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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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ein Haus in Skelleftehamn?

Vor drei Wochen um diese Zeit war ich noch nicht einmal in Skellefteå angekommen und gerade zweieinhalb Wochen später möchte ich schon ein Haus kaufen. Ich denke, das zeigt, dass es mir soo schlecht hier nicht geht. Am Sonntag hatte mich Leif nach Skelleftehamn abgeholt und wir haben uns ein Haus am Tallvägen 35 angeschaut. Das Haus ist gut in Schuss und hat eine schöne Lage. Der Wald mit Weg zur Ostsee ist gleich um die Ecke und auch die Bushaltestelle ist nicht weit. Und ein Gästezimmer gibt es auch! Also habe ich beim Makler mein Interesse bekundet.

Ich bin nicht der einzige Interessent, also wird – wie in Schweden üblich – bald das Bieten anfangen. Der Makler ruft einen an und sagt, welcher Preis geboten wurde. Dann kann ich entweder aussteigen oder ein höheres Gebot abgeben. Daraufhin wird der Makler den nächsten Interessenten anrufen und das aktuelle Gebot mitteilen. Irgendwann bleibt dann einer übrig und kann das Haus kaufen.

Gestern um 10 hatte ich einen Termin bei der Bank und schon am Nachmittag habe ich telefonisch mein lånelöfte, mein „Darlehensversprechen“ bekommen. Normalerweise muss man 10% direkt zahlen und den Rest leiht einem die Bank. Da mich aber die Bank nicht kennt (stimmt ja auch), gewährt sie mir „nur“ 75% statt der üblichen 90%. Diese 75% sind aber ohnehin der „Bottenlån“, den man zu sehr günstigen Zinssätzen bekommen kann, während der „Topplån“ teurer ist.

Jetzt muss ich eigentlich nur noch das Haus bekommen. Oder ein anderes schönes. Und dann habe ich nach sechs Jahren auch endlich wieder Platz für meinen Flügel. Und für das Gästezimmer. @Freunde: War der Wink mit dem Zaunpfahl klar genug?

ein Haus in Skelleftehamn!

Heute um 14:58 habe ich einen Anruf vom Makler bekommen und erfahren, dass ich das Haus in Skelleftehamn bekomme! Unglaublich – vor einem Monat aus München aufgebrochen und heute ein Haus gekauft! Ich hatte am Montag ein erstes Gebot abgegeben, bin aber schnell überboten worden. Einer anderen Interessentin hat das Haus auch gut gefallen und wir haben heute beide um die Wette geboten.

War das aufregend! Mit meinem letzten Gebot habe ich dann das Haus bekommen. Eine ganze Ecke teurer als erhofft und erwartet, aber im Vergleich zu den deutschen Hauspreisen speziell um München herum immer noch unfassbar günstig. Ebenso wie das Bieten ist es in Schwedisch üblich, einen Sachverständigen die Immobilie bewerten zu lassen, bevor man den Kaufvertrag unterschreibt. Und das werde ich nächste Woche auch so machen.

Ich begreife immer noch nicht so ganz, dass ich nach sechs Jahren Einzimmerapartment jetzt plötzlich wieder Platz für meinen Flügel habe. Und alle Bücher. Und Gäste. Toll!

Morgen werde ich mit dem Rad nach Skelleftehamn fahren, ein paar Fotos vom Haus machen – das Angebot mit allen Fotos ist nämlich ruckzuck aus dem Internet verschwunden, nachdem ich den Zuschlag bekommen habe – und ein kleines Picknick an der Ostsee machen.

Und sonst: Ab heute einmal Schwedischunterricht die Woche um 8:30 vor der Arbeit · Ein langes Wochenende vor mir · Jetzt müde und bald im Bett. Natti, natti!

Bilder vom Haus

Heute war ich mit dem Fahrrad in Skelleftehamn und habe das Haus fotografiert:

Und das sind zwei Bilder von der Umgebung gleich um die Ecke:

Wie immer kann man die Bilder per Mausklick vergrößern.

Anfahrt zum Haus

Mein erstes YouTube-Video tut sich vor allem durch die hohe künstlerische Qualität hervor. Das klingt doch viel besser, als wenn ich erzähle, dass ich die Kamera freihand beim Fahrrad fahren gehalten habe, oder? Und den Film auch nicht geschnitten oder gar bearbeitet habe.

