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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Die Ostsee friert zu

Vor einer Woche habe ich meinen Artikel „Wo ist das Eis?“ genannt. Heute ist die Ostsee bis zum Horizont zugefroren und auf dem Eis der nahen Bucht sitzt der erste Eisfischer mit seiner kleinen Plastikrute und hofft auf Fisch.

Zwischen diesen beiden Fotos liegt eine Woche:

Ich bin mit dem Auto dann zur Lotsenstation gefahren, die auf einer kleinen Halbinsel am offenen Meer liegt. Ich habe meinen Augen kaum getraut. Bis zum Horizont sah ich nur Eis, Eis und Eis und nur in der schmalen Fahrrinne schimmerte Wasser zwischen den zerbrochenen Eisschollen.

An der Lotsenstation bin ich mit einem Mitarbeiter ins Gespräch gekommen. Er erzählte mir, dass Süd- und Ostwinde gut für die Eisbildung sind, bei Nord- und Westwinden aber vier Grad warmes Tiefenwasser an die Oberfläche kommen kann. Ich habe gefragt, wann man wohl zu den ersten Inseln hinüber laufen kann und bekam die Antwort, schon jetzt. Im nächsten Satz meinte er aber, dass der aufkommende Schneefall bei recht warmen Temperaturen (-2 °C) die Situation verschlechtert und ich lieber noch ein, zwei Wochen warten sollte. Kein Problem, das mache ich gerne, denn auf dem Meer im Eis einzubrechen gehört zu den Erfahrungen, auf die ich liebend gerne verzichte.


Gestern hat der SMHI, der hiesige Wetterdienst einen Artikel zur Eislage auf der Ostsee geschrieben. Während vor einem Jahr der Bottenwiek, das ist die Ostsee nördlich der Linie Umeå—Vaasa, halbmeterdick zugefroren war, ist er jetzt noch größtenteils offen. Der letzte Winter war eben besonders kalt und dieser Winter besonders mild.

Quelle: SMHI. Danke für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

Räuber, Tiefschnee und Birkhühner

Heute war ich mit Elisabet am Finnforsberget, der auch Räuberberg heißt, weil hier im 16. Jahrhundert Räuber ihr Unwesen getrieben haben. Während der Fall selbst in den Kirchenbüchern gut dokumentiert ist, gehört die Geschichte, die Räuber haben drei Jahre lang eine junge Frau gefangen gehalten, die auf einem Platz vor der Räubergrotte für sie tanzen musste, wohl eher dem Reich der Legenden an.

Entweder war die Grotte früher wesentlich größer, oder die Räuber gingen mir nur bis zum Knie. Ich musste für das zweite Foto in die Grotte hinein kriechen.

Danach sind wir weiter durch den Tiefschnee bergauf gestapft. Zum Anfang standen wir bis zum Knie im Schnee, weiter oben oft bis zur Hüfte. Es gibt vielleicht wenige, denen das Spaß macht. Elisabet und ich gehören dazu. Weit kommt man allerdings nicht.

Vor allem dann nicht, wenn plötzlich aus dem Schnee ein Schwarm Birkhühner auffliegt und im nahen Wald verschwindet. Als wir langsam weiter stapfen, bricht immer wieder ein einzelnes Huhn aus dem Schnee; manchmal nur wenige Meter von einem entfernt. Ich versuche, die Vögel zu fotografieren, aber sie sind zu schnell und meistens habe ich nur verschwommene Landschaftsstücke auf den Bildern.

Auf dem zweiten Foto sieht man gut das Loch, in dem es so ein Birkhuhn auch bei -40, -50 Grad noch recht gemütlich warm hat und daneben den streifenförmigen Abdruck der Federn, der beim Auffliegen entsteht.

Wir haben dann am Hang eine Brot-, Tee-, Keks- und Kakaopause im Schneefall gemacht, ehe wir wieder talwärts zum Auto zurückgelaufen sind. Eine schöne, kleine Zweistundentour.

Elisabet: Tack för idag.

Schwedischübersetzung des Tages:Tack för idag – Danke für heute. Das sagt man, um sich für eine Einladung, eine gemeinsame Tour oder was auch immer zu bedanken. Gibt es auch als Tack för igår (… gestern) oder Tack för senast (… letztens/neulich).

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Nordwärts im neuen Gewand

Nun ist es online, das neue Layout für mein Blog Nordwärts! Die letzten zehn Tage habe ich nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause am Rechner gesessen, html5, css und JavaScript geschrieben, die Darstellung auf verschiedenen Browsern getestet, den IE6 dabei zum Teufel gejagt, Code validiert und Fehler beseitigt, bis ich soweit zufrieden war, dass ich die Änderungen online stellen konnte. (Also wirklich zufrieden bin ich nie, aber das ist eine andere Geschichte.)

Ich habe nicht nur die Benutzbarkeit und Lesbarkeit verbessert, sondern das gesamte WordPress-Thema auf Basis von html5 von Grund auf neu geschrieben. Damit liefert es eine gute Basis für mein nächstes Ziel, „Responsives Webdesign“. Darunter versteht man, dass Webseiten nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf Tablets oder Smartphones gut aussehen und funktionieren.

Leider funktioniert die neue Website unter IE7 oder IE8 nur, wenn JavaScript aktiviert ist. Ansonsten können diese Webbrowser mit den neuen Elementen von html5 nichts anfangen und zeigen komplettes Chaos an.

Meine Bitte an Euch: Wenn etwas nicht oder schlecht funktioniert, würde ich mich über Euer Feedback freuen. Einfach einen Kommentar schreiben oder eine Mail an .

