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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Abschied vom Winter – die erste Kajakfahrt

Sollte es wirklich so sein? Dass ich frei habe und schönes Wetter ist und kein Sturm? Dann steht der ersten Runde mit dem Kajak ja nichts mehr im Wege, denn das Meer ist schon seit Ende Februar offen.

Es gibt einige Plätze, wo ich das Kajak einsetzen kann: Storgrundet (noch eisbedeckt), gleich um die Ecke (nur schön, wenn auch die Bucht Kurjoviken und der Fluss schon frei sind) oder bei der Lotsenstation, die etwas weiter weg ist. Ich habe mich für letzteres, die Lotsenstation entschieden. Mit dem Hüftgurt, mit dem ich sonst die Pulka ziehe, konnte ich mein Kajak bequem die zweieinhalb Kilometer zum Einsetzpunkt ziehen und dabei die Arme baumeln lassen.

Wenig später lag das Boot auf einer Eisscholle am Steinufer und eine Minute später war ich im Wasser. Mein Ziel war die Eiskante, denn ein geschützter Teil der Ostsee zwischen Festland und Inseln ist noch komplett eisbedeckt. Die Fahrt ging überraschend leicht und das kenne ich ja schon von Fahrradtouren: Geht es leichter als erwartet, dann hat man Rückenwind und muss das alles gegen den Wind wieder zurück.

Die erste Kajaktour 2014An der Eiskante

Ich bin dann in eine schmale Lücke im Eis hineingefahren und habe fest damit gerechnet, rückwärts wieder hinauszumüssen. Das Kajak hat stattdessen aber den Riss im Eis erweitert und eine große Eisscholle abgespalten und so konnte ich, vom Wind unterstützt, weiter geradeaus paddeln.

Geht’s da weiter? Ja!

Dicht am EisEine Eisscholle löst sich und treibt seewärts

Wieder bin ich in eine Lücke hineingefahren, aber dort ging es nicht weiter und ich musste rückwärts wieder hinaus.

Geht’s da weiter? Nö!

Bald war ich recht nah den Inseln Bredskär und Klubben. Ich wäre gerne um sie herumgepaddelt, um an der anderen Seite des eisbedeckten Teiles anzulanden, aber der ablandige Wind war doch ziemlich frisch und so bin ich an der Eiskante vor den Inseln umgekehrt. Und die Schokolade, die ich auf einer der Inseln essen wollte, kann man ja auch zu Hause naschen.

Eis vor BredskärEisschollen

Wendepunkt

Das paddeln gegen den Wind ging einfacher als erwartet und bald war ich wieder am Steinufer der Halbinsel Näsgrundet bei der Lotsenstation. Ich schaute einmal noch auf das Eis draußen und habe mich deutlich vom Winter verabschiedet. Jetzt soll der Frühling kommen! Dann bin ich mit dem Kajak im Schlepptau nach Hause gelaufen.

FrühlingsboteEs war überraschend warm und am Straßenrand habe ich kleine Kätzchen als Frühlingsboten gefunden. Es ist schon lustig, wie die Leute schauen, wenn man ein Fünfmeter-Kajak hinter sich herzieht. Auch meine Nachbarn kamen mir mit den Hunden entgegen und sagten, heute sei der wärmste Tag: Jetzt schon 10 °C. Na, das passt ja zum Frühling. Und morgen, nach der Zeitumstellung geht die Sonne erst kurz vor halb acht unter. Herrlich!

2 Kommentare für „Abschied vom Winter – die erste Kajakfahrt“

Margrit Schneider schreibt:

Lieber Olaf, eine kurze Zeitreise: Vor ein paar Tagen noch beim Weihnachtsmann – nun „ankajaken“ (man sagt ja auch „anbaden“) im Frühlingswetter. Die Eisschollen werden bald verschwinden, dann hast Du freie Fahrt. Weiter gute Zeit!
MA HB

Olaf Schneider schreibt:

Auch das Wetter macht Zeitreisen: Gestern mit +11 °C der wärmste Tag, heute morgen alles weiß und unter Null.

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