Aber zurück zum Thema: Achtet auf das hellgrüne Haus, welches irgendwann rechts vorbeiwackelt. Nächsten Donnerstag ist noch eine Inspektion. Wenn dann keine gravierenden Mängel zutage treten, unterschreibe ich den Kaufvertrag und das Haus gehört mir.

Ein Nachbar macht übrigens Holz, deswegen die nette Motorsägenatmo.

in Skelleftehamn

Seit heute wohne ich nicht mehr in Skellefteå. Sondern in Skelleftehamn.

Nein, noch nicht im Haus. Sondern in einem schönen Zimmer in einer riesigen Villa.

Gestern habe ich meine Sachen gepackt und die letzte Nacht in Lasses und Martines Haus geschlafen. Jetzt haben Sie wieder ein bisschen mehr Platz, zumal sie im Juni viele Gäste erwarten.

Vielen Dank Martine, vielen Dank Lasse. Für die schöne Unterkunft. Das Bekochtwerden. Die schönen Gespräche. Und die netten Leute, die ich durch Euch kennenlernen durfte. Danke!

Heute morgen hat mich ein Freund von Lasse dann zu Anna in Skelleftehamn gefahren. In ihrer riesigen Villa werde ich ein Zimmer haben, bis ich Ende Juli mein Haus beziehen kann. Und das Haus habe ich heute auch gesehen, denn um zwölf hatte ich einen Termin mit Anticimex und dem Besitzer. Die Expertin hat dann das Haus über drei Stunden auf den Kopf gestellt, doch davon später mehr …

Besiktning

Wo waren wir? Ach ja, bei der Besichtigung. Ganz klar denken kann ich nicht mehr, denn ich habe drei Stunden lang versucht, Dinge in schwedisch zu verstehen, denen ich vermutlich in deutsch auch nicht folgen könnte. Der Handwerker bin ich ja nicht so ganz …

Eine Frau von Anticimex hat das Haus auf jeden Fall über drei Stunden vom Kellerfußboden (riesiges Loch reingebohrt, um Feuchtigkeit zu messen) bis zum Dach (drinnen und drauf) alles ganz genau angeschaut. Und mir, mir wurde bang und bänger, denn auf der Bewertungsskala von 1 bis 3 waren erschreckend viele Dreier dabei. Und verstanden habe ich ja auch nicht gerade alles.

Im Abschlussgespräch stellte sich dann heraus, dass es zwar recht viele kleinere Dinge zu tun gibt, aber nichts wirklich brennt und ich dieses Jahr nur am Dachabschluss etwas machen lassen sollte und mir einen guten „rörläggare“, also Klempner suchen sollte, um ein paar kleinere Dinge fixen zu lassen. Daraufhin hat sich mein Adrenalin wieder etwas gesenkt. Nächste Woche bekomme ich einen ausführlichen Bericht, den ich dann bestimmt mit einem hauskundigen Schweden durchgehen kann. Und dann hoffe ich für die Zukunft, dass die vielen Dinge, die nicht untersucht wurden/werden konnten, in Ordnung sind.

Fotos vom Haus

So. Genug getextet. Ein paar Fotos vom Haus:

Lebensmittel

Dies sind Lebensmittel von meinen ersten beiden Einkäufen in Skelleftehamn. Dieses Mal als kleines Spiel …

Bitte aktiviere JavaScript, um zu spielen

Fahrrad oder Bus …

Heute war ich faul und bin von Skelleftehamn mit dem Bus zur Arbeit gefahren. Da habe ich auch gleich zwei Kollegen getroffen. Die drei Tage zuvor bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Das dauert etwa eine Stunde, wenn man halbwegs zügig fährt. Würde ich nur die geteerten Wege nehmen, wäre ich vielleicht noch ein bisschen schneller, aber dann ist der Weg auch nicht mehr so schön.

Vor allem am Freitag war es heftig anstrengend, zur Arbeit zu kommen, weil mir ein stark böiger Wind entgegenpfiff. Vielleicht hätte ich die Wetterwarnung der Stufe I auf der Ostsee doch nicht ignorieren sollen.

Der Anfang des Weges ist wunderschön, danach verlässt man Fluss und Wald und fährt auch ein kleines Stück Fahrradweg neben der Hauptstraße, aber irgendwo muss man ja auch ein bisschen Strecke machen, um zur Arbeit zu kommen.