Farbe tanken

Knallblauer Himmel empfängt mich am Samstag morgen. Ich habe mich ins Auto gesetzt und konnte mich an den intensiven Farben des herbstlichen Laubes kaum satt sehen. Die Birken sind leuchtend warmgelb, die Espen grün- bis zitronengelb. Die Ebereschen sind dunkelrot oder knallbunt und die wenigen Ahornbäume gelb-orange bis glutrot. Ich habe den Eindruck, dass mein gesamter Körper Farben tankt und sie in jeder Zelle für den langen Winter speichert.

Und so war der Blick vom Stackgrönnans Bootsmuseum über den Skellefteälven (Das Panorama lässt sich scrollen):

Ein Leben ohne Mops

Normalerweise schreibe ich hier über mein Leben in Schweden, doch heute liegt mein Fokus auf Deutschland. Denn dort ist gestern einer der Großmeister der Beobachtung, des Dialogs und des Timings gestorben: Loriot.

Dieser phantastische Künstler hat mein Fernsehleben begleitet, ob durch seine Figur des Hundes Wum (knapp drei Jahre nach mir geboren), seine grandiosen Sketche oder auch seine beiden Filme Ödipussi und Papa ante Portas. Als ich Kind war, lief auf meiner Musiktruhe „Ich wünsch’ mir ’ne kleine Miezekatze“ in heavy rotation und mein kleines Loriotbüchlein war fleddrig und abgegriffen vom immer wieder hineinschauen.

„Schau mal Opa, das schöne Klavier!“

„Ich will einfach nur hier sitzen“

„Nicht das, Dicki!“

„Wir haben uns für Aschgrau entschieden“

„Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken“

„Holleri du dödl di, diri diri dudl dö.“

Loriot

Lieber Loriot, vielen Dank für die vielen Meisterwerke, die Sie uns hinterlassen haben. Ohne Sie wird die Welt ein bisschen grauer sein.

Wer mehr über die Schweden wissen will, kann gerne Schwedenblogs lesen. Wer mehr über die Deutschen wissen möchte, der muss einfach Loriot schauen.

Und das tue ich jetzt …

Blogpause

Nun habe ich fast eintausendachthundert Norwegenfotos gesichtet, sechsundsiebzig davon für das Blog in Lightroom und Photoshop bearbeitet, norwegische und samische Namen von Bergen und Flüssen nachgeschlagen, bei Wikipedia recherchiert und als Ergebnis fünf lange Blogartikel über den Norwegenurlaub geschrieben.

Und da das alles viel Zeit gekostet hat, habe ich beschlossen, erst einmal eine Blogpause zu machen.

Viel Spaß beim Artikel lesen, es sind genug da ;-) . Und über Eure Kommentare freue ich mich weiterhin.

Bis bald,
Olaf

Blogpause

Phantastisch geht es mir hier im Urlaub in Norwegen und obwohl ich bei den Freunden auf den Vesterålen WLAN habe, verspüre ich überhaupt kein Bedürfnis, mich zurückzuziehen, um Fotos zu sortieren oder Blogartikel zu verfassen. Das kann ich machen, wenn ich wieder zu Hause bin.

Dann schreibe ich von der Fahrt nach Norwegen, zwei Wanderungen im Junkerdalen, der Fahrt über die Lofoten, den Tagen auf den Vesterålen mit phantastischen Bergwanderungen und von der noch anstehenden Zelttour im norwegisch-schwedischen Fjell/Fjäll.

Ein Jahr Schweden

Heute vor einem Jahr bin ich in Schweden angekommen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich übermüdet von der langen Anreise mit Rucksack, großer Tasche und zwei Koffern hier ankam. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter mir und ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass jetzt auch einfach mal ein bisschen Alltag einkehrt.

Dementsprechend habe ich den heutigen Tag – den ersten der vier freien Ostertage – weder gefeiert noch habe ich groß zurückgeschaut. Statt dessen habe ich einfach das schöne Wetter genossen und mit mir die gesamte Natur. Die Vögel haben getwittert, äh gezwitschert, die ersten Frösche waren draußen und die ersten wilden Blumen am Straßenrand blühen.

Nur mein Auto musste heute ein bisschen leiden. Gestern habe ich mit netter Nachbarshilfe Sommerreifen aufgezogen und heute bin ich ein bisschen gefahren. Dieser eine schöne Waldweg wurde allerdings immer schlechter und immer matschiger und nach einer Kurve sah er mehr aus wie ein Übungsgelände für Jeeps. Also musste ich rückwärts zurück. Um die Kurve. Mit Sommerreifen auf rutschigen Boden. Und prompt bin ich auch – so richtig schön Fahranfänger – ein bisschen vom Weg abgekommen und habe mich im weichen Straßenrand festgefahren. Na toll! Ich hatte aber (eigentlich eher für Schnee gedacht) vier schmale, alte Bretter dabei, die ich dann unter die Reifen gelegt habe. Und mit vielen Mal vorwärts und rückwärts rangieren, ungefähr zehn Mal den Motor abwürgen, durchdrehenden Reifen bei Motorgeheul und einigen Flüchen bin ich tatsächlich wieder auf den Weg gekommen und habe auch ganz schnell eine Stelle zum Wenden gefunden. War ich erleichtert! Es hat sich zwar beim Zurückfahren gezeigt, dass ich keine 100 Meter hätte laufen müssen, um Hilfe zu bekommen, aber ich war trotzdem sehr froh, das Auto alleine wieder frei bekommen zu haben. Heute gelernt: Sommerreifen haben ihre Grenzen und mein Auto ist kein Kettenfahrzeug.

Zum Schluss noch zwei kleine Winter-Frühjahrsvergleiche:

P.S.: Zum halbjährigen Jubiläum habe ich den hundertsten Beitrag geschrieben, heute zum einjährigen den zweihundertsten. Zufall oder deutsche Wertarbeit?