Zum Inhalt

Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

Zu den Funktionen

Bei Wildunglück …

Eigentlich muss ich erst im Januar zur „Bilbesiktningen“, dem schwedischen TÜV. Aber da ich im Januar schon auf großer Tour bin, habe ich den TÜV auf heute vorgezogen. Mit dem Hinweis, den Auspuff und die Bremsleitungen im Auge zu behalten, habe ich mein Auto wieder problemlos durch den TÜV gebracht. Toll!

Zum Schluss wies der TÜV-Prüfer noch auf einen Stapel leuchtendoranger Zettel mit der Frage, ob ich so etwas hätte. Nein, habe ich nicht. Ich könnte gerne einen mitnehmen. Auf dem Zettel stand „Viltolycka Ring SOS 112“ – „Wildunfall, Ruf SOS 112 an“. Und das Band kann man zum Absperren benutzen.

Viltolycka Ring SOS 112

Auf der Rückseite sind die Tiere abgebildet, bei denen man einen Unfall nach §40 der Jagdverordnung polizeilich melden muss:

Die meldepflichtigen Tierarten

  • Bär
  • Wolf
  • Vielfrass
  • Luchs
  • Elch
  • Damhirsch
  • Rothirsch
  • Wildschwein
  • Mufflon
  • Reh
  • Fischotter
  • Adler

Nun sind Unfälle mit Bär, Wolf und Luchs selten, die Tiere gibt es aber wirklich hier, wenn auch nicht direkt in Skelleftehamn. In Kusfors, 70 Kilometer von hier, wo ich Freunde habe, lebt seit Jahren ein Bär. Dort hat ein Freund dieses Jahr auch einen Wolf gesehen. Und anderthalb Dörfer weiter sind Luchsspuren entdeckt worden.

Die meisten Zusammenstöße geschehen mit Ren und Elch. Mich wundert, dass das Ren nicht mit aufgeführt ist, denn meines Wissens muss man auch bei einem Zusammenstoß mit einem Rentier die Polizei rufen. Da es allerdings keine wilden Rens im Norden gibt – alle gehören den Sámi – kann es sein, dass in diesem Fall nicht §40, sondern ein anderes Gesetz zur Anwendung kommt.

Von Januar bis März werde ich manche tausend Kilometer hier im Norden mit dem Auto zurücklegen. Die Bären werden schlafen, andere Tiere nicht. Wünscht mir Glück, dass mir keines vors Auto läuft.

8 Kommentare für „Bei Wildunglück …“

Sven schreibt:

Habe mich auch gewundert,dass das Ren nicht abgebildet ist,aber wie Du schon sagst….andere Meldestelle.
Hatte mal ein skelettiertes Rentier im Strassengraben liegen sehen.
Dann fahr schön langsam und bestehe den Elchtest.

Olaf Schneider schreibt:

Erst am Sonntag habe ich an mehreren Stellen Rens gesehen, bestimmt 50, 60 Stück insgesamt. Aber leider auch vor ein paar Wochen einen Laster, der gerade ein Ren überfahren hat.

Sandra schreibt:

Das Glück möge auf deiner ganze Reise in jeder Form dein Begleiter sein…!

Olaf Schneider schreibt:

Danke, Sandra.

Martin schreibt:

So wie man in Deutschland vor einer Radarfalle gewarnt wird, durch Lichthupe des Gegenverkehrs, so wurde ich in Schweden und Norwegen vor Tieren auf oder neben der Straße gewarnt. Bei wenig Verkehr auf den einsamen Straßen kann es schon mal sein, dass die Rentiere erst in 10 km Entfernung plötzlich auftauchen. Manchmal haben sie sich auch verdrückt. Aber lieber einmal zu viel warnen als einmal zu wenig. Und nach so einer Warnung fährt man eben ein gutes Stück sehr aufmerksam und langsamer.
Es ist sehr hilfreich, dass im Norden ein sehr breiter Streifen am Straßenrand sorgfältig von Büschen und Bäumen befreit wird. Ich habe an Durchgangsstraßen viele ungemütliche Situationen mit Rentieren erlebt, wo ich Glück hatte, dass nichts passiert ist. Elche, die richtig zügig losgelaufen sind, um unbedingt noch vor dem Auto über die Straße zu kommen gabs bei mir aber nur auf kleinen Nebenstraßen.
Wenn 400 km lang nichts los war, rechnet man nicht mehr jederzeit damit, dass plötzlich 5 Rentiere gemütlich über den zugefrorenen Asphalt trotten. Wie man sich darauf vorbereiten soll, weiß ich auch nicht recht.
Viel Glück und lass Dir den Spaß am Fahren im Norden bloß dadurch nicht verderben!
Martin

Olaf Schneider schreibt:

Hallo Martin,

es hat ein bisschen gedauert, bis ich gelernt habe, dass Lichthupe für Rentieren und nicht vor der Polizei warnt. Eine gute Sache. Ansonsten sollte man auch sehr auf Stecken mit schwarzen Müllsäcken als Fahne achten, denn so markieren die Sámi, die ja genau wissen, wo sich ihre Tiere herumtreiben die Stellen, wo man aufpassen muss.

Ich versuche so gut aufzupassen, wie es geht, aber wie Du schreibst, kann das eine Herausforderung sein, wenn man ohne jegliches Ereignis hundert Kilometer lang nur durch den Wald gefahren ist. Da hilft es nur, häufig Pause zu machen. Die kann man ja auch zum Fotografieren nutzen …

Ma HB schreibt:

Lieber Olaf,
ich weiss, dass Du am Leben hängst und sehr vorsichtig sein wirst bei Deiner langen Tour. Ich wünsche Dir ausserdem das Glück auf Deiner Seite und keine Konfrontation mit „Grossen Tieren“.
Wenn Du erst heil wieder zurück bist, bin ich sehr froh.
Gruß Ma HB

Kommentieren

Ich freue mich auf Eure Kommentare.

  • Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.
  • Dieses Feld musst Du nicht ausfüllen.
  • Diese Abfrage schützt das Blog vor Spam.
  • Du kannst html benutzen: <a href="">, <em> und <strong>.

Du kannst Antworten zu diesem Beitrag folgen und ein Trackback von Deiner Seite machen.