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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Interview

Wenn ich 100 Meter Brust geschwommen bin, dann habe ich aus jedem normalen Hallenbad ein Wellenbad gemacht. Viel Geplansche in alle Richtungen, effektiv ist anders.

Dass ausgerechnet ich ein Interview auf einer Webseite, die sich ausschließlich mit Schwimmen beschäftigt, bekomme, hat daher fast etwas surreales. Das Winterschwimmen macht’s möglich.

Hier der Link zum Interview:

http://swim.de/magazin/open-water/im-wasser-spuert-man-die-kaelte-nicht

Die Erste Schwedische Meisterschaft im Winterschwimmen

Vorbereitungen

Ich hatte schon geschrieben, wie kalt es am Tag der Winterschwimmmeisterschaft war. Auch in der Stadt zeigte das Thermometer im Auto -31 °C und auf dem Fluss dürfte es eher noch kälter sein. Und so war das Eisschwimmbecken, in dem am Vortag Anna-Carin 500 Meter geschwommen ist, komplett und dick zugefroren. Und Jarkkos Kettensäge ging nicht. An ein Öffnen mit Eisbohrer und Axt war nicht zu denken. Zum Glück konnten wir noch schnell eine elektrisch betriebene Säge auftreiben. Jarkko und Lasse haben einmal um den gesamten Beckenrand gesägt. Nun konnte man zum Glück mit Eisenstangen als Hebel das Eis aufbrechen. Am Rand war es zwar gut 10 cm dick, aber ganz in der Mitte nur etwa 3 cm.

Ich bin zum Schluss mit dem Überlebensanzug ins Becken gestiegen, da sich die ganzen Eisschollen durch die Strömung am unteren Ende gesammelt und verkeilt haben. Einen paar habe ich herausgehoben, einen Teil konnte ich auch unter das Eis drücken. Gar nicht so einfach, im Wasser etwas zu machen, wenn man nichts hat, wo man sich gegenstemmen kann. Und über dem Wasser konnte ich mich nicht festhalten, denn innerhalb weniger Sekunden wären die nassen Neoprenhandschuhe am Eis festgefroren.

Aber irgendwann war das Becken wieder frei, die tief stehende Sonne tauchte alles in warmes, gold-gelbes Licht und die Meisterschaft konnte beginnen.

Die Meisterschaft

59 Schwimmer haben sich angemeldet und die meisten waren auch da und registrierten sich. Trotz der Eiseskälte standen etwa 250 Zuschauer am Ufer und warteten darauf, dass es los ging. Die Taucher besprachen sich mit dem Arzt und dann kamen auch die ersten Schwimmer.

Zuerst kleiden sich alle Schwimmer aus, das soll natürlich schnell gehen, es ist ja kalt. Dann gehen alle Schwimmer ins Wasser. Die Erfahrenen beeilen sich dabei, damit sie sich vor dem Start an die Kälte gewöhnt haben und wieder ruhig atmen können. Beim Startkommando schwimmen alle los – dies ist der einzige Teil, der fast im Schwimmbad stattfinden könnte, wären da nicht die bunten Mützen. Dann steigen alle so schnell wie möglich aus dem Wasser und bekommen Hilfe beim Abtrocknen und Anziehen. Und die ist nötig, denn in den Fingern und Zehen hat man jetzt kein Gefühl mehr. Und – hatte ich erwähnt, dass es saukalt war?

Erst kamen die Herren, dann die Damen und dann der Staffellauf, der wegen der Strömung ausschließlich flussabwärts stattfand. Das hat mit kleinen Pausen etwa zwei Stunden gedauert. Dann kam Anna-Carin und ist 450 Meter auf Zeit geschwommen – allerdings außer Konkurrenz. Sie hat zwei Wochen zuvor Gold mit einer Zeit von 6m59 gewonnen, dieses Mal aber aufgrund der Strömung acht Minuten gebraucht.

Ich finde ja, dass die gewinnen sollten, die am längsten im Wasser waren. (Bei meinem miserablen Brustschwimmen hätte ich bestimmt den ersten Platz gemacht.)

