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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Ein Flug zum Ohrenarzt

Am Freitag musste ich früh aufstehen, denn um halb sieben startete das Flugzeug nach Stockholm, wo ich am Vormittag einen Termin bei einem Ohrenarzt habe. Wie es kommt, dass ich für einen Arztbesuch nach Stockholm fliege, kann man hier (Teil 1) und hier (Teil 2) nachlesen.

FrühstückVermutlich hat die Krankenzusatzversicherung keinen normalen Sitzplatz mehr für mich bekommen, immerhin hatte ich ja am Mittwoch erst mit ihr gesprochen. So kam ich in den Genuss von SAS Plus, welches bedeutet, dass ich in einer der vorderen Sitzreihen sitzen durfte (egal!) und ein Frühstück bekam (schon nett!). Eine gute Stunde später landeten wir bei dichtestem Nebel in Arlanda, eine weitere Stunde später verließ ich den Flugbus in Stockholm und lief gemütlich in Richtung Norden zum Sophiahemmet, Schwedens größtem privaten Krankenhaus. Dort hatte ich noch eine Stunde Zeit und wurde dann aufgerufen.

Nach einer viertel Stunde mit dem Facharzt war ich ein wenig klüger, vor allem aber um vieles erleichterter: Das Trommelfell ist in Ordnung, auch sonst hat der Arzt in Ohren, Hals und Nase nichts gefunden. Ich habe erfahren, dass Fliegen kein Problem ist und ich mir mit Nasenspray die Ohrenbeschwerden bei der Landung abmildern kann. Ich habe erfahren, dass Musik und Geräusch auch kein Problem ist, ich mich also nicht akut besonders schützen muss. Dann habe ich eine Cortisontherapie verschrieben bekommen, weil dies laut Ohrenarzt das Einzige ist, was man bei Tinnitus überhaupt machen kann. Sollte nach fünf Wochen keine Verbesserung aufgetreten sein, solle ich über die Versicherung einen telefonischen Termin mit dem Arzt vereinbaren, wo man schaut, was man machen kann. Zum Beispiel mit Magnetresonanztomographie sich das Ganze mal genauer anschauen. (Noch ein Flug nach Stockholm in diesem Falle?)

Dann hatte ich frei. Ich war kurz in unserem Büro in Stockholm (mitten in der Innenstadt, zentraler geht’s nicht!), habe mit einem Kollegen Mittag gegessen und bin den Rest des Tages herumgelaufen, denn der Rückflug von mir ging auf eigenen Wunsch erst um zwanzig nach neun. Doch an diesem Tag hatte ich keine Ruhe für Stockholm. Ich war müde und hatte weder Lust auf lange Fußmärsche, noch auf Shoppen oder ausgiebiges Fotografieren.


Ein paar Stockholmgedanken:

Deutscher LeckerbissenDas Mittagsbuffet beim Asiaten find ich richtig gut, da kommt in Skellefteå keines der Restaurants auch nur annähernd heran. Mein Kollege fand das Essen eher mittelprächtig. In Stockholm ist man wohl anderes gewöhnt.

Zufällig kam ich wieder beim deutschen Bäcker vorbei. Dieses Mal hatte er offen und ich habe mir eine leckere Mohnschnecke gekauft. Preis: Etwa 2 Euro 50. Ein Ökoroggenbrot lag bei 10 Euro, sah aber auch sehr lecker aus.

In Stockholm wartet man wohl minütlich auf einen arktischen Wintereinbruch. Was dort an dicken Daunenjacken und pelzbesetzten Winterparkas getragen wurde, hat mich ein bisschen verblüfft, denn wir hatten Temperaturen bis 16 °C und mir war selbst meine leichte Baumwolljacke zu warm.

Stockholm wirkte auf mich dieses Mal extrem mondän. So mancher gehaargelter Businessmann und so manche aufgebrezelte Modefrau kam mir entgegen. Bei den letzteren musste ich mir manchmal fast die Nase zuhalten, da sie oft von einer starken Parfümwolke umgebenen waren; da ist mir der Stockholmer Automief ja noch lieber. In den Einkaufsstraßen dann die entsprechenden Modefummelläden. Preise in der Auslage: Keine. Wer in so einen Laden geht, achtet vermutlich nicht groß aufs Geld.