Aber nun, Fahrrad oder Bus …

  • Bequemlichkeit: Der Bus gewinnt eindeutig.
  • Kommunikation: Auf dem Fahrrad ist man allein, im Bus trifft man Kollegen. Bus gewinnt.
  • Preis: Hin und zurück im Bus kostet mehr als 6 Euro, das Fahrrad fast nix. Fahrrad gewinnt.
  • Bewegung: Still sitzen tue ich auch im Büro, Fahrrad gewinnt
  • Wetter: Bei schönem Wetter gewinnt das Rad, bei fiesem Sturm und Graupel der Bus.
  • Fahrtzeit: Bus mit Fußweg ca. 40 Min. gegen Fahrrad ca. 60 Min. Bus gewinnt, aber nicht riesig.
  • Abwechlung: Mit dem Fahrrad kann man variieren. Fahrrad gewinnt.
  • Fotos: Lassen sich vom Fahrrad leichter schießen. Fahrrad gewinnt.
  • Spaß: Zur Zeit noch eindeutig das Fahrrad. Fragt im November noch mal nach …

500 Meter

Gestern habe ich mich mal aufs Rad gesetzt, meine Kamera und GPS geschnappt und geschaut, was alles genau* 500 Meter vom Haus entfernt liegt. Das Licht war nicht ideal, aber es vermittelt einen weiteren Eindruck, wo ich vor allem ab August so lebe.

* Natürlich ist das nicht genau, aber ich habe nur Fotos geschossen, wo das GPS genau 500 Meter zum markierten Punkt Tallvägen 35 angezeigt hat. Kann ich allen GPS-Besitzern zur Nachahmung empfehlen. Wenn ich Zeit habe, probiere ich das ganze mal mit 5 Kilometern aus. Dann bräuchte ich aber auch eigentlich ein Boot …

Jordbävning

Heute morgen habe ich ein neues Wort gelernt: „Jordbävning“.

Gestern um halb elf, als ich auf dem Bett lag und gerade „Harry Potter och Fången från Azkaban“ gelesen habe, hat es plötzlich ein großes Rumpeln gegeben. Das ganze Haus hat gewackelt und geklirrt. Nach vielleicht zehn Sekunden war dann alles wieder vorbei.

Heute kam dann per Norran, der lokalen Zeitung die Gewissheit: „Rejäl jordbävning skakade hela landet“ – Reelles Erdbeben erschütterte das ganze Land. Es war also wirklich ein Erdbeben. Laut Norran hatte das Beben eine Stärke von 3,8 auf der Richterskala und das Epizentrum lag 30 Kilometer südsüdöstlich von hier.

Wenn ich an Nordschweden denke, gehörte „Erdbeben“ nicht gerade zu den Worten, die mir spontan einfallen, aber alles unter 4 auf der Richterskala gilt auch noch als „sehr leicht“.

Jetzt fahre ich wieder in die Stadt, dieses Mal nicht ins Büro, sondern zum Creative Summit 2010, auf den ich mich schon sehr freue.

helle Nächte

Gestern war Sommersonnenwende. Heute geht die Sonne um 1:50 auf und um 23:26 unter. Das sind schlappe 21 Stunden und 36 Minuten Sonnenlicht. Und die restlichen zweieinhalb Stunden sind … hell!

Eben konnte ich mich per Videoübertragung davon überzeugen, dass es um elf in München schon stockfinster war, während hier die kleinen Wölkchen am Horizont von der untergehenden Sonne angestrahlt wurden. Sonya hat mir daraufhin die Idee gegeben, nachts Fotos zu machen. Also verlasse ich gleich diesen Blog, um um 0:38, wenn es am dunkelsten ist (oder so), ein paar Bilder zu machen.

Moment, bin gleich wieder da…

… so, jetzt. Danke fürs Warten.

Das ist schon eine besondere Stimmung, mitten in der Nacht an die Ostsee zu radeln und es ist hell. Die Feldhasen sprinten über das Industriegelände und zwei Küstenseeschwalben gefällt es überhaupt nicht, dass ich am steinigen Ufer mein Stativ aufbaue und fotografiere. Ein bisschen kühl ist es, aber ich habe ja versprochen, bis 0:38 zu warten. Und so warte ich, während die Seeschwalben leicht genervt über mir ihre Kreise drehen. Ich bewundere die glutrot von der Sonne angestrahlten Wolken, die ich aber mit Bordmitteln nicht fotografiert bekomme und ziele stattdessen auf eine Insel auf der gegenüberliegenden Seite.

