhigt. Am Donnerstag hatte ich ein Treffen mit dem Makler, um die offenen Punkte zu klären und ich bin froh, dass er sich alles kümmert. Der Mann von Anticimex meinte wohl zum Makler, dass bei der Besichtigung damals der Fehler hätte gefunden werden müssen und so Anticimex oder Versicherung für den Schaden aufkommen. Hoffen wir, dass sein Chef, der am Montag aus dem Urlaub kommt, das genau so klar sieht.

Dies ist übrigens das erste Mal, dass zwischen zwei Artikeln eine Pause von einer Woche liegt. Kehrt hier doch langsam ein bisschen der Alltag ein? Es scheint so. Ich gewöhne mich langsam an alles. An die zuerst noch unbekannten Geräusche im Haus, daran, dass ich das Schwedisch einiger Kollegen immer noch nicht verstehe und auch an die Fahrradfahrten zur Arbeit. Vor einigen Tagen habe ich auf der Rückfahrt einen wunderschönen Umweg durch den Wald gefunden, für den allerdings wieder – wie so oft – ein Mountainbike angebracht gewesen wäre. An Stein und Schotter habe ich mich ja schon ein bisschen gewöhnt, aber diese kleinen, fiesen, tiefen Sandkuhlen sind gemein. So hat der Weg dann auch an die zwei Stunden gedauert, aber mir einige Blicke auf die Ostsee beschert. Und – falls ich es noch nicht erwähnt habe – da war das Wetter ja auch noch schön. Allerdings wird es hier langsam kühler. Morgens sind es meistens um die 8 Grad und nach dem Schnorcheln in der Ostsee am letzten, windigen Sonntag habe ich nicht mehr wie geplant am Strand gesessen, sondern bin schnell wieder nach Hause ins Warme geradelt.

Abends war ich dann noch auf dem Hamnberget, habe mir den Wasserturm (von außen) angeschaut und mich über die Abendsonne gefreut.