Nickerchen auf Skeppsholmen in StockholmIrgendwann bin ich über die Brücke auf die Insel Skeppsholmen gegangen. Dort habe ich am Ufer eine große, lange Bank gefunden und eine viertel Stunde geschlafen. Es war windig und dort war ich über die Jacke doch froh. Danach war ich ein bisschen erholter, lief hier und dort umher, bis ich um sieben den Flugbus zurück zum Flughafen Arlanda genommen habe. Eine Stunde später war ich wieder in Skellefteå, wo mich 2 °C und dichter Sprühregen empfingen. Zumindest war es nicht glatt, denn ich habe noch Sommerreifen auf dem Auto und im Inland ist am gleichen Tag kräftig Schnee gefallen. Glück gehabt. Um elf war ich wieder von meinem Arztbesuch zu Hause.


Noch einige Bilder von Stockholm:

Goldener Elch über einem HauseingangBlick von der Brücke zu SkeppsholmenRiesenpfützeNybrovikenBlick vom StadshusCrokus-Statue beim Stadshuset

9 Kommentare für „Ein Flug zum Ohrenarzt“

Tilmann schreibt:

Ja, die deutsche Bäckerei ist richtig gut!
Ich glaube, dass Moderne Museum zeigt gerade eine Fotoausstellung. Das Museum liegt ja auch auf Skeppsholmen. Naja die Ausstellung ist vielleicht auch das nächste Mal wenn Du in Stockholm bist zu sehen.
/Tilmann

Olaf Schneider schreibt:

Ich glaube, es gibt jede Menge Fotoausstellungen, Tilmann aber ich hatte vorgestern auf Ausstellung oder Museum überhaupt keine Lust.
/Olaf

Pia schreibt:

Lieber Olaf,

ein Glück, daß es am Ende nichts Dramatisches am Ohr war! Ich hoffe, Dir hilft die Kortisontherapie, denn als Musiker ist das Ohr für Dich ja extrem wichtig.

Lustig: dort, wo Du auf der Bank in STO geschlafen hast, habe ich schon oft am späten Abend gesessen, die Ruhe abseits des Zentrums genossen und auch das Foto aufgenommen, das bei FB mein Profilbild ist. Du warst quasi auf einem meiner Stammplätze.. ;-)

Du meinst sicher die deutsche Bäckerei, wenn man die Drottninggatan weiter hoch geht auf der rechten Seite? Dort habe ich auch schon mal vor Roggenbrot für 14 Euro gestanden, war dann aber doch zu geizig, um mir so etwas zu gönnen. ;-)

Im Stadtzentrum halte ich mich auch nur sehr wenig auf, meist bin ich auf Söder, in Kransen (Midsommarkransen), auf Djurgarden oder weiter außerhalb unterwegs.

Annika schreibt:

Ob ich ohne Vollkornbrot leben könnte, weiß ich wirklich nicht… gibts das auch bei amazon?

Olaf Schneider schreibt:

@Pia: Nächstes Mal, wenn ich in Stockholm bin, versuche ich einen Platz zu fotografieren, denn Du nicht kennst. Aber ich bezweifele, dass ich das schaffe.

Ja, das ist die gleiche Bäckerei, die Du meinst.

@Annika: Vollkornbrot von Amazon. Gute Idee. Wenn das hier ankommt ist es so hart, dass ich damit die Schaufensterscheibe im Uhrenladen einwerfen kann. Und dann habe ich genug Geld für frisches Vollkornbrot.

Olaf Schneider schreibt:

Brot darf bei mir rustikal und hart und notfalls auch trocken sein, aber eingepacktes Brot mag ich überhaupt nicht. Daher wird Amazon sein Brot nicht bei mir loswerden können.

Pia schreibt:

Lieber Olaf,

das wage ich auch zu bezweifeln… ;-)

Ich kenne Stockholm besser als alle deutschen Städte, in denen ich je gelebt habe. Vermutlich, weil ich vor lauter Begeisterung jedes Detail aufsauge wie ein Schwamm.. ;-)

Aber challenge accepted: bin gespannt, ob Du mal was postest, das ich absolut nicht zuordnen kann. (Einzelner Pflasterstein gilt nicht. ;-) )

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