So sieht es hier also in finsterer Nacht aus. Dunkler wird es hier nicht. Bevor die Tage aber wieder kürzer werden, feiern wir in ein paar Tagen noch kräftig Midsommar.

P.S.: Wenn ihr das Foto vergrößert, seht Ihr auch den Leuchtturm.

Unterschrieben

Heute habe ich einen von allen Parteien unterschriebenen Kaufvertrag beim Besitzer abgeholt und jetzt ist es wirklich klar: Das Haus im Tallvägen gehört mir. Und morgen in fünf Wochen wohne ich schon dort.

Ich bin ab dem 15. Juli in München. Am 27. werden meine Siebensachen¹ eingeladen. Am 29. setze ich mich ins Flugzeug, um dann am 30. Juli in Skelleftehamn auf die Ankunft des Möbelwagens zu warten.

Die von mir besonders ersehnten Dinge sind zuallererst mein Flügel (nach über sechs Jahren Einlagerung endlich wieder zu Hause), mein Fahrrad, mein eigenes Bett und der große Computermonitor. Und meine drei, vier Bücher².

__________

¹ mein heutiger Beitrag zum Thema Untertreibung
² wenn man einmal angefangen hat …

Umzug von München nach Skelleftehamn

Seit Montag ist viel passiert und so ist dieser Blogartikel ein bisschen länger geworden. Viel Spaß beim Lesen!

Teil 1: München

Also. Die Kisten waren gepackt und am nächsten Tag kam dann Xxxxx mit dem Möbelwagen. Wer nicht kam, waren die drei Packkräfte, die er in München gemietet hat. Nach einer Stunde haben wir dann herumtelefoniert und schließlich zwei Packkräfte bekommen. Und die haben ordentlich herangeklotzt, so dass nach einigen Stunden Keller und Wohnung leer und alle Sachen verladen waren.

Da ich die letzten Nächte nicht so toll geschlafen habe, war ich todmüde. Zum Erholen blieb aber keine Zeit, denn direkt danach war schon das Malern dran. Gut, dass einige Freunde geholfen haben, denn alleine hätte ich dreihundert Mal so lange gebraucht und Spaß hätte das auch nicht gemacht. Nun, ein Hobby wird das Streichen für keinen von uns. Desto mehr gilt mein Dank fürs Helfen an alle.

Nach einer Übernachtung und einem ruhigen Frühstück bei Freunden bin ich wieder in meine Wohnung gefahren, um sauberzumachen. Und das hat viel, viel länger gedauert als veranschlagt. Am liebsten hätte ich den Vermieter, der um sechs kam, wieder für zwei Stunden nach Hause geschickt. Aber weil er nett und entspannt ist, haben wir die Übergabe dann doch gemacht und ich habe danach erst den Rest geputzt und dann die Schlüssel bei ihm vorbeigebracht. Also geht auch ein Dank an meinen Vermieter für sein Vertrauen.

Die letzte Nacht durfte ich bei einer guten Freundin schlafen. Die hatte die tolle Idee, am Donnerstag vor meinem Abflug noch ein Weißwurstfrühstück zu machen. Super, auch wenn wir dafür um fünf aufstehen mussten. Aber es war einfach schön, noch einmal zusammen draußen auf dem kleinen Balkon zu sitzen, bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht habe. Einen Riesendank für das Abschiedsweißwurstfrühstück!

Und um neun Uhr saß ich auch schon im Flieger in Richtung Kopenhagen …

Teil 2: Abschied

Vem kan segla förutan vind?
Vem kan ro utan åror?
Vem kan skiljas från vännen sin
Utan att fälla tårar?

Jag kan segla förutan vind,
Jag kan ro utan åror.
Men ej skiljas från vännen min
Utan att fälla tårar.

Wer kann segeln ohne Wind?
Wer kann rudern ohne Ruder?
Wer kann scheiden von dem-Freund seinen
Ohne zu vergießen Tränen?

Ich kann segeln ohne Wind,
Ich kann rudern ohne Ruder.
Aber nicht scheiden von dem-Freund meinen
Ohne zu vergießen Tränen.

Teil 3: Skelleftehamn

… und um neun Uhr saß ich auch schon im Flieger in Richtung Kopenhagen.

Der Rückflug war entspannt, da ich dieses Mal sowohl in Kopenhagen als auch in Stockholm mehrere Stunden Aufenthalt hatte und so haben ich und mein Gepäck die Anschlüsse nach Stockholm und Skellefteå bekommen und gegen neun war ich in meinem Haus.