Siegerehrung

Nach einer kurzen Pause kam dann die Siegerehrung. Viele haben Medaillen bekommen, was daran liegt, dass sowohl nach Herren/Damen, als auch nach Altersklassen gruppiert wird. Da konnte es schon einmal geschehen, dass in einer Klasse nur ein Schwimmer teilgenommen hat und dann die Medaille für den ersten Platz überreicht bekam. Dagegen wurde es bei der Ehrung der Teams ein bisschen eng auf dem Siegertreppchen.

Nach der Siegerehrung leerte sich die Veranstaltung schnell. Auch wenn die Temperatur inzwischen auf -26 °C angestiegen war, warm ist anders. Und so endet der Tag wie er angefangen hat, mit einem Blick auf ein Eisschwimmbecken im Skellefteälven.

Einige Impressionen von der Veranstaltung


Eigentlich wollte ich auch schwimmen, aber …

Kein Schwimmen für mich

Nur eine kurze Notiz für die Neugierigen.

Obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte, bin ich heute keine 25 Meter geschwommen. Wir, die den Event ausgerichtet haben, waren seit halb acht bei Temperaturen um -30 °C draußen, haben Eis gesägt, gehackt und aus dem Wasser geholt, organisiert und waren fast die ganze Zeit draußen. Mittags waren Jarkko und Lasse so durchgefroren, dass sie beschlossen haben, nicht zu schwimmen, weil das einfach nicht gut für den Körper ist.

Und ich? Alleine? Das war mir irgendwie unangenehm, als schlechter Schwimmer (ausgerechnet nach den 450 Meter Freistil von Anna-Carin, die Weltmeisterin ist und Strecken bis 42 Kilometer am Stück schwimmt) 25 Meter Brustschwimmen zu simulieren. Also habe ich mitgezogen und bin ebenfalls nicht geschwommen. (Nun ärgere ich mich, dass ich es gestern nicht probiert habe.)

Im Nachhinein war das klug. Ich habe zwar einen arktistauglichen Daunenparka und Daunenhose von Canada Goose angehabt, die mich die ganze Zeit herrlich warm gehalten haben. Aber die Fingerspitzen waren dennoch ein bisschen beleidigt, weil ich oft nur mit fingerlosen Handschuhen fotografiert habe (sonst hatte ich bis zu drei Paar Handschuhe übereinander an) und tun ein bisschen weh. Da war es bestimmt besser, auf das Eisschwimmen zu verzichten, auch wenn ich jetzt damit nicht angeben kann, ausgerechnet am kältesten Tag seit meinem Umzug nach Schweden meine 25 Meter geschwommen zu sein.

Die Pläne für heute: Badewanne · Trinken · Bett
Die Pläne für morgen: Ausschlafen · Wettbewerbsergebnisse im Netz publizieren · Fotos sichten · Zwei, drei Blogartikel schreiben. Das muss reichen für einen Sonntag.

Vintersim SM – nur noch ein Tag

Heute ist der letzte Tag vor dem Event: Die Erste Schwedische Meisterschaft im Winterschwimmen in Skellefteå. Und wieder ist es kälter geworden (Laut Kommune heute mittag -27 °C) und wieder war das Eisschwimmbecken am Morgen fast zugefroren. Ich bin aber erst um halb zwölf vor Ort gewesen (leider muss ich ja ab und zu auch mal arbeiten). Heute haben viele die Gelegenheit ergriffen, das Eisschwimmen mal auszuprobieren und eine 25-Meterbahn zu schwimmen. Dabei waren alle mit Gurt und Seil gesichert, weil wir heute keinen Rettungstaucher da hatten.

Bis auf Anna-Carin Nordin, Extremschwimmerin und Weltmeisterin im Winterschwimmen. Sie weiß, wie das geht und sie ist gleich zum „warm werden“ 500 Meter (!) geschwommen. Danach hat es allerdings auch ein bisschen gedauert, bis ihr wieder warm war.


Heute sah ich mehr so aus. Liegend mit Kamera im knallroten Daunenparka (Foto: Lasse Westerlund). Aber morgen gilt’s: Da schwimme ich im „Arrangörs kampen“ auch meine 25 Meter. Und wenn die experimentelle Temperaturvorhersage recht hat, dann könnten uns morgen Temperaturen unter -30 °C erwarten. Da bleibt man vielleicht lieber im Wasser, da ist es mit +0.5 °C wesentlich wärmer.

