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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Mit dem Kajak nach Långhällan

Mit dem Fahrrad war ich schon da, mit dem Auto war ich schon da, im Sommer und im Winter. Auf Skiern war ich schon da und sogar Teile schon zu Fuß. Aber mit dem Kajak bin ich noch nie nach Långhällan gefahren. Heute war der Tag dafür: Schönes ruhiges Wetter und nicht zu heiß. Da ich doch einiges Zeugs brauchte, bin ich mit dem Auto zum Strand gefahren und habe dann das Kajak rückwärts von seinem momentanen Liegeplatz ausgeparkt. Wenig später lasse ich das Festland hinter mir und steuere Själagrundet an, eine Erhebung irgendwo zwischen Insel und Kiesbank.

Rückwärts ausparkenTourstart

Själagrundet gehört den Möwen. Wäre ich dort in der Nistzeit angelandet, wäre das Geschrei vermutlich groß gewesen, aber jetzt sind wohl alle Möwen flügge und die kleine Insel verlassen. Doch deutlich sieht man, wo die Möwen gerne hocken, vor allem mancher großer Felsen ist fast vollständig weiß.

SjälagrundetMöwenfelsen

Bis jetzt bin ich im T-Shirt und mit Schwimmweste gepaddelt. Da zwischen Medgrundet, der nächsten Insel und Snusan, der übernächsten fast zwei Kilometer liegen, ziehe ich jetzt den Trockenanzug an, sicher ist sicher. Bei Medgrundet werden die Wellen ein bisschen höher, sind aber so lang, dass die Fahrt weiterhin ruhig ist. Nun ist mir auch wieder warm, denn T-Shirt war bei 12 °C Frühtemperatur doch ein bisschen wenig und die Sonne hat sich noch nicht groß gezeigt. Große Wolkenfelder werfen ihren Schatten. Zwei, drei Paddelkilometer später lege ich am Südufer von Snusan an.

SchichtwolkenmeerAngelandet

Bestand Själagrundet noch aus einem Haufen runder Steine und Felsen, hat Snusan soliden Felsen zu bieten und am Nordufer bricht sich die Gischt. Hoch ist die Insel nicht, aber als ich auf einen großen Stein klettere, habe ich Ausblick über die flache Insel und auch auf mein nächstes Ziel – die Insel Kågnäshällan mit ihrem weißen Leuchtturm.

Gischt am NorduferFelsinsel Snusan

Blick über Snusan und auf Kågnäshällan, die nächste Insel

Auf Kågnäshällan mache ich Mittagspause und bereue, dass ich vor kurzem wieder aufgehört habe, Süßigkeiten zu essen. Schokolade wäre jetzt toll! Aber Käsebrot und Joghurt machen auch satt. Natürlich muss ich den Leuchtturm fotografieren.

Der Leuchtturm auf KågnäshällanDer Leuchtturm auf Kågnäshällan

Am Horizont schweben halbe Schiffe und gespiegelte Baumwipfel. Auch auf dem Meer gibt es Luftspiegelungen. Wie gut, dass ich mein Tele dabei habe. (Als ich vom Kajak aus den Adler gesehen habe, war das Tele natürlich unerreichbar in einem Packsack in einer Packluke verstaut. Typisch!) Doch genug Pause gemacht, jetzt will ich noch einmal mit dem Kajak am Leuchtturm vorbei und dann das kleine restliche Stück nach Långhällan.

Fata MorganaKågnäshällan vom Boot aus

Ein bisschen aufpassen muss ich, denn hier gibt es viele Untiefen und überall brechen sich die Wellen. Gut, dass sie nicht so hoch sind. Doch Långhällan, welches eine meiner Lieblingsstellen ist, enttäuscht vom Wasser aus. Die Felsen sind keine zwei Meter hoch und nur halbherzig mache ich ein Beweisfoto. Da faszinieren mich die unterschiedlichen Farben des Meeres wesentlich mehr. Jetzt ist das Meer richtig zweigeteilt: Links strahlend blau und rechts diesig grau.