Das war vielleicht komisch. Jetzt, wo das Haus so leer stand wirkte es so klein und so fremd und erinnerte an eine neue Zahnfüllung, die sich noch so komisch im Mund anfühlt und wo die Zunge immer wieder testet, ob alles seine Ordnung hat. Habe ich das richtig gemacht mit dem Hauskauf? Ich weiß nicht.

Da im meinem Haus kein Bett stand, habe ich die letzte Nacht noch in meinem alten Zimmer übernachtet. Am nächsten Tag bin ich dann nach Skellefteå gefahren, um bei der Bank die letzten Papiere zu unterzeichnen. In der Stadt habe ich dann alle Kollegen getroffen, die schon einige Stunden vor dem Telia-Laden kampierten, um das neue iPhone zu bekommen. Nach der Bank bin ich dann mit dem Taxi zum Haus gefahren, wo Xxxxx schon mit dem Möbelwagen wartete. Zu der Schwierigkeit, in Skellefteå ein bestelltes Taxi auch zu bekommen, schreibe ich hier mal nichts …

Nach einer halben Stunde kamen dann zwei Männer von Skellefteå Stadsbud, die schnell und routiniert den Flügel entladen und in meiner Wohnung aufgestellt haben. Für die sechs Jahre Lager ist er auch gar nicht so arg verstimmt. Dann kamen die restlichen Möbel und Kartons dran. Um drei waren wir fertig und Xxxxx konnte sich wieder auf den Weg nach Xxxxx machen.

Und jetzt, wo der weiße Yamahaflügel seinen Platz gefunden hat, mein Bett steht und viele Bücherkisten klarmachen, dass ich jetzt hier wohne, da war das so fremde Häuschen von gestern plötzlich mein Haus und es fühlte sich gut an!

Dann habe ich Internet bestellt und drei Minuten später war ich online. (@Deutsche-Internet-Provider: Schaut Euch mal an, wie einfach und schnell das gehen kann.) Und dann habe ich erst einmal geschlafen.

Heute, am Tag danach ist das Wetter fies: Es ist stürmisch und regnet. Also werde ich einiges wegschaffen. Die Küche ist schon eingerichtet.

Doch nun, wie gewünscht, einige Fotos:

Ich habe außerdem gestern ein kleines Rundgang-durch-das-Haus-Video gedreht. Die Qualität ist unter aller Sau und YouTube schlägt mir als Schlagworte „horror movie“ und „weapons“ vor. (Schluck!). Aber für einen kleinen Eindruck ist es vielleicht doch ganz nett.

Nachtrag (23. März 2011)

Da ich mit dem Menschen, der den Umzug gemacht habe, im nachhinein riesigen Ärger hatte – er schuldet mir bis heute Geld – habe ich mich entschlossen, den Namen unkenntlich zu machen. Tja, es gibt auch Menschen, die nicht gut sind.

Barfuß

Inspiriert von einem Blogeintrag von Jonas zum Thema Barfuß laufen habe ich heute nach Sonntag zum zweiten Male meine Sandalen ausgezogen und bin unbeschuht herumgelaufen.

Hier gibt es herrliche Anfängergelände, nämlich große, von eiszeitlichen Gletschern blankgeschliffene Granitfelsflächen, auf denen es sich herrlich gehen lässt. Dabei kann man sich sehr schön aussuchen, wie viel Schräglage man den Füßen noch zumutet und ob man über diese kleine pieksig aussehende Kiesfläche läuft oder es erst einmal bleiben lässt. Was ich noch wirklich gemein finde, ist so ein einzelner Kiefernzapfen auf Fels. Da merke ich doch, wie verspannt die Fußsohlen sind. Aber das schöne Gefühl der befreiten Füße spüre ich sogar jetzt noch, während ich wieder zu Hause am Rechner diesen Artikel schreibe.

Apopros zu Hause. Was macht das neue Haus?