Vintersim SM – noch zwei Tage

Noch zwei Tage bis zur Schwedischen Meisterschaft im Winterschwimmen. Pünktlich zu diesem Event wird es richtig kalt hier. Gestern lag die Höchsttemperatur in Skelleftehamn bei -13.4 °C, heute bei -16.4 °C. Und ich war gespannt, wie das Becken, welches gestern geöffnet wurde, wohl heute aussieht. Es war, trotz Umwälzpumpe, schon weitestgehend wieder zugefroren und Mitarbeiter der Technik mussten erst einmal das Eis aufschlagen und mit Harken an Land befördern. Über der Stadt spannte sich ein herrlich blauer Himmel bei kalten Wintertemperaturen um rund -20 °C.

Schließlich ist das Becken vom Eis befreit und sieht fast wie ein normales Freibad im Sommer aus. Wenn da nicht das Eis drumherum wäre. Und ich nicht im dicken Daunenparka da stände. Und das Wasser nicht vor Kälte rauchen würde.

Mikael misst die Tiefe: Mindestens zwei Meter, stehen kann man also nicht.

Wieder ist das Fernsehen da, wieder werden Interviews geführt und wieder springen Mikael und Hans ins Wasser, damit das Fernsehen auch etwas zu zeigen hat. Bei diesen Temperaturen fühlt man die Kälte nicht im Wasser, sondern wenn man klatschnass an Land klettert.

Mikael und Hans schwimmen auch versuchsweise gegen den Strom, aber selbst gegen diese schwache Strömung ist es schwer gegenan zu schwimmen. Also werden am Samstag bei der Staffel alle Schwimmer der Teams auf der gleichen Seite starten und durch eine Flagge ihren Start mitgeteilt bekommen.

Nun ist es halb zehn Abends, ich messe draußen -24 °C, am Flugplatz werden -29 °C gemessen und die neue experimentelle Temperaturvorhersage des Schwedischen Wetterdienstes sagt für Samstag 10 Uhr -34 °C vorher. Das nenne sogar ich richtig kalt. Und ich werde schwimmen! Nicht beim Wettbewerb, sondern anschließend beim Schwimmen der Ausrichter (der „Arangörerna“).

Wir bauen ein Freibad

In der Nacht hat es leicht vor sich hin geschneit. Gleichzeitig wurde es kälter. Heute morgen lag trotz der Wolkendecke die Temperatur bei -15 °C. Mich freut‘s. Nicht nur, weil ich die kalten Temperaturen mag, sondern auch, weil am Samstag die Erste Schwedische Meisterschaft im Winterschwimmen in Skellefteå stattfindet. Und zum Winterschwimmen gehört auch Kälte dazu.

Der Verein der frohen Freunde von Dunkelheit und Kälte organisiert die Veranstaltung, hat aber zum Glück viele Helfer. Nicht nur Rettungstaucher, Polizei und viele Freiwillige vom Schwimmverein, sondern zum Beispiel auch die technische Abteilung der Kommune, die uns von Sonntag bis heute das Eis für 4 Bahnen à 25 Meter aus dem Fluss geschnitten hat.

Das erste Bild habe ich am Montagmorgen gemacht. Das zweite heute, Mittwoch Mittag. Zwischen den Tagen hatten die Mitarbeiter der Kommune einiges an Arbeit.

Alles fängt mit der Kettensäge an: Große, quadratische Blöcke werden aus dem zwanzig Zentimeter dicken Eis geschnitten. Eine ziemlich kalt-nasse Angelegenheit. Dann werden die Eisblöcke getrennt, sie treiben dann langsam mit der Strömung flussabwärts und landen am anderen Ende des Eisschwimmbeckens. Dort werden sie mit einem Greifarm aus dem Wasser gehoben.

Und so wird die Bahn länger und länger, bis sie schließlich heute Mittag fertig geworden ist.

Nun sind es nur noch drei Tage bis zum Samstag, und ich bin gespannt, wie kalt es werden wird. Schon jetzt um kurz vor sechs ist die Temperatur in Skelleftehamn auf -20 °C gefallen.

Übrigens: Was macht man, wenn der Winter so mild war und das Eis zu dünn? Ganz einfach, man spült Wasser auf das Eis, welches friert und damit die Eisschicht dicker macht. Es gab also einen Anfang vor der Kettensäge.

