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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Abendliche Bootstour

Heute um fünf habe ich den Rechner im Büro heruntergefahren und damit das Wochenende eingeleitet. Auf dem Weg zum Bus, habe ich an T und J denken müssen, gute Freunde, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Es wäre nett, sie mal wieder zu treffen. Fünf Sekunden später schaue ich auf und die beiden stehen an der anderen Straßenseite vor mir.

Nach einer herzlichen Begrüßung mit Kram – Umarmung – haben sie mich (a) mal zum Bootsfahren eingeladen und (b) erzählt, dass sie heute noch mit dem Boot raus wollen. Aus (a) und (b), dachte ich, folgt doch (c): Warum nicht eine Bootsfahrt heute zusammen machen?

Anderthalb Stunden später waren wir auf dem Nördfjärden. J sah Fische auf dem Echolot und T hat geangelt, wenn auch an diesem Tag ohne Erfolg. Ich habe mich mehr der Landschaft gewidmet und – wie schon heute früh bei der Fahrt ins Büro – die erste Herbstfärbung an einigen Bäumen erkennen können. Der Hochsommer ist vorbei.

Erste Herbstfarben am UferAngeln – heute ohne Erfolg

Dann sind wir flussaufwärts bis Bergsby gefahren, das ist eine geruhsame Fahrt, denn hier gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 Knoten (etwa 9 km/h). Als wir auf der Rückfahrt wieder in breiteren Gefilden waren und dort 20 Knoten gefahren sind, war ich über die Kapuze der eigentlich zu warmen Jacke doch froh, denn bei 10 Grad merkt man den kühlen Wind recht deutlich. Nach einem kleinen Schlenker zur Bootstankstelle sind wir wieder in Ursviken angekommen. Leider habe ich überhaupt nicht daran gedacht, meine Badesachen mitzunehmen, sonst hätte ich es T und J gleich getan und auch gebadet.

Geruhsame FlussfahrtSpätsommerbad im Fluss

So kann ein Wochenende gerne für mich beginnen. Freunde, Boot, schönes Wetter. Ich bin froh, heute noch rausgekommen zu sein, denn am Wochenende werde ich trotz der schönen Wettervorhersage drinnen hocken: Schon am Dienstag war die erste Kammerchorprobe nach der Sommerpause, morgen und übermorgen ist Chorwochenende. Dieses Mal singen wir Brahms, Ein deutsches Requiem, welches genau so unschwedisch ist wie der Rachmaninov letztes Jahr und bestimmt genau so viel Spaß macht zu singen. Am Dienstag haben wir uns schon einmal durch die ersten beiden Chöre geschummelt – Blatt singen der anspruchsvollen Art – und ich freue mich auf die morgige Probe.

12 Kommentare für „Abendliche Bootstour“

Hannah Karlsson schreibt:

Ui, toll! Braucht ihr noch Soprane oder Bratschen?

Olaf Schneider schreibt:

Sopran vielleicht, Bratsche hingegen würde ein bisschen lustig aussehen, weil wir nicht mit Orchester, sondern mit Klavier vierhändig auftreten. Die Version kommt übrigens von Brahms selbst. Ich bin vor einem halben Jahr gefragt worden, ob ich einen der Klavierparts übernehmen möchte, habe aber dankend abgelehnt, denn der tolle Klassikpianist bin ich nicht und Brahms hat’s in sich. Außerdem wollte ich ja zum Singen in den Chor und nicht zum Klavierspielen.

Hannah Karlsson schreibt:

Oja, das wäre ne coole Version: zwei Klaviere und obligate Bratsche! (Die Bratschenstimme ist soooo schön, das bekommt kein Pianist der Welt adäquat hin…) Und gegen Aufpreis würde ich dann zusätzlich noch Sopran mitsingen… :-D

Olaf Schneider schreibt:

Es gibt auch eine Version für zwei Klaviere und Pauke. Aber ich weiß nicht, wo dann die Bratsche bleibt.

Annika schreibt:

Mit Bratsche würde ich’s mir bestimmt angucken kommen :-)

Annika schreibt:

Aber zum Bootfahren im Spätsommer käme ich auch!

Olaf Schneider schreibt:

Das Probenwochenende war sehr intensiv, denn wir haben das gesamte Werk von vorne bis hinten durchgesungen. Was für ein geniales Werk! Die Aufführungen sind am 8. und 9. November. Komm gerne vorbei, auch wenn ich vermute, dass die meisten Bootsbesitzer ihre Boote dann schon längst zum Überwintern an Land haben.

Hannah Karlsson schreibt:

Ei prima, dann bist Du schon gut eingesungen und kannst gleich mitmachen, wenn ich dieses eine meiner Lieblingslieder eine Woche später in Süddeutschland spiele… :-)

Olaf Schneider schreibt:

Süddeutschland ist zu weit weg. Umeå wäre ok ;-)

Hannah Karlsson schreibt:

Also Südschweden gewissermaßen, von Skelleftehamn aus gesehen… :-D

Annika schreibt:

Ich komm auch zum Gummistiefel-Pfützen-Hüpfen, wenn das mit dem Bootfahren nicht gelingt. Die Frage ist, ob man mich lässt… November klappt glaubich noch nicht :-/

Olaf Schneider schreibt:

November klingt ein bisschen früh, wenn Du gerade gestern mit Deinem neuen Job angefangen hast. Aber Winter ist ja auch nicht so schlecht …