Wohnzimmer: Der Flügel ist verstimmt, ich spiele dennoch dauernd. Viele Kisten stehen herum, zwei Regale stehen und sind mit CDs, DVDs, Schallplatten(!) und Computerbüchern gefüllt.
Küche: Ich habe zwei Mal gekocht und einmal die Geschirrspülmaschine benutzt. Der riesige Kühlschrank füllt sich ein bisschen, im ebenso riesigen Gefrierschrank liegen nur ein paar Eiswürfel.
Schlafzimmer: Die Schränke sind mit frischer Wäsche gefüllt, es gibt ein Bett und Licht. Was will man mehr. Ach ja, einen Wecker. Mein auf Deutschland konditionierter Funkwecker macht nämlich gar nichts.
Wintergarten: Das Lager für leere Kartons, Packmaterial und alles, was ich gerade nicht brauche. Aber auch ein guter Pausenplatz.
Keller: War mit 77% ganz schön feucht. Ist jetzt knapp unter 70% Dank der Heizung die ich mit Hilfe von einem „Drifttekniker fjärrvärme“ heute morgen wieder in Gang bekommen habe. Ich werde mir aber dennoch möglichst schnell einen Lufttrockner anschaffen.
Garage: Keine Ahnung, war ich nicht mehr groß drinnen. Sind halt Kisten drin. Und ein zweites Fahrrad. Und Skier. Und meine Pulka. Und meine eigene Waschmaschine. Und mein alter Kleiderschrank …

(P.S.: Ja, das Foto taugt nicht wirklich was. Keine Ahnung, was meine kleine Ricoh da angestellt hat. Nächstes Mal kommt wieder die dicke Spiegelreflex mit, die ich doch ein bisschen besser kenne.)

Wasser, Wasser, Wasser

Bei mir dreht sich zur Zeit alles um Wasser:

Die Luft im Keller, in den ich meine Bücher stellen wollte, war mit 77% ja sehr feucht. Netterweise hat ein Bekannter mich im Auto nach Skellefteå Moröbacke gefahren, wo neben vielen anderen Märkten auch ein Baumarkt ist. Der dort gekaufte Luftentfeuchter arbeitet jetzt im Keller rund um die Uhr und hält die Luftfeuchte bei etwa 60%. Dafür holt er aber auch pro Tag so um die drei Liter Wasser aus der Luft. Für den sogenannten „Rötmånad“ (quasi Verfaulmonat), den wir hier gerade haben, bin ich mit 60% aber recht zufrieden. Sobald es wieder kühler wird und die Heizung mehr arbeitet, kann ich vermutlich den Luftentfeuchter auch wieder ausschalten.

Die Fernwärmeheizung habe ich am Freitag abgeschaltet, weil ein Ventil leck war und mir eine dicke Wasserpfütze im Heizungskeller beschert hat. Das Leck ist aber am Montag morgen von einem netten Servicetechniker direkt behoben worden. Mit ihm konnte ich dann auch gleich nach Skellefteå zur Arbeit wieder mitfahren. Nett! Am Montag haben nämlich wieder alle angefangen zu arbeiten.

Leider habe ich dann am Sonntag feststellen müssen, dass meine Waschküche patschnass war. Sowohl der Boden als auch der Schrank waren komplett mit Wasser bedeckt. Und weiteres Wasser tropfte munter von der Kellerdecke. Also habe ich vermutlich ein undichtes Rohr. Na super! Gestern habe ich dann mit meiner Versicherung (nicht zuständig, da ich noch keine 30 Tage im Haus bin) und dann mehrmals mit dem Maklerbüro telefoniert. Die haben dann die Besitzerin kontaktiert, die dann wiederum heute früh ihre Versicherung angerufen hat, worauf diese mich dann angerufen hat, um mir mitzuteilen, dass Anticimex, die damals auch die Hausuntersuchung gemacht haben, von der Versicherung informiert wird und mich dann wiederum anrufen wird, um einen Termin zur Schadensbesichtigung auszumachen. Satz zu Ende. Leider hat sich Anticimex noch nicht gemeldet, also muss ich morgen wieder am Telefon die Dringlichkeit klarmachen, denn das Leck ist ja nach wie vor da und ab und zu muss ich den Haupthahn auch mal kurz öffnen, um Zähne zu putzen oder … .

Heute morgen bin ich dann – das Thema ist weiterhin noch Wasser – im strömenden Regen zur Arbeit geradelt. Der Regen ließ dann langsam nach, was aber eher ungemütlicher ist, da einem dann der Fahrtwind den Sprühregen schön ins Gesicht schiebt. Ein Gutes hatte die Sache: Da ich Gummistiefel an hatte, konnte ich auf dem Rückweg einen Abstecher in den Wald machen und Heidelbeeren suchen. Das nächste Mal nehme ich aber Kamm und Sieb mit, sonst bin ich sehr langsam und die Freunde möchte ich den vielen Mücken eigentlich nicht machen.