Drei Zwischenstopps

Heute bin ich – wieder einmal – nach Kusfors zum Winterbaden gefahren. Ziel war, heute auch ein bisschen zu schwimmen, damit ich weiß, ob ich nächsten Samstag bei der Schwedischen Meisterschaft mitschwimme oder nicht. (Ich, die Schwimmniete!)

Nach wochenlanger Bewölkung war der Himmel heute überraschend klar und mit -16 °C zeigte mein Außenthermometer heute morgen die kälteste Temperatur dieses Winter an. Nach einem soliden Frühstück habe ich meine Sachen gepackt und bin losgefahren.

Das erste Mal habe ich am Wehr in Bergsbyn angehalten, das liegt zwischen Skelleftehamn und Skellefteå. Westlich des Wehrs ist der Fluss komplett zugefroren und alles wirkt erstarrt. Auf der Ostseite hingegen stürzt das Wasser hinunter und Nebelschwaden verdecken die tief stehende Vormittagssonne.

Ich habe in der Stadt eine Schülerin abgeholt, die auch gerne Winterschimmen ausprobieren wollte. Aber bevor wir da waren, haben wir zwei kleine Zwischenstopps eingelegt: Das erste Mal kurz hinter Boliden. Im Sommer sieht man hier weite Schlammflächen, Rückstände vom Bergbau. Im Winter hingegen … . Über der weißen, weiten Fläche wölbt sich der blaue Himmel und leichter Bodennebel verleiht den Baumgruppen trotz der Helligkeit etwas Verwunschenes. Obwohl die Straße eine wichtige Verbindungsstraße ins Inland ist – man kann, wenn man möchte bis nach Mo I Rana in Norwegen fahren – war die Straße völlig leer. Wir schienen das einzige Auto weit und breit zu sein.

Nun waren wir fast schon in Kusfors. Kurz vor der Brücke über den Skellefteålven rechts abbiegen und durch Petiknäs durchfahren. Und dort warteten auf uns fünf Rentiere. Erst lagen sie gemächlich am Straßenrand. Dann wurde ihnen dieser große Kasten, in dem wir saßen, doch ein wenig unheimlich und sie stellten sich erst einmal mitten auf die Straße. Als wir langsam weiterfuhren setzten sich die Rentiere in Trab. Das sieht sehr lustig aus, weil sie dabei mit ihren Hintern und den Stummelschwänzchen wackeln. Bald haben wir die Rentiere überholt, die daraufhin im Wald verschwanden.

Über das Winterbaden schreibe ich nicht viel, denn in den letzten Artikeln habe ich genug erzählt und Fotos und Videos hochgeladen. Nur eines: Das Eisloch, welches eigentlich eine Fünfmeterbahn werden sollte, hatte gerade drei Quadratmeter. Selbst dieses Loch zu öffnen, hatte fünf Stunden gedauert. Das Eis war zu dick für die Kettensäge. Ich habe auf der Stelle so zwanzig Schwimmzüge gemacht, dann fing es an, kalt zu werden. Ich bin noch nicht sicher, ob ich am nächsten Samstag teilnehme, traue mir das aber jetzt trotz meines miserablen Brustschwimmens zu. Nur die Fingerspitzen waren ein bisschen beleidigt, denen wird doch ziemlich schnell kalt.

Nochmal Eisbaden

Heute stand zwei Mal Eisbaden auf dem Programm. Um zehn Uhr für das Fernsehen und um eins für die Zeitung. Ich war als erster am Platz und habe damit begonnen, das inzwischen fest zugefrorene Eisloch wieder klarzumachen. Nebel kam auf, der erst alles weichzeichnete und, als er sich später lichtete, alle Bäume raureifbesetzt zurück ließ.

Wir hatten einige Freiwillige, die für das Fernsehen in das Eisloch gestiegen sind, unter anderem Martin, der dies das erste Mal machte. Die Wassertemperatur lag bei +0.3 °C. Ich habe fotografiert aber mich spontan entschieden, zum Schluss auch noch in das Eiswasser zu steigen. In Badehose versteht sich und nicht in dem Anzug, in dem man mich im Video weiter unten sieht. Das war heute das zweite Mal, dass ich Eisbaden war und das Wasser fühlte sich kälter an. Vielleicht weil man schon weiß, was auf einen zukommt und man nicht so viel Adrenalin beim allerersten Mal im Blut hat. Aber der Wohlfühlfaktor (ausgenommen vielleicht die ersten drei, vier Sekunden) ist einfach enorm.