Blick auf LånghällanZweigeteilte See

Nun bin ich auf dem Rückweg. Der wird eine Ecke länger sein, denn ich will nicht wie beim Hinweg quer übers Meer von Insel zu Insel paddeln, sondern gemütlich an der Küste zurück. Schnell kommt das Fischerdorf Kågnäsudden, deren Häuser nur im Sommer als Freizeithäuser genutzt werden, in Sicht. Ich werde ein bisschen fotofaul. Meine Rücken- und Schultermuskeln sind ein bisschen beleidigt, sie haben sonst so selten etwas zu tun und kennen es noch nicht, dass ich auch mal eine etwas längere Paddeltour mache. Erst bekomme ich einen kleinen Schreck: noch 16 Kilometer nach Hause! Aber mir fällt schnell ein, dass meine Karte 1:50000 und nicht 1:100000 als Maßstab hat. Trotzdem kürze ich an manchen Stellen ab, man muss nicht in jede Bucht hineinfahren. Trotzdem dauert es ein bisschen, bis ich die Insel Björkskär erreiche.

KågnäsuddenBjörkskär voraus

Von dort aus sind es noch etwa drei Kilometer bis zum Startpunkt. Etwa sieben Stunden nach dem Aufbruch bin ich wieder an Land und wenig später zu Hause. Ein guter Tag.

11 Kommentare für „Mit dem Kajak nach Långhällan“

Annika schreibt:

Er teilt das Meer!! Sind Dir Zwergpiraten begegnet?

Olaf Schneider schreibt:

Ich habe keine gesehen, aber Tratschwellen. Aber die haben komischerweise nichts gesagt.

Annika schreibt:

Ich wette, sie haben. Man muss genau zuhören. Und Du hast ja auch gesagt, wenn alle durcheinanderquatschen, hast Du Schwierigkeiten ;-)

Ricarda schreibt:

Das Bild „Blick über Snusan“ gefällt mir sehr und lädt irgendwie zum Verweilen ein……man möchte sich am liebsten dort auf die Felsen setzen und verträumt auf die Wellen gucken…..

Finde es ja klasse, daß Du immer so viel unterwegs bist. Aber Arbeiten tust Du schon auch ab und zu, oder ?? (grins)

Wünsche Dir weiterhin einen schönen Sommer – obwohl, man könnte nun fast schon Spätsommer sagen, zumindest hat es hier ab und zu den Anschein.

Liebe Grüsse

Olaf Schneider schreibt:

@Annika: Ich glaube, dass die hier einfach ein bisschen mundfaul sind.

@Ricarda: Das war eine schöne Stelle, man darf aber nicht zu genau hinschauen, denn dann sieht man das grüne Algenzeugs in jeder Pfütze und auch immer mal wieder eine halbe tote Möwe.

Heute regnet es den ganzen Tag. Das ist nach diesem warmen und (zu) trockenen Sommer ziemlich ungewohnt. Sogar die Heizung habe ich tatsächlich wieder angestellt.

Annika schreibt:

Hier hat es bei Ankunft auch gegossen…aber immer noch 18°C. So kann man sich auf den Herbst freuen!

Annika schreibt:

Schichtwolkenmeer gefällt mir ja sehr! Und das Felsinselbild, und überhaupt. Wie gerne wäre ich jetzt da…

Olaf Schneider schreibt:

„Jetzt“ da wäre ein bisschen blöd, es pladdert gerade bei 13 °C.

Annika schreibt:

Gehört doch auch dazu. Und hier isses nicht besser.

Olaf Schneider schreibt:

Ja, das schon, und mein Garten lechzte auch nach Regen. Aber hätte es am Sonntag so geregnet, hätte ich die Tour nicht gemacht. Bis auf einen kurzen Versuch bei Schneefall bin ich eher ein Schönwetterpaddler.

Annika schreibt:

Ich hab auch nicht zwingend an Kajak gedacht ;-) Egal in welcher Form. Nur da :-)

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