Wasser und Beeren II

Der Haupthahn in meinem Haus ist wieder permanent geöffnet. Leider liegt das nicht daran, dass man das Leck im Wasserrohr gefunden und abgedichtet hat, sondern … aber von vorne:

Donnerstag kam ein Mann von Anticimex, der die Feuchtigkeit im Erdgeschossboden gemessen hat. An der Türschwelle zum Bad unter 40%, an zwei Stellen in der Küche unter 60%, aber direkt hinten an der Wand zum Bad 90%. Einige Stunden später kam dann ein Handwerker, der fachgerecht mein Bad zerlegt hat. Kurz darauf kam ein Installateur, um das Leck zu suchen. Er fand es aber nicht. Statt dessen habe ich von Nachbarn eine Leiter geliehen und die beiden sind aufs Dach gestiegen. Dort haben sie auch – leider – direkt die Ursache gefunden. Der kleine Schornstein für den Dunstabzug war mal so überhaupt nicht abgedichtet, so dass Regenwasser eintreten konnte. Das Wasser ist dann außen am Rohr entlang bis in den Keller gelaufen. Dieses Leck scheint laut Aussage der beiden auch nicht erst dieses Jahr entstanden zu sein und so hoffe ich stark, dass Wand und Decke jetzt keine Schäden davongetragen haben, denn eigentlich reicht mir das aufgeklopfte Bad als Baustelle. Mal schauen, wie es nächste Woche mit der ganzen Sache weitergeht.

Gestern Nachmittag hat das Wochenende für mich angefangen. Kaum war ich zu Hause, bin ich mit dem Fahrrad nach Storgrundet (1600 Meter) gefahren und habe bei 27° Lufttemperatur in der Ostsee gebadet. Das letzte Mal bin ich doch recht schnell wieder an Land geflohen, weil das Wasser noch so kalt war, aber dieses Mal war es nicht mehr so eisig.

Heute war ich mit einigen Freunden aus Skellefteå in Norrlångträsk zum Beeren sammeln. Dort wohnt die Schwester einer Freundin. Die Himbeeren werden dass Wochenende nicht überleben, aber die gut anderthalb Kilo Heidelbeeren werde ich einfrieren, so dass man im Winter leckere Sachen daraus machen kann. Ein paar Pfifferlinge (schwedisch kantareller) haben wir auch gefunden und kurze Zeit auf Brot mit Käse überbacken gegessen.

Eine Dose Heidelbeeren habe ich mit der Hand gepflückt, die andere gekämmt. Das geht zwar schneller und müheloser, dafür bekommt man auch jede Menge Blätter, Ästchen und unreife Preisselbeeren mit in die Dose und muss zu Hause sortieren. Die erste Runde wird jetzt gerade eingefroren.

Morgen sollte ich dann auch endlich mal Papierkrams erledigen, ehe sich irgendwelche Unternehmen oder Ämter in Deutschland bei mir beschweren. Aber erst schaue ich mal, wie das Wetter wird …

Wochenende

Nach einer Woche voll Sonnenschein ist es Samstag Nachmittag und es schüttet. Vor einer Stunde war es nur leicht am Nieseln und ich habe mich aufs Fahrrad gesetzt, um im Wald meine Heidelbeervorräte aufzustocken. Dann wurde der Regen immer stärker und zum Schluss hatte ich das Gefühl, ich halte meine Hände unter den Wasserhahn und das T-Shirt war trotz Goretex-Hightech-Was-weiß-ich-noch-alles-Funktionsjacke vorne klatschnass, weil das Wasser fröhlich am Kinn hinunter laufend doch unter die Jacke ging.

Da bin ich doch lieber nach Hause gefahren. Zum einen, weil ich nass war, zum anderen, weil ich schauen wollte, was mein Dach macht. Glück gehabt, das Provisorium scheint zu halten, das Schornsteinrohr ist rostig, aber trocken.

Insgesamt scheint es, dass sich der Fall mit dem undichten Dach beruhigt. Am Donnerstag hatte ich ein Treffen mit dem Makler, um die offenen Punkte zu klären und ich bin froh, dass er sich alles kümmert. Der Mann von Anticimex meinte wohl zum Makler, dass bei der Besichtigung damals der Fehler hätte gefunden werden müssen und so Anticimex oder Versicherung für den Schaden aufkommen. Hoffen wir, dass sein Chef, der am Montag aus dem Urlaub kommt, das genau so klar sieht.

