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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Mari Boine in Skellefteå

Manchmal denke ich, dass in und um Skellefteå nicht viel passiert. So lange das Eishockeyteam gut spielt und man im Restaurant jemandem zuhören kann, der Gitarre spielt und singt, scheint man zufrieden hier. Viel Kultur ist hier nicht zu erwarten, dazu ist die Stadt mit etwa 35000 Einwohnern einfach zu klein.

Es ist frech, was ich hier schreibe, denn es gibt hier viele Chöre, Theater, einen Jazzklub, Rockbands, mehrere Kunstausstellungen und manches mehr. Aber vieles geht an mir vorbei, zum einen, weil ich mich zu wenig darum kümmere, zum anderen, weil man hier nicht groß herausposaunt, wenn mal etwas passiert. Die Bescheidenheit der Schweden, die ja an sich sehr sympathisch ist, ist eben nicht immer zweckmäßig, wenn es darum geht, Veranstaltungen zu vermarkten.


Vor einigen Wochen war ich in dem leerstehenden rosa Haus am Busbahnhof und dachte plötzlich an alte Zeiten. Zeiten, in denen ich noch in Großstädten gelebt habe und es immer irgendwelche Kulturinitiativen gab, die irgendwo einen Raum mit zwei alten verranzten Sofas hatten, in dem man sich traf.

Nie hätte ich vermutet, so etwas in Skellefteå anzutreffen, doch siehe: Es hat sich ein Verein gegründet, der das Haus kulturell nutzen möchte, das Theater Bartolini hat dort schon sein Büro und ich fühlte mich von diesem alternativen Charme, weit weg von EU-Fördermitteln, gleich spontan angezogen. Als ich vor ein paar Wochen in dem Haus war, wurde am Vorabend ein Film gezeigt und die improvisierte Leinwand hing noch.

Die LeinwandDer Zuschauerraum

Auch ein Klavier steht im Obergeschoss, welches natürlich standesgemäß fürchterlich verstimmt ist. Ich muss mal genauer schauen, ob man das stimmen kann, denn dann wäre das auch endlich ein Raum, in dem ich mal ein kleines Jazzkonzert in der Stadt geben kann.


Dieses Wochenende haben sich dann die großen Kulturevents geballt. Internationale Aufmerksamkeit fand die gestrige Eröffnung zu Umeås Kulturhauptstadtjahr 2014. Und es wurde aufgefahren: Eis, Feuer, Lichtprojektionen aus ferngesteuerten Hubschraubern, samische Künstler und und und. Ich habe aber gestern Kulturpause gemacht und bin nicht nach Umeå gefahren. Auf „Jesus Christ Superstar“, welches hier am Wochenende gespielt wurde, konnte ich auch gut verzichten, denn diese Art Musical ist nicht meins.

Warten auf Mari BoineAber neben dem tollen Konzert von Dirty Loops am Freitag gab es heute noch ein schönes Konzert, dieses Mal im Nordanåtheater in Skellefteå: Dort ist Mari Boine, die samische Sängerin zusammen mit der Norrbotten Big Band aufgetreten. Gerade noch habe ich es geschafft, zum Konzert zu fahren, denn das begann schon um 18:00. Und es war richtig schön, auch wenn ich aus Musikersicht nicht alles gelungen fand, denn Mari Boines intimer und teilweise fast zerbrechlicher Gesang ging nicht immer gut mit dem großen Klangkörper einer Big Band zusammen. Aber egal, trotzdem ein schönes Konzert und soviel Kultur am Stück (zwei Konzerte in drei Tagen!) habe ich hier noch nicht erlebt, seitdem ich in Nordschweden lebe.

2 Kommentare für „Mari Boine in Skellefteå“

Ingela schreibt:

Hade säkert varit trevligt att lyssna på Mari Boine också, hon är bra tycker jag. Men du har fel om Jesus Christ… inte vad du tycker om den alltså, det är fritt att tycka, men det är inte en musikal utan en rockopera. Alltså inga talade repliker. Föreställningen ligger långt ifrån en vanlig modern musikal till formen och liknar verkligen mer en opera. Jag tänker då på sättet att gestalta och hur själva musiken bär berättelsen. Jag tyckte att den var helt underbar, både musikaliskt och sceniskt.

Olaf Schneider schreibt:

Alltid svårt att hitta rätt namn för något som Jesus Christ. Wikipedia Tyskland säger ”Rock-Musical”, Wikipedia Sverige skriver ”rockopera/musikal”.

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