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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Meer statt Wald

Gestern bin ich Kajak gepaddelt und habe mir ein kleines Stück Wald auf der Insel Norrskär angeschaut. Mehr als 80 Meter konnte man dort aber ohnehin nicht in den Wald laufen, ab dann liefe man wieder hinaus …

Heute wollte ich in den Wald und habe mir den Bureberget als Ziel ausgesucht, denn dort hat man Wald, Fels, Wasser (vor allem auf dem Weg) und auch eine schöne Aussicht auf das Meer. Da ich recht früh aufgewacht bin, war ich um acht schon unterwegs.

Etwa 50 Meter vor der Einfahrt zu dem Kiesweg, wo ich immer parke, sah ich ein kleines Warnschild auf die Straße gestellt. „Jakt med drivande hund“ stand darauf.

Jakt med drivande hund

Ach ja, es ist ja September und damit Elchjagd in Schweden. Nun werden wieder überall Jagdgesellschaften unterwegs sein und man sollte sich knallbunt anziehen, wenn man zur Zeit in Schwedens Wäldern unterwegs sein will. Ich denke an meine Jacke im Kofferraum, sie ist waldgrün und eignet sich für vieles, aber nicht dafür, im Wald gesehen zu werden. Damit hat sich mein Plan mit dem Wald erledigt.

Ich fahre weiter, noch kein neues Ziel im Sinn. Neben jedem Hochsitz steht ein Auto und auf jedem Hochsitz sitzt ein Mann mit Jacke in neonorange. Jagd. Bald bin ich in Burvik, wo ich links nach „Burvik N“ – nördliches Burvik abbiege. Der Weg führt um einen Hof und gabelt sich. Ich kenne mich hier nicht aus und wähle rechts. Nach einer Kurve zeigt ein Schild nach links: Storön 7 km. Prima, dort geht es also weiter, denke ich und biege ab.

Auch auf dieser Straße sind die Hochsitz mit Jägern besetzt. Die nächste Jagdgesellschaft? Willkommen bin ich vermutlich nicht, aber die Straßen sind öffentlich und ich kann ja nicht den ganzen September nur die E4 hoch- und runterfahren. Storön selbst entpuppt sich als eine Amsammlung von Sommerhäusern und es gibt noch nicht einmal die Möglichkeit, irgendwo zu parken, es sei dann auf einem der Privatgrundstücke. Nun, das ist nichts außergewöhnliches, mir scheint der Großteil der kleinen Wege nur dazu zu dienen, bequem mit dem Auto zum Sommerhaus zu kommen.

Ich fahre die Stichstraße wieder raus und weiter die Hauptstraße – auch nur ein Kiesweg, bis ich an einer Kreuzung stehe. Rechts ist die Schranke runter und ich laufe zu Fuß los. Ich lande auf der Halbinsel Flakaskäret, die ich aber nicht so spannend finde. Nach anderthalb Stunden bin ich wieder am Auto, steige ein und fahre den linken Weg hinein. Dieser führt eine Weile durch den Wald und hört irgendwann mittendrin auf. Dort stelle ich das Auto ab, denn von dort aus ist es nicht mehr weit zum Meer und dort ist es richtig schön.

Am Ufer von VånörenAm Ufer von Vånören

Ich bin durch Zufall auf der Halbinsel Vånören gelandet, die ich bis jetzt nur von der Karte kenne. Ich laufe ein Stück den Stein- und Felsstrand entlang, bis ich irgendwann wieder umkehre, denn ich habe nur Wasser und nichts zu essen mit. Schön blöd! Als ich mit dem Auto zurückfahre, sind die Jäger verschwunden und es ist helllichter Tag.


Eine Wort-für-Wort-Übersetzung des Warnschildes ist übrigens „Jagd mit treibende Hund(e)“. Ich schaue ein bisschen im Internet und lande schnell auf der deutschen Wikipediaseite zum Thema Brackierjagd. Dort ist von Fuchs und Hase die Rede, nicht von Elch. Jetzt frage ich mich, was dort wohl gejagt wurde. Ich muss aber zugeben, dass mein Interesse daran nicht groß genug ist, um mich durch schwedische Jagd-Websites zu lesen. Wenn ein Blogleser sich damit auskennt, ist er mehr als willkommen, mich in einem Kommentar aufzuklären. Vielleicht war aber auch einfach nur der Text auf dem Schild falsch.

6 Kommentare für „Meer statt Wald“

Annika schreibt:

Aber deutlich weniger Wasser auf dem Weg, wie mir scheint :-)

Olaf Schneider schreibt:

Meinst Du den Weg da oben? Der ist auf einer Kuppe und bestimmt 80 Meter über dem Meeresspiegel. Wäre der unter Wasser, hätten wir hier ein gewisses Problem …

Annika schreibt:

Oh :-) Ich bin nur ganz unkritisch dem Link gefolgt und fand hier und heute weniger Nass…

Olaf Schneider schreibt:

Wäre keine Jagd gewesen, dann wäre ich wahrscheinlich wieder dem überfluteten Weg gefolgt, zumindest teilweise.

Kalle schreibt:

Das kann auch eine Treib/Drueckjagd sein. Dort kommen ebenfalls Hunde zum Einsatz (wenn auch andere). Das ist fuer Elche wahrscheinlicher.

Olaf Schneider schreibt:

Ich habe auch erst an eine Treibjagd gedacht, war mir dann aber unsicher, was den Begriff „drivande hund“ angeht. Den Begriff Drückjagd habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört, aber die Wikipediaerklärung passt zur Elchjagd wohl recht gut.

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