Dies ist übrigens das erste Mal, dass zwischen zwei Artikeln eine Pause von einer Woche liegt. Kehrt hier doch langsam ein bisschen der Alltag ein? Es scheint so. Ich gewöhne mich langsam an alles. An die zuerst noch unbekannten Geräusche im Haus, daran, dass ich das Schwedisch einiger Kollegen immer noch nicht verstehe und auch an die Fahrradfahrten zur Arbeit. Vor einigen Tagen habe ich auf der Rückfahrt einen wunderschönen Umweg durch den Wald gefunden, für den allerdings wieder – wie so oft – ein Mountainbike angebracht gewesen wäre. An Stein und Schotter habe ich mich ja schon ein bisschen gewöhnt, aber diese kleinen, fiesen, tiefen Sandkuhlen sind gemein. So hat der Weg dann auch an die zwei Stunden gedauert, aber mir einige Blicke auf die Ostsee beschert. Und – falls ich es noch nicht erwähnt habe – da war das Wetter ja auch noch schön. Allerdings wird es hier langsam kühler. Morgens sind es meistens um die 8 Grad und nach dem Schnorcheln in der Ostsee am letzten, windigen Sonntag habe ich nicht mehr wie geplant am Strand gesessen, sondern bin schnell wieder nach Hause ins Warme geradelt.

Abends war ich dann noch auf dem Hamnberget, habe mir den Wasserturm (von außen) angeschaut und mich über die Abendsonne gefreut.

Der Herbst kratzt an der Tür

Heute war es zwar nicht mehr so regnerisch wie am Wochenende, aber beim Weg nach Hause habe ich gemerkt, dass der Hochsommer erst einmal vorbei ist. Bei gerade 10 Grad und feinstem Nieselsprühregen war es nicht gerade gemütlich auf dem Rad und wenn am Donnerstag Morgen wirklich nur 4° sind, packe ich wohl Mütze und Handschuhe wieder aus. Die Blätter der ersten kleinen Pflanzen verfärben sich langsam ins Gelbe und Rote. Noch kaum sichtbar, aber wer weiß, wie es in einer Woche aussieht.

Um zehn ist es hier auch schon ziemlich dunkel, was heute allerdings den fast vollen Mond sehr schön zur Geltung kommen lässt. Aber es ist für mich kaum vorstellbar, dass es hier Anfang Juli noch 24 Stunden lang hell war.

In meinem Wohnzimmer stehen fast keine Kisten mehr herum, es ist ziemlich aufgeräumt und es fällt mir auf, dass ich fast keine Möbel habe. So ist das eben, wenn man aus einem Einzimmerapartment in ein Haus zieht. Doch zum Glück gibt es in Schweden ja IKEA, auch wenn der nächste Laden leider in Haparanda an der finnischen Grenze ist.

Dekadent!

… war das erste, was mir einfiel, als ich heute zum ersten Mal den „åretrunt pool“, also den Ganzjahrespool ausprobiert habe. Ich lag also draußen im Garten diagonal ausgestreckt im 37 Grad warmen Wasser und habe geschaut, wie die ersten Sterne herauskommen. Dann habe ich den Whirlpool angemacht und mir gleichzeitig Rücken und Fußsohlen massieren lassen. Nur auf das Licht, welches auch noch die Farbe wechselt, habe ich beim Baden doch gerne verzichtet und es erst danach für das Foto angemacht.

Alles in allem hätte ich mir niemals so einen Pool gekauft, aber wo ich ihn schon habe, werde ich ihn auch immer mal wieder nutzen. Ich bin vor allem gespannt, wie das Baden im Winter so ist. Dann kann man bestimmt prima zwischendurch im Schnee baden, auch wenn der Pool natürlich nicht so wie eine Sauna aufheizt.

Also, Freunde: Wer ausprobieren möchte – einfach vorbeikommen! Und wem die 37 Grad nicht passen; der Pool lässt sich von 26 – 40 Grad regeln.

Anmerkung: Am Samstag Abend habe ich mit Freunden zusammen auch in einem Hottub gesessen. Der stand allerdings im Inland direkt an einem See und wurde mit Holz gefeuert. Das hatte zugegebenermaßen schon mehr Atmosphäre als ein Allleinbad im Hightechjacuzzi. Und meine Brotkartoffeln von heute konnten mit dem Grillfleisch vom Samstag auch nicht wirklich konkurrieren, aber das ist wieder ein anderes Thema.