Beim zweiten Tauchgang – den für die Presse – habe ich nicht mitgemacht, da ich gerade vom Mittagessen kam und pappsatt war. Dann hält sich meine Motivation, selbst in warmes Wasser zu steigen doch sehr in Grenzen.


Ich habe ein kleines Video gemacht, wie ich versuche, das Eisloch aufzumachen und mir dabei Werkzeug aus dem Handschuh rutscht und ins Wasser fällt. Ein typischer Anfängerfehler, wie Jarkko meinte. Zum Glück hat Mikael, Eisschwimmer und Apnoetaucher, die lange Stange im Nullkommanix wieder vom Grund gefischt. Doch seht selbst …

Wo ist das Eis?

Heute ist Samstag und es war klares Wetter. Also wollte ich, bevor ich zum Eisbadeworkshop nach Ursviken fahre, ein paar Fotos vom Eis auf der Meeresbucht „Kallholmsfjärden“ machen, welches ich am Dienstag Abend fotografiert habe. Und auch testen, ob mich das Eis jetzt besser trägt. Aber – wo ist das Eis geblieben? Die ganze Bucht war wieder offen! Und ich habe hier noch nie so niedrigen Wasserstand gesehen und war ganz erstaunt, wo die Bucht überall Untiefen hat. Wie ich später von Jarkko hörte, war das Wasser über Nacht um einen Meter gesunken. Auf dem zweiten Foto sieht man sehr gut an dem Eis, welches oben auf dem großen Felsen festgefroren ist, wie hoch hier das Wasser vorher stand.

Ich hätte den ganzen Tag mit Fotografieren verbringen können. Aber heute haben wir den zweiten Winterbadekurs ausgerichtet, dieses Mal nicht in Kusfors, sondern im Åkerviken in Ursviken, nur ein paar Autominuten entfernt. Und da wollte ich Jarkko noch helfen, bevor es los ging.


Wir hatten es nicht leicht, zum Wasser zu kommen, weil das Ufer aus stark abschüssigen Eis bestand. Da ich die Kamera in der Hand hatte, bin ich einfach auf dem Hosenboden herunter gerutscht. Das Eis am Rand war ein bisschen tückisch, da es aus verschiedenen Schichten bestand. Jarkko und Lasse haben mit dem Eisbohrer Löcher gebohrt und dann mit langen Sägen das Eis zersägt. Beide landeten dabei bis zur Wade im Wasser, weil die oberste Schicht an manchen Stellen nicht so dick war. Den Kameramann, der eine Doku drehen wollte, hatte es schlechter erwischt. Bis über die Knie brach er ein. Die Kamera blieb zwar trocken, aber er verschwand erst einmal, um sich umzuziehen. So gibt es leider keine Filmaufnahme davon, wie ich mit dem knatsch-roten Trockenanzug im Eisloch auf der zweiten, dreißig Zentimeter dicken Eisschicht stand, die einen halben Meter unter Wasser lag. Denn von oben hätten wir große Schwierigkeiten gehabt, das Eis zu lösen. Schließlich war der Rand dermaßen durchbohrt und kaputtgesägt, dass ich die Unterwasserscholle lostreten und unter das andere Eis schieben konnte. Nun stand ich bis fast zum Kinn im Wasser, denn das Ufer am Kanuklub fällt ziemlich steil ab.

Das war es dann auch mit dem Baden für mich, denn während viele andere ins Eisloch gegangen sind, habe ich Videos gemacht. Und dabei festgestellt, dass Video nicht mein Ding ist. Das nächste Mal fotografiere ich wieder. Einen Videoscreenshot habe ich verwendet, damit man mir glaubt, dass die Leute wirklich ins Wasser gehen.

Heute ging die Sonne um viertel nach Zwei unter und beleuchtete die vom Wind geformten Strukturen auf der eisbedeckten Bucht. Da werde ich am Dienstag wieder sein, denn dort kommt um zehn das Fernsehen. (Oh, da muss ich noch einen halben Tag Urlaub für nehmen oder vorarbeiten.)