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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Schneehasenjagd

Heute Nacht sind fünf Zentimeter Schnee gefallen. Wenig genug, um sich keinen Weg vom Haus zur Straße schaufeln zu müssen, aber viel genug, um alles rund und weich mit weißem Neuschnee zu überdecken und so nebenbei auch die vielen hundert Pissmarken der Hunde wieder zu verbergen.

Das wäre ein schöner Tag zum Skilaufen, denke ich und entscheide mich dagegen. Denn diese Woche war mit so vielen Aktivitäten angefüllt, dass ich es heute ruhig angehen lassen möchte. Aber kurz zum Fotografieren wollte ich doch raus. Ich bin mit dem Auto (dekadent) über den verschneiten Weg zum Strand gefahren und von dort aus über das Eis zur Insel Storgrundet gelaufen. Das war ein bisschen seltsam, denn das Licht war so diffus, dass das Auge keinen Halt auf der konturlosen Neuschneefläche fand und man nicht sehen konnte, ob der nächste Schritt auf- oder abwärts geht.

Die schmale Insel ist schnell durchquert und dann hatte ich freie Sicht auf die Ostsee. Ein bisschen kam die Sonne heraus, gerade genug, um das feine Wellenmuster der das Ostseeeis bedeckenden Schneedecke sichtbar zu machen.

Wellenmuster auf der Ostsee

An den dem offenen Meer ausgerichteten Ostufern der Inseln haben sich oft Eiswälle gebildet. Sie sind zwar keine fünf Meter hoch wie vor drei Jahren, aber dennoch immer wieder beeindruckend in ihrem Kontrast zwischen den harschen Figuren des Eises und den weichen Formen des Schnees.

Eiskante vor der Insel Brottören

Mein Plan war eigentlich, ein bisschen herumzuschauen, ein bisschen zu Fotografieren, alles ganz in Ruhe. Doch dann änderte ein flüchtender Schneehase meine Pläne: Gerade noch konnte ich das Tele hochreißen, welches aber leider gerade im Selbstauslösermodus war. So erwischte ich den Hasen nur weit weg und von hinten. Weg war er! Seine Spuren hingegen konnte man in dem Neuschnee ganz prima sehen. Einige Kilometer bin ich den Spuren gefolgt. Über die Insel Brottören, über das Meereis, zur Insel Storgrundet, durch den knietiefen Schnee, durch Gestrüpp, welches für kleine Hasen besser zu durchqueren war als für große Fotografen. Ich habe gelernt, dass Schneehasen in ihrer eigenen Spur zurücklaufen, um den Vorfolger (mich) zu verwirren und auch einmal einen zwei Meter langen Sprung dazwischensetzen. Immer weiter habe ich mich der Küste genähert und fast habe ich erwartet, dass der Hase neben meinem Auto sitzt und ruft „Wo bleibst Du denn so lange?“. Aber im Wald auf Storgrundet waren plötzlich mehrere Spuren zu sehen und das war das Zeichen für mich, dass heute nicht der Tag für ein Schneehasenportrait sein wird.

Also zeige ich hier nur das erste Foto: Schneehase, klein, von hinten. Ausschnittsvergrößerung.

Schneehase, klein, von hinten

3 Kommentare für „Schneehasenjagd“

Sylvia schreibt:

2 Dinge würde ich jetzt gerne sofort und live sehen: die Eiswälle und den Schneehasen -beides habe ich noch nie gesehen.
Hier ist der Winter zunächst einmal zu Ende: 6 milde Grade und Regen!

Olaf Schneider schreibt:

Hallo Sylvia, Du hast gerade den 2000. Kommentar in meinem Blog geschrieben. Danke für diesen und alle andere!

Hier soll es auch milder werden, aber höchstens mal die 0 °C touchieren. Tauwetter ist zum Glück nicht in Sicht und vor Anfang April will ich das hier auch nicht haben.

Sylvia schreibt:

Ohh, danke für das schöne 2000-Krönchen!

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