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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Hund, Katze, Vogel, Krebs

Letzte Woche hatte ich noch einmal Besuch von Annika, die schon einige Wochen zuvor hier war. Unter der Woche musste ich leider arbeiten, aber am Wochenende waren wir zusammen in Kusfors, um dort den Geburtstag von Lasse – einem meiner besten Freunde hier – zu feiern. Da wir am Freitag hinein gefeiert haben, aber auch am Samstag Abend Gäste da waren, kamen wir in den Genuss von gleich zwei Geburtstagsfeiern.

Am Freitag wurde es erwartungsgemäß ziemlich spät, daher wurde aus dem gemeinsamen Frühstück eher ein Brunch. Dabei haben Lasse und wir einige Pläne für seinen Geburtstagstag gemacht und den Rest des Tages dann damit verbracht, die Pläne zu ignorieren. Sehr entspannend!

Erst haben wir kurz bei Flarken vorbei geschaut, einem Hof unweit von Kusfors. Diesen Hof haben Daphne und Fabien, die ebenfalls aus Frankreich stammen, vor zwei Jahren gekauft, um hier Hundeschlittentouren und mehr anzubieten. Die Aufregung war groß bei den 40 Huskys. Gäste, da kann man auch schon mal ein bisschen heulen! Und wie die meisten Huskys waren auch diese hier echte Schmusebacken, die sich wohl stundenlang hätten streicheln lassen können.

Einer der auf Flarken lebenden HuskysSehr lieb und verschmust

Auf Flarken steht auch ein Achtung-Warnschild. Es warnt allerdings nicht vor den Hunden, sondern vor Mücken mit großen, scharfen Zähnen!

Achtung Mücke!

Wieder in Kusfors zeigte Bacchus, der Kater Zähne. An diesem Tag hat er eine Ratte (oder ein ähnlich großes Nagetier) und eine Maus erlegt und ratzeputz aufgefressen. Er hat auch versucht, Vögel zu fangen, aber dafür waren die Vögel zu schnell, auch wenn es einige Male ziemlich knapp war. Aber Bacchus kann auch faul sein, genau so wie manchmal ich …

Bacchus als JägerFaul mit Kater (Foto: Annika Kramer)

Das freut die Vögel bestimmt, denn hier gibt es gutes Futter und die kleinen Piepmätze sind so zutraulich, dass auch ich mich an sie nah heran robben kann, ehe sie dann doch ein Stückchen weg flattern. Der Vogelsenior war allerdings sehr müde und hatte die Augen meistens geschlossen. Ihn fand Bacchus zum Glück völlig uninteressant.

Ein munterer Grünfink (oder?)Ein sehr müder Vogelsenior

Wir wollten zu einem Badesee, haben aber an einem anderen See angehalten, da dort Freunde grillten. Dort haben wir ebenfalls gegrillt und einige von uns auch gebadet. Schwimmen war toll, beim Stehen steckte man allerdings tief im moorigen Seeboden.

MoorseeSteg am Moorsee

Zu Hause sind wir zu dritt in den Wald gegangen, um Heidelbeeren zu sammeln. Wir haben aber fast keine gefunden. Ich hatte schon gehört, dass es wegen der Trockenheit wenige Blaubeeren gibt dieses Jahr, aber vielleicht waren auch einfach die gewerblichen Beerenpflücker schon da. Nun, da kann man nichts machen, dachte ich und legte mich faul auf das Gras.

„Faul sein ist wunderschön“

Am Abend kamen ja noch andere Gäste und die haben Krebse mitgebracht. Das Krebsessen im August ist ein schwedischer Brauch, der meistens von lustigen Papierhütchen und nicht unwesentlichen Mengen Schnaps begleitet ist. Schnaps gab es nicht und Partyhütchen ebenso wenig. Ehrlich gesagt hätten von mir aus sogar die Krebse fehlen dürfen, die ich nun zum ersten Mal gegessen habe. Was für ein Aufwand, um an ein paar Gramm Fleisch zu kommen und auch auf das Aussaugen kann ich verzichten. Mit sind Garnelen lieber, denn sie sind leichter zu pulen und schmecken mir auch besser. Als ich von all den anderen leckeren Dingen satt war, habe ich mir lieber den fast vollen Mond angeschaut, der warm leuchtend zwischen den Bäumen aufging.

KrebseFast Vollmond

An diesem Wochenende habe ich mir übrigens das erste Mal seit drei Wochen wieder etwas über das T-Shirt gezogen, weil es mir sonst ein bisschen frisch war. Die heißen Hochsommertage sind wohl vorbei und dunkel wird es auch wieder. Es darf gerne noch warm bleiben, aber ich freue mich schon aufs erste Polarlicht.

4 Kommentare für „Hund, Katze, Vogel, Krebs“

Annika schreibt:

Schön war’s!

Olaf Schneider schreibt:

Das fand ich auch!

Jörg schreibt:

Der ganze Bericht atmet von spätsommerlicher Gemütlichkeit. Man möchte auch so faul in der Sonne liegen wie Kater Bacchus und die frische, schon leicht kühl werdende Luft riechen. Das einzige, was unstillbaren Neid verhindert, ist das furchterregende Mückenbild! Ha!

Olaf Schneider schreibt:

Und am ersten Abend waren auch richtig viele Mücken da und wir sind schließlich reingegangen. Sonst war es aber sehr friedlich mit den Mücken dieses Jahr, vielleicht auch der Trockenheit wegen.